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Full text of "Urkunden und Actenstücke zur Geschichte des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg"

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ÜRKüM)EN UNÜ 




VON 



SS»^"^ 





URKUNDEN UND ACTENSTÜCKE 

ZUR GESCHICHTE 

DES 

KURFÜRSTEN FRIEDRICH WILHELM 

VON BRANDENBÜRG. 



AUF VERÄiNLASSÜNG SEISER KÖNIGLICHEX HOHEIT DES 
KRONPRUtZEN VON PREUSSEN. 



ERSTER BAND. 



BERLIN. 

DRUCK UND VERLAG. VON GEORG REIMER. 
1864. 



ÜMÜNÜEN UND ÄCTENSTÜCKE 
ZUR GESCHICHTE DES 

KURFÜRSTEN FRIEDRICH WILHELM 

VON BRANDENBURG. 



POLITISCHE VERIL4NDLUNGEN. 



ERSTER BAND. 



HERAUSGEGEBEN 



D"- B. ERDMAMSDORFFER. 

PItITAT-DOCEMTER AN DEK UNIVEBBTTÄT ZU BEBLIH. 



BERLIN. 

DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER. 
1864. 



^C'A 



B915U7 



V. 



An des Kronprinzen von Preussen 
Königliche Hoheit. 



Durchlauchtigster Kronprinz, 
Gnädigster Prinz und Hbit! 



Jcjurer Königlichen Hoheit Überreichen die ehrfiu'chtsvoll 
Unterzeichneten den ersten Band der Urkunden und Acten- 
stlicke zur G3schichtc des Preussischen Staates, den Anfang 
einer Publication, welche Höchstdero Anregung und Fürsorge 
ihre Entstehung verdankt. 

Drei Jahi*e etwa sind verflossen, als Eure Königliche 
Hoheit aussprach, dass die deutsche Geschichtsforschung der 
Geschichte Preussens diejeidge Durcharbeitung noch nicht 
habe zu Theil werden lassen, welche derselben gebühi'e. 



VI 



Den ehrfurcLtsvoll Unterzeichneten wurde der Befehl, 
Vorschläge zu machen, welche dem bezeichneten Mangel ab- 
zuhelfen am geeignetsten wären. 

Dieselben konnten sich der Wahrnehmung nicht ver- 
schliessen, duss die Arbeiten auf dem Gebiete der Preussischen 
Geschichte in ihrer Gesammtheit, verglichen mit dem, was 
für die Geschichte Frankreichs, Englands, Oesterreichs, Bel- 
giens u. s. w. bereits erreicht worden sei, allerdings _noch 
zurückständen. Nicht, dass ein Mangel an verdienstlichen 
Arbeiten auf den verschiedenen Gebieten der Preussischen 
Geschichte stattfände. Vielmehr haben gerade in den letzten 
Decennien die Geschichte des Königshauses, die frühere Ge- 
schichte einiger Provinzen und Landestheile, die Geschichte 
hervorragender Staatsmänner und Feldherren aus älterer und 
neuerer Zeit, endlich die Geschichte einzelner Epochen ge- 
sicherte urkundliche Grundlagen und die schätzbarsten Auf- 
klärungen erfahren; auch fehlt es nicht an Versuchen über- 
sichtlicher und zusammenhängender Darstellungen. Aber die 
Erforschung, die Auffassung und Darstellung des Entwicke- 
lungsganges unseres Staats in seiner inneren und auswärtigen 
Actioii sind ohne Zweifel noch unbefriedigend, und die Ge- 
schichte Preussens sieht sich gerade für diejenigen Zeiten, 
in denen sie ihren besonderen Charakter begründet und ent- 
wickelt hat, immer noch abhängig von der historischen Lite- 
ratur anderer Staaten, von den Fassungen und Färbungen, 
welche den Preussischen Dingen von dem Standpunkte frem- 
der Anschauungen und fremder Interessen aus gegeben wor- 
den sind. 

Von dieser thatsächlichen Grundlage hatten die ehr- 
furchtsvoll Unterzeichneten auszugehen, um die ihnen ge- 
stellte Frage verantwortlich zu begutachten. Konnte der 
vorhandene Maiigel dadurch beseitigt werden, dass die vor- 



VII 



Uaudcueu Darätelhiugeti einzelner Epochen oder der Oe- 
ftauiiutge&clncbte Preusseus durcli eine klinBtllclie Herbeifüh- 
rung mehr oder minder gelungener neuer Bearbeitiuigeu auf 
imzuläiiglicher Grundlage vermelut wurden? Wir niussten 
ans sagen, dass es nicht abschliessende Resultate seien, die 
mit den ei-sten Schritten zu gemnnen stehen, dass nicht die 
glückliche oiler unglückliche Improvisation neuer Darstelhui- 
gen, nicht dies oder jenes einzelne Werk das Mittel einer 
eingreifenden Abhülfe seni könne, dass es vielmehr darauf 
ankommen werde, das Studium der Preussischen Gescldchte 
Überhaupt zu beleben, eine selbstständigere Aneignung, eine 
eindringendere Auffassung ihres Stoffes herbeizuführen. Die 
lebendigere, vielseitigere Forschung, die geübtere Auffassung 
de* Einzelnen wie der Zusaninienhänge würden dann nicht 
ermangeln zu einem soliden Gang der Studien zu füliren, 
der durch fortschreitende Sichtung des reichen Stoöea die 
treffende Fassung, die erachüpfende Gestaltung der endlichen 
Ergebnisse gewährleistete. 

Es war mithin die Anregung der Forschung^ auf welche 
wir unsere Aufnierksaiakeit zu richten hatten. Für die Her- 
beiftilu'ung einer lebhafteren Thätigkeit derselben schien uns 
kein Mittel geeigneter, als das naturgemässeste^ der For- 
achong das ihr unentbehrliche Mateiial in weiterem Umfange, 
als biüher der Fall war, zugänglich zu machen und ihr zu- 
gleich diese Unterlage in übersehbarer und geordneter Form 
vorzulegen. Je zweckmässiger dieses Material ausgewählt 
and gesichtet, je con-ecter und umfassender dasselbe publicirt 
würde, um so eifiiger würde sich die deutsche Forschung — 
80 glaubten und glauben wir heute zuversichtlich — dessel- 
ben bemächtigen, um so spontaner würde sie es verweitlien, 
uni 80 reichere Früchte aus demselben zu ziehen wissen. 

ßo kamen wir zu der Ueberzeugung, dass die weitere 



vni 



Eroftnung und die leichtere Zugäiiglichkeit der arcliivalischeni 
(Quellen die Studien auf dem Gebiete der Preuasischen Ge- 
acbichte am sichersten und besten zu fordeni geeignet aeir 
würde» 

Aber wir konnten una nicht verhehlen, dass eine Er- 
schliessung der Urkunden und Acten in dem Umfange imd" 
in der Form, welche eiforderlicb wären, um den beabsich-] 
tigten Zweck zu erreichen, ein Unternehmen sei, welches 
weit über die Kräfte und die Mittel hinauareichej die bei noch 
so lebhaftem Interesse derer, tlie sich ilnn zu widmen oder 
es zu forden! bereit sein mochten ^ auf privatem Wege ge- 
wonnen werden köimten. Indesa durften wir nicht zweifehl, , 
dass der Staat seinen Traditionen gemäss die Hand bietenj 
würde, Sammlungen und VerÜüentlichungevi dieser Art zn 
ermÖgUchen und zu fördern» H 

Wenn es dem Staate wohl ansteht, die Wissenschaften" 
als solche zu unterstützen, so liegen ihm für die eigene Ge- 
schichte noch besondere Verpflichtungen ob. Es ist ein un- 
leugbares Interesse jedes Staats, insbesondere einer Machtj 
die in hartem geschichtlichen Ringen erwachsen ist, den eige- 
nen Entwickeluiigsgaug möglichst klar und vollständig über- 
sehen, prüfen und beurtheilen zu können. 

Der Staat begreift aus seiner Geschiohte, d, h. aus der 
schrittweisen Gestaltung seiner Gegenwai't, seine besondere 
Aufgabe, seinen eigenthümlichen Cliarakter. In seiner Ver- 
gangenheit hat er sein eigenes Wesen nach allen Seiten liin 
ausgelegt und ausgeprägt. Nach seinen Stärken und seinen 
Bcliwäcben , in seinen Tugenden und in seinen Fehlern er- 
kennt er sich selbst in seiner Geschichte. Es giebt kein 
wirksameres und kern edleres Mittel fUr ein Volk, das Bild 
seiner selbst wie das lebendige GeiUhl dessen zu gewiinien,, 
was seine Einheit und Starke ausmacht, als die Beschäftigun, 



I\ 



I mit »einer GcachlcKte. Je melir ein Staat es vei*8teht, nns 
der lebendigen Contiiiuität seiner Geschichte die Hichtui^g 
und die Kraft fiir seine fortschreitende Entwickelung zu finden 
und dnrch sein Volk finden zu lassen, desto gesunder wird 
eein Fortächreiteu , desto gesicherter seine Zukunft sein. Je 
rascher und je stärker sein Leben in der Gegenwart pulairen 
rang, je abweichender die Formen sein mögen, in welchen 
er sich heute bewegt und bewegen muss, desto wiclitiger 
winl es för ihn seiu, das Band, welches seme Gegenwart 
un «eine Vergangenheit knüpft, festzuhalten , um in dem 
Procesä seiner Transformationen die Einheit seines geschicht- 
lichen Lebens nicht zu verlieren. 

Diese Änschanung führte uns zugleich zur Entecheidnng 
über eine weitere Frage. Jedes der Territorien , aus denen 
der Preusßische Staat erwachsen ist, hat seine mehr oder 
weniger hoch hinaufreichende provinzielle Geschichte, aber 
zu der Gemeinschaft Eines Staates sind dieselben erst ver- 
häiltin'syuinssig spät gekoranien. Es schien uns nach der vor- 
Htehenden Betrachtung, wie im Hinblick auf die Seitens der 
Königlichen Stusitsregierung in Anspruch zu nehmende Ht!lfe 
Hngcmesseu, zunHclist nur Pablieationen von Urkunden und 
AcletistUcken aus der Periode der Preussischen Geschichte 
in Anregung zu bringen, an deren Ivlarleguiig und Erkennt- 
uiss der Staat selbst kein geringeres Interesse hat als die Wis- 
senschaft der Geschichte. Wir glaubten demnach vorschlagun 
zu sollen, eine von Staatswegen zu veranlassende Publieatiou 
von ürkuudeu zur Preussischen Geschichte erst von da begin- 
nen zu hissen, wo die einzelnen Landschaften des Kuifürsten- 
tbuuiR zum Staate zusammengenommen wiuxlen, wo dasselbe 
in grössere Verhältnisse eintrat und die Wege der eun^päi- 
sckeu Älacht hescbritt. Deuinacli scliien uns in dem Jtegie- 
ruugsantHtt de« Grossen Kurtiirsten der /Zeitpunkt gegeben, 




mit welchem die Publicatioii am geeignetsten anbebeii \ 
Zugleich Jibor durfte dieselbe von eben diesem Gesiclitspunkt 
ftus nicht aui' die giüssen Actioneu, auf die auswärtige Wi 
litik beechräukt werdeu, sie musste vielmehr auf alle Zweip 
dcK Gemeinwesens in Staat und Kirche, in Verwaltung, Finanz- 
und Heerwesen auageJehnt werden. Es war nicht unsere 
Meinung, dass mit dieser Publication dem PreusKiscLen Staal 
und der Erfuracliung der Pi*eufisischcn Geschichte auaschliesa- 
lich gedient sein würde. Seit dem Regierungsantritt dei 
Grossen Kurf\irsten hat Brandenburg -Preuasen eme hervor- 
ragende Stellung unter den Mitgliedern des deutschen Rei<: 
körpers eingenommen. Unsere Preussischen Acten mtlsac 
deshalb auch der deutschen Geschichte, der der deutsc! 
Filratenbünde wie der aus begi-eifüchen Gründen vernachlS 
sigteii Geschichte der deutschen Reichsverfassung in den letzter 
Jahrhunderten zu Gute kommen. Nicht minder müsaen die- 
aelben mancherlei Aufklärungen über die Stellung von Kaiaei 
und Reich zu den auswärtigen Mächten gewähren. Und de 
die Lage Braiuleuburg-Preussens diesen Staat seit jener Zeil 
in mannigfache und nahe Berllhruiigen mit den damals do- 
minirenden Mächteuj mit Frankreich und Schwedeti, mit den 
Generalstaaten und England brachte, muss die Klarlegung 
der europäischen Politik , die Einsicht in die mannigfach 
wechselnden Combinationen derselben durch unsere Preussi- 
schen Actenatücke bereits ftir das siebenzehnte Jahrhundert 
wesentliche Bei-eicheningen erfahren. h 

Aus diesen Erwägungen gingen die Vorschläge Lervw 
welche Eurer Königlichen Hoheit die ehrfurchtsvoll Unter- 
zeichneten unter dem 20. Juli 1861 vorlegen durften. It 
Betracht, dtiÄS es »ich um ein weit ausnehendea Unternehme 
handele» glaubten wir dieselben zuvörderst auf eine fest 
gretiÄte Ej>oche beschränken zu müssen, um erst dann, wfi 



XI 



die erwarteten Erfolge nicht ausblieben, mit diesen selbst 

weiter fortzuschreiten. Eurer Kuiiiglichen Hoheit gestatteten 

Iwir UDB demnach einen uiolivirteu Entwurf zu einer auge- 

line»i*enen Sammlung und VeröfFentlichung authentischer Do- 

cuniente der denkwürdigen Regierung; KiirfUröt Friedrich 

|Wilhelm's vorzulegen. . 

Eure Königliche Hoheit genihten denselben zu geneh- 
migen und Seiner Majestät Muniticenz versagte Höehstdero 
Für^vort die Bewilligung der erforderlichen Mittel zur Samm- 
tungt Erforschung uud Bearbeitung des archivalischen Mate- 
[rialä zur GeschicLte des* Orosüeu Kui'ilirsten nicht. 

Die Fortächniigen in den Archiven, welche darauf sofort 

Ibegounen wurden, nahmen eInöB so günstigen und so raschen 

[Fortgang, dasa der Plan der Publication bald näher festge- 

Ige^tellc werden konnte. Es schien uns angemessen, dieselbe 

in unterschiedenen nebeneinauder hergehenden Folgen von 

ßäudeu ang Licht treten zu lassen. 

Die erste Folge soll die „politischen Verhandlungen'^ um- 
fassen, d. h, die Acten der allgemeinen, insbeson- 
dere der auf*wärtigen Politik des Kurfürsten. Die- 
selben bestehen in lustructiouen diplomatischer 
Sendungen j in Gutachteuj Deukschriftenj ßericbten 
u. ft. w. Von diesen Documenteu werden die wich- 
tigeren voÜätändig, die minder wichtigen in km'zen 
Inhaltsangaben wiedergegeben; eine Form, die auch 
für die übrigen Eeihefolgeu unserer Publication gilt. 
Der zweiten Folge, den j,Briefen'', werden die neben 
dem actenmässigen Geschiiftegange herlaufenden 
Schreiben des Kiirfürsten, meiner Räthe und Befehls- 
haber angeboren wie alle iStüclce von politischer 
Bedeutung au« der Correspondenz der Mitglieder 
des Kurilirstliclien Hauses. 



XII 



Die dritte Folge umfasst die Berichte, welche die aus- 
wärtigen Höfe von ihren Gesandten und Agenten 
über die Verhältnisse Brandenburgs empfangen haben. 
Die vierte die Berichte der Brandenburgischeu Gesandten 
über die besonderen Verhältnisse und Beziehungen 
der fremden Höfe und Cabinette. 
Die weiteren Folgen sollen die landständischen Ver- 
hältnisse , die Actenstticke der Verwaltung , der 
Finanzen, der kirchlichen Verhältnisse, der Justiz, 
der Armee und der Marine umfassen. 
Der nunmehr vollendete etste Band der ersten Folge 
enthält die „politischen Verhandlungen" der Zeit von 1640 
bis 1648, die Beziehungen des Grossen Kurfürsten zu den 
Kronen Polen, Frankreich und Schweden, die Herstellung der 
Regierung in den Marken, die Verhandlungen des Regensbur- 
ger Reichstages und des Frankfurter Deputationstages. Nur 
die Verhandlungen des AVestphälischen Friedens mussten aus 
diesem Zeitraum dem zweiten Bande vorbehalten werden. 

Wir dürfen die Hofihung hegen, dass bereits dieser erste 
Band Eurer Königlichen Hoheit dafür Zeugniss ablegen 
wird, dass Mittel und Arbeit nicht vergebens aufgewendet 
sind, dass für eine grosse und denkwürdige Epoche unseres 
Staates naheliegende Schätze gehoben sind und weiter geho- 
ben werden können. 

Berlin, den 12. August 1864. 

Eurer Königlichen Hoheit 

unterthänigste 

(gez.) Droysen. Duncker. von IHÖrner. 



Vorwort. 

Wenige kurze Bemerkungen sind von Seiten des Her- 
ansgebers diesem Bande voranzuschicken. Sie betreffen die 
Herkunft der in demselben veröffentlichten Materialien und 
das Verfahren, welches nach Maassgabe ihres besonderen 
Charakters bei der Herausgabe angewendet worden ist 

Was zunächst die Herkunft beti-ifft, so ist die Mehr- 
zahl dieser Äctenstticke dem geheimen Staatsarchiv zu Berlin 
entnommen; ausserdem musste für den in diesem Bande be- 
griffenen Zeitraum der Regierung des Kurfiirsten Friedrich 
Wilhelm das Königsberger Archiv benutzt werden; ftlr die 
in dem ersten Abschnitt enthaltenen preussich - polnischen 
Beziehungen fanden sich hier dis wichtigsten Ergänzungen. 
Einige der benutzten Stücke gehören der Sammlung der 
„Manuscripta Borussica" der Berliner Königlichen Biblio- 
thek an. 

Nur bei denjenigen Stücken, welche nicht aus dem 
Berliner Staatsarchiv stammen, ist ihre Herkunft in der Ue- 
berschrift bezeichnet worden. Jedem einzelnen die Signatur 
seiner archivalischen Anfstellnung beizufügen , würde bei 
diesen Materialien ohne allen praktischen Werth sein; dem 
I^eser und Benutzer sind solche Notizen völlig nutzlos; für 



KIV 



I 



etwa vorfallende wehere Reclierclien würde doct jedesmal 
die Verniittelung der Arcbivbeamteii eintreten mUssen, und 
diese bcdlirfen jener Nachweise nicht. Eine Ausnahme ist 
nur in den nicht häutigen Fällen geboten, wo etwu in Mis- 
cellaiieenbändeu einzelne Stücke ihrer richtigen Stelle ent- 
rückt sind. 

Den schwierigsten und verantwortlicligten Theil bei einer 
Edition wie die gegenwärtige wird stets die Äuawabl des 
zu publicirenden Materials aus der vielfach grösseren Masse 
des vorhandenen bilden, und die Nothwendigkeit einer solchen 
ist da*, waft am meisten diese Art von Publieationen von 
anderen, namentlich aus früheren geschichtlichen Pcrioclen, 
unterscheidet, wo entweder ein von vorn herein in sich ge- 
schlossenes und beäclu'änktes Material vorliegt, oder, wenn 
dies nicht der Fall^ doch eine vollständige Wiedei'gabe des 
vorhandenen und erreichbaren als mögliches Ziel gesetzt 
werden kann. Bei unserer Aufgabe ätellt sich neben die 
Arbeit des Sammeins unmittelbar die des Ausscheidens. In 
gewissem Maasse wii'd dies immer eine sehr subjective Ope- 
ratitjii bleiben müssen^ bei welcher der Herausgeber eben das 
Vertrauen des Publicums in Anspruch nimmt und flir die 
sich keine Systematik aufzuteilen läsBt; im einzelneu muss 
an seiner Stelle jedes sieh selbst rechti'ertigcn und zugleich 
flir das Ganze das Zutrauen hervorzurufen suchen, dajis nichts 
von Bedeutung in Folge einer falschen Taxiiung seines Wer- 
thes bei Seite gesetzt worden ist. Es ist hierbei das Ver- 
fahren durchgeftihrt worden, neben den in forma abgedi'uck- 
ten Actenstticken anderes, was entweder von secundärer 
Wichtigkeit ist oder was gleichsam nur als Beilage dem 
übrigen sich anfügt, ganz oder excerptweise in kleinerem 
Druck uützuthoiien; dadurch wurde möglich^ die Continuität 
mancher Verhandlungen auf geringen Raum zusaminenge- 



XV 



» 



» 



drängt vorziifiiliren, deren mindere Wichtigkeit die Verwen- 
dung eines grösseren Raumes nicht gestattete. 

Nach der BegrUnzung, welche der ersten Reihe dieser 
Piihlicationen gestellt worden ist» sind die grossen und all- 
gemeinen »Politischen Verhandlungen'*, also vorzüglich 
die auswärtige und Reichspolitik Kuvbrandenbnrgs, der Ge- 
genstand derselben. Man wii'd es tilr eine Siimmlung dieser 
Art nicht unangemessen finden, wenn diese Granze nicht als 
eine völlig uiiUberschreitbare betrachtet, und wenn au passen- 
der Stelle ein und das andere Acteniäliick eingefügt worden 
ist, dem nicht der officielle Charakter der übrigen zukoniiut 
und welches, obgleich der Mittheilung wlü'dig, docll nicht 
leieht anderwärts gestellt werden konnte. Es gehört liierher 
namentlich auch, dass die iiniereu Verhältnisse dei' einzelnen 
l^ndestheile natürlich von dem Zusammenhang dieser Reihe 
aufgeschlossen sind; dennoch aber durfte und masste ein- 
zelnes darüber auch hier schon gelegentlich mitgetheilt wer- 
den, besonders ans den Kreisen, wo die inneren provinciellen 
Angelegenheiten sich ants engste mit den auswärtigen Be- 
ziehungen berühren, wie in Preussen und den clev^isehtin 
Landen- Unter dem nämlichen Gesichtspunkt steht der ganze 
zweite Abschnitt dieses Bandes; die Ergreifung und erste 
Fundiniiig des Regiments in den Marken ist nach der be- 
sonderen Nattn- der ira Jahr 1640 dort obwaltenden Verhält- 
uiftsc ebenso sehr, ja fast mehr ein Act der au8Wäi*tigen als 
der inneren Politik. 

LWs ferner die ganze Masse des ztir Pnblication be- 
stimmten Stoffes nicht als eine einzige Continuität chrono- 
logisch geordnet, sondern in einzelne sachliche und loeale 
Gruppen zerlegt worden ist, war durch die Natur dieser 
uterialien unbedingt geboten ; hier musste, wollte mau nicht 
in küiim zu bewältigendes Chaos erzeugen, das Gesetz chro- 



XVI 



noiogischer Anordnung durchaus dem Bedürfnias der ZusanTl 
meiistelliiDg des sachlicli Zusainmeiigehörigen weichen. Öt>j 
sind die Materialien dieses Banden in sieben Abschnitte ver-1 
theilt worden, welche zum Tbeil der Zeit nach nicht 'sich 
folgen, sondern neben einander stehen; innerhalb derselben, 
aber ist uatUrlich die chronologische Reihenfolge beobachtet] 
oder höchstens da bisweilen mit einem einzelnen Stück uu- 
terbrocben worden, wo die aachliche Üebersichtlichkeit einaJ 
solche Abweichung gebot; es schien oft geeignet, die strenge 
Ordnung zu unterbrechen, um die Antwort zur Frage, den 
Bescheid zum Vorschlag zu stellen, anstatt dieselben durch i 
eine Reihe vielleicht ganz heterogener Verhandlungen zu 
trennen. 

Der die preussisch- polnischen Verhältnisse betref-^ 
fende Abschnitt ist an die Spitze des Bandes gestellt wor- 
den; während alle übngen politischen Verhandlungen der 
ersten Jahre sich auf die westpbäli.'^chen Friedensverhand- 
lungen zuspitzen, wird das Herzogthura Preuasen doch erst 
in zweiter Reihe von der Frage des deutschen Kj-iegs oder 
FnedeiiS berülirt; hier sind die Beziehungen zu Polen das 
\^'ichtigste Moment; deshalb wurden die auf diesen Laudes- 
theil bezüglichen Actenstücke als erster Abschnitt vorweg- 
genommen; aus Gründen, welche die Einsicht in dieselben 
leicht wahrnehmen wird, ist hier zunächst bis zum Ende des 
Jahres 1649 damit vorgegangen worden. Die Übrigen Ab- 
schnitte haben in sich eine gewisse Einheit durch den ge- 
meinsamen Bezug auf die bevorstehenden oder schon begon- 
nenen Tractaten zu Osnabrück und Münster; indess ist auch 
ihr eigener Inhalt von zu selbständiger Wichtigkeit^ als dass 
man ihn in allzu gekürzter Augwahl hätte geben dürfen; es 
ist auf diese Welse gekommen, dass die westphalischen Ver- 
handlungen selbst, sowie die ganze Reihe der den niederiän- 



XVII 



» 



duschen und pfalz-neuburgischen Beziehimgeii aiigehorigeii 
Acten in diesen Band nach »licbt haben auigetiommen wer- 
den können; sie werden an der Spitze -des folgenden stehen. 
Den einzehien Abschnitten dieses Bundes sind (dit Ans- 
nahme des letzten) längere oder ktlrzcre Einleitungen vor- 
ÄHÄgescbickt worden, die den Leser und Benutzer dieser Acten 
durch einen raschen Ueberhlick der Situation in den Znsanj- 
menhang versetüen snllen. aus dem die nachfolgenden Schrift- 
stücke hervorgegangen sinih Sie achienen besonderri flii' diese 
erete Penode »m Platze äu sein, wo ein anknüpfender Rück- 
blick auf die Verhältnisse der vorangegangenen Regierung 
rnm Vcrntändniss der werdenden neuen unerlässlich ist; der 
Anordnung unseres Jlaterials in einzelne Gruppen nber ent- 
sprach es mehr, diesen Rückblick nach den einzelnen Sehen 
hin geßoncleit vorzunehmen alö ein in Eins gefaftstes Ge- 
Hanimtbild der Lage des brandenburgischen Staates im Jabr 
1640 zu entwerfen. Für die folgenden Perioden wird die 
Continuität der zu imblicirenden Acten selbst an die Stelle 
I jener L'ebersichten treten ; tiidess dUrfte es auch dann er- 
wlinRchi utid erspriesslich sein, an derselben Stelle vorkc^nl- 
mendcn Falls gewisse Fragen und Verhältnisse zu erörtern, 
die noit den gegebenen Matcrialieji hi Zusammenhang stehen, 
aber doch ni»ch anderer von anderen Seiten her zu entneh- 
mender Erläuterungen bedürfen. Ein Reihe seibständiger 
pösserer und kleinerer Abhandlungen über wichtigere Punkte 
der preusüischen ( reschichte köinite auf diese Weise uebeti 
der Actenpuhlicatiou hergehen. 

In Betreff der den Testen beigefligten Anmerkungen 
boflFeu wir weder zu viel noch zu wenig gethan zu haben ; 
vieles ist in dieser Form aus anderen sonst nicht mitgctheil- 
len Acten beigebracht worden; besonders ist es wilnscheus- 
irerth nud in diesem Bande begonnen worden^ die ttlr diese 



Zeit noch so «elir im Argen liegende Personal ieiikenntr 
mit möglichst vielen Notizen zu bereiclieru j auf die einschla-J 
genden gedruckten Wevke ist durch Clitate und gelegen tlichfl 
Aiiftlln'ungen aus ihnen liingewiesen worden. Eine Reihe 
von Anmerkungen, die man etwa erwarten könntCj ht gäuz-^ 
lieh unterlassen worden: der grossere Tlieil der hier publi-, 
cirten Acteii ist bekanntlich in dem grossen Werke Pufen*| 
dorf's bereits benutzt worden; es hat ein Intereaae Schritt | 
ftir Schritt dieser Betuitzuiig nachzugehen und danach das 
Verfahren Pufendorfs im einzelnen zu beleuchten, wie dies 
jtlngst im Anschluse an ausgewählte charaktenstisclie Stellen ■ 
in ausgezeichneter Weise geschehen ist; doch schien dem 
Herausgeber hier nicht der Ort äu sein, derartige Beobach- 
lungeu niitzutbeilen oder gar eine durchgehende Vergleichungl 
nnt dem PufendurHsclien Texte beizutligen; man wird dahe 
VerweiHungen auf Pnfendori' nur da linden , wo ein beson- 
derer sachlicher Anlass dazu vorlag, sei es, dass es einer' 
Berichtigung desselben galt, oder dasser jezuwe'lcn lil>eri 
einen Punkt ausfhhrliciier i.st, als es die Disposition dies 
Hammhuig und die bei ihr eingehaltenen Gesichtspunkte mitj 
eich brachten. 

Einige Schwierigkeit macht die doppelte Datirung^ 
nach dem alten und neuen Kalender, zumal da der Kanz- 
leigebrauch in den verschiedenen braiidenliurgischeti Teiri-I 
torien in dieser Zeit noch verschieden ist und ausserdem nicht 
selten Zufälligkeiten mancher Art, selbst Höflichkeit^rlick^ 
sichten gegen den Adressaten eines Schreibens, die Wahl dea 
einen oder des andern Kalenders besthnmten. Es war um] 
ao nöthiger hierauf genau zu achten^ als die Datirnng aml 
Rande von Pufendorfs Werk, auf die wir bisher ftir ds 
meiste angewiesen gewesen sind, ganz unzuverlässig ist; at 
gesellen von znhiloaen otfenbaren Druck- und Lesefehlern istj 



XIX 



»ier auch mit einer »ehr auffallentleii Plaiilopigkeit veifahi'eii ; 
[alter nnd neuer Kalctider werden ohne Unterscheidung durch 
einander gewoi*fen, das am Bande citirte Datum ist bald da» 
t eines Ereignisses selbst, bald aber auch das des ActenattickeSj 
Hms dem seine Erwälinung ätammt^ das bei den citirteu Brie- 
^fen angegebene Datum iet meistens das der Abfassung, bis- 
L wetien aber auch d^s iles Einti'eHens bei dem Adiessaten u. s. f. : 
man kann sich an keiner Stelle darauf verlassen. Um überall, 
^ «*Q die Üatlrung nitht doppelt ist, das wirkliche Datum zu 
"verifieiren, genügt für alle officiellen von dem Kurfürsten 
oder den veischiedeneu RegieruugBcallegien ausgehenden Ac- 
teii8tücke in den meisten Fällen die leicht zu canstatirende 
KetinltMÄö des Kanzlei gebrau ehe der einzelnen Regienmgs- 
«tellen; die preussische Kanzlei datirt (dem polnischen Hofe 
folgend) stets nach dem neuen, die zu Colin an der Spree 
stets BJicJi dem alten, ditj in Gleve wieder nach dem neuen 
K-sieuder. Natürlich genügt dies allein nicht; bei auswärti- 
.gen Gesandtschaften inut?» der Braueli für jeden einzelnen 
Fall conutatiit wenleu; von den Reiclisverstimnilungen datiren 
die braudeuburgiecheu Gesandten ihre Berichte nach altem 
Stil, dagegen findet sich, diias bei den ivestphUliscUen Triic- 
Uteu von den Bevolliniichtigten in Osnabrlick der alte, von 
denen in Mlinater dagegen der neue Stil angewendet wurde; 
ein Gesandter in Wteu gebraucht jenen, ein Resident in Paris 
diesen, obgleich an diesen beiden Stellen der neue Kalender 
IQ üfticieller Uebung war. Dabei koumieu freilich Fälle vor, 
wo die Entscheidung schwieriger wird; indeas ändet sich doch 
fast überall ein oder das andere Indicium, woraus sich die- 
«ülbe mit ziemlicher Sicherheit treten lässt, hier das festste- 
hende Datum der Autwort verbunden mit der Ermessung der 
Eatfeiiiung oder der anderweit constatirten gewöhnlichen 
iMuer des Botenlaufes, dort elu Kauzleiveruierk über das 



XX 



Datum des Empiaags, und anderes dieser Art; nur selten] 
werden all diese Hilfsmittel den Dienst versagen. Hiernach^ 
Ist in diesem Bande durcligehends in den Ueberschriften und 
Texten die eigene Datirung der Actenstücke beibehalten, ainj 
Rande aber tiberall daa Datum neuen Kalenders durcb-j 
gefUlut worden. 

Für die Kenntlichmachung c h i f f r i r t e r Stelleu und 1 
Worte ist esj um die jedesmalige wörtliche Erwähnung zu 
umgehen, geeignet gefunden worden, ein in die Äugen fal- 1 
lendes eonventioiielles Zeichen festzustellen; es sind dariir* 
die hier folgenden |: ^:| Klammem gewählt worden. 

Schliesslich wäre ein Wort über die orthographische] 
Anordnung zu sagen. Es ist nicht ohne die zustimmende ■ 
Meinung speciell Sacli verständiger beschlossen worden , von j 
der Wiedergabe der deutschen Orthographie des ßiebzehnten 
Jahrhunderts abzusehen. Jedermann weiss, wie völlig ver-' 
wildert und gesetzlos uud zugleich von wie geringem sprach- 
gesuhichtlichcii Interesse eben deswegen dieselbe ist. Steht 
{la der prhicipiell vielleicht einer ersten Ueberlegung sich 
empfehlenden Forderung buchstäblichen Abdrucks die Erwä- 
gung der völligen Nutzlosigkeit und der doch dadurch be- 
wirkten minderen Bequenilicbkeit des Gebrauchs gegenttber^ 
SU wird die letztere BUcksicht hier vvul das Uebergewieht 
verdienen und zur Annahme einer coüventionellen j der mo- 
dernen sich näheniden Schreibweise führen dürfen, wie diea 
bei ähnlichen PubHcationen anderer Nationen mit Recht schon 
längst geübt worden ist. Was in unserem Fall ein solches 
Verfahren noch besoiulers befürwortet, ist, dase die Wieder- 
gabe aller orthographischen Eigenthtimliclikeiten und Will- 
kUrlichkeiten hier zumeist niclit einmal jenes Interesse des 
individuL'llen Gepräges bieten würde, welches dieselben etwa 
wcrthvoU machen könnte; nur das allerwenigste ist eigen- 



XXI 



händig, und welches Interesse könnte es gewähren, hier, wo 
jedermann seine persönliche Rechtschreibung hat, ein Schrei- 
ben des Kurfürsten oder eines kurfürstlichen Beamten in dem 
orthographischen Gewand eines namenlosen Kanzlisten zu 
sehen? Häufig liegen von einem und demselben Actenstück 
Entwurf, Concept, Ausfertigung und eine oder mehrere Ab- 
schriften vor, jedes von verschiedener Hand und Orthogra- 
phie und keines von der Hand dessen, der die Unterschrift 
vollzieht ; es wird für unseren Zweck immer vollständig aus- 
reichen, die Eigenhändigkeit eines Actenstückes zu notiren. 
In Bezug auf eigenhändige Schriftstticke des Kui*fÜrsten selbst 
mag dann immerhin einem etwa vorhandenen Interesse eine 
ÄQsnahme gewährt und diese in völliger buchstäblicher Treue 
abgedruckt werden. — Ebenso wenig ist etwa zu befUrchten, 
da88 durch eine orthographische Nivellinmg etwa dialectische 
Eigenthümlichkeiten von Interesse unterdrückt wttr-den, welche 
die einzelnen Kanzleien von einander unterschieden; man 
schreibt in Königsberg in der Hauptsache ganz ebenso wie 
in Berlin ; selbst in den clevischen Landen ist es ziemlich 
selten, dass niederdeutsche Formen sich in den Schriftstil 
eindrängen, und dies fällt dann ohnedies nicht in das Gebiet 
der Rechtschreibung, sondern der Sprache. 

Es versteht sich aber von selbst, dass diese von dem 
Verfahren in Betreff der Orthographie unberührt bleiben 
moss; als Grundsatz wurde festgehalten, alle sprachHchen 
Eigenthümlichkeiten treu zu wahren, in Wortbildung, Fle- 
xion etc.. nichts zu ändern; wie die Texte nun vorliegen, 
sollen sie trotz der Veränderung ihrer orthographischen Phy- 
siognomie dennoch ein richtiges Bild der Sprache des siebzehn- 
ten Jahrhunderts geben; wobei allerdings nicht zu verhehlen 
ist, dass die Gränze zwischen dem, was als nur orthogi*a- 
phische und was als sprachliche Eigenthümlichkeit zu be- 



XXII 



trachten ist, bisweilen schwer zu ziehen ist; jedenfalls sei 
bemerkt, dass in keinem Falle eine moderne Schreibweise 
gewählt worden ist, die als sprachliche Aenderuiig erscheinen 
könnte, wofern dieselbe nicht neben der älteren sich in ver- 
mischtem Gebrauche in den Acten vorfindet. — Die Eigen- 
namen erscheinen in der Regel in der Form wie sie die Acten 
geben; selbst bei ihnen schwankt die Orthographie dieser 
Zeit noch durchaus; sogar die eigenen Namensunterschriften 
sind nicht constant; doch ist bei den häufig vorkommenden 
und noch jetzt existirenden Familiennamen meist die jetzt 
übliche Schreibweise gewählt worden. IJebrigens beziehen 
sich all diese Bemerkungen nur auf die Texte in deutscher 
Sprache, bei den lateinischen und französischen (hier mit 
Ausnahme der jetzt üblichen Anwendung von j und v statt 
i und u) ist die Orthogi'aphie der Originale beibehalten worden. 

Berlin, 20. October 1864. 

B. Erdmanosdörffer. 



Inhalt. 



Seite 

Bericht an S. Königl. Hoheit den Kronprinzen von PreuBsen v 

Vorwort xiii 

r. Preussen und Polen. 1640 — 1650. 

Einleitung 3 

Acten 36 

fl. Das Regimout in den Marken. 1640—1642. 

Einleitung 369 

Acten 373 

III. Braudenbnrg nnd Schweden. 1640 — 1644. 

Einleitung &09 

Acten 522 

IV. Brandenburg und Frankreich. 1643 — 1648. 

Einleitung 607 

Acten 616. 

V. Der Reichstag zu Regensburg. 1640 — 1641. 

Einleitung , 691 

Acten «98 

VI. Der R«ichEdepatation8tftg zu Frankfurt. 1643 — 1645. 

Einleitung 793 

Acten 800 

VII. Sendung v. Löben's nach Wien. 1644. 

Acten 871 



I. 
Preussen und Polen. 



MsMr. nir GMdi. d. Gr. KnrfQrslM. I. 



Einleitun 



11 ir stelJen an die Spitze dieses Bandffi eine läiigeri? Reihe von Acten- 
nicken, welche tipeziell dem Herzogthum PrensseD und den Beziehungen 
wPolflu Wührend der ersten zthn Reg-jpruiigsjahre des Kurfürsten Friedrich 
fföbelm angehören. Es sehiea sich durch maücherlei Gründe zu empfehlen, 
pnäe hei diehem Theile der Auswahl aus der Menge des vorhaudeaen 
VatoriaJs niehr alUu eng« Grenzen zn setzen und durch eine aui^führh'cbere 
F«^gt hieher grehörigfr j\cten eine tingehende Ansicht den Bodenn zu ge- 
»SbrBii. auf welchem die für di'ii gemummten brondcnburgisch 'iireusstschen 
Stoa: so tedeuüinKsvolkn Ereii-Mjit^ÄiL' der füiifxij^er und seehtipii* Jahre vor 
«ich ^igeu. Hier wie fii den meisten audeni Bereichen freilich gilt, dass 
die ToUfitaiidige Durchsichtigkeit der Yerhaltnisee sieh er«t düiin ergehen 
»iftl wenn auch di(/ ständischen A'erhandlnngen, die Geschichte der gleich- 
^t'iligeft Landtage in actenmiissigcr Znsainmcnslellung vorlit-gen wird; iudess 
t^dyrfen cbt-ti auch diese, und ganz besonders flir das Herzogthum Preusseu, 
M Ihrem vollen Verständuiii* der Grundloge der Rllgeraeineu und auswärti- 
?sii Betiebiuigen, wie sie in der erster^ Abtheilung dieser Publicatii>nea ge- 
pfhen werden soll. 

Dareh den sechsjkhn'gen Waftbustillstand zwischen Schweden und Pulen 

fon lO* dem dann lft35 in dem Stuiusdorfer A'ertrag die Emcuening auf 

• firpri' spchs tiiid zwanzig Jahrp folgtf", wnren Pnlrn und die pre«?sisohen 

hwü« auKki-rhuIb des Karapfeji gestellt, worden, der in deii^ übrigen Berei- 

efati «einen Portgang nahm, Eb waren tbetls die poltÜBchen und militäri- 

«hen Tnt^ressen Fraukreicha und Schwedens, theils die HnndelsintercRsen 

Eo^lftüds oud der Niederlande gewesen, welche auf diese Wendong hin- 

peitrbeitet hatte»; zngleleh ftber lag die Erhaltung des Friedens in diesen 

Bcfficheu so &ehr in dem Interesse der durch diese Exemtion Begünstigten, 

"IflÄS die Ueniühuügen der spanischen und öslrciebi scheu Politik, pie wieder 

•0 dea ollgcmf'tnt'n Kampf hineinzuziehen, so off sie wiederholt wurden,, 

ducti Inmicr erfulglo« blieben. Somit war das Herzogthum Pretigtieu das 

»iittige Territorium, wdches, als der Kurfürst Friedrich Wilhelm die Ee- 

1* 



4 



t. Preii8»en und Polen. 



giening' übernahjjx, luVIit luiter dem niinnttplbareii Druck fiea Krieges stand; 
sn schwierige hiinur aTtnli hiVr die von Kurfürst Ur-nrg WiUieltu ülierkom- 
menen VerLitltniris^- ^iijii Th'-if litffcn, en fehlte ihi¥:ii wfiiijr^loug JL-tie grösste 
Sch^ritrigkiMt, dk" aaf üIIpii ondpreu Territui'itiii lastete, dio nu^gesetzte Lage 
in Mitten der käiupi'Mideii Parteien, die drohfiidt-ii ZuiüuthungPii von boidcn 
Seilen hol*, die iniiuer zuiit^limend*- iii&teriplle Erh=thü|»tHiic. 8eit fiiiem Jahr- 
zehnt hatte Preusscu sich vou den Kchädoii <les Krieg^fs erlioltn köimeu; 
die Nentrnlitäf, welche dati luteresäe der Hftiid<;lp|^roHsmat.'hte ihm bereitet 
hött*, gftb alltMi KrartPii des Lmode.'^ die Mn^üHdiMt Mich ^iedfT ku faro- 
raelu; schou hnkl Uiiite raa» die Spure« der Riiekkehr des all|;^emeirieii 
WohlstÄiides üi den [iri-u^nischeti Laudtu bemerken kiltiuen'). 

So waren die A*erhaJtuL'!!jt' hier leidlielier als an imdr^reu Orten; in de« 
ersten Jahren der Saintuliiiifr und drs A'nfrnftVns war Preustit-'n der relativ 
festeste Punki, ron wd aus die ft|]g:*'im'lne Stellnnjj; genommen werden 
konnte; Audem gelang i's dem Knrfürstcn l^'nedneli Wilhelm im Laule seines 
ersten Jahrzehnts, in vevrichtedeiien der wlchrip-^^ten Beziehunj^en «fcine Stel- 
löii^ im Ijfinde, H'ln VerhiiUniss ku dtr polnischen Ia*hni-oberhoheit freier 
TU penUiltL'n. nie es je ^nvor pewet^en; fiirjiL'iulh k'timte mtui tu dieser Zeit 
ein hcwusste;;, vuii langer Hund HnfjrelcjL'te^ iSnehen nuek dem Ziel ent- 
decken » was dann nU Preis eine?! f^chwL'ieu KrleKc^ in der Wonveriiinetüt 
Preusuene erreicht wurde, aber mancher^ jftdniijr- va.» thatsüchlich bereits 
jetzt der Stelluaf? des Herzogs zuui K<ini>: vnn Polen einen freieren Vha- 
ralcter gab^)- 

Die Nutiir dieseH jyranzen Vt'rhültnissep.. vermöge dessen die Kurfürsten 
von Brandenliurp" xngh ich Vtiriallen der Krone Polen w«ren, wies Ton Reibst 
aul' da,?! liiii, wois iluiui Ifi&T muJ Hli»0 zn Broniberji und ku Uliva vollendet 
wurd«'; das (xerühl davon, dnfs diei» mit NotliwL'udigkeit einst eintreten oder 
doch rer*!Utdit werden müsse, war in Pulen fclion lange zuvor voriiandeu 
und war mitwirkend bei all den Quälereien, wundt Kömp und Stünde von 
Polen dem Lehn^fürrtten dirs Bewn(*.-^is4"in der Aliluinarifrkeit waeh zn erhal- 
ten Hueliteu*); [•■h war nur die stete unil al].-;eiti^e Bedrängniwt^, in der dat* 
Haas Brandeidinr^r «ieh von dem Eintritt in das preu&sische Lehen bis zum 
westphäli Heben Frieden und noeh nach diesen) befand, welche den anver- 
lueidlichen Gegeeudat/ noch ni<diL zmu vuileu Bewn!;st<etJi und zn ehiem 



4 



*) So der rrnnsiisiachö GeaaudlJL'Jiaftsaoorciar CliarluB Qgior nohon 1036 für pol- 
niifilb Preuasen : comepcxiinua iLi [in ßtumsdoH'] rum eine voloplftte mm maturos 
nomo piieis frnctusj scilipit aectiptiljiB instnumri, atisbnlii repararl alqne concludi, iup- 
iwllectikm ruHtic^m, gnlliriQB, «nacrcB vk arcibuB pt yrbjbuH n-duri. Ogeriua, Her 
Polotiiouiu p. 40fi. 

') Schon ItilC» bemerkt Bjiczko, war zu beobaDliteu, daes lii» prcussiachi'D 
Stttnio mit ihren A|)pi;IIalioXiOn nach fml^n ecbäclitemer Turfuhreii alfl bisbor. Cie- 
Bchlclite Präasacns V. p. Ifi9. 

-*) So lagt K>&tilg VladblRv IV. Anfitog 1U4] e» dem brnn den burig i^cLcn Qq- 
•niiäten lloverlieck: ,,dBnn os ginge dio Keapubjic/i in puiiotü die^Gfi I.thenii sehr be- 
hulsiiin, in ADmerliiitig, es niliclito aU vun einem ho luflclirigeii Filrstcn irnd vMidlo 
daa Leben dermalelns Ton dvr KuspubliCM gar t)bgew«]id<t werden wollen" i.Be!«tlun 
_Hoverlicck's dut, 23 Fcbr, Kill.. 



I 



J 



Einleitung. 

icbiirfQii Atiddrack kommen Hck£L'u; selbst die tadllchc Loürms^ung des 
HfaoptJinm!« Preusspn ans dem paliiisflieo I/ehü-jverband erfolgte dann 
Diclir ilurch di^- rasolir tini) (fcnchirktp neuuuung einer von Aus.'^pri heran- 
r/i;ieuil'n giiii^Ugfu (ndpgciilicit, ftl,' xii Ftilgc etuc^ Ifingor gebcgkü utid 
»eil tilgt Ifgteu Plane^ä, 

Iiuwi.Hchi'ti nlnT wnr re iinlurlicli , li«;-» iieljcu dem nfficiellen Vfrh&Jt- 
tü«. wclcheB den Kiir(urst[*n von Unimk-nlnirg auf t'iiie wciisg höhere Stufe 
iirlitc, i\f di«' jViio^ nndcrf'M Krimvasailtj» vmt, sich ein anderes mehr that- 
«ühliuliw bildetf, welcbcB dtr eonfttigcii Steüang und Würde dieses Lö- 
hfoftirägers ittthtr eiUMpruch; persönliche Bezichutigea «ehr uiftiiDichfacher 
Art traten dalM'i wfrkHiun ein; einf Menge sich kroutzender Intercsspu, wie 
dif Nütur du ^ (lolriischfii ytiuitawc^f of sie mit sEi-h hracLU', br-durfteu nur 
rimT iitugt'ii BenaUnng', um dcrn livrzrtg von Frenssen eine, wenn nicht 
ulipflz-^fne, Sil, dui'h iiöfb^l i'itifliis>jcidic and die L^igene SL-ihstaudigkeit 
•jJirriiflc Stellung zn gehen: di*- ufr Ifirmliufti-n and drulu-nd aus^fbeuden 
Dmuiufratifinrri |^'lui^L'b^'r I>«ridljiiten mif licii Kciehstagen waren in der 
VW tlanim mfisttn? zii-mlifli geJ'iihrlof^»- Rfidt-üliungi-n, WL'il <-5 siich mchl 
i^bi preiguete , Jass tu trgt-nil einer gegen Preugsc-n gewandten Froge die 
rtirk«? Maclit dii-r Fi^nj^tlgen VAnv\^i'f£,vtibiitz{! völlig paraiysjrt wurde, das-s 
^tandinilie und kituiglieln*, polniMclu' nml iiltaiiisL^hr-, kaibolisnht und evan' 
Ifli'fht' Iiui-rciieen oder endlich die Interessen desi hohen und Hufodelß ge- 
gMilihrr dt-ncn des niederen pulnischen Adels über eine Frage dieser An 
'wti üiii LVlierwiu dilti g ihrts eig*-nen OegensaTze? zti einigen Termüchteii. 
Iii ilcr Thftf (Tke.nin'n wir vielmehr dn^ VtThiiltuisf^ ztimeiKt so, dass ein 
Drnnlt gegen Freilosen, Bienn er geiiht «»der rtTsucht wnrde, von einem oder 
*ni «uderen Factor anygiuf , während die anderen sieh daÄU entweder ge- 
|eiifiAt£lich udt-r indifferent verhielten uitd leicht t»t Hilfleistnng zn gowiu- 
TW« waren; und ebenH*» wnrden Erfuige , die man uul p^eusHi'^ehe^ Seite 
pTTdun, gqvölmUeh der iiÄiulichen Theilntig der Interessen und Sympathien 

Die AusiiTitÄting piDei" »olcheu VerhültrasHcg ruhte uBtiirlieh vurzugHweiee 
bjr poriotiHrheii ÜeKicimugt-n. Dii- tiletchheit des ßek'-'nntiiist>e!^ gewährte 
ftr nof Reihe wichtiger Fragen die L'ii:erst.iitznng der Huiipter der evati- 
EtÜ^tliPn DissideuteJi, iind dieselben iJtt-anischen LatKibotenf welche in den 
*vglcicti z» eni'Äliui'nden Z"lä- nnd IFandelrifrageji tlic Icbhiiftesten Gegner 
'If* Krirfüff-ten Geurg Wilhelm nml dann eeiues JSnhneti waren, atandeu 
laJüreirb äii ßra«denl>urg bei allen die Retigiou herithnuden Frage«-, bb 
wnrpii ilieselbru, uus denen varnehmlieh nnrh dem Tode A'ladislnv's IV, die 
R*it/i»i! sieh gcfrauin uiiichrenj v\av Partei ati^ainmenznbriugenf mit dtT sie 
'Üt' Kütligi^Wllhl den Kurtiir.'>tt'u l''r:ednfli WUbtbn durehzui-etüen bufiten, 
woftrni unr diCMT «clbst auf ihre l'liinc eingegangen ivärc'J. 

Ti^rhfaidnngen dieser Art und andere nneh viel mehr persönlicher Natiir 
ra!t ph atifr'fehf ku erlialten; i^ie wnreii an jedem Hufe des sieby,ehiiteu Jflhr- 
timdt-n* von Wii-htig^keit. wol an keüiein von grösserer als an dem polni- 



1 Siebe befiondex« ilie Uolitionen Huverbeok'a dnl. '14 Juni ,nol- C uad 7, Ku- 




I, PreqiiQn und Polen. 



sehen- T'on allen die wichtigste aber war die mit dem Könige- 80 
§treng der Küaig anf »dne lehasherrlichea Rechte halten mochte, es tag 
nahe, da&s es gewißse Punkte ^ab, in denen seine Intere&seii sieh mit denen 
s«meiü füii^tliclieD Vatiallcn Ijerührten, besonderü niihc bei einem Knnige wie 
VladislaT IV., der sieh mit mnncberlei Projeeten trag, die er t>hne oder 
gegen die polnischen Reichsptände dnrehzufülireu gedachte *); die Eirease 
der ständiiieheu Freiheit, von welcher seine eigenen Plane in Polen bedroht 
waren und seliiieeslitli vereitelt wurden, konnten im ihm in dem Herzogthnni 
Prenasen, dem K-orfürsten gegenüber, keinen sonderlich warmen Beschützer 
haben; es gab Combmiitionen, in denen der König und der Knrfürat sich 
für dö« gemeinsame fürt^tliche Interesse gegenüber dem stÄndisohen ftiifs 
engste verbtmden fanden. Ein Ausdruck diesee perööüHcheü Verhältnisses 
neben dem offieielieu war die Prajcis» wonach der König sieh dem Knrfür- 
&ten gegenüber neben den offieieüen Docuiuenten der Lehn&verbiiidnug noch i 
durch eine spezielle, auf seine Person lautende, Versicherung zur EinhaU 
tung der Vertrage verbindlich machte; das sogenannte Responaum Cra- 
coviense, welches im Jahre H>83 den Gesandten Georg Wilhelm's KU 
Krakau von Vladislav IV. ertheiU worden war»), enthält in der That keine 
Bewilligung, die über den Sinn der LehnsvertrÜge irgendwie hinansging; [ 
aber als gleichsam perr=dnliche Verpflichtung des Königs auf die In densel- 
ben enthaltenen Prärogativ punkte dej* Herzogfi von Preusrien» galt dieses 
ActeuBtück preus:?.iKctier Seits immer als eine äuüiüerst wiehtige Handhabe, 
wenn gleich formell stafttsrechtlich b^olche Responsa regia des bindenden 
Charakters entbehrten. An die Stelle dieser Versiehcniug trat dann wüh- 
rend des Interregnums von IQAÜ diejenige, welche Jobanji Casimir üocb 
als Thron caiididat dem Kurfürsten ertheilte, und welche wir bei den Actcn- 
stücken des genannten Jahres mistheilen '); man erkennt ans den dort bei- 
gefügten [brchivBli^chen Notizen ^ wie gross die Bedeutung war^ die man 
einer solchen reiu persönlichen "^"ereiehemng beilegte, und die Vergleichiuig 
dieses Actenstücks mit dem Responstim Cracoviense ergibt von selbst, in 
wie förderlicher Weise man auf brandenburgifiGher Seite die günstige Ge- 
legenheit der Thronerledigung zu benutKen verstanden hatte. 

\Tiehtlger als irgend üudevwiirts war unter solchen Umständen hier 
persönliche Vertretung a« dem Warschauer Hof Man wird aus den aahi- 
reiehen unten luitgetheilten Relationen des brande üb nrgi schon Öesandten 
Johann von Hoverbeck') bereits ein ziemlich lebendiges BÜd vdu der 



■) Doch sitid wol Aia etw&s abenteuerlich gefJlifbton NÄChrichteo, welche Litiage 
(i'origiut: Tcriublc du »oulevemeiit des CoHaijues cuntcc Is Pologne. Pui-is IG74) (ib^ 
dia geheimen Pläne Vlftdisl&v'ä IT. gibt, mll Voraickt aiaJzaiichinän. 

*) Baecko 1. c. p.98ff. 272; vcrgt. Ana Schreiben dea Kurfürsten an Hoverl« 
l*t. 10. Decbr. IGiO üoi. 1. 

") Dot. Nieporent 6, Oclhr, 1Ö48, boj der Bi'lation HoverliBclt's vom 17. Octla»'. 

*) Von PicrAonalien Über Hoverbi^ciE Ut ntiben Act dürftigen NoliK bei Coaninr 
iinä KlAprotb, der Staaterath p. 3Ö7 leider nichts zu Dr-mlttelii gewesen, als daäs 
er Tun Anfang der drGiii.»ig4ir Jabre an tn brAndenburgi sehen Diensten stand und In 
den Bezichungün tn Foko rurwiindt vrurd>Q, Diu ZabI »einer f«at diucbweg ei^un- 



Bmloittiiiix. Y 

An der Thiitipkoit gewiunt^u kouneu, welche dieser gcwÄtidte, seit einer 
Rrihe tau Jahrett grjhon mit den polmsohen Yprliitltnissen und mit der Natur 
d*T ipoiiiijK'b-preiisKifiC-beti BoKiebuiigen t-np vt-rfrfintf DiplouiB-t in tlen ersten 
JthjTii lies RurlurKteii Frit-dnVh Williolui d'irt u-iittidtfte. Das Wiiilitigsle 
wKf ilo** Hoverhet-k t\as pcrfl^iaiiolie Orgiin i\ff- Kurfiirsteu vpüt-^ wenu in 
ilwwn .•lliw*'«!enhrlt (ins ('ntlpjriiim il^^r vii'f (Jlji^Trütlie oififiell die Bezie- 
hungen twischvn Kr'iiiijrj?herfr und Wor-^uhnn vertrat oder weiiijfsl^iiK vlT' 
miftült^, jrt ^uiud diT itrscliränki proviupif-Ileii odr-r von stiindisehf;]! Intpr* 
tistn (Ttleituteii BidiftiidluiigiiweiRe dieser Behbrdy dur daneben herlanlpude 
lÖT^w Verkehr des Knrfiirsteu mJt dein Hofe imd den Reiehsständen von 
Pühi ilurcli lia.H Organ TTo\cr]icck% glrirdi.snin als Corrertiv zur Seite*. 
Dieser (ii'gfüsjifz zwisf^IitMj di;r Kijliiiuifr der iiesehüftt* diurch dia prcussj- 
wluii (ihierrÄÜK- und diT dtii-eh die Gesund »schuft iü Wnrsehan, sowie eine 
p*i»fi AainiOf>ilat xwiselieii Ijeiden wird bei vielen Utdeg-enlu'iten flililbar; 
'itümc;««^! «ich neben aniJereni Tinnientlich aueli iu dem Widerstn-hen den 
mm inhr ntidiTt-n Tlleil^ gcgon die \ ervvi'iidnti^ dieeer i^Ier jinht Per- 
•«aklikcit zu den UeHetiäftvu; öunel wie mbg"licli siicliie der Kuriürst 
Jüruifr KU (Icnsellicn irpranznziehen, die ohne elündische Vürhiodungeu ihm 
|ifT*OnriL'h vrfr*'btii wartMi» imd da.'^sellpe Beniülieii wiederholt sit'h in *\^ii Krei- 
wn'lf» |t^vnb>^i^»:herl VerwMltQiigsbeHiutejitliQtns TieUiht"). K^ »eigt sieli alk-Jit- 
l(*Ilifji auf t^eiie-n de.n Kurfiir-^tei» das Bemühen, den heeiigt-niicn Künksieh- 
it'n, wl'IcIk das ^täiidi-srhe lU'gierungi^coilegiiini ihm anfcrlegtt', diireh Erlt- 
(llBTiiiP'ii unf dfin m>ht ofBoietleii Wege annzuweteben, die Uegimentai'iithe, 
fffl irgrud eiu W'idtTstiunt vuii ihnen xu besnrgeii wiir, zu nmgelien; indem 
flict« ,dcli dieser Beseirigutig äu erH-f^bren suchen , entsteht ein unau^gf^- 
*etttrr etTütteckter Kampf, der hier eich meistens üiir in Andeutungen zu 
rrkouDPii gibt; die aktenmäfisige Üari^tellung der inneren preustfi scheu Yer- 
hjütübwe nii der Unnd der Landtnj^sacteu ulrd s^einer Zeit diesen Kampf 
»Bf Willem eigfufteiii Gebiet dentiielier erkennen lassen; wo die in dem g^e- 
KDtnuTtpeni Baude vtT>>ifeutliehteü Auten absehliefsen, hat so e*»en die per- 
«»nlirlir I'ulitik des. Kurifirsten auch iu einer Frage des Verhaltens zu 
Polrij, in di-r üauilich (ler Theilnidinie an dem KütJakeukrieg, durch die pro- 
iiiinpljeii Tii*ndenzen der f>berräthe eine völlige Niederlage erlitten. 

Vebersiebt mau die Reihe der Beziehungen des KurfiirKtcu zu Poleu 
in ditetDi itciiiem ersten Jahrzehnt, wie tue mitgetheiheii Arten sie dar- 

liüiiligp» Kclfttion'-'ii i»t no»90icpi-di!nilicb gross; neben dei' mit dem KurfÜTstcn ge- 
fHKnon CurreHpütidcna äeä BcrUiiar St*ot»*ichlYa geht ciaa foal noch v^l]u^linoil^TP, 
iadcu Btchliub ueiRt otiuder wichtige, iiiit den [ireiudsi sehen OLerrUl!i<:D hcr^ die das 
KCnif^itiergi*! Archiv Lcsitct. — Ncbeu llorctlieck in zweiter fieihe stellt der bran^ 
dcnbnr^iHrbe Rci>idetit lu Düiizig, Peter D«rgiEiBnn, der bereits a«it dein Jabrn 
Wl8 in vcnichie^eiicD Mib*iyn*'n vorkommt. 

* Eiu cbjtriikri-ri&[l5cbe^ VürhältniaB dieser Ai-t eeigt sicli t. tl. in dan beiden 
J'ctrelbet) des Kijifürsittß «n dcw geh, Cfltizliaten Christoph Melchior, dt'ii Verwalter 
4«r PillAtlcr Seczullkunc, vom 9, Juli und 5, Decetub-^r 1G44. £10 atidero» In der 
Dppoiitiati der ObcrrHtbc g«gon die Aüstcllting des Andrens Aderfibach (.«d dat, 
Aug. IRI3}, dor ddan der WoraehMer Ge&andtpcbfift aIb Secreiar beigegeben wurde; 
ladcm {fuaini. 



8 



I. f rcaweD nni] Fot«n. 



Bteüen, ro zeigt äch eine ziemliche ManuicUfaltigkeit derselben; sie hegiü' 
nen tait de« laügw-ierigen, zum Theil ptinüchen VerbftDdlungi?n über die 
Fofffialitäten des Regie mng'fittiitritts nud der Betehnungi in häufig« Wie- 
derkehr treten uns Angelegreutieiten religiöser Art. entgegen; zweimal iui 
Jahr wird die Aufmerksamkeit des KurfUrtHien und seiner Beninteu durch 
die Thätigfceit der ^,Jundica'' iu AaKprueii genommen i"), andere Verhaud- 
iuugen betreffen die von dem Kurfürsten als Herzog iu I*reus8en. an die 
Kroue Polen z« eotrithtfudi' jälirllche Ifebusabgabe^ auch Kntiernterefi flicht 
Biet nicht ohue Widitigkeit in diese Beziebuügeu eiu; diu Fnige der Bohwe- 
diachea Heirnt ist Tür Polen ein Gfegeut-tand des lebhaftesten Interesses» 
und von anderer Seite weifen die Irmogen mit dem Pffilzgrafen von Neu- 
bnrg in den Jülich -CleFi^^clteu Landen vermöge der Ver^chwägernog des 
jungen Pfalzgraren FhUipp Wilhelm mit Tludislav IV, ihre Wirkaugen bis 
in diese Kreii^e. Sehen diesem und anderem >'md es mimentlieh zwei Rei- 
ben ron Terhandlongen , welche in zu^ammetlhäugeude^e^ Weise einen 
grössereu Verlauf \üriühren ; die fiiie, welche die Aup;t'lejfeuhoit der Pil- 
Iftuer SeezolU betrifft , hut ihren Anfaug schuii in der Regiernngszeit 
de^ Kurfürsten Georg Wilhelm ond ist im Jahr 1646 in der Haupteache 
lind mit einem wichtigen Erfolg für den Kurfür.stt'ii abgeschlossen; die an- 
dere ist die, welche mit dem poln L>^t:ben luterrtgnuw vou 1648 und 
mit der um die nämliehe Zeit beginnenden Erhebung der Kosaken eu- 
sammen hängt. 

Wfts Äuvörderfft diese letzteren die Jahre 1648 und 1649 betreffenden 
Akt^n^tijfik*" anbi-lnngt, so rrlautcrn sie sieh — mit den wenigen beigefüg- 
ten Aumerkuugeu — iu ttu^rvicbcmJer Weisse selbst; mna erkennt deutlich, 
wie in den den Kndursten umgebenden oder beratheuden Kreisen eine ganze 
Reihe von ver^^ehiedenartigeu Stimmungen vorhatiiien war und eiiiznwir- 
ken ehUchle, wie unter den ubwaltendcn Verbal tnis^e1l der wiebtige Zwi- 
scherfall des Interrcguums von der brnndpnburgischeu Politik zu benutzen 
sei: der War^elinuer Gesandte Iloverbeefc, der Panzigt-r Rei^idenl Peter 
Ber^ann. die Stimmen, die aus den Kreisen der polnischen Stünde selbst 
hernberdruigen. die preu=äi.-chen Oberräthe, der geheiiae Ratli zu Cötn an 
der Spree, von dem erl'ahreueu Kanzler von GöTze geleitet — t^ie alle su- 
che» in ihrer Weise bestimmend anf die zn fasec-üden Entsehlüsse eiozn- 
wirken, zu ihnen allen gesellt $lcb dann die perFonliehe Vmgnbung des noeh 
iii Clere i^erweilenden Kurfürsten, wol besonders durch Konrnd von Burgs- 
dorf und Otto von Schwerin, als die eiuflus&reichstcn, vertreten — aus all 
diesem (und kider ist e** dabei nicht wol möglich, anders als vermuthungs- 
weise das enti^e beide Eide Moment^ die perscmliche Anflicht des Kurftirsten, 
herau}; zu erkennen) geht dann die Riebtang der Politik hervor, welche man 
in Polen ebthielt, f^ue Polilikr die. wie man erkennen wird, von Anfaag an 
mit Mcherem T«ctr.^ da.:s Mögliche und Richtige ergrifl", und nU deren ge- 
echiefcter Vertreter Johann von Hoverbeck den Verlauf des InterregnumF. 
zu einem üicht eelntanten, a1)er immerhiti befichteuewenhen Erfolg Hir die 
St-ellung Beicea Fürsten der Kroue Polen gegenüber nusbentete. 



"1 Sleho hierüber ilio Nute cu Üer ReUilon Hovcrbeck's ilat. 27. Norbr. WiH. 



Eiolaitiuig. 

rnniitttlbnrtr nori erkeanbarer scheint uus ein StüRk (kr per&otillcheti 
Politik dcÄ KurfUrsteu in dein VerholUTi zu dL-ra Einpörung der Zapomgi- 
Kcbpn Kosaken pt'gt'n dtf |ttdui--('hi' JTeirsL'hafc vorKuIicgt*». Xocb in den 
kutfD Tngen Vbtlisljiv'ü IV. war <Uetoa Ungluok über Polfn temng^'bro- 
chen; mit den aufstäudf scheu KQ^akeii Tfreiiiig^eu i^icb dauii die wildcii 
Ht*rdt'tt d*'--' Tnlurc'iifliim's , y.u diesem i^ngriff kam die Ertediipmjg dt* 
TLniri.-;, der Mfwigo] einlicitlir'hi'r Führung, drc Stivii dfr Thivmpratrudf-nteii 
Dßd ihnr Y'ATteicii\ wu\ ooch nie hatte der poluibchc .Staut dem Verdorbpn 
^o nahe gehiandeu, nuch nie waren ^.eiiie innereTi Scbwarhcn so völlig ewt- 
hülU w'ordt^n als jetzt' '). Man erkennt au« d«™« vorliegt-nden Acten zicin- 
liub dentlif-h, wie, .\rigcnich[s dicker rei'liultui^f-e , .di-r Knl•f^i^h^ fn liir au- 
gc£figt hieli, Tiiit eioer euergischeu Actiou idcbt nnr deDb Uebul webr^'n zu 
bvtfeii, soudeni auch dies in einer Wvhi' zu tbun, die für das Wachstum 
cini-s A».*eho?l^ möf^lielitit frirdrrlifh wart'. Hartr «t bei d<'ci Verbandlun- 
Pii (iljfT die Königsuahl Uelegeubeit, sieb den Uftcbiualigi-n König jMbiiun 
(.'a>imir wirksam zm verbinden, so war die Gelfgeiibt-tt nutdi gilu&tiger, 
dnrcli ein starkes Kingreifen zu Gunsten der liedrJiugten Republik, weit 
himiut« über das enge Maa^s der Leheusverpfliebtnng . seine f^telbjiig m 
liiewem Staate ani? der Sphäre des TerjjfliehtetLn Lebiifmaiines tu die eines 
mächtigen büfreielien Frenndcf und Verbündeten zu erheben. Die »,eeultiin 
equite^! armati", zn deueo der Kurfür^it von Leheoe wegen verpflichtet war, 
konnten dazu nicht gem'igen; es iat von Interesse, die K^-uiübuiiBfen zu ver- 
folgen, -w-elrbf der Kurfürst maehte, um trotz der bedrängten Lage^ worin 
*r *ich ntjcb immer au allen audercn I'uiikten Ix-ftind, liier in möglich an- 
»eLiilieh^ter Weite Bufzutreten und uebeu der yiehenjng seiuea t-igenpn 
preusdit'cliea Gebiets In den Verlauf der Dinge am Dniepr und Bug mit 
drr Mjtriir ilfutÄchr-ji FufsvotkH einzugreifen, welchem bei der fa.-<t ganz 
auf die Reiterei gestellten Be!*eballVuheit der polnit^chen Armeen nothwendig 
«ne nicht anbodeutende Kolle zufalleu masrite. Wir haben es daher für 
;i[ . 11 gehalten, das Thatsttebliehe dieses Versuchs and namentlich die 

I . ilti'liP' O'^f-chieblr der Huwaldischeri Weriinng, so weit dies die 

rorhaiideneu Acten getttutteti, ans Lieht xu stellen, und ilirs um so mehr, 
je Tollatandiger bicr, wie non^t, das Stillschweigen ist, welches die polni- 
flehen Geschieh tt=>chreiber über die Tbeilnahnie dcntscher Truppen an deu 
tlUnpfen der |ioliiisehe» Kepublik be«jb«chtcn ' *). Der Versuch des Knr- 
Urvttin ^rbeiterte neben anderem hauptsächlich an den Widerstand des 
lirvQEiNiHeheu ProviucialgeLstce gegen dit^ uhne die Zuntiinnjuug der Stünde 
beschloRKeue nud trutz den verKteckten l'ontremiut'u derKeginient*'rätbe vcr- 



'') CKiirakCiriHtiaeli, nameiilUdi ItQ Vergleich mit dem gönnt flblich«n Toiiu |iLit- 
nucKer Ktrirhfttujjc i{cg<.'ii UruiiJenÜiurij', itt iliLe Si.-lirtLli«n il«» Trirnns U<eg-Eii, de« Erz- 
biaobnE* Lubunaki von Gueucn, uil den Kurfürsten (tat. B.Juni tiuil hcsoridcra dne 
itnioittelbar unter dam Eindruck der gri>M«n Ntederlago von Piluwioe (23. g«i»tl>rO 
•■ di« pnufrsiichcn Oberrlktho g«richtvic vom 1. Octobor 1643 

"; CngetiUgend i«t Aticb diu Darstcltnng, dto Btukr, hrandenb.-pri'usa, Krt?g9- 
vttrfufUltjj' Bur %fit Friedrich '\Vi1b'^[m''H rk» gror^svii KurfUrtlrn 1. p. 155 IT. naicfa tl«n 
ra|>l«r«n Künig's Qb«r diewi Werbung gegobvn bat. 



suchte Mafwsregel. Der Verlauf ftt^lk sich schon hier ziemlich erketitib»r 
henin^; die Acten der Landtage werileii auch f'fir «iii^spii Vorffnng jeden- 
falls noch maiinit'lifacL crlaiittTiMlc^ D<^Cdi! Uicteii. 

Eiuigcr ciiiltiteiideii bemwrkiiugen Uedarf die Aug'clcg'cnhcit der 

reua^i»chen ScezÖllq, welche mehrere Jährt hindurch die wtcliügste 

!ftr KwiKcheH Polen uud pI•l•lls^e^l i^ehweheiidfii Fragen war imd mif di** 

sifh eine hetrüchtlifhe AiiäiiIiI der hier in it|5'fih eilten Acten-itufke beziehe«. 

s mtt|r 211111 VerytäiidniäK dieser Dinge gcstAltet setu, zunächst etwas weiter 

rwckÄUgreifen. 

Dnrrh .«eiup glückliehoit Kriejfe ge^en Polcii halte Schwedün nich nach 
Tiiid niieh iu den Bi-aht der Michti^^sieu Punkte lliiijjs der Ünfsceküstr jj<;- 
sctzt; von Li\däud ttusg^ehoad vviir Giistnv Aduif dann irfleh der prenseisrh- 
polnischcM Küste vorg-edrungtn, iui Jahr 1626 nahm er I'illnu weg, ,den 
Eingang nftfh KfmigI^beI■g und !u du« fri;^che UulTy ^Icuih darnuf erfolgt« 
die Eroberung von Brttuupberg, Frauetiburg, Elbing, MjU'icnbut-g, IUft^chau; 
mit AuiiUfthiixe von Danzig wfir liie gunze |^re^l^^^isehe Küste tou .Memel bis 
>ii die pommer-^che Grenze in der Hau*! der 8ehwedeii, und Dauzig wurde, 

enn gleich nicht erobert, doch /.n I^ande von T*irsehaa her, nie See durch 

die fchwedische Flotte im Suharh gtdiidten. Kr w»r da.>< zweit* Olted in 

Icr Kette, die daiui sieh niit dtMi ITiifen von Pomtueru und Meekelribnrg 

ihloss ond die schwedische Beherrschung der Os-tsee Tolleudetc. 

Die inilitsuil^elKi Wiehtigkeit dit-'ser Positirjuen in dem Kampf gegen 
Polen liegt auf ili?r H/iiid; inrleiis trat zu dem strategischen zugleich 
uoeh ein Inreroii.-ie anderer uieht geringerer x\rt, dar- finmiKiflle. Die 

kfen voll Alemel , Pitlau, Elbing, Daiizig waren tlie Thore, doreh welche 

'r llandel der Or^twee neinen Elngaug uahni nach Preu&sen und uaeh Po- 
len: snlmld die Schweden ilie^er Kiis^te Herren waren, hatten .sie sich beeilt, 
an alleu diesen Punkten lUe eintrüglichen SeeBöHe mit Beschlag zu belegen 
uud die alten Taxen nach üutbefindeu zu erhöhen; sie feetaten sich dttinit 
in Besitz einer fortlaufenden Kiniiahine, %velche die Kusteu des Kriegs und 
der Occupation wesentlich erleieliterte . ^i'eiin nicht deckte; der Zi>ll von 
Pillau ljrai;-hte nach UutttHv Adolfe eigener Angabe [IlilittJ bei den erhöhten 

iliwedi&eheu Zollsätzen jährlich 500,000 Uth. eiUf also nngefälir ebenHo- 

i], als tim dieselbe Zeit dein König von Dänemark der .SiiuüäoJI ab- 

wnrf'*); nimmt man ausser Memel numentlieh noeli die hohen Zölle liinzu^ 

welche die schwedieehen Waehtschiffc auf (icr Rhede vor Daiuig erhoben, 

wird die Augabe einer jährlichen EiuEmhme von einer Milliün Rth, nicht 

ibertricben erriclieinen ' *). Dieser Krieg also nährte sich selbst durch die 

hm 

^^B '*) Geijar G^dobiabte SubwodsD» IU, p. 15^; vur^lichi^n mit der scbwcduohQo 

^IptelatiDn übci du Königreich D&nciniirk", cbcnd. p. ^40. 

^? ") Bo oin polniachür L»udboltf uuf cl^to Reichstfig v»n 1637 bei Lengnicb VI, 

p 1Ü9; die drei MlElioaen, vun denen pt sprithl, aitid »AtUrlic]! pobnaclie Gnldun, 
«Ibo HvfA eine UiUicD Btb* Diu Hl>he dieser iiSahlea, welche di« der aacU Absiig 
der Kcbwcdeii in jenen Häfen gewaünenen Bin nahmen wtit überHchrciLat, wird glmiti- 
iich und «rklürlich duroh diu NHchricblän von däu cnormcti ZollattUen , womit die 
Acbwedi$cbca Kinnebaier den bAlti^cbeo Haadel be^cbwcrtou; iu der unCüu [not, 6\)] 






■ Wfl 




üinleitäng. 



1i 



Ämbfatuug des baltisohen Handels; als QnstaT Adolf im Aufang des Jahre« 
|fi2i* tDtAchiotJiJen war, den Kn+"g in d*!r Deft-usive in Prt'usspn wdterxu- 
[ijlirrn «nd £ligli-icb vcin Poiunirrn Kcr ijfl'r?iir!iv gojji'ii litni Kaij^er ^orzug^hcu, 
»eute er eben die.s den liedeuklichkL'ttrii ■Oxpiit'tji'nia's enigc^n: die MiUel 
rn «nr^Bi Dcfcnsivkrif^pr in ProiK-ifen wiirdt-n nirlit fclilfn, .wr-nn fuirlefs der 
Wl iii iMIlau sein ü^/wir tbul* ' '). 

luiless erfolg'ttr niu 16. Seprcmbt'r 1629 der set!liHJahn|fL' W'tifl'enst-ill^tJind 
iwi^ciw-Q iScbwedcu und Piileii. Mcmel, rillaii. Klbiug blieben in der Hand 
dw Äcliweilen; wegen der Zolle voti Danüig war iiichts ausdrücklich ftipn- 
■leo; die lü^tadt traf :?cbHeRelieh ehien Si^iiamtverg-Ieicli mit den 
I (i (28. Febr. Hl^iO), tu Folge desspii von den öi Prncetit, die umu 
»OD üllen i'iri' und iiii.*gt^beadeti Waaren erhob, 31 Jenen und 2 der Slftdt 
I>uiziK «uftelen, mit dem ausdrückliehen Beding, fU^^ flie i!?chwcdcti in 
PilUu fint'ü gleich hohen Zoll nehmen sollten, nm nicht dnreh einen rde- 
drijErwii Öftiz drn Handel von DAnzig hinvrff: nireli jenem IlnlV-i] zu 
tielien ' • ). 

Giwtav AdüJf hatte es auf diese Weise TeimoehL, die Offensive in 
'' ' liind mit dem Ft-';;tbulten der preiLSt^isehen &istenpl«t.ze, mit. dem 

^ u-a der rciebfn Kinnahmeu ab.s dpu preussipeltn SeezöUen zu vor- 
*iiüg«ti. Nach «einem Tode steMtivu pich m«^br und mehr die Sehwierigkei- 
fm rlfs zwiefttelifn KnVgsstandes, in Preussen und Polen, und in Oeutwch- 
lui'l hertius. Die Ufstimmung des Waffetistillstflnd« von lÖÜM, da?^s ttUe 
Zolle wieder ia den Stand gti^etzt werden sollten, wie vor dem Kri^^ge''), 
»BT keouders aU etue Ccmniveuz gegen die befreuudeleri liuiidelismaehte, 
Akderlandt: und KngUud, voü deu Schweden zugelassen wurden»'); aber 
di*!-™ Zweck ttud der Eriuuthignj)g der fremden Kaufleute zur Fahrt n&ch 
Dwiiig liud Kötiiguberg genügt« die Anfuahme des Artikels in da« oflicielle 



w erwlihiionden iDalrnction für Horurbcck winl angegeben, das« difftelben ,, durch 
wh^bitng d*r lai« *a] 3l>j 40, jii 50 und ein mehrcrs pro cuut gcDOmmuD hAtlen", 
E^tUadbal mird darauf hiDgewiexen, wie diese enorme Erpn!S9un({ eben nur den 
fiehtttden 0)>{>glich wu:, weil sie die ginze Küiite inne hAticn , ivßlirend die DACbfol- 
ftnirti >'aizni»sor von dem BedeobcD eiugo»cbrllnkt wetdcn muKBien. durch allzu 
Wi« Züüv den Hand«! von ihrem Hafon nbpuacbreck:«« nnd dum bcimcbbutten bu- 
nAUtita. 

'*] üeljtr a. ■. O. — Büxctohnend ist aucli , was der brjindeiiburgijclie lieti- 
«■t io Stockholm, A dol f Friedrich Bchleser, scbreibt: ,,ii]bil iat (in Bcliwe- 
itn) d«r Gewohnheit, aocb wol *twM obne Mittß] an »«fangen, wie dann dur ReichB- 
Uihxn d« I» Garde anao 1G35 poben der Äim^e nicht mehr aU 6000 Thaler Kupfer- 
{Hl] («eiu I^IX) Bth.) mit sich nitcb PrcbSäCn überhracbt." (Relation vom 1. Marx 
^1.) lüdcas vergl, dazu Oeijer lII. p. ^d. 

'*} LengnicU V. DöCüm. p, 172 IT. 

"! Freilich mit der zweideutigen Wendung: omniA manennt in boo «tatu, 
pm ani« hoc bclltiin fnerant, Art, Ifi, cbend- p. 167- 

'*} Ebenso frio dann in dem Wnfi'esAiillfltniiid voo 163h; in Beiug iiuf diesen 
t« b«ld darauf dioScbwedeo selbfrl aoadrilivklicb; „cum id c-apnt magia proplt:r 
qoUD propCer Su«»ciHc- cnmmoda pactia inaertiim foret." Pnfeiidorf de reh. 

IX. 86. 



1 Q I. FreuBsen und Po1«d. 

I>ocnmeiit; alle Bestiiumnngftn cliüserArL büebeii aöT dem PÄpkr, die Pfoscif 
war die Fortdauer d*r hnhi'ii Zölle, Abor von dec Betheiligten wurde e« 
|liiit t^chw^rem ITuwilleo ennifiiiidfii » *), urnl Chriwtinu IV- von RfinfTnark 
[«geht« die Vertrags widrigt HöUl' der jirtiiih.sEh'ch- s^cbwrdisfibeii Zölle ausÄU- 
l'beiiWn, um die Niedorläiid^T, dir Knjrländcr, d'w. Ham^e^tädia gegen Schwe- 
'"den iu ßvweguug zu bringen'"). Eutkielt. iiWr auch dieji' lui «ich iiufh 
kdüe dringende ÜelsLr, sn kam der üU(fl'i<--kIiehe Verlanf dfs Krifg**5 in 
Deutschland entscheidend hinzu; 16M erfulg-re die .-chwere Niederln^ van 
Nordiinjfen, imd ihre Wirkung war der Prager Friede (1*>35), der Schwe- 
den mit i'inoin Male fast aller Btinor deiitöelieu ltuiide:^g:cnos.«en btTanhle; 
zu dem iiie dn^heüie Ilaltnn;,' Dänemai'ks, der bevorstehende Ablauf des 
flcchf-j ährige 11 VVaffL-nstilljitftndes mit Fuleu, der eheu jetzt dui'ch maii- 
rheriei ralainitäteri hesoüderi^ dringende I^uth-taiid \a Sehweden selbst — 
die ^chwedische Politik kam z« dem sehwcrfu Entstihlu-f, Freu»^son aufzu- 
geben; tinter frtiti/.6>^i^eher, uiedcrländ]>eher, euglii-eher und brandenbiirgt- 
scher \'ernilt(hm^'' ward zu Sfuiüsdni'f der WoffenstiH^tund mit Polen 
26 Juhre erneuert (1^. tsepibr. 1635J; seiiit Bedingung wur, «lüireud we~1 
nigstens in LJviaiid der beidcrseiiige Besitzstand beibehalten wurde, die 
Riidnmng iiller Platte in Preuäfst-n vnn Seiten der Schweden «ad damit das 
Atilgeben dt-r iSeezölle; in einem MyiueJit, der für Schweden leicht der gc- 
nihriiehste >cit Iloginn des Krieges war, mUBSte es j-ich bequemen, eine 
Feiner enträglk-bsU^u Einufthmeqm'lkü ohne Ersatz dahin zu geben. 

Wa(^ fiierftuf weiter geschnh, führt uns zu Preusseti und VoUn eurück. 
Kb<"n!^o wie der Waflen.-;tillstiind Ton 1629 ejithielt uucIj der von lß3ö dip 
Bestimmung, dans alle Zölle auf den Sto.nd, wie vi»r dem Kriege, zu redu-, 
cireü seien ^ und ebenso wie damals dachte man uk'bt darnii, 8ie wirkUc 
in Ausführung zu bringen. FtLUt ein Jiihraelint hindiii'ch waren die Er-' 
tröge d&r preusj-i-chen Ilafenzöllf dero fremden Eriib*'rer zu Gut* gekom- 
men; der HrtJide) butte die höheren ForiUTungeü , die üiau im Vergleich 
zu früheren Zeilen jetzt dort stellte, doch ertrogen und durum keine.siwegs 
weine Rieluimg verändert; fast ohne UuttTbreelmcf,' Imtte die ganze -ichwe' 
dij^che Zeit hindurch der balti^ebe llniidvl rlm alten Weg mich Daazig, 
K.onigf.berg und den iibrigen Häfen au dieser Kiiste zu ofbrnen fortgefah' 
rcn. KoUtB man nun, nach dem Aufhören der schwedischen Oeeuiiiitiim, 
wirklich [iitch dem Wurtlniite des Vertrags äu dem ulti'ii ,Pfundzo)l* und 
den viThältni^smüsiiig geringen KHifbnngen ziiriickkehreii , mit denen man 
Pich vor dem begnügt hatte? E^ lag auf der Hand, das» damit der we- 
sentUehrtte Vortheil de^ neu^' sicherten Friedeusritundes wiederum den Frem- 
den, den englischen, ruederlandi>clH'n etc. KauHeuten zugefallen uäre; «n 
war nichts natürlicher, als da^ö dir eigentlichyn Jlcrren dieser lliifeu, nun 
in ihren Besitz wieder eiugecetat, die VortbeEle fiir sich zu behalten und 

C'**) — — HulUnd'ii» JiividU vectignlium Korueekoruin ßagrantea. I*iifon(lorr 
ibid. V. 107. 4d a. 16-13, 
**) OdtioBn TcctigaUum Borasaictimni imaylne, quae taatopero Ipaum fDanum] 
luocdcbaut, AagUr üutuvi, Hanaüiilioi «timulabdulDr. Furtiikdorf ibid. V. 111- 



13 



I 



8cbwedpn zu Tbeü 



onien 




I 



EU benvurn ^trcbwn. »■«•Irhe bis dahin 
warrn 

Cd«! in der Tliat ^t'hen wir au^Dblicklich tiipfr Bemubuitgou hfiror- 
tnten -^ nar dm^b ilie eigcnthtimiicliieii Besitz- und H('rr^chuR.^verhdItnUäP, 
»ie iie liier alivalu>icn, zo den maniuohfaltig^»<ieu Venrick flutigen Anla&i 
gabeu. Vur allem i^t hier das TerlialmL«^ Polens tat Ste zu den Fragen 
fter aoantimcri Politik zo beachicn. 

* Seitdem die llftnjWik Poka ilifr gross«u Erfolg»^ gegen die Orden-- 
lMl4fr ^ruußion, trug dif battitche Kü^^tt» von der Düiia Uh zur Wr>irb?ol, 
TOB Rigs hh I>ttiu:i^ unter veräoLieiloueu Fonufii den Titel des t*"^'''''^i'l>^i>' 
»apremuiu dominium — eiue Ku^te, die töUl^ fcefiifuct ^chit-1l, der ^taxkeu 
Macht INden» aucb norh eine maritime Bedi-Dtuug liinzuxufiigrn. dti- Rejm- 
blik »1 einer Seemacht eu frineheu. wilcber ein geirit^hiiges Wuri tu dem 
Kampfe um dn.-^^.domiuiuia luari^: lialtici* zufiel, Denn^u-li pej^rhah ilies 
nichi ; PoIpd trhob jich nie zu dem Hange einer Seeniorhi , und die Ilerr- 
>«>haft über dir Ordeu.«]andf' wunir? für diesen StAat kleines vref^« der ent- 

:bejd«nde Schfitl au die Ont-^ee, wie ihu tiachma]^ Busj<Und unter Prter 
II Gro--'><fU that; Pok-u nur und blich eine auNschlie^^^Ürh l>iaueulAn<Ü-cbr 
«acht 

E> ist ufeht die Saebe diet^i-r eiuleileuden Bciuerknuj^eu, die Griindr 

ieaer Kr^elletImnf; zn erörtern. £>>en[«o ric Poten au der Oslfl*e nur in- 
»^ I h das Mii(ir| und uneh dem Maas-^e des piiten Willen^ der lan- 

*• _ u d>?utM'hfu Küt^rniiitadlt' eiueu »■t'lir reducirli-ii Eiiiflu>;s bfr^HSS, 

ebenso batti^ es anch im Süden die Killte dei^ jichv^arteii Merres sich zu 
eigen zo maeh'^n ver^Äimit und d^ri frleicbfaUi^ aud^-n-n Maebten das Feld 
ubrrla^«eu; luttu ÖimUt ck irnl tu drr /.eit. von weleber wir fpreeben, in 
Polt-n selbst IwreitK a]-- eine verbreiti'te Ufberzeupimp, dfts^ di«* (ranze Sn- 
Ujre de?i p<j(ui»cheu Staatswesen? unvereinbar *:ei uiii vitivr maritimen Eni- 
vickeluug; zwei l)iu|re. bekennt eine pvtui^cbe Flupsebrift dieser Zeit, siod 

ij*rer Xatimi unbi-knuiit, dit* tilädti^*chen (VrtlnunjpTu und da^ Se«'wespu^ 
der Verfa»i'r bfkiuujift «--< ul.- eint* dfin nationalen Gti.'l widerslre- 
btibde Chlmaire, wenn man den Ver)<ocb maeben wolle, diefietu Staate die 
RjcbtOD^ auf die i<ei' zu g^rben''). Und gewiss int es nicbt srhwer, die 
UDVfitrit^lii-likL'it dieM*r Adel?ftri:>lüliratie mit einer ^steipertt*u Kntwiek«?- 
loDg des Seewesens zu vernreben; die alte ßemerkun^r von der »utiaristo- 
kntis«heti Tendenz, welche die Jlicbcung auf die See den Staaten und Völ- 
kern zu veric'Jben liflege, bestätigt sich unter den ejgenthüm liehen VtriiÄlt- 
fliiuteu Polen* in fjiier in-ni-n Wemiung; es sind munnichfacbe Versuche 
gemacht w^nb-u, j*-uen Bhuu tvi brecheu, eine Kelhstitudige iiolniäche See- 
macht zu begnindeu; übcTsiebt man diefie. allerdiiigö durchweg fast dilet- 
UuitUcb zu neniieadeu und uügluckUcbeii, ^tnltlnre, wie $ie unter Sigit^mund 
AttgQiiC, Sigismuud Ul , Vbulisbiv IV- hervurtruten. so wird mau bemerken, 



*''.' B. ili« unt«ti [not. 34 ) angi-nibiip po!ni»c}i« Flugvcbrift. Eq mneh Ra- 
t4airiki bUt l'ubm. p.b. Polonis non multam de p&BMMlane littomm maria toUi- 
dtft, Aciu»emiigcn ibtilicfaen Sinn» bin und wieder auf [»olniflcbeD Belobttagvii 
Utats Zrtl. 



daßs sie immer Kusanimentreffeu mit dem aotorischen and ebenso erfolg- 
loien Streben dieser KöaEge, — zumeist ini Bunde mit Oestreich — dfts 
ahsolntp Köiiigthtim aiif Kosten drr iiberwucheruden aristokratischen LibertAt 
2u erhehfii: die Gründung einer Seemacht ist in Pole» die Sache 
and das IntcreeEc der Monarchie'^):; sie stand und Gel mit dem 
Versathi!, dem in fast ganz Europa Kicj^rcichen fiirjJth'chen AbsolatismnB 
Biioh in I'oleu den Sieg über die Ätiindi.s<:he Entwickelunj; zu erringen, 

Notili einen Anlnsis mehi'j die See nicht aius dem Aujare zu lassen, 
brachten die Ktiitlge ans dem Hause Wasa (i^i^niund III. 1587) durch 
Uiren Anaprnch anf die Krone Sehweden mit sich; der Kampf um die Krone 
mit deji protest-an tischen Vettern in Schweden waf nicht zu Ende sin Iirin- 
gfh , wenn man ihnen nicht scblieHslich auch zur See entgegentreten und 
liLer die See Tolgeu konnte. So ^taiid und fiel auf der andern Seite der 
Plan einer pnlnisehen Marijie mit der TPechselnden Wfihracliemlichiteit eine« 
'tinstigen Erfolges gegen Schweden. 

Wie grus^ auch die .Sehwieriglieäten waren, die ila« Unti-rnehnien bot, 
so schien es doch im Fall des Gelingens, zu TJel zu versprechen, ale da^ii 
der Bnieriiehmende Vladislav IV, zu den vielfältigen Trojecten. mit dcuen 
er f«]eh kh verschiedenen Zeiten trug, niflit aitph dieses hätte fugen sollen; 
nnd wenn gleich diese Eutwürfe volli^läiidig sclieiterten, so haJien vrir doch 
hier kurz auf dieselben einzugehen, imi dnti Verhultnis* Preu.sjüen» nnd na- 
mentlicb des herssogliehcn vor dem Regiernngsaulria Friedricli Wilhclra's 
zu denselben zn oharakterlf-ireu, 

Nneb ilem Stum^durfyr Wiiireiistill>tünd fuhr zdiiächst Danzig fort, die 
neuen Sfczöllc in der Weise, wie es dieselben seit IGSü mit den Schwedeji 
getheiU hatte. weiUn-zuerUeben ; in ähnlicher Weise ri^^htete sich Kurfürst 
Georg Wilhelm in Memi-l und Pillau ein, dessen voji Gu^iav Adolf ange- , 
legte Befestigungen er den Sehwedt-n bei ihrem Abzüge mit 10,000 Rtb. 
hiittt abkaufen müsae]), oad wo bereits IGM eine neue Liceutkammer er- 
richtet nnd liehen denv alten PfuiidKoll ehi neues ^Lastgeld* von angeblich 
vier vuiti Iliitiili^rt erhoben wurde. Es .«ehien, als solle es den dcnttfchen 
Vusallenslauten glücken, idMn die Frucht des schwediBcben Itiickziigs vü 
gonicfls^en. 

Aber bereits war auch König Vladisiav in voller Thätigkeit, um die 
(Jelegridieit in >ieiiien] Sinne ansiubetitenH Und nicht er allein; die Frage 
der pi'fii>!siflchen Setzölle vt^rknüpft sieh hier mit den weitreichendsten po- 
litisehen Combinationen. Man erinnert sich, dnss da^; Jahr des Sturnsdorfer 
WaffeuKtilts^nudes auch das des Prager Friedens war; ein Jahr voll der 
verheissendsten Erfolge für die östreiehische Politik, die von hier an wieder 



**) Ee febh «uch hioi niktit au Andeutungen einer dumit in Verbindung Ate- 
hendeu Bcgünatigong des [JrittGo Sinn«]««; daa ElemeuC des dritten Stacdcs bilden 
in PoUd die Juden ^ &U VUdislttV IV. lü^d djü nnlen zu «rwUbncndtn Mnuaiircgeln 
in UtinieinaChBfL mit Kurfürst Qcor;^ Wilhelm tra.!*, bedang er oäar vcrlangto wenig;' 
■tons iLaageddhnlB UcgUnstigungeii für die polnifcbcn und lUtauiflciieu Juden. [Schrei- 
ben de» KCnigs iin de^n KarnirsLea dat, Vilaa« 9. März lGä9. Königdl)- Arcb. Bchr. 
5. L'9. 96.) 



Einlaitnaf. 



15 



oatbifcr begann. Ihre Ftiden nach nllra Seilen hiii ausziileg'etii. Von die^oti 
rriebw einer ant-h nach Pijlen. Beretfji 1*>36 gelaup; pk, trotz des Wider- 
tin)*n% i\vr (jcilni-iclicn Uroas»>D iiinl der fmiizii^isclien Diplomatie. A'"lä- 
dbiftT rV". fiii" üiuc vt'rvvainitäcliQftliclH' VoHiiudiing der Hauispr Wa-ia und 
Bibbiirif zn gowinin-n; im folg'enderi Jftlire fand die Vermfilnng des Kö- 
nigs mit il^r Erzheraujrin f 'liciliii Reniiui, einer ToebtiT Kaiser Ferdinfuid's II., 
Sta«. Eine Heirat, wk' jedüruiunii crliftunte, von evenhiell grosser politi- 
iclier Wirlitigkoit. ^ie hedtiit^te nichts nn<kTM, aU dass Ocstreleh, neben 
der wiohli^eii liuude&gcaosj^eiiscLuCt Puiens in dei- Fianko der g'csajnuiten 
»cliir«iific.hpn Positionen im Keleh , vorzugsweise luittots dieses Bundesge- 
Hostpii wiedt^r rjiien Fnss; an der 0«t8ee' /.n frt-'"'i"iieu linlTte — eine niili- 
tkriwli-politiscrlie I'w-itiiHi, uline welche eine ^edeiblielic Etitrieheidnng gegen 
SflnTpiicn tnehr und mehr sich als nnansfiihrbar herunüKtcllte *'). An df-r 
Oil/*e — da--- biVss in den preussi^chen Hiifeu; w»h l(i2Ü in Meckelnhurj!f 
mid I'oiiinieni dnn'li Wakiwreiii sctiMn bidb vollt'udet norden war, das nahm 
tum jcizT in den unrdlichrn, von Sidiwcdrn aufycf^'-ebprif-n ITJifeiJ srieder auf; 
soirir [MO schon lO^ll in Dauzitc eine Ucherrumpelung durch kaiserlithe 
Tm|i(iro befürchtet hatte**), so bort man jetzt wol von einem Plfwie Oest- 
ttivh, ihnii Kurfiir-itL-n von Briindenliurg den ITufeii von Meniel abznkau- 
fcu'*). Aber d*^r wiebii^^slo Schritt luif dicsi-m Wf-j^c war die VerUndnuji: 
nü (ifui Kärn"gp von Polen. 

In dieser Z^^jt «tnainirti", wie abhohl aucli immer der Reichstag sich 
iFig^ii mnc-bti», un dem Hofe Vladi&lav's der ostrejehiiiche ELnflns?. Man 
ii«iuii die ||;Tö.^Len Din^e m Aufsicht; die iircupKiHehcn Hnfeuzülle sowul 
ii'ii iJoiixig. wie in dem herzoglichen Frenssen yolltcu krafr konijplichcn 
fifchtfR in ticHitx gcnnitinieu, durch nie eine Flotte gejcriindct und unter- 
(iiiEfD, durch diese int Öiiude mit Ocstrt'il-h «Scliwfilen wiodcrgi-wonncn, 
•^ii «lic ^tj rriangtc Macht iho' imlmschc Adel iiiediM'geworfcn, ilic Krh- 
fidikeU der Krone begründet werden«*). Bereits war ein Anfang genian^ht; 
tiit« kleine pühiis^cbc Flotte war Ansg^rnstct worden, ijic ihre Station Daozig 
Ip^Ks-nüber im PutÄtgtr Wiek naiim; xn ihrerti Si-biitze ward dort im dtr 
Killte fin Fort, l'ladi&laväburg, cirichtct, va war der erste Ansatz dazu, 
D«uiigH durch illokade Herr zu wenlen'^). Der uiuHnssreichtite Rnthgober 
tl« RönlgH in dieKcr Zfit war der Woiwode von Sendomir niul nachmalige 
Cnultrr Georg OsHoliiiski, derselbe, der die ÖatreJehische Hoirnt vor- 



") Pafcndorf d« reh. Suec. IX. 80 cUirt ein üatfeieliiBcbe» Flugblatt, worin 
I Aei ftUfgavproehTn wird: ^noindiu septeutrio in eo, in quo iam Tereatur, cardiD« 
[■■tubit, n«c iIoidd» Auatriacau hoat«» cTerli, nee UDiTerflalis MoDarchia.' Eccleaijifl 
I CttboUcM totiqac Orbi aaltibemma fnmluri ppleril. 

") L«»gnuii V. p.aaö. 

") Pq fe&ilorf a. ft. O. Vergl. ftnch die Instmetjon für Dohrzonaki a.n Karl 
av Ton fichweiien daL 4. Jnu. 165ß toi Pufend Frlä. WÜh. V. *>. p. 347, wo 
^Knrfdrst du Gleiche von Pillmu bcliaupt^t; aber ücvrg Wilbelm obltilam 
RBJoo portn PilUrionsi totsm Sdesiam repudiagse. 

n Pnfcndorf «. *, O. 

**j Plftsecias chronicon p> 494. Lengnich TJ. p. 99. 



T. FrtuiMii und Polen 



züpHch befürwortet hatte, der aIs der Hauptgöiiner der östreichUchen Po- 
litik ttüi Hole fruit, licr eljeii in difst-r Zi-it lU-n Ki?it:-h8fiir:^tpnnt*l ton Kui-er 
Ferdiimiiii IH. anualim. Er wai- va, lUr dt-u Plan .der Flortengrümtuuii 
mit vorzüglic'hpui Eifer Ijetrieb; der gansse Plan aber hing an 4em Efwt-rt 
der Duiizi||?ier KeeÄÖlk', dtuieti daiiti dir iiriilereii hold folf^^en iiius^toii, In 
einer Flugschrift, welche Oririülitiski mhu W'i-fas.mT zu hahen Kclidut, tftT- 
dpH die A'orttieile frwogrei],, welche der R(?piih]ik Polen aua dem letweu 
Kriege mit Schweden erwachsen sudeü*'); vir (dli-ri der wicbtigate eröcbeint 
ihm ilii' (cleiehsara neu entdetkie hohe Ertnugsßiliigkeit der pn-ussii^chew 
SeuBotle; iiut die Krone I'oleii ?idi bis dfdiin inmit.r mit Stt-iieru begnügen 
mÜB^eu» dif nur zur Di'ckuug de^ augL-ubliekliehcu iJcdurftuäses au.sreicbtvni 
»io erwäfhfit ihr jetist hierin eine neue fortwährend Messende HilfsqueU^t 
^e* liBt (Justflvus, maxinji'j suo (."ommodo dir 8e«'ziilage tTn^t-rein Vaierlaftd 
eiitdeuketj id fut uerariuiu jierjteluum et jn'rernu'iu belli iiervum.'* Und iu*' 
Kifer wcxidet sich der Verfassei' gegen die vennefisenen Wrigtrungrn d«*" 
Dan^ij^er, der Krone ihr Recht auf diese Zölle zuaugestehtm: «Man s-ol» 
dasjenige, was unsere VLirl'tihren nuE ihrem Blut erwuj'beri. der KetvubH*^ 
auß den lliiuili-n reissrn':' Wanitn sollte incht avin classi-s ptTiiclua nff de' 
See, dttdiu-ch eiuein underii Oustavo die lüotirsio« in Poleu könnte f<>' 
weliret werden'' tmd die Provinz Preu^aen kö'uDfce hiedoj'ch desto beäaer fi*"""! 
(unni L't cün.staiift fortalitinm haben ..,..; .«miKteii, da aus selbiger claä*** 
niehts werden sollte, könnte It'ieht kommen, dass sieh die Stadt Daiizll^ 
teiüere et tumiile DLiminium Maris zncignen dürfTte* "). 

BcreitB u'iihrend der Ötuinsdorfer Verhandlungen hotte KünJg Vladisl» 
unter di-r Hand hei den Gesandten der venuittelnden Mäehti? angefrafft. oi 
die Erhebung eines billigeu königlieheii Zolls in den preut^sisehen Hafei 
fiir i'iiiif?c Jahre .zn dero Ergötzung vor die Entrathung Ihi-es KJmigreich^ 
Schweden" unf ISedeukliclikeiteu stusseii würde; der franzoBißche nnd eng" 
Usche Uetiandte hatten sich nicht unwillig gezeigt, nnr der holländisch? 



I 



*^) WftH l'Ür MatEun die Krön Polen von dem FrsuuisclieD Krieg 
mit dem GusIkto gutrageti — Kwidachril'lUclie deutsolic Ueberset*Hng der pol- 
ni»cli ge&chrieb€iicr Flu^^clirlfl, jni Künigsb. Arcli. (gebr. €. 40. 36). Dosa Osio« 
liii«ki dof VcrftLafturr Tvar, oder dafär gfihiilr<:u wurde, i;rgibt alcb thei]d gtia einer 
Notiz am llande der liartdächiift, Ibeilü aua einer Btell'ä uincr Qogänechrift, in wel- 
chtir Bp5ttiiißh nnf deo RHohsfiiriSLenatand d^a VerfiusQra angespielt wiid, D«r Zeit 
nach idt die Broschüre ocwo.» 3p]lE«r, ir&l aus dem Jnhr 1639, 

") Ein« Mjharfe Wldcrlegungficlirift im Sinno Danzigs i« die: Urolutio Pa- 
Tddoii, o^Bf Bedenken über oin&s PcHtici Bchreiben wegen Ooh 
preuBäiicben Kri*>gcs und der SeeaiülliG Kutzbarkei t. Hiicr lieiMt eS'» 
„Ui[id blicket der Uoclimadi dlcBcs Foliticj dataua tuctklkhoD bcrfür, änsa er sicli ein- 
bildet, Au Tid«ru clASsem Polonicam porpctuain tun^oKm firuiBsimum Praasmo forta- 
lititim in Occano tlnctuantem, ctiam toti muri jnra LinpoDeiiteti] ci Danoe iaxtii ac 
Succo» Beigas et AngloB disperni^ntcnu Be denket aber der gute ITorr daran niclil, 
duB. wann dis Polen acbAu barsten Hullten, würJiün sie doch ne umbram quldem der 
■eil reck lichou Arcaada, wcIcIiiq die Spanier A, ä8 snaatnm^ngDbrAcbt nnd doch cum 
immorLali duoma UiftpaniciLe iuftunia tu nidil wurden, lU Weg« bringen künnoii/^ 
iKOntgsb ArchO 



I 



Einluitung, 



f? 



bin* rifts \iTl«.iigi,*u ahgclvliiit.'»). Im Bccember ](j35 erschien darauf ein 
koBiglichi'!* Piiit-nl^ wuriü ühoe vorgiinj^pge ßefrüguiig der Inhaber dtr be- 
iwfli-ndcii liülVii lijc Krln/huiig eiucs 3« proeentigen Seezalts in Danzig, 
Pillau, Mciui'l, W'iudmi, Libau angesagt wurde*'). 

So kurzer Hand indes» w^r die Angelegenheit nicht zu erledigen; es 
(eiiirU' «ich, dax» dii' vei'w chic den örtigdti.ni lülerGs&en sieb dem Vortiabeu in 
ticn IVrg stellten. Vv'iis ?.unäeh:?t Pulen t:e!bj;t betrifft, so ist mich dfin 
ilHi^U'U Idi'bt pfsichllicli , dass das Unternehmen durt nur «ßbr getlieiltea 
Bcilttli Soden kouuUi; wül umgab d*-« König eine aus Mitgliedern de.-; ho- 
JicD Adels und nuä liuiicn Kronbeamten bestehende Partei^ weicht* weiüe 
Ptlnf miteritutüte; abi-r die gro^t^f Masse des Reieh.stagf! zeigte uuverhü- 
Ipu.wie wenig dtr pulnische Adel geneigt sei, die Republik in die Kreise 
ilcr Öatruiebischen Politik biueiiiziehen zu U&sen oder sie den Famlltomn- 
liifKSitiR dcB Königs diciittbar xu iniiehen; hier war fiir die Wün^^ehe des- 
wllipü, die tJchwedi&crhe Krone zu g*.-wituieii, nur ifcringe !:?)TQ|nitl(ie nu er- 
»irli-D, vr^lirf iid anderseits iJie im Hintergrund lauernden und wo] erratheneu 
Ptiiuf dtr Krbliebkeit der Krone und eine.s strafferen absuluton Regiments 
ii«i [Hihii^eheu Adel tin iitdner empfinrlUchf^tt-n Stelle tratVii. Einen U*^- 
tiehtfpunbt gab es v>tA, unter weleheiii die Ergrreifung der SeezöUe und das 
Vur^ht'ii gegen Dan/.ig üu diesem Behufe deti .Stauden pJaunibel gemat;lji 
»erden kanntv; in der Thal verfehlte die Aussieht Hiebt guuz ihr« Wir- 
knuff, ,dass, ohne zn i;ontribuiren, jederzeit baar Geld im Srhata sein 
■Ünlfl-ii^, und f!< wilrde wenig Müh*- goko.stet hüben, die Laudboten von 
M'ET^jiirieaHliehkelt und (Jerechtigkeit der Maassregel zu üburaeuge«, wenn 
« ^Uftgi', den grö8i^tüJi Tbell der bij-berigem UeichüeoutribntirmiMj üuf die 
Zullb.^t.i'n iler deatj<elu'ii IlauiJelsstüdte an der Kiiste uuauweisieu. Indess 
Inf eliL'ii dies keiueswi'g;; mit den Abijiehten des Köuigfi zujiaiiimen. Er 
HAT ilarrbnuH iiieht gt.'nieitjt, du<is dieHer Zuwaehs vun Einkünften, uuf wel- 
*t«it vT seiae eigenen Plane gründete, die anderen Abgaben überfliisäig 
«aein-n woKtf*; ub^rhiinpi ^erf'T'lgtf" er ii* dieser gfinztm Arigflegpnhett sicht- 
lich die TiMidetiÄ, die Mitwirknng des J^andUgs nav hu zu einem gewisseu 
I^dUc xuxuliuc^en, dJe weiteren Di^positioneu gingen unnilttelbar ttuä dein 
Kkhiaet d«> Kßntgü hervor. Auf dtna Relehstage voti lii3T wurde m, wenn 
gtclebt ttnter dem WiiUTüpruuh der jireuh^if-chen und littauischen l.audboteu, 
«ine ncichj-efHistitiitinn vnn zweifelhafter formeller KeehtHgiltigkeit t.ü Weg« 
l^^llfucht, wclehe dun Kcinig zur Krtn^bung &iu.Cfi neuen Seezolls in den 
prcussisfiitn Häfen ermächtigte; sie genügte aU formeller Anhalt zu wei- 
Wrmi Vnrgeiieti '*). 

Hi-i nll dem blieb der Widerstand, den die PlÄive des Königs in Polen 
■elbst fiLud>eu, «tu wol zu beachtendes Hinderniss. Mau etkvnut die Ton- 



") PeleT Bergmiun «u d'm QlerrAtlm dftt. Danülg ä. Jnti. 1Ü3IJ. ;KI>uigBb. 
Aitk ikbr. 6. 4». 36.) 

") IMt. VarsAvinp 10. Dücbr. IfiSd. (Königslj, Arcli.) 

*•) L*ingui«!i VI. p. 109 ff. 

") EtfBiidb». V. (t. IIa and der Protect des Wifinudeu von ?oiinudr«1Ie]i. Docum. 



H6. 



'. nv C««h. 'I Or, Kurnjr>ivu 



-18 



I. PrHUEwen imd Polen. 






:enz deaselhen «. a. aus fiuvr Flngsi.'lirtftf tlorew polnip*'lier Vfrfa&ser es 
uittcrtiinimt, im Siiiiie iler |ioliiin-liLii LUn^vtÜt ilit: Ufiiir-iiif^efahrlioliki-it iJt-r 
ib^ehM-pIjcrnleii Pmiti-cU' zu i-utlifjüeu ^ *). Mr tvü^t kein I.i*'driikcQ. iIr* 
:anze Idte tiuep aus iIpii Scea^illon itii jrrümieiulcn steliL'udrti ^«irarK nls 
itj vttu iibsoliJtiütischcii HiutJ'i'^ptlniiki'ji i-rtiillU' zn bezeichriL'ir, es sind 
Hiri) iVm^ _MiUo] iitnl ^^^■g■t• von jLTi.vliindisrhrii l'otcuIritt'H, die du wUsaluEu 
ngirri-ii und ilcijpii uiif^er FrvilK'it iu die Au^feii st-lieiiii-t.'" ; o^ ht (ur die 
Freiheit Polens weit ei^-lierer, wir verbleiben -bei den uHen Subsidlin der 
Poliorreii*, wäbri'iid üuw «It^r ErliüluiTi^ (Vr prfuni^isf'liPii Ilftfeiizoll'' piue 
Mefigi? öküriuud«L'lit-t' Nticlic.hoil*' für l*f>li'u (Tm Mi?Iit»i'ii i,uii.-iB,pii. 8ii tritt der 
eri'usser «urh mit Kntsidilt'dfidu'it für da« Rpi-lit Dauztgs du, »ii-h deu 
'AiiiüUlhiinKrij des Küiiigs zu w idcr.-setten ; mn'li dif deiitf^ßbr-n Städte tu 
Prfusucti lm^n.■ll Tlieil mi der pulmscju'u Lilifitat: -qiii jiarcit ttlicujie Mlwr- 
tnti, suum tuiHur; ^vclrdips uxioniii tm jrd\»i-iirr vuri Adel iiuter uns I'üleii 
ut' seiiiL' 8ü!ifl sich tidt Goldt.- uiöclit iilUnn-kfU lassL*ri;" j^ou'i>iri i*ti'liL deiu 
Kti]ii);e dftn »ujirt^umiu dtiitifitium ülit-r daK uii onsi^re Küi^tf]) stüHsetide Meer 
zn, ntier lumi wird litidon. ■dlu^^*. gleich w iti rh I^nitU' soleli Drjrniidiiin 
idc^Ju. uhsolut ist, jvltio ki.'iiiit! f^i Hind Kur .^rrH-urtSt iudeim- qt^ mh ^^'wi^wcii 
^hiiB uihI privilegiis inu.siL'lirifljeH, iiiflit nbsohitirni st-in.* Iiideiu ilcr Vcr- 
.M-SLT diirnuf dl■ill^J;t, vou dpu I'lünrn irt'snMi I)uu2j^' fthzitsii^lK'n imd ileiu 
deutsclifii K(fim;jit tin der Küslt^ den uiige^türiL-ii lii'!*iLÄ der See zu über- 
lassen, kommt (T sfhiir.sKliifb zu ciuer liczt-irlmcirdi-ii Weiidutip;: .reljcr dfts, 
iiaU-ii wir uudi vim Dutizig; uifln imserL- Sati.-stjiL-tioul' Wuii» wir un(*r- 
ilen Geldes beiiötLijrt't, strhit-kcn wir gerade ilahln, als xu zitier Scatullen, 
Zn doim-, wann wir dies** Stadt trmiz Jii t^tl^^?r(.■ Hiind«; bi^koitinioTi yolllt'ii. 
würd*; alHubuld t'lin:' frru^;«»-' W-rüudcj-uiitr au Wasx'ru ndt'r (irabt'ii mid 
Wallen rrfuiideii worden. I>icfln(i fnuss ich bekoiiueu, daps tiuHci*« 
Nation, gleich wie ihr dit atödti>^ch''ii OrdDiuij^en unbekaaut 
_ sein, aUo ist sie anch zti Ei'haltuuf^ der For tcrcssen, infton- 
^Hierlieit dor Sceiinrtcii ganz unürescliickl. Wir viel uuii; aber an 
^^Beiiselbi^fu gcdeji^^on, liut uiitt UuHtarubi jünjcnt ffekdjrt.^ 
^B DaA wirktiitiusto lIlDderniiiK, welchem rincr ispecih^^ch pniniNelu-ii mariti- 
^^nieii EiitB ickelujig in der On^t'^ee >\rh ■en[ir4';p:cii.fltelltp, laj; iiidcss iloeh in 
der selbständigen Miwht mul Stidlung litT dent-iclien K.üsii*iititiidte splbst 
und m der Eifcrsudit, womit sie über dieser wachten; wie iininniehfache 
Interessen auch sunst jfi^^on die Griiudinip einer |Kdtil&pheu FlrjUenmarbt 
I ^geri<?htet sein iiiocditen, uir^rendfi wareti riie allirkcr, alf* bi'i diesen halb un- 
^^bhäii^tgcn HaJvdetbire|Hibiikeii, welehe ihrer Uiiabhiing'i^keit oheu vürzu^H- 

j^V ■*) Bedenken «ineB Liebhaberei äoa V aterlandn. so er Beiöem 
r Freunde «ehriftlich ertbeüet, weg^aii Fundntion der 3ccj;(>]la, vr«tcbo 
durch eine Pertchoit iti der Kronen neutioh mit eineia Bührcibta 
cummeTi d i ret wgrden. — (iH'ic>9£(!ll.)g(! liaiKWJiriftlichff Ucbf rHetsung' 'der polnK 
sehen BroschQra: Zdanic Jcidiiego MHu'iiitiJi Ojcxymey L-tc. Die AbrHsaung fUlH in 
doi Jahr 1639. LKonigsb. Arch iüchr- K. 40. 3U i Andere t^inBcblRgbche Flugscbrif- 
Len 8n bei Leugnich VL p. 129 ff. L50> Oralatb Q>e«cbic1ite von Daoxig J|. 



det 

las., 

Liiab 

■bell 



p. £^8 ff. 



^ssmm 



Binteltunf^. 



19 



9fua dem Uiii:<(iuir]e verdankten, Jass sie gerade ftuf der tüeitc Tiir die pol- 
ttiichc Suprpttiali«' uuPiTc-H-Ijljiir wai-oii, von welcher ihnen der MaHit vcr- 
icibturlf Ktichihniü ZTirtü^?. Dk- SH'Uujig LlttUüigs — weicheB jbUt gleich 
mt: iit:Iljicuad)gi.'U Kopiil>lilc die begjanlngteti Agr-ntcn fast aller europiii> 
mJitq Hau}lttJliirhtl^ iu rieiiic-'U Mau'erri Uehcrber^tc — magst« vod dem Au- 
geollick an eiiii' viillig anden- wurden, wo fiiie uiaclitige poItus<?he Flotte 
dfr Allel fthtrrftcliafi lit-r dttiiigcljeii und H.-iiwi-diftChen Marine iti i^ijiücn Gc- 
rmvn (.'in Eude uiuphte. 

Wir ülifffTcdicn hifT die Einzt-lhcitPii des jahrelangta Swcites, welchen 
Dmiiig »Uvr die Fruge ik-r yoezülle mit \'luiili.slav führti*'*), VVie es sich 
tiai clue Li.'hpuf:l'Tuge t'iir die iStadt bandelt^', :hj bchiirrte nie i<tandhaflb dar- 
uf, dem Könige keinf?rb'i Erhebung in ihrem Üebieto zu gestatten; und 
nihreDii «ic zu reicliliclii'i ^'■ütlicher Geldabtindung tich bereitwillig finden 
Hws, Ifhntc "ie beharrlich jede \'prijfltelituug einer diuierndoii Abgabe auf 
KcrSiiimig dirr neiK'» Zolle ab und that dureh ih,ren WiiitrstarnJ das Meiste, 
mn die l'lütit: des König:; .scheitern zu lassen. 

HleJjtH kam di'ti Daii?.jgera ein weitt-rer Unniand tu Statten, welebt^r 
•tth ileij pulniwhi-'ii l^lüucn iu deu Wyg steUte": die entschied ejie Abneigung 
dft «iswÄrtJgen Keemaehte, ciue paluiKolie Flotte in der Ointspi^ aufkoromen 
u W*rn Ks wiir«'n ebrasu mercautile, wie politische Interes^ient welche 
»• tijr Diui-murk. isthweden. tinglandj die Niederlande zu einer Frage von 
'tr gTüi^steu Wichtigkeil nincht4'u. <ih et-, gelingen dürfe, eine neue öee- 
niAcbil in deu balti^^cheu Bei'eichen zu etablireu; ne aUe wandten sich mit 
pinserem oder geringereni üifer gegen ilie neuen polnischen Prätentionen, 
^i»- «W'-ii dit* utitiJrlicht'n Unnile-geiiotiseii Danxig^. wie ßraiideuburgii, um 
Jie Utjulihaugigk:«-it di-r |*ieu,»isi'hi'U Küäf,<'ulande gegen l'oleii zu sehtitzcü 
diu! diesem dadurch den Weg zum Mi-ere ku verlegeii, VoriEügüch war 
« DiiüL'niark, welcheB wich dieser Aufgabe mit Nachdruck anuahin; Cliri- 
ilifto IV. betrathtett sich als tien bernfenen Hüter der Ostfeee; er, „wel- 
cUu bei sehr eugeu nnü iifirruehtbareü Landen der einige Zoll zmn Künige 
ancbei' ■•), glaubte sich schun durch die EJubu-ssen, welche er bei den 
ilncli die Janüig-polniaehen DilTereuÄen gettörtcn Handelsverhältniflsen an 
dtm liuudzull erfuhr, .Tullkommen bercehtiptt tbiitlich einzugreifen und den 
Üwiffls ^uo zu erhalten ■'hder wiederbr'rzu^tL'llcn"). Gegen Ende des Jahres 
ISä^ var e» ^owcic^ gekonkaien, da(>K König Tladislav bereits begann, seiiie 
Ab:i|<-Ltcn gfgeu [)anzig mit Gewalt durehzuaetzen; von der kleinen Flotte, 
'iir liri Vladii-Iavwburg «tationirte, legten einige Schiffe gich auf der Dan- 
tigcr Hhi'de vor Anker nnd erzwungen von den eiu- und auslaufenden 
i^hifffD einen Zoll im Namen des Köuigä; unzweifelhai't, das» man nur 
Ȋen Hom^Dt abwartete, uiu dur<,>h einen gtUcblJchen Hmidstreicb aich in 



**) Aturbbrltcb b«i LengDJcli toI.VI. 

**) Worte der oben not. 34 &iig«riibrtCD potniscbcD Flugschrift. 

'^ i,Ua»ero Zolle dtnd tn der ^ermgcn" Zelt über etzÜcbe hunderl tAaseod Rth, 
'vmgtri worden.'' (In^tixicltoa Chtiatian'fi IV. ffir se^iuea Oesaadlen beim R&Mer, 
Onfcit T. Fcnu. dlkt, 13/33. Jan. 1G3S. Abachr Im Königsb. Arcb.) 

2» 



20 



|. rrüiiaacn ütid Pokn. 



deu Be^iu des DatiKiger llnftiis fielh-st zu setzen**), rhri^tian IV. beugte 
ilicstT Gi'fulir jieJbst niit eiiitia Handstreich der brustttu-sti'ri Art vor; im 
December 163T wufdcii die polnischen Schiffe iu eLoer t*türmischfn Xacbt 
uiiver>;t'Iieiis von vuwv kleinen dänischen Fäotte angegriffeu, zwei von iliuen 
mit (icft'idt iiadi Daneuiark wepp;ptühiT. Iier düiiisclu' Köni^ vcrluhr g*rgi*ö 
die ersten Anfange einer polnischen Seemiu-Ijt wie gegen Oorsuitii; er gab 
bifh deu Anschein zu glauljcn, duss die Zollei-presguiif,' vor Danziie eine 
J*iivuluuttrn<'hmuug t<ei, bt'i der der Name ijes Königs vun Polen mirfK- 
bmuflit werdu; er lieKs zur Keclitfcrtignug lU-y Gfwult.-treidis durch seinen 
tifsttiidte» lii Wifji trklüreu, es .sei üim eine pulniKche Kriegsllagge auf 
der Ostsee überhau|it nicht bekannt **). Bei »io kräftiger Tri]f]ei,<ytung voa 
dieser Heile, bei der entHchiedenen Ernnithi^ung, die ihnen voü underer 
Seite, iianietitlielv vini dc-n Niederlunderi, zu Theil vTirde, wiir es den Dan- 
zigeru ntehc sehwer, ihren WidtTStaud gegen den König fortzuwetzcn; einige 
dÄnisehe KriegssebiflFe blieben in der Nähe, itni jeden neneii Veisneh Po- 
U'iic ini Heginii zu unierdriifken. 



JS|*eeieiler Imlen wir die ^'erwkkelungeu zu hetnichten, in weltdif Kur- 
fiirst Oüürg Wilhelm durch Uiiü^e Verbaltni^ise gerieth**). Hier kam neben 
ileni riiinder wichtij^cn Mcniel besonders! der Hnleii viin rillun in UetrfM-h(, 
der die Einfahrt nueh dem herÄOglicIicn Königi^herg, wie ti«<-h dem pplni- 
niücbeu Klbing helierrschte, vun dem hn Jahr I62(i Gnatav Adolf ausge- 
gangen Wfir. Urtii ytttutsreelitliche Verhültiu'<s war hier ein vötlig undefe« 
ols Datizig gegenüber, inid wenn gleich e?- dem Künii-'t' nui-li den Lehns- 
vertrügeii, wie hhcU speeiell in Ausübung des Waffcnstillstiindes vou lö35 
zustehen mochte, die Hftndlnibung de.^ ZuUregulö in den beiileji herÄOgUch 
preufesiBcLen llalVn äu überuin-hen und nameäitlich die Kiiifüliruug neuer 
Zolle zu wehren, >'o mangelte doch jf-'d<-r jire^'riindete Viu-wnnd, um, wie 
bei Danzig, einen directeu Au^Jlruch mif Theilnuhme uu den Zylleiaküuften 
All rechtfertigen, üiu »u bezeichnender sind die Wege, die man ijojrüsuher 
Seits einschlug, um zum Ziele zu gelungen, 

Jener eröle Ver^jucb, den^ wie wir sahen. VlatUslav bereit« im Peceinber 
163Ä machte (not. 33), verlief hier wie in Dunaig ubne weitere Wirkung, nur 
mit dem Unterschied, diis.'., wÄhrend Dauzig schon damals vs für geniihetj 
hielt, ^ich von der Fyrdcruujf den Körn'gs mit einem freiwilligen Geschenk 
vou 800,000 Gulden loszukaufen « ' ) , die Sache in Königsberg füra erste 



"^ Dase dies die ATbaichi war, wird »jifilex im Jah.T 1644 von polniflchrr Seite 
angegeben. Pufend. de reb. SufiC. XVI. 69. 

'*) — „sumoln von iI«b KüoigeH ia Folcu Lbd. OilogascbiffBa Wir biahero nichts 
cbört" [InstruclioQ für Oraf pcctil. Vgl, Pqfoai 1, c IX. 86. 

*") Hier bot bciS^nders das KöaLgubcrgär Archiv videü noch unbflDDtKte Uate- 

flTLul; die in dem folgendeo citirteii ActenatClcke geliörcn den folgenden Rubriken aa: 

fBcihr. IV. 4. 14; V. H9. 96 ff ; V. 41. 1 ff, ; Vf. 40. 36; V|. 41, 5; Vi. 41. 7; dwie- 

haa nmucli&9 veteinxctte; über die Einushmen, die aus dam neuen Zoll äoMco, gübeo 

die hurzogUdien KvnteibüchtF unt tlißitwcisD Auskunft; doch la.g«u luadore Zuüsni- 

meimtellungen tot. 

•') Lflftgaioh VI, p.fi5ff. 



ElDlcitung. 



21 



keine ireitt^ren Folgen hatte- Inzwischoo fuhr inari in Ptllan und MgitipI 

fort, das wn dnpeführw .Lastgcld" dir die hiTZOgUchp Rasp«» und für den 

dafcpi 8ii|CT^pl*t*npn Zivpck ^l^^ AiiKbauK und der Erhaltung der hfidcji Sfr- 

fffwfiiniifcn y,ii fTW-hrti. uhn'' >it*h durch die Kinspriwhe den König.« (^i^iron 

AU liÄneu*'). Alior im folffcudpri Jahre tnit mau nufh hlt-r, wie gregrn 

Daaiiff. der Sat^hc niilter. Im Juli lfi37 t^rschipu am Hnft* G^orp Wilhflnr« 

in Hi'jltji ein Secretär des Köiilffs, Johnuii v. HdUkp. gpu- Ci lüilonballc, 

mii il*'iu iliri'i'tfn und /ionilirh kntt'pnriKcheL ^'erhiny:i'ii ati d<'ri KiiifürstPii, 

die tmchuing: liftÄnridercr ki'DJplk'luT ZpJIstJitt^'n in l'illaii imU Mt^mcl jre- 

•t^bchen 2n Inpxen; «s wnnle i'in Cmject vorpplpgt, welches die Nntnr der 

bijrlitt'ti ilc(* Kcinips wenig vfrliiillte: \\'v fnduT sehwr^di^iehfri Licent^ 

a*fr iiehnt den »»HtrisHenderi Stiidtthidjeii in l'illau und Memel mWta den 

fcÄniflirhrn Benmtpn überg'eljrn werden, und durch diesp, ohne Jede Con- 

tn^k ilc*. Kurfürsten, findet diF Znllerheliung firr den K^nip Stfltt; dtvf* ^e- 

»«iniiite pnlmsi'be Zollpersoniil l^oll verlnigsmäi^sip die Znhl von ftO Mann 

«5rht übprscUreiten, aber dies^p pind von der knrfürstlirhen Gprieihtsharkeit 

^ximirt und nnr dem konigUeben Verwalter nntorgeben; uahrend hU dAliin 

irtunrr raur von einer Zollerlielning für einige Jahre tUc Rede gewesen war, 

»Ofdf m- jput ohne jede ZeitlieHchräukunjr gefonicrt, und die einzige Gra- 

iröcfttiun, die <leni Kurfiirpteri geboten wurde, war die Zusage: ^Ihre KÖu. 

Haj. Hüllten auch Ihrer Ch, D. jährlich eine gewisse BUminom Geldes ans 

wk'hpr .Seeznlage anordnen,'' 

Fi* war nicht M-hwer, die CJefahr KU erkennen^ die In dicwiti Antrage 
Up. Wurtle ihm naehgcgchcu, so IVhltc fa,'-:t nJehb* daran, das? Pillau iiod 
Mi^mi-l polnische Häfen wurden; nichts konnte den polm'j-ehen Coramispar 
dimlirti. das ihm untergebene rerrfuiial nach Belieben zu TergrÖRsern; vun 
4» mm giilt f.* ruir noeh einen Schrift, um der beidion Festungen durch 
ficwali oder Verralh Herr au werden. KnrfiirBt Ocorg Wilhelm wies da;* 
|*olnir«ehe Ansinnen mit Entt-chieiienheit zurück **). Gleich die nächsten 
Sfhrittp des Königs und f^einej^ br^reitF ernannten Comratssar? Arend Spi- 
finp; zeigten, wie bereclrtigt das auss^ersto Mis^tra^eu war. 

Wir können nicht nnicrlassen, -an dieser Stelle einen Augenblick hpi 
Hnom Namen zn verweilen, der uns hier znersl entgegentritt, der nber dann 
in ilem \V<-i"teren und mimentlieh auch in den von um^ zn bevnrwortenden 
ArtmsttjrJten eine nicht unbedputsanic Holle spielt; ein Name, der fiiP etwa 
wi Jahrzehnle z« den genanntesten uurl z. Th. gefürchtetsten in den Krei- 
•ea der gej;ammtpii balti>icheß Hnndelswelt gehörte- TTia das Jahr lölo 
»W M gewhehen, dass ein aiederländiM'her Kaufmann uns Delft, Peter 



"i f^ehiribea VUdisUv'» ah Aie Oberrith« dat. Vilnae S9- Juni 163ä. — Dip 
Ohrfrithr cntach nid igen ob als rin gase billiges Last^elti , was für die Konten der 
?i«mi>gwi b<i weitem nrchl «uerticlje: „seil, in, qnAoilibet EaHitnin quadmote Öorcni 
fxdijD , «irr «cjiTf-m cutu ittmidio grijasiB CLmiput&lis, itiL ut ab ans navi Cflotuia lastna 
BtTeittm ftrvDl« *£i'> flor. pol. d^pcndentur" i.dnt. Eegiom. '2^. Jul. 1636. — KiSalgsb. 

*') Knif Rwolution d*t. CriJln r Sji. I II, Aug. und wif-iftrholt am h/\^. Auj, 
]07. :KODig»b. Arcb-; 





Spiriug, mit drr Stadt Danzig in Proceas gcrietb wegen der Hinti^rlasson' 

Schaft eines in Datizig rer^itorbeiien Anverwundteti'*); als die Datizfgci 

(reriphte S|iirinjr bereite das Vermögeu, des Efblaasers zngesproeheo hatten, 

I trat platz]icli der pjliii»olie Uof düzwiscben; die Erbschaft wiirdu unter 

^Leinem Vorwaurl fifr dfn Köuip in Anspruch gejiommpüj Spiriiifr von de: 

™k(niigli(:i)e!ri llorgerü'ht. iu WurM'bnu, dem mau de» Proee^r« ühergHlj, cor 

turaacirt; diesem ISpruclio folg-ciidf hatte man dann in Da-nzig^ dein Kc»ni 

die Blr^ititffii Gt-Idcr ausg-elitfcTt. Einige Jabrp uai-Uher liiirl^n wir Spiria 

I in Schweden, io der Umgebung Gustav Adolfs; es SL'heiut, dRSs e!> ihm gu 

^■Itingen war, diesem wiclitifre Dienste ku erweisen *'), wenigstens nnhm sid 

^ Guhtav Adolf mit Nachdrncfc der Forderuagen an, die Spiring van jener 

ErK-icbaft l)er gegt-a Daiizig erhob; nach Terschiedcnen vergeblichen MuU- 

npßgen an die Stadt erlheilte er cndli<?h 1626 Spiriug die Vollniachtj sici 

döfch Repressalien zu seinem Rechte tv verhelfen; gleich darauf Icape 

ßpiriug mehrere Dansiger Schiffe und führte sie nach Schweden. 

Die .SpiriHg'schen Kuperf^thilTe waren die Vorläafs-f der grosf'en FI«itt« 

kQiiötav Adolfs, womit er in diesem Jahre Piüau übernimpelte und den 
pren^siächeu Krieg eröffnete. Und hier beginnt nun die eigenthümlich« 
Tb&iigkeit Spiring'fi, uebst seijien jetzt mi iluü iti Terbiiidung anfTreteiiden 
I drei Söhnen Abriihnm, An-nd (Arnold) und Isaac. Wie schon erwähnt, 

■war et* da?; Erste, was iiUfrftll der schwedisehen Occupftti^in folgte, dftfii 
man die SeeaöUe iu Bet-ehlag nahm and dwrch bedeutend erhöhte Taxen' 
die Erträge derselbeu iu der beträehtlichsten Weise vervielfältigte, Dipsep 
■ Geschäft nun war es, welches die Spiring's iibemühnicn. iSu viel wir ans 
B den dürftigen Notizen, we!ehe unt^ über ilirt Thatfgkeit im Dien.^tp Uusta? 
Adolf ft Torliegen, und aus der Analogie Ibrcp späteren Verfahrens sehliessi 
können, wurd? die Angelegenheit in der Art eines grossen bau fiiiäi mischen 
Specnlatiousgertcliäftes amern'>mmeu; dus Hans Spiring war Eiitveprenenr 

Ides gedämmten Zollgesehüftef« in allen von den Schwedcif oceopirten balti- 
Rchen Häfen; die .SpecalaBten übernahmen die Erhellung and KiTe eämmt- 
llchcn Kosten, legten von dem Ertrag Kechnnng ab und zogen ans dcmucl* 
beu eine TauticHn«^. Erwiigt rndfi nun, daf^e vom Jithr lÜHO an die Sehwe- 
^ den die gesiummte Ostseeküste von Kigu bis nach Stralsund, Rostock und 
B Wismar — nur Danzig ausgcnominen — imie hatten, und das^ die Spiring's 
die Zollcrbebung als Entrepreneiirs im Kamen der schwedi sehen Regierung 
in der Ilaud hatten*»), so übersiehe man dlw colossale Dimension dioBC^ 



uU- 1 






I 



"J Lengbicli V. p. ITO ff. 

*") Es ist zu Tormutben, it«4ii tt tthriUche Dienste irAien ^ wie die, welche 



dann in Livlsnd, Pr«asacn , Pommern Iciaicte, nKiiilicIi in Gi<stig nuf diiti N^ngCBtnl- 
tHüg dca 8cezol1w«!Cnt. Dm» in <\tt Zeit, in -welcboi Spiring sich in Öchwedan bc- 
fanri, Bohr aUrmlreiile NQuerangen !□ Oieeer BeBiobang unr^momnan wurden, ergil: 
lieh AUS Qoijcr Geach. SobwedeiiB IU. p. 44. 

**) Die Uoberaubme auch der pcmmerschen Tiod meckfllnburgiErben Kblle 
flfilton der ^piring'^i erfulglo im Anrang 1&02. S. den Auf^ats : „BolAUgE^iidt: 
BohwudiBcbe LicQDten uod was für Bcschvrerd'cn ui der Oittc« dabo! Tor^ehen" 
^^^n BaltUohop Bludien vol. VI- 1. p- 109. 



GinluitTiiig. 



23 



Celi^T^ciiifi« . ijiiil li'w BMcHtcomkeit, welcbc diew SpeeolHOteo , wie ffir 

'1. PO liir rtlte an ilfiii brtltisrlipn Ilaiiriplsvrrkehi' bi^lheilipten 

i'iou i[uiii!<Mcih Wdv MilliniR-ij, ftHgcri i'iiiiiJHi flit' SpiriugV iu 

tiitm ^t'hrribrji hei die {>reufi^iiclii'->n Oberrüthe, welches einen aehr ^uteu 

Kiii)t[ii:k eil ilit* v^tmctiiHf» , Jr^os^kmlfmltnlu^^■hc■ Art (ücstr UnternpUmer pp- 

Mlif!, vidi- MiHiinicn spk'Ii zu Kiliiitr <Jiisiuvii> Zoituri uhuc Cuiitrule diiri-li 

ihn Hainte gcjrjuigi'u: ^wir j^iinl Leute, die Kiinif^cii und PotLiitateti grüMse 

PirMc ^'than höbpu und iu»oh üii tliuii wi^äou" *"'). InderThat. t^ie waren 

«Wramil, ilnrch ilen iler ?chwiHil->cheu Ötiiatskacise eiue ibrer wichtigst^o 

!-t|ih'll*Hi Kiiflost;; indfin j;ip din Zolk'rhrbuiip in allen <tfu gentin/i- 

' i' u tu ilirifjiri'u luiftcTi , t:fi piib dieses Mnjiojiol ihnen die nnuui- 

wbrtnktf Fr«?ihpil die Tiae-ii nuL-h Belieben kh erhöhen, weil sie es eben 

u iillpn dir M'H Orten in gleirlier W<"M>e rtTiordncTcii und der Handel sorait 

ppiifiijjiti wtir^ wnl oder i'iiir-l «ic-h ihren F<>riU'run>fen an f<lg"on. Von der 

CrriiMlc an, wo (Uv ,S|iirtnpV die ZrillverwulMiop für rlie Krone Schweden 

olifiünhiaeu, wini uiFiti «ich fe.ai eiue Art von Rf^volutiun in dem g-anzen 

toüwff'ea des bftUJseben Handeis Torzustellen haben; bis zum Jshr IßlS 

»ir ilit* Hjinplnbjralie iler ultr PhuidzoU gewesen, den man in Könijf.yberg 

00(1 Pillftu in dt-ni lletrag von ) pro ccut erhob; aliS er in dem genauiiLen 

Jdu* nach dem Bei'!«pie!e Dimiips auf 1 pro rent erhiJht wurde, hatte es 

pdm- Khipeu .iint*r den Kauflcuten jierohen; ji'txt trat mit- der neneQ 

*cbt-ilisrlii'n Aulugt' mit einem Male euie Eräiöliuup; bis £m 5 pro ct-nt ein; 

n^ wa^ hii-ltei ntirli immer in lietrneht zn ziehen, ]?t, dass diep eben doch 

aor iler ufbcieUe Ansatz war; bei der FesTf-kllmig; und Kardhabtmg der 

Zolltue im Einzelnen hlftiideii dem Vcrwjilter <hx'h tausend Kunstgriffe za 

ßdMii*, mii:iil> deren der Zollertrflg tbfiTsiiehlieh auf ein bedeutend Uö* 

luTtK iftlirfteht werden konnte; es ist, weim auch vielk-ieht übertrieben, 

"locb itnmerliin für dieaea Verh(iitnips be^eiehneud, wenn man deji Sehweden 

''-, dast^ fii! es bis zn 50 pro eejif. vom Wertlie der Waaren ge- 

..tttrn**), Verätiderungen, wek-be notwendig auf die ganze Natur 

"iiptfi Hiiudel»* auf tltua Verhältuiss der Werthc und Preise einen weithin 

lurkemleu Einflass freübt haben müssen; denn war aueh die SohwindeJhöhe, 

nf Belebe wtihrenri rU-r Krii'fr^zeit die Zölle von den Schweden gebracht 

^i'ini' vnrübera^eheitde, zu den, alten niedrigen Sätzen gab es doch 

::jekkehr mehr; die hNiere Krtra^hlähigk*'it dfr Scezolle, die auE- 

peMjjIcre Ap«tintz;unp iier«nll>en für die J;5tautiJkn''seu war, nach dem Ang- 

ilrack jfni'ji jMilnisehen Htnatsmartups^ vun den Sebweden .entdeckt*^ wor- 

ftn, ttiul mnn verfi-liUe nicht, t^ich die EiHdeekung; an Nutzen zu machen. 

Insoreni ht der Name jenes DelfUT Kaufnmiin^ imd »einer Söbne nieht 
rfiDf finipe IJedentiinp für die iunei-e (letJcliichte der baltischen Verhältnisse 
anJ dn nugreiifendfn Lsiide. Es isi begPeitTieh, dttss das ganze Odium, 
»»■Iik.i jene Matt.-<preiu;e]n in der ^esammten auf der Ostsee verkehrenden 
Uindüfiiielt, sowie bei dem übripen von der raschen Öteigernug der freise 



•") «chrelhen *n Ale OWratlift tlat. 36. Mfir» 1639. (Königsb. Areh.) 

''t „Oericlit, wie CK mir dem Pfunilzoll vor Allem gebullcn" (Kötiigab. Areb.^j 



betroffenen PobÜRam hervorrafen mn^c^ten, vorzugeweise *iif diejenigen "^' 

w*?lche mit iinnm^i-hräiiktcti Vollmaohtou und, wie es schritit, nicht c^nüe 
Zwang und Harte dieselben aiisführteü- Wo imiDer in den Acten df -^^^ 
Zeit der Same der Spiring's uns entgegentritt, so hsLuft «ich auf itut .j^t^'' 
Art ¥fin ßeKcbiddip:iin^ Ton Seiten der Einlit.-iiiiist.'ben, wie der Fremc^:^'''!. 
der König von Däneuiark Hess 16(18 geradezu auf [?^aac Spiring fähnt^^'" 
— „qui in vita huä niiiil boni in hoc muDdo macbtuatus est* -— tun il 
gefänglieb nacb Dänenaark abführen zu läs;e.en **); di? ganze neue EEnri 
tung des Zollweseni^ verwuchs mit ihrem Namen, und aller Orten lär 
man über der ^SpiringKehen Zoll", Man kamt die Untersnchnng über 
Bereehtiguiig der ifmen gemachten Vorwürfe des Eigtiiuutzes, dtir Srlfc:»i 
Ijereichening, der Gewaltthätigkeit füglieb auf aieb beruhen lassen; so we 
sie au sieh nnwahrseheinlieb shid, so sehr lag es in der Natur ihre^ C^i 
lernehmt'Qj^, dftts dergleichen Anklagen, verdient oder uuverdieritj gegen 
erhoben wurden; der Genuss einer Tantieme musste es fiTiIich auch oh*J'' 
Unterschleif von selbst mit sich bringen^ dftss sie «m so mehr in ihr^^ 
eigeneil [nteresse handelten, je mehr sie mit allen Mitteln dnn [nterei*)^' 
ihreg Commifetenten wahrten. 

JedenfalU bemerken vrh, das? auch anderen Herrtn, uU Schweden;» ik 
ßieuBCe willkommen i(rarcn; gie sind die e^peciÜsch Saehver^täJidigen eia< 
er^ebigen -SGezollweseiii; * *). Fnd hiermit nehtnen wir nn^cren vorigen F 
den wieder auf. Denn alehald, fiÄcbdetn Srhwcdon die [jrenssi Jüchen Kti 
fibenplötze aufgegeben, sehen wir die Gebrüder Spiring ^- der A'nter komtc* 
hier nicht mehr vor*') — in der fngßten Vcrbitidnug mit dem polnische«* 
Hofe; e8 wird getiagt, doss sie es vomehmllch waren, welche den Kil'ni^T 



*'; Lengnicli V|. p. 147, — In äcr Zeit, wo Knrr. Georg Wilhelm ftcbon ihr 
Dienste angeuommeti bstte, sebrcibt er im König VlndiülHvr „tribua fratribnp Spirir 
£113 adpo CTOsiSf nt eolo Spinu^ionim notuine et NostrnrutD teriArum incolae «t ex- 
otiäae gcntos tninim tu modom commoveanfiir" (dnt. ßegioni. (>. April l>j^9}~ — Bei 
dem Verhandbin gen, die in dorsolben Ktit Ewiiohen den OberrKthetJ nnd den iSuidtcfi 
Kfinigeberg wegeu der Kon»flchfl Stiiitt finden , äuHsert einn der droi Bürgemieialfr: 
„iie tijiii'ißg'« seind uuUiuft religiotiis, glauben keine Auferstebtxiig der Todicn,. so 
wetdc:i Eie anch ein Eid nicht achten, «li die ihn buhen oder sieht" (Prftokpll in 
KJSnigab Areh.). 

""^ Bo äuABoirt der Kronkämmem Kiianowski , tiner Ton de« KU'nigs Vertranton 
in dieaer Saclie, gegsn Hoverb^ck: ,,«8 sei kQii]«r den Werks kflndiger, als sie, und 
wAr iBfln wol üiemAlfl äff dip Gedanken kotnmCn, man aie's aicbt an He Hand ge- 
geben" (Hoverbect an den Kurf. dat. Warschau JO Nov. 1637. Burlin. Arcli.V 

*') Wir vermügen niebt zq bcHtitjimen, ob der Vuter derselbe Poter Spiring ist 
(der FaniiltonnaniG kommt auch Bonet vor}, welcher in der Fnlgeieic öfter als Bchwe. 
diBcber Rejiident Im Haag auftritt (2. B. v> Meiern Acta P&c. West. I. p. SS. Tbeat, 
Eiirop- IV, p. 236)- Daai er ee sei oder dasii er donst mit jenen Gebrüdern Sp. su- 
Bamni'enbHDgl, ist daher su vermnlben, weil er cinti conntante AnimoBitHt ge-gen Bran- 
denburg zeigt; dieser Peter Spiring, „so E. Ch, D. ohne da« nicht wo! will" icl ea, 
der wührend der wcfltjibÄliecJien Verhondlaogou fortwlihrend von dem Haag her fal- 
Bche Gerüchte über den Kurfürsten von Brandenburg in Umlauf üctat ^Kctation We- 
Bcnbcek*a au» Osnabrack dat. 14. Octbr. 1&17). 



EbTeitnng. 



25 



rUi'Jhluv tn feinen Plänen auf ilie prenstiisoher Seezttlle instjgirtPTi , ihm 
lijerif B*rpc Haviiri vt.ThfcssfU, unrf licr K'itiip ffiiipr mit vollem Kiffer ilar- 
m; nicmaaid ljes:«fr, nh dieff Leute, wt-lrbc Ul-u Eichwedeu .^n trefllifh 
gr<lt«nE, koante ihm zun AHsfiihniiis seiner Pläne IjehilfliVh sPin; es war 
l»jur Spiririg, der dit>^ Ujjunit'liiiKu vor niiii?-.!^ Ii-itotc, Ari-nd Spiridgr, 
<lif?^j(M) KtnJa^^:^ln^r in di*- l'illtJiH'i Zollkiimrücr «Jer Koiiij? duj'cli -Hii'^ti «b- 
jcewuiilfon Si'iTftir in Birrliii vrlangeji Viosa. 

Georg Wilhflnj hart«- dir FonU-rnnp- de« Könip' nniii alipfschlniifrii 

Bmid darauf erhcM^n ein i^i'ilrncktcs kiiniglidift^ rjut^-rit, worin niilfr Ufni- 

föD^ iinf iIpii letzten U(•ir;^l^Utf ilcfiiiiriv iV\f K«tri<.*ht.iiug dtT könif;li**liPn 

S^fiiilniti' in den iiWMijisisrlti'n Häfen niiireordnrt wird, ^vormopr tles Do- 

minil MhHi*, welehec Unn tind der Krön in den Pnrtfn dw^iNC» Köiiijrreichfi 

Qüd iWig«hÖri|;eii Proviiicien nrn Baltlsflicn Meere zustehet"^ *'). Per 

\"rr(rj»atp des Ktiiiip-, der Hjinptftir'^preeliei' iUt^ poUd^chen FltiUenidan''. 

FUrrt O^Kolinüki^ kiira ron Warj^elmu nneh Jpr Killte und dirigirte von 

OÜVÄ an^, dejiscn Aht zti meiner Partei ziihlte, A:f wpiteren Unternehmnn- 

pm*'). EiniiTf Tajure JiiH'fidciu I^ntie Spiriiiji die freMsItsame ZoHorpiTh* 

•O'ijT vor Dniiziß hc^oinn-n, erst-hien |i]htzli{.'li ('X Oetbr.) anter »lern t'om- 

oaottt) von Arend ^iiirinff ein Kaüffaiirer unter holländif^eher Flagge vor 

Pfllao, der. so wie er die nafeiieinfahrt pai-sirt hatte, sich jils ein mft 

WRiuip (JeselifitKen hr'wnffnete^ polnisehes Kl■iefr■^^^hift■ r.n erkennen gab 

null ftirh dem kurfiir-^lliclien Lieeiittiüuji pejjenüber »nfstelUe, um von den 

TO- lind au!>gelienden SehiflFen den Zoll zn erhehon. 

K*. war dies ein Atteutftt, wehdietJ Aljeh; Schliniuit-te hei^orgen lievs. 
•Wir remehnien «iieh," Pehrt'ibt der Kurfnrfit auf die erste Naehfiebt davon 
in die Commamlanteu von Pillan nnd Memel, ^dass etliche vomehme Herren 
rieb gpraeltem Unseroi Port niiheru PoUen, dje in vorgebender Könifi-lEcJier 
C<inijru!i;')0!i Torhfthenü wären, solches nlle.s vollends in'n AVei'fc au setzen 
"^'' 111 eine posseüsionem Donnriü rnariM darin 7m apprifhendJrfii.* 

Er ;ingenh]icklif'Ji die TiaehdrückliciiBteii Befehlf?j nm den Eindrlng- 

% qn»chädlteh kq maehen , befab!, ihm alle Zufuhr zu entziehen, jeden, 
HIT »t(Q dem Kehiff den Fuss anp Tjaiid set7,te, gefangen y.n nehmen, f-Teb 
»«nöjdieli ^bonis buhUs und ohne feindüciien Angrifl"* de?^ ScbilTes nelbsj 
w hrtnaehtigen. .So diinn über alles Verhofl'en mehrged. Königt. Sehifl" 
*ifh gar einer Qewalt gegen Unsere Ve*^tnng oder GunmiHnu unterfangen 
wlltt, ?o werdet Ihr Hchaa wissen, was Soldaten und Officirern dagegen tu 
doTi )f(fhübret* *■). Unter keinen Umständen, !>ehreibt er an dctuselben 
Tag an dir Obcrrätbe, ist es zn dulden, „das^f' einig Orlog^wehifr in Unsere 
P"TteTi komme, äo nicht einig nnd iiTik-iu und iwar pare nüd absolute von 



"i Dftt. WnrBclian IW. Sept. 1G37 (Kfinigah. Arch.). 

**) ftcloe AtiWMenWit «rgjbt flidi sus dem Datum mehrerer Briefe an die Übisr- 
'ibid. . Krb«n ihm Ut «6 beaonder« der Oeeonomiia von Marienburg, Graf 0<m> 
Ton Ottnhof, wrlofapf die Angdcgcnhcn hetrflibt. 

■* (^kichUatcadeOfdru an den Comnmiiidaoten von Pillaii, M^jyf Pferifeld«r, und 
>iiM fon Mcmol, Admn Videntin v. llccicni, Am. Cülin o. i?p. l'J 2^. Ocl. lliST (Kftnigib. 



26 



Preiuaen und Polen. 



ünpcrin commatjdü (Ippeiidire'-. Wäbr*'^n(! noch kurx ziixor, im er»l«Ji 8ta- 
dium fiiet^T Streiiigkojten der KorHiri^t den Wuti?ii-h der Oanzi^rer. mit 
ihnen in CutatattQifatioii über genji-iuMimf Maasr-reij;tdn 2.11 (reten, ubschlag- 
Ileh ln't^chiedeu Imttt- ™ ^danu Wir mil ilcr Stadt Duiixiji; nicht ia glt-iehen 
terminis nl^hen* — :^o kam pr jeut selbst ihnetr äwl' diesem Weg eiit- 

[nzwifcLen hfttto mftö au Ort und Stolle die SrcIio nicht minder en)f;t 
tiiif(?t.'fftSHt. Der Comtfliuidaut yoü Pillau, Majur Fferfifelder, Hpsä lüe- Ge- 
wcdüUe diT Festung auf das Spirin^'sciie 8chifl' richten, die ein- und ims- 
Iftnfpndi'n Ilaiide-ts^^chifle wurden mit Esicorten il^ftntIenI>n^|a:i^■clu•r Sohlateii 
beumnnt, um ilmi 8piriiip liie Ei-(U't'H-i]Mg dtf Z^^'Hü!* zu schien; die küriiji- 
lirhe Autorit^ntioti, die er vorwien, weigerte ^ii^rll Pfürsitidtr zu rt's]>e(*tireii: 
^er hielte es nicht vor <?iu Königlichem Sclüff, sondern vor ein verrÄthorli- 
i'hPH SchiET;'*^ aulptüt liess ei" alle Tunntri iimi Banken liinwcgui'hituMi und ^H 
lejrt? damit, cbeiü^n wie ea za gleiehei' Zeit die Dßiiz.ig'L'r thnten, die Srhiff«rt ^H 
gftn«li('li**). AI« Ostfiolmbki die ObfiTäthe m eint- r Coüfereiiic uach ßrauus- 
berjr Ind, weigerten sie eich nnt*r di^f^en Verhältnissen dieselbe zu besu- 
rhen und schickten nur einen Seeretär dahiu ab. 

Da^ nicht ohne übermüthipe iCnveä-sichl begonnene Unterucblueu der 
btifden Spiring'ij *^) nar wie vor Danzig sn auch vor Plllou gescheitert. 
Nachdem das S])iring'E<:be Schlir, von dea Kauoneu der Feftnng bedroht, 
einigt- Tage vor jVnkfi- gelfg^n liatti'^ ohne vfwm*. aufiriehten zu könnea, 
frklärtc der Befehlshaber na^^h Elbtng i<fge]n zu wollen- da ihm dies nicht 
ÄU wehren war, lieK« man das Schifl' fahren, aber j«tatt nach Elbiug zu ge- 
hen, legte PS eich gerade in die Fahrstra^'^c zwischen Pillan iirnl KrtuigB- 
berg, um ,ipjQ Vnrbabeu doch noch aupznfiibrcn; die P'olge war, liß^sn m*n 
an beiden ürt*D den Fortgang der ^ehiffart hemnitj'. 

Ka vierslohl sich von selbst, da-ss* die nueh&ten Monate von lebhaTtcn 
Klagen und Vorwürfen herüber und hinüber erfüllt waren *■). Indes» wurde 



'*) Schreiben dea Kurf. SD die ObeFrÄthe dat. Cfdla a. Sp, S. Aug. — an die 
SUdt Danzi^ dat. Cötln a. Sp. 1^/29, Oai löÜ7 (ibid-^ 

") Polnische ficachwerdaflchrifl : ,, E xarbl tnti on es , ffolelic der ObrisL in 
d«/ Pillau verübet." In cineio Urief von Oaaalinski an ilic Oberrttthc boiiat es 
gnv- „hoc .... puram sapit fL'lDniani, quod Gubcrnftior PiUvieiifli« navem Rc^giiun 
mrnistrga inibi confliatCDtcti bomliAfdls et adopiü iiupetero nudeat, lortu ot comu^alu 
arae*t, tttleroa intercitiisCr fruigAt «t legul etc. ;dAt. Biauoäbcrg 13. Od. — IbEd.). 

*'') Scbreibcß da» dtLniscIien Admiralj Kocb an Köni;^ Vladislav dat. Gedani 
5. Drc. 1837: [liaac SpirJng] ae oomitiaviL dcfeusoreiEi Marie Ilnbici et pi^llic^tn cum 
medio digito complosit dicoca. Hoc i^st pro Daoico RegUn LAbaclir. Künlgsb. Arch.) 

**) UeseJobncnd ist das Vtrhallcn der Oberrätlic. In ihren Schreiben »n flcn 
KÜDig und 0»BolLDski miSAbilligi^n fite zwar nicht die Maaasr^get dos Püliiuer Com- 
maDdnQiei}, aber sie b^b^n immer faerTor, dasB derselbe nicht von Ibncn, sondern an- 
iTiiMelbar vom Kurfürateii dependire. In eiaem Sclireibun (iljiL- CüUn a. @p. ^. Deo.) 
rSgi dies der Kurfürst : er fiade, tr'*''*^ i^ Euent gegebenen Bescheiden Ibr die Inri- 
diftm sehr von Euch ab und auf Uns allein zu weisen ^e«ucht;^' sie 8oi]en fortau 
fat mebr ,,die SacIjc nnr blo«:« auriTiiK alkJii ankommen laufen, nocb dieadbo we- 

steter Aiisichaug der immcdiateii l>cpcnd(;n£ Usscrs Commandantcu der Pillav 



Einleitung. 



27 



fn nilan eifrig an den Festungjiwprkm gehant. War plpioh »He erste Ue- 
bprrik-rhning iiiisj^liuigpii, so .scliir-n «Ipr König Auch ilmnit sciuo Ahsirbw» 
tincswegs ftufgi-ffeheii zu hal»:'ii. Im FiTihjftUr IHSM. um den 3rgiua der 
•if^i'ntlichen Sf-liiSartsperiodr, Uriu-lite der Kurflirpt irj Kvfahnmg, „riass die 
im pQtzkprwiek liegcndf Seliiffc wit'dcnitii jrt'hi?tct . sowol ctKlicIu' Stihö- 
Inpppn h<"imlit'h ^rhanet unfl diis SfhiJV Iki Klhirifr (iliihiii luitt-P sich (mkIIMi 
ini Wiiitpr da8 Spfriug'sclie 8cliiff ÄiirütkgPKnpeu) wieil(T zng^eftrtJger. werde;** 
tr befftlil de« OberrätLeu , schkuui^ ^tiu »or Gegenwehr tüchtiges St-bllT' 
zu afijiürireii ntul dem roTnnianttBntcH voti Pülrtii zur ViTÜigiiUitr zu ^tHIen; 
lur Forisefxung ripr FeHtiing-'^'iiaiif^'n sollten ^W hii NorfifHll ^^fllist df« kiir- 
fiirstlfehen Anthw'l am I'firndzoll verwenden""). 

Dirspr Znt^tBud zog sich durch d»."* Jahr Ifi^T hin, ahno dnss polnt- 
Kcher Srit# vy. zn wvikTeu thatlichen Versm-hcu kam; mit Etu^-chifdi-nhpil 
frwchrt >ioh Kiirfnr^t Oforg W'ilht-hn der polni^rdicn UchrrgriCf-j wir* pHnzig 
empfing t-r von doti (M'giu^n der poldifchcn IMiitii* crmuthigeuüi- Auft'niMlt'- 
ningcn, bei «cinrm Widprstaiidp ku rerharrpiv**); dfr Gcsandtp in War- 
M'ltuu. Johann v. Hoverhf^'k, war Rngpwicseu, ^ich awl" kririTlei Verfmnd- 
tangvn liefer fjiiziiIos!>en, sondern Alle.«; nn den Kurfürsten ilireet zu vcr- 

Um so ßbfiTaschendor i-t dor plötzliche XTm^^rlUiig, den wir kurz durftiif 
»U'h vollziehen srhen. Im Juni IS38 ersicdd^^ii hd dem Kiirffir^it^n ein nener pnl- 
iii*rh"T(Sraandter. diT Woiwode von Reiz, rJriif Rngus lap r**^f; f•ZJ'^^ ki*'); 
Mint' voriifgende ofticiidk' M^-rhang «enthalt kfiinerlfi nk-ht schon vorher cr- 
•wogenfs Motiv, wodurch der KurfftrcE jHzt znr Ffigfiiinikeit gegetj die Kor- 
deniiig des KötI1g^ hktte gestimiut uerd<'ii koniieu; über s(,'ine [iriruteii "N'or- 
>t4'lltmgen Itpgt kein Xriehivei.-< vor; die Verhandlung fand in Köpeneik Statt. 
LcTin von Knestdierk j^eheiiit t.ie hrsitdeühiirgTscHer Scits gefühlt zu haben 
— hemtM am Sf. Juni ward zu Köfienik ein Vertt'ag unterzeiehnet und 
Hnige Wochen später von beiden Theilen miificirt, der die Aiigelegfnhpit. 



rob Uns Lmm«r ndioAer machen, tiinialn d« Ihr du Jurumentum Bo]1>Rt von ilim nb- 
■oiBin«n"> (K^VrigGbcr^. Arcb.i 

') Hclireibvn an di« Oberrfilho dit CÖlln w^ Bp. b. April MiiSü. In einem &chr«>i- 
hen iIai 'I'J. Mai wird dann aaf t>rin|fen der Obprr,Kih[« anchgegpben, Am dio Ac^qtit* 
•tlMn eines Kriegsschiffs erat in Noihfall gescbuhcn «olle. 

**) So bet ein Schreiben der Gciier«lnUAten dal. Uaag 15, flept 1638t rertcecki^n^ie 
•nrtalei: gediennteljok ... L\ Ch Doorl. , tc peraistefen hj dssseWs godRncn 
sppoail» «ndc dtm opphtcB* vnn dien i Tollen) by allo wegen onda middeln legen (« 
pCD «oo vcel docnlycb hKEpcn Tvcercn. (Künlgsb. Ar eh.: 

"* Kuff RoBolutiöti au Hf-virbeck dAt. CüUn a Sp- 18. Dec- 1(537. ^^^Burlin, Ärcb-l 
— Der gefiühnlJoho Cundpittit der kurf. Schreiben ia dieavr Angelegenhfit ittLerfn 
TOD Kocaebeck. 

*'; Attcb di« bei r Mörqer. MArkiacti« KriegBob«r«teti des slebeehütan JabrbuH- 
dkrta p. 1&6 erwUbnlc von dem Kaiser beabaiebtigt« Werbung iu PreuaseD weilt «nf 
•iam XtuaraineDbaDg mit Polen bJTk; der dort geotinnte Craf Uagno ist da» Haupt 
der den K^nig iimjccdenden u»irc>tchi seilen ComaiillA, dvr mit dessen liAb»burgiac}i«r 
OvniJiii SD den Huf von WarHcbnv gckonimeu war. 




^ I. PrauBBOD livd Poleo. 

wenn auch nicht ganz nnch den fpiihpren (*räI*iii4ioiieti des Könige, 
ta fitriner Zufripdcnheit ordnet«' *•). 

Kurfürst Georg WilhdTB gab hicr^ xuimflist für die zwei Mgpmh 
Jahre, die Krhebtiug einer vierpraceiuig*-« «Geiu'nihiiilagr* in d*ii Hafi 
vöü Pillaa aüd Metod nach, ron drr nur die von and nach Ethin^ 6Cge\\ 
dcD SchiG't^ frei sein, lind mit welcher alle anderen bisherigen Erlieliunfi 
Aosser dem alten Pfnndzoll aufboren t^^dlten; dit- Krhebnng di(»ses ZoB 
tihfT findet- durch den Knrfürhicn and durch allein ihm vereidet'' Beaint» 
Statt, der König vcrxithtet auf jede fontrule; too dem Eitrajc dcishcll»*» 
verspricht der Kurfürst dem Könige die Häifte abzugehen, d<^»ch unter (» 
Vorniis^eizcitig, da^,^ di^'^^er die iStaüde des Her/u^liuT]i>: dam bcwt-gt, ein» 
t-'ontribution für Bau und Unterhalt di-r bfiden Öcefei^tungen zn l)ewi]lig¥| 
— , «ndlicb, der Kurfiirst verpflichtet sich, unter Vorbehalt der Freiheit, 
wieder entlassen zu dürfen, einen von den Gebrüdern Spfring als Dl 
rigenten des ganzen Zolluniernthiuen j; in ^eiue Dien»if-e x| 
nehmen. 

Die plötzliche Nachgiebigkeit des Kurfürt-ten wtrrt verständlicher, we 
wir die ganze puliti^che Cünstellation dieser Monate in*s Auge Jaseea. 
wisü hatten die gros^ftcn llaanaiellen ^'o^theile, die das Unteraehincu zn bieten 
f-cbien, fchon an ^ich viel Lookendejs; rndet^!! kamen duch jetzt wol noch 
hpeciellerc Motive hinzu, die ihn bewogen, dem PoUnkönigt die Hand zu 
bieten. Kwrfürst Georg Wühelra wnr nieht unempfiiaglich für den Reiz und 
den Ruhm grosser iStant^aetiuncn, es scheint naiueutlich In djepen seinen 
letzten Juhresi luüticbes von dem, was die brandenburgiiichu Politik in acti- 
ver Weij-e v^rönchte, auf aciuer ganz persönlichen Iidtiative zn beruhen' 
EbejJ jetzt hatte er eich der kniticrlicheii Politik iiu Keieh mit Eritschiede 
heit angeschlossen, ^eit dem Frühjahr 1C3S waren die hrnndetiburgischen 
Werbungen gegeu Sehwoden in vollem Gange — in der nämlichen Zi 
Töll^og er den Abschluss mit Polen. ^ 

Xon ist e& gewiss tucht ohne Bedeutung, da@s gleich nach dem All 






*'*) Die Acten dieier VerliAiidLiitig und du von König Vladifllar radficirCa Bi 
p)dr de* Kapetickcr Vertrig» (18- Arlikd; dal. Vnriiftv. 6. Aug. 1638] im Berliu. ArolT 
Id Betreff des AbictitusBGB, scbruibt Itoverbeck dim KorfQrftcn, könne er Taüicbeni, 
»idftM fl* Br. Küo. Maj. eo hnhc Freude gpjjeben, nh einige« Glück, bö Sie jemals 
gflbabc'* (dat. CreetauboiT IB. Aug. 16^8). Djibb tls,a KuatundckommeD du Vertragt 
gKüi der pe»üDlicbtin Blnwirkang dea poiniseben Ckaaiidten auf deu RTirfdrsten ver- 
dankt wurde, ererbt fticb dATSu», rloüs nocb um T^g vor dem AbsL-fabt»^ Kn^iebo^ 
an P. Bergntann Bohreibt, er boffe, itijui werde „mit iinvervrcialichcr Manier aus dfl 
Sachen kommen", jcdenfdlU aber werde der KuHGrat gkb „za keinem telunco in man 
dnrchauH niebt Terj4.tohen" (dat. Köpenick 28- JuDi. Berl. Arub.). Tags darauf \f 
der ViMtrAg gcsoliIoBHen. Auch Quverbcck spricht flick gogen Kneacbeck dawij 
aoB (dat. Scbippenbeil 2b- Juui. It>id.]. 

**) Vergl- Drayaen, GeBcbicbte der preusa. P^^litik tjl: 1. 171. v. MCrnil 
MAikiJiclit? KriegSdbcrBten dca siebzehnten Jalirh. p. 947 ff. sieht ala den wnbracb« 
lieben Ratbgebi^r des Kurrüraten in Beiag auf die Werbotigen in d»r Mark Hi 
Georg T. Arnim an. Ancb bei detn Ab$chluBH dea Ki)])enLcker Vertr&gs ist wen 
stea« Sobwartzeaberg^a Haod nicbl la enKjecken. 



— — * 



Giiileitang. 



29 



irWi)>* Ufs K_ÖpfinVker Vprtrai^i's Kurtiir&t. üei>rp Wilhelm — mit ihm der 
etjfii \H£t aus iltii XiciIf-rljitnJL'ii Äurijckgt^kt'lvni' Kurin*iri/ Kri«'<irif'li Wil- 
bdiD — pJeh'iLarti rifus-sfu licffah. Ein uunttlh'ruifr ^rifiriU in iliescm Au- 
reoMick, wo nu'h riel^ii WfiLiTuii^i?ri däe^ lung iK-iihsicIiij^te Ac-tioii in den 
3fDrk<:R cntilieh zur AnsfiihruDp: kommen zu soUcii tteliicti. Dvr KurFür^^t 
liKtr ^lir SfljlimmHtt-ti Zi-iton iiin-r im Lifiidf uiis^cIihUhii — Uiiruui Terliesö 
tr !■* ]i-ut, wrt nVlIeicht zum ('r>t<'ii Male g^lÜL'klit'ln- Erlulge in Ausi^luht 
iUniJtii? K» iVt rtit^lit Wül ander:' ilcnkljor, alA dsss heeittttnuto, in i^rea^scn 
iBunfilhreudetPlärie iliti dunhiu Züjfoti, Allfrdihjjr»!, st-huu t(ic l>iircht'ühraiijr 
<lrr wncu Zollüiaa.-4.^rc^L*! ht^lbst fünlfTU' womüfflicli dii' Anweseiihi,'tt und 
tlif .Utnritit i}i^s Flifftten; dnm, jwifs höclistt' Ijeunruliigt, erliubt-n sich iiu- 
Dfiitiidi dif 8tÄdt* Kontgsl»erg mit t'uertjL-iL-lit'L Wupidiktn und ProletlrMi 
ppeii (lieseUif, und die lti-gimrnt.-;iiitlit* :itlbst waren ilir wi-nip zugi-tluiti. 
Aber iifinipr wm- duoh dii'SL* Mrta><sr«'^i'l nur Mittel ftlr finen weiteren Zweulr. 
i-tlvm m Jahr Iti^T erörieite ein Uiitnobteu über die iSee/AiIif'ruge die po- 
lilischcu Vorlheile, welche dem Kurrürstrri ans der Einigmijr mit Pole» er- 
»*ehseii kt^nntcn; es litdit hervor, wie durch die ^iieuen inid (itfiuliuhe» 
Kni^'i^iiünil zur See ütid /u Lande", die dcv Küiüg' und der Kuriiirst da- 
durch tu die Hand bekiineu, sie di« ^ehwoileii vieDeieiU sehon durch die 
Foivlit tum Friedeu bewegeu keimten, ^uder wul iu effeetu eine Diver^iioti, 
oia m> AUN IVmnierti im ziehen, geschehcu uioclit«;'*'*). Es ficheiiit kiiuni 
JwcIfeiKiift, dusf Oefii'hts[mrikte dieser Art wesentlich den Kurfürsten he- 
itiimnt haljen; *chyn jetzt sprm-h uiun vvjj einer zwiKeheu dem Kutser, dem 
Polcnkönig und iWui ßrandt^nbnrgiT verabredeten Invanion n«,cli Livlami, 
"friii \Htie\i Haltpuiikt der Seliwedeu an dir [Jühiiseheh Küste*«). Zu An- 
Iio^ dei. Jahrrn Kiytf ("niid eine perhöiiliche ZnsHmmeukuüft zwiseheu dein 
Krtiiige und dem Kurfitrsten in Groilno ^tatt; was von deu dort getroffeneti 
Verabreduii^eii vcrlanteie, war, daas der Kurfürsit einwilh'gte, die Zöllerlit- 
tiUäijt in Pillen ntul Mtmcl seliou nnl detu jetzigfii Ki'iihjuhr beginuen zu 
li^ÄPU, ohuo du-td die früller gest^dlte Bediiignug erfüllt war, üa.ss auch tu 
fiicztg, dijui noeb itumer Hidersirebendeu, das gleieäie gesohaLc"); dt'r 
Roiä des PilUu- Küuigsberger Haudel» war daran gewagt — was war der 
Ptns. uiu den jouii es vvngtc'!* 

lu eben diesen Mouat«n rüstete man Ja Spanien jene grostfe Armada, 
Ä — wie raaii hoffte, unter Cunwipenz Carl's I. vuii England - — eint-a eut- 
H&eld^iule]i Schlag gejjeu die Xieilerlaiide rühren sollte. VladiKlav IV. 
tlikud, »i« mit dera KaJ.ser, &o mit Spanien in stett^r Verlfindiiug. Sollte 
^ lifdt'utDugsJo« («riu , dass eben jetzt der Urmlei- de^ KüüigH, Priua Jo- 
biUQ Ca-iiiurr, der vou jeher iu dem Ruf gentaadeu, der haböburgitchen 



•'< Gfllacbten, d«t. lo- Jid. 1037 — ,M "" P B. üherachickt'^ (Petex BergTnÄua) 
itr Vtri. filift liinxu: „So wSrde &. Cli. D. sicli endlich aqcIi LüBser 1hr»r Untectliu- 
Ma, bcTcrab der Si&dte TcrHicliern uad thells deren Uochmuib dämpfeu." Im Wei- 
^D «-«rdeti ä&un die Gründe Jtgegen erOrtert^ tür nrelühe der Verf. sich e&teclieidet 
ifttflia. Atzh-. 

**j Pn/eodorf de tth. i^uec. \. 9&, 

•*■ Lrofnicli VI. 11,152. 



M} 



I !'reiUB«li und PoIbu. 



l*ui'H.*i aiuiiiiii'liörcii. iMiit- Ht-ise nach .S]miik-u murttf:" LTud uiimiWllLiar noch 
tler ZiJr-tiniinenkiml't in üroduo begunn dr-r kaif^erlinhc OJji'isl. Hcrniauti 
HüMtli in 'JpDi liorzoplidnH Prcijssi;ri, niiKfliHrh auf «k-n Xumcu di's Ktti- 
(icrs uiiii zur Ai)rijliruu^ nach Dtutt^clilaiiiJ. in ikv That, um damit einea 
Einlall in dfts buhwedisclie Jarland zu uut<^riielunL*n, Völker zu worben. So 
entscliiedi-u nmdinmls nütli dem JSflieitfrii des L'nteriiehineiia jt'di? MUwiw 
st'iiwcliiifL liruiidfii'irjr^isuhfrtseits abgeleugnet, wurdu, 00 ivhr maii sich auf die 
bona fidofi berit'ff dase Bootli seiue Trupjitii naeli Deutschland führeu wUrdu, 
«"bonso pr-liwor ist es in der That, daran xu zwoifeln, das.'^ Tladi^^lav IV. 
und ILieurjT WÜIil-Iui dücb die liäiidu vtv>ü> ucfer iiu Spiel gebaijt Uabcu 
mögen**). Fiii' den Erfolg der brandfiiburj^iscLeu Uiistuiig i» dt-n Mar- 
ke», für dte WifUiTL'i'uhei'uiig rdmjucrns war dit-iie Diveistum imeb dem 
t:ehwtUIacbt'n Livlaad^ wenn sie gflaog;, von viclvcrnprechttHder Wkibtigkeit; 
tili" Vladisilav IV. bedeijt^ete sie, dass mit dorn Erwerlj Livlaud* die »Stellung 
Uli der 8i'ekiisii:- viTvoll^täudigt wurde, die miui durch den Kcipi-niekcr Ver- 
trag in rillau uud Alemel eiiisanelmien beguunen hatte-, die aber uiaiiuer 
vidier war, »u lau^e Schweden n>)t:h in d^r l'hinke Ui-n Hafpii von Riga 
iiiiu- hiilU'; liiur trat nun, uie vn st-heinl, die Keeliuuuji,' tinl' dti' fipuniÄchc 
Armada herein; Itaitv diewt- üIilt die niederlaiidi^ehf Klotte gesiegt, su war 
daH Hauptfnndend>M hiuueg, welcLeti di-i' e.jia[n>iL'h- ü i^tr eicht t<c heu Politik 
WL'bcU-, i-ndlich aufb vou der Kee her tfotsebeidfiid in dit baUi.-chen Ver- 
h^lIlui^^e cinaugreifen — daim brö<-h da> I^ul^i^(■ll-h]mnis«■|lf itiinduisH zu- 
mifhsi iibti* Danaig tei-fin»*), üu Bunde laii liubt^biirg aar See und zu 
Lande hrauh der Kuidg deu Truts: der deut!<c!te'n UaiideUstadt uud viel- 
leicht di-n (<einer |H)hiiseheu Staiidi', in ähuiichfr Wi'is*- wurde dei- Kurfürst 
Herr im Ilerzugthuiu — dann war l'ä Zt-it, di-u Zug: tiarh SuhwedfU aLZU- 
treteiu dif k»th<dirfhen Wasa wieder hi ihr KrlttlH'il i?iii!6U>5etZ('it, ilen Krieg 
in de» Feiude^ Hauptstadt £» endigen. 



"*) Es kAm«n bnid n&ch dem Scheitern de« Untern ehm^ns Patci^tp und BUnquet« 
zun» Vor6c1i4'm, mit tl^r Untursclirlft dea KiirCnisteii, die eivb im BeiiitK Booth*» bc- 
fatidcji j det KuriiiiHt h&tl« ibut ftniei e'tu C*iit Tut SOOO fl. pol, verpfändet, dt« Ori- 
jfiriRlvcrsüLrL'itiuiig durüber riuchtv dnim bei «itieni Gaslwirtli In lljitiiburg üuf, dvni 
fri« Booth verpfUiidct liatte. AU dies und die darjiuit aLlgi;in«ln güzogcuen CoQKcqiien- 
%ea dcbreibt Graf ächwartztsnburg in Chiäoni dem Kurfürsicn; aui dem gansen «icbr»i- 
lico gebt uDKwcifethaft hervor, Aaub 8cIiw. tor dieaca Gngagciueuts mit dem Ober- 
st«]] Düuth bis dahin nichts gewusal (dat. Spaadiiu IH. Ang 1040). In der Antwort 
khnt Georg M'itlielm nucb gcgCD 6'cht». Jr^de MitwJBScjiscIiuft an dfn Pläiteii BoDtb''a 
db , aber er bfikenat sieh eu der (jutsTtirpfandung und ]>CBiirirngl ^chw. die Vcr- 
scbreifaiiDg i^liic war Tlir f>Oü Uth ftlt) schleunig ein^ulüAen (liat. Künig»L. 32. Sept. 
1^40. B(.-rl Arcb.), Auf die ang«bltchea Entbütluügc-n von Schivartceuberg'a Ver- 
tTBUteiii, Heinricb £lirört (b6i CoSinar, Sdmartzenbärg p. 39Ü all ifit wol nicbt 
viel £u geben. In dem Boiicbt des Theatr. Eurnp. IV. p. 70 werden die Trappen 
tiöotb's gcr&degiu „ Brau detiburgi seil« V()lk«r" goiAnnt. Vg:rgl. (iu«:b Pufendorf de 
reb. Sueu. \l. 81. 

"*) Auf dieses L3t wul diu .\t:ua»eruiig des fraai£ÜBi»cbGa GeHandten d'Avuiix Let 
Tufendorf, Krid. WUb. I. ^1 zu bezi«ben, wo or sagt, dju9 dh Hpunier dft Abilcbi 
bitten ,,iQ Mu*! Baltico portuin tJiquecn occupve". 



4 



Einleitung. 



31 



SokLcr An »ordr'D die Plane gfWL'bi-u hfill^ luil denen umu sieb iu 

dW'»!! Monali'« in Polen und PrpiijjKcn trug-, dii? man in Gradn« besprach. 

Ähff f'riiiÄ .Jiilutnii riifiiuir, nat'hWcin vr üIiit WiiMi ninl Mnilttiid rpiüi-inl 

tich in ("it'ima utw'li t^piujit'n cingt-M-liiOt ImLU' , wurilie in dvr i*l"iiVfüCL*, wo 

Ter Uülernepti' Uiidete. luif Bi-fflU rtor franzö^iHcben Rpgiprmij^ fei^tgehaiteu 

(V.MaI I(>3H) uihI Mieli hU Um rolfCf-'Uilr Jahr in friuiZ'iHhiilier (Ji-fanfren- 

jrhftft Uh* riitrrnflinuMi (!<•« Ohcrsti'n liuotlj ^i'trin Livluml schlup vull- 

i »4«]i(lig ff hl {Auf. Jnli lliäU), und nmti uiiissre sich hcoüen, ilin in osteu- 

jtfiuicr VVVise zu desmouirtn. Kudlfulj im Öpätlierbst des Jahres (21. Uet.) 

] «chlii^n die Holländer uiiltr lUuu Aiiuiiml Trora]! dir- (^pani^clie Floiio iu 

»li-ii [Itnrn au der onyilirL-lii-n Kü^l<i■. 

IHe pruK^r Coridiiitittii»! war somit uul ullcu PuhkEcji zu Soltauü^u ge- 
vonka rnndtU'lliur unu-r dcnt EIndnii'k iiml waltrHcbciulii^h auf Antaiss 
•Wh Koutli'M'IjiTi Miph'-'i'ftdg- fand i'lm' neue Zu^^iHuniciiknnft zwitH(lii.'ti Vla- 
iuUvIV. und fJivPjf Wilhrlm äu Orti-Ishurj^ Suitt (l-lndtt Juli ItiSi*)'"). 
Vir Hjpven nicht, -wuk dort für Bcc^iicorhung'fii 8tatt gufnndeii Itnbi'n; aber 
niuitwUiHt viMi dt'Tu tVitigress liluwcg üii'hiMi wir Hovorbfck mit ein**r Miw- 
'hii lisch Iläfu'rnurk ln'niiJ"iragl ' i). W'aa war es, diiü die lnddt'n vurbün* 
Mn l''(lr^l(;n ji'Ut durthin führte 1' 

UiT IMhii anf Uvland war g'.'!iL'beittrrt, vnf- di/r spameebf^u Aroiadnk gc- 
ÜBinn trürilr , htimd jt-tzt [joob 2u urwarti'n. Alter wä.hretid die geboS'tc.Mi 
I grrtK^eii ('ri(iilijn}iri"n nn?hi' und nicbr l»eganiit'n ÄWcifelliafT zu 
p in rtifh tue Ptilirlirlikeili'U deo L*iiti'rii*'bnii'us bereit.-* iu reicbeni 

3liiu«f eujipliudeiL. Nach niancberbd ptiuIielK-n VtThaudlungcn war ku An- 
ItJif A^iril \tySM Abraham Sjdring in dif iiine ZMlIvi'rwultung ia Plllau uuil 
Mtmi'l cüige^et/r wurden ^i); nur tnil MüIil* liutli- i-r zugegebi'Uj duas iliui 
«"Ol kurfiiriitfM, nicht ein ,t'ontnjleur~, — dou 'l'lti:-! vi'i'hat. er — aber ein 
li'ijuiii;!* zur Seite gesleill wurde; ah TautiOjue halte er den zwaitzIgsUMi 



*) Von illt^arr l>iHlj(.'r iui:ht Lükauntt^tL ZiiBiiuuueiikiitifi gjlil Hin KcUtion einev un- 
Idmnntcn ScctrctSra Nnchriehl, der Haverbeck auf ikr gleich su erwAbnenilcii Qe- 
slt njich DUnomarV lifgleittae: „Nncbdcm die /.lü^nmincnkuuFl «u Ortflsliurg 
' Kftn. M»j- tu i'olcii und ÖcIiwpiIcut Ihrer CliurF. Drlil. und dem bcidwr rotcii- 
m«iini1inn. Klinigl. Poln. PrinceB-Bh], Chmf. f»li. Priaz und ilc-sseu lieide FrWuIi'in 
feMicrn litih de» äH, JuliJ tG3B lo gmr guleui Veniulimen mit Freuden gepnitet 
■-■ bat *iob auch der Uvrr Ab]^«B«iidlc^r [Horcrbe&k] hichcf [Röni^bcrg] bcfiiidcn 
■tuen, nm v.61lig-t' Abfcrtigang in lii-komrnea" (Königsb. Arct-)' Also eine förm- 
twir li'uuiliriiauintiiinpiiliiitifl ; es i^rgilil sieb daraus, d«8B also Bcbon vor 9c?ü)(ir An- 
•wettheit in Warschau im Uctüber Ititl Friedrich Wilhelm in iic-raönliolie BerGh- 
nt&g Bitt deiu pDhiiucbcn Uuf ^««kumiuen war- Ilivber «der auf die Zusamnießkiinft 
n Qh)4»o geiiört wiil auch die Noli» von Lengnicb VI. ji. 184, daep Kurfdra: Oeorg 
inibaln »tob bcDiülit Ihaho, uocb b^i seinen Lebzeiioo die preaa&iHchc Bukbnung für 
Minen ßghu iu «rlang«T>, 

"; Scioo Instmctiun nl vom 2. Atigmi t(>3tl- Am 31- Aug. Aadjens bei dem 
flalg 1d ÜJÜclicudt. (KvuiggU, Arcb.) 

'') iSciae Bestidinng aU „Znbags verwaltet" duL K&n[g4bi;rg ti. April 1639. (Kil- 
alplt. AsKh.t 



.12 



I, PnasäeD and Polen 



PliMJui^ voD allfii eiuküiuiuuiidc'n (Jelderii gefuriiei'E uiiiJ licjriiügle wcU fod- 
licli mit dem tlreisr^ig'sten ; olijfleich t-r im llide des Kiirfitrsteti allein f^tand« 
Lultttf ijocli iilly:<?mi'iii dttf- Missiirniieii, üa-f^ lt mehr in piduUcheirj alt« lu 
bmiiUt'iiljurgl&idu'UJ odtr [jrcutisLsclieui lüteiesssi- stfüe; ^elhut Uforgr Wilhelm 
war nicht g'ajiz frei duroii, hher in st^iiitT Ue^uülung hntte er ihm /usicbfni 
lüüB&L'ii: .wullcu Um* auch geptn ihu, wtiuer un^t'härl, au kt-iiier Uiigiiadeu 
bewi'geii Ittsseii"' * '). 

So, uuter Minstr«uco und MisshtlliKkfiteii aller Art, hi'gaurt die Aq6- 
fuhraiijr ilcs KöpeiÜL-kfr VertrajjT;. Vud uuik s^cJdup; sell»>t di'r rtiri fiuaii- 
zit'Üe Tlh'il ili-r Muu^i.s^'ll'gl•l fulil; f^tatl des; rcic^hcji tJfwiuus, di-n S|iiniij^ 
vorhi-ij:Sfa baUf, btTfclmetiMi dit' kuTfürstlicliL-ii Kiirihtii lii'ri'it."i In Ut-u LT-iteii 
M<matfii i'rbeblicbe Mincir-rcintiahtrii'u, war i-iuc ersohreckeudo Abuahine (Jfs 
IIuiidi'lf-vi'i'kL'hrs tu den beidt'ii Hüfi'n nu bemerken. Niclit wol, das* die 
Iromdi'ii Kiitiftuhrff ts-ogi-n tlvr ni'üHMi Si't'zuliige die Fnlirt iiai'b K<migsber^ 
gfyLOumi bättt;ii, über iiutih L'iiimiil triU Künig Christian vm\ Diinyiuark da- 
zwischen. Wfthr ader uiiwnhr, dass die Furcht vor d«u Si)iring in Fillau 
ilm* M'iiie Einnubmeti im .Suiiiif kürzto, er ti'at jetzt in ähnlicher Weise ffe-j 
wühsiUM Aiif, wie .luhr.' zuvor lici Deinnig; ilie den ^uud |m!-(jii-pndt'ii St^hiflc, ' 
die nach Königsberg bestimiut wart'ii, wurden anjjelndtt'ei , .bei Verlust 
Scliiffs und Gut«* ibnen untersagt, dahhi xu »iej^elu; wun Ü2 iSrhllfen hatte, 
iiniri Itereitii iu dcit er^tt^n SchiH'urLämuutLU^jj des Jaliren lÜ'S'-J Kunde, lUel 
HUf diese Weis*' gfzwunjrfu worden wjireUj :iifh niieh «iideren Hafen xn ! 
wenili'u'*). Wiihi-L'üd DunÄig- unter dem Schuta Daiieiuarks sich alh-rj 
Sicherheit erfreute uud der Handel ihm zuatrömte, schieu t's, iU^s Chri-f 
stian [y . t'fitselilossen wur, untweLter Ki:)iii)r?^lier)< :äu ruiniren, uder ilit- Auf-] 
heijiMJg des ^SpirlngHehen Zolls" zu »TÄwiiigeii. 

\)kr<f Maassregelu waren es^ ilereii Küekuahitie Hoverbeck w Däne-' 
mark aufwirkeu (^nUte; andere geheimere Auftrage, die uuri nicht bekauüt 
tjim), sollten uacL folgen; indess ^ebeint seine Aufnahtne in Glückatadt, wo 
er den König tral', ein« ziemlich kUhle gewesMi zu hfin; er kehrt« uuver- 
ric^hteter Dmge Kui-iiek'"). 

(lud uuu hdireu dh' Schwifrigkeiteu fori sich jsu haufeu; der Jahres- 
ftbschluss vi>ü 1639 xeigie ein »ehr nugüüsligeä Resultuf«); Uu Frühjahr 



") Sclbat DucL ikUiiru Bofürclituufcii Uii<.'Lca ^nt 1d dem PrüCukulI einer uu 
2^. M&rz in Oc^gtinwart doK tCiirf g^hakcnen Hiuuiig ilor OtierrAth«. huisHt «»: ,,8ou- 
j!t«ti Irnlttn {. eil. D. dnvur, doN« der CommauJaiit \\on Pillau) aß* <1ie 8pinQg| Atteb 
Aabtutig gijbe; deoii wer wciis, ob ele bo giu polniHch nntin, aIb »icti stelloa, wttU 
der Brflder awet noch io Schwi^discLtn Dierjatcij sein'* (Künjg-^b, Arcb,)- 

^*) l&strucliou rfir UoT>::rWtk mich DUnemark [ttot. US) 

^<) Benolacian dce KünigH von DUnemark dit. GlUckstodt 18. 8flpL 1639 uud 
wbd«rbolt ftm äü. 8opt. iKünigsb. Arcb.). Noch währcad Hoverbeck UDterwiege i»t, 
achreibt der König &a Jeu Kurfüraton ,dal. Varaaviae .... Äug. 1(kJ9- — ibid.', iän 
»obald der crate iJcsch'C.-id dua Düui-nkiJnigs cin^fetrotfon sei^ dum Qcsiutdt«ti ciue wci> 
tW3 veLeimcrti lualructiMii j^ii geschickt weidt^n sidle. EJoreilxL'Ck äcbcitit diesü^ iiiulit 
Abgewartet KU babcD. 

^"} Ein bei den Act«D beündUobqr KecbnungsnaobwotH far dsa Jahr 1639 gibt 




I^iuluitang. 



n 



lÄW tiepann *l<r K^oig von Dänemurk zwar dii* Stra.-^e tiat^h Pillöu wieder 
freuD^chrm, nUiT it **rhüb von alli'ii (inliiu br>^timiiiten SobillVMi den iloiy- 
pfltra oijpr dn-jfafbi'n Äuotlzoll; aiir d^m KonjfrwLprgpr LandEng' vuii 1640 
wtirie tiw Killte j^egtu dtti Öpiring'dcbcii Zull mit ütigestürji erttuheii. uud 
tat ilei) [»ohiiHcUen RfichMtagen führten nanjejitJich dio littauisrhen Latid- 
tHTit^L liio ^n'ftilL!:^t<Ml BpM.-bwtTikii ; auf dem (.iriinde allt-r illestn* yeliwicrij?- 
kwu aber lugf-ii doch dt-r Htis.-i ujiii die Befürplmiiijfcii, die stell aii den 
Nimeii d«r Spirinp's bijijpfton. Schon im April 1040 beanftpagte der Kur- 
lli»i Hoverheck , deshalb die gcelgmiten A'orstelhingen bei tleui Könige zu 
Bichen: ,und befinden uriujiigaiiglich zu seiu, (las.v Wir zu A'erhiitun^jt dfs 
m Aufren ■^k-itenden yeltadtnifi den Heezulitge Verwalter Abraham Spiriiig 
tcfilfi) abschiiifliMi uiilsscn* '"'). Aber gerade auf dieKcm Punkte besUnd ü**r 
Kilm> mit Ft'srigkwt; er verzichtete lieber auf eiuo erkleckticbere Eiti- 
BftKtne, ids uuf tilf An-^tellnTig dieses Mnuries in Pillau , wo tr sieb doclj 
ridleirlit nov.U gute Ilie^^I(■ zu geb'geijer SSeil von ihm vi-ff^praeh; man rjiirfe 
w rwch nicht uttcldajfteu. schreibt er dem Ku^fü^^teu, die Fremden werden 
rii'h in'huri fügen, nenn sie Tleharrlielikeit f-ebeji'*). OtT A'erbtnf der weN 
Ittbiü i)ii >'in-euibrr des Juluvs uii den Kouig geriehtcteu ^'orstcUuiiigeri 
OBii Vorsehlage ergibt ^ich — er war ebenso ^-ergeblieh — aus de» ersten 
il»Turil«*ii atigedrucktcn lielfttiouen Hoverbeek's aus Warschau (22. u. 26.No- 

I^i^i war 4|ie Lupe, in der sieh diese Dinge liefanden, als Kurl'ürb^. 
(t*ürg Wilhelm jiJurb. Mau sticht, sie war hier wie uu tuideren Stellen voll 
<!w kchsteii Schwierigkeiten. Vuq hier- ah wird man deti weit*reii Gaiig 
iii^ lipf Reihe der ujili'ii veriiffeiithVhcen Apteiiftiicke erkennen. TTeljersieht 
iwn 'Icii Zuj*arinue(diaiig in der Weir^e. wie wir ihu auf/.u weisen get^Ut-ht ha- 
^*L. m Hin! e« dentJicb, da^s der bedentsumste Schritt, womit der juage 
KuffTim seine Regienuig in Prt'UPsen begann, die plötzliche Entlassung 
l^piriüg« ans seineu Diensten war; es war t;in Schritt iti demselben Geis^te, 
«ie *!ii) NcHtTulität niit i^ehw^-den, wie die Entlussmig der iu den Marken 
pwurbeiieii tfoldatei^ca. Friedrich Wilhelm tichlua.'i damit dem Frieden mit 
wiaen prposfiischeu Standen, wie er ihn durch jene Schritte mit deu märkl- 
•tiicfi hehJas)^; er rifJH sich \Qi ans der Uahii abenteuerlii-lipr Pläne, auf ditr 
*ich (itjorg Wilhelm in seiner Y^rhüuluDg mit dem Poleukünige hiitlo fuhren 
Itowni. Xoeb schweblc jetzt ein neues Project ühnlicher Art wie das vurige 



mli Ahng der Unkoaten und der Einbmae an anderen Zöllen den KcBt des wirk- 
licttn Ertrags auf 2&,97(i Rth. 8 Drp. {Dreipolchijr, 3 pulki , eiDe polnische Mückc 
^ WrKh von 1^ pula. Groscfaeti, ÜO &uf 1 Blli.i au. Vergl. unten noi. T^. 

*"} SchpBJbißD diuf Kutf, an Hoverbeck dat. 18. .Ipril 1640 [.Kiinlgüb. Arch.j. tibi 
in i.cC«i] iJB^t eine liereits ausgefertigte Ordre An Abrabam SpiriQg vom 13. April, 
..au hocbvrhtb Uelzen und nnumg&nglicben Uräacboti" mit Erbebnng der Heezulage 
iaac tu Lülcen, rndese nntcrblieb dio Absendung, 

**1 UaI- Warschau If) Juli 1640 (ibid.). Hd ulioli die AeiinaeniDg dej Künijftf 
ä am unter ilen AclcnfttUcken mitgetb eilten RBtalLitiL Uuverbcek'K v. 22- Xuv. 1640; 
nte»! wenn Ihr gl«icb riel Milliimen Mutzeua gi^zuigt würden , Sin d&anoch lieber 
Qm dtm alleti hellen, dann eiwks «nden» annvUnica wollton." 

Murr, rar Uncb. •!. I<r. )iut<liri>ieii. I 3 



M 



i. PtavLBBtn und Polen, 



iu der Luft, da?; von Hans Georg von Aniiiu entwoi'PetJi', »iid lien-its wäre« 
Palen und Prciissen wir*icr tief in rkp^oHno vrrwlckf'lt; der ui-\w KiiHiiMt 
waiidtt ilini den Riirkoii; er stAtirl vom Ufgiiiii i^nin-r Kr^iuTuugr in der 
tlebcrzeupiiiiir, daps aus licr iiuhdlvollcn A'erwirnjng flicHCi' Zeiten dov An— 
weg nicht dureh Htirulstreiehe zu Hndcn fici. 

Mit diT KriLliis.HUup iS]tfrin>fV nutflitv der Kurrüivi nvh wun\vv zitm 
Alleinigen n*.'iTf*n in den Ilafcii i*cinci^ Lanticfs; alier es wiiiirtp nucli Jtthix 
lang, che er d&zu kam, fidi vfiTlijE: au8 den SchliuicelJ loszumadion, diu ihm 
sein A'orgjinpor hintiTlftKst'n. Die Friifre der prcnssiseliPri SopKolIe blieb 
noch immer ricgonstiind lior Vcrhundlnii}»- — ji'UL rrfilich si*ir der Entlns- 
-■'Uiij; S|>iriiig"s «"ini- Fruge von uit-int nur liiuiwKii.-ller Art; e^ liimdelce sieb 
nur darum f wie langt noch und in welchem ^faajsaL* unf diesen Titel bin 
(ii<* AuF=hontuug rrciL^fPiis zq Guui-ten der königlidien Kas-sen dnueni wiirdv 
— die ncno Bf^Ielmiuig ward mil. dcni \'i'rtrag v«.piit ö. T)*'(br. I*i41 erkauft, 
mit der Fnndauer der Theiliudnne fies Königs au den Enrapeii iler Sec- 
zi'*]\e; dftÄ withrte bis zum Jahr 1G46; da. /.erri?-?^ der Kurfürst den letzten 
Fndcn, dfr von d(-m Krt]M-nr<'ki.'r Vrrfru^ Iht ihn nui-li hi^-lt — er enjisirto 
dii' i^imKO SfLüuInfii', an WL-k-la-r der Aiis(iruc)i drj^ Kiniigs auf I*artici]M- 
ning hfllU'ti'; in WirkJicbkrit. «nch J^lies ebenso wenig eiiip rigmtlietie Re- 
duction der Zullehmalimi'ii idf die ft'ülier besproeLcuen aiigehliehen MaajssTC- 
gphi dieser Art ' "); ilie knrlnrsiliche Z«llJcffc>s(.' t-rlitr dndurch kt-iuL* Kinbusse» 
aImt dem K^'Jniy; von PnU-n wnnl das Ib^SS gewonnene Hi-elit iMitrih-^em, ans 
dem [CrLriig der preussi.'^riien IliUVn unil des in-enssi^elu-ti HiuideU eine feste 
Kiinifthme zn gemewsi-n. König VladisUv lY. hat fart^n keine weiteren 
Versnehe gemnehl , die llpir>rhrtrt. der priMissii^eheu Häfen dem Knrfiirr^ten 
zu pntrei>si'n. oiler -ie mit lIiiii kii ilieili'ii. Nsi-eh dem Tnde ?ieiner uoitrei^ 
ehii-ehen GeimiHn, nach sdner \ erniälnng mit der ibni von Frankreich zu- 
geführtejv Miiria von (iunznga-Xevers (ltJ4ii) war es dem fniiaöwisehen Ge- 
siindt-en de lirefry voilKtiindifT gelnngen. ihn von der habsbiirjiiücheu, Piilitik 
zw Trennen; der Türkrakrieg, drm fieilieh ein f.'benjiO deiiiüthigeade:* iSehel- 
(4*rn Ijestimnit war, hil- den JVühereii l'rojerlen, trat von da an in den Vor- 
dergrund seiner Q(?danken und gab seineu liodifliegenden Plane« fiirs näohi^U,' 



I 



■") Eine Zasammen Stellung des Königsb. Arok gibt rfi« EinrAhiuen allein d^ 
„XAnSgabt^rgt-r AnlBge" in folgtnder Frogressiun np; 

1Ö40 — 70,Hl Rth. 1»^ gr ;po]ii 1 Btb, = m gv.: 

1641 - 82,821 ., 4^ ., 

1W2 — 92,693 „ 24 „ 

1G43 — 77,r>94 „ 2 „ 

1644 - 90,0it2 „ — „ 
Die riiBohe Steigoning der Einnahm'' nutili der Entfernung Spiring's ist erBiclitlicIj. 
Das» Tun Iti46 kd iluiL-h dir Cnsaiiiiiig der ,,HeeKitlnge" iIh' ZnUüInnubmttn des Kur* 
[■tlrRien nicbt j^^aolitiiitlerl nuL'den , trkeant mno \iua den Tierzugltclicn I{ent^ibüchc>rn 
Aer fiUgL'iidcn Jithre iKimigsli. Ajoh/, wu <ha glt*ii:lj lioheo i^ummeD, nur auT auderc 
Po»t(3U vertbeilt, Tviedcrkeln-cii. VergL aacli die RnUtionep HoTerbeck*!) dnt. 11. Mai 
ll>4i> und ig, Vtht. lUd- 




Einleitung. 35 

eine andere Richtung'®). Die Spiring's scheinen nach dem Tode König 
TladülaT's sich auR Polen nnd PreusRen zurückgezogen zn haben. 



") Der Magistrat von Lemberg empfing den Künig, als er znm Behnf der Rü- 
ilungeD im Sommer 1646 dorthin kam, mit einer Hede, an deren ScfalosB es faeisst: 
ScTeDiuime 6ol noster, nunqaam nobis occidas, vel si non aliter per fata licnerit, 
aoD prioB occidas, quam OrientiB Toceria Imperatorl (Könlgab- Arcb.) Schon 
Gtutir Adolf hatte dnrch Hinweisuog auf die Moldau nnd Wallachei Polen nach 
diaer Riobtang bin su divertiren gesucht. (Sienkiewicz ScbatzkasQein der pol- 
aiiehta Guchichte, bei Wuttke K- Friedrieb's d. Or. Besitzergreifung von Scble- 
lidü II. p. 69.) 



3* 



T. Preussen und Polen. 

1640—1650. . 



1640 
82. Kov. 



HoTevbeck au den KuifUrsten George Wilhelm. Dat. Warsch« 

22. Nov. 1640. 

[VorlHufigc BcfliircDhangen Hoverbcck'fl mit oitizclnen polniFclien tirossen, Abueiguiig 
de» Königftf Buf di« neqon VoneliiHge dea Kurffi«teii eiiiKugehen.] 

E, Hl. D, soll idi in ITiiteiÜiiiniKkeit iiitlit mivfri'ni^det lanaen, 

wekln^Tf^cHtalt, wie zu meiner Aiikuiiit ifli liiii und her Ktmdirdt, wa8 

vor Hindorniftfte mir in meintT vorliHheiiden N>ß:ocialiun ') müditen im 

Wcp:*' »teln'u, uml Jun-h welclio und was vor Mittel dieselbe befördert 

tiiiil v.u K. (ii. I>. InttTitiiiu j;fricli(rt werden könnte, tmr wetii^ erfreii- 

ticJies TorktniiTiieii : diiiirt dasn H. Kön. Maj. vun, keinem neuen Vur- 

selilas" lillron widiten, »ondern s» gar uff dem vorigen beötUuden, daas 

Sie sicli unter!*H!ied)irh dieser Woric verlaiiton IsHsen, dass, waun Jliv 

Srleich viel Millicmeu Nutzoiis gezeigt wUrden, Sie dannoeh lieber Über 

ileui allen lialteii, dann etwujs anders uunelinien wollten; dabei !Sie 



') Di« InetrucHoD Hovetbeck'j, dat. Königberg 8. Nor, 1640, entb^lt di« folgen- 
den pQbkle: 1: Die jctKt in KiJntgsbcrg verAucnniEllen ^Stabde 1>GUIagcti aioh »chwer 
Über Abrnbitu Spiring und vexlangcn, iIilbb nacb iulialt Aas Kopemcker Vertrugs äia 
Se^tiliig« nut) nufliiire lind Spii-ing aua rillmi «ntfenit wcrd'ß- 2} Wenn die Zujjge 
fflitdftucrt, RoTIen die i^tAndä in k«inc Ci^ülribtiliDn willigcti. 3j UB,n »ldsb dca Htän- 
d«ii IiiertiL aacligeb^n, damil sie wieder EtiViS coJitribuircQ kiJoDGii. 4} D«r Kd^te- 
nicker Vertrag l&iift jetst ab; d«^^ Nutseu deaselben bat aicli ala ein geringer gezoigt: 
,,su ballen die bi^idun ObeislUnde des HerzogLliiiuiH nff ein ander und fli^lichor Mittel 
gediicbc, wie dw laadeafiiratllclicjD Herrtfchaft unter die Arme za greifen und eu beifen 
und eine dreijJlbrige tlmlagr hiezu uffm Land wni id Stildtcn gemilligeL" 
b'' Der EuifürBt verapricbl dem König, dass ihm der «injAbrigc Betrag dieser aGene- 
raloolagc' iiikommen aotl. was ibir ntchr einbringen wird, nia die Seezutflge ixt 9' od^r 
lU Jabrcn bringen n-Hrde. [Künigsb. Arch.) Die „GenerilAiilage' entspricht der tpU- 
tervn «Accisi-'''; die Stellung der SrHüdc dazu ist biet achon die gleiche nie auf dein 
Lnndlage vcn IfiGS. 



ßees&«ll oder Accüie. 



37 



» 



«iann aucli so \iel ArgT^'ohn- und Miöstrauciii* gegt^nat E. Cli. 0. ht*- 
ttaf^, iih mtiast«^!! dipsplbp Iliri? Stämlp zu dieser WiderfirtÄlichkcit 
»füftt angewiesen haben, 'datuil Hw nur Ui"sach untl Anlasi^ Hberkom- 
mcn nnVhteii. die rrmeial Aula^^**, wnna^h Sie von de» vim dem Krve- 
srhci'k >.fel. .Scbickung an getmehteit. in dem .Städte Königsberg ein- 
^ifllhreii. 

DüBselbe mnss ieh um so \iel mehr vor wahr halten, weil mich 

'iiV he\ K. C'h. D. anwesende Königl. AbgeHand(e selbst durch i^iclirei- 

f»eii ln?riehtet, es wäre ihnen iifF ihre bewegliehen liemouiilrationen die 

4e«olutioD Äukummen. sie &ollien lieber den Landtag nffs neue uff- 

rt<^>s*pn, rbinn im geriu^sten etwas weder in re ipsa, noch in mudo zu 

iinclpTn iiachf^ebeiL 

Bei goleher Beschaffenheit nun hab ich nicht vor rathsaju bcfim- 
^Xi. tn) gar hitch drauf zu dringen, daas Ö. Kön. Maj. mich v<ir sieJi 
c«ralten und E, Ch, D. wirlbc^-^rtindete und erbphlii-he Itaticmes vun 
ijT gnädigst vernehmen v^^olUcn. Uaiin einmal ist mir nicht anhe- 
ilt, wie schwer es sei, derselben eine von langer Zeit eingewur- 
lli'(*pinion zn benehmen; zudem so muBi* ich in Sorgen stehen, weil 
Herren Abgesandten wieh iiff meine Auaflihi'nHg in ihren Schreiben 
Igen und i?f. Küii- Maj. dadurch kund gemaclit hiitteri, was ich an- 
«Hiißien wUrde, täie dürften entweder, me Sie uff vorigem Kcichstag 
ethan, da ich wegen der Englischen Caution zu jiroponiren gehabt, 
ich unter dem Practext Ihrer Recidiven und vorgenommenen Cur lange 
Äcit rnil der Audient/, iifflüdten, oder aber atrtci gleieli mit einer ab- 
»dil&gigeri Antwort abweisen imd dabei befehlen, ich stillte dienelbe 
K. i% D. unterthäuigst hinterbringen , inzwischen aber gegen keinen 
peiicnkcn, wa» r.wischen liir und E. Ch. D* vwrginge. 

Albti hab ich den Herrn Krön Obcr&ten Cämmerer Kazauowski go- 
WtPii, er möchte mich itwar anmelden und um Aiidientz anhalten, aber 
di'cli iiiehr sonders draul' dringen, sundeni vielmehr vorbengcn, das« 
(lifwUie mir nicht ehe ange»ct/.t wllrde, Iüm die Herrn Senatoren und 
orfurdevat er selber und der ßeiehtT.'ater hei !S. K'm. Maj. das Eis ge- 
Vitchen und Sie zu Einnehmung meines Anbringen« dispimirt hlLttett. 
Inmiwhen hab ich, u'cil in^Heuhini in niiM-a war, der Lnndtag m?ielite 
iilfgeKlnuhen werden, haupt^achlieh, so \iel mir möglich gewenien. ra- 
(Juüfs TftrgeHtclIt, v(>nichiulich aber dieses iSr, Kein, Maj. wol einzubil- 
il<ii geheten: e« möchte vielleicht E. Ch. D. dahin disponiret werden, 
«laKft Sie, um Sr. Krui. iMaj. Affection beizubehalten. Dire Stände von 
»eb ttlienirteii und dessen nichts achten wollten, das« Sie sich hic- 
durch bei den Jjittaucn meiir verha^ii^t machen und die benadibailcn 



38 



I, PräuMen und Polen. 



offpüdircn; wann Sie aber hei Ihr selbst Itbcrlt^gon, da*& durch Pmro- 
irirung des bisherigicu Hr. KJin. Maj. durchaus kein Nntxcn zuwachsen^fl 
sondern es damit, vsio bishcro ^ent^Ldien, ber|a;elieu würde, dass der" 
Spiring du» ripliri,g:stp duvoii Iiahen, !S. Kfin. Mftj- dessi^n ^anz nicht 
gebessert sein, simdern allein imcbselien werden, kihmten K. CK. D. j 
Ihr keine tlotfnung machen, dum bei so gestalten {Sachen iSr. Kfin. Maj.H 
Aifeedon latij^e erlialten werden köiiut*; iinil deswegen witllten Sie nielil" 
uff das Oegeuwiirtige idlein sehen, sondern ^ielmelir dahin trachten, 
dasH Sie ein sicherem Ftinduinont (äeteec, darauf Ihre mit Sr. Kßn. M»J. 
u%erichtete Freundecliaft f,'egrlüidet werden möge, mt 

Sonaten ist es, wie ich inirs eingebildet, diiber;ß'aii^^eii. das» y. Kun.T 
Maj. selir ">lfendirl ivurden, <lass die i^enatdren imt' meine vordrehende 
Inftiiniation flir gär hart, zugesetzt und niehi nur als Uäthe, sondemj 
anch als Stände in Sie ^edruiig^en, Sie wollte die vini K. Cii. D. angc 
bcitcne Voraeblii^'e ja nicht ausschlagen. Derentw e^'en haben S. Kfln.^ 
Mi\), mir durch der Köuii^u Stallmeister, Herrn rhutciihiirj,', sehr ver-^ 
weisen lassen, datt«, da ich an Sic gescliickf gewesen, ich mich cht 
an die Sennin reu adressirt und «liesellie ufFgewicgelt hätte. 

Jet/J. aber gleicli, indem ich dicöCfi Ueriehte, «chieken Sie zu niir^ 
und lassen ipir andeuten, Sie warten meiner mit der Andient?., ieb füllte 
mich ungesäumt bei derselben einstellen, — 



HoTerbeck an den Kurttirsten Greorge Wilhelm. Dat. War^cha» 

26. Kov. 1640. 
(,,Pra8eut. zu Königsberg am 5. Dec, tti40.") 

[AuJien« bei dem KÜiiig- Anaiclitcn tlefl KöaigB ül-er die neu prujrctüte OenerAl 
Uge und fiihtr rtie Einmi&ohung Aar preussiBi^hen StSnde. KranklioU dos KnrfTir 

üöorgc Wilbelm.] 

2ti. Not. E. Ch. 0. rtuli ich in rntcrtbilnigkeit nicht verhalten, das« ich ge 

Rtrigee Tafrew von Sr. Kfin. Maj. vorgestattet und derselben den Vttr- 
sehlag der OeiierEd Zulage nadi Anleitung des vi>n E. (1i. D. mitge-* 
gcbenen MemtirialH der I-än^t^ nach ausgeflihrt und allen EinwÜrlenJ 
so mir vi)n denen Herrn Senatoren entdeck! ivnrdeii. nrts beste mir 
niftglicb gewesen, vorgebeugt, welche nnch dann wul gednidig geh(irt,j 
aber »ich dennoch über mein Vcrliufl'en lolgendcr Gestalt erklärt habenj 
Erstlich vermmderteu Sie eich Hber der Staude Proccdureii , da^aj 
dieselbe alh'y, was E. Ch. D. und Sie durrli dero Abgesandten wegen 
Versicherinig der beiden SeeLul'en pro|niniren lassen, Übergangen undl 
andre Ding, davini in denen AusKebreihen keine Meldung geschehenJ 
dazu sie auch nicht gehören, gehandelt und an E. C'li- D- gebra<'bt;J 



SevftoU oder Accist«. 



39 



E. rii. D. rtuch iliiK'u bu nel rinpcrätmil hätten , tlu Sie doch so f;:ar 
klttTF toxtti*^ in pactis vur eich haboin, rfjiKH. liie StünUo gar nirht d:izii 
^hÖrPii. wciii^pr ihr<VinKcns crfonlcrt werden niüsHtc. Hatten Ö. Klln. 
Maj. ce^laitlit nilrr Von E, Ch. [>. vcrstiiiidon, dass dif* ^adi (diiir Ilire 
Stände nicht kiUinlc ^('handelt <pdtT ^^ot^t'hli^sscn ^v^"rd^^n» wtuxloti t>ic 
(ndlj'J derselben allein lücJit tractirl^ Himdern dk- tstände mit äwm gp- 
w>gcn hahon. Ki^ Ttiin-fiteii aht^r K. Ch. l). ansehen, ^vas :Sip tlililon; 
wttrdcn Sie einmal deu Sliiiideu wt viel eiiiräuuppn und dieselVie dazu 
gcwiMuien, diu*« hii* aliimthnlljen die Hand mit drein Hchhijifen. niiii 
Eh Cl». r>. Actiimen in Diaquisition ziehen, s" würden i*]p's bei dieser 
Sachen iiirht heu-endeii Inssen, solidem auch in andern K. Ch. D. Kjn- 
rra^; thiiii und atieh wol j^iiv den ^la.tum selbst nmvii'en, weil ihnen 
diich nllezeit der J>inn dnruaeh Htehe, das« sie sieb <icn Polnineben in 
«Ueni coiilwrniirou inngeu. l'iul j^^ati e» Ihr am meisteH Wunder. dasB 
rlic 8aehe jetziger Zeit sn liueh wi^lle gestritten werden, da E. Cli. D. 
alWmt wi lan^e Zeit in |iosHefttii«iiie sein, die fremden benachbarten 
ihrw IVidereprechens und Oi^iOHitionen si-huu müde und daa Land der- 
s^lltea {5'"*'W(dmt worden. Et* wäre Ihr aber iiieht unbekannt, dass 
ÄescsviMi di'n T)anl/kerii vnrnehnilieli ja icaiiv. nlbiii herknmnie, wekhe, 
weil wi- -iehti, tiast; ilire l^iiiktiken bei den l'reindon lienaehbarten nicht 
vieUerschlagen wollen, sich nun an die Laudstände machen und dureh 
diewlbe dabin trachten, da^ i*ie den mit E. Ch. D. uflgerichteten Ver- 
trag uiiiKtnesen raö^en und dabei gar widerwärtige Keden tTlUren^ also 
•law, me sie» bei den Fremden wnd Landständeu vor ein überaus 
proHN? lie&chwer exag'geriren , binge^^eü bei E, Ch. D. Bedienten so 
gar estnmirtni, also da«fi es Dir mehr Hebaden dann Nutzen bringen 
ItOontP*!. Hütte es aber diese Jahr über nicht sn j;ar liel ^■-eti'ag^ou, 
w>\nirdeeK w«l inn kUnJKge mehr bringen, insunderhcit wann Ö. Kön- 
Maj, ein gleiehmäshigeH bei der ;?tadt DantKig' wUrde eingeführt haben. 
L'ml H;lre H(d /.u wünselien, dass diese letzte Keassiinitiim des Land- 
Idgee ftwam weiter, liis etwa zu Aungimg ile» Vertragri, welches <^lhatpn 
Sf hinzu) Ultimi« iliebns Mail vel piimis diebiis .lunii geschehen wltrde, 
wtre verseiiuben norden; >viv|ltmi Hie gegen die Zeit mit den DantÄ- 
keru witl hiruinreh konnnen wein, wie Sie dnnn mit ihnen lieimlicii 
finr^ angenehme fernonen traetirten und es alliereit so weit gebracht 
dam« Sie «tm vertrauten .Sühreibeii die iiugesweitelte Hoffnung 



') P«Itli im Miicr. 

*) Urbcr du VcrtililliiipB der itrenfisiech-potiiisolien ßtftcite tu. dur Pr»ge d^r Sec- 
<*IUi boifrndüfA üticr dh 'fliipr>jsitiüii DaniigV, iäI miu Rir »lle Mnl »n vcrwoiaeu auf 
Latf Dich Ocatiliklito der |ircujiüiftc}icn Luide küniglicli pulnLaclitii AnthollE Tom. VI, 



40 



I. PreaMcn lind Polen. 



Bchöpfen kflnnen, sie werden in der Zulage Ilir dte AufHicht lassen 
und sich dpro Autimtät iintfrg:eben. Sollten sie aber erfahren, da« 
E. Oll. D. beginnen nachzugeben (wie 8. Kii«. Mnj. dRnn wol wüsftl<*n. 
dass ihnen mehr Bericht al& dcrogelbcn zugeschickt würde )♦ stunde 
KU besorgen, daes sie wieder zurückgeben werden. 

Die grnöse Zulage (also nennen S. Kön. Ma). den von K. Ch. ü. 
gethanen Vnrscblag, sn oft dessen Meldung gescbiebt, and scbeint. dae« 
Sie'ö mit Fleies Zweifels i>lin nur darum thun, damit Sie der ßeipu- 
hH(^e Stätiden die Tnipreggfon gebeu^ dass man ütuen noch ein grös^ers H 
alH nie bisheru getragen, uffbllrdeu wollej würde an vielen Orten und ~ 
durch viel Persnnen mUsBcu eingenommen werden, deswegen dann 
auch wol gewiftB ihrer \-iel ihre Hände damit schmieren würden. Und 
wiewol man jetzti von grossen Einkünften rede, so würde es wol ge- 
wiss damit nieht anders* daher gehen, aU mit denen andern C'<tntrtbii- 
tioneu, welclie noch die Stunde durch scharfe Executiouen niclil haben ^ 
ktinnen erpreset werden. So wäre auch nicht gewiss + dass die Lit-H 
taofr sich dieser grossen nicht viel mehr dann der Seciulage wider- 
»etzen wollten ; dann milUe ea mehr tragen, dann bi^hero aus der See- 
zulage erbeben worden, mllsste e^ sie auch mehr drücken; zu geschwei- 
gen. dass die Seezulage, durch Öffcudiche Constitutionen schon appnibirt 
worden und S. Kiin. Maj. die Littauer davon abgebracht, dass sie den 
dritten Tlicil derselben nicht mehr praetendiren. Die Conformitet mit 
der Dantaker Zulage kcinnte E. Cb. D. gar nicht ku Statten kommen, 
weil die ItespubÜca wegen der Zulage \"iel einen grösseren Streit dann 
wegen des SeezolU mit ihnen habe und keinen Weges EUgestohen 
werde, da»» &ie Zulagen utfzu^etzcn Macht und Fug haben. 

So wären S. Kon. Maj. auch versichert, dass die Städte, welche 
sieb Inshero den grossen Anlagen jederzeit widersetzt und, ilasft siefl 
vornebnilich dadiircli gedrückt werden, dodnciret, nimmer «liein willigen 
worden. Sie wollten aber dem Putict der grcisecn Anlage weiter nach- 
denken inid das ganze Werk mit den anwesenden Senatoren, insonder- 
heit dem Krön (»ross-CautKler, Mberlegen; indessen aber nimmer hoffen, 
daRR E. f'h. D. dero Dignitet und Heputatitm zuwider Ihr die Hände 
werden wollen binden latsscn, also dass deroselben nach Aufgang der 
im Vertrage benannten Zeit der zwei Jahre nicht sollte frei und offen 
»leben, zu thun, was Ihr gefiillig und Ihrem statui zuträglich sein 
würde. 

Ich wllsste mirh nicht xu erinnern» dass die Zeit meiner Anwe- 
senheit bei Hofe S. Kfin. Maj, sich auf eine Antwort mehr geschickt 
oder m Bchaupking Ihrer ^Meinung von so viel Orten und Enden ra- 



I 

i 
I 



I 




Beosall od«r Accisc 



41 



tiancs zusamraea gesucht halten, dnhcr ü-li dann iiit'Iit« anders schliesHen 
kfitiuen. dann (\n»s «line ^ar zu i^^rosse (iffpns «nd AltorarioB Sie »i«b so 
toli! nicht wUMod davon abbringen lassen. 

Derentwegen, duniit rliesetbe mit giiteni Willen zu E. Ch. D. Iii- 
Untiiin ieli lenken niüehte — — — — Hetzt ieli nielit pheii eine ra- 
tiiinem der andern euttcepen. simdeni eg vors ratböarai^te hielte, mit 
nntcrthänigftem Uespect und vieUüItigeni rmschweif vi>r diesmal zn 
plipn. Und dankte Kutonler«! Sr, Kfiu. Mftj-, days ^ie uiich nicht allein 
KIM '. geduldig geluirt, sundern auch das ^anzc Anbringen, uo wie es 
von E. Cb. [). treu i^enieinei und zu deroselbeu eig:cnen Nutzen nnd 
fnjimuen angeHelien, W"l au('{;eiii(muuen nnd deniHelbeu femer naeliKu- 
denkfa sieh gnädijfsl auerlmten; duniil ich dann vur diesmal in so weil 
iiifrjfden sein krmnle, weil ieh mieli versieliert hielte, wann iS. Kön. 
iliy. Ibrcni hoben ^■er^?fllnde nucb die ISaeb Hbcrlegen, Sie werden gc- 
ttirt» befinden, dasK K. Ch, D. deroeelben viel rin mehr- und zuträp- 
UcVres anerbieten, dann !^ie v«n Ilir begehren. Allein es war pcri* 
culum in ntora, weil die ??tande zu keinen imdern Sachen «ehreiten 
wwllten, bis sie hierinnen von E. Ch. D. eigentliehe ErklümuK er- 

^B Allbier tJeteii ^. Kl'm. Maj. mir ins Woii und verMpraeheii gnAdi^'^t, 
I &e wollten die Erklärung nieht llinger alft gegen beut oder morgen 
I verschiehen. 

^^m Damit vermeinten S> Kr>n. MnJ. mieh abzuweisen; ich nahm aber 
^Bl^lbe wicdenini /.n iintenbünigiitem Dank auf und an und bat unter- 
thilDi^t, 6, Kiin. Maj. wollten »ich doch dabin nicht verteilen lassten. 
dai"« Sic glauben. E. Cb. U. thäten hierunter etwas uff der Uantager 
ilrwicbiiug ihnen ku ^^etnlkn; dnuu ieb t?ie vvol gewiss mit Wahrbeil 
venichem köuule, da«« nienitÜK /.wini-hen E. Ch. D. und der Öludl 
weniger CurrewpoudenÄ gewesen, als Jet/iger Zeit j^repHogen werde; da 
E. Ch. 1). nicht vergessen kiUinten, ilass die Studt, wie E. Ch. D. 
wfgi'ü der Öehweden Einfalls in L nglliek gei^ltekl niid bei der liespubliea 
grosw Invidia gehabt, da« Überaus praejudicirliche Privilegimu der 
Tüiherifieglung') auHgeticten, die Ötadt hingegen öich KUiu böch^leii 

*) Auf dem Worschjincr Reichstag rflii li^'}^, «fthrenil J,cb »ibwe*lisi:Ji nolnischcn 
Kriigcs, luR« i>ai]zig ticb diu Privile-giaiu aiittgewirkt, duas di« cb^IiBfbcu UDil an- 
«*"fl lllrtnceischo Tllcher fürUU »UÄscliIieasliob durch deo UanBiger Hafen nach Polen 
«■gefflhn werden «ottten; allea fit-ersrA-iaclie Tuch ^ ■»-ivs nicht den Dnoziger Stempel 
Ufilg». will* conliacirt werden Leog-iiioh V. p. :illi. — tin Jülir l(i47 wurde da« 

£ricder aufgeh ulii- II. S u. die Dcpe»chcu Üovcilicck'a d. J, 2fl :.")'- Mni, 
^7. 



42 



f. l'reuBsen und FoU-ii 



I 
I 



offendirt hcfindc. ilasK E. C'li. [>. unerwartet dett Ausigang» ilir*'r mit 
Sr. Kim. MaJ. vor^icnunirneiier llaii(lliiii^' den KöpniekseLcw Vertrag 
iift'pei-ielitet liätlon, Es war aber E. C'li. H. hei diesem ganzen Werke] 
um den» SläimU" und vnnichiulictr (ianiiri xii tliuu, diij^s .Sie keim' Ajtpa- 
rentz ersehen, ivie dii^selln- rttioilr exuetiono liac »ntvii Piiluviensi datim 
uiiiehten kfiimeii diR]Hnnrt werde», dasri sie die VerjiHepung^ dfr beideai 
Heelinfen , vvelelies dannoeli gleielii^äinn zum Cnndamento der jü^aiiKenj 
Handltma: pniosupponirt worden, über sieh nclnucn. Danii knnnlen Hie 
auc-li tiiflit HO j;ar :iua der Aclit htpseii die viclt'!llti^''e (inereleti und 
OppriHJtiüJien, »o die Littaueehe Stände düg-ogoii eitigewaudt, um derent-J 
willen Sie die Beisorpe tragen inUsHteu, dass, wann die Slflnile «njetzol 
niterhilrt ^eln^sen uiul dus vor^'ewhlagene Mittel der tüonera! Aulnsje 
verwiirff» wenleii sniltc , Jcnei-i aiieli in kurzem mit irntssem Abbruch^ 
K. Ob. l\ Di^niti't und lainUflirstlii-lHT Hoheit dtlrlYe henonunen wer-fl 
den; und d:i Ihre .St:inde jelKiper 'Av\t uiu diese« g-leiehsaiu selbwt an- ~ 
halten, dernelhen fNinHeuK ntl' mdehen Kall schwerlich 7,ti erhalten sein 
iiiiiehte. 

fcknidten hütten E. C!h. D. wol gewUnsdit, ^rie Sie Ihr nicht bewiiÄsf, 
dasn Sie die Stande in einif^eni Stlick beselniert «»der podrllckt hätten, 
dieselbe Hiirh keines jcravainiuitf und id.-su audi dieser Saclieti uiehtj 
Meldung {rethau hitttoii, l>a aber S, Küu. Maj. E. Ch. D. Helhi^iteii er- 
kiiahnt, Sie wollten die Stände dnrtlber vemebiiien und ihnen in billija;*n 
Dillgen Satif^faetiim gphen, bilttetj E. Ch. D. nieht tnehr venvehren 
können, das« riie um dieses Abschattuii^ vtir allen andern einhelliglitih 
nicht »ullten angehalten und darauf »o »teif bestunden haben. Zwai 
hlltten E. Ch. D. J^r. Kbn. Maj. Erinnerung naeh die Stände dieae 
Sjiehen halber lareriie an S. Kün. Maj.. als von welcher das* peklnj;"to 
(iravamen verursacht worden, verweisen wollen; wie i*ie aber da^st-lhe i 
vermerkt, hätten sie (niehtj ^) mehr ufF die jetzige Absehaffun^. atn xufll 
weh'lier Sr. Kon. Maj. Conpens mit erfordert würde, p:edriingen; sondern, 
weil doch auch bis zw Sehlieftsiuig der Sehiftarth nicht nel mehr Zeil 
llbrig gewesen, hei E. Ch. D. allein dantni angfhalten, Sie wollten die- 
selbe versieheriL dass der Vertrag? nicht weiter pror<^i^rt und dieise Be-1 
sehwerde ferner ut'gelilirdet werden Hidle, also dasa der Ueinise an S. 
Kön. Maj. nicht mehr Statt tinden kiinuen. 

Dass E. Ch. D. ohne Zuziehung der Stände super modo et loco 
no^T thehmei nut S. Kön. Maj. schlies^en können, dasselbe wilr aue den 
Paetis Kwar offenbar; es wSr aber dannoch, wann die Worte eigeutlich| 



prH 



'J l\bli im User. 



Bee&oU oiler AimIw 



43 



uuretieh(>n würden, nui' auf einen gewi»tsc'u casum r^Htriu^rl, iiiiinltrh 
d)> ilanii allein, nao» liPtiU'rHfitK Stünde (Uirtiiii Au»ni.'liuu^ tliiui und 
e. fiiit' Xiithdurfl iincl dt*^ Lanitt's N'iil/. 7.11 si-in cniK'ssi'n wUrdoii. K» 
Um aber aiicii (ik'si- Kni;; jHzi^'cr Zeil iiiclil vnv; diimi die Stiiude 
jTi^'Cu iiicht si» woit zur BoNchwerd an. das» cg ehuc we getichlif&gen^ 
is tiaxs es zu ibroDi imrnvindlichon Selmtien und Kacluhnl gereiche, 
ml firArsäiippnnirli*!]. dftSM. wiiiin frlrieli *'tu';iK rite ft Ippliiun inud« 
fingcitilirt wiiwii'u, i*<i zu ihrem t^eliadcn ^Eoreii-lit , kIo diij^^^'j^nn zu 
f<Iirf<cbi'u und uui Alisnlmftuiijj; aiLKuUuIleu Fu^ und Ki^chtcu« ^enu^ 
Btltrt. Die liiMinehbnrie l'nteiHateii liättcu »uar ilieseü Jidir sm-Ii nielit 
w'ii(i*'rllc)i wiii<>r»i.'ty.t. ew wür aber ^eiviü?* iiielil um amlerer rrKiiolion 
willi-n im4-h^ol»lüdien, cbum dai*r* t^k- verliotVt ludu-ii. du!* Werk wllnir 
ajfbl tiin^er «laim xii SelilifMsuiig iler SeliiHtu'tli dir»»-!* Julir uilhrcu und 
mi2<'ll ent^veder giir ;tlige'*eli!ifl\ uder dncli iilV den We^ der n:int/kei- 
Eniapi» ^oriohtet werden; und kihmt ielj nielit iili-selien, dasi^ K. i"li. I>. 
iin*l fol^mds iSn Kein. Mrtj. iclil^vai* zinvaeliseni würde, \vnrm!?ic gteirli die 
K>vv'i Jabr naelt Weihnaditen biH in de» April uder Milium extontlirlt"», 
**ntoniaI doeli die Wiiiler Munato g:ir iiiehth Iriigeo könnten, l?4i wür- 
den «uejj die t>arit7Jier. wann gleich ;in Statt dei* neuen l'illaUHelwn 
dSe (leuoral Anlat^p von E. Cb. l). ein^etllbi't würde, ihr |tmeteiidirt?M 
Ju» drr Zulage dadurch gar niclil vemicIuTt bekiuuiueu, weuif^cr Sn 
''^'Iri. Maj. der Wejr mit ihnen zn handeln und. waw ah^ehaudett werden 
•»»fifhic, zu excquiren, versehliffwcn werden; sinleuial verbulTentlieb 00 
*^«il E. eil. I). als dem 8ta»de ( welehes ieb gleicbwol mir vor midi 
Wlirt und ohne VurpritT" enviihneu tbul) 7jir Cnnforniiruujtr mit dem, 
nWn Hidi die .Stadt Dnntxifrk wHrde aecommtidirt ludieu, sieb wtd ao 
^^■üig und williger ibutiv zu Cifuliimation der (Jeneral Aida^e jederzeit 
^'^*nK*D Hoden laHsen. IndcRfieu hiltlen S. KJin. Maj. de« von E. CIi. D. 
**-«if< treuer AffecHou Ilir an^rfbxdenenen VnrtbeiU /u ^'eiuessen. welelier 
*«afcnn um *'> vi<*I s^'wisincr dann der aus der t^ee/.ubip' verliott'ende sein 
^^p^Hnlp, weil K. Ch. l). lAm eini>re Redingunf^ m« viel aid*ieteii, als die 
*^<'mrat Anla-;e ein .rahr durch tmgeu küuiile, und wüsetc' nistu, uudi 
ulbcTCit srdehe imidtM pnietieirel, diidtii<'li aMer I ■ntersebleit" leiehl 
- ;hUteu. Die hirtauer wilrdcn sieb aneb darüber nicht boaebiACieii 
•^^iuiieii, wauti es mit Cunneus der Interessenten «'inKt-riUirl werden wird, 
" ' »^ nirp dann Öach, dass sie die Paeta urut iu>*'«uderheil das Haupt 
* ' ^Yill^p1nu vui A" läi^il in Zweifel zieben vvolltm. Die ('iMilirinatiun 
■^^^ttnien die Dant-iker aueb vor wieb bloHs Kum \'(>rtheil nicht auzicheii 
^*niiPB; dann M kannten Kieh wnl iiirer zwei einer Saeheu, der eine 
fnit Uccbl luid Füg, der andere uur per uisuqiatiouewi aainassen; den 



44 



1. Proti^aä» Und Töten. 



Littatien alter \vHrde beuommeti werden, dafis sie sich mcht beschweren 
kBntiten , sif würden oiehr und iiff" andere Wels dann die Polen in 
DaJitzig: hescliwcrt. 

Die S»;i<lte KüJiigsberg möchten sich wohl dawider »setzen und etlidip 
v<m den kleinen Städten mit an sich sdchen; in miifißen der Streit ra- 
tione modi contributionuai schon laupre Zeit Kwiselien den Ötänden 
wJfhrt, da die Städte die Landsteuern uff den Hubens<:U<i&&. die Ritter- 
flchfd'i aber uff Anlä^rei] gerne geriehtct sehpii. Es war aber bei der 
bisherigen Coaequatitun der SJiidte mit der Ritterschaft ßo eine Ui»*- 
pr<tportiii!i und rnbiiligkeil mit unterlofleii , dam S, K?in. Maj.. wann 
fcfip nur rocht die tSaeh vernehmen, der Kitterschaft i'erh öffentlich nicht 
Unrecht üder deu Städten Beifall flehen würden. Dann zum Esempel. 
wann die lÜttcruchaft von allen und jeden, ho unurbar als urbaren. Hüben 
je einen (dulden und zwar die^ so im <M>erlande uff den windigen Hüben 
eitxen, denen, so um Königebpr^ Nvohnen, gleich contribuiren, gcbeiij 
die von Städten, dero Vermfigcn doch vornehmlich in baarem GeW« 
und Waaren besteht, nur allein eins zum hundert von diren liegendenl 
Giilnden, und dsisselbc aueb nur noch nach der alten Tax, deren Un-J 
biiligkeil .S. Kon. Maj. auch dulier allein erkennen mögen, dag«. 
Haue im Kneiphofe, darinnen *Sie vor 5 Jahren «eiber geetandan, wifl 
ich mir» habe sagen lassen, nur uff ^300 Itth. angeschlagen. 

Und ob nun wnl die i^tJidte sich auch vor diesmal widersetrenj 
dürften, wUrde doch ihr Widersprechen nicht äu attendiren Bein, sintemalj 
die Decreta von Ao l60St exprew&e disponiren, dasa, wann sTiper modo 
contrihutioniini einige Controver« entsteht^ iiuil der Kfindesfllrst, ins.t»nder-j 
beit nach zweier Stände Meinung, darinnen decidiiet, der dritte vor 
nbcrHtimmt zn aeliten und die Sacli au«&er des HcrKogthums ander 
wuliin nicht mehr au ziehen sei '), 

Auf diese so tiberans g;linipfliche Repli<i hart ich mich nicht Hnders' 
ver&ehcn , dann daßs !?. Kfiu. Maj. mir |iunctweiß duplicireu würden« 
Bo flcissig merkten Sie uff allcB; .Sic üestjen nich aber nicht weiter cin^ 
sondern befragten, in was. Zustande E. Ch. D. ich bei meinem Abreisen 
gelaspen. 

Weil ich nun in punciti der tjcncral Anlage vor diesmal mehr zu 
richten keine Apparentz ersähe, suchte ich mich uff« wenigste des von 
fcjr. Kün. Maj. veranlaastcn Discurses zu E. Ch. D, Dienst «nd Nutzen 



') Es i»i dae BogonannLe ComplAnatione reoh t , diessan Aicb der Kurfflrit 
Frtedriirli Wilbelm apKccr, ftuf dem Ländtage von IBti'i, »iir Durcbbriogung der Ac- 
c'ite, gleichfalls gegen iHe &tiL(1>le, bediente. S. Daczko Geschiclile PneuMeoa V. p.T"" 
der es mit Unrecht alq ein dtmaU gaenes Recht* bezetchnet. ^ 



fCnnkltett i^M Knt(tinU>ti. 



45 



in aiirfre Weg zu iimevaliren, und sagte derselben untertliäni^sten Dauk 
w die treag:etiieiiite V(tröorg:e, dasR Sie E. C!h. D. den Burg^grafoii 
vtin licr W'ildv zur nflwarlung- liorliber zu scliiekeii an^Rbotim; ni'it dem 
E. eil. D. zwar audi nk'lit allein, das» er deniBelbcu Untertlmii ge- 
boren, sondeni nucb allerhand jfutcr Proben gethau, zwar gar wol 
verrtchcü zu sein venueinctcn ; Sie mUeieteu sieb ab<?r beHurgen, dase er 
Mph tiiii derr» Leib Medieis nieht wid würde vergleiehen; wann eB aber 
fikf ^r. Krin. Maj. irng;flt^^nMdieit ÄUgelien ki.>iint<*, y-eflchelit" E. Ch, U. 
flu si^mlerliarcr Dienst und (Jelallen dran, das« der Herr Düctov Knoflel, 
Rir e» aueh nur et^va uft" 8 tider l-l Tage, zu dcr<»selben lierllber käiue. 

i>. Kt'tn. Mnj. antwj^rten Ivicrauf erst in Selierz, der Burggr;nl' vtm 
der Wilde wllrdc sieb mit E. Ch. l). Leih Modifu gar wol verglcielien, 
dann nie suehtt^n beide fi(jld und w-Ui-den» nicht tindeu. Der Dodor 
KnöffI hätte zwar niu I^ida^ra uiiterM-ldedene gute Proben getlian. idj 
fr über an der WaKssersucht jeniauil yauK eurirt iudie. >väre Ihr niclil 
mfWtHti, da hingegen Ihr Burggraf von der Wilde deren viel nnd unter 
tuderii cinp Frau von "ll .Inbreu, so mit derselben «chwer behaftet ge- 
wewii, (;.lalir lang bei Li'ben erballcn. .K'tzo aber hätte aueh D<H't«r 
Knfiffe! eine l'atientin, den Gross Cautilera Kryski Wittibe, in sdwer 
Cor, m der würde man Iwtbi ersehen, was er in dieHcni ÖlUek vermag, 
und aUlanti etwa in drei Woehen ktinnten Sie ihm wol zu E. Olt. I>. 
hertlbt'r zu reisen verg?innon. 

Uit'fre ErklUrung iiabm ieli luui zu uutertbäiiigöteui Dank auf und 
an uud ftalirte abernial wiederum die erste Materie ufl' die Kahn, ver- 
mitt^ltt uiitcrthänigsten Danks, dusi* H, Kün. MaJ, durch den Herrn 
KJWii Gruhih rimtzliT an di«^ llerni Abgesandten Hchreiben lassen, wie 
»willen sieh hin /.u t'enicrer ErklUrung uflludtLMi. mit unlcrtliänigster 
fiitt, S. Kün. Maj. wrditen dieselbe, weil nonsten die Gefahr darauf 
«fflnde. der Landti*g niüebit' wich Äerschlagen, nicht lange verfiehieben. 
^- Kön. Jbj. fragten, wat* dann vor Unheil daher erwachsen kttunt, 
waajii gleich der Landtag nfls neue limitirt und ein anderweiter Termin 
W K<?ji»8umtiou angesetzt würde. 

!>ar;inf ich, um .S, Ki'm. Maj. davim abzubringen, meine Meinung 
daiiiii eriitFnet, da»s au besorgen, es durften die ^itltnde, wann um ihrer 
Widpntetztichkeil willen der Landtag abormal iilgestuHseu werden sidite, 
»ich in diesem Pnnct nur um eo viel hüi-ter kUidUg erweisen und die 
Mittel zu euntribuircn in der Zeit distrahirct werden. 

I)ti-Hem nai'h erklärte sieb S. Kitu. Älaj. abernial, das» Sie mir als 
Wttlo uffs lAu^Ktc die ErklUruug durch den Gros« Cantzler wollten zu- 
iiBsen. — 



46 



I. PfcuMCQ und Polen. 



i 



Hüverbeck an den Ivui-fUrsten- Dat. Warschau 9. Dec. ') 1640. i 

[Antwort auf die Anzuiga rüD ilem Toda de» Kurrürstea George Wilholm uud ^B 
Eiiiiiihniing bei UcIicitDübirn' der Regicrungr-I 

9. Dec. (inüdi^Tiki- Cljuri'Urf^t umi Ht'vr. E. Ch. D. gnäldigslo» ReBC-ript , 

vom 3ien") liäh ii-li aiü Kttii rlipscs zii Abende mit iiutiitliäni^sleiui 

Hcupßct eiMpiausrij , iiiid wit' wh mim zu ^roHHeiii Unglück rodiutnl 
nnt«H, ilass K. f'h. U. iTsk-r fliuulfii IJefi^lil nu riiirli kus einer »i> kläii-J 
liciii und hetrüijtni Materie herrUliron iiiii?*k, Jilsif hulj ich mirs m souder-J 
baren Giindeu zu Hc)i^t'/.en, (Lantj E, €li. D. bei iUus(!m Ihreiu büGbateu.1 
Leitl IbrgQädi^at zu moineiii untertbiliiigstcüi Gehorgaui triigendea Vei^J 
tfHUL'ii beK^Uji^eti wiilleii. 

\i*r iitU'ii Üiii|;^i.'ii aber hsili if.Ii »äeftst sii nelt^n E. Cb. L), Dicneni, 
und Untertbant'n dem Alk'rl»öcSi**t<^n denilltlii.ECBti'u Dank 7h sagen, det| 
durch Seiner Üiiiideii Beistand E. C'h. D. so krUftig stärket, daaa Si<i 
bedenken krunien, Ilir Tniuren Ht*i jdsn zu massigen, dam Sie deHWOgrnr^ 
Sil \iel lii-draiifTter Laml und Leute niHit in [SotrliUiiiss hetzen. L>anu 
id) wid der AUerhöehste E- Cb. D. gleichen vnr andern Menschen uiobrfl 
und weitere tiiiad enviewcu, ho hat er doch tbini Afleeteti iii Olüek aU 
rn^lliekHfjillen ein viel ciijrcres Ziel und Mnass dann tmdert'u j^esetzt, 
aUo da8», wie t^ie Ihre Freud und J^iist nur allein (Kirinneu äu suchen 
lltid sct/en hidKMi, wn* tfeiurr Kirehen, Ueru htiebl'iblicbstem, Hause ujkI 
Ihren hiiddiedrihif^tm Ihiterthanen zu ;;'Ut ;::ereiebt, dieselbe iiueh biji- 
gegen Ihrem Leid und lieküninieruiss nicht weiter und läu^'er uaeb- 
g-eben iiittsaen, alm e» die VcrM::dtt»i;j; E. Ch. D. hoben Anitet, dero 
HauHe» Staat und der Unlerthaneu WoH'ardi /uläsHt und nachgibt. 
Niedfi^ern Ständen zwar ist et* iiield alh-iti ver^'-innd. Koudeni ancb 
wolaiiötcheuil, dasw sie der Ihrigen GedUehtui^s mit TbrHneu und VVuhc- 
ktagen verehren, E. Ch. D. über werden sich 4Uihin ;ri"idigM lenken, 
dass, gleich wio Sic bei Sr. Ob, D, bochlübliehnten ebrietmilden Gt*- 
dUehtni?is f-rben nu-bt so weit dahin peneben niid getrachtet, da^^s Sie 
dertf »idndiehelVeuuudfieborsani durch HiisserliehelJezeu^'Uug(dariuaeu 
auch wol heuchlet iscltc Lieb eiuem un^ftlrbten Respect zuTwr thiui 
kann), aondem ^lurcb Beförderung dero Nutacn und HeKten» dartbnn 
möchten, Sie es aueh jetziger Zeit davor halten, dass S. CIk D. in üotl 
nüiend naelitit einem steten rUhndictieii (iedäclituisi^ niclil «a weit Zäh- 
ren, Tbrüneu und Wchcklagcn, als viel mehr dieses vuu E, Ch. D. er 



') Nov. im Mscr, 

'1 Cc^rucUt hei T. Orlicli Gcdcbicbte üvff {ircudBJdrhen Stu,ts Im fiiäbicbntcil] 
Jibrhutdcrt III. p.2 



Der lCegierang*uiirit(. 



47 



fordmi, (Uesi'lho g^erulitu, was 8if nirlil Uahin kfuaieii zu AVerk richhm, 
zu Fiilleiit\lliren uiiti der rhristj^ulK^il iLre Beniliigun^, dos^ Hdl. UKiii. 
icb« filieilem whor den» FreihcLl iind iSi^herhcit «n Rirdern ti»d wieder 

«iifiii richten. 



Der Kurfürst an Hoverbeck. Dat. Königsberg 10. Dec. lÖ-lO. 

(ADHeliniig An HuveibccJe, Wie er fiulnliobcii üelKTgriffcn bvi Gelegenheit dea 
J>c-^iCf!ing8WochaeU Tnirh«»gi.'Ti soÜ.] 

Wir ÄUvifH» nii.'li[ Uir MX'i'dt-t UuMt-r t'fsk'S Srlireibcii wol 10. Oi-ß.j 

impfjiij^'t'n habcu. |Er m^ige die llim durt anbvfuklunira Auftrüi^c wegen der 

rflirriialimr- der Kfirifruiijr flitris>ijr iiud eilig^ betrfibeii.l „zu welidieni Eiidi* 

IVir Kudi alisiuidcrliflr eins und auders in tJniuten m Eiirtmi bosserii 

Nftc'hrii^bl vorrurldi'u wdIIi-ii, Als aiduriU-röt, darts Wir ul" Euere beide 

iai 'M. Hiid 2M bier w(d iinj,'t*ki»nniit*n4" rclatioiips') in po des Hcc/.oUeÄ 

1 wjis S. Küh. M:t|. dnriti sich irkllirel, Uiib rt'nidviret lialnen. so viel 

ßlirli diTrtidln'n Willen L'iis zu hociuciiieii und dc'i'hnll>L'ii . weil Wir 

au den biäber liier verftuiunii'lU'u t^tiliuLeii ciiu-n Jossen Eifer geg'eu 

Nilflicd i^oeznll, und dass derstdbv tln&t »«dlte abguscliaffH wcrdin, 

nwrkpt, und Ahhh idin*^ Hilrbni auHdrOoklicIion .Sdiluss der I.iuuUa^^ 

kriiu'iu iVucblbart!» Eudf köiiutf f,adjr:u-lit Mordun , g;t*aj)üri-t . so 

Jjaijeii Wir nuch eingczugeiicii Iti^deukcn der allbic uovh aiiwesrndeu 

Köiii(rl. (iesainlt^'u ik. Kttn. Maj. xii Eftallcn (un^esicbtot, diiR» Utw wol 

BidHi'K ilultei bfi;;t'koiiiiii«*iii ^vruL' i::c!*c'liidi{*ii lassen, düfi« die lli'«:i- 

nt» lüitbe sulcheii LiimlUig «uniiendiri't und den t!tjindi.'ii ib-ii Abziife' 

mr diewtml anp:ekUiidif:t't, wi-lrlie e» zwar »o weit an »ich ^enouiuieii, 

mc ihre NnÜidurl^ duhcj in Aciit zu »«.'Innen und darUbcr iti'cli 

fdHibmrcn an sicii pMinmniou. Inmittclw lialu'ii Wir Kl''it'l'^vol Un- 

jtere Gi-sandtirii t'*>rt^'ci*cliiL'kct. denen Wir aber aus gewi&ifen l'oiisidc- 

mtioueii in puncto dct* i^enielten t^?eKoUcB bei Ör. Kün. Maj. uder stm- 

|«ten in l'iiftem] Xamcn zu ncffueiiren nitditsi niitg-egehen, semdern mUssen 

»okbc Sai-hc, wie aucli die Kemcdiriui^ der andern von der Eandsebali 

Dod StUdtL'u rn&emi Herrn \'ateni liocim^l. fled. liingst eing^egebcnen 

l^raraaiiniini , bi» äu wii'klidier Appreliemlinin^ Unserer Rofperuuf;: 

jnuNMt'llen. Wen \vep;en Wir diiun IioiVcn, dans S. K'nu Maj. um eo 

[viel je melir Vw itaran niebt Inndeiii nach im ^eriugstcu unialleii 

1 werden. 

\ebftt! detiio HO liabt lUr in eoiidorlicbe Acht zw nehmen und zu 
IrertilKcn. damit W. Kün. Maj. nicht etwa uf eine Commissiw«, beviu-ab 



^ IH> BoLition r(»Di 29. Nut. feblt. 



4S 



I. i'reuaacn 'ind IVleo 



L'um Jurirtdiotinno oi polt^ntfit«^ 4i'Ci4lt'iuH. Hiilifn» ahzunrdtipH falle. nU 
wek'ho Wir vermoitiL'n, ilatf!^ ik* juu' iiiiil salWa pat'tif* nn^lns {jar oicht 
geachflit'ii kannte, und Uns anmneliineii und der Uns zu nnlerwfrien, 
gar zu seliwer und untlnmlicli lallen wUnU*. — Snnstcii -nelien Wir 
aiu'li wol keinf sniuU^rhare Mut^Tie iiutl ['rs!n:*li, worum S. Kün. Maj. 
anjt't/,it oder lialdr liernaeli fini;;o (U^r \hv\^n\ (luicli nine polt^state jim* ' 
dirtndi vi^'l decidendi} hersrldi-keii wiillle; dann Unserer Regierung 
liaibcn, inler dicKeiUf Uns zu iiluT^^eben, durf es niclit j;enelielK''i], hihi- 
t\vn\ wird dsmin tr''iiiij^ hcüi, w^iiiiii S. Maj. Uiieeni treKandton nich er- 
kliirel, dum Sie dauiil wol Äufrieden wslreii. diw* Wir (luu-h geBche- 
licner Ohlatitm TT^iisercH htimft^i nnd eiii^egebeuer Cautitm, daHs Wir 
Ulis kUnftii? diiÄii willii^' einstelloii, Mueh olie die Investitur wirklich vmi 
Uns volleiizoi^eu, dit^ i^^ravaniiua des Landes etc. abgeöcliaffet «ein wlir- | 
eleu, keine ilidiUgiiuja: von 4lcü Unterthauen nolinicn wollten) ftelbsl die, 
Ke^ieruii^ nntrelen. Worin Wir Una dann nirhl wi sein nf daa Ke-| 
ij|ii'nHHUi CraeuniMisp, .-ds iif den HL'hrtiirii Unserer pacli^riiin A.nidaliimi. 
nf rlie \prnunlt und Natur aller Leluip;crct'htiskciten und id' dan löb- 
lichf Exeaipel KfinigH Sigisniundi TII. hnchsel. Uod. in A» 21 zielieul 
und gründen, mc llir aus oli^'ouieller Dedüction nud Instruction Un-i 
HertTUcKandten zu welieu liidM-» werdd^; derwej;en waun einige Schivip- 
rigkeit ilet* ^cdaditen Ke*poiisi UDveiivioiiHia halber sollte vorkoiuiuen, 
HU liHbt Ihr dabei diceeji tu erwiiliiien, diiss Wir solches nicht pro n«va | 
b'jre t'nndanienrnli hielten, «ondorn hlosH pro eoutirmiitii^ne legum et 
|mftomin, denen es in allem i^am rwiionnc int und dero gemeinen! 
HcuHuni erkliiret '). 

In Fidl auch in dem Fuuet der prMejudicirliehen Küuigk Rescripteu,! 
IfOfipiMwen und Uect'iiseti, durer vl^i^r und vaIdt bis ad leKitiniani <.'(>-] 
^iiitiuneni vennitteih desnelbcn Rei*iMiii(^i (.'riieovicueis ist su-spendiret 
worden, etwa» sidltr erreget werden, sii hallt Ihr dabei einzuwenden, 
d«8B alle die HtroUiffe Materien, <Ube1 sidcbe Reseripta, Rexpouiwi und] 
ReL'casus reden, eben jetzo unter den gravaminibuB der Staude alliie 

') r. Orlich I- p, 63. 

') Dju „RcBponsuni CracOTtonae'* ifit die KrkiHrung, welche König VI »dl nkv IV J 
im Jahr 1633 <\vr brftndpuburgitjL'btu Iluldigun^agi^snndtschai^^ über vcrsebicdcnc die 
^tcüyng PreosseDH zur Krone: I'okn boip-tfendc PunlcW ausgeslellt Imlte. Reiiioiuuui 
S. K M"» |]|tf<= D. Georgii Willmlrai Murchionis Brand. cU\ tcgjitii, vjd. fll. et Rev. i 
Adamo Ccirriiti a Bcliwnruunbvrg ^ Lit- ) , MiigULfiitMj et UcncroHia Jaanni Gcorglo ft 
Bmiken in Pmssia «uprcuio CmicetUrio vt Cutlftiliuriu, Telro Berginäiinu. Cooailijuriia 
iotimis, datum CrQDnvi«« In rumiLü« fadicisHinift« CoroniLtioiiis gansruJibus die 
13. Mctis. Man A. D. 1633. — Geilrlicklöa BUtt bei dciL AcU'u de>i InECrrc'gnutu von 
1048- Die Hntiptätellvü gedruckt bei Backku Üeacbicbto PretuinnK V p. :372£L| 
Vergh Einleitung p. G- 



Der BflgieraugBUitritt. 



49 



rtaMumirct wUrfii, \vorUlLicr miiu dann sicli jelzii utlt-r bei dtr uäilic- 
rfcn Reasöuininiiig dos Lmtütages ausaom Grunile vergleichen und ein 
red« verliUmllicIies WVrk, so ö. Küri. Slaj., wd nl5tUig, auch \nn\ con- 
finuireii tUiiueii, fatiäcii luid Bchlies»eii tiikI solclie» daim pro lege halten 
wird küiini'n. 

E« ni richten auch wo! einige missgüustiitre Leute bei S. Kiiu. Maj. 
Um angeben und t'a\illireu ivulleii, als wann Wir zwar mit Worten 
Yu crkliirrU-n, Wir iiiihuH'u Uus der Kegiemiig uach nicht an. unter 
daw öl» geschehe duch allen und würde expediret von den Reginii^utä 
lötlien mit Uuaeru) Wi&gen und Willen, dieselbe eomuiuoicircten Ufis 
liles, was sie timteu : darauf hätlet Dir zu antwortou, dass {jar ein au- 
ilm:» wUrt', WisjM^nsL'liali von allein zu habeu, ein anders »elhst re- 
gieren, brlehlen» vorbieleu, decretiren, dessen Wir Uns dann gar noch 
nicfit aiiniassen oder Unaem Titull in der Kegierung ittbren hissen. 

JjL'IKe es aber sich nider Verhoffeu gur niclit anders schicken 
w'jlliü, alä dasji einige ychiekung (welche doch abnque puteatato deci- 
•IfJBili gt'schehcu tiiUsste, wo Wir Uns derer subaiittiren und des pro- 
twtirenn enthalten snlltcu) vorgenoniiuen werde, su habet Ihr *U»>;u 
Euch iu hearbcitfu. damit der Herr Wuiwüde vim l'ernau ') wo luiig- 
licb aiiciu diizu gebrauchet werde; hwH'en aber gleicliwül Ü. Kim. Muj. 
wtrde Un» diesmal mit solchen unuüthigen Unkoateu und andern Be- 
wkeroa verschuneu. Wie ea Euch dann zu all feulcbeu Unsern billi- 
g«i Intcntiiuien zu gelaufen au guten TJua wulzugethiiucu Pjitroneu 
uTiil Kccuudi'u bei Hofe nicht niaugeln wird, hu haben Wir auch des- 
lialbeu mit dem llerni CaatcUan zu Leneich allbie vertraulich reden 
la»H'ii und die Zusage von ihm erlanget, daws er in L'nscnu rccht- 
Uii8.flf;ru NC4ipo lUmem Uieneru gerne suatlireu wullc; habet Euch 
derfaxlben an ihn desfalls ^u halten und ilni nebeiiät guten inlurma- 
(innibus bei g:utem Willen zu cuuservireu. 

I^flihetwlich wollet Euch ja fleissig angelegen sehi lassen, dass 
Innere OctiandCtMi nicht lauge aulgehalten, »onderu auis sclik-nuigäte 
al* möglich möge« abgeJertiget werden, und könnet tf. KM. Maj. wol 
i'erMtliem . das3 je eher Wir Unsere von Unser» H- Vaters Gaudeu 
fc'H'hsel. Ged. Vxm verbissene Uegienuig in die Hände bekoniiui-n, je 
eliei und eilcriger Wir in die Fusiilajvfen Uneiers Herrn Vaters Ün, treten 
wrrdeu, Sr. Kün. Maj, au gehursameu Diensten zu leben, Sie ku ehren 
nnH m rcspeetireu und U\r Be>ite8 nach Möglichkeit zu suchen, wie 
eiucni treuen, chrliebcnden Vasal wul anstehen und gebühren wird. — 



') Gnf MoguuB P.nifft rw Dönhoff. 



IhJtf. lur Goftb. il. Gr. Kurrui«ien. I, 




60 



I. PreuM«n und Polin 



Hoverbeck an den KuHiü'stcti. Dat. Warscljait 11. Dec. 1 

(GespTRcliB über die Huocossion de« KurMrttcu. Audienz ^^oL dem König; cisgi 
Erkandigiingcn des Künigs ühci üvn Stand il«r Diiign in Prenssen. AiiüfläcTit« tlo- 
vcrbeck's wegen der dea Scliwedcn in Betreff dor Häfün gegebcnoü Garnntie. Oie 
Polen ftuchun den KurTarBten mit der Uebernalmic der Itegtemng hinziihaUrn ] 

11. Dec. E. CIl D- Soll ich in unterthäiilg'steni Boridtt äiif dero g-audigst* 

Rcscript vom 3ten dieses s:eliürfiaitiHf tüclit verliiallten. welche rgcstalt i< 
mich am Oie«" dieses bei Sr. Kün. Jlaj. goblllircml jiniueldeji lafisen und uq 
gnHdigste Aiidiciir. geworben; da dann Ö. Kftu, Maj. durch dero erst 
Cäiumerer, den Herrn Kylski, inicli befragen lasaeu, üb ich etiras neues 
brächte au^srr ilcin, was Ilir (birrh iJern Ab^n-'H;nidf<^ wjiro zii^esrh^ii^ljcii 
worden; und wie idi heriditef, daas ich leider niehti* neues, auiidcni^ 
vielmehr die Coufirmation de&öelben anzuhrinp'en, dabei »her iiölhi^ 
Bachen zu werben hiUt, liessen Hie .sich entschuldigten, das» Sic we^H 
der pndrnirnsrb- und chir;i|^iisolien WelinierM'ti mich nicht vt>rst:itteii| 
kriiinten. Ich iiiüclite ilcn folgenden Tag" wieder iifwaHeii und ver- 
nehmen, oh Sie einige Linderung worden empfuudeu baben, Bali! dar- j 
auf kam der ITcn* Mcydel. Kwcifclsohn uff t>r. Küu. Maj. UeiVhl, zu mir 
heraus und erkuudig^te sich (aber g^leicI]i^allI uur aus Vi'n\itz und vor] 
sich pclbsten), ob auch E, Ob. D. Jctzo gleich und whn vorgehendej 
einige Öoleunitut die Churl'. H^dieit und Di^nitot hesitaen; dann soustea 
hätten S. Krui. Rla|. in iliscursu wul gcdaebt. das» Öie sich mit eine 
Markgrafen nicht einzulassen li^dJCu. 

Darauf gab ich folgende Infwniiaticm: E. Cb. D. wäre nicht weniger! 
denselben Augenblick, da es dem AllerhiMifiten in seinem nuerforsch^l 
liehen Ua(h und Willen gcfalk'n, S. Ob, D. CbnMniildiT OcdäcliJiiiüal 
vtni dieejcr Welt ab/n(<»rdeni, mo vollkömtnliclii du OburfUrst des h. l£(>ui.| 
Reiche, als er nach seines Vaters AhsierheTi ein Herr der hinterlassenc 
Erb- und Lcbnglltev sein i^ilrde; und damit ers bo viel bcseer eic 
nehmen uiöchle, bustUtigt icliH mit Sr. Cb. D. hrjeblöh. Ged. Esenipel uud^ 
des Erzherzogen Oarleu >veiland Bischofen zu Breslau und Koiiss Öffent- i 
Hdiem Zeugnifts, welcher daÖ. f'h. D. nacher Grodno zum KCmige Imeb-B 
seligst kamen, und gloiehsiint selbst die ernte Nat-hrichf Vfm der« Ücrm 
Vateni Ableben brachten, und } i lic bat gerne Ite S. Kün. MhJ. in Zweifel, 
stundep^ welchen Sic dem audeni vorzusetzen hätten, xur Autwnrt ge»-j 
geben, dass die Er/,licr7,i>gC mit den Herren Churflli-stcu dui-ebaus keine] 
TuncurrcnK haben. Kimdcni ihnen aller Oertcr unstreitig wichen; wel-l 
chcö er gc^visH nicht würde getbau liubeu» ^vaun er 8. Cli. D. auch 
tlamnls, wie der Rüm. Kaiser noch keine Nachricht von Sr. Vh. DA 
ilcrrn Vatciu tödtlicbeni iliniritt gehabt, uielit vuUkummentlich Ti>r einen j 



Der Be^ienin^antiitt. 



51 



*u erkaiuil und ^etmlteii. Unter allen Churfttratlichcu Fuuctio- 
niliMwärt' <li«^ Wahl eincH JiiJm. Kaisers die vornrliniHte, dieselbe aber 
wanlen E. f'li. i)., wiinti der Ji-tzige Kaiser vor emjifaugeneiu humagio 
iiiil "IVIc a'i_irinj,M', nieht weniger dann dero Herr Viiter hfidisel. ver- 
ridili-u, tiiid ji'tziifer Zuit sei 7.u rH'gitiniining der von i^r. Ch. D. iu Gott 
riiiii-ltd nnch ftctreiiöpurg aligcfeiligter liätlie üielits auders von Nüthen, 
ikiii <liiH8 öie Qeue Creditive und VoUma eilten uflT dem Namen aus- 
irn\gm\ lai^fieu ; wann dieselbe dorten wtti-den prnducirt werden, kilmcn 
*lif iib^i'öaiidtoii wieder zu iLren Hniero^utiveii und ÖessiuiK'!). 

lYiewol 8. Kün. Maj. die Xacbt drauif grosse Schmerzen empfunden, 
RieMcte ifrli uiieh gestrigen 'J'a^H wiedenini liei derselben an, und da 
Sc micli brlVusen Hessen, ob ieli auch etwas schwer- und im-liti^tis 
hräetite. das ^osh N'aebdenken ertWrderto, Itat ieh den Uerrn Plattcji- 
fcffg, 8<> ZU mir heraus fjeschiekt VrTirde^ S. Kihi. Maj, zu versichern, 
diM i('h uif.btx der^h'ieheu, oder so Sr. Kün. MaJ. in eiuigerlei 
Weg ktinntc zuwider sein, brächte tiud Sie gar nicht lange autbalten 
tttdev — [Ander«? Weitenmf^eUj wie zuvor.) 

AI« nun darauf icli beutigeu Tags gnädigst vorj^estattet worden, 
IiTOfhl ii'h nächst dem gauzi'u Fiiluilt E. Ch. D. gniidi^'steu Hes^Tipt», 
IU Stiftung Lieb und Favttrs, von Erbieten und GlUekwlinscbungcu at> 
riel icli vermeint, das« bei einer sokhen traurigen Vorbotscbait sich 
mraeii »Urde. 

S. Kitu. Maj. hiii'eten mich gtm?, jrnädigst und geduldig und gewi&s 
Dicht uhnr vifUaltijife Rczcugung, dass Sic dadureb zu inehrer Webe- 

mutfi iiud Mitleiden bewogen wurden; — • •- — den TrauerfaU 

haliMi Sic 7.war vor längst besorgt , aueli bei meiner letzten Audionta 
ibinui gedaeht, sieh aber keinem We^i^es verselien krönen . dasw derselbe 
«* (inbe öciu »ollte. Sic hattcu einen tivueu und auJnehtij^L-n Freund 
rfri<^h.'D, welcbcuji Sie auch der.-» tjeb und treue Affection bis 7ur 

letzten Shiiide ungeäudert erhalten — und W4i]lten JSie hoffen, 

E. eil. Ü- wurden aueli iu der zu Ihr tragenden treuen Afl'eetion *Sr. Ch. 
l). Wn'kscl. Anged. ein Erbe «ein und dcroselben hoclilöblichcm Excm- 
pcl folgen wollen, da Sie (Uiiu hinwiedenmt sich Uirer Lieb und ti"e:uen 
rJÜfflichen Atfeetinn zu versielioni hätten. Wann .Sic aber run mir 
Temtelien , E. Cli. D. wUrden in kuraoni dero Abgesandte sebicken, 
wi^illta Sic der extraordinär Anibaseiata envürteii, dieselbe gerne büreu 
wil »ieii alhdaun gar willig erklären. 

Diese« letzte wurde ttn ansgeljradd, da&g muns ro wol den Worten, 
wie E. Ch. D. beUmt büidiverulinftig eruiesaen köiuien, als deuen Ge- 
lten nach, wie man wollt, deuten konnte. 

4* 



52 



I'rdusBim lind Polen. 



Wie ich aber darauf replicivcn und (ohn dass iclis i***llicr in Zweifel 
xhge) S. Kön. Maj. weiter autizulu'lcn suelimi wollte, braeLten Sie andere 
Materien uff die Babn «nd erlittndigten sicli zuii>rdci*et, wie es dueh 
kommen war, das« mir die Nacbrielit von iSr, CL. U. Ableben mi riel 
spUler «]s deroselbeu zukorunien? und auhvnileten kcIImt drauf, es 
würde gewiHs bei allen so eine I'ertnrlnitiim gewesen sein, dasä sie | 
»obald an inteb nieUt gedacht hätteu. 

Ich beriditete. E. Ch. I). hlldeu eben deiisoÜien Tag:, wie hicIi der 
traurige Kall zugetragen, dnreh tWn Herrn Ber^'matin selireibeii lassen, 
daös IS. eil. D. fast in den letzten Zügen lii^fn; daran, liaben Sie ver- 
meint, würde ich ttlieiie Ta^ gnung haben. 

Ob die Leiche allliier im IkTZuf^'tliniu «nler in der Mark und wie 
liald wltrde beigesetzt werden V Sie fragten >vciter, ob E. Ch. D. im 
Herzn^tbnm verbleihen, tider aber biuaus in die Mark, um daselbst 
da» Hauptwerk zu fassen und den Tractaten beizuwtdnuu, Hieb be- 
geben wllrden? 

Auf dasj^elbo antwortete ich wie ganz versicheil, E, Ch, D. ^vtt^den 
sich schweriieh herauswagen dUifen, sintemal i'ast alle PUsse von den 
hicliwcdeii cingenomineu seien; Sie würden aber wul diireli audrc ver- 
nehmen hissen, waK dieselbe utf den Fall einer gllleklielicu Handlimg 
/.n tliun gewonnen sein mochten, weil sie l>ei Si*. C!i. D, in G«lt ndiend 
Lebzeiten »icli tiiondcrl icher AlTcction und Willfiihrigkcit gcj^rcn E. Cli. l». 
verintdeil lassen; in drr ("Imniuirk Urandenburü; w;ir der Rei*|K'et j;egen 
dem Iluu^ und die Attectiou gegen liire Persun ho wol cingepflanxet, 
dass Sic dureli dem s'eringwteu Diener diesell}e regiren kttunten. 

Würden daini E. Ch. D, (lulir Ö. Kön, Maj. weiter fort) m Uegens- 
burg uff dem Keii-histage was zu tinin haben? Nichts anders, (sagt ich), 
als 4lass Sie neue Creditii'c und uff Ihren Namen treriehtcJe Vfvilntaehtcu 
denen von Sr. Ch. D. clirisimilder Ged. dahin abgeschickten Hütben 
Uberraacbeu. 

Dass viin dem Herrn Oei'unonn van Miirtenburg Negotiatiou und 
dem Landtage keine eigenlliehe M^chrieht einkUme, uabni .S. K. Maj. 
grosa Wunder; darauf ich berichtet, daas zwar von des Herrn Oeconomi 
Ankunl) mir gar uicbta zu fjc schrieben worden; vom Landtage aber 
schreibe mir der Hcit LandiiufineiBter. dass mch die S^tiinde durehaus 
nicht einigen kttnnen imd deswegen am 4f«p diescH ilire ungeeinigle Be- 
denken zu übergeben einen Scldusn gemacht hätten. 

Dan» die Ilittersehall «nwol »h Land Killbe uff' die General Anlage 
gingen [aagte y. Maj.), wäre Uir bekunnt, yie nüichten aber wul gerne 
wiääeu, Wim dauu die Städte an denselben Statt vurughlUgea. 



Hov^^rbpck nod K&nig VladiBlav. 



53 



Irh fab xur oiitertliRüJgHteu Antwort, rtiiBs, soviel ich aus des Hi-rru 
UixIhofHiei&ters Schreiben abiiebmeu künnte, aie wo! gar niclits au- 
Melcii. gModern iin|)ug:Direi] allein sowol die General Anlage, als die 
IMIiuKche Öeezulage, 

Also sebe ich wol (re|)licirten Ü. Kl'm. Miy.), wulleu sie gleich wie 
in limbo patnun »itzcn. 

Nach diesem {sagten S. Kön. Maj.'), eins wür noi-b alleiji llbrij?, 
(laiiiiuen !»ie meiner IntitiTnalitni bcdiirlkii; ii-li iiiücht Ihr duch der 
Caution, sn den Schiveden wegen der Pillau gegeben wordon'), Copey 
tu We^e bringe». 

Auf lUsHolhe ftntWQTlet ich, dass ich albereit auf des Herrn Kn^n- 
Graw-CanUlers Hegehrun fast alte meine .Schriften durchisueht uüd nicbts 
fanden bätl. Ich wUsste mich aber woU weil ich» selber conciplret, 
(Im gaiiiten liihiiits zu erimiern, dass die eine conditin i>aetnrinii iiidu- 
eiaruui in illatione gfselzt und darauf, damit der Öacheti weder zu viel 
Doch SU wenig genehebo, diese Woi'te binzugetliau wurden: Prohide 
Mt omni quo ßcri poiest mvliorr forma modoqtt'P pro nobis et gucceS" 
Ktihttt noxtris cucrrnns: Qtiod toio hoc r>iginfi jcjt iinnorum intinvifintm 
Impore nihil ftostife ex portubux noatris tenUitttri Iftiltwitt permigaurl 
nsmi. 

Weil ich vemehert war, dasa die Wort „pro twbh et succesgonbas 
iiMfrij** mit hiueingcrllokt worden (sehluss S. Kon. Maj,^ bm bedürfte 
t» nicht ntt'lir, da«»ellie biitieu i^ie nur allein wiaiseii wollen, aus Furcht^ 
M dürften sonst die Schweclcn etwas tentireo. 

Damit wurdi mir mein Abscheid gegeben, ulao dass ich nichtB 
ntkr anbringen ifonnt. Ich habe yonst Hehr viel particularia nieht von 
geringer luipürtauz Äusammengetrageu, aber mit den AbttdiriOeii noeh 
üit Zeil nicht fertig werden können und gleiehwol den ?Oflt Keuter 
liluger nicht aufhalten mögen. Dajuit E. Ch. D. wissen muchten, wel- 
^^liM itli jeizo gleich dureb vertraute Personen in Erfahrung gebracht, 
iW an die Herrn Regiments Käthe, zuwider allen denen mir gege- 
••pneii Erklärungeu oud sonsten gethaueu Vertröstungen, solle sein ge- 
»"■lint^hen wurden, sie möchten E. Ch. Ü. ralhen, «lass ^ie sieh des 
lli^ffiiuenis bi« zur lielehnung entlialten und datiyreb Sr, Küu. Maj. uud 
"^er Iteipublicae Favor zu gewinnen und alle Ihre Öachen zu faciUtireu 
»ndea. 

In uuterthiiuigstcm Vertrauen hab E. Ch. D. ich nicht unvermelt 
""iil unFwwarnt zu lassen, dass ich |:die gedachte Cautiou gleich jetao 

; Bd Afaichluii dei Stattudorfcr WoffcDsmiBtAndei 1635, 



K^A I. PrexiBBen und Polen. 

um raebrer Sicherheit verbrennt, und dass dieselbe nicht von mir, son- 
dern zu Berlin concipiret, und die Clausul „pro nobis" etc. darinnen 
nicht zu finden; darum wird es hochnötig sein, dass E. Ch. D. die 
Copey, davon der Herr Cantzler mir neulichen eine Abschrift geben 
lassen, zu sich nehmen. :| — 
Postscriptura. 
E. Ch. D. soll ich auch in Unterthänigkeit nicht unvermeldet las- 
sen, dass ich vor dem wol so viel vermerkt, dass man |:da8 homagium 
anzunehmen sichs uffs wenigste so lang verweigern werde, bis der 
Stände vermeinte Beschwer abgeschafft und der vornehmsten Senato- 
reu, insonderheit des Koniecpolski Bedenken, dazu des Cantzlers Mei- 
nung nach wol vier Wochea erfordert werden wird, einkommen sein. :| 



Der Kiu-fUrst an Hoverbeck, Dat. Königsberg 9. Jan. 1641. 

(Hoverbeck soll bei der Froposition dor beiden officiclleu Gesandten gegenwärtig 
sein und eventuell sie selbst ilbcrncbmen.] 

1641. Wir haben Unsern Abgesandten an den Königl. Hof hiebet zuge- 

9. Jan. gehrieben'), was sie bei der Kön. Maj. Unserentwegen ferner zu pro- 
poniren und anzubringen und danebst Unserm Landvoigt zu Schacken ') 
gnädigst anbefohlen, dass er die Proposition in Euerem Beisein able- 
gen und verrichten soll. Wir verhoffen auch, dass er demselbigen ge- 
horsamste Folge leisten und gebllUrlieh nachkommen werde. Sollte 
er dann über alle Zuversicht solclies nicht thun wollen, so seind Wir 
gnädigst zufrieden, dass es Unser Voigt zu Fiscbhausen ') verrichten 
und vorerwähnte Proposition in Euerem Beisein ablegen möge. Würde 
dann auch derselbige, dessen Wir Uns doch ganz nicht versehen wollen, 
solches difficultiren und zu verrichten Bedenken tragen, so ergehet 
hiermit au Euch Unser gnädigster Befehlich, Ihr wollet bei Ihrer Kön. 
Maj. allein Audicntz suchen und mehrgemelte Proposition Inhalts Un- 
sers an sie, Unsere Abgesandten, ergangenen Rescripts an- und vor- 
bringen. 

[Von demselbeu Datum Erneuerung des Creditivs für Hoverbeck.] 



') Abgedr. bei Orlich UI. p. 7 ff. 
•) Wolfgang V. Kreytz. 
') Jobann t. Kospotb. 



HoTerbccIt utid Küaig VladisUT. 



53 



ffh ^ab zur niitertlulnigRtcn Antivrtrt, thim, soviel ich aus des Herrn 
UniÜiüfnifWjter» Örhreibon alnielinu'n könute, sie wol grar nichts an- 
kirlt-i), nttiidprn ini|i(i^nireii iiWvm sowdl die General Aiilaj^e, als die 
?illnii«'he iHioezuJji^c 

Also »che ich (h'4i] {re|>licipteu S. Ki>u. Maj.), wollen sie g^Ieich wie 
b [imlift patruin »ttzoii. 

Nafli *li<*)*i-in (sn^'tmi S. Kim. Maj.i. Eiim wllr nofh n\\(^m ilhHi,', 
Jariimen i^'w iiieiripr InfnnnfiHiiii liedUrl'tfii; irli luöchl Ilir ilufh ilcr 
Ciiiljnn. fto den Soh^rcden wejjcn der Pillau gegeben worden '), Copey 
n Wo^> hrinjrvn. 

Auf «liismcllie antwortet irh, dasw \qU alhricit auf dee Herrn Krnn- 
Gn'iw-('.iTit7.lers Br-frehrcn, Ca.sl alle meine .Selirilien (hirelisucht und uiclit« 
fund«n liHn. Ich wIlHste mich aber vrol. weil ich« nelber eowcipiret, 
tlt« jranzrn Inhallj* eh erinneni, dass da«" eine conditio pactomni indw- 
oarum in illaliune gesetzt und daraiif, ilanjit der tiachcn «edcr zu nel 
Wich zu wenig ^esciielio, diese Worte hinxug-clliiui worden: FrohuU 
»OS omni quo {ieri potegi mcliore forma modoqne pt'o nobis et suct^s- 
lonliNX ntt:ilris ctteettitis: Quod toto hoc fit/ntti si'.e atinonitn indncuintm 
tmjHtrr tnhil Uoilile ex jfortubun nvslrin tcntatufi teittur'we ptrmissari 
pmwit. 

Weil ich versichert war, daya die Wort ^pro nobis et sticressoribus 
Hottrii' mit hineingerllckt wtfrden (Hcldnss S. Kiin. Maj.) so beddrl^e 
t* niclil iin'hr, dasselbe liütren l>ie nur allein wissen wollen, an^ Fnrclit. 
M liürftcn iK>ust die Schweden etwas tentircu. 

Uarnit wardt mir nieui Al>scht.'id t^egehen, also dabs ich nichttt 
iiicliT iuil>riiigen könnt. Ich habe sonsl sehr viel ParKtidaria nicht von 
pfriiii^cr Itii|n.<rtanz zwgannitcngetragL'ti, ahei" mit den Alischrifton noch 
nr Zeit nicht fertig werden können und gleiehwifl den Post Retiter 
läiDptr nidit anfitaltt-n mögen. Damit K. Ch. 1>. wiesen möchten, wel- 
chen ich jct/.f> yleieh durch vertraute Personen in Krlabruug: gebi-achl, 
ibw an die flerrn K«'|priientw lüithe, /uwidcr allen denen mir tiegchonen 
Erklüruugcii und Konsteu giethauen VertrüBtunj,'eu, solle sein f^'c seh rieben 
''^rilcD, Hie rniiehten K. Ch. D. rathen. duss .Sie sich de^ Ucgnnieiit« 
'hs zur BclchnuM^ enthallcu und dadurch ^r. Köu. Maj. inul iler IteiiJU- 
IjÜRap Favor zu gewinnen und alle Ihre Sachen zu faciliiuvu suchen. 

hl Tinrerthünigütem Vertrauen hab E. Ch. D. ich nicht unvenneit 
»Uli iiBverwarnl zu hiRhrn, da&w ich die scdaohte Caution gleich 
jelio um mehrer Sicherheit verbrennt, und dasn dieselbe 

'/ Bei AbicbliÜB des SluiQfidorrer WafirrDfitUlataDdeä l^lib. 



54 



I. PrettuBeo and Polen. 



nicht von mir, sondern zu Berlin concipirct, unddieClausu 
„pro nobiB" ete- darinnen nicht zu finden; darnm wird e 
hftchüötig Bein, dass E. Ch> D, die C'opey. davon der Derr 
Cautzicrmir ücuüclien eine Ahschrift geben laßscn, tu siehu 
nehmen '). — 

Fost8t:riptum. 
E. eil. D. floU ich auch in Untprth;inig:kcit nicht nnvcrmcldct 
lassen, daes ich vnr dem wol eo viel vermerkt, d;is* mau das homa- 
gium anzunehmen sich uffs wenigste so Ung verweigern 
werde, bis der Stände vermeinte Beschwer abgeschafft und 
der vornehmi^ten !:?cna1urcn, iusruiderhcit de^ Konieonolski 
B e den k e n, dazu des C an t k 1 e r s Meinung nach iv o I v ic 
Wochen erfordert werden wird, eiubomnien sein'). 



1 



Der KurftlrBt an Hoverbeck. Dat^ Königsberg 9. Jan. 1641. 



J 

in™ 



[Hoverlfcek Kill hei der Prcposirioii der lii>i(l*n offirielliMi Gcsandtcti gfgenwJIrtig 
»ein und evenCuell eie aelljst Ubcmcliiucji.J 

1641. Wir haben IJnsem Abgesandten an den KHnigl. Tluf hicbei zuge-j 

S.Jan. ncliric-licu'J, was* 8ie hei der Kiin. MaJ. Ünt^ercutivc^t^n ferner zu pro- 
pciniren und anzubiingen luid dnncljsl Uiiserui I.auflvoigt zu Schacken^)^ 
gnUdigj^t anbefidilcM, dass er die Prti|Ht9ition in Euerem Beisein able- 
gen und verrifhfen MtU. Wir verhörten aiich, dasö er <k*m8elbigen ge-fl 
horsamste Fi^lge U'isten und ji;;eliUlir!ith naoliknriuiK'ii werde. SfjlUe 
er dann über alle Zuvtrsiciit sulcliea nicht thuu wollen, so seiiul AVir 
gnädigst zufKeden, daas es Unser Voigt zu Fischhausen*) vcrricliten 
und vorenvähutc PriipiMititin in l^uen-ni Beisein ablegen nittgc. WürdflÄ 
dann auch rlerselbige> dosseu Wir Uns ilnch ganz; uioli^ vnrsehen ividlen,^^ 
«rdchcB iliftu-ultiren uud zu verrichlei] Hedenke!] tragen,, so ergehet, 
liiennit au Euch Unser gnädigster Befohlieli, Ihr wolle! l>ei Ihrer Ktin,j 
Mnj. :illein Andioiilz wnelieii uud niehrgeiiielre Vropfiniiion Inhalts L'n- 
(AcrH un &ie, llnaere Aligesuidleu, ergangenen lifscTipIs uii- und vivr-1 
bringen. 

(Von demselheu Datiiru Krueiu'niiig des Creditivs für Jlovwbeck.) 



') Dag; Gesperrte in CbifTem. 
=) Afcgeer. bei Orlich ilt. p, 7 ff. 
') Wolfgang T. KreytB- 
•) Johftün T. Kospöth. 



IrruDgeD mit den Spiriag'a. 



55 



Pit! ObeiTüthe an Hoverbeck. Dat. Königsberg 23, Jan. 1641. 

(Conc Koiiigsb. Arcb.) 

jHaiorlieck wird ilber die bei il«r Rochnnngarcviaiun £U Tug gekommonCD \>rstÖ0«c 
infnrtuin, die sicli Abrd.hani Spiriag bei der Verwaltung der SccKuUgc bat zu SchaT- 
doi» koHiiTicn lassen. Hoclifrtbipndt-* Bencbmeti ilca Axend Bpiring.] 

N'acbdem viir von dem Speziilog» Venvalter Abraham Öpiring rlie -23. Jno 
Ikechniin^ Tom verpangoncn Jalir alie gehüri und seine Exorbitaiitipu 
furricimt. uii^cliten vioHek'ht seine Brüder am Hufe allerUn Qucrclon 
ilaftlUcT ti\ l\lhren sic!i miK'Tstelien, Pamit nun der HeiT von oineni 
nutl Acm andern Gpgenbencbt nnd InforniaHon thun kfiune, kcitM^siwcgs 
aWr Kich wn in cnntroversUm eiiilaesc. ilasR 03 zur Deciaifui aldar 
kottime, haben ^vi^, wie ch eip;eutlich bei Ablidrunp solcher Rechimng 

liefumlen. d<^m Herrn nadi(nlgendor OestaK 'Äii&ieliroihcii wollen. 

|lo ihrrtii Bericht hezieheii sich die OberrÜtbe auf erläuternde Betlagen, 

Es haben auch bei soleher Abhöninjc der Uechming eieU Arend 
inrri Isaae i^piring ansfegeben, und um dasjenige, was aus dem Kilnipl. 
A»(ln'ii l'reiis»;*'» v.n Ihrer Kön. Maj. rorti4)n gefallen, nni lieehnunir 
uml Ai]»/.jdilun^' anpehalteu. Nun hätte »iilches vermüRC dem Köpe- 
■icksclien CVuitract von Ihr Küii. ^U}. nedienten zum Elbiug und Rranns- 
bfitg eingeniiiximen worden sein. TiWU aber die Spiringe bei Intn^ibi« 
niiifi Milelier Ziila^' viir^ocreben , dass on mehr Unkni^ten ufl'lanfen, 
ll« e» (TlriL^en würde, und Angehalten, da&fi Ilir Kün, Maj. Bediente 
M^cicb mit in der Pillau süssen und cinnHhmeiT. welches aber S. Ch, 
P wrl. ft«l. , Bieh ufl" <lie Acta und Derreta Commissariornm A. IGOÖ 
nml Pjueta Tn^lueisiruni de A. Ifirtö xicbende. ^aiii durehaiis nieht eiii- 
P'Iipn kuntien, !*oudeni wieli das verbateu; f?ie vvullten sehon uft' Ver- 
»^urbcn alh's xusammen als rlas Ihrige in einer niassa einwcbnien and 
wa» e* ans ileriM^lhen Oertem trafen würde, dedtieris ileibieendis buna 
frle Flir Kön. M:\\. vennöf^c dem Küiicnieksiehen (.'üntraet ohne eini|i;e 
liiwimsirion und Ueuhnnn.L,' auMimtAvnrton lasgen; und der Hon- sieh 
iudi wol sclb&teu erimieru wird, dass er selbslcu dem König zu Däne- 
PiÄtk vcrMehert. dass uieniand mehr an suleber Zuhip:. «n in der Pilliiu 
em^nouimen wird, aU der ("hnrJ'ltrT't zw HnuHlenburp; allein partici- 
pirtp/aut'h keinem davun lU-ehuun^ xu Ibun f»ehuldij; wärt-. Es hat 
*bpT der Abraham ypiring, wie wir es von ecineni Schreiher lialien, 
all*' zwei Mi«nat ein E\traet naeli Klbin^ «einon Urlldern znf:efiehiekt, 
Kum Kbaigl. Theil ^'el'allen wHre, und nieb vnn ihnen belehren 
ia8»m. wie er den Extract fertifreu hoIU, welches, weil e& wider »eine 
BcftaUuug, auch (ceteifitote Eiile liefe, wir ihm. Abraham Sjnring', »ol- 



56 



l. Prea??™ nnd Polen, 



chee Iiart verwiesen, ilam er solche Eitracta nicht üirer Churf. DchL, 
von der er ohne Mittel dependire, oder jler preussificheii Kammer, son- 
dern solchen, die iSr. Ch. D. mit keinen Diensten, viel weniger mit 
Eid lind Pflichf verwandt wären, cnmmuaicirct halte; und solche Kx- 
tratia von ihm erfordert, in welchen wir dann bet'iiudfn, dass er von 
etlichen Waareu, so vor Introducdon der Zulag - ist eingenom- 
men und au S. Ch. D. berechnet worden, er, Abraham ^piriug, ..... 
dennoch liirer Kön. Maj. die Gelder Zttaehreibet; datin vors ander, so 
ist die Zulags Tax uff die Waaren absonderlich und uflf lüe Schiffe 
auch ahsonderlieh gerichtet, &ho dass von den Waaren abeonderlieh 
und von den Schiflfen das Schiff- und Schreih^rdd nacli ihrer OrfigBe, 
wie ^iel Last Guts sie tragen künuen, ohn geachtet sie haheu so riel 
ein oder nicht, auch absonderlich gerechnet und gezahlet worden. Er, 
Öpiring, aber hat in solcher Ahtheilung nur allein nflT die Waaren und 
nicht uff das ycliiß' pet^ehen und die onera, die das Schitf tragen sollen, 
den Waaren mit zu geleget; von \'ielen Schiffen, so iIwr Wasser inn 
KEiniglielien Tlieil nlclit berüliret, sondern entweder in der PiUaii ge* 
blieben ... oder ku Köuigsherg- gewesen, das J^chiff- und Sehreibgeld 
Ihrer Khn. Maj., hergegen auch von etlichen fr-chiffeu, so zu Elbing 
und HrauTiBbtrg gewesen, welches Öchiff- und Sidireihgeld Ihrer KKn. 
Maj. auch allein Kukoiunit, getheilct und etwas davon auch Ör. Ch. D. 
zugc.fdi rieben; und Wbor das vors dritte po hat er aucii ctliehe Un- ' 
gehU% riic Ihr Kün, 5laj. nicht zu tragen zukommt, Ihr Maj. lassen mit 
heif'eu i\i tragen und also dits Künigliche und Ohnrflirstl. ThuU durch 
einander imniiscirct. Wir halicn aber solchen Extraet andern und nach 
deni Kiipniekischeii Cnntniel und wie es von Alters vnrm Schwediwhen 
Kriege gehrJtuehlicheu gewesen, t'orniiren und einee vuu dem anderen 
»epariren lassen, da dann die DitTcrentz uff 22^*) Utii. 35^ gr. xu St. 
Kön. Maj. .\ntheil weniger «ich befiuulen, als es der Abraham Spiring: 
getnaehet. Wie aber Arendt .^piiing solche Differenz Tcnuerket, hat 
er die npet"iiil Kcchuung begehret; weil er aber >itileheö m thun nun 
obigen aageitogencn Ursachen nicht befugt, auch er davon nichts in 
mandatis, als nur die Gehler zu empfangen, hat, kIh haben ^v^^ ihm 
auch Bidches gänzlich abgeschlagen, und ist ihm die von Sr. Kön. Maj. 
untereclirichcnc und geHJcgclte Tax vorgelegct und demou&trirct, worin 
sein limdei; geirret; er aber ganz unverschämt in iiHielcr I^eute Beisein 
geaiilwtirtet, er hiltte die Tax gomaeht, aber der König und der Chur- 
rtlrsl liiittcu sie nicht, .smideni er hätte sie gefertigt, und bei ihm, ala 



'] Oder 325 . Hih. Die Leanng isl im»chci 



Die ßpIrfagV TerbAndtangDO In WatecItAS 



57 



df.T 8)0 g^maohet hätte, stunde aiirh die Erklärung, wie sie Bollte ver- 
^fanilfn wcnleu. 

llies iwt aJsd der Verlauf, so sieb bei abgehörter Öpiring'a Rech- 

naiig begeben bat; wultte nun von ihnen, J>pii*inften. etivas widerüehes 

ana Ildfe heigebnicht werden, so hat der Herr aus dieser Relation die 

rechte Beschaffenheit m informiren. 

P. i>. Da aijer die ypiringe hierin nichts suchen oder vornehmen 

nifiehten, wolle der Herr üueh dieses bei sieb bleiben lassen 

und in geheim verhalten. 



Wolf V. Kre\i.z und Johann v. Kospoth an den Kurfürsten. 

Dat. Warschau 18. Febn 1G41. 

[ÜebersehJubeu das ihnen gestern mitgetheilte Coneept der beabftich- IS. Fe^ 
tti^i'u polfiiiifbfij Aritvvnrt nuf ihn- Wfrhinig, wtlebe *liber alle« Yerh^Ren 
' K- OL !►. [uteutioM und üuBt-rm AiibiTugen itncL fcsucben in ileu wichtigswn 

I'aartpn fast zuwider ist**; indes^s imt man dabei die Vertröstung gegeben, 
I _*lii^ ^4 »uf Unser Atibalti.*n wol peittidert und corrig-iret werden konnte**. 
^k^ic H'ibi^t haben gemeinsam mit di-in Rvi^identeu die I'unkte bL-aeichnet, wn 

Bi« *iae Corrector wünschen. ■ — Dflbei 

I^^^ponamn Ser™' Elcctoris Brandenljurgici, in rnissiü etc. 

Ducis etc. Legatis. 

[TeberRll tilgt die Correetin' der b ran denburgip eben Oer^nndten die Er- 
^«iliuiiiijf diT p(>lnLHel]en HespubliCÄ — ,aiqnid*m in Pactis nunquam nisi 
^Ä^^pii fit rnentio^. 

Die ersie Bitte des Kurfürsten betreffend — ,nt per I^egatos praesentes 
ßrfi-iD ei jusjurÄudiitu ^thi m- Keiiirihlieae [corr. Regno] debitum, data panier 
»i.»*dnt in noioen et pergonami Ser*'* Elect-oris (uvestiturA, reeiperet* so wird 
■lit>plbe mit Rrmfiinp unf die Vertrage nbgelehiit. und auf dem pefsUnlinhen 
ET»chf(iii?n tV'^ Kurlürrten ho^Htflndfn, wofür der König einen Termin nn- 
^^sTwan-ii wird, I>U' (jJesandtfn <rhrelben dabei: Assigiietiir ttinpus extra 
^'tunititt juÄta «leelaratiunes Regius. 

In Beirefl' der Üebertrugung der Regierung nu ileu Knrfiirstßu «tite 

■**^iiiriQU» praf>titiim , ^n wird der Koniis (^'unimiÄsare nach Preussen 

[.•cljiol[*'n, lim die darüber anfzusetzeude .«pnns;in TcreinbHren zulassen, An- 

'^'ntiing <Itr Uesandten: hegntxm vel ifuneios, neuti{|uam vero Comniiesa- 

^'•J*' Suik .Sor"'* ndmittet..— 

IHi* vnrltiufige rognitio iurium, pilvilegioriim et immiuiitntum Dncatuh et 
• ifllium «pird lit'iu Kurfürsten freigestellt; hei der Beseiligung der Gra- 

ii wirrl der Köaig als O herlehn pherr mitwirlvcn. — - 

Dibci daim Alitrlirift der corrigirten Autwort dat- Warscban 24. Febr. 24. Fe|| 
'^'i— ntiterzeichnet von K6n. Vladislav, wörtlieh catsprechend der bei 
id. I. 2-2.\ 



58 



r. PrcuMen und Polen. 



f 



Der KuHtirst an König Vladislav IV. Dat. Regiom. 

22. Febr. 164L' 

(Conc. vuu 1*. Bergiiiaiiü Köiiigsb. Arch.) ' 

[Dar KutfSret rcchtfartigt dia von ihm geichcLene ErnenDuug d«» v. Tetuu sum 

LandliofmeiBter, atitt des r*n dem König gcvrüQSfhion v. Künig«eck, welcher das 

Amt des Oburburggra.fcQ erhalten liHt.| 

as. Fcb. Tui-ft y. R. Mtis Vm verc Regia et putcrrm, qua de !t>ds digiiitn- 
tiini et iifficinruiii Ducatiis hiiiiiis Nostri vn("antilms a Nnbjs adtmplenilit; 
su|iGTunibus litt^iis aniä ilie '.) monsis imius lUiliü. S. \t Mtas V» Ni»« 
adiuonere di^iiata est, noii potest non PSRe "Nobis gnjKpsima. Cum 
vcro Nrtfi tani in re ipsa quam in deliarenda persona, quam Ö. li. M<*« 
Vtt liiin 'hemKiii' Nobis finiiinentlat. Itenilmnlo nenipc Küiii^^Hfckio, a 
sentonlia et (.■niisÜii» KJutidem iion al)en"aösc inU']li|j;niiiu??, maxiiue Xobis j 
gratiilanmr. Etcnini pro Nostrn in [>iioatiiin hunc utili ac immetUato fl 
ddOiinio (rjiuKl 8. H. M'«« V« eo ipso, lUmi directum suum dominium 
allegat, confinuat; directum onim d"niiiii supremi jus utile jus vasalli 
]»raesuppniiit et iuferl) adhiltiti» ad id uoiisilianis Nustris supreniis, 
RUtim p4iMtqiwini praefalüs [':*] Krejtzius ') mortem obiil, tnimu!) ab ipso 
ilerelietuiii Johiuud Kberluirdo Tettavin «b Biir^'-g:ra\'ii nfHciiuii, ut et 
alia ante iiuinia fidcliniiinie ^^esta, de Kubi^ et l*raedecessuribus. ijn- 
priiiiis D, Pareiite Not^tro tiptlme nierito Cfdnniii^imus. In huius vcro 
locuitt, Burgrabiatuni uempe, dictuii] König öeckiuai iraposuinius, utro- 
que id debitö nbgen-autiac :itudi«t »ecipiente. Cuius rei causam baue 
prufetitw habuimus praecipuaiü, (piod liros illos non virtule tantimi pm- 
pria, sed ctiara S. B. Mtiß Vae gratia poUere nmxirae noveramus. 

Quod si vero cum meutern fulssc S. K. M»'« V", ut Knnipseckiuin M 
ad Praefecti pro^incinli^ dii;:tiitiitetii potius, quam aliuni Imcuui evelien- 
dum esse judicaret, eompeitnm autesi is'wbiM lulHHet re aiUiuc iutefeTa. 
Uibctiter eam (fialvu juro Noätro) seeuti fui^semuB. Jiuu auteni si Tct- 
Ini-iuni «Huiii praemio ae honnre «ligiium pro nnore iion in Dru-jitu mt- 
luiu hoc. s^cd et in Uegnis et alÜH douiinü« tf. K. Mtis Xaq (tr-kut et 



'] Andreas von Kreyt» Bcit Itf^B LaiidbofmcjstDrK t 24, Jnnunr lß41 ; nein 
Nwpltfolgcr i»t IlaTiB Ebert toh Tcttan^ B<'it l(>3fi Oller fcurggtaf. (EflUiitcnw 
l'reuHBP'ii I p, iSy.) Pufendorf i. 23 bat diu PerHoiicn -vcrwechseU ; der »on <l»m 
KÜni£ üiirii LiuidtmfmcislL'raint emprahlcne ist Dicltt WoHgao^ von Kreyls, der Oe- 
üAndl« den KurfürHloiiF BondBrn Ueruhard v. KOnigaeclE; ebi-'iuo vcrwecbbolt PtifoDilorf 
I. 24 ilii* Porftoticn; »tatt dce dtirc genannten, bereits geslorboii«inv AndrcAfl ist Wulf- 
gang; V. Krtrytz aq voMtohw- — Uic jireyÄsiscbcn Oberrüthe aitid oun: Tettnu-als 
LandliüfniüiBter (f 10^3', KoolgHei-k iils Obt-rlnirggraf, Fabinn v, <^elAU •!« 
kViixIer i.+ H;4ü% AhASveru« v, Urffliidi nl« OTjcrmarsclmll. Vgl. ErUiit. Pr>n«»ien 
A. JL 0. und V Orlich I. p. 2&t». 




Der tifiuo LiuullioCmeifiier. 



«lionim Principmii) ah autiquo immenioriali tempore reccpto (qui om- 
nhim Icpuiu intei'preB est) in sup^riorem tocuiu evectiim nunc sine 
eniL»» ab illo rejicere aüumque illi prneferre vellemus, id ipsi t?. R. 
Mti Vw hmid pbicininmi. neqne KitHigHCckiain pni modeütia sua pas- 
Gunun ch»e arbitrauuir. 

Miiiiuie vero Uteras H. R. Mtis V»e »ta interpretamur, ac ai juB No- 

rtnim Ih>c temptiro praeHi'ifnrii spünte Nnstra itffit^iis DuoafHfi Ihhuä 

Mtni&trus tqun«l et t'oiisiliiiriis Kustris su]ii*emit:t U\ absrntia N*»«trii se- 

ouiduni l«*g<*s fundamcutalcH ccmipeterct) in diihiimi vocaretiir; pnst- 

qiuuu niaximo tiiunere Noi^tro abbitt {kt leg'siius boiitagii, petita« in- 

leiiülurai'. iiiHiuiiatii- ctiam cuiitionis lU' prneftfaiidii, ubi a K'llll^i^i |nietu- 

littuni iuerit, iu&to tciur«rc in persona et rc ipsa h^^uag:i(^, iaiii pridcni 

ddiincti fiiimuf*. Hoc puim facto Noa et suceeseorcs Nostrus authori- 

tatr \ii>*tr« rogert* Oucatiim hnnf" juösit ipf*a S. 11. M*»« V* ÄatT^isiiTicti» 

mo diplomalc decbiratorio D. Paretiti Nofttro divac meuioriae in ipeo 

iavistitiirae (*uae a S. 11. Mif V« pt'ractae liiiiiiic tnidito'). QihhI qui- 

»leiii (iinni feudi BueüeHflorii imtiirae iimitihir, Noatrisqiie pacti» feuda- 

tibtiH rorn^cntaiicuni fst. Hui<: itaipic slanduni Nf'bis fore censetnus, ac 

tu uhii bniuä liboni 8. U. AEtfm Vam Xtis t'oü&tanti beuigruofpio aimmi 

faci(H|ue ipso cunsorvaturaiii ac protefturaui ccrto confidiniua, — 



v.Kreytz iiiid v. Knspotli an den Kmfürst:'n. Dat. WaTscbau 

"JS.Fehv. 1641. , 

fR«Tichi BlHsr äie Aticticnz beim Köuig; Idiigc mit itfti gefillirte ünterreiang in 
Butn'ff dor RtgiprungBiilienuihnio de« Kurriirslen.] 

D*'r(we!l»ci] ^vir iVnieir gehorsamst niebt vcrenthallou, dam be- 23. P«^ 
lan^'<ndo auch die C'initinuariim des Ijaudta^a, wie hDcbgredachtcr Herr 
OnniB« Caiixlcr nicnialw diTselbfii entgegen gewesen, also diewdbc auch 
'^" ^btifl ^'ebrauelit, damit die deswegen von Sr. Köji. Maj. gesrboptV 

■ niiliprt werdmi miM-Iite und um deswillcu defi llemi Wnyeworb'n 
nü iV-rnau »Sehreibei] nicht .'dsü gleich nach der ]*raegcntati<iu llber- 
gflffn >\«rlk'U ; aiiiT des unfc'achlet haben S. Kön. Mjij. iliin denn(»eb 
Beffhl gegeben, er syllle au buehwnlgemellen Htrvu WVij iv(nli_-u tiehrt^beu, 
da« tjie's sehr niissOilfig aufgeuommen. Wie er hieniit im Werke gc- 
wwen, ist eben zu rechter Zeit E. Cb. D„ der Horru Uegiuieuts Itftibe 

der ^>t;imle Sehreihen in diewer ^^•^to^o alhier ank4i!ii!uen . wi'tehe 

also gleich durch E. C!i. D. Itesidenteu dew Herrn Gros» Canzlcr 



' Vm Ki;»£>Di]»iiJri i'raC<m«DiJO vom J. 1633. S. aut. ad lÜ. Doc lt)40. 



m 



t, PKUMen upd Polen. 



pingelmndigt worOeii, auf dass Hirc KöD. Maj. vor unserer bevorstehenden 
Audienz solche zu Händen bekommen mugen; wdche uns auch deji 18 
djeöes ^iädi{:st verstattet, darzu wir mit zween Karossen durch den 
Herrn Diclrich DfmhalT'. Ihrer Maj. Kainmerlierrn, ^rehnlet worden. Ehe 
aber dieees cvfol^ot, htit Herr Oross Oaiizler uns durch K. CIi. D. Ke- 
«ideüten bericliten lassen, wie er et« bei Ibrer Kfiu. Maj. dahin ge- 
nehtct, dasö die Parentheßis, darinnen E. f'h. D. pleicliflani verwiesen 
wird, dass Sie proponiren lassen, ISie hjittpn den Rcgimcn*H Itäthen vor 
der Oblation die Regierung aufgetragen, wie auch der Name Connnis- 
sariorum mid was von Bcredun^ gewißßer Conditionen bei persHnlieher 
Zusamnieuknnft beider Potentaten erwilhn* worden, ivic alles die Uber- 
sehicktt? corrigirte Abschrift mit nteliren ausweisf, sollte ausgelassen 
^verden ^) ; in denen drei Hau] itp unkten aber wegen der Zeit /-um Ho- 
ma^io, der Kegiening vor Kenovation der Investitur und iromediate 
AbsehafTHnf!: der frravnminuni, dabei 8ie pleichwol anch der C<>mnii!i8ii>d 
mit fcedeukeu uKichten , würden «ich y. Kön. Maj. g'eg'eu uns seUmt 
auHbtssen. 

Alles wurdt, wie von Wr. Hoehw. und Gn. zu sonderbarem Dank, 
also bei der Aiidientz in Acht genommen uml, nJäch&t gebührender 
Dankf^agiuig vor C'ommuineation des ersten Coueepta ihres Keaponsi. 
die dem Herrn Gross Cander in etlichen Puncten gegebene Kesolution. 
wie aueh ahermalige gnHdig:st persHnliche Verstattung 

1) betreffend die Zeit angebratlit. S. Kön.Maj. geniheten sich gnädigst 
z\i erinnern, we^^seo Sie dcli in dicfteni Pimct zu unterschiedenen Malen 
erklärt und dabei bedenken* datäs Ihr eigenes InteresBe und Hoheit | 
darunter versire. dass E. CIl D. hierinnen gewillfahret und der Actnn 
vor dem Reichstage verriehtet iiprde. 

2) anlangend die Administration ante hnnmgiuin. wären wir zum 
hi^elisten dadiireh hetillbt worden, dae» S, Khn. Mn|. dero favorable Ke- 
solution durcli andere annbrinf^en und uuj* die Ehre niehl gümien wcillen, 
datis wir uns bei K. rii. D. uiul dem gan/en Vaterlande, wchiies weh 
Äum allcrhiiclifiten hieniach sehnen tliut, verdient machen niilgen; da 
>vir doeh keine Vrsaeh ^elien, wuruni K KRn. 3Ia|. hierunter einige Be- 
denkeu tragen oder die ISach weiter auszusetzen hatten, t^intemal wir 



') DU b«lreffeild(9 &t«Ile liatto grlaüttit, ihaii kSnne vi^n dem persünliclieii Br- 

beiuen des Kurfflretec zur Belebnnng n;clu ablassen, „poiiäfilinnin cum , vi 

mditicM)««, A^c quibn» in cjusdcm tier*" prufBCDtin corani'Ddiaa Iriät&ri potsit, ultm 
citriique stAblliuadaQ [aint]". Dazu hauen äie GesanAlea hcmcikt: adclcanlur omniit 
ai quidem fiapiunt nuTum rcudum'^ Dio @aliluB»rädAOtioii der VüniglkUcn Antwort 
hat Fuf«n4orf I. 33 wSrUioh Überlragen. 




Der Regieruiigeanirilt- 



51 



ttiobl ttllciii der vurij^eu, ßornlcrn aucli y:iir Uei'u Ik-rrn Valeni liocliscl. 
Aii^eti. Exoiiipel vor sk-li haben, l^o würc ee aucli 

3) klaren IU'i*hlt*u*, das» E. Cli. D. aboUtio gravamiiiuni, Ör. K««. 
Maj. dif i'ura und überaufHicliI, ilaniir Holelics viu- AliiH'Iciiintii^ der Eid 
und rriit'lit *liT rnlertliaucn wirklieli vemditcJ wtrde, zustehe. 

{?. KOn. Maj. LTklärten «icb hierauf: Sic liätteu dureh der« Caualerdie 
Dclineation iie& Uesp^iiiBl com niimici reit lasnen, hüttrn isii^li albereit in 
«tljchcu vun ihm biiiturbrachtcn Punctti» derg^cstalf erklärt, da»s wir 
wol wttrtk'ii zufrit'df'ü hcIii; iließe drei vtm uns aiigel »rächt eii puuct^i 
wÄrcu auch alhfrcit \fini Hfrni Gross- (.\inzler cnväimt wurden. E« 
wUrde ann wid wisKi'ud sein, wiv fast alh* Si'untore'n die Abnt^liLuiing' 
de« huaiat^i aul' riiu-n all^euieinen Reichstag: verwiesen und was des- 
weg**n iui näelisl •Ji:eha]tenen coiisilio wir Sehwieriffkeiten vorkoninien; 
Sic bättcu sich aber ih-mselheu opyoniit. aber doch den liendss uff 
eiuen Ueiehhla}^ nicht anders aiiizubidtcn vermocld, dann dase Öic die 
Erklärung an &iv}\ behalten; dauiit isic un« aber nicht st> Qnr deHCüu- 
«ttiHrt. wie Sie ger*j4let, vou dich lassen, wollten Sie une die Zeit he- 
ueuiieo, diiHS es im Uctober etwa acht Tage nach Fraueisci sein ^ollt. 
DaÄS die Erklärung rati*(ne adniiuistrationis niubt jct/;(f ^-teieb er- 
iVdfirt. wJire miwre ei-jeiie Selndd, weil \v\r keine »ufUfioutciu eautiiMieai, 
als d:iM Kraeko>\'i&etie Ketiponaum eiiordere, niitbracbt; Sic wollten 
aber dureh deru Cuiiinn^iBarieQ cHifliicn, was iler Öenat darinnen de- 
«derire und ihnen initgelieii, datw*. »ubald dasselbe witrde »uppliret sein, 
fcie E- C'h. l). die Administration awilrageii j^ollteu. 

Daiw E. eil. ü. die gravamina absehaffcn und sieh mit ihren Stäii- 
dtii ver^leiebru. dainil wären öle ^^ar w*d Kulricden; es künnte aber 
cio Vertjleieh in praejudieiuni tertii g;etri)flen werden ; den-utwej^eii 
WftHten Sie deru i'unmiis»arien dabei haben, welche atif Ibrc und der 
Kp)i»uh. Jiira Aehten k^'''*^»- Eins hätten wir vergesseu, so aueb hiebei 
liunert werden suUcn. dass liio Ihrige nicht Conunisiiarii, sondern Legati 
eunnid werden mliehteu » und würden It^ie wul gcuierkt haben, dass 
Sie dieselbe allemal mit Kleistj Comudssarieu geueimet hätten, aber 
UIU3 (jcuüt' Öic dieselbe Legaten. 

IHei* naitiiien wir zu unterthitn. Dank an, niil Vermeidung, dass 
e« wo! gewis« vun uns nieht unciiunert wäre geUistjen worden, wanu 
Ulli* der Herr Gross Oauzler Hr. Kön. Maj, Erklärung nicht hfttte vorher 
tttsaea Ui^^x-n. Djigegen wird nnt unterthäuigstem rcplicirt, obwol E, 
Ch. D. nel daniii gelegen, dass. alles was des honnigii halber zu ver- 
jkhteu, je elicr je lieljemerricbtet werde, dieselbe öieh auch die Iloff- 
Bg gemacht, das» üolchea ebiva gegen Pfingsten wUrde gescbcben 



62 



I. PreüAsen und Polm. 



kruiucn. ftu roürblen Sie df*uurtdi der vnu S. KJ*d- Maj. ang:esetzteii Zeit 
IkiHmt JEufrieden sein, niuiii Sie nur dalitn rrrsicliprt wäreu, da** in- 
zwiwht'n k^tn Hviciista^ ^ehaltfu W(*rdr. »Ildinveil zu b«*isorgi?n^ die 
Htiliidt? dilrflfii sicli )d die iyncU mii^Wu mid dAdiirrli E. Ch. D. in 
dk' \Veill!Ui1ti>?kpiL alt* deru Gruss IJcrr Valer vnr wich gfhnht» liciiwi. 
und» da ca nicht ^^-sdiehe iiad E. Ch. D. sjae proru|fathine Ci^untioruiu 
j^raccedontium den «ctum verriehleteo. dasselbe vor eiocui dcfeetum 
Aiizielie». 

ii. Ki>ü. Ma|, di-dncirteD io der Duplica, das» es ^rleicÜ wul viv\ besser 
und zutrli^liclicr wäre, dio Zeit nach, als im wälirendeu Keidistag äI** 
Kuaetxen. 

Ol) wir nun \yo\ W\ der Triplifa denwIlK^n bii'riniifn nicbt eo gar 
abfielen, >>o tliateu wir doch aufs ueut? uuterlhäui^ätt' Vorstellung, da»; 
aueb nach dem Rcich&tap die Zeit auzuBCtxon piowol dcroselben. lü« 
E. t*b. D. uachtheiLi^ »ein >vHrde; Ihr zwar, weil dadun-h die widor- 
sprecheiid<? ihre Inteiätiwn. das* Ö, Kr^u. Maj. den Reichstag zu cnvarteii 
und denen meisten ^titnmeu zu fol-reu hütleu, erreichen: E- Cli. l*. 
aber, dass auf dcoi Vorabenden RriehKUi^c viel protestatio nes dnge- 
waiult ifder neue euaditioues dltrften vt»rg>?&chlageü und augeumthet 
werden. 

In Quadruplica vermeinten S. Kfln. Maj. allen Diffieulteten damit ab- 
zuhelfen» Ars» Sie die Zeit desi homa^i wollten pubUciren, auf das» 
es uielit das Ansehen gewinne, ob ivär der Reiehsta^^ dieser 8acheu 
halber aii^'e^etzet worden; würde nun derselbe ohne Opposiriuu t'lUek- 
licb peschlus^eu, so hält es »eine Riebtigrkeil, würde er sieb aber zer- 
scbla^cn, wie es dann wol, wann die Slaterien, so darauf vorkomuicu 
ßullteii, ennsiderirt werden, fast niebt anders sein kr»nnt. umi das \U*- 
inn;^uni würde doch zur bestimmten Xeit abgole^» Po kilme man ein- 
uial aus dcju errore, das» vordem alle diplomata ex proropitione ge- 
geben, weleliei* jetzo vielfältig: aueezogeu werde; die CurlUnder wären 
darinnen vt>rsirhrip'r penosen, >velelie ihre dipbnnata et^tlieb im Feld- 
lager vor Pi»toek"i und ailo andere zurWüde^l imd also uiehl tinst iu 
Ine« Cimiitioriuu datirt haben. Die protedtatione» würden entweder 
priialae «ein. die kannten niebt schaden, oder aber publicae. welche 
man durebaus niebt würde aduiittiren. 

Qutntuplicftntbi wurdt der metus augczogeii. e.s dlirAen die Stäad« 



I 



i 



') Wklni, HaaptJiUdl iles GroftsTtinitcnttiamB Littancn Dm Herso^imn Cur* 
laud wnt uraprOngiich littRaiBches Leben ^»cil lä>61}- Leagutoh Jm- publ- Rfgnl 
Pukn I. p. 41. 




Der RegieraiigsaQ tritt. 



6:i 



liTiö opiiiiastrireu, dass sie zu keiner Hache schreiten vvoUeu, ee wäre 
I üann von H. Kl'uu MaJ. declnrirt, i\am hic bowoI als der Senat ad consi- 
I tiofii super hitma^n" niit frczugeu werden. 

Ücr K^Jnij: ftextiipticirt, dor frftnz4: Spiint halie ihm dii^pspri ca^art, 

tUäfi. wann glcioli dieses einigten l'iUH't« liaibpr sirli der lioielistaj;^ aer- 

whb^pu fitdit» wdltcu sie iUi<:]i diti dritte Oidimu^ uiuht /.ulasäcii, darau 

tlann E. t'b. U. weh vt'rhwftcntlicli würden verbilligen lassen. Metret^'end 

da» rcfrinicu ante lii>(ii;»t,']uiTi, 00 wihoii wol etlich Din^' vnr^jiriffi-n, 

welche die 5jadi nur seinverer ^'emaclit, da eie d*ich eine Woil und 

gar flTrtl Ids zu jetziger Zeit liütteii vcrblcibeu iiiügen, als nündieli dii* 

Btslcllun^' des üiudliofuioisti^rB und Cimtiiiuation de» I^andtagrs. Aüvtui 

Si« kurx Äuvur «nwnl E. V\u D. und der Ilcmi Keg:imeiitö H;Ulie, 

JklB dt'lr Ständo Selirt-iljen verlesen, uud wären Sie nun wid, weil <thue 

dfttt der an^ceetztc Termin herzu nahe, guädi^st zuiHeden. da8B der 

Liuidla;r fiiitirmirt iverde; des andern auch luigeaelitcMi , wir widlten 

lUc l'unt't, welflie der Senat in die rtiution ivill iiiütirirt wiswen. er- 

QffbcD; e» wären ahor nicht neue condittunpHi, aonderu solche Öaclieu, 

d&Ru E. Vh. \i, nhnc das verhundcn, dass Sie nümlich alh's was. de- 

riirft. \'riedtT eiiiriehtcu; sobald die <_'aiitiuu als*» ^vU^dc ^U|>plirt sein, 

_iülllrn die Ijeg'.iri nhn einigen weitem Verzug Ihr die Adniini>*tr:itiiin 

cnerinftKAen wie dem Herru Vätern ^eselieheu, auJtraifen; denn ea- 

piiife die UcHpubliea in puncto dicst^a Lehns sehr behulsuui. in An- 

merkuuir. es niWrhle als v^n enieui ä** niJiehtigen Fürsten und vasallo 

da» Lehn demialein« vou der iiestpubliea irar abjü^ewi'ndet werden wtpllen: 

derciitwci?cn in!*iiJ.tii1en Sie deu vorigen cxcniplir^i. S. Kün. Maj. wllsste» 

mh itwar wnl zu erinnern, was da im Krackin\i:sehen IN^sponw» E. Cli. 

IJ. Tentpnfehen; so wUrtle auch uiifi nicdit uubekainit sein, daaa viel 

pniInftatiMnc» wider dasselbe auch roin Kratk^iwif^elien Bischöfe weihst 

eniÄi'wnndt w^trdeii; allein Uie Leute bildeten ihnen von demselben 

wi« ander« ein. nls en in sicli halt, und wären etliehe als» ;cusinnt, dasK 

«c Dor ihre cife^ene l'oetuw lieh Indien und w:is nielit vnn ihnen kunnnt, 

widereppceben- Es kOimrc aber in puncto rcgiminifi denen vorigen 

Eiciupelu und dem Kraeknwittchen HoHpnnHn zugleich ein Gullifon gc_ 

scbchfrii, wann die Cautiou ^'efurdort und iins'cnonmiou und die AdmiDi- 

stratiitji, wo wi(^ dii'selbe g-ewesen , welche der ychepanski K. Ch. Ü. 

Herrn Vatt?rD C(uiterirt. ^'Cj^ebcu würde. 

Wir crinni'rtcH wptuplieaudn, dass diireli sidche Proccdur E. Ch. D. 
dennneh tu karx ge^ebclien und es das Anwehen damit gewinnen wUrde, 
iili sueccdirtcn Sie nicht in die Admiidi^tratinn. Wijudcrn halten zu war- 
ten, bis Ihr die«elhe cum »olenuitate deferirt werde. 



u 



t. PrcUMen and Polen, 



Darauf schlugeu S. lOlii. MaJ. iu der Octunlica, aber Jwdi luil V«r 
bi'haU eines ivciU-ni Nadid(^iikt'iis, da» Mittel vor, es müthtcn ilic Legati,J 
sobald ihwen die Caution eingeliefert würde, iirivatim ohii einige öo- 
lenniiet die Adiiiiniütr:iti<m auftra^^en. Von deueii jmuctis innerendii 
erölftieteu öle die liflg^eiide i.l dass des rüniniendanteu iu der l'iJlan 
Eid nacli der alteu Form wieder eingestellt ä) die katludiscbe Kirefad 
in reebteiii baulichen Wesen erhalten ;■() besser dotirt und 4) kuoi exer 
citii» an der OrÜnzen iiaeher Polen Kireheu ^e^ehen würden, 

Dflg:e^eu wurdt Sr. Ki'm, Maj. reinoiiHlrirt, djws oVnvid K. Cb. D^ 
Herrn Vätern ChJl Dchl. so viel nielit vor sieb gehabt, alä E. Cb, 
durcb das Krackowistbe Re8]mubüiu erbalten, wäre docb demselben voa 
.Sr Kön. Maj. hoehöel. An^'e*!. mebr euiiferirt w<irdeii. daun Ü, Küu 
Maj. jft'Ä" antragen; dann ob Sie vfo\ teuijHire die ßegiemug* etws 
spüter Ulierkommeii, so wäre es doch vor ein mebr und böliers zt 
aehten^ weil solelies ohn einige Condition g:eMelieheu . da man mit 
Cb. D. ilzü allererst handeln wolle, y. Kön. Maj. iiut^v orte ton, daa« 
beseer wär^ anjetzn von den Condititmeu zu reden, dann ^egeu did 
Zeit des homagii, wie solches bei dero Hcrru Vätern Belebuung ge 
sebehen: wann uian aber schon iu Posseösion sei und die yacb h»b 
sn verstehe man sieb nicht leicht diizu. 

Eudlicb wurdt ör. Küu. Maj. auch gegen die beuannte Coiiditionei 
eingewandt, dieaeJbe würen also beschaffen, dass sie entweder gar nich^ 
\vie das ernte, "»der doeb nur bittsweise, \We das diille, nicht aber pe 
nmduni emiditiiMium küunten ^esueht werden: was die katholinebe Ivirelu 
und das Exercitium betrifft» wilre os A" IGll albereit mit E. Ch. 
Gross Herrn Vätern hoehUibl. fied. auf j^ewisHes verhandelt. 

S. Kön. ÄUy. erkUirten sieh znia Abschiede^ !:>ie wjilltm die ab^d-1 
redete Puueta dem Can^ler zuki-imoen uud uns iXixa Henpimsuiu uocill 
eirnnal coniuuiuicireu uud Ihr nicht entgegen sciu lassen, wann etwas 
mit Fu^, das nidit eine Nenening in isieh hielt, dabei erinnert wUrdL 

Kaoli dienern wir auch nütbig beiuudcn, den Herrn Erz CüumkcreT 
zu ersuchen, denselben dahin zu vermögen, [dass] ob er gleich sich 
übel auf belundcn uud daberu eiut; zi^^mliche Zeit uicbt zu Hofe ge- 
wesen, E. Cb. D. Sachen sieb dei' (Je^voh]dleit nach, desi'idb wir ihm 
billig hohen Kuhni geben müssen, anzLinehuien uud Ihre Kün. Maj, da- 
bin disponireu ku helfeu, damit uuflerni billigen Anbringen niöj^e de- 
ferirt werden, welebeis derselbe nach lang gehaltener griindliehen rntcr-f 
rednug und EniäerniBs Bieli dazu tixnilicb erboten, ew auch, wie wol 
ehe uicbt a\a gestcru, verricbteu küuuen uud uua durch E. Ch. D, UeHi- 
denten, welcher die Antwort und Nacbricbtuug einnehuten solleu, su 




Der HegiKrUnjgBAh tritt. 



«>5 



[weit Erklilnuj^ gHhJui, du»» der Herr Gross CatiKler uns Ibrer Köu. 

Xaj. etittiiche beharrliche Meinung andeuten würde, mit Remonstrining, 
lirie es S. K/)u. Maj. zu E. Ch. D. beateu allcH wol uieine. Waim wir 

dmiui nun uns aucli bei Herrn Oro»H C'anzler desiVilU augebeu lusüen, 
|and der (.'nnlcrent/. erwartend wein, sds Imht'ii E. C'li. D. xvir öulciies 

uutcrtbäni^t hieuüt aberroal cröfliieu und bericLteo niUseen etc. — 



pQUCta cum Ser"»" Electore per Legatos 8. R. M^i^ tractauda 

die 15 Maitii A. 1641'). 

(Künigeb. Arcli.) 

{PoIiiikcfaD Fordeniogcii ou de» Kiirfü raten vor UcljcrgiikQ dur JCegi«rung, beaoucleni 
in BGtTvff der prcusAtschen Ilafon.] 

1) Erbauung: knthulistber Kirchen „in Kmgiiüp lÜKtHctib«!* Duf^atus*. 15 Mlrt. 

2) Heiu Ki>iiig [^1*-ht die I[i^p<-<itinu (Ins I'illancr Hafens zu. 

3) Ad prael'eclurani Pillavieubem . a qua Salus oiiinis et aeeuritus 
Ducatus Ätque adeu Intius Keitni dependrl, Sernjo» Elcetur tres Candi- 
dau«« e liucatu , tioMli anriqu" geliere ortnK, in re bellica oxerdtatoH 
8. K- Mt» prop(tnal, e quibun uni id rminerifi fci, R. M*«» deferet euui- 
que cdütinnubit wilva eorrecturn tnrmidae juronieHli, i[uu Guberiiatur 
ilie uhstringendus erit. 

•I) Diif Ouruisori \'*n\ PiHan sioll fiuen liöher**!! nU ilcn ifewöhnlieheii 
Si>Id erhalten, 
j) Arx MeniolenKJH mm exaetiurc munitiniie iiidigoat, in eaqiie 
luultuni HÜ bituin Ucijuiblieiie, idcire«» in iiiuuienda ea btudiuiii et iqK'ru 
& B. Mt» J>ertf»o Elcctnri dedaratur; atque hie. omiüa. quae de pi^rtu 
Htlnmasi inäiDuatA suut, itidein ad (u^rtuui eundeni Merneleitaein re- 
ferri tlebent. 

(j> Naves Hftveümm^ per Gustavum iuterfe]>ta« aere suu Ser"ii« 
ElfUoT persülvat; ex (iccasione emm Öerni« ElectorU detuucti sunt in- 
ier wptae. 

',} üb eMtni» liernbardi Küußiffü'l erga S. H. >I"ji" et Eleetondera 
Ili'Tiiiin) nierita suyireniii iMa Dueatua Praefeetura eidem deleratur tdque 
[Kitt liomagiuiu {)rae»lituai. 

H >>piriugits vigeHinium iiumniuni ex (elnnen Mlla^ienfii a .Sermo 
El«ciurü ratiune labnnmi ac tideliuui ubsequiunnn iusta Pacta Hortürii 



'' Olme wi'ilere Bcxeicbriuiiiig. Es sind die Funldo, tvelcbe die pdoi^cbeii Qe- 
MaihttD iti K.t;.r)i(5«liiirg iVirdcrttu , and worauf sich die Ai-ogBernng de« Kurfürsten 
*W£ 'J2. Min ;lei OrUch !, p. 66) beaicht, .dMS L'tijt awlcho Sacb«u angeanulliet 
»wd«, diB Wir rar gan« iiipwctictibel lialton*. 

"> Bemliard v. Ktoigsi-ck; rorgl. vh. ad '2'2 Fetr. 1641 p. 58. 
Vitifr ttir (JB4cii. il. Ur. KurTiiniiiti. I. S> 



66 



I. PrtnMcn und Polen. 



et promiaäum EJcctoralo in OrteUborg et Groduae ^. H. M(> taetnm. 
CüDcedatur. ^- 

König Vlatiialav IV. an d. Kurftirstcn. Dat.Vavs. 30. März 1641. 

(Eigcnliandig:; Künigeb. Areb.) 

[Der K^Dig meldet dem KurlurftU'o dtm festgesetzteo TuruiiD vir BcLebniiag' und 
ermubot ibn cm Willfthrigkäi inch gegen seiae WöDiscbel 

30 JlörE Scrtt"« Electur afünk uti fili cliarissime. Etsi paulo ante per rtoii. 

Koäbut Dil. V. litcris iiicis certiorem fcci de Icmpurc ad ]> Bestand uui 

hinnagium invesritiiTaiuque rocipieurtaiu & nie designato easque lilera» 

Dil. V, recte redditan niininie dubito: uicbiJouiiiuiä pro patorun in Dil. 

V. afFectu itcratu id ipsuui per Gencrüsuiu Krciciuui U^^atiim Dil. V. 

perscribeudum cciiftiii, til iia ri-s et ue^otia KUa disprmat el acciMiimu- 

det, quatennn ad dieot R. tiieuBlH Octobrie Varsaxnatii lioniagiiuii prae-fl 

stitura invcstituraiuqiifi .solctiiii et cmiHUeto ritu ree^ptura s<?&t' Dil. V. 

ßistero pousit. Quod duui pm palenm in Dil. V. pr«iieiisione itorato 

peTscribii, luta certo inichi p<ill!ccor, tanU* alacrius Dil. \\ lUfac^iue 

iiiteutioin desideriis uieis sese couiWrinaturuui [eicj, quam e^ideutUiÄ ani- 

oiadvertet, in voti& Dil. V, adiniplendis me esse äulieituni. Do ceteri> 

Dil. V. IVIiiM^m inuaiutii reniui succcHsiuiii tiniiaiuqm' prcc^ur iut'ulumi- 

tatem. Dil. V. aiüuis et pater oinnia buua deäidcrauH — Vladi»- 

laus Rex. 

KurturetHcbe Resolutiou denk Kö'uigL Hei-m Abgesaiidteu 

Gruf Gerhard von Dönhoff wegen der Spiriuge gegeben. 

Dat. 12. April 1641. 

tKönigsb. Aldi.) 

[Dir Kurfürst weigert Ühcr die Sec^ulug« Kccboang abiulegco und di> Einn&hn]« mit 
deu] KOnigQ xa theilcn. HcüLtfertlgung der EnU&Mung Spiriug's aus dem Dienit 

des KarfarBten.] 

! Apr. D(*r crsl<^ von Küu. Maj. in Poleu und Schweden Herrn Abge- 

sandten angetragcuer Puuet^ lictreffeude die RcrhuuHg; ein^^-eiiomniener n 
Eweijabriger öeessulage und g"e8ucbte Mcdietät davon wäre alsi> zu be^fl 
antworten: 

Es w-Urde dent Kön. Herrn I-egaten nicht \uiwiß8Ciid sein, wcsseu. 
sieb Krtu. Maj. mit Br. nimmeiir in Grttt nihcudeii Churf. Dcbl. hocblüblj 
Änged. in dem Rtipeniekigcbeu Vertrag deftfAll» tnutuo obligiret und 
mit einander rcdproee verglicben. dass nänilicb S. Cb- D. zti irgend' 
Abgebung einzigper Rechnung niebt verbünd™, sondern Kün. Maj. 6dei 
et verbo Eleetorali trauen und was üeductia dedueendi« Inhalt CoutractH 






J 



Dar SecKoll unA dte Absetzong SpIriagV 



67 



flbrig bleiben würde, solches zwischen beeden Contrahenten ex scmisse 
ni thcUcn, welches dan nicht purt-, soödern veriuittelet gewisser Be- 
dinge cingangCD, unter andera, wenn Kün. Maj. die Landstände dazu 
worden dispuairet habcu, weiln die Scehjifen zu Versicherung des 
lAudes und pactaruni induciai-um wtlrdem mUsaen fortiliciret und mit 
Dolbwendigen Guaniisnoeu versehen werden, dass nrdinea pnivineiales 
xo Trajpiug dieser Last der UnJvostUDg, welche uff den Bau und En- 
I trctcnirunfe' der iMfldatf-üta in beiden t?eeha('en l^Uau und Milmmel niith- 
[ wendig gcheu luUsHteu, sich accouimodircn und uf sich uehnicti wUr- 
[den; salche» aber die Äätamtlichc Stünde bia anhero uuanimiter ver- 
' weigert, wofern die SecKuIage sollte coutinuiret worden, daes alsM beidea 
mgleich nicht bestehen könnte. Weiln dan beide Porten praesidiis et 

siutiimentifi zu unterhalten die eiug'euonimene Secanlagc .. nicht 

»reiche : 80 versehen sich S. Ch, D., ea werden Kön. Maj. weiter nicht, 
als der f*«utr.iet vermag, t;ehcn und von Sr. Ch. D. begehren wollen. 
[In ßetrt'ff der Contiimation dos Vertraf.^ hält ea der K-Urfiirisl für beg>ier> 
die Terhandlfliig uuf/usehi^benj bib die formelle Uebergalje der Regierung 
erfolgt sei.] ) 

Die Erlaseung Abraham Spiring's') wäre nieht zu dem Ende ge- 
«hehen, Kön. Maj. im gerin^teu hiedui'ch zu nahe xu gehen, sortdern 
wKreo Ch. D. hierinneu dem Köpniekiseben Vertrag, welcher nunmehr 
cxpirirft lind vermJigc welchem Ch. D. Diener pro bouepladto anzu- 
nehmen und wiederum zu erlassen, woruuler in specie die Spiviuge 
Wgriffeu, ganz freistehet, sonderlich uff inständiges Auhsllen dcro Land- 
iiändc und all derjenigen, hi> uff diese Orte gehandelt, naehgegaugen, 
and hat sieh nächst vergangene Jahr Hber in der That ereignet und 
befunden. dasH der gefasste Unwillen in- und ausländischer Leute wider 
die Spiringc die öchiffarlli und Traficq auf dieae Ort und Hafen mächtig 
gehindert, der achiflahrende Itandetsniann durch den verhassten Spi- 
ting'Bchen Namen und Importuuilnt von dicBeu Urton abgelmlten und 
MiiK-n Cure andersMobin , mit uicht gerinfrem f^ehadcn diewer Lande 
umI i^htnillening hiesigen Zolleß und Nahrung, hergegen Uffwaohs 
laiJ Zuuehmmig de» Handels an andern Orten, gcnnmmen. 

Deri>wpgen dan Ch. D, aufl obigen uml andern erheblichen Ui*sa- 
chcii uiehr, ilaiiiit es bei dem »ee fahrenden liaudclämaun uicht juehr 
daiAuaehen liJltte, als mUs»ten tiie den Spiringen zu gut, wie sie sieb 



*) Sie sifolgle un äl- April XG41. 

1 In B«trelf Spiring'a «. äia Einlcit. p, 21 fT. S8. Uet>oi; den Act sßinfiz Dienstent- 
Kegt keiD »pezlelles ActcnKiiick 'vor, so dojs du DjituiD deraelbea nicht au 

6* 



68 



1. PrmiBacii und Polen.. 



eiiigebjldot, ihr** Waarou vnrzitllcn, uff oiiic AeudenitiK bedai'lit sein 
uiUöseii und di*u Spiriii;^ /.u liccnlircn, vvt^il 8. Vh. D. mit weil bew»e- 
rem Vorlheil unil ^t'rin^LTii l'iikostt'it dun-li aiidore hiorzu verordm'tf 
<)flician(cn und Dieuer das Zidlwenon vorwjilten und einneUin«n lasBon 
könneu; ^^entalt (tau S, Cli. D. anii«t?]i, h\» n(T dem weiteren Vergli'ich 
uuil Vi'Mirduuii^, die." Süt^'jViilagc i^tjutiiiuireu. - 

|In Bptrnft' Kll>ii>g6 wird ruait awh Ihm dem [leii y.u subliesstnUen Ver- 
Crng vergleichen knituvn.J 



König Vladiöluv IV» IUI den Kui-füryteii. Uat Pobylkowii 

28. April 1641, 
iKüiiifjab, Arch.) 

|D^r KQnig erklärt sciti« liulie MUjtzlifri'LnlorihciE mit tlsiti Vcrfnlircn ilt-a Knrfrtrsfen; 
et will cinpH cJ^vuGii UuAmlcti in dvr PilluUui' 2ftltI>aniiiuT iiiii:^tullt;n xur Ccmtroliriu 
< des polnisch«] Anth«i]H-| 

M- Apr. i^iguificavil Ndbis Gi'ueroKus KpriiarduB Üucnhurt* Oeronomus Xc 
ster Marieiiljurgciitii.H, j|uid rpupoum a tfor^» V» rafifjnt.' innlintta*' hiter' 
Ni>8 et Öei*'"i"iJ tfliiii Elct-Ioiviu Ser^'" Vn*-' part'iiti'ui ot lu purtu I*il:i-_ 
Tiensi coutinuaudac exactiuni» aceeperit, niiiüruin i^ui>d S|Mrininuiiu 
tntu Iiuc bitMuiiii JidfU'iii Eidcni tionn" idiiii EkTtnri vi N^ibiH ujh^i 
liaviivit, hico et (uiR'ti4iiii.' iiinvt'rit, ucquc ad idljts ratiimes taoiciulAi 
e |>nivt'ntu iUi} liiouuidi Si'Vif'n V*"o vi^ori' pHcti.truiu Koiiiiioi*iiaiuui le-_ 
aeri, Nos vom sido verbn Electnrali i-üntcntOÄ cs«c ilcbere. Qiiniii au 
lom N'iMb id lüftmii i't resiiniisii]!! (Jisplictierit, mm jittiiu-t, multi!* vrrbijT 
explicarc; i<vd utut fst. ml praewcny t^ort' Vj*" id iu.siimaüiluiii ceiisui- 
niuB, ut lutiTea. dinuT iutor Koh dt' ultcriorc contiiiutitiiitne luutuae istms 
exactiiHiis mm (riiiiTCin'ril, in i'nuipra illa pi'cuHiiris a NnbiH coiitttitutu» 
Adiniiiistcr asHishit, i^ui uiiü i/uiii Sh"'!" V"«" I^nn-uraton' mtiiiui'H \\\m^ 
pt'culii maiitiu]! rouin^tet ae "iiuicquid [mrleui NuHtrtiin couooTiiit, dej)<»iial_ 
neque in uHos alinR um& eaiu peuuniaiu cuiivertat, sed eaui pru \nbi»if 
tum vi provontiiiii, i[ui i-x i!i\itatuiii Nustraruui g::djf11ift pruveiul, rc- 
Hervet. QnoU qnideüi Sor'c'H V**in tacturrtm ohmc t-oiitidimus. — 



Ken; 

uteri 

ndtt" 
Aufl 

'llllE ■ 



Camio Serentasimi Electoris, Dat. Regiomonti 20. April 1641.^ 

Ät Apr, fUrlicli I. p, fi7 gibT die nrnprüiigHL'lii' Ri-d(K'tiiMi dnt. 12. Tifc lß4<l. -^^ 

Bei dem wirkliGbcii Antritt der Regicning (SL Apr.) aber wurde dieses (ie- 
Irthni)*K des« KurfiirstJeii iu rinc-f niidert?!!. t-orri^'rt*n Form (ilw-rpcbfii . d«l. 
*.iO. Apr. Ifi'l I ; ^un!-t ührTfinstiinmciid, diuiii ahf-r uii itr-r liftuptyt^dk* — vpon- 
üfniu^, Xi>s ]mctih ft'uduliljiis iu umiiilms sütisliictiiros, Diu-anini jtiJttii pri"- 
vilegtu g'iLlu-ruaturob, >i ijuid etimu praftt-riti'^ U>iupunlu:^ ti J*a(^(i.^ finiüiili-'l 




Dift AliHftKUng 8]nrtii{;'s. 



69 



ba« prr ioiqiiitntotir tPinporuin recefnit, id ad »rbitAm F^uam et normam e^n- 

■'■miii rt.Iiij'iuDj qtiimmiTiji rodactunjs coiT(.'Ctiir«s et rcvoc-aturoj^ 

, ■ )lt»sini!ll etc.] ') 



König V'la'lialrtv IV. an den Kurfürsten. i>Ht. Pobolkowü 

2ä Uni 1641- 

|Kni«n(r Rrc'nnialiinicH (I(<e Ki^uigi» Tfcgcii der Giit)jisBiing Bpiring^it; er rtrohl mit 

^fmc I*riuce|jp. co^niftto litt fili No&tcr chiiris^ime. T'raetjcr oninem 22- Matl 
«]irm HC exptTtitrinnciii Niistrniii !i('i.-idit, qmnl S]iirin|fi(is a Senn'" iilim 
:S^r-.» V'H' Parenle accedoiite Nof^tnj tiHsonsu tousütulut* in OaiiKTa et l'orlu 
PtlHvieimi tiiaritiummm ratioiiuiiii I'rocurätur loci» et funelione iiiKcüa ac 
mronftultis "Svhh »\t auiotui^, cum taiiicn aliud taui per Ucgaton Nostrus 
HUftin <lftiiPiM>«uiti Oet'iinoDiMm MiiriaebiirgcHHcni, i"|iu'in dp indnatria. liiir 
*'*luni di- Ciiuna ad {^orf^'n V"»« ire jitsseramusi, el'iliiyitavet'iimii«, iVo- 
(t^'Ifi li'ugc Nu» alia sp^H do filiali fc>prcis V*« erga Nob aninin ac call« 
teniiil, riiiitiniiu pimurr-iii rcrtj>ocliiiii [laloi-iiae Nuislrat' erga ac vuluiitatiR 
fl (iffinnriiai rarioiu'ni, quaiit comm ctusiliormii- (pmc Her'' X»<^ neque 
WiKirilifa iiecpn^ Inta nc i»onUus a tilinli ciiltii alioiia siiil. fuisse habi- 
luraiii. Xmi poyguin«8 tlaquc hoc iirHe|n>^ti'rn fat'tti tuid coniinuvcri. 
Uüipil f-iiiiii artinct IVta KcpiiikoHsia, quibnti caiituni nit, «t f^pinugiiis, 
qüutiPH Scrmo ElcctüvL ]ilacorct. ainnverf^tur. ca lain stncte non erat con- 
vpnk'ns cl acquaui iiilcrprptari , ut iiiliil pt'«ii|ilerca N<>!»iscuin fuerit ne- 
WT«t« Ciiiumuiik'ari auf Nostram explorarr vcl cspectare voluntatcm. 
^v(\ai' fTi, i[»a.v m pcrsdiiani difli S[iiriiigii a uialc üuiisidti:* coüftflgiüi- 
tiir. fiwtuui fxcUKriut-, **inu et isliiit- iiiudorni Kxacloris a ;Sert<; Y* »uper- 
iudiicd par ftil rntüi uattirn et un:i lere origtk, tit p^ttitin quidruiid actum 
n\ «^L'udutu Sit ad dcrogaliuneiii aMtburitatis Nugtrac Kcffiac vergaE, 
t|llml rinn t^iu Sori's Vue \'iiUint:ik'. 4pii'm tinriira, iiistitutinne ac mai<iruni 
(•uraplii in Nii!^ caiirirtiis iimpouden- lam ij^ittn'aiiiaö, quam iiims v\ In 
i^tieni arriik'Dtibn.-« quomiidaiu itu^gejitümibiis escogribitiim crcdimiis, 
ut iiJrirrt» jirn patrrnn Mostm aHcctu partt's NubU sunipscriiiuK* cum 
iwn V" OMporttiilaiidi, iip ah fiusiinKb iiiitiis et ingratiis jrubcriiarnla 
Übi crcdita .tuuu'iida cl ordienda c\i^tti»ct. lua^i^qui.' tiuiinruiii ^u«*i'iiiii 
nn^dat vculigia, qui, qiiuajd cuiij i:^ern''w Ut'gilms roloiiiac Divis Prae- 
dpcf*!»(iribiis Ni»«tris aiiiit'itiiim ccdufrunt, taiiliini übest, ut aliqind de 
(li|aiU&t<^ ti lUuplittidiiH' di-|)cniidi_'riiil, quin utriiiiiqiic potiii:^ (.Miiniilntc 

') Dof Sinn Avr >'cTllriJcrutig hl, lUe Nt-nniiiig der (JiMVurninn iii [iiHgn;licu, urn 
»Wit dcmlt dwn K'iiiig eine Coni[iel«ns iu KctrcJF diT^rllieii »aiUgeBlelicii. Di«»e 
JVtii« >*unuig ist auch rioUtig benutzt Iid Putendurf 1- 24. 



70 



I. Pkusmd and Folen- 



adauierint et pcrpetim floruerint. Haec Noster eximius in Serte» V« 
amor et affectus espriraere suasil. qiü semper erga Ser'«» V»oi cni^tanBi 
et perpetuus ^'igebit, quamdiu iJerifts V« fiüalem erga Noa obeervAntiam 
ac fiduciani retinuerit vt mutiiis Nijbls oRiöis coiresponderit. dp qu' 
tülul ümbigiiuu^. Ad praesens autem iU Nn^ declaramus, mai Se 
V" valuntatem JCostraiu circa hanc esactionem ad Portüni Pilaviensem 
acceptavprit, Kos illico negotium totutn ac exactionem» excepto eo qu 
aütiquitue vopant Pal%eld, sü&pendere et ahrog-are. neque ulterius co: 
tiDuan velle. Qund reliquum autem est Ser^i V*a boDam valetudinera 
prosperilatem prccamur. Dat. citc. Berti« V»^ affmu« patcr Vladielaiis Rex- 



iain j 
quttJ 



Der Ktirflirst an König Vladialav IV. Dat. Regiomonti 
5. Juli 1641. (Conc.) 

[EntAc'hiEldigiiTig und Rcchifertiguttg wegen der SpiriagVob^Q AngelegrnWit.f 

S. jui: Seieiüasinie et poteatl^gime Rex, Doraine Cdgnatp et affinie ulj 

parens observandiftsime. Si ulla opinione vel cöuiectm-a saltem id 
qui potiiissemiigi, forc ut ob Spiringium a ministerio Nostf« amotuD 
i>lTen[»ioueni Pac. Keg-. Mt»« W vel sugpicinnis aliciiius iinibrair? in-J 
üurrcreiiius, nüiiquaiti sane consilium ülud arripuisscnms, sed vel cum'l 
incommodo Nostro et onere non raedincri diutiuB toleraaseinuü inutilei 
illud pondus, quo reprehensionem Öae. Reg. Mtfa V*e, quam pro paternfl 
Suo in Kiis iure littcris .Sab die 22 Mali datis stringere plaouit, erita 
remu&, quam quideai filiali Nostra erga Sae. Reg. Miem V«»» nbser-^ 
vantia ferendaiu quaiu>is iunocendbu^ Nubis ease ducirous. Attamen 
rarioiies lacti Nitslri iustissiniaj* müdeste reddere B debilo in Sac. ISep. 
Utem Vatii ccu pareutem officio liaud aliennm epse arbitramtir. Anio- 
vimug muuerc, quu iiupnideiiter et inique cum homiiuuu, quorum ne- 
cesaitäte Xobis utendmii erat, iuiuria niultorum qnerelis ad Noa dclata 
lerroreque mercatxruui atque adet* c-imi dispendio et labe J^ostra diiijA 
satis functuii erat, illuui, quem ab iiuthoritate et arbitirio Nostro in ge-" 
rendo et in abdieando nmnere \bU* dependcre Sae. Reg. M*" V* iusseraL 
Ut enim de jure Nüstro feudali, quod in pnrtubus Nostris ohtinetnua, 
de eonveiifioiie otiam Cnpriieii iiiter ^ae. Reg;. Mtem Y»m et Scrwiro 
Dominum rarentcm Noütnim piac nicuioriae inita. ubi clara et per- 
spicuu pRcta eam potcstatem pro libitu removcndi hominem illum Nobi» 
trihuuül et eonfirmant. (aeeatiniB. recenti memoria Sac. Reg. M>*» V»« 
baerere arhilramui*, qm.d ip^i dudurii ante diciu eimtractus teloueanei., 
clapHum dicUi i^vc»" I'areuli Nostro j^r iiiüiitiiti'uin oius Ilueverbecium 
dcdaraverit, inm diepliciturum uempe Öac, Reg. Mii V«, si Sua i^r"> 



I 




Die Aliscixung SpiringV 



71 



pereanana istnui H liuTiun telunei exig^endj qaovis tempore sponle 

aa tnularci. Ea vero potestas postmodum neque Scrmo Parepti Nostro 

i^oe Nubia ullu pacto erepta fiiit. Quod enlm poHtea per illuälrcm 

)i:<niinnni roniitem Oocimnniurn Marlehurf^enseni de Tifluutate Kac. Kcg. 

|ta Vn«' Nrthis exposituüi fuit, id tardius ro nute iure Noßtro pfiracta 

et noQ RTnpliuH iiitpj^ra factum neque niulari aut revocari lülatenaB 

otiiiwe proeul diilii*i novit Sat, Reg^M"« V«; in eo autent (teste con- 

rirnlia XitHtra) nihil animti desfirendae ohaervantiae filialis erga Sac. 

|R(^. M^'''«' V""' a NubiH actum, iiiliil ad denigationem autlioritatis 

lEnMlcn* doaijGrnatiim nediini cog^fatimi fiiit, Sed hoc potiu» Nos in- 

[teDdimuH, ut uejrütium ilhid^telaneariuin cum ipso die, qui supcrioribus 

[tmctatihus praefixns erat, laiu elapsum et re ipsa expiratum ea modtt 

in ita placerct Sac. Reg. M'i Va«) JDstitueretur, quo Öac. Reg. Mta» Vi 

Ifroetu eiiw et proventu, qui Copnicü et alilti postea Sac. Reg. W^ \m 

pnimiKSUfi qHidfm errtis conditiiinibus fuerat, sed Iiiscf dpficientibua 

praestnii neutiqiiani potuit, rc ipaa in pnstenim putiri piiBwet sine omni 

Spiho^oruni minUterio , qutp carere quam uti NobiA lernte iiHliu» esge 

ffimpcrimus. Ihm enim XoBtrum fuit cnnsiMum* cui etiamnum in- 

haffcmus. quod honorirtcuiK. tutuni et tiliali \oHtro in Reg, M^i^^i Vam 

niUui convenieuH esso existimaraus, quod etiani Illiiwtri Dninino Oeco- 

nnmo propofiuimnK Sac. Reg. W* Vac referendum, et oinsiliario Nostro 

Hoever^wio cammisimui? Bac. Reg. M'i V^^ latius e\|iUeandLjm. Pro- 

pnriturn et constitutum prnfedo Kobis est semperquo fui*:, ut nun tan- 

tnm prima regimiiiist Nostri incunalnda a eultu sj-iieero et meritis in 

?ac ßeg. M*«"" V*" »ingrnlaribu» auspicaremur. sed et hitu ntae Nostrae 

pnigrpssu (ifficüf* istii* Sac. Reg, M'i Vnc debitis iühacrcrc- 

miis. [■iitn prat'sertim eximium puternique Instar propensiim in Nos af- 
frrmtii Sac. Reg. Mü» V»c senriremiis, rui etiam cxiniHtulatiunera lianc, 
q«airi nmlevolnrum eini.strae interpretationes proeul dnbit» in Nos im- 
mcrilü.«* exritanint, filialiH NtK«tra adscribit submiswio eerto persuasa, for« 
nt Jinc. Ites'- ^1'"* \ * nitionibus Nostris accuratiore lance expcnnis 
»nioreöi suum redin tcgralura sit. — 



Peter Berginaiin au den iviuiürsttin. Dat. Danzig 28* Mai 1641. 

[Relation Über seine Verhandlung mit dem Qrafi?n Dönhoff in M^ien- 28. M«i. 
Intrg am K. Mai. Er bew<;itt zuvördfi-rat da^ Recht, wh** der Kurfürst ge- 
biilii habe, d*'n Spiriiip von der /ollpiunabmp ku entfernen. Ni-br^n andern 
(irdaiien — „sttj biitte dk' böst^ rcnomniöf! der f^iiiinutliehfii Spiringe und 
•fco iirr verhalt?!!' ^'nrn dtThelbi^n bwi allfii NaUuncn, die uf Freusütn tra- 
BqniirB, TenirRacbt'ti dass viel weniger Schiffe In E. Ch. D. Hafen die zwei 



72 



I. Preu»»ert uuii Polen, 



Jfthr über kommen wart'ii, als f^on^tetj gpwnhiiUch gpweHPti. und also dci 
geineinen Zollwesen grosKcr Schaden petfean**. I)t*r Kurfürt^r könne nieiii 
(Irvrriwf <'iiig»_'lie]i, rJaws der Könrg einen eig^eufii Ur-iiTiitiMi hei der Xiillpin- 
ntiituii' httiten wnlh-, niu K'iuen Antlitil duziuK-hnirti und zu ül'erwa<^hi')i; 
t^8 sei ein alter W«ii«eb der Könige von Polen, eine» Bi-Ainteu in l'illau 
halten zu können, sei ibitfn nlttT bis jotat nuch nie* pe.^UitU"t worden. Dtdii-r- 
(Mva nv\ such dif KntrifiMung tk-s Zolls -Miv iitqnfiriliebkHi der Schilfe jftzT 
v(in rillaii imrh Knnip.'berg vrrlnR't wurden — vfH^ DÖnhufT ^rleielifalls ab 
eine Eigcnmichtigkeic beklagt. — J 



Zeitung- ans Hamburg. Dat 29. Mai 1G41. 

(AliBclir. bei der Relation v. Reiclißtag in Regcusburg. Dat. 17. Jinii 1041. ) 

a. Jnni. Ans Ddnzig hat man, das? der König in Pol^n f<ich sehr bemühet, die 

S[iiening wieder in fhr voriges Ami des PillauBchen Zolls ku promoviren; 
weibi «ber nach ihrer Alidankang^ die (iravamina selbiges Zolls sich nieiil 
gemindert, sondern zugenommen haben, begt'hr**!! die PreujißJsche Stande 
die fiatizli^^he Abf^chaffnng desselben. Der Knrfiir.st zu Ürandenburp ;^oIl 
in I'vrson dii>* preussische Lehtn ulf detn poluischon Keiehtflg zu eiupfnn- 
geu Willen^ sein. Er hat Herrn Leuchtniarn nacher Schweden abgefcrtigei. 
welcher vor 14 Tagen schon zu Dinixig «nkomnien war und mit erstem guten 
Wind nach .^lockhoUn t\j t;eg<:l(i gehen rollte. ■ — 



< 



lustniction für Hoverbeck zn den Verhandlungen libej- die 
neue Seezukge. Dat. Königberg 28. Juni 1641. 

[28. Juni. I) Der König poll von der Forderung ^eines ftdimicti** «bstehen '). 

2) Der mit der Verhanillung hetmnte KÖnigl. Gesandte soll eine Voll- 
njat-Lt mit dem Ueichs^iegel belioninicn, die dem Knrfursteu zu übergeben; 
will der Kfuiig die^ wegen des jetKJgfn Reichstags nicht, c!0 euU er einst- 
weilen sein KunnmTsiegrl gebcn^ aber uueli dem Reichstag den Vertr«g 
unter rieni ReiebsJsiegel raftHcireri. 

4) Der Venrng ^oll auf drei Jahre errichtet werden, aber mit dem Tort 
eines der beiden Cynlraheiiten erlöschen; nach Ablauf 4ler 3 Jalire .<iill l■^ 
den Contralicnten frei ^tehri. den Vertrag ?m prorogiren nder nicht. 

fi) -Derf^Mmnii'ühidber, ko Sr. Ktiu.Miij< vouSr.L'h. D.jälirlieb au.'ixugeljcn, 
hat er sieb nicht auf ein hölierrs h]a ant's mei^tt^ anf HinfKehn tausend Rriehü^J 
thaler auKy^ulaiiiteti , aber doch diibet von Bt. Ki^n. Mtg., um die kiirtltig^| 
lIiimHung zu taeilitiren, so viel abKudiugi-n, »I^ immer geseheheu kann urul 
mciglieli sein wird, dsKii er t^kM dann des Krön Vice CantÄkn^ Anlh<»ri!j*t 
und Cooperatiün gebrauchen und ihm auf solchen Fall, da ers bei Sr. Küt^f 
Mttj. dahin richten könnte, dafs Sie mit itütbesagter Summe der 15000 RtJl. i 



'} a. üben d. d, 29. April £()41 p. C&. 



J 



Verhandlungen Qb«r den aeuön ZollverlrAg. 



73 



zufVictiL'ii wÄron wiegen Sr. Ch. P- ttwun clr^i ') tjiu^ciid Guldi-n Putinisch 
jährlicher Peüsiiiu, bo laug tlieser Contract und EiDuahint^ währett iu hnch- 
•wr pehi-ijii veT^preHifii mng.'^ 

6) Wfiiü durch ciuni Krieg der au «lic OstfiCP gränzenden Staaten dt-r 

Daitdi-I in r|en preussiscUcn Häfen gehemmt, wird, so will der Kurfürst za 

[k<*incr Zahlung au dt'ii König vcrjifiiclitcl spTu. wogegen der Konig seine 

MheriKimmtn^u Vfrpfliuhliuig'fri si\wit\ wegen *W\' IhtiUHi-ehen Stunde, aU 

I wrgeii uitdercr Wiilerulrehc luicr unfrcclit zu n-hnUcn hat; 

i> .Nftohd*?in aucb tmn Verfimg und ScLaderi Kr. CU. T). ZoH-intrude.ii 
fiel ansläudif^ühf ko.«rl»i.rc Wnnren iilier Dunzig auf dein iJinufiiwassep bier- 
iber gebraeht weidon, ali- wultton S. Kein. Miij. Sr. CIi. Dfhl. Mittel uud 
Wrge seigen uud d«'r»e]ljigeii daniuter dje Haini hictcn, ivie ilerglet«_dipn 
EiDjeriffe nnd Uuter^^!lllpif(' verhütet uud die autlläudi^cbe Kaufleutf slidi in 
BU Sr. (*h. U. St't'httfeji /.n gehraufheH liewogen werden milchlcu; duzu 
i'iu Zoll ndeir iViiluge beim IJimm iuifiii l'regtl (ni!' Mna^s unti \Veis^, 
wIp S. Ch, D. ?icli de^^^]^ mit detii Kritiigl. TIerru (Joi-undten uuch Alllei- 
luiigr TorigPT prartiHner Ex<.'ni]H'l wird vergleiehen knnni^n, das fiiphersf^' 
Mitlt'l ftein wurde." 

f) Im Bftrt (1* d<r Taxe m.iII es Mir dii>e 3 Jiihr bi-i dir lövfH zu ürudiio 
«nlin'deten Meuten ') — einzelne Aeudernngen Uleiljrn dem Knrfürsteu 
»vrljvbidien. 

!*) T*ie KinrnnUme der Znllppfiille ans «leni konigliehen .Antheil vi>n 
Pn-ir^ftfii noiJ wiMiii^glicli uneh Ullting verlegt werden; gehl das uiehtf so 
lanpcn <lie köaiglichen Gefälle anf einem dnzu aur^nerhalh dw kurfiirstlicht^ü 
Jiiri:'ilictiou Qurgestellteu Luth^chiff ehigeiiommtn werden. — 



Hhiis Ebert von TetUiu (Landhofnieister voti Preussen) an 
Markgraf Ernst. Hut. Königsberg 5. Juli 1641. 

Er hubr drui KDrfiir.steii den Wunsrh des Markgrafen in Betreff der 5- JitR. 
[>r«-ij..^hclien Mitbelehiuiug vwrg*-trug*n: ^uorniif I, i'li. D. At:h alsso haldeii 
Uli«! glt'ii'h.sHiij in ipi-tj niotneiito gaiiK gencigei erkläret und mich befehligi't 
*iu Pormutar der Vujtuiaclu cuiici])i]'en au lui^iicn iiud da^^elbe E, F. Gu. 
mit ('hinter Pi«>-l xn tilier^endeti.- — (Diesr V'illniatdit wird dann von Mark- "-'2. Jul!i 
fTftf Eru,-t au'igereitigt l'iir dtu Obi^rburggi-ttfin Üernäiard von KoiügHCck. 
IhV 8[iand.tm 12 :^1£. Juli lti41.) 



•) ,»ier" iQjgeBlrichen. 

*!' AntungTi ltji3'.' hnlte «u Ciroilno €"1136 per^^örtiche Zu^inmmcRkuiiri swiBcbea dem 
E&Big obd dem Kurfilrjitu.i Ueot({ Wilbeltd Bcatt gi.-fuad«n, jn Pulge dtiren rr^t die 
thaiatchhcb« Ausführung ävm KöpuStAer Vertrage, begann. Die dort TeiahredeJe ZoU- 
tw* WiTUg S Gallien von liiinden. Lengnicli VI. p. 152. Einlcil p. 29, Vergl. über 
ib« lUndlig« Erhühitng uiii«u die RcUtigu llüverbcck's, dat 6. Joni 1643. 



74 



t. Freauea osd Polen. 



Markgraf Christian Willielm an den Ktirftirsten. 
Dat. Regensburg 9, Aug, 1G41. 

. Aüg-. UebtTj^endet ihm yrinc Wiflmacht iiir Erapfängtiiss iler Mitbetchnüitg 

ritifi Witft pjnen der kurfürstlichen Käthe mit der IStellTePtretüug za bea 
irageu '). 



fp^uti. König Karl I. von Enjrland an den König, an die Senatoreiv 

an die Landboten von Polen, 0at» Westininster 9* Juli 1641. 

A*!)in)k-h IftuU'Jiilp Erapfphlun^!i|^cbrpiben Tiir die Belehnung' de?- Kur- 
10. Jan. fiirpWn. — ÜÄnkschreibeti des Kurfüreten an den König von Euglaud, dal. 
Königsberg 10. Jan. 1642. 



10. Aug. 



Der Kui-ftirat an Peter Bergmann. Dat. [10.] Aug. 1641. 
(^Conc. KWnigöb. Arch.) 

[RRfgiAAnn soll mit Graf OGohof weiter über dns QanDtQia dea bE)niglich&& Antheila 
HD der SecBuIag'G vcrhaiifTalD.] 

[Antwort »nf Bergnjann's Relation vom (i. August aus Marienbörg- Es 
sei sehr zu wünschen, dii«B die TfEictaten über die Seozölle noch Tor der 
Hti^c dep Kiirfiir.^ten nach Warschau mit dem Grafen v, Dönbof m Ende 
gtbrwlit würden.] 

Weiln aber, auf Unser Itatiftejition, dem Werk ein Anfang gemacht 
werden ninss. »o willigen und geben Wir Dir hiemit special Commiss. 
dang Du auf 10,or)0 Ullir. ndrr ;-^n,(X)n Gulden und suceessive von SO/KH) 
Mh 3o,iXlO und 40,tK»n H. mm Jiihrlicheu Abn-age amstatt Sr. Köu. Maj. 
desidcrirten Hälfte an der neuen Öcezulage Dich einlaeacti und dieselbe 
grrtdatiui bioti'n mü^eist; mit denen vijn Dir bereit venilhiftig und wol 
angefahrten rationihuH^ nicht allein der gnis^^en Spesen und Kosten, 
sn Wir aus der einkonimenden Seezulage tragen mtlsaen, ßonderu da-ss 
man auch zu Erhaltung der Comniercien und Kehiffarth auf Unsenn 
FNirt Piltaii die taxam der Seezulage nodiweudig zurHek werde setzen 
müssen; wodurch dann die Quautitet der Jährlichen ganzen Seezula^ 
80 grqss uud gewiss nicht sein werde, daas Wir Unf* -su einem viel 
raebreren und ungewisBCn auf lTn»erer Seiten au»lasKcn and S. Kön- 
Maj. zu Ihrem Tbeil vergewigsern kt">nnteD. — [Am 10. ßejit. soll Graf 



'1 In äem Relehn nngsinstramäiit Totn 7. OctobGr 1ti41 ist die MitbelehnnTig der 
Murfegrafen Emei und ChrisiiHti Wilheloa eiithaken. In Betreff der Miibrlclmong d^r 
^JlnkiKchpii Mnrlcgrnfen Christian und Alhj-ccht s. das AcIcARtOck bol Laudorp Aot« 
publica V. p. Ibl B.\ 



I 

I 




Verbandlangea Über den nenen ZollTerlrag. 



75 



Dönhoff womöglich mit ilrm Knrfürsten in Ort{>lt:burg zufiamin^ntrtfffn, nm 

du äache endgiJiig abzuschljeF^scu.] 
1 P.S. Auch möchten Wir j^erne sehen, iIeiss bei Deiner Beredung 
^^H mit Herrn Grflfpn und Üccononicf Isruif^ iSpiring nidit lupcgen 

^^^ wäre. — 

l*eter Bergmann an d. Km-ftirsten. Dat. Marienb. 16. Ang, 1641, 

(Königflb. Arch.) 

|ß«rKniuui'« TerhitidlüDgen mit Graf Dbnhof Drolmngen vftgtn der B<?lehiiiwig.] 

E. Ch. D. fpi. Uescript vom 10- dieses zu uutettb. Falge bin ich IG. Anj 
geet^m Abendß nllhic angelanget und habe heute frlihe dem Herrn 
OecoTiomo nebenst gebührlichen Curialien E. Ch, D. Meinung weisen 
«trr Summen, damit Sie des Zuils halber Sr, Küa, Maj. an die Hand 
M gehen gedenket, erMfRiet. Und nacbdem er gegenst die «nfan^» 
ton mir gpecifidrie 10,rMX> Rth. oder 3*},fH".X> fl. pol. 8ich fast entsetzet 
unA {resaget, da&n er einen sn geringen Vorschlag' von K, Tli. D, nie 
gfhtfffot hätte, vnn S. Ktin. Maj. auch zur Ftirderiing: einer weit höhe- 
ren Summen (»o er auch cxprimireie, nämlich äO und ufft geringste 
4ri,<ifi0 Ftth.) rnnimittiret wäre; wv habe ich mieb nicht bm^e rergeblicb 
ofliallen woib^n, sondern bin balde mit den 3.t und endlieh den 40,0<K) fl. 

herausgegangen dagegen er aber nicht anders, als dieses einge- 

wHndt, dasß S. Kfin, Maj. sich ein weit anders eingebildet; . . - , da- 
neben cnvabnet, er Horgete, das«, wann E. Ch. D. sich nicht eines weit 
bwserri erklürele, »ti milchte H. Kim. Maj. mit einem Mal und chist 
imfttnBfien und den Zoll sammt allem, was E. Ch, ü. sonst unter \rg- 
einvm N'ameu Im Porte wirren möchte wollen, gHndieh cassiren und 
«üniehen, naeli dem Bau der Festung Pillau und Memcl nicht gruAs 
t'ragm, »neb in der Bcicbnungfisachc ul'dem Keiehstage E. Ch. D. wenig 
Beftirderuüg Ihun, eondeni alles, wie es die Stände in Pulen vorhätten, 
gehen Urnen wie e» gebet. — fDoubof beabsichtigt nun gegen Ende Äu- 
gtet «clbüt uach Königsberg £u kumrueu,) 



Peter Bergmann an den KurfUrsten. Dat. Dauzig 20. Aug, 1641 . 

(KilnigBh. Arch.) 

IGrtf DOnhor» Ab«ich(, nAch Königsberg ^n ki>TQ[nen, Abnahme der Hchiffart 
Jiacli Pitlau und K&jiigsberg.f 

{Xftchträglichon über Heine Verhandlung mit dem Grafen Döuhuf iu so. Ang 
ibiripDburg. Dfiuliur wird nafihtteus äu dem Kiirfiir.-iteti tiach Königsberg 
bmiiBcn; flcrgmann ?iirhr ihn', weil er dtirin die Lundi^tände dort noch bei 
«inmdi'f trrffeu wird^ dav'on iibziibringcn, iadtsjs vergt'bltch.J Ich gedenke 



I 



aber, daß« diese ecine Aukunll äu Kfinigebcr^ E. Ch. D. vielleichl wieli 
niciit gntm schad*^n ^v'crde, in Betraelitim^, dass die üppinsilion der . 
Preti6Ki»cbeti Stände den Zoll nicht gänzlicli werde liindero können, H 
weil sie Ihre Maj. Iiierin stenipu respertiren und iiieht vor den Ki^^^f^ 
Htossen wntkii. und diis^ gk'ichwtil dadiircli i?< kün, Maj. destn mehr 
wird können bewogen werden, mit einer leidliclieu i:>umii]en sidi zu 
eciutentiireu und die äelnihl desseiv uielit E. Ch. ü. ziizumestien. 

,Icl) habe floust ihme, dem Herrn Ooetmoimi, dabei beriehtet und 
7,u Gemlllhe ^eftthrot, dans, wie E. Ch. U. Leib Mediciia D. Üietrieh 
inioli neidich^r Tage hier beneblet, wie er im Öunde gewesen »ind vnn 
dannen gerade uf die I'illau hat tahrcn wwUen, unter 'SiK) Schiffen, bo 
daniaU dar gewesen, um in dlet^e Oat öee zu fahren, nicht ein einiges 
»( die l'illan zu g:eben g-etiindeu,, und dasts alsn gar wenige JJehilTart 
/u KÜnig^ber^ zu merken, da her^re^en diesen Sommer über big nun 
über l löö Schiifp jtllliie /.u Daiizig eiuj[:;ek(niuiien, bloss des I*illauUcheu 
oder Künifc^j-bergirtclicii Zwllee halber, worum die fremden Überall sehr 
klagen; massen ujiv noch vor 3 Tagen der Enjflische Ret^ident alhic 
berichtet, da»!* seiner Nation Kaiüieute ibme gekla^et hätten, als wann 
in etzlichen Waaren zti K^iniiTJ^bcrjc last dai^ triidum dessen, wat* hier 
KU iJanzifj: (^e&ehieliet, genonmien werde. (Dies particukre habe ich 
gleichii'ol dem Oeconomo niehl geisaget.) — 



* 



Samuel von "Winterfeld an den Kurfilraten. Dat. Hfivelbei;g 

20. Aug. 1G4I. 

[Veraprwhene gme Dieiifit« von J'raukreioh uari EngltEid bei der preUft»La<^h*a 

Helebnu Ig.] 

^iig Durcbhiuc-htigster etc.. Wessen »ich der Königl. Franzi>si,sehe Am- 

hiisT^adeiir der (iraf von Avaux, ko niu'h der Englisehe Hesideut in 
Hamburg wegrn ihrer Könige Assiatcnx in der l'reuesischen .Sachen 
erklUret, davon habe E. Ch- Ü. ich von dort ans unterthänigslcn Be- 
richt ein^ei^chiekei 'j, und hissen mir dieselbe durch den H, von Kidp- 
liaui:ieii Mu die Hand ^^eben, dasts we^en Frank reicli dem Kesidi-nlen 
KU DaiiÄig Harem d'Avaiiguiir, wegen Engelaud alter dem Kesiilentcn 
Onrdon von ihren Königen Befehl worden, auf duajemge, s^n ich bei 
ihnen negoeiiret, bei dem Könige in rniciv alle gute nfficiii zu prae- 
Ktiren und K. Ch. U. in allem, so l^ic he^^eliren wurden, au die Hand 
m gehen und «eh in allen» nach E. Ch. U. Verordnung zu reguHren. ~ 



i 



"■ Vgl, iint. die Relütioiien WinterreW'f jtne Hamburg» i[nt, ^f*. Hui u. l.JunH64l. 



VcThnndlttngen Qb^r den neuen Zullv&rlrag'. 



77 



Resolution des Kui'ftirsten. Dat, Ortelabtxrg 17. Oot. IC4L 

— — Unü geben Euch duraiif lituwi^dorititi tu Giiitden ?m vemphnien, 17 Oct. 
dafl» Uns stwar ln*i Un^or Aiiwt'.-PiilK-it in Wiirsclmu tliT FrunzofiÄcbe Re- 
sident ?.u niiriÄig, Biiroti «rAvauirnnrj /ugohifrin-liPii iiiiti .^ich kmft ImhuiuJcn 
K.{[Dig1iohrn npfi'hHch?' uUc« guts gegea Uii» antrhotcii; es hat uher die 
Gflttlichc Allmacht dio Sat^lic also dirigii't and gi*.-cbickt, dn«:^ alles glück- 
Ucli und i(lni(.' sundcrbnre ScdiwicriKkt'it, duHs (.-s ki'iner lntpri>0:-.ii.iori he- 

tlürfüg gi-wt'Bi'M, uliifi'triititft'u ist. — ■ I)it KoniVI. Würden xii GruH» 

briiiuinion IihIIht al)rr hat Ai:\\ »ieiunnils boi Uns iiijgcdJi'Uhn, — 



Dtr Küi-fUrst an Hoverbeck. Dat (IvönigKberg) 3. Sept 1641. 

(Ciiiir. Klitiig^al). Arüli.) 

ICtiTifffrn» ili-j. Kiitfilratca mJl Graf Di'iiilHjf wci^tn des kßhigUclion Antheds au 
■lem Ertrng; der äecmdAgt*.] 

Wir haben unter amleni «us Dpiuer uiiterth. lielHtlcm i^rsohini, was 3, Sep3 
Du in geheimen Vcrti-siuoTi wi'pMi ilor i?i^eiitli(dieii (^ufiiditrl de-rtr voii 
"Ar. K. Maj. irerurdfrteii Aullieils ;in drr iiriieii Sc'<'znliif!:<' v<uii Herrn 
ITiikfraiizlfni crfnrHpIliet. clasa riKinlieb hivi^hsttccnndt Ö. MiiJ, tjokhe Pur- 
tiiiü pndliidi «iiC 2rt.<HtfJ Rtlh ikUt ifi/irw) Jl, ]nd. wUrde m^kt'iirnii'n lassfu. 
Nun iriiijron \\\r Dir fnii5iL niflif viTb4-^]ten, djtws Ht-rr l-raf Cerhiird 
Ufiiilhifl und OfCHinunns 7.11 MüiieidMirjr nln i'xti';iur(liiiariiir> k'^atus dieser 
Ta^e wiederum hvx LIus pewcsen, in Meiniiii«- in diesem Seexidage 
iiJ'tniiM ^'■\w\^^\ endliefini Selditss r.w mneheii. Ib-m ziii'idirc daii Wir Vit» 
iLU(!li iiParljeiteii htsseiL iiitd in ileii meiKlett tMUiditinnibiLs mit ilinie ve^r- 
plifhoTi. WeÜu Wir aber we^rcD der jitlirlieln'n (^iifiutiteJ, indem Wir nut" 
2f).(MKi Jtth.. er aber smf Hri,(.HMl Rth. bestauden, sich auf seine genies- 
Wdi' Ini<lrui-H<^n ziehet utmI llber das nntdi Konderlirdio neue jiostulata 
öftren einca KmiiI^H. Hcdieuten und Kiniiehniun^' ili*r I'^llun^-sehen Soc- 
^layt* in der i'ilbu. itazu Wir Uns jui« eiu^^ewandleii erbeldiehen Ur- 
wdien (lieht verstehen küune», beigebrsielit: md hut er, Herr lA'gatu«, 
«"Ifjies aw ^. K. Alaj. ad relrrenduni K^encniniei] und alsi» vmi hiiiiieu 
'Mfi Rjcli naher \\'arsehau be^-i'i>(.ii. Uaniit es nun lud der Dir in 
Sebeiin enldeekten Sr. K. M:ij. Erklärung der benannten 25.CHJO litli. 
JäMicher Sutntnen verbleiben niiipe, haben Wir Dir ftidcbes hienuit 
Wr Xaebrielif zitKUstdireibeii oraclitet. — 



79 



I. PrailAsen tind Polen. 



Hoverbeck an den Kui-fUrsteu. Dat» Warschau 15. ^pt, 1641. 

(KöoigBb. Arch,) 



^ 



« 



[Weitere Vürh^ndlungen in Betreff der Seeaalage Moctun der Rian^MiM 
£]liin^flr Zdlks.j 

15. Sept. [Autwort auf iliis Kurf, Öehreibeii vom 3. Sept. — Der König bat ^sich 

JeUt bis auf 2H,00() Uth. jiihrliclies Honorarium Itlr die Site^ulag« liHugeii 
lasseil, Schwierigki'h niuclit tioch ili>[' Modus der Erlieljung des Antheils 
an dt-'ii Zfilleu, weNliiT auf ^lie prcussist-li-poliriiseheti Laude fällt; die Ein* 
iitthriip dt\«.s[*lhi-ii in Elliing, cliiMiao wie die durch ein bef^utidree py|nisches 
Züllsi/hifl' hat maucheK BiMlt'ntliche. — | Um desa willen dann Ö. Kön. 
Maj., weil Ihr reeolut angebracht worden, das» E. Ch. D. »ich zur Kiu- 
nahme unter dproselbeu Nanipn keines Weges verstehen wollten iidcr 
kiiüütt'n, Ihr den von d(?m Herrn Cfttt/ler Outzen j,^ethaneu Vorschlag 
einer jährliciien Arrende flo viel chf gefallen liesfien und dieselbe uff 
12,(XHJ Klh. jEibrlit^h nnfang^a ausetKtPU. — — 

Endlich ward ea dahin gebracht, dass S. Kön. Maj. we^en de« 
KiMiig;fiber^s[;hcn, oder eif^tiifHohcr zu sagen^ E, Oh- D., Autheili* Ge- 
fällen aich f^näd. restdvirten uff die •2i},()()0 Rth.» wegen dei* Klbing- 
achcn aber forderten Sie dannoeh 10>000 Rth. Oh nun wol dem Gclde 
nach diese letzte Erklilnmg mit der hie xunachift vorjreset'/ten Ubereiii- 
kcimnit, m halt ich doch dieselbe in tut weit E. Ch. D. nlltzlicher zu 
nein, weil sie die Einkünfte von einander suudert und E. Ch. D. we- i 
^en Ihres AntheiU dadurch zur Riclttigkeit kuuunen; autlteu aberÖ. Kön. ■ 
Maj, des :inderi] hnl})er vnii denen 10,(HH» Kth. nit^ht ftbalelicn wollen, ~ 
wie wol ich hülfen wollt, dass Sie« «Uetj in nlleni uff 11X),(.»IH» tl. pol. 
noch wid niOehten ankorouien lassen, su müehten E. Ch. i>., damit nur 
der Spiring aus diesem ganzen Werk abgehalten und t>r. Kön, Maj. 
Niuiicn in dem Port gar nicht fjeilllirt werde, bei den Eiunalnueu die- 
aeft Jahrs mich etwas Über sieh nehmen und ilie ktlnlHgeu Jahr deHöCn 

Moderation fordern oder den Einuahnie-Arrend uffKag^en hide»- 

Hen aber will idi dannoch nicht unterlatueu, dahin la arbeiten, dass es 
7u einoiii ausehnlieben Absehlage diese» Elbingrsehen beezolls halber 
komnii^ '), j 



*li Oor Abschlusfl Qber die Angelegen heil des Etbinger Zolls wird dann auf die 
AnivGfleDheh dea Kurfilisten in Wancliftu Terlegi, Verel- untea den V«rlrftg rotn 
6. Dec 1641 Art. IV. 



Der ZoIIvartrag ddcI Jie Bolcbaaitg- 



79 



l>er Karfiirst aii Hoverbeck. Dat. Oitelebui'g 21. Sept. 1641. 

(CüUL*. V. Gfitze.) 

[VorbercUur'gtii »nr BelcJinung. Bedeolteii wcgcii der Bcgleitutiff Jus Kurfflriten 
lUPh WnrdcIiAii^ Lt-sundera wegen ile« LAndliofmeiBtorB von Ti-ttnn.] 

Kachdem dieser Ta^en beides, Eure unterth. Relatiou »amiüt den yi.Scpt. 

Üeilagreii und d«un das königliche SJchrcibcn cinkomnieii , luiben Wir 

Un» deroa iuhnU /nr (JciiU^e fQrtra^en lassen und dariiuis iusondeilioit 

TrrnoDmieri. «las« Ihr Kfin, Maj, deu augesetzten Belebuun^ata^ in etw;»« 

aotieipiivu und vcrkllrzeu ,ivi»Ilcn. M'ie Wir nun demselben naclizii- 

kuiniufn und auf den 4- liwjus aldart vorniittels göttlicher Hilfe zu er- 

acbeinpii jrewilli't, aUu haheti Wir l'iis /.u inehrer Bp7A'igung' Unserer 

Wi\Währi;rkeit den l'olniwtlicn (Jriinxeu uUlicrn und anhern auf Unser 

Amt Ortcisburi; hegeben wollen. Dieweitn aber vur IJnBern» Aufzug 

üiMÜ) einijje Ab^C(4andte iiaeh Warsclntu abKuurdneu sein werden, bü 

siihI Wir piUdigst eiitf*chlipsneu, .Icniifind \oü Unser» rrcuBsischen f>ber- 

räthen dar/u zu ^chraueheu. wnbei dndi diesem zu bedenken fjijlet, 

vniln der Obermurücliall au der Gicht schwerlich daruieder lieget, der 

t'antzler sich aiieh Hmislen m-hr Hbel auf befindet und dauhcro der i>b- 

geiUehteu beideu iMjer Käthe auf bevnrsteliende Heise nicht werden 

gebrauchen künnen. Wir aber, iib Wir den LandhufmeiHier und (Jber- 

irarggmfen mit Uuh fllfflieh nehmen können, etwas anstehen utUä»en; 

»war halten Wir fWr Unser l'erf*iin dessen kein Bedenken, wann Wir 

nicbl vortipUrelen . das« der Laudliufnieieter wegen der zwiseheu ihniö 

unildeni Oberburgß-rafen Euch nicht unbekannten fitrgangeucn Differenz 

8oi^ trS^et '}. er desn-egen vön Ör. Kön. Maj- mit Ungnaden angesehen 

«dtt Mini«! despoetiret und begehiuiptet werden niöt-lite. Wann Wir dann 

nicht gemeiuel einige Person, ho Ihr Köu. Maj. 7.nwider äein würde, 

OHI Uiw zu uehnu'u, viel weniger bicrdureh Uinach und Anlas« zu ge- 

l>""ii, dasä IJnsenii Ijandhofnieihter einiger Sehimpf oder Ungelegenheit 

^idtrfahreu Bollte, als ist Unser gnädigster Hefeb-Ii, Ihr vvidlet des- 

wt^'CD flr'i>ti!iige, wo Ihr etwa« Gewi'JHes penetrireu könnet, Erktlndig-ung 

einiiehcn und dabei behutsam gehen, damit man nicht abnehmen 

klinue, doHü au» Uueerm Geheiäs dieser Sachen halber iditwas erwähnet 

w«rdtD. — 



') VwkI. oUd out. 1 *i] SS. Veit. 1Ü4] p. 58. 



80 



I. PreiuRan and Polen. 



Peter Bergiiiaim an den Giiizler Sigmund v. Götze. 

Dat. Warscijau l.Oct. 1641. Abends. 

{„Fräeeut. in Zakroczyn 3, Uct." Köiiigsb. Arch^J 

[Güld gesell enk dfs Rurfürälcn nh den Künig iiheI die Künigin. Mnii tlrfingl in War- 
sclijiii Hilf .AlisililiLia licr Angelegenheit de» kiJniglicheu KolUullieils vor iler Bckhcumg. 

Rrtth Bitr Nftchg^H'bigktit.] 

3, Oct. Ihn.'liyet;lirtcr Patron uiid (irauuT. Was i(;li iius dero letztcu au 

niicli utid lloverbct'k aligt'gaiigenen I^ehrcibeii veruottmieii, dass S- Ch. D, 
die bewuBste 20,r>iX) Ktli. mit sich bischte, uod was die UrsacU sei, .warum 
Sic w<i**en des Znllvcr^leiuli« die Vidleiizieliiiug; noch nicht eingeschickt 
hätteu: da&selbc huli ir^h alaubald durch Herrn IJccimtmium DöulioflF 
Sr. Köu. Maj. gebUlirlicb hinterbringen lassen; welcher von Sr. Kfin. 
Maj. mir balde zur Antwort eingebracht, das« wegen dei- g-edaehteu 
Summe S- Kön. Maj. zufrieden wären, daas i-nc durch t*. Ch. D. selbst 
gebracht wtlrde, wie wul .Sit ^t'wünschett dass es i^her hiUIe köuneii 
hier sein. ^) Wegen des Züllvero:leieL8 aber wUre S. KJin. Maj. in etwas 
ungeduldig, dasa S. Ch, U. wegen der Summen der ."tOiiHiO Kth. ann. 
in alk'iii (den Elbiugischen PtuudÄ<dl mit eiugercclnK't) sich notdi nicht 
nur mit eiuem W'orte schriftlich gegen S. Kün. Maj. erkläret hätUMi,. 
Deswegen er, Herr Oeconomus, noch traulich riethe, wu ferne S. Ch. 
D, sich bei Sr. Kon. Maj. alles Verdachts einer EIhhIiui entbreeheii und 
alle praejudicia auf diesem Iteiehstagc vermeiden, endlieh Sr. Kltu. Maj. 
Bent'volenz und Oendlth recht gewinnen will-, sn wdlle aich S. Ch. Ü. 
jet/.ij nnvcrlüngert und vor den» Eiidcunt^ anbero anln-iltlich erklären, 
üb iyk- der ubgemelten Summe der :V),iKi() Rth. halber mit Sr. Kün. Maj- 
einig Hci und darauf gewisö äohlieabcu wulle, uf die cuuditinncii, die 
9ehi)n abgehandelt sein, so wtd Lernaeh bei Sr. Ch. D. Oegeuwart hier 
vidleii'ÄOgeu werden kfinnte. Mir geblthn-t nicht, xumal inigefraget, 
hierill zu rutlien; vermein aber, weil es schuu su \veit In der Sachen 
gekommen, dast? es um ein geringes nur zu thnn ist» fio nillsi*r man 
gedenken, dass, wann mau über den Hund gesprungen» mi dUrfe nmn 
üff dem Schwanxe nicht besitzen bleiben. Stelle es m E. Hcrrl. reiferei 
Bedenken, was Sr. Ch, D, hierin zu rnthen, sehe aber nicht anders» al 
dass wir -schon und uls &chleuuigste hei-liber ndl^Hc n, wu wir vor seil 
Wann libera eonsilia in bisce angustiia wären, so wUsste ich wul, wa 
zuträglicher wäre. Aber jetzö ist patieutia das beste femedium. 



*) Ueber dicfltt Stimme toh 20,000 Rtb. ^« (>0,0Ü0 t. |iol.} vergl. ad 9. Ot 1641 



Dttf Ktijlrürirug uiii( ilio Btlehminf. 



81 



*r tlergiiiftiin an den ('hw/Act Sigmtind v, Götze. 

Itar. Warschau 2. Oct. 1641. 

(„Prä»ent. in ZukrocÄyii ;*. t>e(." — Köuigrül). Arrli-1 

(Mmjc* DfAn^^cfl, sich wegen dcK k&iijgikbcn KoUantliciU zu mii^cliliusscii; mun wird 

fai WkriMliKn difl Tilliimng der ßwK'ljnmigHHiigclogfnljiuJt von litr Nachgiebigkeit de» 

KurfflntU'ti in d«ni Gcklpunkt abhUiigcn lui^inen.] 

Idi lioifr, E. Ucril. wcrdtn mein gestriges ydireibp« .\vol ein- 2.0«. 
jifaHjreu und ilarnuö den Uiumitli. so Ö. KOn. Maj. daraus j;cachlt|)lt;t 
das» iiitcli kuiuf Ik'öidutinii wi'^eii der 3,"), Ol Hl lUli. rutium- des 
;tnrtcli<?ii sijw'iil als FJliiiiirishli(^ii Z<dlverti"ag'.s vnii !Sr. Vh. I>. rin- 
jCelioEiimoii , veiiiuinniL-n lialieu. Oli ich iinti wul mir diu riitftniiiii^ 

tuache, diist 8. Ch. D. die dabei von luit eimf^efilbretc ratiuui'H wol 

*wi sich cnvü^i^n und riicli irKi*l\in't hahc. s^i l)ahe i4'h lioch ht*dKM 
si»Il'1ii' wiederum cnniK*ni wnUrn, duf«s nümlicfi iiiclits anders zu vei- 
Diutbeii, al« ^j-DttTuo kii1i;Iic und zwar gewierigL' Erkhirunj;, hi» niit zwei 
Wiirtpn auliero nii Tiiicli nder einen Mndern geachcbeu kiiuii, iiiclit ufs 
»elik'Ubi^Mr sdliii' riiikonimt, so win! dor Vcrdadit 8r. Kim. Maj., al« 
Hellte man Slo nur oludirL-n, und cousequcntfr die yuiuvicrigkt'it in 
dem pinz«n Invcstitnr Wesen heftig wachöcu uiul Ätmchiiien; maseeu 
wui alhereit Uoi der Keieliislags Ctmelusioii froinorket, daas dii? von Stän- 
den. Ml i?r. Ch. Ü. zuwider sein, in iliren bOscn nitontionibus nufzii- 
wwii'ii wieder ailgefani^'en. nlinr Zwt'ifel ans der Uisaeht-, dans Ö. Kiln. 
Maj, sieh tirhiin einiger Erkaltung gegenat Ö. Ch. D. in etwas habe 
vtniu'rkcn lassen. Int öfbim y. Cti. I). rosolvirel, fclr, KVm. .MnJ. sieli 
bifriii vullknnmdidi zu aoeonnnodirew. so Uano.Sic es ja nni (iolti-ji Willen 
uff)* alleiHehb'niiijiKli,! liier wissen, damit nians miirpeii i'rilhe Hr. Ki\n. 
Maj. Toriru^en hiMi^e, dann i^iniü^tcn weiät» ieli keinen Kiitli, die Saeiien 
iu ijitt'frrii zu erhaUen. leb weiws jrur wid, dasi^ tlies eine uäebl aii- 
pearlimc Materie bei J>r. Cli. I), sein wird, bin aueh lueht sehuhb^ an 
4ir*er pin/x'ii Ni'f^neialiiMi; aber weil es soweit geki>nnnen, ihws man 
gar Dicül zurlleke kann, »o nnisw irh eouR-ientiani nieain exitueriren, — 
I'. S. K KitiK Maj. bekehret niioh niebt den jcanzen Contrail in forma 
anlhentiea vojlen/o^ren, HundL-rn bhis.s ein Wwrl (ol» ^. Ch. L). 
di« :jö,OiX> lUh. geben will oder nicht), ehe S. Cli. D. hier an- 
langt, und erster S^tundc als nillglieh. Eh iwt hart anigerannl, 
über pateuti;!:, il faut piisser jiar In. wie ieh ausilrUeklieh sehe. — 
[rii i'iiU'iJi IV y. V(Ki dfiiisolhi'ii IriUiiiii im-lilct Huvi'ilurk, dans er die 
infrivilviuteUtiid«; Krklüruug de» KurfÜJ'steii tThulteti hubL^| 



Iturr. ntr Catch . li. Ilr. Kitirunl^n. I 




S2 



1' Prpvsseti und Polen. 



Obligation (tes Ktii-ftirsten über 6(t,000 pol». Gnlfleii. 

Dat. Wmsobau 9. Ort 164]. 

fCoüc. Königsb, Arcb.i 

ö. Ooi. Ncj» Fridericu» Wilbolmus etr. iiuhiiu testatumquc faciinti». quod»^ 

tum aiitehac') SeTmo ae Pwicutniti Principi U«tunni> Vladishin IV. IteglB 
PoloniaL' etc. Ljurtdragintii millia flareii. pulüü., Sernnw itidtui uc Pn- 
teutn»»« Priupipi Üniuiuiie HeiudiU' Cafciliae Kegiiiat' Pidifiiirt** iig:inti 
uiiUm Hiireii. piiluii, deppiidorc polliari cascnius, utnupit! vi'Ui ijuuiiua^J 
ob äliu» plLtriiiKiK expeiisuH untidtini t-xoKi pcituerit; yiifi) Uii^vf verbdH 
Electl' Bp(iiidriuu$ Nusque ubti^üiiius, Nos ulrauKiuc t^uinumtii iiempc 
(30 tiiillia Jlureii. sid diciii fertti N';it;ilit. pruxiiiu' veuturi OiteUbur^iuu 
tranä Ulis» uro» vcl Hegioitiiiiiti iü:iud;itarLi.s, quilnis prai'lLituiu >»uiuuiaiu 

exigere H. R. Mt" eommiserit recepla liai' prat^seuti Nostra 

ubli^utione pi'rHuEijttii'uH tiilciitqui' Xo8tra.iii lilK'mlun»». In cuius rcl M 
maioreni tidem etc.') Uabantur Varsaviue die IX. Oi-tohris A. IiIJK 



Der Kuriiirat an Markgraf Ernst. Dat. Wurecbau 
8. Oet. st n. 1641, 

8. Oct. Kurze Aiiipigc, da^:* er am 5. Oct. iti WarschAU »ngelaiigrt und .gi*- 

^trige.'. Tugc'h liii; iJi'lL-biiiiti|L^ wt'(f('ii L'umT-'^ Herzogt liimis l'feuHspn culpfurj- 
gen .... da damn E. IjJ. Intrressu in gur g^utcn ülmeLt jrciiönimeii"'). 




Der Kurftirst an die Oben-nthc. Dat. Warstchan 11. ik± Ui 

U. Oct |.]|- gt'üfuki' iiuirli lii'utc vnji \V(U-('luiu uiil/iilirfflii'U, Dlv OljiTrnlhf 

liolleii „riii? bt'fiirdersnriii- Aiishüt iiiacbeii, iLujiif die zu Uu,MTm, Oatl gflji'. 
glMrklir'bPK Kinüug (ftdiöripp |imf[i!irMtoriii tdiisl vrrfiTtigct werden iMo|^n 
hieiiitiliMt wollet Ihr Vau i» rtiHTthiinig'kt'ii durch ehiru Expressen notifi 
cirea, auf welrltpti Tag alles parat tiinl IVnijii: sei» küime. datidl Wir obn 
wvitvrii Aufhchub Ueiäeru Einzug je eher Je lieber halten [iihgeu". 



') Si^bri^ibeu d«B Kuri"- uu sein« Güanndien iu WarACliau, d«!. 9. JADUjir I64IJ 
Orlich ;il. p.Sff. 

*) Im MRne }(i4'2 iat liiervt^a nsch einem .Schireibttii der OberrKthe erst die Utlft« 
geiaUlt; für doo Rest hai der Kurfilrsl um Anfnehub gclicieo. S*>ltr •icliurf«' wiedpr- 
bolte Mahnung den Künijf* nü die Obcnül]!'-, d(i3. Wriraclinu 3<^ Miirat H)4'2. (K>inig«b. 
ArühO 

'f Dieie Ivtttß perfttinliuh« Kulvliuuu)^ mit du-ai lif^rsugLlium tVuuaaL-u niUl iklsu 
auf den 7. OtA, oder «Iten StU« ^1. Sept. 1641. 




Tettau an den KurfHirgte 
12. Oct. 164L 

Er bahi' dem Bofelil des Kurfürsten zu Foige sogleich iiatli meiner Au- 12. Oct. 
kuiift die Itiith« dfcr ätiidt«* KöuigKbrrg vor sidi erfordert nnd dte Erwar- 
tung iiu^s:es|irüchfcn. da^iti sie die Rückkehr des KnrI'iirsteii gebührend feiern 
«üpden; noruiir Üini L-rklärt worden, „dn-ss die Städte, jedwi-dere vor hjch, 
mit Aufrichtung t^ouderltch der Triumph- Thor und Äusstafirung der Uüir- 
g:prt-rhalt zu Ross und Fmak f<ich also zu crweLaen gmv/. willig und schuldig 
«■rkfUHen, dasf- ■^k' zwiir E. Ch. H., dero geliebsteu Laudesfiii'wteu, huhe 
livpntjttioii nicht erreiche», jedoch die uuterthKnigste Devotlou dureh dero 
ilrniNihif:^ tt' Wlllfähinjikcit etlicher Massen bez-eipen würden^. In i'icrzehn 
Tajfcii soil Alb's tiereit sein. 

Itjdn'i eine Kiii|K:fth*' der ficj^elleri von dem Handwerk der Kürüclni^ir 
«D dfii KiirriirBlen, des Inhalt?, dass aie ^uebeuät der ehrbtireu Büfger.KctiiLfl 
in dar^u prtiepunrten Kleidern uud Ornat mit elnzuzieheu und hernuch'Cr 
am Tit^e d*'ii ^rbwiTtertiiu?, und «uf deuALuinl dfu Luterneutanz äu hulti^u 
uüd in begehoii tnlPcIilussHen seiu,* wufür nie um die lirlauhuiaö des Kur- 
flirbtcn bitt^Mi 

Der Kiirnirst an die Oberräthe. Dat Ortekberg 17. Oct 1641. 

Er wenic in Brandenburg ilire weiteren Nachrichten erwarten; dem IT UüuJ 
WituM-h dnr liefiflleii Iflsrsp sich nicht nachkommen, „diefti-fl rnserfl Herrn 
Vutrr> (in. hoch!. Ged. Ohurfürntltche Leiche noch über der Krdc stehet 
I und Unsorpr Krau Matter Üu- darunter aoch m höchster BetitibrnBi».'' 



^Haiis Eitert vun Tettau au den Oberburggi-afen von Küiiigiseck 

und den t Ibenxiarscball Assverus Brandt Dat, Königsberg 

15. Oct. 1G41. Citissmie. 

Df^raiiAch bei "Ufricbtuiig »les Triumphtluirs alhie zu Schlosti voniiöthen Iri. Ocu 

IwHn will, vne auch bei andcni Orten, datis Sr. Ch. X)., Unser? ^näd Herrn. 

Plp^bniaeliliches Svuibolijni daran gesetzet werde: nun ÜDileC sii:h zwar bei 

b4>chr*[fredu«'hter 8r. Ch. II. efüigie dieses Dictum; Notam fac mihi viaui 

luam D^uuiine <|L]ä ainlmtnturUä güoi; weilu aber iiiulil eigentlich be- 

»tt«t<t. ob dero^elben solches angenehm seiu möchte, so is^t mein wolge- 

Uf[iil<>.<< Krinucni nnii Bitten an K. Ilerrl., diet^elbeu wnüteti diej^e^ an 

^S. tMi. I>. xu den» gnad. Erkliirung unterth. bringen, in ^ieiehcn, wüh vor 

I 8iirh.Htahpn in der Lehenfahtie zu führen (fewilliget. damit lÜeselbe eberi- 

Buu^ig üM jiehörigc Üerter geuitilet worden könnten, uad hievüii mit detii 

••hisleti inibi-srhwert zu berichten. 



Der Kurfllrst an die ObeiTüthe. Dat. Rhein 19. Oct. 1641, 

— Was Unser Symbolnm betrifil, i^t dasselbige whoi I>f)tiri(ie fae 19.0otJ 
mt itejrc riatu per quam uuibulem, Auf eine)' Seite der Lehenfüdine 

6* 



d4 



I. Prou&seii and Polen- 



ist der weisse Polnisnbe, auf der uiiiiern der ^elnvarzo Pi-fUswische Adler,, 
uttd ist die Brust fit*!» wessen Adlers mit V. iv. itflmrnt der Könä^lichf*« 
Kroh, des scbivarzeii niirr irüt FW. mit dein Cliiirhiit gezeichnet. 



Hans Ebert von Tettau an dtiii Kudiirrftiii. Dal, Königsberg 
18, u. 20,Oet, IC41. 

18. n.20. Die StÜdte liulieii n-ld«rt, invhi vor dem 3J. Ort. mit ihren ^'orberei| 

Oct. tungL'ü zu Ende kuiimieu zii kJ.iuiit'ii; der Kurfürst m<.»go äieiui'ii Kiiirug ßO 
laiig-e aufbeliielieii '), — 

Der Kurflii'st an König VladisUv IV. Dat. Tczakouowa 

12. Oct. 1641. 

12. Od. Der Kurfürst dankt deifl König iiachiimlt* für seine Auftialinji' iti War- 

sebmr— ^IJnd ob Wir wid veniehuifu, dass K.Kliii. Mnj. üIht dip Smntna, 
BO Wir dursiLObigfh nus den Züllgrldeni vetvi-riK-heu, nnmudi fUiiltmiH-tid 
GuSdeii nu'hr fnniern tlmii *), s^u versehen Wir Uns dniinneli freinulsrtlirdi»tli. 
dieweiJ Uns zu Porti-etKUiig' des Unus Urispcer Vewte I'illau und Unterhal- 
tung iii'T GuaniiscHi diL-^cHi.'^t ein growst-w aufstellet, iinrl Uns di-umaoh iiiwli 
Abxuj: diT liii*/,u grlimiji-eii iS(ii.-.>^<'a und Heitiriluniir di*r E. Köii. .Vlaj. vf-r- 
f*|frui'liL*nen ein Inmdert taiisutid CJuldeu wenig üdi-i- fa^t nichts von ile» i'in- 
kommenden Zollj^ieldeni ühorblfibet;'' — so möge es fler König- bei den 
versproelieiien HIO.OÜO W. bewenden t&^^sen. — 



4, Der. 



Frietlrieli v. L<.;ben an den Kuifüröteii. Dat, Wien -^ [5;:;; 1041. 
(Püstseripf zu dor IJolatitm v'Oiu gleiche» Uafuui.') 

[Gebeiliie Erüftntuigiin dea cngliscbuu rJesftniiti'Ti. PolTiist'lii* miil kHijäi-rüche tir-r,*tri'- 
nisew wegen einrr Heirat des Kurfürsteu mit ih'v Ivgiiighi vod ScIiWkiIpii. Englisclic 

Apsicliteri dnvnn.] 

Aucb. dun'liJiiueliHj^rttor, ^'nüdi^j^ilrr (^hurlllrst und Herr, ist am 

-H. Nuv. st. vd, der Küiiij^lieliL' Eu^Hische AuihnsMadour, U*'rr Ititter, 

Row, KU mir kitninien, uiieb visitiret und bcgelirel, ndt mir vertraulielii 

CorrespuiulenR /,u pfle^eiL Weil ieli mich duu in futerthiinitrlvcit e: 

innert, ditss E. Clj, U, aui li'. Mni lautfiideu Jahres der^rlcietKii uii 

und nieiueni gewesene« (Adk'^-eii, Ein D, Fritzen, ^iiädipc'^t aidK-fiddi-u. 

auch dass es der Hachcn Xothdurft uieht weuig erfordere befunden, afl 

habe ieh ihuiü »Äthanes sein Betrehivu ubzusebliu;eii tleötu wenitrer^ 



1 



') Der Einzug fand am 1. Not. Statt. 

') PufpnJorf b 25 bat uiiriclulg ,50,000 Luiden" gelesen- Vf^rglotclio MJilcn Jwi 
Vertrag viiiu 2. Dcc. Ift41 und dos Schreiben «It-r Ol-orrfUlic^ dat. KünigsL. HO- Juli IMJ. 

*) V. LObeu beiknc] aich iu Wiva laiu Bdmf Akt dorthin verlegten pfHUidclieii 
TniCtatcn, uui deren Wilkti uucU der untfliache Ue^aunitc Tboniiui Kow di«rt miwr^ 
Bsnd wiir. Vergl. niit. tun ISelilii:»« di-r RfgrTi'ljurijcr |{i'ii'li«rfl|'jiiict'ii 




Kal»er]iehc MHohlnationeD gegen di« schwediacfac n«irnt. 



85 



'"ÖHNUibe (^eLnbt, liesuiidom ilime vielmehr iÜr aeiue sowul zu K, Ch. 
D., als dem Hause Pfalz tragende gute Aftection und Zuueig-uiig ge- 
dankct und ilm dariuueu getreulich tu coutinuireu Terniahnet und ^^- 
heU'ii. 

Hierauf eröffnete er uiir in confidentia, jedoch dasö E. Cli. Ü. ich 
es in Cyfern uutcrlli. zuschreiben aolUe: \:tB liätte der Kaiser in Neu- 
liohkelt eine qualitieirte Peranii zu ihm, AiithnKHadeur^ geseliiekt und 
zu erkeuueu frebeu, duss, \vo\\ der Kaiser Pfulzgruf Rupreclten vi>r- 
nehuilich seinem Köniiü: /u Eliteu und Gefallen los und fVei gehihseu 
hBtte '), der Kiiiser zu ihm versehen tbäte, er würde auch Ihr Maj. in 
allen Din;t;en wiltio^ und gerne fttg^en. Nun wäre es an denie^ das» 
der Rüui^ iu I'tilen an den Kaiaer geschrieben und berichtet, es wü- 
ren E. (."^h. D. Vorhabens, deh mit der König-in in Schweden zu ver- 
heirathen, derwegen er E. Ch. D* die Investitur über PreusBen nicht 
^ben wollen, wann er voii den ötatibna Hegni Poloniae nicht ^Icich- 
«&ni dazu wäre ß^nnljtbi^et worden- Weil nun leielit zu eracJi(cn, dans, 
im Fall die Heiratb vnr sicli ^ehcTi sollte, eiü gedopjjelter Krieg ent 
stehen wtlrde, dann einmal würden E. Cli. D. und die Krön .Schwe- 
den Meister v«in der Bultischeu ^ee, «olches aber kftiinte DUnemark, 
ilesiieu iSnndznl) dadurch periclitiren thüti;, nicht leiden, wllrüc auch 
der Krön Kn^eland selbst höchlicb praejudiciren; aum andern hätte 
der K()ni|? in Pulen grcisaen Fuff. E. L'h, D. daa Her^ogthum Prcuögen 
ftbzunelinien, weil E. Ch, I). sich durch Revers verbindlich ^jentaeht, 
nichts wider die Polen vor7,n nehmen, welches aber, wann Sie sich 
mit ihrer Feindin verheiratlielen. wirklich geschehen und Öie sich also 
df« HrrAiigthunift Prcnisöen selbst vcrlnutig uuiclien wllrden : diesem 
allem nun vor/ukommeü, htitte der König iu Polen begehret, der 
Kaiser möchte solches, so viel möglich, bindern helfen; weswegen der- 
selbe den AmbasBfidcur ersuchen la»sea, er wolle au seinen Kiinig 
fichreiheu und bitten, daeö der die Heirath nicht aHein rtlckgJluii:ig ma- 
chen, Koiiilern auch E. Cli. D. solche widerrnthen und dann Diiiieiimrlc 
de*^leieheu zu tbun disponiren möchte. :| 

l:Hierauf nun hätte er, der Ambassadeur, geantwortet, daas er 
triebt davor hielte, dass^ diese Heirath trn Werk oder vorhaben wäre, 



') Pfaligrdf Ruprecht, sweiter Sohn de« rertri ebenen KurFiirsten Friedrich V., 

«ar bin 17. OcUtbcr MVAH Dach der f^chlacbt von GfiliMd in WcslpUalcu in kaidcr- 

Ik^e OfCuigenicliaft gerathen. Seine Fi-i>g]^»Aittig nnr kurz vor WiedüinurnNhiue der 

pAttiselleo Tractaten in Wien geguu End« Ui^tuber Itj4l arl'ulgt. (.'bemnits IV. 
1. 11.89. 



(»der, da es ja aiiiii skullte, das« sie ciiiigcLi iieucu Krieg causirou 
wtlvcle; wollte auch alles thuu, wa^ dem Kaiser geföllig' und uithl 
wiJcr seine Pflicht liefe, aber dturgleicheu an »einen Kjinig zu schreii- 
hcii, fiele ihm bedeuklidi vor; daiiii waun E. Ch. D. durch Tleiratli 
eine Krön erreichen k'umten, wU^äIc er nicht, ob es E. Oh. 1>. Ihr 
widenatbeu oder sieb abschrecken lassen wUrden, durch solche Hei- 
mth auch wUrdc vielmehr E. Ch. D., En^laud, Schweden, Däne- 
mark und andere Puteuüiten und Kepubliquen fester verbunden und 
also tiiiichtig und bemittelt, dass sie denen, so Teutschland den 
Frieden länger vorzuenthalten sieb bemühen, denselbeu abzmngeii 
könnten.:! 

Und was vor dergleichen Uiseurs mehr vorsangen. Dieweil uua 
ein solches E. Ch. D, uutcrth. xu Überschreiben der Ambassadeur be- 
gebret, ich auch äelbsten in Unterth, datllr gehalten, daas E. Ch. D. 
dieser Sachen Wisseuechaft üur Ihrer Naebrieht dieidicb, i*ii liabe dero- 
sclbcn ich es meiner Schuldigkeit nach ^ehunsuuiBt in getreuestur \Vi>U 
meinung hinterbrinjjen sollen. — 



< 



fi. Düc 



Vertrag zwischen dem Km-fiirsten und dem König von Polen 

über die Seezolle in den preussisclieu Hafen. Dat. Varsaviaej 

5, Dec. 1641. 

(Nach dem von König Vladislav ausg;e fertigten und ratificirteu 

Exemplar.) 

[Fortdikner der SG«zuli^[e nach dcc bislierigpci Tax«; auf n-citerc drei Jithr. Antheil:' 
des KJiiiigi dnrau. Der Kurfürae nimmt für die Zicii: des Verirags ifen Elhi'ngop Zoll 
in Pncbt. Rtsdacirung (L<jh. königlichen Antheil» in Kriegeaxetten- G^ruitien fi'ir die 
L>i)r<:bfOkrung üea Vertrags und geg^^Q die Umg'ebitiig oder Bccinlräcbti^uag deatel- 
lien. Eiusclbrejten gegL'ji dio unbefugten ZoIlBihc'buiigoo der Königsberger. Der Ver^ 
trag gibt dem K^nigv kcinrrlei Qoue Rechte ia J'^rcUä^tn.] 

p. p. 1, Praeter Dacium antiquum'i'ulgo Pfuudizüll appellatum et 
(|uae praeterea antebac pendi sunt sotita, quae in vigore auo penna- 
uebunt tiullaque in re quici|uam pnieiudieii llliä per trau »actio nem haue 
iuferetur aut aliqnid propterca decedet, Ser'uu* Eleetor per quem vel] 
quoöcunque officialea et quo loco voluerit a quibusvis per Pillavien- 
seni et Memelenscni Portuni ex ditionibus suis evchcndis et in eahdein 
iuferendiö uiercibus exig-ct uuvum Tbeloneuni niaritiiimm iuxta nuraiam 
Taxae Anno 1Ü39 Grodnae inter Öacram Kegiaui Maiestatem et glo- 
rioHiHHinme inemuriae Dominum Electiirein Geur^um (iuilhelinuui I'a- 



I 
I 




K>i»crliohQ MüLliinatiünen g<:gflii Hie «chvreiliacliii Uc'Jml. 



85 



rnwclir fffhalft. hp,*oiMlcvn ihim^ viohin'lir tllr i^ciitc unwfil i\i E. Cli. D., 
a1» Afni Hnusr V\ub. tni^^rmk' j;nti' AtVoction luul Zmiri^iuig f;:e(laiiket 
iiiirt Um (liiritineii potnMilich ku i'nnliimirciii vfriiiHhud iiiiil fjobcten. 

Kicmuf eniH'm'h" rr iiiii* in <'iiii(i(li'iili», _|<m1ih-Ii dimr; K. i'li. I), ich 
e» in f'vt'cru uiitirlli. /aisclirciheii niHStc: cü hültc lU^r Kaiser') in 
S>nlidikfil ^iuc f|naliru'ir!c' Pprmnn ku ihm, Amhaasiidf tir, ge- 
•tVipkt und /.u erkennen gehen, fia»-9, weil der KniHor ITal/^^rnt Kii- 
prfrlulrn vi»riH'liniHt*h seinem Kuni^ /u Khren und riefallen 
Ins wvi frei ^elu»sen bulte.*), der Kaiser 7.11 ihm versehen 
ihiHt', pr wurde auch Ihr Maj. in allen Dingen willig iiud 
fcrnr fllj;en. Nun wMre es an deine, dasi^ der Kttnifi in Polen 
40 den KAi«er ^e*cliricljen iiml heriehlct, Cf* wäiren E. Ch. D. 
rMthaiteiiH« «ich mit der KiJnij;iii in Seinvedrn zu verhei- 
ralh^n, derwegcn er E. Ch. D. die Inveftlitur II her Pretisseu nicht 
|(rhi;n wollen, wann er wn den -Siatilnis Iteyni Polotii.ie nieht. 
pl*'ii'lii*rtin Aazu wäre geii^ithigel werden. Weil nun leiehl zu 
erachten, das«, im Kall die Heiralh v»tr sieli geheu sullto, ein 
grdupiM'lirr Krief? entstehen wUrde, ilann einmal wUrden 
F- Ch. U. lind die Krun Schweden Meister vnu der Ralli- 
witcTi S*ee, stdthes aber könnte l>ünetnark. deaöcn J^iindzoll 
didtireh periclitiren thäte, nieht leiden, wllrde nueh der 
Krön Engeland selbst höchlich praejudiciren; tum andern 
kälte der KTinif; in INileu fj;n:)j;8eu Fug, E. Ch. D. da» Her- 
iH^-lhtim PreuHHen aljÄunelimen, weil E, Ch. D. sich durch 
Keveriit verbindlieb gemaelit, niehts wider die Polen vor- 
jnnehiiuMi, »eUhci* aber, wann Sie sich mit ihrer Feindin 
vtrheirathcteu, wirklieh ^esehchen und Sie flieh aluo de« 
Hüriii{;lhuiu& Prcun^en «elbst verluwtij^ iiiaehen würden: 
dieMTUi allem uun M<r/.Mkunimuu bütte der Küuig in Polen be- 
kehret, der Kaiser itiüehte sulehee, ho viel inilglieh, hin- 
'ftrn helfen; we(*ivegeii derselbe den Aniha»tiiftdeur ersuchen 
Umcti. er wolle lui t^einen König schreiben nnd bitten, das» 
>ler die HeiraUi nicht altein rUckg^ling^ig machen, m»ndern 
aurh E.Ch. l>. solche widerrathen und dann Diinemark des- 
gleichen XU thun dirt^ioniren möehte. 



'1 Dm n«fl[Jorrtu In ClufTmn. 

*) Pfalzgraf Itufiruclit, zwoiicr Subß dta» vertncbmien KitrfUrtftuii Friotlrioh V.^ 
*W SB 17- Uct- l^H nftch lU'T ScIiUclit von Oobfald in Wcstplmlnn in kiüserUfhe 
Gd^gfnacliBft gcrachini. Seine h'roiliusuii^ WAt kurx vur WicderAiifnubme rl^r pfftl- 
fiHfca Tnkctjrtcu io Wivn gu^eu Endo üut- lli-U trfulgt ChcmniiA iV. 1. p.8b' 



86 



T. Preuaaon Uud Pöliia. 



Hierauf mm hätte er, der Anibassarlpur, geantwortet» daß» 
er nicht li^vor hieltP, das» diese Heirath im Werk oder vor- 
haben wäre, oder, da ee ja Bein BoHte, da»*« ^\f citiijfPn 
neuen Krieg: eaueire 11 würde; wnlUc aiu'ii alU-i* (h im. was dftti 
Kaiser gefällig: und nicht wider seine Pflicht liefe, aber 
dergleichen an seinen Kftnig zu achreiherj, fiele ihm be 
denklich vor; dann wann E. Ch. D. durch Heirath eine Kro 
erreichen köniitCD, wltstite er niebt» oh es E, Ch. D. Ihr wi 
derrathcu oder sich abschrecken lasseu würden, durc 
solche Heirath auch wllrdo vielmehr E. Ch. D.^ Eiig^eland, 
öohweden, DÄnemark und andere Poteuiateu und llepii 
bliquen fester verbunden und also mächtig und bemittelt, 
daes i^ic denen, s« Tcuteehlund den Frieden lUnger vrvraiient- 
halten «ich benilUien^ denselibeu. abzwingen könnten. 

Und was vor dergleichen Discur;? mehr vorisraiigon. Piewcil min 
ein solches E. Ch, D, untcrth. zu 11 her seh reiben der Anibaf^rtdeur be- 
gehret, ich auch Selbsten in t'ntcrtli. dafür pehullen. dash E. <'h. D. 
dieser Sachen Wiftsenseliaft sm Ihrer Nachricht dienlich, so habe dero- 
fielben ieh es meiner Schuldigkeit nach gehorsamst in getrenester Wol- 
meiiiung: hinterbringen Bollen. — 



,4 



Vertrag zwischen dem Kurfürsten und dem König von Polen 

Über die Seezölle in den preussischeii Häfen. Dat. Vaisaviae 

5, Dec. 1641. 

(Nach dem von Knn. Vladielav ausgefertigten und ratificirten Exemplar. 

[Koridfluer der SocEulagu aacb der bisherigen Taxe auf weiteru drei Jahre^ Anihcil' 
des Kimig» doTAii. Der Kurfürtst niinnit för die Zeit dea Vertrage den Elhingtr Zr'll 
in Pftcht. Keducining des kbniglichen Aniheits in Kricgsxcitcn, tiArantim für rite 
DurohfÖhrung das Vertrags und gegen di« Umgehung oder BeeintrHchtiguiig deuHcl- 
bfln. Eiu»chrQitQU gej^un die unberagtob Zollerb^bun^än der Ktiiugeber^cr. Der Venr«g 
gilit dfjn KOci^o keinoHei netiti Heclito in t'r<.-iiäAuii.j 

5. Dec. p, p. L Pracler Dacluin antifiuum vulgo Phundtzoll appellatum 

quae praeterca antchac pcndi sunt solita, qiiae in vigorc suo perro. 
nebuut, uullarjue in re quicf]uani pracindidi illis per tranaactiniicni hanc 
inforetiu" »ut aliquiil pTi*i>tcrea decedet, Scriims Eled<>r per i\uvia vel 
quoaeunque ÜHieiales et qULi loutj vtpluerit a quibrns^i!* per Pillavien- 
flcm et Mcmelcnssem Porlura ex ditionibus suis evehondis et in easdein 
infercndis tnercibus csigct nuvum Theloneum nmTiriinuni inxta nnrmani 
Taxae .\nno Hi;it' Or<»dnae iutcr i?acrani Regiam Waicstateiii er jrb>- 
riotsis&imac menioriae l>i)iiiiuuu] Elcctoreni (ieurgiuni GuiLhclimiiu Pa- 



i 



J 

'4 




Der netifl Zq 



87 



. reiilnu Suac iScrt'" rcceptjn''j; ea tarnen ralione, ut Suae Seri'a iudicia 
rrtim|UHlur. i<iif;i]|ätiiii pro riirioiif t4'mpiiruni H hpu conmiercioruni in 

laliquibu» iiu^rt'ibuB rxactiiDiem aiigero vel ruiuiiere, duniniodo ea eer- 
Fptiir aurtiiPiÜM iM (iimiimtituns prnp(irtii), ut cniiitiiercia in penere ultra 
pniPiiK'iiinriitam ii'irnian) <ir<»tlrH'rii^eni iiori ^ravnnliir. Qua de re Sua 
SefM promiöit ae l^. Ueg. Mt«»" informatiirani. 

Fl. Conriinuihit Siia Srrf** hanc fxactiontm a<l decursum triiuD an- 

'n«riim. vülflin-t ail auuuni K)44 inclusive, ea tarnen iitrinc[ut accepla 
c*iüditi«me, ut. «i t»irte (((uod Deii» clfiiientissime avertatj alterutra pars 
(itiitralicutium tatis ccnceä&erit, muul cum vite. ei liiiiuä exactionin fltunt 
atfm;itiiin ccnspatiir, nisi qund cat-pta exacHo eodem anu« usque ad 
pnniiiie w»'i|iK'iii^ iVsturii Divi JoauuJK Baptistae vel Saucti Martini Epis- 
wpi conlinuanda erit. IVieiinin von» elapsn in utriusciue parri« sit ar- 
bilriv pxartionctn Itauc 'riiolunfi Mariiii vel abeolvcrc vel prorugare. 
in. Stantr hac transai-fionc iScr'""'* Eleclor sin^ulis aimis supra- 
DtiraTiic cxai'riifuift numiue in Äcrarium Öac* ikg. M"" inlcret subj- 
tiuui wptwai^'inta quiuque niillium flt>reiiomni t'olohieaHum, ita ut 37öOO fl. 
ad festum ty. Joaniiie Raplistac et hdideni ad ieBtuni S. Martini Epia- 
r*i\n annuuHni pcndautur et iiiainlalarü» S. H. Mti» (receptis ah iisdem 
iTgiis apMcliis«! Urlelslmrgi muin-rtnitur. 

IV. Cum pnieterea Öac. Reg. Mi"« apud Öuani Seri*"" inhtaret, ut 
ab üs merdbuh, quae per IMllaviani in ditiunes Prussiae inimediatc Huae 
Reir. MiJ Hubjedas iuferuutur, vol ex lisdem ovehuahir, in purtu pro 
WüQ cumiundoifiie Keg. 31''^ nnvum Tticloueum niarinum exigere vellet, 
&1Ä vero .Ser^*» veretiir. ne, si Inile ullra id, quüd antiquUus Ducibus 
in I*niK*ia pro consorvatiimc pnrtus et proluuditatis in man peiidi s«di- 
tam et adhtic dum ab its oxi^ntur, novo excDipk' in cimimoduui .Sacrae 
K*g. M"« aliquid cxigcrctiir, per transliiriouem eiusiiiodi exautioniö ex 
rt\itale Elbin^ousi in Pillaviatu confu»!» aliqua in derogatiouem pacto- 
nmi intrnduwretur iurihusque Siiae JSeri^i» qiiicqtiam dernpirotur idque 
in poulcruiu in «equelani traheretiir: taudcm, ubi i>ae. Reg. M"b Suam 
^fl^m aecuram essjo liiasil, niiiil Suaui Mfm de pristino «tatii inutare 
veWv el ii(>nnlt>i c<fU)|tei]4liun) exactiouis ex luereibim Elhiu^ani man 
iDvcJipndiü ijuaererc, qim certa pruporlin rt'diriiiMii Thdonei Elbin^eiiwiR 
indsfrari pnssit, ^mi iSer'«^ citra prueiinlicifim tantcii vel cxemphini Silii 
KBL'w*S4iribusquc Suis in pusteruni aUegandum per contraetum bicati 
rrtndiieli dieti Thclunei novi niarini Elbingensis reditus vi^nti quinque 
nrillibii« tiorenonini Pnlouicaliutn (eodeni luodo locoque prout eupra- 



&. obea out. «d ^8. Juli 1641 p. T3. 



88 



1, PrunASL'O und Pulen. 



niPinornlJi suiiitiki srptufiji-iiita <niitn!iu^ niilliHMi Hiirninruiii usqiM» ml 
(Ifcursiini triuni aumu'uni ainiuiitiin di-imulniilis) hi ^*ftii!iiii Sac. Kp*r. 
M»'» re<k'niit- ll«c ((mititinni' per cx])r(>$äTiiii »niicxH^ ul (*rars(*iifi nm- 
vciitionc linitu t-a, (Hi;io a liU'rci^niM in Oitiom-H Pnisrtiin' t^ar. Kof;. 
Mtiß iuimc'iüate Hiiliii'ctjiH i'flVivnilis vi"! in casdnii invelicndts in toin- 
ntoduni ein» Mti» exigcnda fucriiit, extra tinTihuiiitu Snae t?eii""* de- 
pendaiitur. 

V. Circa utranifiiiii vpt'» pxa<^ti<ineni aniiiipnto ol eonwontäeiite ^fu\ 
Keg;. Mtc Sen'iua Et<^ctor sripulatiis ewi, ut, si liirle bfllii cxtuti» vc! ptr 
dissidium jirinpiiium et Uerwinjudilicarmn niaris Baltliid ai-citluriini vel 
aliqua alia de eniisa c*m»ut;tiiin loninien-innim cur&uni iutcrvpiii eon- 
ligerit, 00 tempori^ a ^^lut iSerfe de tentuiu, ntriuaqne ON^crionis ro- 
spectn, priinii&His J^flillilHll^ flurcnnmm imimiis taiitnm (k'tvalüUnr. ftuaii- 
tiim ex reditübuB Tlielnuci Semiu Elcclori dcceswrit. Qua in r*.' eifra 
distmiHititmem iSnae Sei*''« vci'ljtu Kleetorali (^tandtiin crit. 

"N'I. Sieul autora Sua Heg. M»»* Scrmi Electuris iii luie n<*goei(> 
lufulcnter cuiu)irol>atimi de kc l»oue inerondi süidimu fiaterm» cumple- 
ctitiir affectu, ita vice versa, iie per divertieida tlielimeinii marilinuif 
Pillavieusc defrandeinr, tuMiipie asHeiiaa est, nt ^Mt\ Sci-we durüiiio lia«»' 
tTitiißat'rioue ad rcpai^"iila BregeJae nemisecm llieltruei ali iis* duuta\at 
mcrcibus. quae per Hahuni vd ex Litiiania Gedaiiuiii devehuutur, vcl 
mari invectae fJedaiio Rogioujontum inittunmi", exigat. 

VIT. Cetenini in iudicio ratiouo depupitoni niereuiiii I.iJuaT\i<'anir 
ajiud Civitatein lie^inniontniiam -Sac. Reg. Mfia id statiiet, ipind partim « 
et CMinHuetiidirii reeeptfie rnusotiuiti erit. H 

Vin. Ne vero per niipllattuuetn painntnin» ti-aiismariiinruni eiviljui 
(iednnenfii eoneessani commereia avertaiitiir. Sae. He^. Mi«» aMlIioritatß 
Siia lie^na id a]nid nrdiiies Kcipalilieao etleetuin dnbit, ut snblara w 
dem sig-illaHone cnniniercia munia in prir^tiimm redueantnr rttatnni. 

iX. .Süpiidem utriusquc partif=. stiliditonun plnriinimi interest r« 
riMueH iiiire. nuilms cxacturc» liiiiMs tlielnnei imirini eoerecanlur. pr< 
niisit Öua Serta» jse eoadeni, iie qniciinaiii ultra pi-aeaeriptam normat 
e?ugaul, f^ueraiueutn nltitricturata, et, »i foite moduiu exceeisenut« alii 
in cxeinpluni severe puuiturani. 

X. Ne vern quJeijuani siiperwit. qiUMl atiiniiini iSuae Serii» snspen- 
suiii lencat. sfpondet f^ae, Ite^. jM^»», se intmia <ibT>tacidn, <piae ab ddi- 
jiibn» Ue^ii Ma^-nique Ouefitns I.ituaniae biiie exaetioni interverteudne 
tihjeeta luerint, iiiitlioritato Sua l'ogia l■enK^t^^]■flnl Suanique Sort^m « 
iiimiibuss iuipetiliiidibuw indeiauem praestiturani et mnlra quomvi^ evi 
cturaiii. 



u- 

lae" 
tat 



Der neue Kollvertra;;- 



89 



XJ- Cum ctiam |uTimJuiii stilisit, w- vtn\iiM\Tu\ iiiniiis rvatilnni- 
hiw A porttduiM SiKU' Seri's ii%-i'r1initur, amncti ;t r*ivilalihiiH K('p'">"'*n- 
laiiN privaüt autliorilnte usiiriKiUie vcHi^Mliuin rt piln^!laniin specifw. 
«)UMcmi(|iic l.'tmtfm utiiiunt* vTiihirit. ci-HsiilMiivt, uoquo in puätcnini iiHrt 

MI. [{Attdiu'^ luitt'ui giib*ilhiiiim mUc alitiiHit annuw umii^iatiiium 
Un^istnitim Civiüiluin IN'p-iiniinntJUiiirunr cnrain ^^ac. Urg. M'i» et Sor"»» 
Elrrturis ("'imimiWiJfiriiö plcniHHimp edct et si^lliitini r(J(i4Ti»it, ipiid et 
HUB ratioiie ^l*n■ Tutrnhio Lollechim et qnv i{ivi*\(\\u! t-ntgatum fuL'iit. 

XUI. Di'niqiic iitrimiiie cnutiiu» ort, ne ex iis, quae in gratinin Kac. 
Kfg. Mt»" Scrfis Sua in lns>i*c arti^^iiUft in sp receph vcl fic-ii pas^a t*Ht, 
<|uii'(|naiu praiMuilieii aut cniiHef|Hentirie eiiloni aut ijMw<*.Hst»i"itjiis fiiin 
iiriauir, Boil iifr Sa**. Ii<^^. M'' tinwqut^ jiHrooMKorihus ac Jilci|nibltfne 
nllcriim i]mcquanii iuris, quam qiuHl paetorum cT iiivestilurae legibus 
IwIktiI. iiiiii.' i'hvcnirr vt'l Hnuuri [mswit aut di-Ucal. 

Ijthi MTo ot Sat'. liei;. M'-i* ft Scrm"» Klfrtur cprtiores siut, nuinia 
"Ufini Uppio Kk't'toriiliqiio V(?rhi« promisfla et cnuvt'iita optima tidi': pii'- 
ninMincquc senatum iri, liniiis (rausactiiniis ihm cxcuiplaria uniuH 1e- 
tiiiris CKiiftrla iiiaiiibiisquc et i^i^^ilis utriiisquf partis munieutur. — 

Küiii(r Vladiölav IV. au den Km-lürsteiu Dat. WarscliHU 

5. Dec. 164], 

[l'elHT«cn<liiliy tira vulUtjgtim^ri VcrLi^ig» und £j-biulEin au utwaigcri aacbir^gllirlivn 
NVüjiscliiT* lies KiirlVim{fJi,| 

— Qu» t?eri' V.'t in in'gn(!iu uuvi Tlielonei maritinji exactius ca- r>. Dco. 

»trt'tur, (am rn. qiiof iiitc]' SiTt'-m V«iii e| Irgalum NoMtmui <?a do rp 

tr4ii«wta mint, quam una«- tiH irirftantiimi ixqiotitasfiup iuriiiiu E^tTii* V*« 

ilntuctiniiPH GciicrurtiiH Juaiiaes a IIi>e\erln.'i-k iDliiui f'ulürtili Nii!*tri 

(imilianH, Y«« riori'» in Atila Nostra fi\'*idens CluiiHiliarins fonscimu 

\<w[rii inwrtiif. iiniiit qii<» Thti juiteyt ukIiju'l' itnulo rwniiuqiu' niiifir- 

üHinda cüjsi* du^ima^; cuiun ivi j^ratia riidpui iiK-niuratu SiT'i** V=^^" Kl'- 

SiJrnti ad eandcui rcdcunti «lipNuna tnanu» Nostrae «ab^criptioue sigil- 

l'Mliic l'iv^'i muiiituiii a Caiu^ellanü Nustra fdi jusHimus. Nc vero et 

liat- in parte jimpciit^tsninü paliTiii atTt-ctus Ni>Hfri i:r^"a tfcr'cm Vmii fJc- 

fwu'l imliriiiiii, a prafdicin Ueaidt'iiti' tierti» Vac ßtipiilataai liisce acce- 



') Fflc diese von KÖoig»fcerg absondßfliidi crlioherjen ZBIIe war wJlhrnnd dcB 
>4Klrn Krieg» ciiic königliche Cnnccsäinn crilicitf worrlMn, (Ücsr ahrr achon !SS7, wio 
ich«bt, wirkuii^»lo3, auiöcltg^nomnien worden. Vergl. Buoxko V. 122, lii^S^ 



do 



I. PfcUAitea uud Potna. 



pisse testantur rondiliimem, Nos non luteHdisse, ul per praesoiiteni sur 
liriiineiiinnitiic Imu&ar'HuiiiM (■fMiiinn;iti<iiii;'iii Serf' V"" vin ])riu-i.'lnclfiliif 
Tel (aciiltas Hdimatiir Jid Nos refcrenrli, ei quae circa KupMmpnjoratani 
convcutioiicni i'iustnie ritpflitinnps iiiovore vel in mt^iÜtuii fniihnlcrc \i>- 
hu-rit; quin pntiii» Nut; e;i vi iiiiiicrniunic Scrii* V^"' iiuiijiiic Nobis pro^J 
^iriKita fueriiit. utimte ,*i liliali düectione jiriifpota patprnf» aruplcxurnsH 
ftffecm stndilt^qMc; cui caetemm probperritnos rfruui Bu<?ces.t>ns, Nohi* 
vero crebras eidpiü ffraHHcandi rii|rtmus nfferri ucpagiimes. — 

|Aiitvviin- uini Dtiük-^clireibctJ des Kurtui^teii, dat. Rcgiuni. 16. Jan. 1642.1 



I^er Kuifüist iin Hoverbeck. Dat. Königsberg 10. Febr. 1642J 

[rrlUciiütoiKM der liitheriecbcn C4oisilii'hi'n hej der Leiclienfcinr iIcb vtirstorb+'ii'n Kii 
lilMtfii. Dvjf Ki>iifg aol\ geboten werdvii, «Jc durch *eme AutoritJlt fltvon abauWingen-^ 

I(j4i! [UfbcT.'!fLi['kt ihm Ab.-idirifl einer Hesi^hwordf der ^.Aüwpsriidcn vi>' 

10. Feb. HrrrL'ii Stund inid rijuidrüth*'" — worin dlfj^e, von di-n l.>oidi*n Hf>Cpi'edigr-ri 
i>. BpIud und D. ['ütit'Iir'Hidp; Terurila^st, .nieh darüber he^rliwiTcn, danp bei 
drt auf di'ii IL Mar/, angi'.^etzu'n Ltit*heiifeierlichkeir für dtMi verstorbeuei 
Kiirriirsten d<'r rtfunnirtc IK Horjriap in der Sridns'-kirchc lüo l'rrdig7 
halte» ftiill.] ) Nun sind itztg'edaclite Unsere Landrätlie vor elzlicheii 
Trtgen um aiulenT Ursachen willen von Uns* anhem versebriebeo wor 
den. Wir leiben auch von ihnen Iheile veretanden, dass sie wider ihrei 
Willen, und damit sie nur der iiiiriihi^^en Leute Itig werden möchten, 
vitrgedaehte Schrift au Uuk liabeu altgrelini laswcn mUst-eu, Es hal «Hch 
D. Belini noch gestriges Tag'ca alliie in der Öchlosskirchen . wie aucl 
ebenniäsftig «ein Sohn im Knciplinf eine seditiosfun coueionem hienuite 
gpthan und dnhci erwKhut, sofern die?^eft Werk snllte fnrt^'e.-iitellt werden, 
düKfi mich eiu anderes daraus entstehen und erfol^'-eu wUrde. Nun ist 
diese» gewissticb eine unerhfirtc und ganz tmverantwoitUchc tfacho 
dann ck fiich |a keines Wega audeiH tinin la.*peti uud jucliieken will,! 
dieweil gcmeltrr D. Rere^ius hueberwHbnteii Uiisei'& Herni \'aters (in, 
hestalter üolpredi^cr und Seelsorger gewesen, auch bei derselbi^en bi 
An Ihr lnichselif]i;e» Kude aul"p;ewartet^ aly da«» die vorseiende Leicht 
predigt auch durch ihu gehalten und verricHtet werden möge. Bk w 
HMeh Kidches llhcrall im ganzen lUtmisehen lieicb nho ^rfhräuelilich. da 
luflu vim (Uu'^'lcichen Unterncheid, ah üuvii alhie unter den Anf-^sburg-i- 
Hchen foiifossiöiiK- Verwandten maebeu will, nicht weiss, noch das gi 
ringste httrt i>der versteht, i^n suclien Wir iincli hierunter keine etni 



I 



ETI- 

1 



') Dr. Johftnu Böhm und Dr. Levin Foucheniu«, diu beiden Ttofimdiger 
liitherincbcr Cunfea^iun; Dr Jnhnnn Berg', reformirler irof[iri*rjiger. tTcber die hiQ 
viihHiiil<;lu:u DifTtiiuaztPi vcrgl. Hartkuocb frouaE, Ktrchcji^c«uh. p- 590 IT 




Di« Loiclitnifeier und äie luThcriftchcn GciatHohen, D!t> I*j|]lan«r ZöEk. 



»I 



[Neuerung in tlu'»es llwser ilff/.ctfflhnm ehizufUhren , und ist dichc** ein 
»mgulariäsimii» casus. vvcIcIkt siiif kHnc Kojrnl wirri kömipn ^Q7A>p;fn 

I iMier gciU^utet worUf'u. — — 

Dii'wnl aluT doinioi'li zu lK'sfir«fon. va iiwiclitf oin Unheil (l;irauft 

' f iitstrlipu , wann niHit vun Ihrer Kön. iMaj. lict^juilhet* ^'cwisji*^ Ver- 
iirtlnatifc (;ff macht wlilr<ie, bo erjarrUet liierrnit an Euch Unser gnarti^Kter 
Brffhlieh, Ihr «"llet dieses Ilirer Küii. Maj. in Unterlhäuij^krit re- 

pmf&ii'«tjr<?n iiiitl .Sit' der fieblliir niu'h ers*ucheii Ihr Kflti. 

Maj. wnllU' rlir hwseii frcinidveiterlich gefallen, ein ISchrt^ibcn an TiisiTe 
Ober Küthe. Jedfit-Ii als wann Ihre KWn. Maj. desseu von anderen Orten 
und nieht rlien v«ni I'iis wäre heriehtet worden, hierunter ergehen zn 
Iiu*eii und ihnen veriinltelHt dessen nii/.ulielVhlen, das« sie df r tmruliip-n 
Then1u|inn»m hierunter vrre+]iUne Fubej^nuneuheit . em dneh auf keiner 
Xnth oder einiger crhehlielien Uraach beruhet, ihneu venvciaeii niid 
ilaviiii J^^iZllslehot^ sie minjirseiren wolltt^; du riueh einiges liiglllck imd 
In^mvenicnlÄ hieraus entstellen ivHrde, <Ihss Wir dnran entsfehnldiget 
Btiti und 0^ bei keinem andenu ül» bei den niirnhipeii Tlteolojren, zu 
wehen witnaon widllen. ' Öo fern Ihr dieserj Kilnigliche Schreiln'rv nirhi 
wUrdel nnter dem ranzlei.sie^rrl erhallen kilimen. nehten Wir vnr j^e- 
nupi^uii zu Kein, wann nur dut^seiliip^ mit ihrer iMaj. rammersiegol 
oebfit dero K.fiüi^lichen i^ulweiiptiun e^mfinniret und tiekräitig-cf wlli'de. 
Difweil aueh nimmehr der lieielista^ fdbereits angegaufren und seinen 
Anfang genommen, sieh üuoli innerbaJb 14 Tfipen endigen wird, so 
wird vielleiehl ivid dns iheKte sein, iliiws Ihr dieses Werk nur n;»eb Aiis- 
jtaniK des Ueiehslag-H 8<dlici(iren und e;* zum gewHnwhten Knde vm 
lirinpen Euch beinttheii iiiMppt. — 



Krane Gorflon ') au ilie Oberrathe. Dat. Gredatii 7/17. Febr. 1642. 

(Kftuigsb. Areh.) 

[Kl*grn il«r eoglisohen Kauflcül*^ iibfip die ViiMic «(«t Tillaiier ZüIIp. Vcrgluicli «nil 
ItJiniig unil V*Tl!iiig''-ji luv* ftljKiiBtolleti.] 

Aentate elapsa subditi Wer'"' Ma^n. Hnt. Hej^^s de exceasu leloninrum 17. Feb. 

in piirln PiUvien«i saepins eompiesti snn(. Nnlui 'ib varins e-anÄas litcni 

in liminr re^irilniw tSermi Eleetoris nntvei-e, nperJins n-buH Tnvrstitnrae 

rite [jaeiUi^ nioduni e\eeH^ibus in tolonio impositunn iri. In l'ilavia 

Yfctigalta olini exit'uo erant; ^Jedaiiensea !oiige cxcedebant et duplo 

phis exige!>ant. Paeta Indneiarura aequalitatem in nfrortne portii aase- 

rudt: wd laeies reruni b>nge mutata est; fiedanenee tclniiinrn respeetn 



'} Uvr eoglUclie Resident in Daiiieig- 



92 



f. Preusacu uiiil I'ulou 



Pilavit'iipift cxi^uuni dici pulfst; in iMiniiullii^ nu'rtjihtiÄ tcr plus iiwno 
in [imtu rilfivieiihi t|ii:iiu (li'ii:iin'i|si simiititr. An vtTii iiisMi Seni'i KIfp- « 
tiiris et Vpstrü pinisiliiit Ikut- tiaiit. Triilii nnn ronstat. Qiinrt' cnixe (leto.fl 
ul nniiiiiunic!i1i> riini iSi'ri'i" Elcctorr c<msilio rem liain" ftn-liiis exaiiii- ~ 
narp dipieiitur cl iUi iK'pitiiim rtinjirovc voliiij, tit iuivoiiap mpioiilores 
pniiiini Vefitniiü f|naerere aninietttiir. 8i vorn hi excesfiiitt litiravmui, 
cngjir mifitrati?» niercatorew , iit portuni Vcstruiii decliiiPiit, adtnnnere, 
H prrte^ iiisi rcnn-tiiii artliiheniilur, iiccrssilHH i'i'tnstriliirol', ineroatiiraf 
Icica niutarc II:inmi exliibitur, JutJi'plitm Winilt Ai);ü:1uh, tliHVrrniiiim 
iiiter <io(l;incnse et ['Unricnntp tt-hmium ilcnionstrahU ; niiin Biiigula i>er- 
rtiriiigfre f'inylolae Uiuite» e>ice<lcret — 

jUii-ilK-i i-irio viTpIi-iclicucItf Zusiimmeiist-ellmiiu; lU-r Zolls^jiwe in Paiirip 
iiH«! iti Kcuii^rfiliLTij;-rilhui, wo z. U. iiul {'ine Lust l**iin-iis in Ürtnzijf n fl 
infjr, in Kniii^ghtTg luid Pillim I3tl. J5frr., auf (.'itif Iia^l HauT dort äfl. 
lÜCT Wfl. 1.1 gr. t auf riiie Lust Waizfii litirt ^ f). 'Ja ^t., Lht 7 fl. '2b\ gr., 
knmnu'n.] 



I 

1 



Hoverbeck an den KuHitrsten. Dat. Warschau .. Febr. 1642'). 

[B?«I'rrf'Iiiiiig rail dutji Küiiig übtii- ilk- Diflcriiiiz Wcgvii der LpivJii."iijiri.'diyt- VonjchlÄgo 
thi K{^|iii(^(4> i^tine liiitrcesäiiiit xu Unnalt^ii ilbn luforniiitL'u l'redigcrM.) 

jAiKÜPiiK hei (U'ni Kuuf^. IlovL-i'b4'4-k t^tellt thoi die Anf^He^enlieit wegeni 
iltT von I). iitT^in.s 7.U liJilU'inliii [4L'ii-iu-ji[>i'i'iligt viir.] S. Klin. Maj. nahm^D 

dipses mit ^ cnvundcruii^' auf mirt erkiimligten Mich, ah sir-U jemaod im 
Lande der lliibcscheidenbeil bortnidon, (iaws er dieses hätte äu wider- 
sprechen vorgenoiimieu. Daniid' berichtel icli nun, wu» nmsseii E. Oh. 
I). in Uiitprthänifckcit bf'rifhtel wnrdon, es bätte Dnctur Jnlian Belmi sieb 
harter uml uuvvmutwurllicbcr liodi'n sollen vei-Iauteii l!is»4-n. ja aiieli 
wid gar ricBwepcn zu piotestireu tiutei standen, da doch E. Cb. D. mc' 
der UbennUssiy;en Moderatiun /u gebraiicben ciii^cbloKsen , dn«« Si 
öiclit elion in dem Thiun, wn die l>eiebo t*<i||e liei^'c-^t.'t/.r wrrdoii, snii-' 
deni nur alb'in nfi' dem [Hause in der CaiM-ll ilie Leicbpreili^'t wnlle 
verriehteu lasaen. 

Wie es djinn mit dcH Herrn Marktrralen Sif^iwuninds f. (Jii. 'k wftlchc 
ja Lutbrisch golei>t und LntbritiiC'b g;e!*tnrbci], iVa^te 6. Maj.. zu ballen 
entHC-bb'ssenV 

Dieselbe, beneblet ich untertbä lägst. wUrden xwar eben wol in de 
ThuDi zur Knie bestetriget werden, die Leieb])redi^t aber solle der He 



I 

I 



'V Dtr Mututtütag fetilt. 

'j Markgr.if Öigismniirl, Robti des Kiirfiirstpn .rolimin Deurg, Stuttliilter in At9 
ClevJHübmi Luudvq, geetrnben den 3L ApHI 1640 st. n. 



Dir Leiaheiirnicr und itiü InthnriacWn OdiHttiQliüD- 



m 



1 D. hiucIioTiiu!*, weliilier i^r. t'. (hu UüAmUvl Auj^'iL Ikii^htvater ^ewcseu, 
verrichten. 

Dies nahmcu IS. Kilii. Maj. als» ^U'ich iitif, als ihifts Öie djuliircli 
UiiÜL'r dunYiruud «Itr Sm-lieii i^rkMiiiuifir, rtjiini Sit- IJ. fU'lmii'i) so weit 
ffol kfiniti'i), iliiss ilitti MiU-lnr Wiilornpivf^hon uiolit «n wvU aus Eifer, 
. alkin de«we^ii aiikiminioii', weil er uielit venlaiien kauu , daaa er 
lls der i'ermi'iiile JJiscliol' im Lande Iwi mdi-her ^rusi^Pii Snleimitet tut 
ITiUW uWrselifh und Iiiudnn Kv-n-t/t werden. Hef^chrton di'mufu-li v^n 
mir zu vvi»r*<*n, •nht- iiiclit ijrai'tii'al)lc würe, das« /.wcl }H"ielit|>rL'dijrtni 
Wi iliesctn \rUi pelüdleii uud als» avu'U Doctor Bchin dabei in Acht 
peimmmeu würde; dann Ilir wmI Huldie Kxentpel heiwolinetea, da man 
auch gar drei lA'ieln>reilifften Iiiitte Ijalteu Isiwt^en. 

St» \iel E. Ch. ]>. hctritft. pd* ich zur untertljjini^^steii Anfwurt, 
niiiflilen tlleselhe ihh-Ii w^il dabin ffeliraelit werden kiUmen. daas Siu 
»»•k'lieft j^eH'lM'Iien lieKwen. allein Ilire Cb. D. die HiurflliKtliclie Frnii 
ftittib würde iiinmier daliin zu Itrin^en nein, das,* Sie ilero Willeu iireiii 
gftiea sullt; dann Mir de^j Dipclor Iteliin Huiimr und Passimi st» wul 
lifbiuK, dä^ii aueli ^^eiü l.olj und Kbreiigexeu^^iisH nleld <<line \iv- 
w*lmiii»tuiii|: »ud arriMseiii llerzleid uii^'elien wUrde, 

Üem vor/uknumieii . veruieiiUen S. Küu. MaJ. ein Mittel zu sdu, 
viuin K. €Ii. D. Ilireni Exenipel Ii>]fjen und die Lcicli predigt Ibr vikrhero 
niiiHpiret Kur ('»irrectur wtdlten vortrajceii laösou. 

Esi hat mir nielit anj^estandfii, wHrde auch wiA leielit knolir Hebnden, 
aln Nutzen Kesclrnttt Indien, wann idi den vh» Sr. Koii. MnJ, Zweitids 
"ha zum besten g:emeiutcii VoriM^ldai; sn bhtsser Ding verwiirt'eu: daniui 
rmliiu ieb denselben zu peblHireudein Diink auf und an, und beklaiyte 
allfjti. ibiKS wir idehl ehe draid' k'nnriieii Wfireu; jet7.o aber wjii'en \vir 
'Well die Eufi;e der Zeit i:;iin/ auwict f*elik'p«en; diUiii wann ielis t;-leielli 
uaveriöglieh au E. Ch. 1). bniigcu wollte, würden leieht, zuuad bei 
'Iw'si'm Ubcrans hosen We^e. last aeht Trifce drilber hin»fehcu, che es 
a« E Cb. L*. käme, uud war tilhnelir^'rnieltor l>. licbni seiner Omiceptu 
fi par uiäcbti^ nielit. dans er innerhalb aeht Tafreu etwas roehls^ebutlVin'ü 
eiitucrfeu kö;inle, ehe es danu cniTi^^iii't und vmu ihm eingemuauieii 
nllfite. kiiaie die Zeit berbei und dllrtU- al^n zu Veruiebnin^ der ('htirll 
Krau Wittib Cb. Ucbl. Herzens LtetiilbuiHö da« leUte är^'cr werden dauti 
i1l< erste. 



[IhTKnuJK macht diuiii mich den Voisthbig. lUffS P. Bergius hei srltier 
l'n'digt uJebC uuf die RiitiKid fti-i^eii, Huiidorn hie ueben dciu Sm'{^ htilteii 
•oH — jiidei°.ii 5tehL rr auf IfiiTerhcek's Voi-ftHllmigen aiieh davon ab. — 
ZuIvUt uB^ dt-r KiMtig niii^b thnf gfwiiri>r*brr KvyerlpL uti dtf ONcrrtttbe zu^ 



»4 



I, PrdaaBe» aai Polta, 



obt'i- allerüiugn nur imior Ui'Ui Küuiglrt'ljru Kaniiuor.'jiijtüL ^^oljiild it kü j 
pphftlt, M-inl fT CS ciiL-ichieken, ,da Sic's dftuii cViu Uljcnnaröi'liiilk, welcher' 
dus riimiiiiT SiVgf'l von i|t*ui klr'iiii'51 ('ron 8k'gfl r.chw i*r]ii*li wini zn iiiiU*r- 
scbf-iilni M'iKseii, lin-L'hifii lu.sst'n dimI di'ucii lemlem nur dir^ i'«»!!!'!; konrifra 
Kukommcii laRgfU"^,! ') 



Hoverbeck an don Kurfttr^^tcii» Dnt. Warschau 28 Febr, 1642. 

[SchwierigkeiLua wegeii ilcr potniitDlicn RoprniioHiilioii bei der Kurf. Lcicbenreier. 
IVrsonwliGD vom Hof ut W«iBohnu.] 

28. PüIj- [IllP Ang;fleg**nhfit don Rtscriiit^ nii iVw ObpiTadic ist iii Orüiiiing, 

Eint' rKHH" Sr'liui<'rigkf!it L-flifbt sich in Uf^trcfl' tk-r Vvthuu-h, tlic tiii Nauifu 
dv:* Küiu^^s alipi'ordiii't werden sollen, um ilt-m LeH■hHrlll^'Jriing'llis^ Ufuu- 
wnliiifii.J Niiebtleui a. Köu. MjiJ. don Upirn Wu;\wnUeii von Pt-riiau 
an IliTi' Stell vcnmliiet gehabt, inid idi tuicli seÜHT I'tTSuii liiilbi-r :iiii 
besten viTsirliert liiolt. kam mir Hllererst .Sr. Lbd. 8clireiben /u I landen, 
in wolt-licia Sie uik-b fant um (Jntti'« Willen bitton, icli w«dU cß ducU 
öuflieu zu liuitcHreibcu, daöy Sie nii^lit j^eiianut wUrdcn, weil »ow»l 
wegen Leibew Öchwaeldieit, als vielililtiger aiitlerer Helnnderuuj^eu Hie 
keines Wegjes dem Aetui würden Iteiwolnieu kfiiineu. 

Diesem imcb erBuehle kh dei* FUi-steii HudÄiwil] Littimsdieii Ober 
nimmerer f, du., wrlejie bei mir wegen liekiiiniter Ueeubitioii in der- 
f^leifben Fallen sonderiieh efMiBideriible waren, Sie niDcliiteu dieser 
Oeeasiiiri zu Besräri^'unp der mit E. Ch, Ü. uff^eriebteteu guten Ccni- 
tideiitz wahriiehiiifn. Dieselben wiiren aut-b liie/,n f^aiiz ^'eneijrt und 
bieUeii mieli tiisl j^jii]/.e su'Kt T!i.i,'e in der HutJ'imiig: auf. bi^ Uir HolJt'he 
beseliwerJielh' MrneeÄscu xiigestttssen, um deren Willen Sie keine» Weges 
H"eiEren die bejiliinnite Zeit vim liier iibknninien kiiniien. 

lMef>e^< verursjidite, (laus Üi\ Kiln. Mnj. ieli ufls neue duicb de« 
fleri'ii Oeemmnii von Marienbur^ fjrüti. (!n.. die mir dann in dienern 
^sm7A'n Merk überau»« üllt^liehe AesiHknit/. und IteDirderim^ ^^ethitu, 
wfgen oiner iieiii'u Abordnung bclaiij^eii mutete. Dieselbe kaniei^ nun 
uffa neue auf des Herrn (Brufen zu <inrav, t'aslellanen /u {'Jieliii, Hersim. 
die ieh mir weffcii bekannten Eifer« in der Ueli^'itin und anderer bttnb- 
rUlindicber Quuliteten nicht kmnite als minder» lieb und ervvUnsrht Kcin 
lassen. Wie aber y. f^i'Hfl, (Ji).. die birrinnen ixam. iiffV'nlierÄ% und 
aul'riebti^ g^iugen. etlicbe eiitbidische yeiiiitort*n, insimderbeil aber den 
Krou OrosH Cantzlor mit Rath befragten , und nur bJosu maogen, tiie 



' Dna äclireilicn ikit Küiiiga an 4it' Überrlltltc mit dorn gcwCintolilen lobalf, 
\ml. Viurajiviiic d. ^}. lu. Fetir. 1642. 



^ 



Öie Loichenfftier and der |iolniite)iF Hof. 



95 



tn aich zu eintT Molclieii Kei»*' und Function ^ar nicht geachirkt 
\uad Äll)erei( ein j^ul Tln*ii ilem Hcifgesiuds voraus nach Hanse abge- 
llcfti^. iialitnen i]ie ilei- (.U^cat^oii wahr und batfii g'ur iftständi^ htii 
Ihirr K'^n. Maj., dicsclln- ^'i^riiheliMi. ileti Ht:'rrpiii, wHchpr oliijo das 
seiup prtiHisou llowfliUTnh'n liat. var fiitrtchuldif^t ui iiehiiic?» und di'u 
rariellau vim Uauzii? Zawacky, der idine »« groaue Kustt^ii alle« ver- 
ridiU.'ii kuun(, ati seinf Stell vcnuiliieii utid zwar um mt viel deatft 
mrhr, das» Ihr Vinfahr am Ki^icli A" l'iriK auch cinm Dnitf/ker rasU'!- 
Inn ahpi'onhict ü:t;'ljaht. 

IHeiH*!} miK^ltte miiOi llhnraus bostllrtzt, beviirah da mir die (rodankea 
Ttrrkatiien . es niHsstf dh'niT Vorschlag cutwcdi'r vini dnrit'ii horste' 
jwljrir'tiPH <«d<*r docli vnu drut-ii imc.li auwrsi'iidi'U IvüiiijC**ber^ischt'U 
Ahp>urdn{"teii drni lUrrn Ornss Caiitzlcr sein an tlir llimd ^c^a-beii 
wurden; und ^UKC" Ollidie Ta^f dÄrllbtT liiu. ehe ich recld tlahiiiter 
Ikiintuieii, M'idKT S. Küu. Maj- fM solulier ^'cräiideruiiiir veranlasst wnr- 
4eii imd idi es wiedrir ulf die nbwul^euielti' l^ersou ricLteu können; 
<lann weil S. Kiiiu MaJ. darüber eine harte und schwere Recidivain be- 
kamen. komU ich nicht selber m Ihr kommen, sondern ninsst allen 
durcli den Herrn Iteeununjurn vnu Marienburg:, der uline ihis mit andtirti 
Opscbütten sehr nberhiiul'l , negodireu. I?u halle audi inzuiydion dt-r 
Herr CftJrtellan nich wir Rückreise in Fndolion jsret'fts^t jaremnebt. 

Da idiH deif Herrn Ca^leUanen von Dmv/Ä^ halber liinlertrietien 
^■Iwbt, kamen S. Kön. MaJ. Ihrer Person wegen anfdfn Casitellan von 
)\'\\wk it:iyecrky , die Konif^iii aber beueiinte ileii tirrni ^Jrsifcn von 
Gifiay. J»?ner widli i'» niehl utf »ich nehmen, dann mit dem Bedinge» 
ÜMä ihn S. Kim. Maj. mit Ihren l'h-rden und Wäs;fn bin an die OriittKe 
nUirfu lieHHiMi und ieh ihn versicherte, dass von E. V\i, \). er dastdbst 
wurde au%enuninieu werden^ Dieser aber licss Kwar dad Inlereitöe 
reBgionb, so ich tleiHeig ropraesentirte . Imch bei ihm gelten, wollte 
ilim-bauH und in keinerlei Weg Ihre Maj, die Kniiigiii, Hoiidi'ru 
du» Kihiigs Stelli' veHreteu, v<irgebend dass ihn die Reise mehr 
üann 2^mH) H. kiwteii und er von der Künigin keine Unad oder Kr- 
kmutni^K wUrde ku gewarit-n haben. H. K5n. Mnj. Hessen Ihr hei 
•iiCK'n) grih/.en Werk nitndcrlieli anj^elej^-n sein, wie Sie E. Ch. D. 
Wiltm und Inleution am näebstcn gingen; derentwegen »tundeu Sic 
rnu dem CaBteälan von Sliuök ab und aetzteu mit so vielen und guten 
PennaMJoDeu au den CaHleHau vimi ('beim, duÄH S. Gu. »ich endüeli 
iilute resohirten. die hVi^M uGT nich /ii nelimen. 
Uadureh venufiute ich aHes tfidnni zur iüehtigkcit gebracht /u 
haben; c» kamen aber wiederum die Oathulische nnt dem Caatellau 



m 



I. FreiiBsen und IVteii. 



von Daii^i^ iiuC dk' liiihii, dui-.» diTsolbr llircr Mnj. ilrr Küiiigin fcHelle 
vorlretew luttsste, weil dicKoIUfr kpiiioii jj^riii^eni abui'djioii wnllr und 
ftU8»er seiner keiJMeii wliöstp. DjwsfUn' ist iimn in bMiiorlei WVff anders 
zu Iiiut^Tliviht'ii ircwt'st^ii. ibtiiii itjiKs irli iiiii der Sii'iiLrltcit vvfg:i'i! dii* 
Ikq>Utitli<tTi i'tujis liiiidivii ^cüeUl iimi lU'ii V^Tsdda;; ^a^tliaii, welflit-n 
des Mcrrn WuywiKleii vtm yionulz f. (iü, durcli dero Pcrmiasiinitii Wtaill 
finden l:isaon, e» niüflitc* der Ucmt <ii'«f von GuYAy lii-idr hulie Stellen 
vt'rtrtMcii. Hab ieli duriii E. C!i. D. Iiiti'iili'Mi vfriV'hlt, tw \at i-s ihn'h 
V*ni mir in Unteilhiiiiif^keit ^tiv treu f,^t'!i)i'iul fjLMVt'aoii, uiid ist iluridi 
(Jottes Sf^en nueli inK-h diest*« daKu konmn'n. da»a JS. Kön. Mn,J. lici 
der Aiid!i*ntz ili-ni llcrni fJrnl'i'u ni't^i'trüi^oii, S. Irii. füllten iiH" ili-u KalJ. 
dii i'S von Niitlioii Hiiit, dasHulbf u:w in dn'<i *Si'|ircibLMi uu dir llrmi 
llbeniitlie cullialtcn, vi>ii Ihrntwi'p'n Iji'stiiHjrcu uud alles zu E, t'li. D. 
lutenüiiTi richten. Jrin bufl" irli auch» weil en dei' redlicliste Hei'r i*t 
t'usr unlPi- allen |H)lniHflifH Eviiiip-Iisflii'n. es werdi-n E. Vh. D. anrb 
iu lUHlrf' W'v^ fcrosse Verj;;nU^uiii.' au seiner l'i'rsijit Hiulen. Nur allelii 
wird er we^feu Sr. Köii. MaJ. IUkI mein* dsimi andere zuvMir Kes^peel» er- 
l'ordtrii. damit er »einer Widenviirti^^eu fHlsclilicben Anheben nielit wahr 
niaelic, iider id's ^vi-niirsti- in die Siispieiiin f^^erathe, 4ib liHtt er di-r \W- 
lij^iou halber sidrhrii uuy der Acht yi.'la^yeii. dunuiien ilaun j^euis^rt 
E, rh. L>. üiit yr. Kün. Maj. luid ihm aicbt werdeu »ueiüö seiu. *) 

riir Dfld. der Prinz Casimir') wollten :tu deru Stell den Herr 
ÖturoHtcn von Stnm OnldenstiTU verurducn, welcher, wie wid er «uns 
in alK'u andern Stüekeii ein si'hr ^'jdlauter nnd iimdiTater f'jivallier» 
ist er diich sehr j^taifiscli niid fjejren die ÜUfieru mehr eifrig; lulliriHirli 
und heiliger, diiuii viid di-r Cathidisrhen. Weil ich diret'tit wiiht tN-rsmi 
7,u \vitieri*preelieii niiidi iii^^lit uulrrsti-lii'U iliirt^ braiielit ieb ilen Praetrxt 
dasö. weil er sebwei*liL-h ^vürde die Kuueiiuii uff sieb uebuifii widk'i 
mau einen »ndeni verordnen oder doch ihm suitstituireu wullte un 
erhielt also, da»« Ihre Dehl. nieht i;ar hart in ihn drinjren, üojuleru uff 
dea Fall, da er selber uit-ht erseheiueii ki.bjut. freistellen, er indebiti 
ein deswegen ihm '/Hgreseliifkte» Sehreiben au den Herrn tlbriutf 
Aehatiuni v*m Kreutzeu ilbermaehen. 

IhrL' Deh]. die Prinyi'i*siii tnifreii Ihre Strll driii Herrn Obriftteii 
Uosen anJ", weleher zwar lulhriHch. altpr datn-i so nuuh-rat is(. d:iss *t 



4 



'4 

»11 ~ 

ff" 

1 



') ftlrigneTT Oiir«i&ki+ Ca*icllan vcu l Ijt-äni iji Klciintolcn , einer licr miy»- 
seJiciiütoi vt»ti dem ]julin«{ihcn ICildk-iili^n rl■t'c^rl^ir(cll HikcinitiiiiiiiL'ii < |ii{.i bei deia 
Tliorncr C»]l(p({iiiutii Dircctor dar Kcforniirtcli : itcin« TliHtiglicit ilabtii «. lleriiigj 
Neu« Beltrllge IJ. ]i.'2SG, AiidercA fiWr ihn hi*) Lciij^iiicli VI p, IJM If. 

" Joh»UTi Cnfimir, flniilcr 'Ir» Kf^^'g'* iiihI I(»48 »ein Nii''hf<il|ur'i*. 




Div Leifliwitrcivr, ihr }iuluiaehe Hof imJ die latbensclien GeiatHohen. 



97 



tich von iHt'wi'ii lii'iiloii und loii driii Htrni Clirist<t]ili Fincken. der 
«iner miii^liti^, wird m K- <'li. D. tiolJilK-n l(?tik<'ii las^oii. 

Das» ilcH l'riir/xm t'arnli liochf. \)f\ü. ') sich anjetzo äu Breslau he- 
äsdcu. uiiil iiiemiitid ahurdneii kümieii, Ui fut^L mehr zu beliehen, daun 
m heklü^iu. woil nuiti iUk-Ii derselben ui Ihrt-u ?ri*eteti9i"in.'ii wegen 
JiT ?ili'lli! sieiiwerlii'li wllrile Satistktti'in haben geben ki'niiieu. 

[iiittel woiüög'lich den ActUK eiuige Tage aufauscliieben , riaiuuiitüeb 
•ach itca jimf-'c-ti Vfuhgtufen von Xeulmrg wctrcri, der t^k-h von hieraus per- 
^uulinh XU ili?i' FV-iürlichkeit bfgcbeii will] 



Die Künigsberger Geistlichkeit an den Kurflirsten. 
Dtit. Köuigsberg 6. März 1642. 

[X«u* R^UiEiQn der Geialliclikcit mid der Obeirüithfi wegen der bevorstefionfloii 

Leicli«nfoier.] 
(Sip wicdyrhi)t<ni dem Kurfurjfteü — „die cbrisüiülie billige Bitte, da*is 6. Man«! 
Ü llertriTis in Verriclinni^' dii-i- lJeich]^redigt .sicli seines Orts htiltr und der 
imstT Lehr und IJotU'sdifust üherg'ebe[i4'ii Cauxf") fijeh darzu niclit aiimn-^ij, 
Hwtlern dieai'lb»* von iLiii i'Cwan »ubprUbri Idt'lbej oder, wie tlau die verbof- 
(eoükhe luiscbiilü'bi^ MiMige der ZuböfiT beidf Oprifv crl»ei>;i;heii will, ihrem 
nnli^iitlieb''ii LkIiht iu di»'*er Vfrricbluujr bleiix-, Uicmir wir di-r Uobi'it 
(Tiurf. D«'h). Tlcrren Vaterti ko w^ftiig abgi'brocIuMi wird, dass vielmehr wir 
mjEr-sammt Sr. (.'h. i) hnchsol. An^ed. narlizeu^cn werfien, dasH weder bei 
Jfr^t■|l)t•ll LefirMi, u<K-b ««.'li(i;em Abkibea luid Leicbbeslattmig uu^ ein wi- 
ürige* zngfliijret; wiL* K- l'li. D. Fniu Alntter lietrüll(lis^ nu gewi^^s, voraus 
mit gütÜliulivMi Trofft, wird gciiiildeit wtnltn, aU rrlVitnltfrh eiumn gewaltigen 
i«iD magr deb geriaperen in Gnaden zu fichouen: alsu wird.deri^elbt!, der 
H»iMi den Loichenfifmion v<ui jfrpnspi^-eber Sebtosfirnnzcl utrf K. <-h. l). 
Veroriming halleu wir'i, nnic-r irrigen lAdircni unr! Zuhuterii zu unterst-hei- 

iIpu ifii«»en und demnueii dersclbeJi alle, f^raefgten Wohlthateu nach- 

nihiniMi." 

Die uulcraeidiuettu (ieibtliuheu .sind: Jciluuin«s Uehni D. l^evin Puu- 
fiii-iiir^ I). M. Morttnus Wotdr-ru>. M. lTrbnniis I,e[iuer, M. It^nfu- Unlbnrh. 
M.niri>tijphoru> SohidU. <'oelosUnts Myslt-nta !>. M. Joaeliimus ÜJibatiuiJ. 
'irtiTpiu» rolbin>;. M. Frideriens Wtimero«, Pastor I^ohniceiipis, Oeorgius 
Wt-nieru». Ou-orglus Hvpdpnrlur9',| 

l'ie ObL'rrälhr an den Kurfürslen u. D. ^ Sie übemebicken dem 
Karfiirauen ubige Plingabe mil der Mahnung, — ^dio von ihnen angeführte 
WiiitiPü in (iiiadeu xvt beherzigen und iljn'in Qt-bentlicht-u untLllehlüs^i^l-tLl 
|tt(ho und deniütig>=tem Fu^:<fjill aus Chart', augeboi'ener (inadt- zn di'l'iMn- 
IH), lUfliit nicht e'm hesorglieher AulVuhr eiitwteluMi, l^uerelen und dit'fieid- 
tat« am Palnisehen Hofe erwaehsen oder auch K. B- Ijand^ehaft iu i|.isu 
•«« tt puurto iii*r ^'ulenueii Deduetion aufstutzig werden und ihirwider )iro- 



') Carl Ferdioftad, KwcJtur Bruder duü Kutitgs, Biicbc-f \oa Breslau 
■■if, ntr («o»r]i il. Cr KuiTlirtl«!!. I. T 



_su_ 



9d 



|. PiKUNHCii und PoleOh 



tnstij'eu dnpfp. WflpheH zu Verljutinfie, n^ltentit fliOÄer nutzer mit*TTli- Wo 
mfiimiig, wir iiucb niiV'irgrpillii'fi ilufli rutlisutii m UritiTiKiiiiigki'it eracUtou, 
iH'-istT KU sein, watm vim den KtHdh-ii, da«« dir; Bürgerschaft bd «oK^hcm 
sehr fcifrlJflit'u iiiid lIücllnli^^•lIuliclu'^l Cbur- und nirHtllt^licm jictu niid l'er- ■ 
Kamuiluii;;!: in ficwL'hr -iUdit'ii fuWuj, uÜ-Iit U-ptliret odr-r (ri-rimkrt. wüi-de; taf 
Anmerkung, rlasß niif K. i'h. J). hnhe tVrsou dio gau7.y VVi'll fiii <;uLid*'rli- 
rdi's Alxsdieti httl und l.cf so eiiit'tu vnlkrcü-Iicii und von imtoivchit'dlit'Ii viclcuj 
Oertpru Zusuiiiiininlanr des jr*-""»'"'"'» PoIk'Jä unter ilfmiselbcii rriitcxt oin Uii-| 
heil L'ntsteliejt und iIr- Scljidd di-r Um ursirhtiji^ki'it uu.-« lK'igemc--s*ru werden 

Joacb. Ertist v, Croekow an ilen KuritirsteTi. Dat. Danzigi 

llAi»Wl 1645'), 

[t. Crockovr entacbnldigt aicli wegen aeinur iti Prcüaiien olme eleu KurfOratäa ErUn'bnis« 
angratelltcn Werbungen für den liaidcr n&d Litict um naclilragliclif GciiebioiguDg.] 

14. Apr. E. eil. 1). sind uiritif iiiiterHi, DJL'nKti' ji*dt'r/AMt zuvor und liaUe 

liernäcliBt E. Cli. l). ^niüd. Mri^d' mit iiiiti-itli. Ut'vi.'rtMr/. fiuididij^cu, daraus 
aber E. Ch. U. Unwillen, nb dass sitli moinc Officicr der Wcrbiuig vot 
au^i.'inddd uiiterfaii^eii . tiiiteiili. vfnioimiicn. Nun liUttc itdi. wie iidi^ 
scliuu E. eil. D. ln-mditi't, aulfbcui Üeljel wul vurkMimiii.'n wullen, waitii 
nifht fJott der AlluiiU'üti^c mich mit fiuer Lcibenbetfcbufruiig liätte 
tie)iii<;eAncbt, und »ucti zu -Waräclmu vt^u Ibr Ki.'>u. Maj. mir di^ aJler- 
jcniid. \'i*rlrnslunffr ^^-pdicii wurduii, diiHs iimn di'SWi'j^L'ii jju E. i'\\. D:,] 
w'u' aurii an jtiiUcrc coufoodcrirt*.' LUiidiT l^idircÜH-n ahf^elicu la»soik 
wfdUe. OasÄ »Iier Ibr Kais. Maj. diirdi dero OewiiKlteü die Werbuuj 
nicLt habe» siichciii Inaseu, balto irli dalUr, da»s «olcbcH enhvtdt'r iul 
Vfrgessi'uliL'il, i;e.stcIlH wurden, odi^r aber das» mau sicli VL-rsehni, E. 
V\u \). würd<- ohiif alU's KiiiiutTu dif \V<diiirlh dt*s liobcn tciitsidirii 
Vaterlands gerne Hclu'p . und also deatij wenigrer die Werbung ver-l 
biiidoni. Glitt der AlliuJifbtisrc widle micb bewabreu, (btinit n-b unter, 
deriT Znbl niHit luiU-btc jct^uiiden werden^ die E. C'b. D. vemuruhiEOii 
Kiijcliteu ii\ dcTi) j^aiide» und tcliu-kliclieu Ketrienuig, wudpni ^taulu* 
l'eatiglieb, datsH die H. Httm, Kcicbsvei'i'at^suuK \ieluicbr icu E. t'b. O.fl 

') Dr» LeichealjegKu^in» fand «m 11. Mfirz 1642 Statt, und m btlel) dn1)«i, da«« 
D. Berg in der Scliloaikii-chc dir Pri'digt hirU. Kao&ko V^ p. IfiS. 

'1 Juacliim Ernst \'on Crorkow^ in kniacrliohon Dionstcn^ bevonder« be- 
kannt diircli die von ilim gelpiU'tv Diversion nncli Iliiit'PriKjni.Tncni im Jahr 1043. 
(Pufendorf il* reb. ßuce. XV. aO ff.) Vcrgl. wnt dieActun ddröbor ad 2ä, Aug. It 1043. 
U«ber die bitr in Rede sU'bcnde Werbnng vtTgl. Cht^tiudit« IV. I- pag- |Ü8. 1644 
«ird er vom kniscrliiC-brii Dii:T;i[i? r*ssiirt (ibiit |V. 4.ji. 72^. Im Jjihr Iti4ö, aI« Kfnig 
VlniÜBlitv etini TÜrkciikriog jCütct, tiadeii wir ihn in [lolniechcn Dionsleu; er starb 
aber in tbcn düciei Zeil zu 'rnmo-n' un einem hitzigen Kiebi^i. (Aflcrsbscb an die 
Qberrlltbe, dnt. Jaroslav 30. Aug. 16-16. K^inigsb. ^rcb.; 



um 





KftiüßrHcho W«rliiiDgen. IreniscIiB Bcinühnng«n. 



99 



KuUe als l'unilu^ frfiuoiiiPl s^e'i, und weil diT Wcrlniiig: ii» den Pacrin 
der Kn»up l'oleii (ukIi .Solnvedoii iiidit mit einem Wurte gedaclit. »n 
lebe ich nueh der unterth. Hiiffnung, E. Cli. D. wcrdi^n solches gloidi 
den aiuleri] iiieitrpnrirten LünikTu der Krone Poleu, da die Wcrbuuf^ 
aiwli mil freieiii uffenlliclien Triinnnelficliljiffe vergönnet wird, .niieli in 
der Stille j;.-ii;idiy:>it /ulimyeii. Weil nni; Hidtlie« zu liiicünteui Oeiälleu 
Üir Kiii«. Maj. fjcreidiet. auch icu Wiiederhriiigjuu^^ mwes chrliehea Frie- 
den« und Ueltun;;^ iiü*i der Tyrannei der Fremden, so lebe ieh der 
aiil4*rth. Ilußiuiii^, K. (.'Ii. D. werden uiir diesinnU gniid. meine Bitte 
^fwidireü. - 

Der Ku]-fUrst ati die OLen-Uthe. Dat. Ki3nigfiberg 26. April 1642. 
(Cüiic. vu!i der Hand des Kanzlers v. Götze.) 

IDi*) nn«t>tfissige Verltctzerutig de« rolurOLirlcn BekeDUtniflseft durch diu ]iitheriflC>i«n 
ddnlichcn knnn nichi liangfr geduldet werden. Der Kurfürst lehnt den Verdncht all, 
fei» bKahfticLtigc er >eiDe pKefcirmaLlon" io Preuaaea. Beide Kirclmn stellen aqf dem 
Hod«ii (icrseibcn BcküDDtnissschrifYun, Dt^r KurfüreL äi^hltlgt ein RdigioD»geti[irAcl] vor.] 

Kdk' Itäthc und liebe getreue, Eueh kauu nicht verijorgen Hein, M.Apr. 

mit was grosser Bitterkeit theils derer Thenhigen, welelie doch Evau- 

f;eli«chp sein und p:e!n'ünet wi-rdeu wollen, wider andere Evaii4<eliflelie 

Thediwgeii hishero f^esehriebi-n und i^eslritti-n, iiwh so viel an ihnen, 

dieselhiKf zu Photinianeni, Arianern, auch gar Itlrkeu uud UuthriBtfn 

machten und aus allem ■Aeitliclieu und c%vig;en Frieden flussehli essen 

wullen. Nnu hat gewisfilicli alle fromnie friedlieheude [lernen dieser 

QlhTiftJWRij^o Eiler herÄlii'ü belrllUot, aneli der ity.ige leidige Zustund 

(itr CbriBteiilieit i's lllierfcnu^Hani heÄeu;cet, wie viel benser e» f^ewe^^en 

w&fe. wann nein un Statt den Ziuikens nml Ötreiti'Uf* ftntt angeruleu 

nwl um Ahwendnnf; der m> liehweren Siraf'en, welclic: er in seineni 

EüriiMHi und Z^ni lUier die i^ämnitlielie Evanp;elische Kirt^ien in Deut«eh- 

UüjI binhent er^elii*n Inssen und Doeh tii|rlieh erg^eben lürfset. ersuchet 

imd gebeten hatte. l):inn indem man t<icb bisliem lieber beififien mal 

Biiikt'ii. als xü*^axnmeiiln.'ten ivitllen, if*t darauf endlieh eriol^^et, dass. 

alle mit einnmler auf;;erieben luid verzehret worden, der^fyitiilt das8 

«pIi kein Tlii-il vitr du» andere eim{j:es VorthoilH äu rllhmcu TTrsaeh. 

XüU ?MilUen Wir Uns billtj: versehen, man wllrde in dier^em Uiisenn 
Hi;rK<»j^huii) , welchem G(»tt miv vielen andvni Eanihn den Frieden so 
Tiel Jahr väterlich verliehen nnd erbalten, sich au solchem traurigen 
ExeUipol der Kvanj^eliüchen Kirehen in DeutHehlatul etwa« mehr ge- 
»pi^fei'H Uüd vtin der un^ieli^on Bitterkeit ab^a^ntandcn , {laliiii ^-**(?eü 
aller iltT {Saulliiiuth und Eintrüelitigkeit betiiöaen habeu. Wir mlisseu 

7* 




100 



1. PreUBHen UDd Polen. 



i 
I 

I 
I 



I 



aber kider \vidcr Uneer besseres Verboffcn das Ocgfentheil erfalirpn 
und will daÄ Vfrkefxertt und V'erdainiiie)i auf dfii Kanzeln und in JSfbrif- 
teil gar aiebt nadi lassen, sondern ee wird dassolbige viel bpfti^pr 7a\ 
diesen Zeiten getrieben, &[$ zuvor immer geschehen sein niH^, 

Wir wi>lUeii zwar nach dem Hihliehen Exempel Unserer in Gott 
ruhenden chrisiliehen Vurfahreii Eiueh Uns jtjerne in Gediikl fassen, das 
G^rieht dem gereehteu Gott befehlen und Uns an alles mdchea Ver- 
dammen uiebt Ivchren. Wir befinden aber, das« der Eifer bei etlieheu 
Leuti^n denuaHHen ju-ef^tiejren und libcrlninil <reu(initiien , dass anch der 
Ab^'elebten nicht j^'eseh<inet, und was in andoru Orten in der Nai'hbar- 
achaft von dem Magietratu einem jedweden privato zug^elassen wird. 
dass nämlich l>ei adner Loieliljeslattunf^ derjenige die 1- eich predigt ver- 
riehteu nia^, "welclicr ilin in seinem Leben uiiterwieHen und in t*einein 
Tode ^etnifltet, «nlrlie« dieses Ortä aueli Unser» Herrn Vateni Chi'i«!:- 
Kiildeu Aiigcdcnkcuö Gnaden, als einem regierenden Herzoge iu l'reußseu,B 
bei dern Beisetziuij; niebt gerne verstatlet und uachgej^eben wcnlen 
wollen. 

llierauH kijnueu Wir kein ander» Hchlieaseu, als das» nieht allem 
tildehe Leute Unsere (wie Wir Uns dessen in Ünserm Gewissen wol 
versifbert liniten") ebristÜehe Heljgion ^'ar vor eine unehriiBHiehe und 
yifttesliifiterlieJie Jieli^ion iialteu, sondern aueh Unsern lieben uml ge- 
treuen Ständen tmd Uutertlinnen vun Uns und Unserer Iicli(d"u zuse- 
tbanen tlasselbe als» eiubilden mlisHen. Wir werden zwar berie}itet, 
siutmil bt'sehuldijce man Uns Weler ^nissi'n und st-br schweren TrrthU- 
mcr, welehc Wir dveh selbst von Herzen hassen und Üieben; indessen 
Bber erfahren Wir, daas, ob Wir wtd in Unserer g^etreuer Stände und 
t^ntertlmuen Liebe und lYeue gegen Uns keinen Zweifel zu setÄea, 
deijiHK!h bei den8elhi^''en ein fi(>leber Verdaeht wider Uns eingewurzelt, 
sammt wollten W'ir eine Kelonnatinn in dieser Lande Kirchen zur Hand 
nehmen und, wi> uielit directo, doch per indireduni eine solche äU- 
sebeulithe Ueligiou, wie sie ihnen Turgebildet wird, eiidllthreii, da Uns 
doch yu \vonig in Unsem Siim k()mmen, einigen Meusrheu ndt Gewalt 
oder auch mit List zu der llelif^iiu zu niitbi^'t!! und /m bringen, daaa 
Wir aueh auf nHebst gehaltenem Lai)*ltage fast alles, was sie iu Kir- 
ehetisaeben von Ihis begehret, verwilligct, wobei Wir es ullerdings zu 
iassi^-ii und keinem Stande, er sei wlt er w<dle, sulebs^' ITusercr C'bur- 
lUr^tticlien Erklärung zuwider zu prauindieireu und ku beaobweren g«- 
meinel; iiauu Wir wissuu aus Gottes Wort so viel, dasa alloiue Gott 
die Ik'irsi'-hfd^ IIIh-t die GcwImhimi <K'r Mensühun zustuhe und gebulire. 
Es wird Ums aber verliuHeiillidi Xirnnuid Vi-rdenken, thvss "Wir 




tronisclia BemOhungcn. 



101 



dennocfa ITnfl iu dem ftors^äUig erwH«en, wie Wir die eigentliche Ge 
wüftlieit erlangen und auf don (.iniud aller dert^r Beschuldigungen, da- 
tuit l'iiHere Helij^imi hiHliern ro liarl hescliweref worden, koniiiieii mh- 
gen; daiia »ulUc es «itli in der Wahrlieit ulgo bc^tinden, diiss alaylcht* 
erwhrei^klichc Keliren. wie M'^ir bescluddi^-l werden, xii Uusern Ver- 
imlaogen getrieben und dciiftelbijL^mi Beifall v(iu Uns gegeben werde, 
»I iiillsftten Wir w^l liekenneii, dusK Wir redil ttbel daran wären, und 
wLiti*' Ttis die DisrinetioD ioter »edueoiüeH et «edii(;tos vor dein Oe- 
mehte ftottes sehr weuig äh Statten knmmeii: da Wir doch bilUj; diesem 
Unsere luiheate i^orge sein laK^^eii, das» Wir alsn ghmben und leben 
mögeu. damit Wir Gott gefallen, vxn weleliem Wir Tnser Leben, 
Wgiiitel und Würde, ja Lande und Leute und allet», was Wir baben, 
tte von UuBerni Herrn ree^ignoseircn, dem Wir auch an Jenem itosspd 
Ta^e Reelieimcliatt diiioo werden j;ebf'n niUssen. 

Kfiimen deinuaeh Unser Gewissen anderer Ge^tlnlt nicht stillen, es 
wi *Unn. dush Wir Unserer Reti^ioii f,'jiut;:naiuen ('irund vor Uns ha- 
ben. Wiiratif Wir «Heu Unscrn (ibuihen und Werke tiindiren und grün- 
den k{>imen, oder Uns zara wenigsten gewiesen werde, worin Wir 
irren. 

Wir bekennen Un» ja Äiifi>rder8t ku dem unpezweilelton Wort Gottes, 
weicbes die einzige Leuchte Unserei- Fftsse und die Kicbtselinur Uu- 
wr* Ghiubens und Lebews ist. Hierüber bekennen Wir Uns* auch zu 
der aus Gottes Wnrt ziif>ainnienp:etrageueu Augsburg ieehen Cont'es&ion, 
wie dicsclbige iu Ao 153(.* dem Kainer Carolo V. zu Augsburg Über- 
geben und fiilgends durch die Apologiam ist erläutert und erkläret 
Wurden, welt-he beide libri synihnlipi aiieh in dem privileg^io Lubli- 
uciwi ') ciuiArnuret wurden. Wir werden nui-li von der Rilui. Kaie. M;y. 
null allen ftownl der Catholischen als der Kvantrel liehen Heligion zu- 
g^hancD Ständen ungezweifelt v(ir ein GUed der Augsburgischen Con- 
frssi»n geludtcn. 

t>o titideii Wir llbcr dieses auch in dem kleinen Caieehiemo Lu- 
Iheri, welchen er Lutberus eelbst vor gnugsam erachtet, dass daraus 
tin Chri-Hl wiKhen und lernen kiitine. wah er glauben und wie er leben 
»11, ßlierall niehtes* dem Wir auch UnnerH GrtH nicht wollten Beifall 
pfl)*Ti, können uJinc das niehrnialen erinnert werden, daijs man die 
leben Gebot ergänzen und wie sie von Gott dein Volk Israel vom 



*I PriTilegium des Königs Sigismtind Augtssl vom J^iir IfiHW — in cain doctri- 

■■B nligiontB, qa&fl juxta foriDulnnt AxigcstAnne C(<]ift*>iBiuiiij et Apolugine cjua- 

fan tttcepu et pii1)Iioat& sbl DogUI Cod. Dijil Pol. tV. p. Mb. Baczko IV. 



103 



I, Pxeuaseu and Fulen. 



nimmcl pregeben, «uch niU dem Finger Gottes in die zwn Bteinenic | 
Tafeln gcsiliricbeu worden, nofh weiterH vollkouiuilich und uugeetttnH ' 
melt dem Vulke Oottt't? vnrtrHgrn möchte. 

Zu diesen Bücüern allen bekennen Wir Vxiti und wollen darauf] 
gewärtig sfin, daas mau Uns iius deuaelhigcn einigt'^ liTtlmniis Über-, 
wei*?e. Will man Uns aber tinen Irrthuniö recht Ubenveisen . so I 
muBS esj dcrgentalt g-eseheben,, dftSö man Vu» aus dem Wnrit* inittPH, 
der Augsburg! sehen Contessiüu, der**clbij!^en Apokigia m\A dem klei- i 
neu Catechi^mo Lutheri deraonstrire und zeige» wns in dcnseibigen 
mit dentlichen und klaren W^rtfii inder (Jusere KircheuU-hm de- 
eidirot wnd enthalte», (dann an die cnwöctineutias, welche etliche 
Hoeligelarte iugeniuse et speeiose uns einem und dem andeni er- ' 
zwingen niid »chliesecn, ktiunen Wir Uns und Unser Gewissen gar 
nielit verbinden, inieh nicht C8 vor einen t^lnnbenhartieid annehmen), Ä 
welelios nicht in Uuttes AVort derma^sen klar und deutlieh verfasset,™ 
dase aneh neben Uns alle undL-ro. auch die einfnltignte Christen (deaea 
das Wort Goltefi ebeneuwol als den Hoehgclarten vorgeschrieben) sol- 
ehe» artieuli gewisHeü Grund haben können. 

Mit den Ceremimien hat es eben die Bosehatfenbeit, und »vird Uns' 
Gott davor gnüdim' behüten, (Xam Wir einiger solcher Ccreraonien Uns 
in Unaenn Gottesdienst 8^:^Hten gehrauehcn wollen, welcbc dem "Wort* 
Gottes und denen Cerenuinien, so zu de« Zeiten der Apostel und der 
ersten Kirchen gebräuchlicli gewesen, zuwider und zuentgegen wären; 
derowegen man auch solcher Cerenionien halber Ona und Uiifüere. Kir- 
chen zu \-erlä?*tern oder zn verdammen gar nicht Ursaeh, gostalt dauii 
auch W^ir und Uns^ere Kirchen der Ceremonien balbfr Xienmnden ver- 
damnien werden, sondern lassen einen JL*dwedeii suh-ber Freiheit, y 
doch auf seine Verant\\'ortung, sich gebraaehen. 

Wir sehen aber diesem Werke zu helfen kein verträglielierfi und 
besseres Mittel, als dasJi eine freund- und friedlielie Unterredung dee 
Tiieulogeu in Unserer und ujideror Unserer Itiithe, Stünde und vor- 
nehmen Diener Gegenwart gehalten werdp, und könnte diese Unlerre 
duHg voniebndich auf die Ang'Hburgiyehe Couit'SMi4ni und alle dariiv 
enthaltene articulos angcsteUet, aucb nicht allein das zu Leipzig in 
Anno OJl. sondern zugleich da« zu Marburg in \o r>2ii von D. Lulln.*! 
Belbsteu gehaltene Uulloquium dureligangen und Jeder I'unct mit Fleii 
erwogen werden, auch wo e» ja einer fernem De^-lmratinn und Erklä- 
rung bcdlirleu möelite, konnte dieselbigc zugleich von beiilcn l^heilen 
also erfolgen, damit man aufs wenigste einander ri'clit verstehe und 
desto ehe aleu ein 'Ibeil daiJ andere alles ungleidien VerdaehTs erl 



i 



Hin Culloquitim. 



Es wttwie aljor hif/M f:nr nicht tiiHhig Kein ^ viel fremdf: Thcülop^en zu 
liWfhmhpiK lUti-wril Wir ilurtl] <lit'i*e l nterreduiif; keiner Kirohou zu 
Iirafunlirircn IJcj^Hircn. ?*(iinirni fillciu (Urses shcIioti. iIjish Wir rnner 
UDtl i-liTiT ijrwirtwii, ilir üU'\\ ui'lu'st Tiis aü lior rt.'inrriiirfcn Uuligiuu 
bckeuiicu, <1('(«tn bafts Mtillen und vorwieliprn. allen bösen Verdacht vriii 
\Jw Ähwcndni und putva VVrtrmieii und tjule Einigkeit xivischen Herrn 
und l'nttTtham-n iini] /,nisclicn dpii Stämlcn «clhntcn in diesem l'n- 
*rnn Iler/rij^Uunn iM'iiiiltoti tiiötcen. WVlHir 1'hmT(^ rhristlichp tt-cu und 
WHlfremointc Intpmioii lllir als Unsere vornelinifite Itätli dieses Unsers 
Hera (>j,-thui IIS l'iiserni zu Eudi f-etViBstcni gniidij^rttcn Vtrtraueti naeh 
Diil allcui KU'isü und Eifer äii j^ecuiidiren Kucli :in^'ele{,^en pifin Ia*<scn 
werdet; und c'rj;e[iel diesem naeli au Euoli liieuiit Tiiser •^iiädi-j'sti'r 
Rffehl, llir wollet mit dem tiinU'r1ielu?ten dan MiniKtcriuiH die^ei» Orte» 
au Euch nrt'ivrdem. demsclbifreii dicso L'ttsere r.hritjHicli tind \vnt(rc- 
meinte lutoutinu vnrlinltcu, ihre Gedanken von ilineii vcmehiuen, wie 
fic vermeinen, diws dient' Unterred mite ntu l'il^'Hclwtcn auzustelleu, damit 
Katiken and dispuliren bei Seite gc^ctzct und allein der Zweck 

■eietiel wrrde, da^d ein TlieLl das andere ivelil vernehme uud Wir 
nrhcHt iliuei! und deueii, welebe hit'zu Tiiit^e/-ng;eii werden sollen, w'ib- 
*cst mtS^cn, wnrinuen man mit einander einig, was noch zwi^cben bei- 
den Tbeüon titreiri;^, tiud wie ck um solche Slreitigkeit eijfentlicb be- 
rt-liAffi'ii, Mb man clabcni ^niiKsamc Ursach, mit s« verbittertem Ge- 

Lölht wider einander /u verfahren, oder ob man niehl zu et^vas 
r Eiiiifc'keiL gehmgen und das Band der ebri^^tlichen Liebe cr- 
lahcn kHiine. 

Wir Widlen Uns nicht versehen^ das» den Thoulo^s dieses Orts 
hiiTuiiler eiiii{;es* Hi-denken bi'iwulineu. Himderii sie >'ielmelir dieser 
lawrer i^ilen und widKeu»'in(en rliristlichun und rriedferTigreii lulen- 
dt-n Hetf:dl peben wt-nlen. ^Vir widk-n auch Euere und ihre Erinne- 
ning »tiper mndo prwcedeudi fear trcriie venielnnen, Uns auch darauf 
wei(«r*t also residnrpu und erklären, datis daraus Unser friedfertigem 
chrislHches Gemlltb der ganzen eUrbareu Welt kuud iiud offenbar wer- 
Avn soUe '). — 

Die Küuigsbergcr Caeistlichkuit an die OberrUtlie. o< D. 

Antwort auf iJn.'* ku^^■i^^^tJiehe Rescript vuiii 'Id. April, Äiisrübrlieho 
Bwhlff-rtigurtg tbri:;» VcrUiiltenti zu den Kcfüriuii-teii. «ZusaDirueuzutrttea 



*) XHmim tfclireiljcji, sowl« die folgende ErklArung der Künigsberger IntheriBcliezi 



104 



t. rreiuBan und Polen. 



mit pinmiithigem üor^eH, ohne vorhergehende Verft'erfiing des ImhaniM un 
der iinriehtig-e» Lehre ht sümaritisch iind halb heidnißch (2 Kön. cap. n)j 
nnd ini^oüdcrheit dosEielbige hie in Preussen zu thnik ist allen christlichen U 
Piitrioten und Einwohnern deeaeliien bei Verlust Ihrer Seligkeit und des ■ 
gmixi'U IjBndei* Nutzen, Gedeiht-ii nrid WoHartli in S. II. Afarktrrnl' Al- 
hrt'<-hti^n dos Eiteren Testament verböte]». E.- hi demnach der giistliche 
Krieg und Streit viel besser üi solehem Fall, aU die \'efeiiiigimg derRecht- 
glänbigeu mit den Ungläubigen und Unriehtigen*' *). 

Der Verdacht, dass der KDrfiif>t eine -Reformation'^ in Prensneu vnr- 
habe, wird besonders ans der neulicheai Leichenpredigt des D. Heraus her- 
geleitet, welche dieeer noch Hberdiea ^nnter die Land^tande selbst Kpar- 
giret*. 

Was den Vorschlag eines Collüqnimn betrelTe, üo sei die*^ ein schon s^eit 
1640 gehegter Lieblingswunseh des D. Bergins. Eine solche Conferena »ei 
aber dorchaus uimöthig. .Unnötig Ut Me von wegen Sr. Ch. D,, welche 
auf eine andere nnd zwar viel beqticmere Weice hinter dt-n CJnind der lihnm- 
lisnhen Wahrheit kommen, wie aueli den Unters cd lit-d /wisuheu der rechi- 
gläubigcn und unrichtigen Meinung erlangen könnten, nrtniHch da Sie dero 
lutherische Hofprediger vor sieh fordern and von ihnen einp gründlichp In- 
formation zu begehren geruheten, worzii obgcdaehte Thi-ologi sich willig 
üffeiircn.*" Unnötig ii^t eiJ aber auch dip DiffereiiZ der lieiden Bekentitnit«!'« 
noehmald besonders aufzaweisien; es ist nur eine Heuchelei, wenn etliche 
!<ageo, ^dass, sie die uiigeÄndert A. C. ohne einige anitni Reservat anneh- 
men können". 

8ehlieeslieh erklitren s^ie, Dur unter einer gewissen Retlie von Bedin^u- 
gen 6uf ein Reli^onsgespräeh eingehen an können. [Vgl. Hartknoeh a,a.0.j 



\ 



Der Kurfürst an Sigmtmd v* Götze und Lenclitinar, Gesandte 
in Schweden. Dat. Königsberg L 8ept, 1642*). 

\DvT KlnFilrat berichter den GcsaiidtäQ Üb«r diu von dem potniHcheu Gl-usskAnslet* 

(^»•iolinski in Kfiiiigftb>irrg rerrii^htete GcBflndt.'tclinft. Iiis])cotiun d<>r Pillaner Fesiung«- 

boinieti. Einsprache gegen das HchTvedi»cUe UctraLsprojcci. Pnlni-icli*^ V^rnutt^iing 

awtichen Brandenburg «nd Pfa[E.Noubu.rg in der Jülich-Cleviscben Suche-) 

l.Sept- \Vir lR8seu Euch hiermit imverhalten sein» dass Ihro KÖn. M:y. in 

pidoii und ^Schweden etc. dero und der Krön Untci'- und künftigen GroBS 
Cani'.Ioru. den Fürsten Otisoünnki kurz verniehcocr Tag:cn an Vm^ ah- 
gefertige*. ivclchcr mit einem starken Comitat anhcm gckommeiu und 
ist dessen Anbringen in dreien fulgcnden Punctcn bestanden : als uttin- 
lich 1} in Beßichtigung des Pillauaehen BaiiCB, 2) in der Schwedi- 



'1 Am Rande: Qni tiiIc Tit«re Tnreiflinqm, ritQt A^rianinmnm; qui autem vull 
vilBje Arianismum, vitct CAlvitiiamum. 

*) Ueber dieac GeEtaudtacbsft b, ut>t unter d«r Abtheltuna Sohwcden, wu «ncli 
die übrigen Acten dorfteiben. 




Ein Colloqninm. ]Q3 

Es wttrde aber hiezu gar nicht nüthig sein, viel fremde Theologen zu 
beschreiben, dieweil Wir durch diese Unterredung keiner Kirchen zu 
praejudiciren begehren, sondern allein dieses suchen, dass Wir Unser 
und derer Gewissen, die sich nebest Uns zu der rcformirten Religion 
bekennen, desto bass stillen und versichern, allen bösen Verdacht von 
Uns abwenden und gutes Vertrauen und gute Einigkeit zwischen Herrn 
und Ünterthanen und zwischen den Ständen selbstcn in diesem Un- 
serm Herzogthuin erhalten mögen. Welche Unsere christliche treu und 
wolgemeinte Intention Ihr als Unsere vornehmste Käth dieses Unsers 
Herzugthums Unserm zu Euch gefasstcm gnädigsten Vertrauen nach 
mit allem Kleiss und Eifer zu secontliren Euch angelegen sein lassen 
werdet; und ergehet diesem nach an Euch hiemit Unser gnädigster 
Befehl, Ihr wollet mit dem förderlichsten das Ministerium dieses Ortes 
an Euch erfordern, demselbigen diese Unsere christlich und wolge- 
meinte Intention v<»rlialten, ihre Gedanken von ihnen vernehmen, wie 
sie vermeinen, dass diese Unterredung am i\lglichstcn anzustellen, damit 
alles zanken und disputiren bei Seite gesetzet und allein der Zweck 
erreicliet werde, dass ein Theil das andere recht vernehme und Wir 
nebest ünien und denen, welche hiezu mitgezogen werden sollen, wis- 
sen mögen, worinucD mau mit einander einig, was noch zwischen bei- 
den Theileu streitig, und wie es um solche Streitigkeit eigentlich be- 
schatfen, ob man dahero gniigsame Ursach, mit so verbittertem Ge- 
mltthe wider einander zu vertixhven, oder ob mau nicht zu etwas 
näherer Einigkeit gelangen und das Band der christlichen Liebe er- 
halten könne. 

Wir wollen Uns nicht verschen, dass den Theologis dieses Orts 
hierunter einiges Bedenken beiwohnen, sondern sie vielmehr dieser 
Unserer guten und wolgemeinten christlichen und friedfertigen Inten- 
tion Beifall geben werden. Wir wollen auch Euere und ihre Erinne- 
rung super modo procedendi gar gerue vernehmen. Uns auch darauf 
weiters also resolviren und erklären, dass daraus Unser friedfertiges 
christliches GemUth der ganzen ehrbaren Welt kund und offenbar wer- 
den solle'). — 

Die Königsberger Geistlichkeit an die Oben-äthe. o. D. 

Antwort auf das kurfürsitliche Rescript vom 26. April. Ausführliche 
Rechtfertigung ihres Verhaltens zu den Reformirteu. „Zusammenzutreten 



') Dieses Schreiben, sowie die folgende Erklärung der Königsberger lutherischen 
Theologen ist benutxt bei Hartknoch p. 599 ff. 



^04 ^- l'reuBsen und Pülcn. 

mit. ei um ii tili gern Herzen, ohne vorhergehende Verwerfung des Irrtbums und 
der unrichtigen Lehre ist saniaritisch und halb heidnisch (2 Kön. cap. 11); 
und iuM)iiderhoit da^^selhige hie in Preufi>:eu zu thun ist allen christlichen 
I*atrii.)tfu und Kinwühnern desselben bei Verlust ihrer Seligkeit und des 
ganzen Landes Nutzen, Oedeihen und Wolfiirth in Sr. IL Markgraf Al- 
lircchten de.s Klteren Testament rerbuten. Ks ist demnach der geistliche 
Krieg und Streit viel besser in solchem Fall, als die Vereinigung der Recht" 
gläubigen mit den Ungläubigen und Unrichtigen*" '), 

Der Verdacht, das.s der Kurfürst eine ^Ueforniation* in Preusseii vor- 
habe, wird beson<iers aus der neulichen liCichenprodigt des D. Bcrgius her- 
geleitet, welche dieser noch überdies , unter die Landstände selbst spar- 
giret". 

Was den Vorschlag eines Colloquium betrelfo, so sei dies ein schon seit 
lfi40 gehegter Lieblingswunsch des D. Bergius. Eine solche C'onfereuz sei 
aber durchaus unnötig. .^.Unnötig ist 5«ie von wegen Sr. Ch. D-, welche 
auf ciiie andere und zwar viel bequemere Weise liinteT den Grund der himm- 
lischen Wahrheit konunen, wie auch den Unterschied zwischen der recht- 
gläubigen unc] uiiriclitigen Meinung erlangen konnten, nändich da Sie dero 
lntlieri>che Ilofprediger vor sich fordern und von ihnen eine gründliche lu- 
foruiation zu begehren geruheten, wor/,u obgedachte Theologi sich willig 
oHerii-eii.^ Unnötig ist es alier auch die DiÜerenz der beiden ßekenutrlis^o 
noehuuds l)esunders aufzuweisen; es i^t nur eine Heuchelei, wenn etliche 
>agen, _dass sie die ungeändert A. C. ohnt' einige animi Keservat anneh- 
men können-. 

S(;hlies>lieli erklären >ie, nur unter einer gewissen Reihe von IJcdin- 
gungen auf ein Keligiunsguspräeh eingeben zu konuen. [Vergl. Hart- 
knoeh a. y. O.] 



Der J\tirfür.st an Sigmund v. Götze imd ]jeuclitinar, Gesandte 
in Schweden. Dat. Königsberg 1. Sept. 1042*). 

jUer Kurfürst Li'iiflilct duii Ocsaiidicn übtT die von dorn iiohiiHchen Orosukanzler 

(Js><>liii?ki in Küiiighbcifj vcrriclitolo Üi-'aaiuUschaft. Inspection der Pillauer Festimga- 

bauleii. ICin»])raclie g<'g"ii 'Ins «ohwcdisclic llciratsiiroject. Polnisolip Vcrniittehmg 

sswi^idieii Bnui den bürg und PfiiU-Nttubnrg in dvr Jülicb-Cluvisclien Sache.] 

l.Sept. Wir lassen Euch hiermit unverhalten sein, das» Ihre Kön. Maj. in 

Polen und Scliwoden etc. dero und der Krön Unter- und kUnfVigen Gross- 
Cauzlern, den Fürsten Ossolinski, kurz vcrwichcner Tagen an Uns ab- 

') Am Kniiilc: „Qn] mit vitare Tnrcisniuni. vitet ArianiHmum; qtii autcm Tult 
vitare AiiaiiiMiumi , viict Calviinsinuin." Vergl. übrigens über die angeblichen Re- 
foritiationßgc'daiikcn des Kurfürston unten die Einleitung zu dem drittcu Abscbnitt: 
Brandenburg und Kcliwoden, am ScbhiBS. 

*) rcbp.r dicc« Gcwandt^chnfi p. mit. unter der Ahtbriliing ßrnn den bürg und 
Schweden, wu uuuli die übrigen AcU-n duiKcIben. 



Die scLwedische Heirat. 105 

gelertiget, welcher mit einem starken Comitat anliero gekommen, und 
ist de«eon Anbringen in dreien folgenden Punkten bestanden : als näm- 
lich 1) in Besichtigung dos Pillausclicn Baues, 2) |:in der Schwedi- 
schen Hcirath:{ und 3) in der mit Pfalz -Neuhurg habenden streitigen 
und provisionaliter verglicheneu Gliliclischen Sachen. 

Was das Ite betrifft, so hat sieh der Königl. Gesandter auf Unser 
zu Warschau bei der Belehnung ausgegebenes Kespunsum gezogen. 

Beim 2) ist der Vortrag ohne Gefahr folgendergestalt geschehen: 
j:das8 Ihr Kön. Maj. in Polen unterschieden zu Uhren kommen, dass 
Wir mit der Schwedischen Heiralh umgingen und Euch derhalben in 
Schweden abgefertiget hätten; nu wäre solches dem homagio zuwider, 
dürfte Ungelegeuheit und wol gar einen Krieg causiren und wäre des 
Königs Praetensiou, dero er »ich auch weder jctzo oder künftig bege- 
kn würde, bekannt, und wollte also hoffen. Wir als Vasall wUrden 
nim Ihr Maj. und der Krön Conscns Uns in solche Heirath nicht ein- 
Iiitisen wollen. Der König hielt zwar .dieselbe noch zur Zeit nicht ge- 
wiss, sondern <?s wären nur rumores; er mltsste aber bei Zeit vigi- 
iiren und erinnern; dann als vor diesem wegen der mit dem König 
zu ;>chweden und Herzogen in Siebenbürgen ') vorgewesenen Heirath 
auch Erinnerung gescbclien, so hätte maus damit entschuldigen wollen, 
dass res nicht mehr integra, sondern alh'S bereit richtig gesflilossen 
wäre, und darum hätte der König um so viel zeitiger Uns l.^iser 
tfchuldigkeit erinnern wollen, wie dann derselbige auch derhalben, 
dass es nicht geschehen sollte, geimgsamc Assecuration würde haben 
mUssen.:[ 

Anlangend das dritte, so wäre vom Herrn Pfalzgrafen zu Xeul)urg 
an Ihre Kön. Maj. zwar nichts gebracht worden, dieweil aber der junge 
Pfalzgraf Jetzund dero einige liebste Schwester geheirathct *) , und der 
König Uns so wol mit freund väterlicher, als seiner Schwester mit freimd- 
brUderlicher Affection zugethan und daliero alle künftige dissidia und 
MissverstUndc zwischen so nahen Anverwandten gerne praecaviret sehen 



'_ Von den l^chwestcni (U-a Kuifürsttii Georg Williulm war lO'iU Maria Elco- 
oora mit König Gustav Adolf von ijchwedcn, lÜ2(i Catliarina mit dem Fünften 
Tcin SicbcDbürgen Betblcn Gabor vcrmühlt worden. 

"i Ffalzgraf Philipp Wilhelm, der Sohn des mitpossidircudcii Fürsten bei dor 
Juli eil -CloTiscben Erbschaft, Wolfgang Wilhelm, vcrmühlt ltj42 mit Anna Catha- 
rina Conatantia, der Schwester des Königs Vladislav IV. von Polen. Ueber seine 
daraus erwachsenden Beziehungen zu Polen s. uut. die Dcpcsrhcn Hovcrbeck's vom 
J. Itt4r) AT.) und bei den Prulz-Neuburgischen Acten btüon()(;rä die Uclationcu Uurgs- 
dorl's aus Uü.-tet.'ldoif voiu J. liiil. 



IQg I. Preuaeen and Polon. 

möchte: so hätte der König proprio motu aus wolgemeintem Herzcu 
und GemUthc Uns zu verstehen geben lassen wollen, dass er nicht 
ungeneigt wäre, sich in dieser Sachen pro mediatore gebrauchen zu 
lassen, und wann Wir ihm Unsere Gedanken und einige Mittel, wie 
et>va das Werk anzufangen und fortzustellen, eröffnen lassen wollten, 
so hätte der Gesandter auch gewisse Instruction, Uns des Königs Ge- 
danken und Vorschläge zu commuiiieiren. 

Wegen des Iten hat es seine Hiclitigkeit, in dem Wir selbst mit 
dem Königl. Herrn Al)ge8andteu nach der Pillau gefahren, da er dann 
alles fleissig in Augenachi'in genommen und die Werke ihm selir wo! 
gefallen lassen, auch begehret, den Bau bald auszul\lhren, dieweil dem 
Könige und der Krön Polen daran merklich gelegen. Welches Wir 
auch, so bald es nur möglich, promittiret, in Entstehung der Mitteln 
aber den Königl. Gesandten ersuchen lassen, hei Ihrer Kön, Maj. wegen 
Krlassung eines Theils dessen, so Wir derselben aus der neuen Öee- 
zulago zu geben scliuldig, bestes Fleisses anzuhalten; welches er ad 
referendum genonnncn. 

Beim andern Punkt ist diese Erklärung erfolget: |:dass es Uns 
zu beiratlien noch nicht in den Sinn konnnen, vielweniger hätten Wir 
Unsere Gedanken auf die Schwedische Heirath wenden können ') und 
wäre diese Anibassade in Schweden wegen des abgehandelten Still- 
standes vornelMulich und juich wegen gütlicher Beilegung der zwi- 
schen der Königlichen Frau Wittiben und der Krön Schweden ent- 
standenen Missverstiinden geschehen; Wir wUrden dem König und der 
Krou zum Praejudiz nichts vornehmen; Wir erinnerten Uns auch der 
Pacten und- Unser darauf geleisteten Pflicht gar wol, wUssten keine 
bessere und stärkere Assecuration zu thun. Als Gesandter auf eine 
noch nähere Erklärung wegen der Schwedischen Heirath gedrungen, 
so haben AVir Uns eudlieli dahin erkläret, dass darin noch nichts Vor- 
gängen; sollte aber ins kUnt^ig deswegen et\vas vorgehen, so wür- 
den Wir daraus mit Ihr Maj. aus beiwohnender Discretion und söhn- 
licher Affection vertraulich zu comumniciren nicht unterlassen. Ehe 
aber diese letzte Erklärung noch erfolget, so hat der Herr Gesandter 
in Praesenz dessen von Bmnuen Unseren vier Oberräthcn angedeutet, 
dass er vom König Befelch hätte, ihnen zu sageu, sie wollten ver- 
möge ihrer Pflicht, damit sie Ihr Maj. zngethan, fleissig Acht haben, 
wann des Schwedischen Heiraths halber etwas vorgehen sollte und es 



') Vcrgl. liierzu nuten die Kvlationcn von tiütsc und Lencbtmar aus Stocklmlm 
und die cliiflrirten ßcsolutionun des Kurfärstcn. 



. Die sohwediscbe Heirat. 107 

dem König alsobald zuschreiben. :| Und dabei ists bei diesem andern 
Punkt geblieben. 

Beim 3*en Punkt haben Wir Uns dahin erkläret, dasa Wir Ihrer 
Kön. M.ij. billig wegen der so wolgeraeinten vUterlichen Affection und 
ilorgfalt hohen Dank zu sagen hätten, Wir könnten Uns aber noch 
zur Zeit in dieser Sachen nicht wol resolviren. Dann 1) so hät^ 
ten Wir Uns bei angetretener so schwerer Regierung, da Wir mit 
den Preussischen und Reichs Sachen so sehr occupiret gewesen, in 
den Glllichseheu Sachen noch nicht wol informiren lassen könuen. 
Wir hätten auch vor's 2) die Acta nicht beihanden, wie aucli 3) die 
Käthe, so dieser Sachen beste Wissenschaft hätten, nicht bei Uns wä- 
ren; und dann nittssteu Wir auch 4) Unser Clevischen Regierung und 
Ständen ratlisames Bedenken zuvorderst hierüber vernehmen. 

Dieses hat nun der Gesandter wol in so weit begriffen, dass es 
sich, etwas Hauptsächliches an die Hand zu nehmen, noch zur Zeit 
nicht wollte thuen lassen; er hat aber inständig angehalten, W^ir möch- 
ten Uns nur in so weit erklären, dass Wir Ihre Kön. Maj. pro rae- 
diatore acceptiren wollten, wann es zu Tractaten kommen sollte, und 
hätte man sich jetzo nur in praelimiuaribus, rationc loci et tcmporis 
zu verglcicheu; es könnte dieses alles ohne Praejudiz geschehen, und 
wären Wir doch kllnftig einige Tractaten wider Unscrn Willen zu ra- 
tifieiren nicht schuldig, der König suchte ja kein Compromiss oder 
dergleichen, sondern nur Friede und Kinigkeit, nach beiderseits Be- 
lieben und Gefallen zu stufen; Uusere Clevisclic Stände würden Uns 
auch, was Wir vor einen mediatorein acceptiren wollten, wol frei las- 
sen mUssen; sollten Wir l'ns nicht näher erkläreu, würde es der König 
pro fonuali negativa halten müssen, da ers doch so wol und gut ge- 
meint. 

Wir haben aber darauf die Xothdurft hinwieder einwenden lassen, 
dass es dennoch besser sein würde, die Suche zuvor wol zu erwägen; 
Uusere Cle^isehe Stände hätten auch grosse Privilegia, welche billig 
iu Acht zu nehmen; ob Uns auch wol Ihrer Kön. Maj. luteriiosition 
nicht entgegen, so wäre es doch sicherer, die Resolution zu suspen- 
diren, als Ihre Kön. Maj, etwa «ach eingekommenem der Regierung 
und Ständen Bedenken zu oflieudiren; der provisional Vergleich wäh- 
rete auch noch bei zwölf Jahr, und wUre also rathsamer, in der Sa- 
chen sich nicht zu Itbereilen. Wann Wir Unser Clevischeu Regierung 
und Ständen Gutachten würden vernommen haben, so wollten Wir mit 
Ihrer Kön. Maj. aus der Sachen ferner vertraulich zu communieiren 
nicht unterlassen. Und dabei ists auch also geblieben; es ist auch 



IQg I. PreusKD and Polen. 

niclits echriftliehes llbergeben und also auch keine schriftliche Ant- 
wort erfoliret. — 



Hoverbeck an den Kni-flirsten, J)at. Warschau 27. Nov. 1642. 

[Vuui Ilofc. Eindruck der Schlacht boi Leipzig.] 

27. Nuv. Wegren des LittauBolien Gross Marschalkeu Fürsten Kadziwils Bei- 

lag:cr, welcher die FrÜiilein t>trüzzi aus Ihrer Un}. der Künigin Fruuen- 
ziniiner heirathet, haben )S. Kön. ilaj. die Preussisclie .furidik') bis 
liiehcr liniitirt, datnienlier ieli niieli bei des Herrn Kochen Abreisen so 
hocli liberliäiilt befunden, dass niirs lji?it nicht niüglich, einigen Bericht 
von des ilnfs »Staat };(^l)U]nond zu fertigen. Ich leb aber der unter- 
tliJinij^rsten Znversiclit, es werden Fi. Ch. D. den hierunter vorgehenden 
.Alanfrei in Gnaden iiherselien und mir vergönnen, dass icli nüeh vor 
diesmal auf ihn, Herrn Kttchen, als einen lebendigen Bericht in allem 
ziehen möge. — 

Man ist sonst allhier eine Zeit hero sehr bestUrtzt gewesen über 
der Hauptniederlage, so die Kaiserliciien den ;?i«» November an aller 
rieelen Tag(; bei Leipzig erlitten, und nuiss ich wol glauben, dass die- 
selbe Dberaus gross sein nuiss, weil sie weder in denen von dem General 
l'iceohtmini einkonnncnden Schreiben, noch auch von dem jungen Grafen 

'.; Jiiridilt, Juriiiioa. Mit diesem Auwdruek werden die jährlich zircinml 
wiedt;rkehri;iiduii CiLTichl^itfrniinc di:r in)liiisclii-ii A|)iiellati(iiiaiii3taiiz für prcuiiöisclie 
Hui-htüftaclicii hezüichiiut. Dil! Appelintioncu vom lierzoglii-heu nutgirielit iiu das den 
Küiiigs wartn ziiltut liit'il umi IljI-1 definitiv geurdnet worden; zunilchst hatten die 
r'onuni!)»ori;tldecretij vom I-i. Juli löO!') dua Appellationsrofhl iiberliuupt wioder ein- 
fjesetzt , Vorzüglich für Ijehn.ssachen , bei ('rocesscn zwisvlu'ii dein Ilorzoy und dem 
A'lel, duuu aber auch liir grössere privatreclillicliL^ Sachen .„quiiu iil'Uerrcnt bunurem, 
vitani et bona") Dogiel Cod. i)ii)loin. Tolon. IV. p. -1.0 IV. Aul' dem Wars^-hauer 
Keicliii[ag Hill muastc Juhniin ii^igisnunnd dii^ weitere ZiigestiuMlnisA machen: „apiieU 
lationc)' ii senteiitiis Nostri» iudiciive Nostri Aiiliei sine iiUu cxceiitionc liberac oni- 
iiibiis nd iitdicium Itcgium irunt"; und zwar bei allen TroceSHun von TXIÜ ilor. pul. an 
; ibid. p. d-lO). Im Juhr IGl'l erlangte dann Jtdiaiin Sigieimund ein DecrcC Sigis- 
nnnid's III. (d.it. Varsaviae 9. Mart. I<tl4 , dureli welches dio piuns^iKohcn Appcllii- 
tioni-n von den polnischen Untergerichlcn befreit und dircct und auäschliciialich an 
die eigene Cierichtsb.irki-it dt-'s Königs ,,indiuiniu rehitiüiium") gewiesen wurden; zu- 
gleich setzte der Küuig hier zwei regelndldsigc Gcrirbtstcrmine, im März und Sep- 
tember jedes Jahres, für alle Ucehtssachcn au-s dem licrzugHchcn l'reiiascn fest (ibid. 
p. 4T0 nV'. Dieser Modus war der noch jetzt geltende und noch 1633 durch das Re- 
sponsiim Cracovieniic neu bestHtigt worden .Haezko V. p. 272'. Die brandenbargi- 
schcn Hcnmten lirauehcn tih diese küniglichen Gerichtssitzungen stets den Ausdruck 
Juridien, der sonst in di-u ulficiellcn Actenstücken nicht vurkonnnt. Ausser den Oo- 
sandti'u des Kurl'iirsiL-n Mebt liiefür noch ein luilnistbcr Advoeat in seinem Solde; 
siehe unten s. d. 22. Aug. 1013 



Die »oliwedUohe Heiriii- 



W5 



«eben HeiTalh ') und H) in der mit Pfalz-Neubiirg habenden Btreitigeo 
Bnd provisionaJiter verglicLciicii Gttlichsfheü Saclien. 

Witt* dilti I'« hetriffir, hu Imt nicli der Küni^I- OesaiuUer atif Vn^or 
u\ Warwhau bei der Relehiiung: ausge^eheues Kesprm&utn gezogen. 

Beim 2) ist der Vortrag ^AmQ (ieliibr folgcnder^eslaU gCBcbehen: 
Am Jbr KSn. MaJ. in t'uleu u nttTSchieden zu Ohren kommen, 
iliis!»U'ir mit der SehwodUehen Heirath uniginpiMi und EntOi 
drrlialbfn in {Schweden ahgefertiget hätten; nu wäre Bolcbea 
dpHi tiiimn^io zuwider, dürfte Ungelc^enhei t und wol gar 
einen Krieg; causiren und witre des Kiinigs Praetension, 
derü pr »ich auch weder jetzo oder künftig begeben wUrde, 
tifhAnnt. lind wollte aUo hoffen, Wir als Vasall wtlrden 
ob« Ihr Maj. und der Krou Cotiöens Uns in solche Heirath 
nivli! einliiHKen wnllen. DerKi>nig hielt zwar dieselbe noch 
zur Zeit nieht gewis», snndern et* wären nur rumore«; er 
MBsftte aber bei Zeit vigiliren und erinnern; dann alt* vor 
die»etn wegen dt-r mit dem König zu Schweden und Her- 
Jogen in Wiehcnhllrgen') vorgewesenen Heiratli auch Er- 
inneruni;; geschehen, so hiUle man» damit entr^chuldigen 
wolleu. daß*i res nicht mehr integra, sondern alles bereit 
ri«btig geschlotäsen w|äre. und darum hätte der König um 
>a viel zeitiger Uns Un^er Schuldigkeit erinnern wollen, 
wie dann derselbige aueh derhalben, dasa es nicht ge- 
schehen flollte, genng^ame At^ijecuration würde haben 
nitlsDen. 

Anlangend di^s dritte, so wäre vom Hemi Pfahgrafen zu Neuhxirg 
aji ihre Kifii, -Maj. zwar niehiM gebracht worden, djeweil aber der junge 
ifal/grarjet7.wnd dero einige licböte Schwester geheirathct *), und der 
KWoig Vn» »" will mit iVcundväterlicbcr, als seiner öclmester mit i'rennd- 
hiUderlielier Aflection zngelhan und dahero alle künftige diesidia und 
MiwiverisUiude zwischen so nahen Anverwandten gerne praeca^iret sehen 



' n» CIe'«fi<rrlD in Chiffern. 
Vüti <Jfa ^chwe«teru >le» KurRirstoii G«i>rgo VVi|ho]m war 1{>^ Miiri« Klt^u- 
auff jutt K6nig <iusUv Adulf von Hchwei(]en, IS^ti CAtbjirii^a mit dem FQrHlen 
FW äkWiitirirgcn Uetblou (iabor vt-nuKblt worden- 

'I VUUgr^C PhUipp Wilbulm, der Sohn dos uilpoiBidlrendfin Fätstfii fafii der 
MliBli-acTiftchiMi Erbacba^ Wolfgjing Wtih^lni , vermllblt 1642 mit Atiöh Cftth»' 
na« CmatiDtiii, der SchwcBtrr des König'» VUdiBlnv IV. Ton Poleo^ Ucb*r seine 
iwu mm»chnctiii^o ÜH?iehiingeü tu. Polen h. um. die Uept'Bchtn Hii»vorb*!ck''H vom 
J- 1646 ff. , und hei i!cn Pfala-Nial «rgiüchen Acten beeonrttr?. die Belatiuucn Burg»- 
Ifffi M» DQ^cldorr Tom J. 1647. 



He der VMie propm iMta aw wi ^i wiiati w Hmvi 
Vm XU TentrhrB crbett Uwf «ttOa. da» «r 

Ire. «rli is <Be«<T ^mAtm |iro fdiaiwi g th t M cheti 
b«a. od nn Wir ihn Uhmt Gedadum rad <«i^ Mittrl. 
ct«s 4w Werk aBxa&ngvn nvd fertcutcÜni. criAn fauaea wullt 
«0 hiae der Oc««ater audi gewisse laftTKÖon. tm dee K5n^ 
darikm «ad Vorvdifil^ n ooiiiinaiäatr&- 

Wcseo d(T 1«« hat e« Mtse Biditigkett . ia dem Wir »elb^ mif 
dca KMigL Herrn Abgeauidteii aaefa der Pillao ge&limi, da er djuin 
alle* Jri M i g in Aug^nflefaeiii gennmmea tmd die Wrrie Uiai «ehr wol 
g<fJliH lawen, aneb he^bref, dea Bsm bald amamMaen, dieweil dem 
Bnd^ nad der Krön Polen «Uran nierklirfa ^Ir^en. Welche» Wir 
•ach, «A haM e« nnr mJSglich, promiltiret, in Enl^ehang der Mitteln 
aber den K^nigl. Gesandten emirbeo laaeen. bei Ihrer Kön. M»j. 
KriaflMUig etnf^ Tliefls^ deesen . eo Wir der^ben ans der neuen ^ 
zuta^ zu lEelx-n t^htiidi^. besiefi Fleisses anznhallen; vrelohes 
refereüdum genoDiuieOr 

fteim andern Punkt ixt «üese CrktÄning erfuleet: das» es Vni 
zn heirathen noch nicht in den Sinn komioeD. rieln-enigel 
hütieii Wir l'asere Gedanken naf die Sehwedisclie Heirall 
wenden kl^nneu'f nnd wäre diese Anibassade in fjchwedcn 
wegen den^ abj^e handelten fftill stand es Tornehnilich und 
aueb wegen pHtlieher Beilegnn^ der ÄWischen der König- 
lichen Frau Wittiben und der Krön Schweden ent^taui^enen 
MiHsrerfltändeu geschehen; Wir würden dem König und dci 
Krön /nni Praejqdiz nichts vurnehmen; Wir erinnerten Um 
auch der l*acten and Unser darauf geleisteten Pllicht j;al 
wtil, wUneteu keine hesaere utkd etärkerc Äesecuration zi 
thuii. AU Gesandter auf eine noch nibere ErktSrnng wegd 
der l^fhwodiscben Heirath gedrungen, ec haben Wir Uni 
endlit^b dahin erkläret, dass darin nach nicht? vorgangenj 
HulUe aber ins künftig deswegen ctwns vurgehen, so wWr-^ 
den Wir daraus mit Ihr Maj. aus beiwohnender Dificretiui 
und srihnlichcr Affection vertraulich zu communiciren nie hl 
Uli tcrlusecii. Ehe aber die^e ietÄtc Erklärung noch er-^ 
folget, esü hat der Herr Gesandter io Praesena dcBBcn voi 
Urunnen Unseren vier Oberrätben angedeutet, dass er roi 



') Vrtjc!. Kicvx)! unten dio RetHttuDea von &&li;e nnd Ltaf^lttmur aus i^Utckhuldtl 



Die «öbwediaclia UtiiniL 



107 



\iini^ Bef«lch hätte, ihuou y,u sa^fii, sie wollton vcrnUigre 
ibr«^r Pfliohl. daniit sie Ilir 31aj. Kiig:cth«Ti. flcissig Acht 
bftbeu, wftijn de« Öcliwedi»i'heii Heiratlis halber etwas vor- 
fptirii Bolllc II ml PH 4l(_'m Köiiij? nlHuhald zusrh reihen. Und 
flabi'i i»ls boi lUeseni aiuleru Viiui-'t geblioheii. 

BeiiD .-1"" Pimct haben Wir Uns (hiijjii erklämt, dass Wir Ihrer 
Kön. 3laj. hillifr wegen der so wulgcmoinreii vüterliehen AifeetiuD und 
Snrpfalt hoheu D:inJv zu sag^n tiUtteu, Wir köimten Him aber mieh zur 
Zeit iii dieser Sjidieu nieiit wol resulviren. Dami Ij sa hellen Wir 
Untf bei aogctrclPrier so schwerer Heg-iening, da Wir mit den Preussi- 

I ^heii und Heich^ Sarhen ho setir ocenpiret geweseu, in den OUlieh- 

' sehen Sachen mieh nicht wi>l iulniniiren lassen können. Wir hätten 
anch Tor*K 2) die Acta nield Ijeihandeu, wie auch y) die Rathe, so 
dieser Sachen beste Wisse Qpchtdt liätten, nicht hei Uns wJiren; und 

;drtuji UiU&steD Wir auch -i) Unser Cle\ischen Uegiemng und Ständen 

1 rathsamcs Bedenken ziivitrderHt hierllbcr vcrnelimen. 

Dieses hat nun der Gesandter wol in so weit begriffen, dase es 

[«ich. vtm&» Hauiitsachlichcs an die Hand zu nehmen, noch zur Zeit 
nicht wollte Ihucn laHi^en; er hat aber inständig tinf;chalten. Wir möchten 
UiiR mir in so weil erklären. d:iss Wir Ihre Kön. Maj. pro inediatore iie- 
Cfptircn wollten, wann es zit Traetalen kommen sollte, nnd hiitte nutn 
sich jetzig nur in praeliminnrihus, ratione hiei et teniporis zu vergleichen; 
es kOnuie dieses alles idiiie Praejudix gegehehen, nnd würen Wir doch 
kDnhif^ einige Traetateu wider Untern Willen xu rutifieiren nicht schnl- 
d%, der König sachte ja kein Conipromiss oder derg^leichen, sondern 
nur Friede tind Einigkeit, nach heiderf^eitH Helieben und ricfallen zu 
^flen; Unsere 0]eviM'he ^Stl-iudc würden Uns auch, was Wir v(ir einen 
iiicd.tati>reni ucce[itireu wuUteii, wul frei lüssen mUsäcn; öolllen Wir Uns 
nicfal näher erklären, würde es der KMnii? pro fornmli negativa hallen 
lat1»fieu, lU ers doch tu* wnl und ^nt gemeint. 

Wir haben aber darauf die NoMidurft hinwiedt-r einwenden lassen, 
ilaffi w dennoch besser sein wllrde, die Sache zuvor wul äu erwägen; 
nn«ere Clevische Stände hiltten auch groHse Privilegia. welche billig 
in Acht m nelimen; oh Unn auch wol Ihrer Kfin. i^Iaj. Intcrpohition 
nicht entgegen, sn wäre es doch sieherer, die Resolution zu wuspondiren, 
ah^ Ihre Küu. Maj. etwa nach cingekomnicneni der Uegierung und 
£>dln4en Hedonken zn oftendiren; der provisional Vergleich wälireto 
aai'h iioeh hei 1'2 Jahr, und wHre alsri i-athsamer^ in der Sachen »ieli 
nicht zu »bereilen. Wann Wir l^nser Ulevi»eheii Regierung im<l Stauden 
Gmachten wUrden vcrnonnueu haben , »o wollten Wir mit Ihrer KOn. 



tos 



I. FnudscD und Poleo. 



Maj. aus der Sachen ferner vertraulich zu (lommmäcircii iiichr untc 
laseen- Und dahei ista auch also geblieben ; es [»i aiirh nichts schriU- 
lichee Uberfjebeu und also auch keine schriftliche Antwort erfolget 



Hovevbeok an den Kiirftirsten. Dat, Warschau 27. Nf>v. 1642 

[Vom Hofiv Eindruck Jur SclilachL boi Leipzig. I 

27.N0V, Wegen dcsLittÄU8chenrir(is*M:iTRchall<cnFlir&ten lUidziwilsBHlaj^or. 

welcher die Fräulein Strozai aus Hirer Maj. der Kfinisfin Frauenzimmer 
hciralhet. haben S. Ktm. Maj. die Prenssischc Juridik'l bis hicher 
liniitirt. dannenher ich mich bei des Herrn Rociien Abreisen pw hr>rh 
IfcborliJiiift bctiiudeu, dass mirs fast nicht moglicli, eini^^en Bericht von 
des HofH Staat pebührend zu fci-tigcn. Ich leb aber der unterthänigste 
/^^'<M>i<'hi. cft werden E. Ch. l>. den hicninter vorgfchenden Mangel in 
(riijidcn llhersehcn und mir vergönueu . dass ich mich v»r diesmal auf 
ihn, lierrii Rochen, als einen Icbcadigcu Bericht in allem ziehen tangc. — 
Man ist sonst allhier eine Zeit hcro sehr beslUrfitt gewesen über 
der Elauptniederlage. bo die KaiserliL^heu den 2'«" Nttvemher an aller 
Seoleu Tajcc bei Leipzig erlitten, und rauss ich wu] glauben, dass die- 
selbe Überaus grosa sein muse, weil sie weder in denen von dem General 
riccolomini einkfimmenden Öchreiheu, noch auch von dem jungen firafen 



1 






') Juridik, JiiEldica. Mit diesem Auidmck werden die jAhrlkb sweiuiAl 
wiederkehren den Gerichutermtne der poIniAchen AppcMatiDnsindtaTiz fdr preufiaUohe 
Ki?c1itHtiach«ii bczt^icbnet. Die Appellationen vom hcrsogticbMi Hofgericbt ttn das dea 
Königs waren zuktzi t6l)H unri lüH dt'fiDiiiT geordnet worden; lunäctiEt Haugu d]e 
^ComniiHaorLulilecretQ voiu 13. Juli IGO'J (Ins A]ipe1lationBiecht überbHupt wii^i^cr ein- 
gcKput, Vüraüglicb für Lehnssiicheo , hei frocb&s*n zwiacheji dem Hrrsog und dntn 
Adtil^ dann Aber aiicli für grbssfrr» privaircchüichci Sachen {,,quiLe «ffici^rent honvren, 
viuni et bona**! Uogiel Cod. Diplom, Polon. IV. p. 420 ff. Auf dun] Warscbauer 
ReicliAtag ll^ll muMto Johann SigiomUDd dos weitere KageatSndnis» macbcn: ^appel- 
lationes b BcnteatiU NoBtriH Jutlieüve N^iatri AuHci sine uUa (2Xc«]i(iono Itbcrae am- 
nibui nd iudlcium Regluni «ruui^ ; und zwar bei allon Procoaacn von 5<.X) Aot pol. an 
[ibid. p. 440'- Itn Jabr l(il4 erlangte dann Jobunn fiigiamund utn Decret &t^- 
mund'ft III- [fi&t Varsavi^e !). IMafC, ItiM), durch welchea die preujaiecben Appella.- 
tiunen von dco polniachcD Uniergerichttfn befreit iiud direci und AUMsohlieasltch an 
die cigßaB G er icbtn barkeit des KÜni^B {aJudicinm relationum") geivieaen wrirdcn; an^ 
gleicli netzte der König faiei zwei rege]niJL8Bigo Oeriubtstermine, im Mflrs und Sep- 
tember jeden Jabrcs, für ntlo Heebt^jiacbaJi aua datn ber^i^glicben PreuuiMl feat (ibid. 
p 470 ff*.). Dieser Modus w&r der noch ji^t^t gcItKode nnd noch 1633 durch das B«- 
flponanm CrMoviflnsc neu beaiAligt worden Jlactko \, p. STä). Diu br&ndcnbiirgi- 
seEen Beamten braticben fQr diese kl>n)glicheii Geritditsaitsungen bIqIs den Ausdnic^k 
Jiiridira, der *onBt m den o^cieJlen Actet^stQcken uiobc vorkammt. Aunser den 6e- 
iandtcn d?« KnrfdrBten steht hteför noch pin polmaober Adroeat in icinom £olde; 
«iebe imteu s. d. '22. Aug. 1643. 




Die JaridicA. Di* schwedEncIio Wnirat 



\0Q 



ttiu Oppersdorf, si» neulich ^llhier geweeou, im gontigrtton nicbt !>p- 
wliriniffot, soiuloni jrdi^s Orte mit Wehe- und Kleinmut]] ausg:ebriicht 
irinl. [)cr Allerhöchste richte dieses, wie auch alle Übrige Coiijunc- 
BiPPH EU Berahiguiig der Christenheit und Aufnehme» E. Oh. D. — 



fter KurÜirst an Hoverbeck. D.it. Königsberg 38. Nov. 1043, 
(Conc. von dein Kauzler v. Göfcfic) 

fJN>laia«h« UajtHsregelp wegen det befürtljteteu äcbwcillBcben Heirat- Krieger fUtungun 

in FotcD.) 

Edler Uiith und Heber GetrcuL^r Wir ecind kurz verwichcuev Tagen 28. Noi 
[«08 Daiuti^ berichtet wordeu, «b sollte Ihr Kön, Maj. in Po Ion an die 
I particulares cnnvontus, welche zu dem vorstehentleu ReicliBtaf? erfodort 
|iii»d bcschriebfn sein, noch einige NebenscLrciben haben abgehen laHseu, 
' fulgt-nden Inhalt«: weibi hoehged. Ihr Kün. MaJ. glaubwürdige Nach- 
rieht eriaiigret, da»s nun mehr z^^ieehen der Klin. Würdi- und Lei. in 
»Sehwedf'ii und Uua eine Ileiiüth abgehandetl nnd g-iL'sehltttirien wäre, 
das» die ÖIüdUc in gedachten ihren ZusamnienkllntU'n in reiliiche Be- 
ralhdcbla^niig xieheu wollten^ was hierbei zu thun und nirs^unelmien 
*eiii wUrdc. 

Wie Wir nun nielit ab»eheii kijnueii, was Dircr Köu. Maj. kli chT- 
jEflt*i<*hei» Sehreibrn Aida^s gehcn^ üder wuranl' Öie dem l-*TaeÄiinilioii 
nelT^on und ^rUnden uiij^en , sondern da»» sulche aus bloBHeu Ver- 
niatliun^eu, indenie nian vielleicht solche Ileiratb vm Unseres Staates 
Befesti^w^ und Ik'Kt{'n erspriefislich zu sein vermeinet, liei'fliesaen und 
entziehen niU^ee, siiitejiial Wir mit finiud der Wnhrheit sa^en können, 
djw* Wir dntrh Unsere (JeMandten weder bei der KönigL Wurde und 
Ld.. noch den Reiebsständen dieser Ileiratb halbeu nieht die geringyte 

t.Vurx'gTjn^" oder Ansdchiin^' thun lassen'), vielweniger dasä deswcjren 
•einiger Sehluss sollte fj^emacihf wurden sein, nnd ist Kuch ^nug-sam 
vriMsetni. was llnwere Gesandte in Hchwcdeu traetiret und verrichtet 
kaben, als der Ihr die OrifrimiUa ticr Scliwediselien Hesolution, so ge- 
dachte Unsere fte^andte icnrhek gebracht, selbst ^^resehen und gelesen 
habcf — alsu wollen Wir noch nieht ilafitr halten, daas raehrhoch- 
ennelte Ihr Kon. Maj. deshalber einige ungleiche Tiedankeu von Uns 
(Tesch^jpfl und aiin blosser 8uHpiei4in dergteiehen Ncbenyuh reiben, wie 
«bcn erwäbul, au die particular conventUÄ apediret haben Hollte. 



*) UaJi kann Eweifeln, oh Hovi^ibock wirklich fi,bcr die Heiratsrerhanilluiigct) in 
kbiilni nicht uateiricbtet worden in, oder, wae TahnclioiDlicber, dus dieaei SobreU 
: vtlciisiWl soia strllte. 



110 



I. Pnaiicn and Polen, 



Diifci-iii aber lilier aÜrs VcrluifTou Ut'VfsleioliL-n mit Alj8el«irkiiit*r 
üiohrbesA^ttT Schreilien lllrtJirtiijfou w;tri% wnllct llir Euch y,uvf»rili?riHt 
daiTQii c'ipinm zu rrlangeii uml Uns mit dem fllrdprlicbsleii iiiiheni 
KU Beulten, *Uvnn auch au ^elitllireiiden (.)rtcu diewüi Argwuhu aljzulebiien 
und mift Ajiziehuii^ dest*eii, ho Ilir aus dt'n Ori^iutdcii Kclbut veriioinutcu, 
Hiulere und bessere Infimiiation eiuÄUwendt'ii, bfdtos FIl'Iösch aiiKidt'gt.'ii 
»ein lasseiu 

IliernUdist int Uys aurli we^en cinigev Werbungen, sti Ueidt's in 
der Krun l^den und PveusBCU lUrgeheu Hollteu, etwas Nach rieh tu iij^ zu- 
kfiiuiut-'u. Nutk kaun w<j1 sein, dasi?i vou der iVöm. Kais. Maj. Kric^ 
oflßcirern »icb etliche /.n allerhiiehät^ed. Ihrer KaiH. Maj. Diensten ^■^i'jH 
gleichen Werbungen unterfangen, <ib abtM- Ihr Ki'm. Maj. in l^deii UioHer ' 
Zeit einige Werbunj^ \or awh itlizmiehiuen j^einuiiit sein sollten, dan'tiu 
haben Wir uielU die geringste Wisisensebuft, wiiJIcii aucJi niebt ver- 
hifffi^n, dasÄ solche KTieirsi>raepaTatiüuen oldianden sein werden^ weiln 
Wir nieht abseben inö^en, KU was Knd selbige ^eriehtet sei« siditen. 
Uei'i'halbeD wollet Ihr dicäialls gewisse Erkuudigun^r einziehen und Uns 
darroii Eueru uuterth. Bericht mit dem nHchBteii iiberäeb reiben. 



Hoverbeck an den Kanzler Sigmund v* Götze, 
Dat. Warschau 18. Dec, 1642. 

[Sttnimungon ia Prilnen wrgcR tlcfl achwediBOhi>n Heirfttöprojecles. 'Die JllKclica.] 

18. D«r. Näthst meiner allennlb^^Hten Dienst Auerbietun^ liab K. HerHj 

huebwichtige Geschält ich meines wenigen Ortn mit ^-ejrenwUrtijifer ^e 
horaumwillij'er rtS^irtun^ intcrruni|iircn niUasen. mit dicnÄtiicher Bill. 
beij;Cenif,^es yehreibon Sr. Cb. D. Unsenu j,'ti;idigöteii Herrn 7U hinter 
bringen') und dnbei äu boriebleu. dHst» deri*selheu gnäiligslem Itet'ellj 
zu gehorsamster F<d^e ich die niö^lielie Nachfrag gethau, oh etn-a 
drau war, dann S. Küit. Maj. auf tlie bevnri^tebemle Land' und Kreiitj 
tage nebonst der UeiehstoKH Instnietion jilttmnderliehe t^cbreibini ivi'iri-ii 
der 8ü büehbcHchrieeucu .Sehivediscben Ueiratli liatten ab^'ohen lassen^ 
um der k^täude Meinung uni,l Itedeiiki^n 7.u venichiuen^ wie uff f^olehc^f 
Fall die Uesj^uhlieii sieb zu verhalteu hätte. Ilah aber dessen nicht 
allein keinen finuid, siuidern uueh die genn^ste Aijpiiren!/. erfiiidvtt 
kDiuien, weiHö auch nicht zu vennwthen, <lj»f*8 JSie aa gar oflenltar dar- 
unter gehen sollten. 

So viel aber hab ich in Erfahrung gebracht, dass uff dem letet 

') DiMSa Bebroiben Hoverbeok*« fcblc bei den Acten. 




Die sclmerlixolie HeirJiL Die jLiriJIcil. 



tit 



irrwirlieni'u Laudtajrf /,» I{adKi'Jifft'. tUt die zwei widerwärtige Wnvr- 
irtHltirliuth-ii Iiiiiivlot/ 'j Null Hri'Hl ilireti ('oiivciit linlU'iL {dabei nieh dann 
«icb der oitlittfir PrutOfitiiiir Tulibiwski*) lH'Jiiml(.'n), deswpgeii viol- 
(äldV* Uisfurs umi mi;;'ei'triiulp ci»niiiniiu(iiiitc-s vor^üiifjeii. V'ni denen 
aii»eliiiIidK'ii Stäinli-i) iiiit eini'r nicli allliirr jm Hut" verlauten Uisseti. 
o> ntttüÄt^ii S. eil. 1>. sieK der Heinitli fmllK']* wol sehr perplex be- 
liodiui, iIhiiu sU'lloUm Sifi dieselk' Inrt, su bef^iifjen Sie eine leluiimm, 
wllrdm Sie aber am-h der Occasio» nicht waliriieliinen, si» licgiij;irt'ii 
!nc oiüf Mtultilinin. t>, Herrl. vorÄeilien mir lincfigllustijr, daüH ich sti 
•cblcc'hter bjnpt (in Mau^luug anderer bt^^rtliidutereii Nachriclil} tliesi; 
Wort anziehe. 
P. iy. Weil es an dem, dnss iinierlialli zwei iider drei Tag^c die 
rreiiysiselie Juridira solle limitirt wurden, \>ill ieli mit dem 
fihifttoii in fd]eij Puneteu vollstündi^^en Bericlit etnsehickeu. In- 
[ xwiHchen tiitt iidi ^»^'^"irsaiiiwillii:; den Verxn^ bei iir. VU. D. im 

L tiesten xu cntscdmldip^eu, weil o.» dieÄe?* Mal nielit zu Undeni 

H gewesen, düss ieli entweder die ntit!iig:e Unterbauung hiiidan 

H «ct3u?n iider in etwas mit denen Uelatiwueu zurUekbleiben luUssen ; 

^^K 4bnn ieh wol mit Wahrheit Hu^^eii nm^, dav-n äj^^der ineineui 
^^H Abreisen vun Kiiniiu^rtberg kein Tn^ vtiriici ■?ang-eii. /.nnial allliicr 
^^^^^ xur Stelle, du ieb uielil Ins au Mitteniaelit midi };e]ilii^'-t Lütle. — 

■ Hovcrbecrk an ilcu KtirtUrsteiu Dat. Wai'scli.i« 9. Dee. 1642. 

{Die VcrlianHliiiigvn der JtiridtcA. Vemcbie diene PriicciMe.] 

Die Kletip* ITwartnnfr hei der .Inriilieü. in weleliov ieh yic) nieliv 0. 
Besehwcrd und uiielitfietht^e Sacliuu tiiidr, ab nmn hei itieineiu Abreißen 
immer rrnuulheiid ijnvcKcn, laHHen mir nicht kii, von vuinn und dem 
aodvni um) kuhimI vnn di-m. was bei meiner Audient*/. Tur^an^en^ anit- 
ftlhrliehen untertli. lierieht /u tbiin. S<i Aiel nber ilennnrh Iiah ich ju'r- 
horMamut tUL-hl unvcrineldet luahen suüen, dann Uurch (iiftlcH Segen und 
E. Ch. l), (Müeköcligkeit viel praejudicia al»|^ewandt woi-den, und wann 
itur die lSelin«vder Snebe wfd ablauten widlt. vvUniHt ieli uicht. was au 



DaSr 



E* kasn nicbt InawludK gomnint sein, welclie« la dar Wriiwodscliofl Lcucxic« 
gutiiitt, Kdbdcnj nar Aie cujavif-cJie Woiwndiwliaft \nowtac\Avr , weiche gcineinflntii 
Biit Bric«o (Br«ii} ihre LanJlagr in nadeifj'>^w hielt. 

'', Tb ollb M w ski, UntcrUämincrer di^r Woiwodxi^liArt Br^eirAit in CiiJAvien; scm 
Pntfat gf^n die Uulelinung dt's Kuifämiaa Im J. 1fi41 lici PuCcnd. }. ^4; aus einer 
TO« Pufenilorf uichl initgothvilteii Stelle äva Orig-ioals erffibt nicli , üft^i tiobun (Irr 
Tattv diaauTliutibowalci Iflll t;egeu die braadctjburgiaclic Belebniing protcBtirt liatto. 
TcrgL Orlidi J. iVX 



112 



I, PreusscD luid Polen. 



Sr. Kon. MftJ. treuer AfFectitm imd (Um* llorreji Seuatoreii gehorsamen 
Kespccts BeÄCu^uit^^ ermau^'t'ln tliHt; geetalt ilunii uiu-h die Tütiitaclje 
Straf oluie Moderation (iveluLes nie zuvor ^j^OBcliuheii) nach des Hnf- 
gerichls Öpruüb erlialten worden , iilso' dass die Kiidltiufiilirer (dcreu, 
wie Ü'Ij voruelihi, vier yoiii unllcu! juilei- (in Dui'jik'ii, die Adliaerenten 
aber, ik'rt'ii liuitdert und t^nlt' grewcsoii, Jeder U) Ducatcu E. Cb. ü. 
erlegen eollen. Ob nun wol der tenuinus cxeeutiouis allererst ii 
12 Wochen eiidlilll, m ^vird dannuch wol darauf mit ebistem äu sebeii 
sein, das» sieb einer und der ander, zumal die i'urnelini- imd ver- 
intigendsten, iiicbt suchen i£ü entbrecbeii, dauu wie einer vor alle uud 
alle vor eiueii billig sieben sollen. — 



4 



Aus den ProtokoLlen des polTiischeii Reichstags von 1643. 
(Von Hoverbeck an die Oberrätbe ein^eschiekt.^ 

SD.Feb, Die 25 Februarü, zVuch ist dnreb df.u tiehatz Schreiber caram iu- 

temuntiis erwiesea worden, dass bei Sr. Cb. D. Heraogeu in Preas&eu über 
hundert und ellicb« ta«öeiiii Ploreii im Rest v^rblit-ben ab A^ 1626. Herr 
Sithjudc-x Sieradiensi s ') wundert «ich über den tbesüurum, da.ss vou 
so vieleu Jabren liero dorseübc nicht fervencer augühaltPU wegen so grosseu 
retenltf; ; datiDL'iihf^ru dtr thesauruH selbst ia culpa, d4iss sa lang« Zeit btro 
der Heipuhl. von Ör. Ch. D. ^o eine grosse Sumaia voreuthalteu wird. — 

5h MÄrz, D'm' b MartÜ. Il^rr Snccamerarias Livieasis') zeifcete etlicbi 

Schrf^ib'fu der Herrn Re^imeuts Käthe iu PreusKen vor, in welchea sie üi< 
Renipubl. offeadirfii, die Reiclist:age vilipeudireu, wie dann iu dero eine: 
Schreiben iiiter eoetera iliese foruitilia verba enthalten, ^eonstituttoniluis comi- 
tialibus fas non est,'' und ein ander Scbroibeii noch ma^ris oll'eusivuiu bradile 
ff bei, welches er In Senatu vor Ibrcr Kön. Maj. zu verlesen bereit wäi 
flO-Mörz. Die ]ü Mnrtii, Dass der neue Zoll in der Piläau gnnKlieh lufi,^ c»; 

.siret werden. Worauf Herr Wuyöki Mozerski geauLivurtctf dieses wÄi 
eine justissiiaä exorbitantiu, denn es sei ein sumniiun jp"aFüun'n M. 0. \A- 
thuaniae, dass 2. Ch, D, pn?ata aathoritate bei 15 fl, pro ceuto iu diese 
Zoll einnimmt*), danneubero wir kein« conimercia mit den exülieis werde 
haben ktinnea, und ob wir sie jii htiben möehteu, so worden wir alles nUo 
bezahlen müssen, wie sie es selbst haben wollen. Womit der llt*rr Po- 
cMltttor M. D. Lith. und andere Internuncii übereinstimmen. — 
|l2.MHrs. Die 12 Martil. Er.stUeb machte den Anfang Herr Noinriu« U n 

dzeasis') vun] Ptllauisirhen Zoll. Üaät* 8. Ch. D. in Preuis&en llerzo, 
Domtuium Marita ihme zueignete und privdta auetoriMte deuKtJhea einueh 
welcheci doch nicht ihme, .-iondent der tfanaen Koi|i, üugehörii^ wäre. 



i 



') Sierads, Woiwodschalt in Q-rtfßflpolen. 

*) Liw, Starostei in Maftüvien. 

^ Vergl. biorzu qnteo A*s Schreiben RoTerböck'ä vom &. Jaot I643- 

*] Grodßu io LittdUd^. 



Dar polnlicle ReJcliaiig. 



Uli 



K crontrn. DuiniDiuin Man's nuu [ictt&At fdbi pracsum^re, ivril ainimli.'i 
der Ittip. imni* gewcsi-'u. datiä er daroit »oUt« participireii und süiue ea- 

K contru Ht'rr (iniirrul in Oroaspoleri. Wann ihiiio dh Rpjtpu- 
Mica a<L>lch(.'ii Zoll nicht r^rwilliget hatte, so wiirdt^ii wir auch alle, wie ror 
Altern, nicht» davon iiuben. 

Herr NotariiiK lirüdxienaiH, Es mochte thme vielleicht die Resfiu- 
*iUi'« flvns vrrwilliKct hAhcii. ;ibf*r das DoniitiiiiTii Miiris but sil' ihiiic iiiuht 
lucrkaniit, luii-li kpinru 24ut2cu von lüeyeiii Zt.ilk-, dann snli-ht-r der Jicijtuld. 
augeveudel wn-dt^ri sull; weil nicht S. Ch. D., iii>iidt;rn wir auch unsere Kx- 
[>rpq da^elbjt zu Uahvn nchuldig. 
Herr Kaziiuieraki. Wo wurde ducb eiii soLcliier Herr »ich linden 
[der da Güter hatte und keinen NtiUeii da^a^lt^ begelirete? der würde ja ^ar 
I tbt^richt sein. Ali^o iwieh nust-re Respublica; itidem üie dös Dcirnimuni ManV 
habr, »oilte yie keiiii^i Nutz davon haben? Das wäre ja niebt.« zitr Mauhe. 
Herr Wubjudcx Gmdziea.sis bittet uuj Dectaration , ofi die Kcsiiu- 
hUca St. Ott l). daK llumiiuLim Maris rerwilliget, und uh ad medietutetu 
ilicfi«ti Zidl« Sr. Ch. I>. gehöre oder nicht. 

Herr C*hrz»Kt'Mvnki, Ibrllerren Littiiiier habet ein ruudaiu'int R''tdn<'iK 
in L'anititutidiie Atini U\HH '), und wn Ihr iibeles Ketbt habt, sind wir bereit 
toldrn KU verbeüflerii. (Jewcliicbt Euch aber von ßr. Ch. D. Unreclil, Mt 
woU«n wir Euch helfen, dass Ihr tiiebt snlb't dfpaRtiret werdiMi. fias Keeht 
aber, so einmal verfasset int, kömien wir nicht eii.s'-irfri, weil wir ciL'^totles 
lepun äeind. 

Ucrr Woyski MoÄer^ki. Ob auch gleicli hierüber privatiro mit .Sr. 
[dl. D. mt^irhte traetirt^t.wiinJen Aein, «u hat dennueh die Reh]MiblJea davim 
llriaseD *»jltni; dann di*'.scr Hitudel ja nicht in exerutiorie bestehet. Wer 
IlM daiui ruu der lU-^pnbltc.-n £U 'lieser Exantion tleä.i^Li'trt ^ K^ ist jji uiebl^ 
|d»iraii gedacht wurde». Ks «ei uau gesnheheti, vfaA drt wolle, s» ist« in 
jiMiBilBiiin detnmentuni no-'^troruiu ^eseht'heti, dnnii wir dieset^, wnt- Ihr uus 
[ varzmiget, |iro b-ge eipreshu nieht iiei-i'^rireii. weil rini'h ilie rifunni-^f^iun mit 
&. Ch. l}. zu keinem Efl'ect geklommen '}. 

Uerr Pociliatur fiegni, Die iurenrimieni rcifiubUem', die einmal ge- 
fu«<«tt köniicu wir nieht brechen; dann Kwci Jnbrlang liiilU' i^, VU. 1). de« 
Zollü (mrtid|iiren sollen, mid naeb den zwei Jahren Aullie unsere Ke.«pubHea 
KQ Uie-ieui /ull gelungen. 

Herr Notariat M. D. Lieh. Die Hetatiu (.'muniLbtionis mit i^r. Ch. D. 
■*fA\ nffm ReiebjJtttge gefehehon. Weil wir diinii vuu keiner rlgentlirliei) 
Helati^ju Flieht wissen, »jjji gescbelieu, so halten wir .solebes vor eine gcuüne 
Bx^biiAnu und wollei) damit zu Ihr Kon. Maj gebeti. K contra, [ei 
Ouutig. »arom geüchieiit un» da k<^i» Unrecht, nnr allein in imrte, uichl in 
UAo, dann nir dennoeh vnji «iurten uniriiern Kroniiuen haben. Von die-M^^iu 



1 Lengaicli \'J p. I4ä. 

*) Oeb«r diese auf dem Ueicbatair voa lÜäS t>>i?Bch]os9ei]e Commiaalaa Lengnicli 
t.m.0. Kui «ie^ht, irie dw Beichsln^; toii all dem, waa mitder Weile In diciKT 
Aagol^gcabpit vurgegiuigi?ii, kr<tiierkL olfin^iulb.- Kenntnisif Iiri. 

Maitr.. inr A««eh, il, tir. Kunrinien. >l. . S 



114 



t. Prvunen and Polen. 



(TMHr«. 



l.MBrz. 



23. Mars, 



Zoll aber ii] der PiElau hat die Ri'^^mlilira nicht den g'«ring;i>'t«u Nutzr^u, 
oiid wiesen nicht, vobin. wie oüer VorKU er gewcndt^t werrlp. 

Herr Snbjudex JJsicradieiisis. Wir wollen Euch H^rni Littiiuen 
willig verheifen, dasK diespr Znll mb^e uioderiret Menl^ii, weil «iiinh der 
Krone ItißH^^t&n in ElUbig gleichfailrt dec Zoll geben müssea. 

Herr Kazimiertki. Dk* Kflatioiicy Cümmisisarionim iLÜ^<.eii iu alte 
Wege iu der Landhoteii Stube» rtferiret werden. Daun die Herren Tum- 
tuiBtiarii, w von Ihr Ki.m. Maj. abge fertiget, liabeii taiitatn autoritutein oiclii 
gehabt, dass sie sine snitu ReipnljHi'rte m'os couÄtituireti koimeu. 

Herr Woyiiki Moaerski. Ihr saji^et. das mit Churf. Pflil. ufge- 
richtete r^eriptuiii nci )>ru legt: derwegen iiiStbig. dass solches p'jrAUi (lulle- 
gia inteTimincionuu vtrlegen werde, dnnu wir sulch scriptum pru lege nicht 
verstehen wollen. Zeiget uns dasselbe vor, damit wir sehen naturam fiiis. 
I>icses aber praecaviren wir In cler Zeit, ilass, obgleich dan'n die 4 fl. pro 
üftuto eiithülten sein iiiullten, ao kaiiu utit^ doch sotchct^ nicht tigireu; deuu 
wir sdltjbe zu erlege» tueht sohuldig, und ist kein cou»ensnö oumium ordi- 
ntim dftTiibpr. Wir haben die vom Adel, nu^ere Mitbrüder; die wolk-n wIthJ 
aldar zn E.XA^^loreu haFjcn. H 

(Fortsetzung dii?s er Debatten am LS, 14. iß. März, ohne wesentlich neue 
Argument*;, Es wird den Landboten niichgegebtMi, da.sfi die Traiit^uctioa^ 
mit dem Kurfürsten in der I.andbutenKtnbe verleöen werden soll.] 

Die '20 Martii. Hat man in retentis contj'ibutioiuiin fnrtgefahreii nni 
die Deputirte ihre Helatioiies gethan. Ha döiin beigebraj'ht , da^s bei Sr.l 
Ch. D. mehr dann 120 tauaend fl. resitäre, welche siininiam dieselbe noch 
Ton Ihrem haeh.scl. Herrn Yatern scLnldig bleibe, Darauf fit-liiekte S. Ch. T>^ 
jelKO in Thesaumm Kegni ein ö5 tanscnd H. 

Die 21 Martii. ^ — Darauf Herr Woyski Mozerski abermaln uf di< 
Kxorbiliiutz 51- I*. Ijith. vom Zcdl in der l'ülan gekoüimen, diisw man heuie^ 
gaii7,Iich, uach Verfassung zweier <!oiiMtitutinnHn Regni in Senatu, bei ihrer 
K hn. Miij. naehfrairc. |if.r c|uari% v aruin S, Ch. D. eurii suiuwia injuria M. D. 
Lith, widei' Recht den Züjl einnehme, niimlich lö ü. ftu Statt H fi. — 

Die 23 Martii. Hat man ferner wegen dfr Coaequation, Heteitti« 
nrnl Auszahlung des Kriegwvidks, damit keine Cunfoe de ratio n aiid Gefubr 
darans eutf-M'he, gehanilelt. Dabei dann beigebracht^ dais die Kti \ak-\ ruii-] 
send H.. welche von Sr. Ch. D. eingekummeu. mau aaeb /.um Thell de 
AuFÄahlnng der Soldatesca wenden .«oHe. — 

Herr MoreKcaleus Internuneiorum kam wiederum af die «xorbi- 
tnritiam M. D. Lith. vom Zoll in der Filla4J, dass ssweierlei CoQRtitutlonee 
unterschiedlich solle» verleiten werden. ^ 

Herr Texülifer und Notartn» M. D. Litb. widerspreche u demi^loH 
ben und wollten sie nicht hfircn, r<ageiide, da»» au »Statt unserer Wunden 
Heilung, die wir von dftu HerÄuge in i*reu.J8en ertragen, diese LVui^titu- 
tioues ans grössere gravaminn gebeu werden. Deun wir wnllrii, das» der] 
Zoll funditus roII ansgetllget werden. 

Herr Mare^ealeus I uter nnneiurum. Weil Kncb Herren liilttiuet 
diese beede Conntitutioncs niebt geßillig selml. so wolle» dif' Herreu Uinen 
andere ulzeiclinen und ich will diene zerreig^en. 



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Der polnisch« BeIoh»tAj{. ] ]5 

Herr Woy.ifci Muztröki. Ii(:'S^>*;lu Uuiiüiiii Murt^ hi vi* liillin, ilii.--- 
dieser Zoll in it<T PillRn nicht soll nbrofriret. wfi>lt'H. 

Ho i.«t imr:li Jus SiTi|itiim rini Hr. Oh. D. uukiritutp ("otivontiTi lu-rep- 
[tirrt, dftumnihenk i;s bf-ajier wait, iIü.^h iU*r Zoll Lu.iiti.-^fiicr :<utNj»Lniiliivl wiirile, 
[kjs aller^i'il«« miu coiiseiisu Roipnbikae derHeIhfi pingfiiioniinpii werde, dfti< 
^£U Dauzig. Etbiiifr. in Curtuud und audertiWM. 

Herr Wayski Mozersbi. Pipjenigc Kicbfii pcrpctuiini «rrvitutis jii- 
im uff siHi, WKlt'lip wollen, dass der Ziill jicnitiiK ^^i>ll iiflVt^l'obt'H wr^rd«!!. 
fHerge(ir<^u ai'Cumniudirerj dk eifh üd mpiiteni Rt;i[iiibUi'aL', wi-lelu- Ja wuUeti, 
[diisti es tantisper siispendiret mid der Zoll in der Pillui» nicht exi(firet werde, 
[bis «?r üIiithU könne cinir^üunimen werden. 

\Äm -*A. MarK werden die Oapita (lonsticutioimm aiifecsetKt^ vergl. über 24 
[die ganip Verhandlung I^enfcnieh V. p- 191* ff.] 



t 



t 



I Hoverbeck an den Kurftiraten. Da,t. Wiirschau, eben bei 
geHchlosseiiem Reicliet^ den 30. Murtii um drei zu morgens 

iVUhe Ao 1643. 

[BChlavB dcB Reichstage. r>l(icklicl)er Au^gung fleaselben. Knibi^rlicbe n^^d 

\\"\p wi>l dieÄTp Keichstag: weh Tor S. Klin* Maj. dergcelalt Übel hu- so. äU 
gelflMen« dnsR Hie aueh nitrht einst rattiHfiiii hcfiindt'n d(?ii Neubui'^iM'btiii 
M>p*Haiidteii Kiir ritrenllieheii AudieiiU ku vtrstatloi, K. Oh. D. Wider- 
wlirtige aueli. wiv aus dem ProtncuUo tnuiiitiuii zu ersi'ben, last nieht.s 
anv^tvuHit gelassen , imler welchen dann die Liltjuier auf Ubolßs An- 
gelten der Knni^Kberjy^ischeii Abgeordnett-n, nh uiilitM(.^n E. Cti. I). un 
Ädl tlber 15 zum hundert, mehr Läntien als je xuvur ^'ej^cbehen er- 
regt: *n ist doeh endlieh und äwjiv Über Verbuften dureli (itfüeö tiefen 
and de« Herrn Kroii Großg Caiitzler treue Unterbauiiug^ aUes vor E. Ch. Ü. 
ab^eleyut und Sr. Köii. Maj. ^u gut stt frUieklieb gost'hlosHcn worden, 
'la»s riir an vier Itaiirhsteueni und sonst. Über ^K Tunncn (lolttes zu 
Beitahbin^ der Heliuliien gewilliget wiirdeii. 

Der KaJHerliehe Abgre^andte Freiherr viiii Stahrettberj^k , f.atidrt- 
luiuptnianu KU SehweiiiitÄ und Jaur, hat den f^aiiy.eu Heirbsta^r durch 
■wCjfrtrn fleld und Vidk HüH'e, ho bei Hr. Ktiii. Maj-, «Ik den Senatiireii 
and Laiidbutt'-u privatim Hollieilirl. Hingeg^en aber tler Baruu <rAv;ui- 
füur aller Oorter sn envei^ da^e^cn gearbeitet, dass jener uiiverricli- 
ttfler Sachen ebepcrtteni von hier ab^ereiHt und die Stilndc vmi ihrem 
(jiiUu Vidk hei .sini Mann abzudanken i:e«dihisseu. Si s^tehot es au^^li 
fiiu&lieb darauf, >\1t: wol S. Ktbi. Maj. c*ehr da^e^cu arbeiten» da«** 

8* 



116 



1. PräTiaaen nnd Pol«a. 



die Besatzung uf der Vladislasburg zu Putzke') mit dein ehisten soll^ 
abgedauket werden. 

Eine ftusrahrHche Relation sulI nachstellt foJpiMi. — 



Hoverbeck an die OberrätLe. o. D. (Warschau 30. März 1643. 

[Bericht vom poloiacben ßelchstAg, Die Seezotlwag'elfigeqbeiL iat ^Ilickllch aLgt^ 
gangcti. Bewilligungen des ReiobnUigi.] 

[30, MftT», Wie w»>\ dieser Reieh&ta^ sieh vor Ü. Kliii. MaJ. dergestalt llhol 

Hugelasscii, d«Ms Öie aiu'li nicht einst nitUsani befunden, dem Neubur- 
gischen Abgesaudteu, so wegen Ilirer Dchl. der Prinxessin EhtfßteueT 
zu sollicitiron kam. /iffentliebe Audieii/, zu gebcu, 8r. Ch. 1). Wider- 
wärtige aueli, wie aus denen eiiigesehickteu ötllckeii <(line 4las zu er- 
sehen, alles, was nur dienen kannte dieselbe vcrhasst zu niadien, fleissig 
^tusanimen getragen: so ist doeh vor einer 8tunde, erst naeh so vieler 
Tas"e Prin'o£:iiti<>n, dureli OntteH t?egen und des Herrn Kvi>n Otter Camtz- 
lers treue Uiitei'baunn^^ alles vor S. Th. D. aljgeleynt und Sr. Klin. 
Maj* ÄU g:ut SD fclUcklich f^esrhlussen wurden, dass Ihr /.u He/alduu^ 
dero Öchuldeu au nertUehen Ranchiung:!*geldern über 28 Tonneu Giddes 
gewiJHg^t't \v<»r4lt>n. 

■ l'nd \v\ni liüehstermelfer Sr. Ch. D. aueh sunsten nierklieli zu 
statten kommen ki^inueu, dass die l?tänrte einen ziemlichen Anfang ge- 
macht ^ «ich in solche VcrfaHsung zu gtelleo, dass sie stum UnU?rhaIt 
der (JräUÄ Armee nieht nielir uff den Reiebstägen extra ^rdiuem wer- 
den Helmswen dllrlen, danuLMdiera aueh rf. Ch. D. nieht werden ver- 
bunden Hein, Ihre seehszi^ taui^end Oulden in vielen Jahren und ao 
lang Gott Fried verleihen wird, zu erlcfe^eu'). — 




i 



') Die VlftdialAv&b urg, oln« hikld niti'h dtiiu StucBadorror Wn (Tonst LI lalaoilf 
1635, aa dar S«e bei Futxig angelegle BcCeatiguog, die xum Scbutk der dort sutio- 
nirend^a nfo gL-gr'inciptoTi po^lniicben Flotte beatimmt war. Die tinterhaltung der j 
BcHSlKiLug iJerHi'Lbun . dw Ton den preusstach - polaiflcbeii ^tändea gefordert wurde»! 
«mr »cUdeiu da »tetci Hitvhpuakt xwiictien dienen iiiid dem pohiitcben Keioh3(nj;.| 
Lengnich I.e. Vi. p.'J'J und pft«.ii]'iii. Fiaaeciuti ChroDtua gostoraiu in Euri^pa &in> 
gulBiiqm p. i^i. 

'> lüie jahrlicilie Lehnsabgabu für das IlerzogTlium Preu»BCü b't^trug in Folge def^_ 
bei der ßelelinüDg vun ItiU atipulirteii Bedingungen orditiariü '■M}^i)O0 Qor pcL^| 
[e= I0,U(X) Htb.j , «bt-T mit ilom Ku»aiz, c!aiB dieeelbe xn vi^rUopp«ln «ui in jt-deoi ii 
Jalifc, in wulclirio iu Pulen Ir^vnd eine LAnduHBleiivr luagescli rieben würil«. l)ogir<| 
1.1'. IV. p. 440. Vcrg!- unt«ii die Vorsclilfigfr de» tCurfÜntten in dem ^hrcibon an 
Uvverbeck, dat U H. April 1G43. 




IVr polniacbo Reicbiitag ulqJ Oeatreicb und Frankreicli 4uf ilemBolhen- 117 



Iciverberk an den KuHm-steu. Dat. Warschau T.April 1643. 

IfWcrbungea du knificrlirhen Gcä&ndteu Stulirenbcrg iiii<J des ijAmtisiathen d'AvnDgour 
■af dem poJnischoTi Kpwbatng, iJor pfalz-nyiiburgisehr? fjesirtndte,! 

Ob ich WrtI m nmnem Aew Tn^ der erfolgten fe'lHcklidien Cvn- 7 Apr. 
[rluüion dieses Reichstages abgelassenen uuterth. Bericlit mit wenig; 
Wttrten irelu^n-arnftt nu^edentel. wohin ilesi Kaisornchcn Aligegandte« 
I Werbunj: AUfc!f,'eselilagen. sa bah ieh doch zu vijl!fitiindiü;er Nachrichl 
Iddtfaen. was aiieser Ör. Kt>n. Maj. InstTuctiou von Fremden uff dieBcm 
JEeiebstag fi-ehaadelt vporden, vorif^es auch hiemit "vyiederholen aoHeii '), 
K» hat kein KäiHorliirlier Abgesandter mit griisüprem Eifer und 
RpisK eeiiie tSaehe» au dioMem Ort getriebert. als eben der Herr von 
[ Stahrcnherg^. Laiidshmiptiuann der KUrstfiithttrucr Hchweiiiitz und Jaur; 
»cipar. daHt* taut kein ^eivatdr \un ihm tlln-rseheu werden, und hat er, 
nm dvf* Otuhrag:e wrgeii gar zn hochstei^'ender Macht d<?s Hau^eA vrm 
Oejiterreicb h(> viel ehei* zu benehmen, ilber (rewoliuheit des Kaiscrt* 
ft^taat »ehr perinp uud hinj^ej^en deseelben Feinde Verfnasung sehr stark 
pemaehl und aiieh allerdin^si bei erlirhen Vertrauten von Verjitandun^ 
«inen aiisehnliehen ^*tlll■kb in 8elde»ien st'S^" f^i" Anlehen einer bunim 
*Jcl*U Ouverturf gethan. Dadurch ci'ä dann auch an weit gebracht, 
Haitfi panzer drei Tage tiebenst etlichen andern den Keichstag ange- 
beuden Pimcteii tlhiT dieBem rteineni Anbrinf;pn j^elieitiier Ralh mit 
AnwehlieyHim^ ni^-ht allein aller p:eistlipbcn .Sccretarien, sondern aiinh 
sdlirdinp^ der kleinem Senaluren f;etm!l4^n wurden. Dabei haben nun 
ihrer viel Sr. K?in. Maj. (welche viel Jahr hero ein simderlichcH Aug 
tmd Ahachen ant" das Her7,<tf;thum Sohleisien gehabt! itn An^ehör fe- 
indet, aber doch ilabiu geachltpsacu, dass es an die dritte Ordnung 
I mll8»tf gebracht werden. Etliche wenij; aber haben sciwol das grc&uchte 
Afltehen« al» die VnlkhlllJe panz ]ilat abgeÄchhi^en und bei jenem ihre , 
rmennß|L''('nIn'it, uud, daHs y. Kön. Maj. dadurch Ihr eigen Suchon 
wegen IkÄahUuif,' der t^chtdden nur würden ytutxig nmchcu, vorge- 
*chiHzt; bei diest^in aber folgende nitjones angeeffgen: 

Es liefe s<delie8 Ij wider die alte zwischen denen Ungriyeh- und 
Bhmischer Kr^oien und diesem Keith aufg^erichte Paet^i. darinnen alle 
Thcil auh rurchl einer (►ppjtssiun ihnen per ex|trca8um ea\4rt, daaM 
kriueii dem Rndern bei innerlichen Kriegen ein%e Hlllf oder Zuscbnb 
thun mdlc. 

bo dürften auch 2,l die richwedischcn ihren Anatandisvertraj;, dar- 



*) Vcrgl. bienu Fafendgrf de r«b. Sa«c. XV. ilb. 



118 



t. PrewiBcni and Volta. 



i 

■i 



uher cUe ReepHbliea grawK vc8t zu lialteii gemeint, dagegen HDKieben 
und solches vor eine Ruptur achten. 

Frankreich wllrdr? auch 3) die im Namen der Reipubticae bei Er-] 
lediguug^ des Prinzen f 'Hsinuri g'ejifebene Caution enls;e^en8etzcn ' i. 

4) sttlndc die Gefahr duraul, das» man «ich lüedurch in den wn- 
endJicben tcutBehci] Kriep: mit venviekelu dUrfte. 

W'>llte man diegeui allem zuwider sieb auf die mit Raiser Matthi 
auf^erifhtete Pacta berufen, sti wlire ö) zu bedenken, dasa wdehe nuP 
auf eine freie Werbunj; ^eben, uud nocb die JStund nicbt eigeiilUch 
von der Keptitrlique appntbint w(*rden, sondern man habe vicbnehr den- 
Belben zuwider alle die, so A" li\'2'2 und 1H23 aueb snnsl siinadronen- 
weis dem Kaiser zug'eKoj^en, durch ftftentliebe Kt'iehj? tlunstituTiouen 
ihres Slundf* und Würden entsetzt uud alle dero Hab und (illler \tt€\»n 
^'emaebt. 

Mieratd" und Äwar weil doch auch der KemisH an die dritte *.>ird- 
nuuf; nur vuv eine lioilichc Kepuls zu achten gewesen, wllrd es vor 
ratlisanier ^cat^htet, dasH der Abgesandte otine öff'entUebe Prfnin^ition 
abziehen »ollte, wie dann auch irescheben. 

Des Baronen d'AvaUf;our gunte CNtniniission iwt allein dabin g:e- 
ricbtct gewesen, (bitis er die Ueni]>ublicaui zu genauer Obsen^anz des 
AuMtandvertrags jinmabne» und die Omhrage wefreii der von denen 
Öchwedisciien an der firäntz neu angelcjrten Vestun^en benehmen un^^| 
daferne sie sich nicht wnUt*« weisen lassen, im Namen seines Kfini^^ 
vermltge de« Jetzg'e4lachten Vertrags eine, extraordinär ComniiHsion zu 
Marienbnrg vorsebla^en und sonsten aller kaisertielK^n und i«])anii^cben . , 
niiniiitrnrum Werlmnji:cn traversiren sollte. Diesem ist er aueli mit uii 
verriros-icner Sttrtrfalt nacbkonmien und hat mir aueb sonst in \>r- 
trauen entdeckt, dass er aucii durch öffentliche Proposition de» Kaiaer-l 
liehen Abgesandten Suchen vonraheugen bereit ^weaen, wann derselbi 
dazu kommen wäre. — 

Der Neubur^nsche, des KHr»tenthums Bergk \'ieekanzler Altlmt^'. 
isl so s]>ät itt den Iteicikstag ankommen , rlass es keine Mttglicbkeit 
mehr gewesen . etwa« hffentlieb zu proponiren. Zu dem so bat maiii 
auch nicht vor rathsam angesehen bei jetstigor Conjunctur, da ch mii 



"i Johnnii Cnsimir, il'i!)' UUeste Uiiidcr de» Kilnigs, war ioi Jnlir 1^^ «ii 
einer Reise nnuh t^pHnicn unlcrwcge in Frunkratcb rcutgi^büituu und enl 1H4U wk'd 
emiiisecii wr»nli'ii ; aiivojr h»Uts |iL'lni»cher Scits eine Versicherung abgegelien «sHTicn 
mlliHUD , ilaHA man Arui \nrt'it\[ kcinu gegen Frjiukrck-lt fcindaetigen {■'ul^cu ^ebRq 
wcrdu. Vargt. Kiiilcit. ji«g. 80. Hl. 



OcAtreich und FTRIilimch «uf dem Ket>chHt&g Der Pitlauor Zo)K 119 

Sr. Kttn. Maj. ^ratimdine «o un^ewiss geMariflen, snlehe Ding zu eu- 
rben, die rtoch uline diw nicht fehlen orter entstehen könnten'). 



Der Kurfurät liii Hoverbeck. Dat. CöUa au der Spree 

tm 11/2L April lti43, 

(Conc V. Gützeo 
[O^enaitittan ge^nn die Aufbebone 4«b t^llauer KoHü- Küsten den Pillmier FeälttUga- 
kuk*a- t>er KarfQrst ecbteiet «icb für den Zoll das ExtrmüntiiaaraabBidiuED &u «itier 
»tcbendt-n Abgraho zu macben. Poloische und dJliiiacbe Rflatuugffn] 
Wir zweifeln nicht, es werde der m Warschau bisbcro gehaltene Si.Aprij 
ReioliKtag nunmehr nein Emlßchaft en'eichet haben, und verkugret Uns 

Ipir w>hf Viin deBseti Ahehiuf Eure ausfllhrliche Relation fiirderliebst zu 
erijingett. Vua sind etliche Mrotoonlla. so daselbst gehalten (icin sollen, 
romniunic-iret, auw wclthcn Wir befinden, daas wegen der Zollzidage 
in Un»emi Port der rillau allerhand harte und nachdenkliche Vota ge- 
flllirei >vitrden. Wir woilcn Uns über versehen, Ihr werdet durch Euere 
Tn» Will bekannte Dexteritet aJIcH verhütet und abgewetidet haben, 
wAd XU eiuigeia Uußerni jiraejudiclo hätte mOgen ge^hlosiiiea werden. 
Wir verapllren aber daraus dennoch m viel, da»«, dofern dieser 
ZoU Boll contJnuiret werden, wie es dann, dass ea geschehe. Unsere 
ätiKscrete Ktitbdnrft erftirdert, Wir das Werk auf einen andern Fuss 
kflnftig werden setzen nillssen. Nun erinnert Ihr Euch guter Maseen, 
wiiR albereil in Unserer (rcgenwar! vor Mittel vorge seh lagen wurden, 
denen Wir aiicli sieder der Zeit mit allem Fleiss nachzudenken nicht 
unicrlasseu, und bctinden Wir hoehnötbig zu eein, dass in hohester 
(iehcini vertrauten Leuten renioustriret werde, wie oOtzlich und hoeh- 

'< In dipser Woctico ist nus GrQnden ^ tib^r dii? itie Acten njehts ergfihea, vun 
•iDrr KnÜftoKung Hf^verback's von »einem WarachAuer Posten die Rsde genesen. 
la ^n ^rviuaiBch-pülnUcheu Acten selbst findet- ificti dartiber nicbts; dngc^gen «spricht 
dkTfll»r ein m anderei Smllc boßndliuhur Brief tob Pctcr EtrgniÄnn an Sigmund 
' ßfitte, dal. DiiDzig 24, 14. April ]f>43 [K. 34. C. n. 15>; hioraach war es die Ab- 
«klir, 40 flovcrbück'.« äU-lle den früticieD piimincriscben BofrFitli Georg Lichtriis» 
itim «urdinar I£e«idcnt* in Warj^chau zii «nionncn , den Bergmann aehr rüfamt^ tind 
dtn «neb, wie «ua einem siidL-ni Britt' litrvargcht (v. Götze a.a den Kujrt'., dal. Stettin, 
6 MaI ]i>4li) Htirirbfick scILat dem Kurl'Qiäten titipfohlflii baue. Es scheiüt also Ho> 
•trlcfk'ft eigfücr Wille gewesen au »ein j sieb KiirüekzuY^iohi;!! ;. ffir kurze Zr-it bat 
ri iQrh wirklich im I1efh»t dieflc^» Jahre» ilcn DieiiHt üafgcgeben; Qach eiueni Sohrei- 
l'im >|i:% Kui-r «II dio ObL-rrathe, di.il. ^0- Sopt,, war er ia dieser Z^h »der <irdinar 
l'ir«utuijg «m [lolnischtin Hot^e in GnAdeii erlaaafln''^, und ea bitndclt sich atn ein 
«ntet«! »taugliches Subjectum" ; gleicb darauf ab«r sehen wir ibn dort wibdcr in 
Thltt|:lcffit. Liohtfuaa war scbun vorher^ üben von einer Reiae tinch Warsohan tti- 
ratik«ltnttd, plütxlicb ia Stettin gestorben t27. Apr lf>43). 



120 



T, Preu^ieQ und Polen. 



ni^thig der ganzcu Kroü es sei, dasB derer Ort ein Fim erbauci urni 
mi* nivtliweiidiger Besatziiug unterhEilton werde. Nun hätte solcher Bau 
etliche Tonnen Golde« geknatel. die Wir aus lliisern Mitteln nebnien 
und Unn darlibcr in niclit geriii^'e l'ng:e]egenlieit und i>cliaden soUrn 
mllRscn. Was hierüber der Unterhalt der Gimruifion, lÜe li('|tnr:iIion 
dertsen »w jäbtlich einginge, auch Proviant, Munition und was sons^ten 
zur jConscrvsiiti(m obj^edatliter Vestungeii Una Jälirlich gestund, ki'inutc 
ein jedweder Verständiger Itnehtiieh bei ihni seihst ausreehnen. 

Nun wäre Un& eui solches unu« allein zu trafen »ninf1fe''I)L'li; ver- 
möge der paetorum wären AVir alicin 4 Schiffe^), gar nieht aber eine 
ntdche kostbare Veötun^^ und Truarnison zu hallen üehuldig. flire Kfln. 
MaJ. und viel vornelinie .Stünde der Krön liJitteu diL-sen Bau mid Be- 
sat'Äiing »<Hhig eraiihtet und dazu zu der fe^anxeii Kmnen, sowol der 
pole« als auch der Littauen, Sicherheit geralhen. Es wäre dureh den 
Herrn Groes Cauzler auf Guttiuden Ihrer Köu, Maj. und tler i^lände 
die place hesiclitig:et, es wäre alles »ehr nötij^j, ^^ul und widanyrelo^ 
zu der ganzen Kronen und aller derselbigen Stitudi- llei], Kühe und 
Bestem befunden, und solches um bo viel mehr, dieweil sie in UiiBera, 
als eines der hibliebeii Krtm verpfliehteten Ijehnsfilrsten, nielit nber in 
eine« irenidcn l'otentiiten Händen wäre. Nun würde es jn dii- iiüehstc 
Unbilligkeit sein, wenn Vtit^, indem Uu^re Herrn Vätern ehriatmilden , 
Angedenkens Gnaden es ao aufriel:itig und treulieh mit der lilblielieiifl 
Krun genieinet und Wir Üv. On. in eheninättttiger Treu und Sifrgfalt^ 
gcfolget, auch hierunter iiiehtes vor Uli« eelbfilcn und aus eigener Be-^ 
wegniKs, Hondern mit Rath uud Belieben Ihrer Ktin. AIwj. und der Kroi 
mit BO schweren und tlhorgroeseu Unkosten angefuiigen und nun mehrl 
gfosfien Theils volW'llhret, aller solcher Last allein Über dem Half*e ge- 
lassen, die Krön abei* und dessen Stände gleich Uns ym\ dem Cnni- 
miwlo uud der Öecnritet iiartiei]iiren wolUeu; sniulern Wir hätten lTui»| 
vielmehr die gewisse Hoffnung geniaeht, et- würde die^fCft onus, waJ 
nicht ganz, dennoch zum grijMHcren Theil von Uns nbgewälzet inul Wir^ 
dessen euthoTien werden. 

Nun stehen Wir wol in denen Gedanken, es werde die Krön Ur 
nngeni de» (»rdinarii und extraordinaiii submdii, aU welche albereitl 
zu gewissen der Krön Ausgaben des^niret und Über das die Unkosteuj 
bei weitem nicht erreichen, befreien wollen; es wäre aber au8»er diesem] 



;e-n 



\: — c|UutieB ncceasitas pojitiilavcrit, ^uatuor iinvoj! ad lueudaln ut»m lURritiman 
PrussiBC riostto flomptu biMbebiniu», — Erk3Aning Johiitnit Bjgiamiiiid'ft bei s«iii«r Ho 
lehnung, dnt. Vuv. 5. Nov. IKIt, Dogtol I. r-. IV. p. 440 , und Ttin an »l in den' 
fotgt'iiden Lchnbiiefei). 




Der Pillmier ^oU 



121 



kein verträglichere MittcU woraus die Krou weniger Beschwer zu ^q- 
%rsirteti. als die hislK^^) erhobene i^oezula^rp ; darmin kfumteii Wir die 
WstuiJ^n I*illnu und Mlluimel, wtewal kUninKTlich, {^iiugsam iiMter- 
baltf'n. Dolcm niu'li dieser I^eezulüfre Wir und Unsere Niiehkümmeii, 
HerzHp' in Prnisseii. iiosfüiidi^'- vrrsiclieil, iviiri'ii Wir weiter ^eiieijE;t, 
mchl allein das iirriiimrium. simdent auelä y.ug:lei*;h ilüs extrmtrdiiiaiiiuii 
MiMidiimi , wann ^leieti kein ^nlmidiuDi auf einem Uciebsta^ budirct 
wercli'ii iii?>chle, jälirlieh aliKiitriigeu und zu erlegeu, wnduteh dann der 
fi»cu» ree^iii iitu so viel mehr mifriret, uud hJltte die Krou uebeiis der 
Öieherheit. derer die nainmrlielie Stände /.u g:emeapeii, auch n^ch wei- 
ter« ;i»V<(hrr i\. *idi*r Hi.iHKk Reichsthider jälirlich zu pewarlen. Auf diesen 
Vnrm'ldap häittnt [hr y.u UeHli-heii un4l zu nrwarlen, ivas darauf vtir Kr- 
klUruuK erfo!;ri'n wird- 

Solllel Ihr aber verapüreii. daua umn damit nicht ailcrding:« Kieli 
widlle lonteiitiren lassrii, "deuuc^h alier Uns stdehe ^eezulajre zu |ter- 
petiiireii nieht unpciieipt wäre, sn uiiigel Ihr endlich bis auf uueh ein 
BubHidium vrm at),CH'_Xtfl. oder |0,()(Hi ReiehBtIialeni hinan nieken und 
ihnen dabei renioiiiitriren, >vie geneig:t Wir wilren, t'U& als ein getiTuer 
Ltdumtllrnt der Krurie zn erwpi.sen, indem Wir ilinen Über dii;jenij:;i' 
Be*ehwer, dii' Wir wegt'U der beiden Sceijurteu der Fillau uiul der 
Menimel auf Uns iiehiuen und behielten, ebenso viel von dieser öee- 
sala^ eutricldifleu , als Wir von Unserm ganzen Herzogthuni vefuiü^ 
der pneturuui zu erlegen sehulrtif- wUren, und Uherkänieu wie hie/.« aiuili 
dl» OJiraordinariuni subsidiun^ welehes W^ir aber s(uisleii niehl ehe, 
»1» wauu ein l^(>bor^) uuf dem Reichntaf: /-u der Krön BcMlen bewilliget 
i»u aber ideht alle Jabr, snnderu xuni rifteni kanui iJi 3* ^1 "der mehr 
Jahren zu froHchehen pflege) ein/.u?.aiileu neliuldig, als rin nrdinarium 
>>ub»idiuui jahrliidi in llireni tiöco verwUlijret, und würde also aut^ die- 
sem extniordinario »ubsiditi eine jährliche gewisse bestiindig'e Kinnahme 
der Km II gonmclif: dnliiii^ej^en. wann man sididic ^iM-zulagc nidit vur- 
ttilligeu wlirde, solches alles mit uiiiunder fallen und Wir vai keinem 
aifhrcn, als wozu Vn» die jiaeta rddigireu. vertinuden würden. Wir 
setzten ausser allen Zweifel, dass die Ötadt Dautzig, \velche eben einen 
«( hohen //oil. .ilnvMl auf ctue andere WViso nnd unter einem nnderti 
Schein und Tilul jährlix-h erheben mag, sieh dantioeh wol niiuuier zu 
*incr snlchcn 8unima jjihi'liob, wie Wir thHten, nach E^roportiou ihres 
Zell», mit welchem Unser Zoll, dieweil zu Dantzig eine viel stärkere 
lUadelung getrieben wird, | nicht /,u vergleichen istj'), erbieten werde. 

^ Pgbor, ptilninch, eim- l^Andcsatt^Uf^r 
*) I J fetUc iu der UaudBchnft. 



122 



l. PrcDBsCn und PoIau- 



öo kann auch die siii^ulos dieser Zoll so hart nicht ^rrHikiren, ri 
weil ee alles dem Küufer mul also in viel Weg^e den Freiurteii atifge- 
sclilÄgeii wird, als riem piiblico hiediircli Nutzen geschaffet wird, wel- 
ches itian Jilior vonielinilicb in dergleichen rebus publide zu conaide- 
riren und in Ohacht zu halfen i)flejs;tH 

Ihr könnet hierauf, wohin die Gedanken 'gehen, veraehmen und 
UnH von allen Verrit^htuü^^en Euern aa»f\lhrlieheii Berieht einftchicken. 
Zu einem nielircni aber aU füe IKt,iXK) H. fuler :i\\(HH') Kthlr. wollet Ihr 
Kiidi iihiie L'nseni sunderbaren Befehl nicht erklUren. 

Wir schicken itzund Unsere Räthe iiacher Stettin, das Arniißtltiuiii 
voIIcikIb äu schliessen. da Wir dann auch zugldch von Erfitluwng de« 
Wnrtliesvtrijrii[^ mit dem K?^mj,d. i^egatii werden tmctiren lassen. Wozu 
Tn!« ;iIht Euere lielatiun vun dem, ivas Uir hiebevor in Groüspolen 
rlicBOB Zolleft halber negotiiret, hoch vonnöthen; aU wollet ihr Uns die- 
selbitje mit dem fördcrliehstcu einöchicketi. fl 



r 



, tJ. Die Uelation Utjvcrbeck'e vuni RL'ir;hj*tog ist eiugegangeo; bei ricm 
.otiijcun Uesi;ript und sc-iiieiu Auftrog bleibt es. Hoverbeck snll in 
Erfahnin^ m brtügeu suchen, was die ytÄrken poliiiacheri iinil be- 
siiiidurri dix" ditnisiehfii Rlj.>^tungeii bedeiitciii. Wie verliiutet, w<ineji 
dii; Kollige von Polen imd Düuemark in Danzig eiue pernöiiliche 
Ziisiuiinieukuurt halteu. 



Die Obevrätbe im den Kurfilrsteii. Dat. Königsberg 
2b. April 1643. 

[Vom polniichon KdchsUg. Ordnung d?« MUnxireceiii.l 
} So. Apr. Mnsem] jlingHten Verlass nach haljen wir die polnischen Constitii- 

tiones de» jUiij,'st ^^ehaltencn Reichstages pervtflvircn lassen, dieKclhe 
aber 80 beschaffen befunden, das*** nichts darinnen E, Ch. D. oder dero- 
selben Lande S^tatum berlUiret. sondern was etwa unter den exurbitantiis „ 
und desideriiö begriffen sein möchte, darunter wir auch das MUnzwesenfl 
verstehe«, auf künftigen Keichstag verKchoben worden, Dahem iinnbtbig" 
pcwcsen, g'creytc C'onslilutioues zti vertiren, eondern haben allein das^ 
!?unniiMriuni extrabiren Ifiasen und thnen daswelbe lieilieiE^end E. Ch. DJ 
f,'eborHamst Uberwhicken, ziigleieli aber und bei dieser (jccasion, da«sj 
die Hcsolution wepen des Jllinzwesens von einem Reichstage zum andern 
versdiid^en wird, E. Ch. D. unterthilnigh*t zu erinueni uikI derohclben j 
guädijrsten Hesolution zu erhulen, welcher ^e»talt dieselbe ee mit die^eflfl 
Ihren htdicii Hegalis Nutzung: indessen mnehten wollen gelialten hAb*u. 
Wniln nun \un ct/.lichcu .lalireu wenig oder i^ar kein 2?chlU^schatz inj 
die t.'atimicr einkummeu und berechnet wortleu, uns auch weder in in- 



1 




Der Ueic:faata{[. Dar StuuBt vuq LumutL. 



J^3 



ÄnM'tirine. weder in der Caiiiiiierordnung davun tiichts hinterlassen: 

(lerentwogeii wir hiovini iinil wie E. C'li. U. rnit Nütaiung dtryselUfn 

rreusaivchcii .^IUii/;weäenti c» kUntli^ und JMrbus g:T)>idigst wollen ge- 

■ baltim tiahen. Ilirer guä<UgHten KcHoliitiun (^cltorsainst erwaiien tliueH. 

^1 Regulation des KuHtirsten. Dat. (.'«striii 26, Äjjvil 1643. 

^^^H (N&ligc Vercinbnningua 'Über cUä Miinzu-cüLMi.] 

V (Wher lue .MttDZiiiifJf'li'jr'-'iilj'fir. sofleri dip OliL-rralhc i'iiipfi iiiiOir f^pcci- (>, M»i. ] 

P ficirti'Ti Bericlit uvUm ihri-ni <ruuic-Jiten einsdiit^ke«,) Halltet Ihr rtUer Euer 
Alisehft) l)loK8 d»r:iuf geliabt, wns fllr Sorten der MUuze und Iti'ifliK- 
thiiler 111 Unseren Kaudeti bis -äuhi kilDttijren allg:enieineii lleielmschliiHöC 
m a|ipr«1nreii und /.iizidjissen sein miW-liten, stt vermeinen Wir. duns 
r.ufi*nierst hieraus mit der ytadt Dauzif? und anderen ^eei^tädten zu 
rwimmunicireii und mit denselben ein gewisser Vergleich zu treflfen sein 
wUrde; denn aiiö.ser deoi wird dfieh Unserö Ermessene in dieser 8ach 
niiühlft richtigeji uneh bohtUndijje» geHchloHüien, nnch einiji^e C'onfi>rniitet 
in den t'ommercien ^'ohailen werden können. — 



Hoverlnjck au die OLei'iätlie. Dat. Warschau 2. Mai ] ß43. 

[Cojißietu Ki] rler pulniflch-prriiBaistlicii GiB-iikc; ili:r Starust V4»n Tjfiiiixa.] 

E. Ocßtr. Herrl. neiiid meine ^;inx willigsten Dienj^te jederzeit niög- ■_». ] 
lvdjij(€jii Reisses /.iivur und liali in (-oulinuation meiner dienstliclieii 
vorigen Bericlite E, Oestr. Herr!, nicht verhalten Bolleu, das» die Herren 
flftieirfr nihier bei Hnle micb lieriebtet (dann mit dem Herrn ?5tarosten 
v«iu der Liiiiir^e selbst zu reden hab ielt iiicbl hct^i-lirt, mt lang als 8, 
^\ l). sich noch uflendirtt befindeu), es wären die Getangenen alle 
1'%'e^fhon '). Da nun dem aleo, wHre bei dieser Saelien nichts mehr 



*i Pöicr Atiii iiittiiQK'lirultigcti prciWBJBcb-puiiiiaolieii Processen dieser Ztilt , di<? 
bin und wieder in den Ai-liin mwäliut werii«ii, titiT besondere der des Btari»HtGn 
ffo r.iiimx« (Lotnzn, nin Nnrew , Slftrosteiatadt in MasovicHr Tlühe dor [rcUssiEclien 
tirtinc) eine cansan celiibre. Wir tHigen hier aitr Ch»rAktt>rjstiJi der pivusaiBch-pchlni- 
tehnri Ur&oivcrtiAttitisac ein Acteuatiick bei, aiia dem der i^schTcrhult äidi Hii»f1ilir- 
lick und nta »n lUverlAssigcr urgibt, «Is dasaulbu von [)oliiiachcr Svil« ausgeht, Ka 
ül 4i!r Viirladrbriof ha dmi Sl&r<isteti vuu LumEii vor du« Gcj-ichf des 
KfniigB [dftt. Vnisav- foriji sccanda in cj-itatiiio feati S- rmwiceniii A. IG42]. Der 
Kiigf r i«t L u r) w i g v-Knnftch, llauptniann von Johunnislmrg ; der InaligJilür Regni 
iMluigt dtsa 8i*fo*lfln: ■quiii tu auaas eu, rfliiiporibm! prattcritifi iisdi;nii|iie divcirsia 
iunUt Ticibua sUic ulla iletianliationfl venatiuttea oniulüm l'erAruni in »ylvis Uucali- 
Wi um ftn« Hrj^i Pdlnnine . . pr<-f IJhitn tuo cKPfcepe, fer«« enptarc clc. in prAe- 
iadlrjiiRi turiuiD TM'"' Ekerori* linmdobargk-l. Ncc Ino 6iiiA l'iiit liiai- «iiducmfi 
um wUaUk tumporo nitpcrrluie vlapBKi ^ videlJuot Tciia »ccuudK üi uraatijiu S. Aadrujtu 



134 



I. PrciuBeQ uiid Polen. 



TW Ihun, big etwa Ö. Kon. Maj. orter der jKcrr Oross Cantzler und 
W'ifpywodc von KeuH^en, wie sie sich cleHsoi» angenommen, f^e^vissc 
tincl repntirliche VerKieh^n in gemittet Ör, Ch. D., ünsemi gnädigsten 
Herrn, vorschlafen. Sollt es aber eine unbepiitt^If VentnlHtuns sein. 
Iiiill ifli KU gpwflrteii, wns E. Herrl. mir ferner ii\ ^clüittcn Ihnen hfieh- 
^iisistift iiiüeliten belieben lasnen, drter aber <ib Öie ^■ernM^g^e den I>e(^pls 
(wie wol der ^Hmpfliebfite Weg utvch niiiebte der beste sein) vm vpr- 
fftbren aremeinet und outHehbiBsen Ovaren. 
r. ti. Dt-rKöuig ist von seiner Krankheit wieder bergt- stallt. Vvr LHiidt&g 
■ zn Lentzitz irit glüekllch geäehlu:^»en und zu Lom«e sind dem Khnrg 
vifr Rjutehfüupeschöstie bi'willifrt worden — »aliiT mit dt-r hxi»res- 
sea Bedingung, nichts in» geringsten »«cziigcbfn. bis S. Krtii. Miij. 
alle intil jede zwischen dem ganzen Krpi.se lit gpiueln oder mich 
dessen Einwohnern uud Sr. Ch, D. Furgeheude Offenen ninä Mhh- 
hflligkciit-n würflen bfigelegel hüben.* — 



I 



Ap" «nno pr*0Aenri prüxnnc praw^eiit» anfus en^ circjtor duc*nio6 homliuj« HW«r»i ge-l 
T)>eri« ei cundiurmi», uipoLu Ji^LulIituSi bsydoucH et si:1upe[Ario» tuoH minv bcUico eti 
hnslili nrinls lÜTcrBi» &'[ vicu int'LTL'riilam iliBtrtiCliVä nd oppiduui J^MnDisbargtiiu .... 
l»i)iiiii CApilPncaLns Lotnxenets finitiniuic circa mediam noctciu TiolcDl^r ei ia&f-KnU^ 
iinmiitere, qni moro, nt prAcmiasum est, guarrico 4t hoHtili per te, ati upiCmncnui, 
imuiissi impriiiiiB oppidum iiFüfnitum JourtnUborgum bostililL-r irTumpcnle» dümum 
pracfecti cuäiodiü sylTararn JoanniBburgeiidiuni cum vario aniioruai gencre caiccvi* 
tiui mmuliuarle obsedflmnt candemfjue nbsidcntea vi divcreornm arroornm, crcbris 
bombardaruin «iAculRtionilius, frAmearuta ot secitrium icttbua per bona n1i(|uot di- 
mendo oppugauunt et conqaaftAArimt. A qua domo dum per iucolaa , pioJsa caDipa- 
nuaiD läto oppido ac ipsompnt arce JoannisburgunAi in pericalum coiüiHstia et coniQr- ^üj 
hntis, vlxvix tandem rcpeilertMitur, fx innc tu pi>»t dicji atii^uoC .... viok-ntiam vio- ^| 
■«ntiflir addeiKln et actua Illicitos gcjnionnd'^ cl siipcr ropulaioneiD Jounnlabur^o ppr 
t« hintniaflorum, tit praemiflaam cdt, bominuui frumendo itcvu]» ciisdem »atellites, haj- 
donea et Hi^lopctarios tuos in villom Uucnktu K'umkl&koi ad euudenv captloDcatuni 
JoiiiinlHlittrgutiitem jiurtiGcntiMii ■■., viultinti;!- imniUisti, rj^ai eo per (c iraniisei tHUdi ^y 
prwefAtaRi invadcntcti et irriimpRntc» incola» eiuB diripuerunt, ministruni ecclciide, bu- ^| 
iiiiuijoi cm'iter octuagcuarium, et colonum , ut! tnAluHcDa acctim Abdujtcrant. aroani 
eccleaiaaticftin *ihtii aliquot ccHtenis ßorfMi. ab eaderq Bcclenia in vUxx praodnc et spolii 
Rbnpuenmt .... tnultasque ali/is viulemijiB, ptpnt ipaj» a tc cutuiDiaHuiu. et irtiuBcimii 
fiiit y perpetrarUnt ut in dies tnuUif tnaiota m»u el TBHtidato (uo es patraturua cum- ' 
minantur, proul v* omniA tempore ot Icco eafBctenier kgitimis probAtionibai Tcrifi«J 
c»bun(DT.* [KöTiigft'b- Arcb.; LiWr MissiT. lattn.,; — Der Biftroat von Lomsa i«t 
jibrigenB der «pfttcT vicilgeiiaimte KiuruiiymuB Ka diicjcH-iiki , i\vt in dei* Zeit 
Johann Casimir'! ula ViceoAOslvr uod dann al» Verbannter ein« zicnitkb aweideutig« 
RdUc spielte. 



I 



De» 8tKro»t tod Lomea. Die Opposition iler Liitaucr gegen d«n Seetöll. ^25 



Hoverbeok an Jen KurfiirfttcTi. l);it, Königsberg 6.-)uni 16!3. 

jZiir tnnereti GcvcHkii)» iJc$ tclKlen IfcicIiHlags. Die eii^enOii'licn Orünclu der Oppo> 
sltion dBf Littauer g'ngfm don Pill&uer Zoll. Lntiiguen iler KOtiigsbergfr.) 

E. f-li. n. ^iiüiU^-stcn KeHoript vom 'J\. Aprilis bi'treffetid die uft" dem 6. Jum. 

riüciiHt venvichenj'ii Ufichst;i^-i* j;-)'|L:(Mi8t den iieiieii I^illauM-liC» Pt'und- 

xoll diin-h die Liiraiiwchf ^täiidi' ;:<'flllirte HescUwi^rdeii und wohin es 

E. Ch. D. <UoHt?8 Sttit'kH UnUwr in» küiifline grernt' g:eriehtct jioIr'ii 

nl^rhfeii. und mir /,ii cUmii Knd4' v^rniittflsf hpwi-^liHi- niiil wulhH'- 

grOüdcIcr ItcnntnstnitiüiiL'n zw iiL-jcm-iiivn piadii^st nfflni^^fii. int mir 

»elir tipilt un<i zwar alborcil «nterwesreus iifT meiner UlU-kreisc vihi 

Warsrhau dieflwit Xcvdenburp xu Handln kommen, üttiiiit nun we^en 

K. Ch. {}. dorg-leieJieii niufibiiH inn kiinfrif^c vortjebeu^ct wi-rden konm-, 

aI» &ti]] derosi*llK'n ich iiidi*rEliänif;öt nirlit nnvitriiicKlot hs^scn^ was ich 

di^swcp;« in Ilrfhhrtiii^ ^rhnielit und Wnhei es dfri nürhsf vcrpiniri'neu 

lU-ich»itaj; vorlilii-lk'ji. 

Wi** mnrfrfiUti;; i^'h ancli njtcIi^eJ'riij,^*. vvsih diw'h -/.u mo i^rnssen motilniB 

iwvclili* Aidass i;o^eben haben, kiuiiit icii dooli inclils andcfh anfangs 

|n'netriren, als ihuin etlit'iie Litta»nelie HeiTu ihre vnni Köui^ eni]ilan^'ene 

lÜK^nsti {Inmit m r:ichf>u und ihre An>icliUi^ dnrdi zutreiben vurbidiL'ns 

wiia-n, hernachmals aher, da schnn einer nud der ander prineijml war 

Alfrieden ^eHlellt wurden, berichk'tcn inie]] die Littausfhe t^onatiiren 

fieIHftt ttnil nainentlieh der Hen* W'nywode vnu dpr Wilde, Cbodkieivitz 

und die heiden Canl/Jcr liiidy.iwill nnd Try/^na, dasw die lliri^i-n iiiLdit 

*» g:rosit dem JColl an sirli sidbsl , Hönderu voniclnnlieh ileni di»bri 

Tor^iienden Exccs« widernprefhen, weil ihnen nicht nur ^ctisgt, sondern 

allerding» in Schriften vun den Künif^sbergern nacli AuBweisung der 

iri» TeutRcli Uber^^et/ten und nlhier Xo. J beifreftlgten Tjix itar^'efh.'iii 

Vfurdeu, da.ss man au ^latt 4 pnic. (welche vertnJig^e des* Kfipnickschen 

Vertrag» tu. uebun-ni ivol Lö und raclir prw. (ja auch viel ein höbercö. 

*i)> die Sehwedcu ehe Zeit gehoben) nebme. 

Ob nun wid auf nietn untorthäni#,^HteH Ansuchen dof* Herrn Krou- 

uritwt-C'nnlzb'rs^ f. I»n. mdclics /u widerlefren Ilir selbst angelegen 

HesNcu und die Kittaußche handbuten verfiielierteu, Sie hätten oecaginne 

"iL'b Klbin^'sohon Zolin bei dem Anwe^enlifit /.u Künifcsbcrff die neue 

Z'dl Taxe in den vornehnmten SlUcken eMUsiderirt nnd ausser zwei 

"dir dreier Stücke, (birinm-n etwa^ exurtiitirt. nichts unbilji^^ oder Übcr- 

mStei^pM I>e1\nidcu, wullle dneli Rulehes uiclit sonderlich veraehbig-en. 

*"ad^*ni CK blieben p-daehti- LiltaiiKelh' Stande bui ihrciu Widcrsprcehen. 

DereutMC!i:eu ivurdt ich j;euüthdringe1, die Koni^sbcrgpiscbe Ab* 

gfcrdnele zu bespredieu und ihnen den Untlig äii vonveiaen. Da sie 



I^fi 



?ren»BeD uod Palen. 



tiiu) tiurt'-liJuis iiii'IilÄ ^t'stclion \vi>llton. sriolit ich sie bei lU-nni IÄttJiti$i.'henl 
Scsfiiouen zum Stande zu Iiriu^'m, ilatiiit mp iliros vorip:cn Au&^eheHK| 
Rfii und Anhvdrt gf'ben raUsstcn. Diibei aber wollten »ie 7,war nicht] 
f^eritelieii. diiss? Kulche Hclirift von iliiieii suwfrt'^t'beu wunb^iK aber aiicUj 
iticlil wtdiTt*|iri't'h('ii, Houdern blieboii diUipi (ivdrhcs dunti um «« viel' 
mt'br i:ravirte), da»K xie nidit wtlKSteiiK Mitlssteii tiucb und ki^njiteii nicht ^ 
wiHsen, wa» ha'\ dem Ztill vnr^ui^^o. A 

WiP wol aher daselbiit nflpiitlifh nipiimiid Jäi «ider nein dazu ^e-^ 
sajrf. Iiabt'u dm-h henmth last tilU*. voriit'lnjilicb aber der iinfstliatz- 
nioister Tjk'tizkiewie und auch der Herr Hof Mnrscli^ik'k Sapieba ihnen 
dosspu Sphiild geg:*?ben. Am 4ion T:i^ Aprilis aber hat der Herr Naiu-^ 
fizewir, dei* Nutarius Hnweusis O^TodHiiigki diewe liarticularia öffent- 
lich in Ihrer Dchl. di-s I'rinzpu Casimiri anticamera augg^esagt, daasl 
ilpr König»bprgi8PhoSeer4'timus dieser Haeheii halber bei unterseh iedeuen 
Öenatiiren g(?weßen und denen Landtagen zu 'Procky und Wilde boi-l 
ppwidmt »ud dio W'ildncr, ho die .Sehrift in PoiuiBph tlbcrsctzt aufgc-l 
bracht, da dium di:r Voif^ von der Wilde BiUlzukiewUx diese l'in^tüiidcl 
zu Restätigunis: d«T Walirlipit hinziigethan, ee ivttrde der Secretariua< 
uiplit in Abrede eeiu krinuen. dann er uft' dein' Landtagie zur Wilde ^c- 
wpBtMi, \¥cil i'i' bei deinnelbcu v«in den Zunj^en iiicbt wenitc des|tettir(j 
wurden. Alles dessen uiigeaelil widltcu di^eh die ^pdacbtp llerru Ab- 
geordnete von der llhRr^ebeiien Taxa nichts wisflcii, so viel aber luue&teul 
Hie dannnpii ß^estelien, dasy sie um AbsehatTung des Zidln ^td}eten. uiidl 
awar danueniHT, dass E. Ch. D. sie an Ö, IvÖn. Maj. veniieeeii, nbj 
sie et^va desbalber etwas erhalten konnten. 

Ich vcmicB» ihnen sswar dof^pgpn, dass sie der Ordre, damit siej 
hieb vorzusphüfzeu vprnieiiiten. kIpIi ^nr niplit ^emäf«« verhallen, indem 
sie S. Kön. Maj. jcaiiv. |iraetprirt und niebl sitxveit i^pgen den Zidl. al« 
auH fülitpblieheni Anheben (»ie kämen uuu^ von wem sie wollteu) gc^nj 
E. C\u D. selbst und deni He|Uitjition uegocürt hätten; weil aber- 1 
Kün. Mi^j. es ihnen alles liesBen passiren. mochte oder krumte ich« aueh^ 
uirld weiter eifern. So Hckhi it-li mich aupii uieht smiderlicli t'in, 
und ^vie weit E. (1i. D. den Znil y.u uebuien heftigst wiiren, Houdeni 
Vwm HidebcH ufT 1^. Ki'H. Maj. Kt^lbüt ank>miuicn; zumal da mir vuu 
denen vnniehmsten indniKclien LaitdUtlen die A'erwitiberun^ f»-ej:ebeii 
ward, dasH, wann gleich die Littaupr sieh noch su Kehr da>\ider set/.fu 
und noch «o viel Ta^ü dandt verderben wilrdeu. nie doch lieber wollteu 1 
dies quani iJcminibiicani fu^rderp. 

Duiiiit uUm- ^dpiehwoj ancli die Littauer aus dcuj Wahn g-chrnchti 
Würden, id; liensen E. Vh. L). n\> griJKrtp Escphhw äu, lies» idi zu demJ 



al« 

lehl 

nbl 



Di« Oppotitloa der Liüau.«r gegeu den Hoezotl. 



127 



Emlc mit Vorbcw-u»st Sr. Köu. Maj.. >vji« itlliior No'. 2 zu itki-Iicu. mmi 

aalcrsrhiedenen, aber nicht in nieiiiein, weniger in E. Ch. I). huheiu 

Namen, düiuit e« nicht ilaH Aiiselieii liiitt, nb wärt- man adiuldig hierin 

rini^r ßerheiisrlian zu fjreliou, Llfigcfftni oftciitlipli imsliringrii. Du imii 

üit>«es AiisjgL'lx'ii «ii'rg^i'jita]f wiilorl(*)rt vunl dit' Si-iireifV 4'iiip^tnoljcii 

waren« vorwahretcii äit'b die jiicutcn Herren Littuiitii-he ].:in4lliittfn iu 

ihren Krkliinuitreii, dnüi< niiiiilii'h. wiinu mir zu Diiii7.ijj auch ein neuer 

ZtiU ^<*iu>mnieii vvtlrdr unU nlsa iVw UerrtMi Polen uiif itmen j^leiclii' 

Bffiicbwerd, IrSlg^fu, kiiiiuteu niid wullieu Rte es wul verflchiiiLTzcu, allciu 

aber iHüclilcn sie der Rcipultlieiio LehnOirsterm Tribiilarii nicht sein. 

lIuJ wunll thueu vi<u pi)lnis(;hcr Seiten (tjipcf^eii renmuHtrirel. diisa frei- 

Heb iu heideu Porleu (Mfidibeit t^ehalten, die ZkII 'i'iixa alle Jahr vim 

OauzI^ ^iVirdcrt werde, und über das der Zoll nieht nie alleine, boii- 

dcni'auoli -/.um Tlicil das Land Preußäcn. Viiruehnilieh alter die Aua- 

läuder aftieire. und duBs xwiseheii iliueu und den Littaueu der Ctiter' 

itcheiti allein sei, ilass nie, die P<deii, vou den Dantzkeni wider ilireu 

Willen, die Herron l.iHauer aber anf vitrjjrehendo Abhandlung; mit Sr. 

Kttu. Maj. von E. Ch. D. mit Zoll belegt wSren. 

Kudlicli lat es dieses Punkts lialher. wie aueli aller andern und 
nicht weniger in E. Ch. O. Staat und Htdieil driiigender AlVeetatiouen 
wegen dahin grediehen. dawi? derselben Untersuchunfr 7.nr nndern ge- 
legenen Zeit vensdmlK'n wurdiMu 

Eä niii^en aber «»1 K. TIl D. Ihr rihipeK uiebt l;issen leid uder 
zuwider »ein, weil eben dureh dieses tliUehlielie Aujreben und n|)i)ü8i- 
tiiMi Ihr Zullrecht in dein nur geütUrkt und vert^ichert W(*rdeu, dasB. 
da man biwliern in ^ri>sser freheiui nur drei von den eitikonniiendm 
will viertliidh zum Hundert vim den iiUMiteliendeu Wniireu yeuoniuieti. 
diesen Iteiehstai; die Stüiule einliellij;: draul' ^edrunijen haben, das« ew 
Itri Nicr zum Hundert sein Bewenden haben öoU. AImci siehliiicl Fnlneh- 
heit »einen eignen Herrn. — 



Beiliige. 
Silin, 1. Was vor einen Zull der 
llfUi)^ irt Prpiisst*» ?M Kö(iig*iierg 

tiL'hitii*. 
Von einff Last Salz , . . Rth. 5. 
• '»0 riiuT Last liarti' 

A-M-lu- ....... .. Ifi. 

V^m (HntT T'inn Piitnsi-!i „ 5. 

Vi« ilundert Klajihuk. . - liU. 

ib« duoli zu der Sehweden Zei- 
^ uirlit mehr gcgcheu »Minh'ii iiIk 
SRthl 



Nniu. 2. 
A'un einer ItAxi SöIk Rlh. 1. 31 gr- 
Vom ilor hesttni Aseho 

hart Gut . . . . ^ h. — „ 
A''iii tMiifr Last Asche 

wr-tfh tJiit . . . . ^ 3. 36 „ 

A'niu-iiifrToiinP(JtM.si']i , \^. — ^ 
Vutu iiuiidert grusa 

Klaphcilz . . . , , 14. — „ 

VoT<iKlnjiliulzMitt.fl^nt „ 7t. — „ 

Von Itruek KliiidiiyU „ 34, ■ — ^ 



128 



I. PreiuscD lind Poleti. 



Num. 1, 

Vwm Schüok Plftiikeii . . Ktli. 30. 
Von eijinr Last Korn . . *. 4. 
\'tni der L«*t Iltiiif ... „2. 
Von der Last Ftachä ... , 3. 
Von ilfr La^t Wacliii % ^^ 

Yiui iiiiihrii WaiirciL nhvr »o Kur 
tifc wfirt,^ fiiikcirjiiiKMi, was im SninU- 
gibt 3 Ktli. , dittviiit iiiiiutit liiT Il<u'Züt( 
iii l*rc'^s^eIl !2 Ktli. 



Nuiu. 2. 
Vom Scboek Pliiukeu Uth. *2, 
Vuiii Sdtiopk Wftgen- 

S('Uüf!r= 

Vnm Hundert PJpon- 

Von (IfT Last Koni . _ I. 

Vrt« Uli ytpiii irmif . , a. 

Vou üU äte'm Klacb» - '2. 
Vn» einem Sdiiff Pfd. 

Waclit^, dii iiJrtti nie 

erhört, tlü>:s Wachs 

nac?b Lasten Bollte 

.s«in verknuft wurden . 1. 



40 gr. 



_ L IJ . 



334. 



Hoverfaeck an den Kiu*fü!'sten. Dat. Königsberg 7. Juni 1643. 

[ProjMt oincB QMien CiinAU. Diä poliiLAcbeii Vortfacile des PMJaaer Zoll», Vergleich 

des C}etT(!i[Ie> aoä BnUhAndela In Uanzig uüd la KSnigsberg; d!& ntsetsfh« OrAnxo. 

VerliiA[]dluiig«ti xwiBcheu Dlliicmjirk und Polen, Die Pretia rtirum und die prsusai- 

Bclieii Stiidtc; polniacher Uchergriff. Pci'soimlien.J 

jmn. In [iiitfrtbäuigBti'r Cnntiiiiiation racmcs g:estri^en Ueriflit« soll K. 

Cti. Ü. ich g;ch(>rsiinist uii-hf imvoru»,'ldi-l lüsseu, dass iclis di*n mich»* 
verwielieiien Reichstag Ue\ denen vorveorntu Littauschen Ständen de» 
11(^11 vorgt'sddsiffonen (Itahoiis liallHT am (Isuilie dahin nU'bt !iab zu 
richteu vermücht, riasp* sie xu Ik'sicliti^uniüf df-r Gelft^cnlieit und Leber- J 
sclibigp der daniul' ^eht^iideu Unkivsten ^e^\'i&se Cuniniisäsarien liätteaH 
abg'oordiiet '). So scliwer ist jetziger Zeit, da das alte Vertrauen fiut 
vi'i-lnHrli<c-n, »ucli In denen aller nllt/lichstoii Diiipreii eiu cinbellifftr Tiin-^ 
sfiirt zu erhalten; und bah ich tawt mit Hebmerz vemebineu nLUriäeii.V| 
dasR solche Aversion von den Krulijitebergeni verursacht worden, welche 
dickes Werk (weiss» nicht, aus was Ursachen, eü war dauii, da»» »ic «ich 
hciabreiiu fs? mnchten bei dieser Conunimsioii die MtlnKL'l ihres (rraben» 
an den Ta^ gebraclit üud E. Cb. [). j;ar /u j^rrnäser Vortheil mit IK'lz- 
fiüfiRuiig geschaffet werden) damit traversirten, dass bies vor practica bk* 
nicht ausgeben, und da es ja zu Werk jtrerichtet wUrde. die Leiil »li» 
einem gar zu hohen Zull uf Seifen E. ('h. [>. bedräum und schrecken. 
Wann nun nur noch solchcH von ilnien rdTeutlich uuKpfebraelil wllrde, 
köunte man» gar leicht xur Genüge widerlegen; jetziger Zei( aber, dafl 
man was dagegen einwenden will, \iekoniint ci* fant das Ansehen, nl«~ 
wanu einer mit der Vorklage käme. Jedoch verlier ich deswegen dicj 



'i Naherw über disse A!i^«legonlieU s, unt. in dum Sehretlieii tles KurrUmtciu 
Uuverbeck, Am. 14. Idärs iHib, 



Der PtlUusr tttW. 



129 



HufiTnun^ uit-Iit, dusn ew K. Oh. D, Ihr zu unsUTblirliem Hulmi iu kui/rni 
nicht ftrtJIren /.u Werk gerichtet sebe«. 

Deu neufü Pilluuachen Zoll betretleiid werden IS. Rtiu. Maj. 
und die Kr.m luu'lt AusK^^tr ^^^ jetüigeti roiitractö ungeacliiet der 
Littauer und andfrer WidcrsStzlicIikt'it auf dessen Cuutiimatiou clriugen, 
und wird auch wol vcriiuflentlich. ehe es dahin kommt, mit döu Üantzkeru 
daift Werk abg:eliaudi'tt und denen Littauseben Landhuten ihr EiuweudeL 
gaDX bemmiinen werdi'n. 

rjnnsli'ii al)c r ist srJuni, üücb E. Ch. D. gnädigster Anleitung, viel 
vomebmeu ],audb(»teü av viel us die Hand gc^ebeu worden, das» auH 
diesem Werk der Keipwblit-Jie nii-ht eiu geringer Vortlieil küante ge- 
itcbafTt werden, und wird« ui dem niielieitklliittigüu Heiclmtage wol nicbt 
auBftenbktbeii . das» «ic sich mit Sr. Kou. Maj. bereden, wie eä ina 
kUtiTliige lianiit ^^'■eluiiteii werden (*nll. 

Dabei dann dieses in Conside ratio n koojruen kann, dass /war die 
Krepuhiica aut" t*in ju-eriug-ers, als was E. Ch. D. Jetzo jälirlicli heraiis- 
gebcu und alffu w^l aal" dasHflbe, waH Hie in der^i Rescript gnädigst 
tumball uinclien, iiiHrhle zu behandeln »ein und das Werk dadurch so 
viel destt^i mehr veryichert werden; dahingegen ich iventg Appareatz 
ehe, daö* 8. Kon, MaJ., «<► lauge Sic den ripiriugeu, die das Werk 
tir groHS machen, das Ohr g^hnien, auf einen anderen Weg gebracht, 
oder, da*» Sie etwas nflcbliessen, hebatideit werden könnten. Es käme 
aber E. Ch. L>- ein iiunier wlilirend (Mutiiniirliehes Mittel aus Händeu, 
dadurch Sie der Konige Afteetinn. von welrhen dann biehcro fast alle 
pracjudieia E. i'h. Ü. hooli löblichsten Vorlahren zugezogen worden, bei- 
behalten kötiuen. Ei* möehteu aber wtpl danaoi-ib, wann es zur ^virk- 
licheii Flandluiig käute, sich ttolehe Mittel und Weg:c finden, dass E. 
Ch. D. uli'fcreitcu der ifeipublicae die Sicherlieit und zugleich der Küuige 

Affeetion bebalteu wUrdeu. — — Was* E. Cb. D. deueu bishero 

pfllhrten Zollbeöcli werden entgegen au setzen gnadig^d an die Houd 
pben, dasselbe hegreifen die Pulen und Littauer ethcher Massen: 
E. i%. D. Li^ut aber können sich durchaus niebt drein finden^ \rie wol 
die«efi Jahr (bi8 Kom zu DanKig nur etliche und achtzig, hier aber 
er UK^ fl. gilt; Hondern, sobald sie vernehuien. dass nach Daazig 
Ijr Schill' als anhi^o gehen, lamentireu hIc, uIm wann ihnen da« Ihrige 
mit llewalt gemuuuieu wtlrde, und bedenken nicht, d^»», da E. Ch. D. 
beide Porte in fjö .lahren uieinal» mehr als etwa 13 oder 14,000 Laat 
allerhand <ii^tyeidig aurigegehen, üaiwig wol Jährlieb Über [fH),rHH) 
|jft>it aui^gibt. uutl ti^^'t'oren alsif zu deren Abhulmig W"I sieben Öchifle 
gtgtni eiu». \*ni deueu zur See wfirts eiukuuuueudcu Waareu ver- 

Miur. im (««ACli. tl Gr. K<irnir-l«ri. ] 9 



Bieliet DanzipT alle die reich- und wolbebmite \.&ndp au der WevRsel 
uad Bti^ und versohickpt dt'rsolben sehr viel in Schlesien, Bjihuieu, 
Lauflsnitz, Oesterreicli und Un^^am, tUi hergegrep die»(ar»Seit»t alle Hand- 
lung Btutzif; wird, wann sie au die Moskwwitisi'lu' Oräiiz zu rtthren 
kommt. 

Und eben daher kommt es aucb, dass wie wol E. Ch. D. vom Öak 
viel ein hühere nelmien lasyeD^ als die Stadt Danzip:, dennoch wol zeLeu 
yalztfcliiffe aiihero kMUioien ^egenst eins da;^ nach Daiizig; ^elit, die- 
weil die üantzker da« fremde Salz uicbt weiter zu veri'llbren hettigt 
sein, als ftwa bis an dit; Tiiornsche Briieke. da hingegen E. Ch. D. 
Porte ganz Littauen und ein gut Theil von Reusaen damit versehen. 

Was E. Ch. t). adilieäslielien wegen Irenider Werhnnp^ii und Sr. 
KßiV. Map. ZuHnnimenknuiJ't bei Danzig mit dem Künige zu Diineujark 
zu wissen gnädigs^t beg:ehren, davon weisa dcroaelben icli untertliänieat 
nie.lits ander» KU schreiben, alft was Ihre Ch. D. meine gnüdipwte Cliur- 
fttrstiri und Frau vun nioinetwujfen hinterbnicht; dann weil i's* »olthe 
Saehen waren, die uieh ctüne Zitfeni uii'iit wtiHteu beriehtfti bisseu. 
deren ich keine hab, dirigirt ich», um allerhaiud Verdacht zu verhUteiu 
an hnchatermelte Ihre Ch. D, ') 

Ob S. Ktin. MhJ- nach der vur einer geraumen Zeit her ^esm-hten, 
aber (luch nueh in. Zwtyfel Htehehden perfiüulicheu ZufiauuneukunJt 
und Uuterredung mit dem Kfinige zu Dänemark E. Ch. I>. Herzoj^thuni 
zu l)erllhreii g-enimnt wären, liah icli zu Anfang-, wie beides noeh gar 
ötill K*'hfilt^'ii wordeu wiillte, nur vor niieh Helbst zu pent'trireu gesucht, 
und da \vh ati untcrBcliiedencn Urten die Nachricht erlangt, das« Sie 
gewiss wieder zurllek auf Warschau reisen und aich vnn dannen erat 
nacher Littauen erheben wtlrdeii, zu niehrer Sicherheit auch direclo. 
gleichsam den Herrn Regimentf* Käthen zu uütliiger Wissenschaft , «He 
vornehmsten Officirer darum befragt, welche eiDbellig bestätiget, daftd 
Sies gan? nicht gewillt wären. Und kann ichs um so viel gewisHt-r 
anjetzii unterthänigst melden, weit noch gestrigen Tsg« de» Hen-n Krön 
Grosß Cantülera Caninieräclireibt-r eben da-s«elbe wicderh4dt, dass nätii- 
tich H. Kün. Maj, als" gleich nach Johannis ku Wasser nacher Danzig 
und von da wieder zu l^aiide auf die nach der Herzugin KU Neuburg 
Abzüge fhrer Maj. der Küuigiii zngefalteue lötarosteien ziehen wHrdeu 



*) TiiesB Briorß Hovcrbcck'a au ilie Kurffirstin Mnttisr sind nicht aufKufiiiden ga- 
weHa. Itii: vcrmurtliLiLer lulirtll, hctrcfffixi lÜc jioluiHrlj-ilHiiiBelien Krtcgiplaiie gegen 
^hwedoD^ ergibt «ich jiub CbHiiijiilK IV- it. p. 63 d'., IGJiT., und libernnch PufcQ* 
dorr de reb. 8oeo. XV. Ih S. Vergl. Unlcu ilic KeUtioo d«l. 11, Jbli. 



KrlogsgfirUehie. 



131 



und von VVarHcluiu iillcrpipt. man winnc «bcr mn-li tiiclit» um wiilclie 
Zeit, »ifb luuInT Littaiicn mtk'litfu erliebeu. 

V'iii rleiieu lü Abfaßsun^ der \a\iu\ Zoll Tnxa uff deui näeliatrer- 
wiohenCB Rrivlwfii^t' vfrnrrtiH'toii CViTimiiMHarieii harten öicli den l'on 
die»e« v*>ii 24 ander Zahl nur fitlgoudr cingt'Htellt ; Kpismpn»» Po8- 
naiiieiims Sxultieki, Palatiiius Pcniauiensis Zawaeki. CasU-llunuK Varssta- 
rieiiBts Kraeinski. der Krön Grüssniarschalk uod GrosucÄntzler.. der 
General aim fimsi^ixdt'ii, lier Landi-irbter von Ciecbakow Sarbk-wski, 
dfj Bn^ötisclH- Land i'äminerer'i'iilibuwftki und derStarusl von Siidiatzt'fl' 
Oboreki. Weil auch der Herr Krou (Jrofts Schatzmeister, alg der in allen 
KinktJnAeu und 4-<>iiiiiiori:iiti das I)ire(!:t<>riiini [lat, daiualt« iioeh nicht zur 
Slclb' gewesen, babt-n sie niclits ci^ncUiKive^ sondern (wir sie zu reden 
pfle^ii) [uir per nunhitii {»raejiariunciiti liandehi können. Damit sie 
die pretia reruni »u viel bessf-r M'txen klinnlen , Hessen sie die vor- 
ufliiuftte ISti^dlc in Preus^eii da/,» erfordern, wie ieli dann aneh des- 
wegen ein vollenzo^eneH Sclireiben an K* Oh. 1). liiesi^^e Städte bei 
dem Grotii* ('anlzb^r ^'cst-ht^n und datieiiren renjijnstrii'T haln.*, duss, wie- 
wol I<:^. C\u D. und dem punze Ivandseliul^ t^^nu"- Heheii in^Iehten, das» 
der Kautlente lUiiei7i»iinsip-r (tm in UehprselKunj: ib'r Waaren etwart 
«mjseHchriinkl würde, dieselbü .<leieliw*»l nicht gestatten krnniten, dass 
•4idL-tu's vigort' Coiintitutiums gesebebe, oder auch die Stiidtt* uiuie den» 
V'orbcwnttiiit daau erfVirdert wlli-ilen. Ob luui dannocb» meiner Oegen- 
criunerun^ unfi^eaclit. die biewii^r Städte ^lazu rrUtrder! worden, »der 
oirlit, kann ieb lurlil eigcutlieh wissfit; es ist aber wmI keiner, weder 
vi»n diesen, no(Ji von denen aus den» kHiii^liehen l'heil ersehiencn. 
Dann »ic in <lenen jnaejudiciimi» pasgibum e« t^erne auf E, Cb- D, Pro- 
trctiun |ifleg;en aiikunnm-n la>ti4en. — 

Nach Ab&lerbcn des Herrn Meiciiiiir Wevers VVipjwnden zw Culm 
haben H. Kön. Maj. die Wnywodseball tjeinem Jlltestcn Neffen, dem 
Woj wodcn v«n Marienburg, und diese iieni t'ajitellan von Culm. Herni 
Jaciib Wcyrrn. der die Scha%ülv.in jL|;ehetrr*thel, runlrrire); darllln*r der 
Herr C;mri*llaii von Dan/ij: IJcrhiird Dönhufl' iiiebl weniff Oiw^Uhlo 
empfindet, weil er vorläin^st darauf vertrCsUil wordeti. Die Castellanei 
Cubn ist dem llerni Ozerski. StarustfL viiu Hobrownitz., einem «ein- 
infriß Calbc>li»eben, {^vf^eben wurdni. Der Herr V\'(iyw4ide von J>ieradz 
abrr hat melir (ilJJfk als srin Hi-rr Hnidrr i^efniht, indem ihm unver- 
boin narb Abb'ben eines gar jnngeu Herrn Bvktnvski die Starostei 

L Bzvdek. j«i im Sieradschen gelegen und Über 2<.M_)00 fi. jährlich trafen 

I kaDn. oikulerirt worden. — 



»* 




[Bitre um Airfa'huh für liic schuldige Znlilijug au« den Zollgeld(>Tii. Rlitfli™ de« 
iTigliiichBii IlnndclR wcgon der dortigon Unruhea ; die MögJji-Lioit, aunU die xireitr 
JahreHhHlfte dos kBniglicben ZottäDthail« Bülilea su köonen, ist dftber iTreiir«Ih&fl.] ■ 

Juni. [j^ljrftham Spimijf huiff [m Nunieu Je^ Koiiips rii-ri Termin v, 50,000 Anr " 

puL füL- S. Jotmuuis Biipi. eirij^cfiirdi-n.] Licctvcpi >jl> tardioreni liuc Jiiinu 
Enslitut^iii ua^igatiouem , tum et iiiutiis in Keg^no Britamiiac peritaucae ■ 
uaves ad huue uaque tliem advenerint oxigiiU levioriaiiue uioiiienti 
niercibus ooustae, nulla vero oinLino Aiij^IiPana iiaTis in ])raeseutiaruiii 
appiilerjt, adeti ut cüuventa suniDia ex auctu tlielnne<» iiov^i uiHritiiuo 
ma^a ex parte uoudum colligi potvierit; tameu ut tidea Sermi Eledoria 
Bi'aiidetibur^eimis Drimini nostri clenientisaimi bac m parle Hherplur, 
id retepimus respuusicjut; erga praefato Dcmiiuo Spiriiigin dedinitirt, uns 
operaui navatüro», ut aiio et tnutuu ad «suras lidtns ptcunUm pro 
wiHplenda dicta jO,r»f»C» flor. pol, suinuia suuiamus eandemnuc medietatis 
Luius auui »umniani ad vif^esiniimi priiiium diein insequeiitiB iiiciisis 
Julii Hullaudi uumercniuä quictariqu^ nos legitime famiuuH. Mac taiiiea 
praevia ex meute Sermi Electoris eautioiie, quod »i forte per turbas 
AnglieauaH altera medietas — — ex asse auf plennrie baud L'i>llig1 
pittciit, ripruiuni Electoreiu vigore conventiimis ext'qktiimmque luutuu 
iiiit'ie tu euiii casum ad totam mcdietatiä summam imnm t^ueri possi', 
täed per 4>ninia eoütractüi utaadum fore. — 
7. Juni. Üuüft Schretbi'Q der Überrätljf i*n den Kurfürsten, dat. 27. Jana, woriu 

&ie dif gtHrüffeat; Auskunft atiÄtiigeu. AuL'h hior die Klnge über dars Siv- 
derliegeii des HnudeU; es ist auch kdtt fiigltsches Schiff em|ci'Uureu, viel- 
U'äehc jiuch kein*- zu erwarteii; diu aber' j^ukummcn yiiid, biibt-u „wenig HtiJc'k- 
gutt-r, UKM.stctitlit'll^ aber BaLla^Kt iagthabl''. Dit tiumiut;, dif dem Koiüg 
£u zahlpu^ ist bei weitem nicht cingekomra^M. 



I 



1. Juli 



König Vladishiv IV. an <1. ObenÜtlie. Dat Vars. 11. Juli 1 643. 

(Köiügöb, Aruli.) 

[Di« BerufHing nuf dic^ eaglLitcheti Wirren wird ftbgcwlfacn- Die Scliuld des T«nuiu- 

deitcn HaadeU liegt in deo v^rtragAwidrig hoben ISüHcn in Ptllau,] 

[Die versprochene Waldung aul* den 21. Juli wird oec^ptirtd At vero 
quod de paucitate navimn et \ilitate uicreiuiii adveetarum raernttraul. 
niinuä id mirum est; maluisHcmuH qiiideai ansnu et neeeesitateu) ei rei fl 
a Syac. et Fid. Veatris datam mm fuissc, praesertim ruiii allatae undique 
quaerimouiae conte»teritur, Svne. et Fid, V'eHtras iion id Miluni, quud 
Urüdüeuäibus pacti» «jouveutam et coustituluui est, ex lucreibus aucipere» 





Der PilUuoT Zoll und die cagliBoben Wirren. 



133 



T^nini ftiiun dimiüin anipliuK adt^nquc altorum tantnm et pUm aliquando 
levare, Kx (|uibus cjiusis fommerdo imnii terror injectue est, ut pre- 
rio«ioros nierrt*« rid ali"^ liortiis decliiiHrt'. et veliiti diflugfrc rngatitiir. 
t'mle ot aiicti thelunfi inaritinii pruventiliuH mullum clcfiedit et subditi 
lU^^i X(>»tri pluhiniiiii iiiCdiuniodi nccipiuut atqut' nCKOclatin a [Hirtii 
Pillaricnei «vorritiir; cum tanien iigore pactamm innovatio nulla aljsquc 
sritu H t'0Q!»e]isi] NiiMrti tif'ri dclieret Hlud porr» admittrr*^ min 
pottsuiiius. N«wtr;ic taiti mndicae portioni ex auctione inaririirii thclniiei 
dctrahi aliquid prnjjter hellum Anglieannm. Quapropter Sync. et Fid. 
Vestrae rem lutain ita omniiio pxpediant, ul tarn ad Fcstum S. Martiui 
<]uaiu ad praesens sunmiani iiti'amqup ex piictis aliaqtie omni imminutione 
XnbiH pleno iiitegreqiie annumcmri et rcpraesentari faciaiit. 



Die ObeiTHtlie an den Ivuritlrsteji. Dat Königsb. 22. Aug. 1643. 

'\}vr HolzsctircibiT Haus Snliulz hat den erstcu Termin Job. Bapt. be- 22. Aug. 
zahlt; ,tmd iiuti an ZdlSgeldi^ni nnfh fast so vie! ah vorm Jahr um liie.'iP 

Zeit g^'^dI(.'ht'^, r^olleu K^-'fatlen r-etu ^ -^ uud der Herbst noch vor der 

Thur, da die Schiffareh alluVr >täpker dann iui ersten Vorjahr zu gehen 
pfleget-: ii) wird man al^o den Termin Martiui wol ftuch aufbringen 
köatii'D. — 

Die Uberräthe ari den Kurftirsteti. Dat. Königsb. 25. Juli 1643. 

LVbfrseiiden ik-m Kurfürstt'ii ein f^chreilteri des Königs au sie (dat. 
War«chBii 9. Juli Hi4;S). worin er die Auszulilnriig von 5000 fl. vArlaag-t, die 
4iT König (■ehon hei der Auwesi^nhtit des Karfiir.sten in Warsehau ausser 
»Ita iu drtu Zollvertrag .xtipulirtL'n 100,000 II. verlangt hat ); der König er- 
kliüx, er habe /M'nr den Vf-rirag auf 100+000 fl. vollzogen, aber sich der 
•'•it*r (^rjit'iKÜneu MiOt) fl. ^li^Hnnl^ htgeben. Die Oberrfithe bilteri, der 
Kiirlnrhl miicte «elb^t au den König schreiben. 



'l)er Kuifiiret an K^iüg Vladielav IV. Dat Coloniae ad 
Suevum 18. Ang. 164^. 

[Ahweisuiig dnr pulnittubeii MrhrronJerung; HJnw«iB «af die StQrung des englischen 

Kjiijdda.l 

— Non equidciu sumus irnuieniure«, cum ]iraeterito biennio Var* 28 Ang 
»Äviae ade»«eniua8ac:. V*nj Reg. Mt'-m gupra pracfalam »unimam ceotum 
nätlutm adhiK' (|Hinqiie niillia ursiase. Veniin quia tiine temporis nihil 
^•erti desuper (liit couclusum, a 8ac. V* Ue^. M'e paterne dimissi 



'><. 6h. f,H dM ScbreibcD d«fi Kurfürateo an den Küuig, dat I'J, Oot. l€4.t. 



VM 



rrtiiieaen outl Polen- 



uoD alitcr NohU persiiadere ]Kitiiiimih, iumm Sjuthmi V*'» Re^. M^*™ 
centum milliliiis i'ttrt? coiitenUim, prout etianuiuni fudubia spe fniimiir 
a tfac- Va Kfg, M'« iri facluiu, atteiilkJ winimcrcia noti adoo froqiicn-A 
tari, aod iie^uüatinneiu in*u tani propter belltiin civilc in Anjrlia pX4irtum T 
pt in dit;H inagris nia^^stiue iuvult'sceiiis iioii pjinini iinpcdiri. 4)iiani propttr i 
adia omuis generis \iciniUiti iiupcitdenliu mala a portu Noetro Pillar-M 
vienai averti. Nou dubitamu)^, Sac. V«"' Kef?. Miem conceptac N>>*trac ' 
spei patenie rcsp'>iiäuraij). cum poti^Kiiimru pactum in quiiito arüculu 
initi utriiique contractu^ liac iu parle pro Nobis iiiaxirae tacüit, cerlnquc j 
asBeverarc pusBumms, Noa hact«nui^ nlua quam qiunque niillia Im- 
perialium de proprio impeudisse, iit Sac. V»« Keg. M^' debila portio 
exsolvi putuerit — 



Hovei'beck au den Kuiiiireteii. Dat. Königsberg IL Juli 1643,1 

[Anzeichen ron Kriegsgedankcn ricfl Königs. Angoopdtirte Wcriinngcii.] 

ill.Jiili. hl Ermangelung; der Ziffern hab ich eine Zeil hero i\\W nachUenk- ' 

liehe Nachricht Ihrer Ch. D, meiner ^nädi^stcn Chnrtllrstiii nnd Frau 
.unterthänigst eingeschickt luul dabei gelnir»aiiist gebeten, dieselbe ge-fl 
niheten, solche meiner ungemelt E. Ch. D, zu liinterbriugen. Weil " 
nnn Ihre Ch. I>. darinnen meinen üuterthjuügaten Bitten Ütatt geben, 
als hab ich unterthänigst zu bitten, K, Ch. D. gcruheten guädig&t, wa«| 
am* Sicherheit geschehen, auch ilahin zu deuten und es ninht einiger] 
Unachtsamkeit «»der PHieht^'ergcssenhei! beizulegen, wie ich dann der] 
unterthKnigöten Zuverfticht lebe und ferner nicht unvermeldel laybcu i 
soll, dass ob allen ör. Köu. Maj. cuusiliis »md Proc^duren eigeut-j 
lieb abzunehmen, dass Ihr ganzer Jl^inn und Gedanken daljia gerichtet] 
sein, wie Sie wiederum die WalTeii in die Hände bekommen niMgen, es] 
geschehe auch unter was vor Praetext es wolle. Was aber gleieh^vol - 
von Richtung neuer Hegimenter durch den Ingenieur Pleitner und Major j 
Blum aulangct, darin itih mieb bishero nicht wol /.u rtnden gewusst;] 
dann ich meiner Einfalt nach dergestalt bei mir errae&üen, das» 8. K6ü. 
Maj. «}nie der Keipnlilicae Vi)rbewiirt!4t nicht leicht dergleichen etwa«] 
vonieünieu wUrdeu , da Sie aber auch mir die geringste CouuiventB 
hiitten. andre mehr begUtefl- und siuthoHstrto CavalHer dazu gebraueben I 
würden. Nun ahcr kcnnm ich hinter den rechten Gnind, dast« zu derj 
vorgehabten Zuöaninicidtnntt bei (Jliwe ii. Kön. Ma;). dero Leib Re-J 
giment uff lit«} Mann veretÄrkcn lassen und nebenst andern vier anehJ 
denen beiden obgedachten Jedem zn I(M) Knechten zu werben utTgefragen,! 
es aui:ti albereit hei dero <.K'cui5oinien Brenl, !?chawle und MarieulmrgJ 
dahin gerichtet, da^K jede Jahr aue uad ein 200 extraordiuarie verj 



Ki-iegAgerScbte. Die Juridica. 

pfl*g<'U und tiivterhallcn wird. Ueber rias sind ftu» Portoli*?« 20(10 Mann 
and ertHcti<' liundtrl Wvliiantzpn aus l.ittAuen erfordert, welche aller- 
•eh» Mrdro haben, dcH Herrn Ohristen Wcycm Oonimandn sich äw 
mrterwortcn- 

Oh nun, nuehdem ilie Uiiffownj; mehr(i:ediieliler Zusanimerikiinil bei 
Oliwe tast er|t*sctieii, diese Trouiipeii wiederuiu coutremandirt werden, 
da auch der General Lieutenant Baudiftsin wiederum zurllck- 
CM. Mder hIjit man lUniit, wie vüii ellieljeii \\i\\ verimithe* wer- 
den, in Prtininem eine Diversion zu machen sui'hen werde, in dem 
eiucD darinnen hab ich noch zur Zeit knti roilMes Licht, hab es aher 
«liinnueh uitlit hinterhalten ijtdlen , damit in deifjleichen Fällen E. C'b. 
l). nichtj^ unvermutlilioh vorkäme. — 



Die ObciTHthe an den KuHUi'Htcii. Dat. Koiiigsb. 22. Aug. 1643. 

[iiw preiisaiarhe Jurldic* und die Vertretung des Kurfürsten b«! dcrtielbpn.] 

E. Ch. D. sollen wir in rnterthäuifi^kcit nicht verhalten, dase Ktta. 22. Aug. 
Miy. in JNden un<l Scliweden sich von Warschau crlicibeu naher Wilda 
Ml verreisen, da^elb^t tiie dann die Juridicain utT »chierstkllnlVi^en 
U» Tai: Novenibr. in halten rnirt die PreuasiBche Haehen zu richten 
gnädiff^t entM'hlo;*sen. AVintn ilann datselbst in loi'o Ke^o etliche Öa- 
rhi-n» SU E, Cb. D. -Iura niL*rkbelien iin^cheu, diircli appollationcg dabin 
godf^lben und gerichtet ivei'deii sollen, unter andern des Caspar von 
AuJacken mit der Herrsehatt vorgegangenen Tauseh, darinnen E. Ch, l), 
nicht uurt ad diiuidinm, souileni weit !i5lier laedtret^ welches dann iie- 
henst andern E. Cli. D. angelc^^^eneii iSachen Itbel ablauten niöclite, 
wuTiii nieht jemand dabin abgefertigt werden Hollte, der E. Ch. D. Jus 
mit sonderbarem Fleinis und .Snrjcfalt in gebührender Uhaeht hielte, wo- 
mit V» dann, wenn ilime die neni gcrendarum reriim mangeln, aueh 
w^'l nieht zum friw-htbarlichen Decret vor E- Ch. 1). gelangen möelite, 
gp|«ta]t danu deroselheu Advoe^tUÄ am Kiinigliehen Hofe Jrjhaniies Dd- 
rnapihrz') E. f'h. li. concendrenrif' Sneheu weiter nicht anuehraen noch 
^»■rtreten will, weil ihnt nein jUhriieher iSuld nirht enrnchtet werden 
k»un: atit gelanj^et an E. Ch. D. unser unlerthUnigslem Bitten, liieÄelbe 
P^li**» in Gnaden darauf bedacht zu sein, wie demjenigen, so auf au- 



'] Mut jHhrlictio Defioldung betrug ^00 6. puK DmUbcr boaehwert er «tch hti 
^ flliWTJltlteü: der Haraog tod Kariund whle ihm UM* Ktli. jalirlicL; hiernHf rer- 
'^' "cr KiirfttiÄt, dxBs iiim tii» kimfligp «H'ocli dann von i^liclier BactiP, darinuan 
" «leUin«!« obliiiireu wird . loco jinlmarii 5M?bH Rpiülidtlmkr Eugeangt und gcroitht 
•«Ktca mOgCB- Reeidui. au diu OberrÄtho, dat. Cüsirin '*il. Nov. 1643). 



136 



I, PreuBMn qod Polen. 



geregte Juridicam zu Defcndining und Behauptung E. Ch. D. 
verschicket wird, colli dürftige (lelde, ohne welche hü dem Hofe wei 
mit Nachdruck zu Pirichten, uf ilic ICeist* und ui}unig:äiigliehe Aufi| 
hen, auch zu Coiitentirung dts Advocati und Ciuizlci z.«r Hand f 
schaffet, und iveitn hierzu aus der Camnier, welche keine lutnuj 
mehr bat, nicht fiath geechaffet werden kann, so bitten E. Ch. pfl 
hiemit in demlllhit^etem nchorKam, e» yeni'hen dif^selbe zu diesem Eil 
aus dem ScatuI (Jeldcni aui Kth. ausiähleu zu hissen. Sollte die« 
nachhleibeu, befahren wir nicht unbillig', E. Ch. D. in dem billig 
Actiunen Abbruch und Schaden nehmen dUrftcn. — 



it^ 



Dex Kurftirst an die Obeiräthe. Dat. Colin a, d, Sp 

24. Aug. 1643. 

[Gcldftngckgetibeitditii; der AtiUck'«cIie Pn>L>^eä». Opposition der ObcirAilie gegpn 

AfiKlcIlung Aderabaeb'H.] 
3. 8ept. Der Kurfür.'-t lifidet div Vorbcbläffc- in Betreff der Jiiridit'H in Or 

dergleichen die Norhwendfgkeit der Zahlung hu DomaiJruliez. 

Mit Unserer Öcatull aber hat es vor itzo die Bcwhafienheitj 
Wir, wie guädigs^t ^erne Wir auch »<>nsteü Euerni uulerth. Vitrscl 
hierunter deCerireu wollten, die hierzu gehörijje Kosten daraus vor 
Bchiessen und herzugeben nicht vcmiHgen. Da1\lr abpr hnltcn Wir 
eigentlich, das» diese Spesen aus de» von Aulaeken äu Unser Camii 
eingezogenem Gute und desselben reditibus ^ar wol zu uohnien 9 
werden; dahhi Wir es dann vor die^nnil hiemit verauksöet und Eu 
dem also gehorsamst zu gelebeu, in Gnaden aufgegeben haben wollen. 

!9 Sept. Bald unehhtf, dat. Köuigsb. 19, St-pt. 1643, witdiThaltu die Überr* 

ihr Gesuch um eiiii-u Zuschus;.» itufj d^ii Chat^)ulleg;i'liiii'rri dr.- Kurfürst 
zumal da qü;^ dem zur Cu nfiriCfttioii verurthenteu Aulack'echeTi Gut nie 
zu entnehmen sei, indeui Aulaek •^ieh dt'r t'orifipcaritiu that^^ächlich wi<j 

30. Sept. Kt'tze. — Der Kurfuri-tj dat. füctrin 211 [äO.J 8ept., iTtiPiirTt seine Anv 
^■uIlg und dringt Kcbarf luif DurchCiihrting der Executiun gegen v. Anla 
Zuglfitih halten 'du- Übcrrätbe EiDweiidnugeii iThubuii gegen die von d 
Kurf. (UiKeoriJni'ti- Erm.iiutin[r des Andreas Adefs^hueh zum ,Extr« 
dinar-SiM-rptÄr hr-i Uct Obi'rrat.h'tubf"; der Kurf. erklärt, da^t er ripiuseli 
dierie Stelle schon IkngKt zugesagt und eröfltiet ilmeu die ^bcffhletul^Jj 
nnng", den Ader^hach ^wegen ,*emer Uns befcauntMi guten QualiiüiöÄ 
auch seüies Vätern ) Uns undUnsemi }Iiiiis,e geleisteten langwierigen tpei 
Dienste und derer für ihn eiukomiueuen hohen auiaehnliclien Irit^rc 



") Michtel A<ter»bacH, der kurs icuvor j^vHtarben n^nr; or kommt m 
Anteil Hchon BHJt IHIH als rtn den pieUai^ich-pulniachcrn Angulcgenli« 
8«oret4r tw, 



U«it«ii runrajil 



AndreM itilersbauh. Dm Crockow'schc Einfkll. 



137 



nfort ftjr flir priuiniite Chur^i- in Pflk'ht /.ii tiL'liinun — Die? |tfschi*'ht 

l; aber pleicli daraut wullfti die Oherrätlu' den ncu€<u SecR-tÄr zu drr 

JtavUf'fl ahorrtnpri, um liort drn schwif»ripe(i AiMftckVpIicii Prore^s r.u vit- 

jrti'ii. Adcr*hiieh wrigcrl (rieh tU-Hscu, tr ^lIli^s(■ -ii-li ersl. in dru „^tylui; 

Di7iiti«((Ut* Aulai'" eitik-rtn-n; und hcs^hwert j^iirh dcslxnlb bei dtra Kiirliir>^U'ii, 

Dipt^pr glitt ihm Rtclit und vrrlKigt (t^at. t'iistriri *Jl. Snv 1043), djk-H Adpfi*- I.Uoe. 

IWli ttllerdin(r^ fiir den Aiifuu^ iiit-lit »u ho hdiwlcriifoi) (.icsf-tiäfU'» vt-p* 

Iweuiiri wtTd*^n i-oll. — In der Fidg*; in'tt iin-^ dünn Ador^bacit ale re.-itli- 

Inrader isecretar um War^f^liauer Hnfo nclieii UuvKi'lifi'k eulgegcu. Vergl. 

lEinlf'ituag p. T- 



Acteii über den CVockowsclien Einfall in Pommom, 
August bis November 1643'), 

rier Kurfürst iiu dio Überräthe, dat. Cnllii a. d, Sp. 'Jö- Aug ItM.'i, 4.:*ept. 
El h«bp vonge WofJ)i% von sfitirr Schöninppus^'hon Roifif, *^n efini^n M<>»iic 
jrewiibrrt'* '). KurilckjTfkehrt, Nachricht ci'lmltfii von dem Zug d<-> kui- 
'. Ilbersjf-n Crofkitw, ficr r-iwu 4000 Miiuii !«tftrk sich von der ilaiip»- 
wiDfc gctrt'iiiU hat uiul jytKt durt'li dii,' LaiiMtz .in Unüur Amt Ltbu.-; an- 
pt-lantrrt i>l" Wohin sein 7Af'[, i-^t uii^pwinji; ciidg:-i' mcirif-n, tlnrch rtilcii 
titch täviand; ff«lirf<dieiidirh nbrj- gilt es Hintcrjiuuinicrn; er hiibi- dm 
T Kkifit au Cfuckriw iibgt;?chickl, 

IKf Obfrrüthf n-^hmi-n rtu« der (»«niisüd vnu rillan 200 Snlrlatfii nmt 
M-tij'rkpQ Hie zur IjHndci^dett'iiyian imoh Mtti'iLMiwerdor; dt-ni (.'nniinntiiäMUlen 
Von Hilhiu, Ottn Witholm v. i'iid^^wels, Insten sie an?, der ZolljrtfldiT' 
kwsf iOflO Hth. ftusziddt'U, ntn diiruh neue Werhiiugen die Liirk*- ini»/.ii- 
(Ulcß iKeliit. düt. Ki)iup,4HTg 10. Or:t.). 10. Üol. 

ri«gf^r(Mi dpr Kurlürnt (dnt. Colin :i. d. Sfi, 21, <M„): _Nuii wunli' 31.0ct- 
l Qs viid liidior gewesen sein, wuiin Ihr diese Gelder, nl.- wi'lehe Wir -si-lufn 
tö «uderii {rewJääeu Ausgaben deputiret, ohne Unscni VorhewiiKKt und fX- 
\tni^*r Jlewillipimg iiieht angf^rift'rii hüttct; befehlen Kneh ftiich hicuiit /.n- 
^^rUsii^, da.'-s Ihr alsufurt Mjli.lie lUtlO Htli. wiederum in die ZoN^flder 
T'>m Liindi' lünwiederum mit dem törderliehsten tTHtatt-en und gut thuji lasset 
BDil in^ kuid'tige selbige Oeldor ohne Untern Vürbewiia^t. nielit luii^relfet." 

Per uiil der preusf^istdien LHuJesidefensiou beauftragte Laiidolirister ^ig- 1. Oct- 
wuhtl T Wullenrodt :>ehrt'ibt dem Kn^f^i^^■^eIl in Üczag «uC iJi'n <'rnr'k(MY'- 
»«hoii Kinfiiil wid die Stitiiiuungcu darüber in Polen (dal, 7.0ct. IMH. Ku- 
Wf»b. Arrh.): «Die Uerreu Wuywodeu halteu Zu^amtoeiikiiiifle und h«!ii mit 
^tu Handel uichr wo! zufri«>don: o» stehtjt due hoge Perrit'hun in d«n 8piel; 

1 L'cbcr dient; DivcmioDi der Kai sttr liehen g<^gcii EtiHterpoolliiern »- auhttltirltoh 
(-'nrcDnitx IV. 3. p. Uibff. Wir lieben oben hiu den zAhlreicheo Acten darüber nur 
•toige* benui. 

*) 0e)t4ning?n, im HraiiriseliweTgiöcheii , wo diu Tinte des Kurfilrsfen, \nn« 
*<|fvlli«, die Viinwt: d'* Horxijg« Fi jcdrUli Ulrich vun Ürnmisiliwpig-Wiülfeiibiliulj 



138 



Uolt 



I. Prea^Ben und Polen. 



', dass es wi>l ablofl'eii 'mag,'' — Der Kurfurnl ^«:llr^■ibt ilitu 
rfick, das», wie er nun sicher win«e, l'iir Prcust^eu nicht« zu beflirrhten sei 
30. Oci. (fia(, '2ilOvL ]fi43), iin*l ilftws i?r lUe scliou uui'tri-Uuteiien Wibraiixrii wlrde 
31. Nov. entlaaaeu sulle (dat. ^1. Nov. lt)43). 



Die Obenüthe an den Kuiftirsteii. Dat, Köuigab. 28.Nov. 164^.1 

Uerkihttn, cJaBs daa Leiche riJjcgäii^iiisx tJes vcrstorbeueii jreli. Kauiiiter 
und HüfgeriehtsmtbK und Hauptmaunri xu Ruppiii, Bai tfiattar v. Üniniiei 
feitTlifh vor sicli gtg'angt'u. 
'28, Nüv. Kl/nnen aber darnebew E. Ch. D. iu Untertlmuigkeit nicht verhal- 

len, wasmasseu E. C'h. D. liinterlasscner Prcdijcer, Herr M. Agrricola' 
in der Leidisermon und l'arenlarion de rj;;! eichen Wort gebrauchet und' 
wir, als E. Ch. D. hinlerlassene OberfJIthe, mit anhftren mÜSBeu, die 
niclit '/Alt Eini^'keit imter dt^üen, *o sich /tir Aii^hurpsthcn Confession 
h**keiiin'n und bekennen wollen. p;creidien ttiun, indem fr unter anderm 
crwillniet, warum sei. verst(>rliener vnn Brunnen sieh von Keiner vnri- 
gen (ilanbenshekenutniss /-ur rechten wahren &eligmaehenden lielipoti 
öffentlich bekannt hUtte'), nümlieb dass er dem Artieul von der Ueber- 
Hllw-ef?enlicit der Meuüdibeit Christi und der mündlichen ^'iesw^ng des 
l-eibes Cliristi im h, Abendnial nicht mehr beipflichten kftuneu* Wo- 
durch dann, weil solches öffentlich m so \iel hundert Personen Ge^eur^fl 
wart und An^>:ehör f^eschelien, nielitw anders als eine sehr groi^se Con- 
Iradictinn bei den andern der Augsbur^ischen Confession zu^ethanen 
Thedogie und Predigern erreget werden kann und da» friedsame gute 
Vornehmen, s« wir lietjer uuler Ihnen zu fjtifl:eu aln zu trennen genici- 
net. Jämmerlich KcrriH&cu wird. [Der Ktirlürst möge dem M. AgricoU 
deigleic-lieii verwei>eii.i — 
Ifj.Dec. Auf den Befehl des Km-fürficen (dRt Cüetvin 5. Doc. 1643), deinen Ge- 

genbericht einzusphicken, über^l?lldpt Agrii'ola ihm dt?n bei refft' ndcn Poj^sus 
j.Jiin. aus tipiuer Leichenrede (dat. Köiiigsb. 4. Jim. Iö44) und rechilenigrt Mch: 
^K^ ftitlinUi*!] aber svlcbc tunnalta jü nichts anders jji .^leh, als eine bloH^fl 
reUliuutni oder reetneiünem faeLi und «k'.sselben Urt-achCj dass und woruu 
Herr Bnmu se!. von den als« genannten Lntherit^ehen zu bu8 getreten. 
Was aber mit wi-uigt rn wejccn eines Hiideru (Jlanbens pra^ut-onpirt v-ir 
liat sondi'rlieli j^esithelu-n rnu^&ell wegen einer ausgesprengten Rede, aia 



'} Mag. Adnm Chrialiaii \ gri Cu la, »eit It>36 rcftinnirter Hofprodligor in K6- 
mgflberg. ^'iTgl- ttoring Itcriird^ü 1- 'Ja- Mb- Neu« Bi^itrAg« 1- Sä6. 

*) DioRHr lIcIiHTlriti »wm roformirteii Bekonntnlas gcsuhali, vr'ie m Attm Text dw 
Litiubii'iiiire^ligl guuMgl wird, ,iin yurürhiiuiCBcn Jabr um Michncliä, xusaionit »eine 
liubftt&n ii^hogat tin„ nun Ei ochbülr übler Wiltib*^ — 




Lntherjuiur und Bufurmirtu. Div HcliwciÜBclie lletrAt. 



139 



«w Herr Brunn st-l. huI dtu RtlVfiuirtfu Glauben, nk-lit .sterben küUiiL-a, 
«»cwlern hMt** Hrn. D. Vueiioinnui, seine» geweaeflüii ISeichtvattT, zw .sich 
m^xru liis.-^cn frfurderri, wck'lics weit und breit iiuigetrugerL uuiJ veiyehnt"- 
eu worilfii: hatff ftcjcli g^^Jl^NO Angst seines linwissnns gefühlt luul was 
dfSKMi m^-hr i&l; welehes ja auf dem (*el, Herrn Brumwti kein gowissenhaft 
Herte k<^nnte ersitzen liit^.-ieu, diis auf sfiueni Todljetle und in seinem letzten 
hfi ihm frewest'ii war.* — pVeittre Rcsuhnian hierauf t'ebli..| 



Peter BergDiünu a» (biua^l von UiirgsdoH". Dat. Danzig 
16/26. April 1644. 

{Pia Pole» üimI die flclw-fdiacht Heirat; IViüiH'uPliBO Oedankeu der roltii gegen Sdiwt- 

(tM). tNfliiische unci bmnflenburgiocJio Anleihe versuche in DanKig. Kukocüy m Hn- 

gÄro. l)io tlKniHch-rUHHische Heirat. | 

Auf E. Ofüi. Ilerrl. wolir «njUTiiehnieH Helimhcii vnrii l'J. dieses 164 
sollte ioli billig iinrl W4dltp gerüe zu seliuldi*,^ei' und daiikharlicher Ant- *-<'■ Aff- 
wort mit wcillStifijiier ('onirnuniealion E. (Test. Herrl, befreguew, finde 
über wlf her Materie, die dessen wUrdig; war» jetzc» gar weiiife' nnd dar- 
ttnter wol ^nr ntcb!« erfreu lielies. 

Daun 1) was die SuKpidon der Öchwcdiachen Hcivatli, derhnlben 
der PomcrelÜHcbe Woiewodc so- curicue sich bezeuget, betrifft, scheinet 
«, rfftüs dieselbe aller Eudeu je läuger je mehr zunimmt, und lans 
i«h «lieh bediltnken, dass daheru auj nieisteii rlihret die Lust iin^ Zu- 
wigung. t^* HJcli Jetiiicer Zeil au Polnischer Weiten sjitlren Viii^nt m 
FiHlsrtzun^ der Tnictalen eine** e\vigeTi Friedens mit Öchweden; siiite- 
nwl wh grllnilHeh ertiilir^-n bähe, dtiss vnrnehnie der Krune Piilen 
^ualoreö uidilngst au den Hermg in Ciuiand gefichrielien und ilm 
äeissig ennahnet. dass ►S, (*, Gn- verm(1f;e der letzten i?ril)tifaiuU Pacten 
«ich eUiitt darum unnehnieu und houilihcn möchte, daaiit deswegen nfr 
thiate jrute KesiduTiuii bei der Kroue Schweden erlanget werde; dnhei 
fflp mich zu Mediatoren vorsehhigen die beiden vnrnehnie Republiquen 
^pwiiig" und die Vereinigte Niederlande, dieweiln Fraukreieh und 
Kn^fllawd. wie aueh Düneuiärk wegeu ihrer eigenen Kriege zu dem 
VrVrke nicht befjueni wären; Sr. Ch. D. zu ßrandenburj: wird dabei 
Rar nieht gedacht '). Denvegen ich mir scdche iiedankeu niaetir-, erst- 
li«li das8 man höchntged. St. Ch. I>. hierunter gar nicht traue, und dann 
*iiWH man weh vor ^ewisH einhiljlet, dass die genieUe Heirath i&ehr stark 
pvtriebeu werde und leieht ge^hlosAcu wevdou möchte, insonderheit 



^ Vfi^l. Pufcndorfdu rel). 6uec. XVJ. 69- 



140 



L rii a wu i 



P«k». 



bcj jctügeai ZuUade d«r Kmu Dänemark. Aemtgeu mzn tBe«e Tmcta- 
Im ^ammtkea gfne Hnfähreo wiUie. dAdurHk tnlailich ndbige Hotraih 
mtwtder tu bindera r>dfn- dt^ch s'tlebf* coodtHones dabei aoszuwirkea, d; 
ik KOa. Maj- und die Krön P«i1en kdncn 2<chadca oder Gefahr. &iuidem1 
atfiafttfftion iiod \'eniicbenmg dahero erlangen n«tf:e. Oh d^r Hereug 
in Coriand unrh WitJcu» neu ob^edachter iider anderer l'rHacheii halber 
pemfinHch in Schwedtii zu ziehen. b<irfl man jrtxii nichl mehr. Wn-i 
ferne der Herzi*^ von Croie auch sjdrbr Heise nt»fh forUetzpii wird, 
IM) mf>cbte obenvübiite f>ujipici"n «»der JiUousie n*>ch g-ri^s^^f wenleii. 

■J. Delaiigcnd die däninche Werbungen dieser Oerler ist es dtianl 
Jctwr Hohr stille mid t*aget man. da^s die weiii^ Reoter, «<» ?»ieh von 
Lient. Oil. Cabre habeu unterbauen liUä&eu, nieisteaibeit» «ehon wieder 
auflgeriösen mn. 

3. äonHtcn wird eben jetzit ein PreuÄsiscber Landtag Köni^L Theils. 
zu fiTJiudenz gehalten, alrla vielleicht auch etwas in der Malerie wird 
vorgeben; dünnten meinet niun, das^ es lauter (*ehL>arhen sein werden. 

4. H. K^n. iMaj. laH»et in diet^er Stadt bei privaäs ticld buchen; 
it^t aber keine Vemmtlmng etwas aufzutreiben aus der Ursaehen, dasa 
JilU' Barisehaft, ilie hier«» tindeii, in die Waaren gestt'ekel wird, welche 
liäutig hier hinein kummeii und gar uitiit wieder abgeben, weil die 
Na\"i^atiou durch den leidij^en Krieg der beiden Kronen Öchweden und 
Dätiemark ^cschhmseu ibt; also hälts ein jeder davor, dass er sein Oeld 
hier in h»rii am besten und am sichersten ynv hübe Interesse austhuu 
könne. Dann IkI dicseK schwere Bedenken .uitli dabei, das« man sieb 
vor eine Unruhe «der dergleichen iMutaliun in diesen IVeuösificheu Lan- ■ 
den jetzo nebr J'lirt-htet, entiveder der vermeinten idigeniellen .Schwedi- 
Kctien lleiratli iid<T anderer IJrsaelien halber, dahero die, so da Geld 
uf Verhehreibun^ i^ier uf Land H\Tii'thecen au^elban hätten, zn kurze 
kommen wHrden; zu geachweigen des Fallen, da Gott vor sei. daas 
S, Ch. D. ohne Leibes Erben abgeben öollte. 

Hindern nun solche conaideratitmes S, Kön. Maj,. su ist leicht zu 
erachten, daes öie är. Ch. D. noch mehr in dergleicbeu Intention im 
Wcg^e stehen; dazu dann noeli andere mehr in partitulaii konmien, 
welelie ich jetzo nicht schreiben mag:, aiber i,^enic ndindlich E. CJe«t. 
Ilerrl. entdecken wulltc; also daas iclis mit Lidtte bezeugen kann, djws, 
nachdem ich in der ii^achen schon viel gearbeitet und an den besten 
Orten etwas zu Wege zu bringen mich, leider ohne Frucht, bctnUhct haW, 
ichn nunmehr vor eine wahre l'nmriglicbkeit halten niuss, Sr. f'b. D. 
in dicfttuj Pause mit Effeet zu «lieiicn. lluttc, diew^lbe werde desbalben 
nich, Ihren alten treuen Knecht, nicht verdenken, als der niemand 



I 



Var^bliohe Anlalheirerati&h«. Auswärtig«. 



141 



Bperauadiren feann. diu «?ini^c, ungeadiiet obiger rationum, herzugeben. 
Ich kmiH uudi ac'b**ii lOine ^nmse [>isreputation Sr. <'h. D. mit mehrcu 
LeQlPU. alK teil Hclion getlinn, vun dieser fSiU-^lien liier nicht reden, weil 
iA nirgends riii niidcrh :ils jibrtcbliijdrlii'li Antwiift /.ii vemintlieti biibe, 
süssen dip iVpuhIi' eben öu li:irt sit'Ii bif^riri hcxcugen, aln tue hiesige 
Emzttgeliupt'. HiMi* deusuach E. Gest, Herrl. (nieh bierunlcr bei Ör. 
Cb. D. but li^UnMtig erilsrUuldigen wolle, ab an dessen uufcrthlini^ctcTn 
Willen es niclil niaiijrcU'j. -^ — 

V*iu iieri ka^üizi glücklichen Pro|2;i'e8sen in Ungarn wird E. Oest. 
Herrl. anilenvfitber wnl mehr und sitberer Nacbriclit haben, uIm ich 
»chreibfn kann. Man saget, er sei selber uiiHi /u rjischau, um einen 
ro^Hnsi'lipu Landtag 7.u halten, Heine Ibuiptannee aber lie^e »ubuii 
anter t'reiJ.abur^. hi Polen ist gruss Scbreeken vin' ihm; S. Kiiii. MaJ. 
bl der Stadt Krakow befuhlän, sich wol in Acht xu haben, zu furti- 
Dritfu und die HHr^erei /u arniiren, aiieli niil Munition und IVoviaiU 
auf fin p;anz -lahr xii versehen, ja auch an die tftadt Thuni bat !S. Ki'ni. 
Maj, derjjleieben faot befohlen und insonderheit, dass sie ihre Fi*rti- 
bration in ^uteu ^taud Hetzen »o\]e, als daran noch viel mangelt. *&}. 
Knu. Ma|. bal an S. 1", (Jn. den Ra^ox/.i g^CHcliriebcn und nein ji'tzijbfe» 
jimcvdere iiijjirobiri't, zum Frieden ihn ermahnet und sieh zur Mediation 
utipebnten, worauf er per g:cüeralia, aber freundlich nnd mit Anzielmng 
MiDcr llrsnebeu, die ihn xuni Kriege bewng'en, geantwortet haben rfoU. — 

Vom dnnisehen Graf odr-r Prinz Wolmar*) continuirel noch die 
hftftf ÜCeiiuii^'. dartH die Ifviratli muli uf^ehulltni wird, bis er zur f^iie- 
cbiMheti iCelijiiriou trete (doch wtdle inau ihn mit der Taufe verschonen) 
und da«« man ibni an Stall der beiden ver(i|iroi-hen('n Hcr/,i>^thünjer, 
kU die den .Schweden p»r zu nahe liegen, weil er, der Orossfllrst, mit 
ibiitii Frieden lialten will, andere zweene an der tattarischen Grunzen 
ciaräunien wi>lle. Alan ist der Compas:* an dem Orte gar verrU*^kel, 
dabcru an allen Orten nun andere Gredanken raUsseu ^ef&säet werden. ^ 



"} Weitere NaclirioKteo iib«r jicae von däm KurfOiralen in Dvt^g Teraiichto An> 
IHIh aind nicht Turhanden. 

* Oruf Wolücmar Cliri^Liun GüldeoUfre, ein nalOrlißher Boha Chrt* 
■Ion'« IV. Ton Dlnemiirk; seine WÄl>ftichtJpe VcriuHhlung mit einer Tochter dm 
Z<n» HicliBoI, um Ucj-cntwillcn er niuh iincrlj Muskaii krgcbon liatte , bescliafiigt die 
ttUiagrn >ii«a<>r Zeil u«raLcb vid; der l'liin wurde dtnn rUck^ltiigtg, nngeUlk-li we- 
[Wi dtT W^iyi'Tung dt'* liraff^n die K'tligioii »n wpchstlii. 8. Horiniaiiti Ge.-ift), d^n 
fte*. Stuu MI. p. f>ßl, timt mehr dmilbc-r im Tlicntn Eunip. IV. ]i. 493. V. p. 132. 
W fiif*; 740. Di« pulilijchv Bc-deutnag, iiv itiati 'Itr 8jicli« lueileg-li: ^ gulit liiijrvoE 



142 



I. PnaHflOD Dbid PoI«q. 



Der Kui-furst an den gelieinioii Canzlisteu Christ. MeIcliior')w 
Dat. Colin 29. Juni 1644. 

(OeticiLTii- WerbuDgL-ti aus der SeczolEtu«« bestritten.] 

9. Juli. Wir haben die Verurdnung getimii, da»s eine jede von denen U 

der Festuu^ Pillau Ikgeiiduti C'ompagiiieii mit 54) Maun, wie nidhll 
weniger auch die in der FeBtung; MUmracl flieh befiiidende zwo Coui'< 
pa|<ii]i'ii aui;!i ji^de mil äi» Mann, und Unsere Leibgarde mit ^JHoti s<i 
viel veirilärket wi'rdeu Bulle ; derowegeu dann Ujiser Uet'ehl UuTunt aq 
Dich ergehet, das» Du Unsera Gouverneurs in beiuelteu beiden FeBtan 
gen und Unsemi Capitaiu von der Leibg:arde die hierzu behfirii 
Werbun^sg-elder aus Mnseni neuen SeezollH-OefSUen, als auf jcdel 
Knerht vier ThaltT, welclies nlleft in allein nämlifh uf 3(X) Mann, welch« 
zu deneu (d)spm(icirten seehs Conipngnien zusammen geworben werde 
9i>t!en, zwölf hundt^rt Thaltr auntragen wird, i'ordcrlielist (weil sie nül 
AnagaiijEr des Anpieti mit Holoher Werbung fertig sein »wjUenj abatAttenl 
und entrichteu, aufh auf sutltauL- ncuwerbeude Knechte, wie sie nach 
einander efleetive prat-sentiret seiu werden, da dann bei jeden ftlnl/.ig 
aehn Gefreite i^t thun sein, die ordentüehe Uihnuu^sgrelder »uszaliien 
Hidlefit. Wuriiei Wir Dich ahi*r hiermit erinnert und hefehtij^t:! haben 
wollen, dass Uu es mit dieser Werbuit^^ in hCiehBter geheim sein laäsen^ 
und uiemandeu davon das geringste erütFne« sioilesl. — 



König Vladi.slav IV. au die überrätliu. Dat Wai-seliau 

JO^Sept, 1644, 

ept. Mail liah« sich in Bt'trt'lT des dem König zu eiitrichteinleii Tunnin 

Juh. liapt.. von dcuj Köiügiiehen Aiithcil der tfeezulleiuiiuhjiu' geja:en U&tk 
Spiriug damit t'nt^clmtdigt, »1^ üb der Köiiig' detu brnndeiiiburf^iBcheii Qi 
jiandttti, dvui Hofgorichtsrath Friedrich von Üölx«, dtr bei tJelcgeiibeit d« 
Begräljuisges der vtr^torlieiien Konipin nach Polen gpfithiokt worden wiu 
JLi Rüeksk'ht auf den Lei dem jeuigen schweditch-daiiirirJu-ii Krieg ungel 
lieh darnieder liegenden preitssischen Handel (vergl. den Zollvertrag \oi 
1Ö41 Art. V. ob. p. 88), tüe Nachlassuiig jenes Termins fiir diese» .fahr 2u- 
gwpiigt Imht'. ^Oli Wir Uns nun wol über Ausbleibung gedneht<!?r 
sonilfrlich dahero verwurnl,ert, dass fa&t alle OomimTripn, dif sonsi hei 
ruhigem Stande au uncerädiicMleae Oertür sieh zu hegelien gewöhnet, rd 
JeUu einzig und Hllein tmelaer Danzig und Köuig>bt'rg gewendet, daher 
miui ganz keirKi hitlige Aii.^])(liehu.' der Zuhtuug wegeJi suchou können, 



') VturwnllPT der uns iun cinkommeoilen SeeKÖllcn gebilil*teri 'Kw«e. Vor^jl. iin 
dl« Hchri'ibni dt-H Kurf-, dat. 30. 8ej>t. umi 55. Nu*. 1644. 



0!e B««enllku3e und d<r polnlacho Anthell- 



143 



lubcu Wir XSaa «lamioch loebr daim höchlich hierüber entrüstet, da^s Kw. 
bvfl. Bot. sich uicht allt'iu iiiiUTi^teheu , ciue solche Sache vürzubringeii, 
dir Ulis ki'iniT (fi'stalt in tlt'ii !?%inii komme», ffciiigor dass Wir Uns vur 
(tbbertjhrt^iu GesAnciteu ilesfaUs eiiiigermahstu atisgflasscn haheu öullteii, 
coiuleru inich auch aum Uebei-flasii in allen üüsern Angelegenheiten ün« 

mit üat-hdeuklidieii terpiversatiouibus auHiuhnUcn gelüsten taßpeii 

Dem Edelpu Un^el'l'Il Rafb und bcsoiiderti HphfD Getrauen Ii^aalt Spiriitg 
hiheii Wir Tor jetzo gnailigst Commisü ertheilet, mit Ew. ijp?. Uet, obschon 
ih«s«llie äiüh lilier die i'ouuuercieiL uüuothig be^cbw^^rcii, Un» aber bvrgs- 
gfffl da.-! coutranuiu ^pciiug^am wis&end, de?j Tcriniüs halLcr uud wann solche 
ZÄhlnu^r wird sollen jrt-ioitt^^t Wfrdeii, üifh abziifiiidcii. UftVlik-n di-nitiuch 
K». be^, ßet. hiemk triHtUi-h, Uns Weiler kdit^^s Wtgt'S auf/uhtiUcii , smi- 
dffn» vieluH*hr deine, wa» ciiimBl von beiden Theiton beliebet, ein QeDügfU 
SU thun^ 

IHe Oberräthe aii «1. KurOirstcn, Dat. Königsb, 27. Sept 1C44. 

Uebers^eliickeu Abschrift des Küaiglicheii Schreibens und bitten um 27, Sept, 
Auweisniig', «iit.-i dabei KU tJiaii. ^Wir koriiH'u njulit gedenken. dfl«s jemals 
rill fcü enifttfH utiiJ bf-ilraulichen fcjclireibfu . auch daa tm viel Kncbdenken>, 
*(fi dif!-<'h, erwecken können, an ili<' Ubtr Käthe gelauget würe. Erwarten 
iltnunncb (w<filri dif Äpiriiige ohn Erlegung; L'iner gcwisnyu Sumuiea nd ra- 
tlimcm von hiriiieu nicht rücken wolli-n) iidt grosfvCiii Vtrlangpu einer sol- 
fhetj Rcsdliition, welche S. Kön, Maj, ciaigeritiassen cuntentb-eii und dfts 
inite' Vertrwnen ffepen E. C'h. D. erhallen nuigt'.'* 



Der KuH^irst an die Öbemithe. Dat. Ciistrhi 26. 8ept IG44. 

D«.^ harte Schrniben de.« Kouigs wird wo) nur die Schuld deK Cloaui- 6. Ooc. 
piste-n sein, der dabei ileti Ktngebiingen diT Ö|iirrnge gefolgt i*it. Uebri* 
Htna «ollen üie diesen ilie in der Caiuiaer jetxt vurliandejicit cOOO Rtb. ad 
rujonirru an^^Äfthleu; nach Scliliessimg ilcr Scbiffart soll die Sache weiwr 
tlwiegl werden. 



Der Kurflirat an die Oben-äthe. Dat. Ciistrin 30. Sept. I(i44. 

(KüTiif^psb. Arrli.) 

lOppMltioQ und Wrilächljguiigen gt^^eu diu VcrWiiltmiy der SloJlgcHcr in v'mct Le- 

Kadnen Kmm^ der KaifQrst besteht (lArauf, clua dio i^ccKala^c nicht in die Reot«i> 

)c*niTiier eiugctiracin, eonäcürn ihrem bt^c^nduruii Vinwaltir ctitriUil^t wirt],| 

Wir üHulircn, dasn Ihr hei den EiuLehmcrn des I^luiidKulIs äu 10 Ogl 
Kimipiberg die Aii<.)rdnuiig gieiuacht, daöP sie unumeltr etliche Wochen 
bftro den Antbcil den Aii^menti in der Canimer beilegen und verwahren 
oitlssen. itamit Uns^'r inmtnderlicit dazu beslalter Einiiehiucr, Chri»t(H>h 
MtflcluMr. <ieu»elbeu niehl plidiig werden kujincu. uud suli tjidebea zu- 
luhi lu keinctii anderu Ende geschehen sein , dann das» Ihr solcbe 



144 



I. PreusMu und PaIsd. 



1 

\1~ 



<Vltler in einc^emsse Sumnien zusatnmen bringen und sie dorn Spiringer 
auf et'ine jetzige wegen Ihrer köo. MaJ, zu P<ik'iv öidlicitireude Forde-_ 
rung auB der ßcntkainmer zahlen la^tieu woUeu. 

Nun iat Eucli gwugsam bekamit, wit^ fi:rüS9e Sorgfalt Wir je uud 
allwefre und sonderlic^li in diesem Jahr geba.l)l, damit Jlir Köu. Maj. 
dajj Ihrige ricbti^ beLuinineu fiolliin; ja, wie Loch und ileJHäig \y\T_ 
L'nscrm AbgcHandteu und Hiffgeridife liatlu*-, dem von G^teeu. nuc| 
uiildnffst dieses negotium neben seiner HiiuiitveiTJchtiiiJ^ zu Cmcau 
Uir kön. Maj. zu bringen aufgetragen nud pecoiumcndiret , welches ei' 
auch getreulieb verrielitet und Uns darauf tou Ihr Kün. Maj. sulclie 
gute Erklärung zurUckgcaebriebcu, daös Wir au der Erlaiwung de* 
uäcbHtf-Mitwidieiicn ersten Jalianniä Teriiiius nicht zweifeln, im llebrigeu 
L'utj auch vvül mi( Ihr Kon. Maj. vergleiebeu wollen: inujassen V\'ir 
dann aueli nul' Euer deslull» mit dem exjirea&eu Curirer dieser Tage 
au üiuä getiehicktea Schreiben die von Euch dazu benannte TjOlW ßlh. 
aJ ratiuiiem auszahlen zu lassen assiguiret und Euch darauf mit niRhrern 
Tusere bieriune habende gute Intentiitn rescribiret, aueb wul vermeinet 
tiUtten, es wUrde dasftelbij^e Cleld getnelter Uuser Einuehmer Chrisluiih 
Melchior augeurdnetcr Massen in öeiner Cassa haben und alle« in dem 
Slande i'rhalleii werden, wii' es vor diesem •i;'L'wesen. 

Naelideni Uns aber dieser luthcat allerhaiul Nachdenkeu verursachet n 
und Wir darunter befunden, welebcr^cstalt mau tiicbt alkiue liierdurcH 
zwischen Hir Küii. Maj. und Uns einiges Misstraueu venirsacheu kfnnire. 
sondern wie sich auch von tuit'augs etzliehe Unserige an diesem Z«dl 
bedienten der mit mehrged. Unaeriu Einnehmern Chrirttoph Melehioru 
besi'liehenen Verordnung aowol öffentlich ali* heimlich widersetzet uud 
auf allrrliHiul Itanke und Praericken gedacht, dadurch sie denselbigcn 
hinwiederum aus seiner Verriehlung heben nud äu üireui Vurtheit um] 
Nutzeu solche Eiuuahmsgelder an sich bringeu nitichten; wir wollt 
geschweigen derer Discurs, so sie ungescheuet. nicht zu Unserni ga 
ringen Naehthcil und .Schaden, liievun tilhrt^n dürfen, welche Uns wc 
ifiu Ohren kommen und Wir ohnesehwer niuthmassen kÜDncn, dass eben 
üieaeLbigen Leute Eueb biezu veranlasst und verursaebet: fl 

Als halten Wir Eure Personen hierinnen wtd entschuldiget und 
tragen die wenigste 8iirge nicht; Wir w(dlen wol weiter hinter ein 
mehre« kommen und zu rechter Zeit es einem jeden nach seinem Ver- 
dienst venveisen. Uns aber mit Ihr Kön. Maj. darüber also vereinigen 
und lergleidiL'n, dass dieselbige mit Uu» W4il content sein werden, 
(»eslalt Wir dann dessen gnugsam versichert sein^ daee Ihr Kfln. M:^ 
iü UUÄ liiiruiitiT keiu Miwstrauen aelKcn, noch viel weniger einige \ei! 



^cn 
imL 




Die SeB»ollkft<iMC. BUnd^Bche oder rfir«tliobB VernraUuiig 



145 



AntaHHUU^ zu «»Iditr Wnirreötirunj^ dieses Unters Antlieilß des Augmonti 
fftrgfbcii. SintemHl von Anfang Rulcber Verfaßüang dieae Quote nie bei 
i!rr preussisrln-'u UL-ntkuiuiuer, simdern von den Öpiringcu, naehnialn 
Tun Uüfieriii rfoiiiiin^iin-isfci-, mwh vcrwtorbeiieii H»I/»elireiberii Hans 
Sjeluiizen eiogeDoiuLit'ii uud i» Aiit^gabe berechnet worden. Wir auch 
dariuue bisher« aisu «nntiiiuiret und Uns iu keinerlei Wege daraus zu 
begelpen bcdaeht seiu. 

Darum ük^ i^t rnscr ^näd. Begehren, ja Hefehlicb hieuiit an Euch^ 
Ihr wollet äu Vi'rliitluilg uiebrerer WcitIäutUj;keit diesen Leuten, waun 
flc in derffleiehen weiter an Euch kommen, keinen Glauben beimessen, 
und dahs «'A nur bloss ihr privat Eifer und Nutzen ist davor halten^ 
aiHbald nicht alleiue beHchafleu, damit mehr oilenvähntem Unserm 
augeaatzteu Eiujjehincrn. Christoph MelchiorUt zu Auözablung der 
f!em Öpiringen ad ralicjuem verordneten 5000 Rth. aowol die bisliefü 
ht'i der UeulkninnicT vorentbnUene, als aueh die kllnflig wiicheutlichen 
raDliatV und Tn»* am Augnieiito gehörigfe Gelder richtig abgefolget 
werden niöjcen; sondern vielmehr aych, wauu künftig öolche oder andere 
dergleichen Dinge von bösen Leuten Uns zu Schimpf und Nacbtheil, 
»uch einem daran^ erfnlgenJeii zwiseheii Ihr Köu. Maj. und Uus vor- 
geuuuHueu werden ^uSUru, dieselbige zu Erhaltung Unserer Reputation 
und Hoheit ahwen*leu helfen und an Unsere Statt Christoph Melcbiorn 
n, demselben ;mch auf sein jedcsmaligea Anaucben in allem, 
* '/.u Unterm Besten iw Erlangung dieser GefUllo dienet) allen guten 
lieforderi^aiLien Willen erweiaen und widerfahren lassen. Wie Wir dann 
lu £uch aanmit und »unders da« gnädigste Vertrauen haben, Kuch, 
tüftcrm Oberbufggrafen und Oberrathe, e^* aueh vornehmlichen Amta- 
balben lukuiomt')^ — 



König Vladislav IV. »ii eleu Km-furnteu. Dat. Varsaviae 

IT.Oct. 1644. 

(Ktiier Prüt(;flt gi'gen iliw schwcditiclic Heirätsprojecl; ch wird rini< kntegoructie Aot' 
• urt verlangt, Die frcliideii TrUppuii^erLongeii i" FreUBse» wordtTi u»t«JtBagt.| 

VlfidiAhmü IV, D. G. Uei Poloiüae Sermo principi Domino 17. Oat. 

Fridcrit'o Guilhehiio Marehiouj Braudenburgcusi ..... Ser""« Priuceps 
Ü. Krater uti Fili Noster CbariBaime. 

') VfTgl, hKiiiiit leauiidora unu*n das Schrei I eii i3i;fl Kurfürsten an Melchior, 
dat. !fö. Not. 1644. Au« dieacm^ wie »uh dem früliereD ^clireiben tqdi 2£^. Juni er- 
kennt man dQntlirh du MotiT, wed^hnlb der Karfür-et die Sfitzollgelder mijglictiHt dt^r 
Cantrole dtrr sülmidiflcIieD Dtibürderi tu eütsicla'ii snclit und auf der BeibelialtuDg lemei 
rigcoeu B<T«ml«n lieüti^bt. 

%M^n. lur ficMilt, il. (Ir. KiirdirMcti 1. ]Ü 




I 



Etsi de ßonstaiiti exmii4irjuc qv^a Nma Öi.Tti« V" studio illibatoque 
atque intern ^'ratae atque obligatae vnluntatis ufficio tiiialiiiuo afTectu 
optime peraiiasi sumua, uee quicquani, quod Pactis Feudalibus ctmtra- I 
rietiir, agfcressuram Sertem Vnm cnjifidanius : attji!in?n cum ex diveröis 
lücis non vana, «ed. cimstaiiK vu^e et faiiia ad Kos adf<?ratiir. ISert««» 
V»ni in euiitraheiido cum Principe .Sucdae cutinubio ]iluriinum elahn- 
mre, pactaque iiiatrimmiialia iaui ganxiänie vct saueire v^lle: licet id 
de Ser« \'« Ijltii iiiultis nec^ssitudinibof» Nobis ponimn?ta diflicile credi 
pussit. ipsam poslbabita authoritatc Nostra Keü^a beueticiariit|ue et Feu- 
dalis Priiicipis ofHeii necesBitudiiie ucglecta, sine Bcitu asseusuque No- 
gtro et contra Hdem, qua NivbiH et Keipublieae obstritta est, fa inire C4io- 
»itia couiuuctioiieaque expeterp. quibus Rcspubliea in diecrimeii aliquod 
coniici puRsit; doiieg^are tauten lideui prorsiis rumtiTibus bis iioii potui- 
nm^, quos inniti certis coniecturi» videniiis. Ac ideo danda» statim 
ba^e ad Sertf^ni Vam censuiiiiüs siiuanter candeni hi.irtautes et dilig^enter 
ex praescriptii Pactnruiu, quibus Se^^a8 Va ac Imstibus Keipublieae htt- 
atemque fore net' cuui ipsis aiifinitatos contrabert* spupimdit. postulante», 
ut expensis sccum nfficii, allinitatiB fidoique nitiombus. ewque in eou- 
sideratiiine babitu, quod haec Ötr^i« Vuo eoiiiunctio lialatiiinfrn Pacto- 
ruiii Feudaliuui iiiducerct^ eoa ineal inodoö, quibui* sc et bCHelieii ac- 
cepti ^ratuiu et tidei datae tenaccm et tut necessitudinuu] nieiuurein 
ivatendat, N4)bii4que cathe^orico respouBo inenteiu suam explicare velit, 
utnuu dt^elarationi por lIliistreHi Hegtii Cancellarium co in neg^otio ad 
Wertem Vnn» tiludiifSc ablfgatuiii Nubis datau tüiiaciter iiistitat'). Qmid 
a Serte V» expectaatcs uon ambigiuius pro[Mi8ita aetionesqije suaa ita 
mudcraturaui, ne iu suspieionein paruai eonetantis erga Noa el Rem- 
publicani vobnitatin venire oecasioneiiique ^talibu** Kegiii dan* po^sit 
niattire deliberaiuü pmspiriendiijue, ne ex \\'dv aftinilate ipiirquani in- 
eumiiiodi Keipublieae eveniat. 

Cctcnim cum Nobis quoque relatuni eit. i^er^ef" V"i contra Pacta 
Feudalia, sine cou&ensu Nostro in Prusi^ia scrihciidi iiüütis cducendi- 
que in Murobiam el ulia bn-a topiaiii et putestateui variiH persouia ta- 
cere, cunipelljtndaiu *]UiK|ue praeneiitibug du!^imus', beui^e pro debito 
DecessitatiH teudaliaque ufficii inrc requirentt'M, ut, pimteaqiiaui e\pen- 
derit iu hae etinuimui ti^tius Clirifttiaiiititis perturhatinue glii^entibuA 
assiduf matilnis, Nu» qmique niilite pusHe iudi^ere, id ipiimu severe 
prohibeat uee paliatui', ut miles ad alieaa stipeiidia cvueetur* qtii tem- 



') Si. (itien p. tot S- \n dem äclireibei] des KiirfQrüten an Qiitce iiTtd L«U€hlinftr 
dal. I.ftepL I64a. 



Die soll wodli seile Heint- 



147 



|wre nt^ceKsitatiB in luntji nciriia hostiuiH NoHtroruiii ma^mt uaui Hci- 
publicae e«sf |iit*pil. Qua iu re persiuii^um haheums, äert«m V»"a liuius 
requintinnia Nostrat' a jmhlicae pads ntiiue aeciiritatis luiusa profeota^e 
Wim quam par est rationeiu dutifiiraiu et imn moclc» ofliuio ex prac- 
itcripto üosui^ue Fart.i»niüi Feudaliuiu scse accoraiuudaturain . verum 
etiam neceuHitudini atque amicitiae existiutatiuniquc »uae coo^utturaiu. 
(juam lieiio et relieiler valere cupimus ipsiqtie Studium et benevolen- 
tiaui Ni>»trHni KefjriJi"! propense dei'erimus. 

Pet Bergniauii au d, Km-l"Ür8teii. Dat. Dauzig 12/23. Nov. 1644. 

IBnnßbttng^ii de» ft-Ans&aiachen (lesajtdtsn de Bregj in WarBchati. Stimmting tP 

P«len wegtru dei» ^*chweiliaicl.cii HcJrRtfip»gji>cts. Ereg-y ermahnt, die Sache aufiuachte- 

ben lind veMj-ncht spSi^r fmczö^iAcbo Unteratütuing^ Der apiuiacbc Gesandte.] 

E. Ch. Ü. wird albereit wol bekatmt sein, was des Kön. ftanzüsi- i 
»tiien Abgoiirdiieteti Viütinte de Brecj bei Ör. Kön. Maj. in Polen Ne- 
gociinjiigs l'uiu'te g:ei\Tsen waren; dasselbe aber hab ich mir* gründ- 
lich ertaliren, nac^b deine g^cinelter Herr Viconte von Warschau zurtlcke 
hier angelandet (von dannen er auch flchon vor 4 Tagen wieder ab- 
gereiflet iöt, um seinen \\f^ naher Münstt-r, die Hcireii plempotentiarios 
»eines* Kftnigs alda zu spreeheii, und von daaueu uaher Paris äu uehrnen), 
Dftiutieb Ij nach tdVeiitlieber Cundtdent/. wegen tr^dllieheii Abgangs Ihr 
Kön. Maj. der Ktiui^u huehßeJ. GcditehtnissM, Ö. Ki>n, Maj. sowol auch 
Kempublicaiii von der Partei des Hanse» Oesterreich abezuzielien und 
XU einer vertriiulichen ('urrespundentz, wo nicht nähere Alliaucc mit 
Frankrciclii zn niitliigeii und zu bewegen. 2) S. K.öw. Maj. zur Mediation 
bei den Tractaleii des genetal Friedens xu inritiren. .H) eine Heirath 
Zft-isehen Sr. Kön. Maj. PerHt.»n und eiueni Fniiilein in Frankreich etwa 
4llf [LoulgeWlle, oder JJevera, oder Guise, weil die von Urleans gar 
Ol juQj^, TurÄuachlageu. Diei^eis ailee, wie man vermerket, ist so wol 
von Sr. Küu. Maj., als den anwcseudca Herrn und Senatoren sehr 
freundlidi au%enoiiinien worden und Ihme dem Vieonte firro&se und 
gar bonderlfiire Ehre und CarcHöe, so er selber uieht gnugtjam loben 
kttnn. druufhewieijeu worden, und endlich die Abrede geuummeu, daas 
er von seinem Kfinige mehrdcre Intstruction iif sndauige Piuiete eikudö 
bölen und uf kUnJ^geni Polniticheu KeichÄtage, bo pro äU Febr. aus- 
i;eschrieben uull werden, eu qualite d'AmbasHudvur au alle Stände sich 
eiusteUeo nitige. 



a. Not. 



CaticÜla Renat« von Oestr^ich , Tofhtar KalaeT Ferdinand's II., enle Qe- 
_Mlilili d«B Koiikga VMUIbVt K^torheu aru 34- Ukn Hiii. 

10* 



Unter andern aber, ^iiädi fester rinirnirst und Herr, was wrolgr- ' 
nielter Viconte inir vertra«lii;li eröffnet, \&t dieses nit;ht das g;ering«te, 
snuderu mir da» vnniplimste f^ewcscii, v/m E. Ch. D. immediati.' rühret, 
iiilmlieh dass hikhatged. S. Kün. Mnj. gre^enst ihnie priratim von Ihf 
solber urivatim aiip^t'faugcii fiiitte zu roden von E. Hi. P. vorliabendeu 
Hcirath in Sfhwedenj als welnliu Sie vor ■;:ewiss hielte und rleswegeii 
über E, Cli. I>. sieh beachweret hätte. Üaraiil' er der Vieftntf mit 
wenificeni ^eactu'ortet hätte, er künnle nicht glauben, daes E. Cb. I). 
mit snIelitT Hcimth jurtfahreii sollte (dme Sr. Kßn. Map. Vorwisseu 
und ivider der« Willen; dann E. Ch. U. Stat könnte es iijeht leiden, 
sich in so gehwere Üillideutz, daraus ijffenbare Feindüeliaft erwacb«eu 
kitinite, '/u setzeti; es wurde solch Oeadivei mir von nniasffönflti^en 
Leuteu herknnnaen. Was hiei'rtuf S, KÜn. Maj. rcplieiret hätle. das 
^agle er mir iiiclit, ctiutinuirete aber geinon DiseufB fidgender OestaU : 
es wUrde aein Künlg und Herr gewiss E. Cli. D. und dero höeblrtU- 
licliem liausr eine sivlche Erweiterun*^ der Fortune piiiz gerne früniien 
und diese Cunjunetion mit Scliweden als dero Bund^enogsen Krouc 
ilmic ^ar wnl <|;e(al!en lassen; allein er vor sich vermeinete, dass es 
bei gegenwiirtis?(^r Conjuuctur aller »Sachen E, Cli. D. Stat überaus gv- 
fälirlieh fallen wollte, an jetzn damit zu eilen; dann genehehe es ohne 
Wissen und Willen de« Königs in Pideu, um würde die Offensii-ni ^ros« 
sein hei Ihrer Maj. und bei der Republique zugleich und bei dieser 
wöl ntteh g^riiBser aU hei Ihrer Maj.; dieae zwar würde das Ueitig 
schmerzen, d:ies hiedurc'h ^\e und Ihre NaelikünniiliD^e aller llulfnunp:, 
Jeuials zu der Krone Schweden ku gelaufen, beraubet würden und zwar 
von Ilirein beuificiario Principe et Vaeallo; was aber die f?ia»de Rei- 
publicae roluniciic dazu sagen iiijd thun wUrden , das hittte er Vic<mte 
auR der vnrnehtuHten Senatoren Discurseu, eo sie auch luit iltnie davon 
mit grnsyeui Eifer j^efllhret hütteu, ahzunelnuen; dann sie hätten weil 
mehr als der Kr>mg von dem Schimpf und Nachtheil, ho E. Cb. O. 
Urnen damit heweisen würden, ihm gesagt, als unter andern, daös sie 
hiedurch mit ihren Feinden den Schweden rund uni besetzet und lie- 
schlot+aen «ein würden, nänilicb in Kieiland, Preusseu, Pommern und 
der Mark und in den fircnzcn ibrfs eigenen Landes Preussen, ihren 
■vinccriluis. denselben Feind stets haben mildsten und dabero keine Stunde 
ihrer Ruhe und Friedens »ic^her &ein kannten. Wie würde Kespubliva, 
«o gerne sie eonsten Frieden halten widite. solche** leiden uitigen? in 
AnnicrkunK den friÄchen Excmpcis. so in Holfttein und Dünemark vnr- 
(finp* und der tilglidi zunelinienJen schwodiwchcn Macht iitid llucb- 
iHutliNV Sii- viTnicinelen, andere benachbarte, auch wol abgelegene Po* 





Pr«Dkreicli und lÜe Bdiffeiiidcll« He?nE. 



149 



Ifftitaten und Kfjmhlifjuen würden darilher weite Anpen hckonimeu, 
lind jftimix werden, wann diese ConiuncHon gescheheu aoUte- Der 
KHiHer würde, wo nicht jctzo, doch in Kuraein hernach sieh ^eruc mit 
ihnen ileti Polen ciniiiuife'ircni wollen, Hok'iie' ticue Madil und Oevvalt 
der Öchwetleri zu brechen mid das Haus Brandenburg: zu züohdgcn. 
tlarbei nicht allein die Herzop^tlUtmer Preussen und Fumniern, son- 
dern wid die Cliiu* Äclher itericlilireti möchte. Von Dänemark zu ge- 
whweigeu. «o würden uml könnten auch die vcreimg:tc Niederlünder 
e* aicht gerne sehen, ilnss Schweden 8« sehr an Macht zunehme, wie 
durch diese llririith ^eaehelieii vvitrde, nh welche ihnen allein und uiclit 
, Ch. D. erbaulich und zutrii^^lich sein würde ; dann sie, die Hehweden, 
vis» E. Ch. D. nicht die Autorifet und das abeolutuni duniiüium, was 
K»"iiii|? Gusta\nö Adolphus gehabt hätte, eiuräutueu, sondern nur einen 
blossen Titul, vielleicht des Konifj;s, ^'eben, selber aber nicht allein das 
K(in itf reich , sondern auch w(d E. Vh. l>. eigene Erblande nach ihrem 
WilliMi regieren würden WüUeu » und dünebeu E. Ch. D. mit nnauf- 
hörliehen Kriegen plagcD und verunruhen, äu hitdistem Verderb aller 
Ilini'T Landen und Unterthanen; dann die Schweden könnten doch nicht 
fiilicn, sondern mü&üten nur aun einem K.rieg^ den andern spinnen; man 
wftsfite wol, was sie vor Rathsrhläge gehabt hätten wider Pulen, ehe 
sie sich resulvirt hätten, in Holstein einzufallen, und hätte nach dieaom 
liämsiChen Kriege die Krön Polen sich nichts bessert* zu vemiuthoii; 
wie wUrde dann auf solchen Fall E. Ch, D. als der lieipublicae Va- 
!«illus voD einer Seite und König auf der andern Seite bestehen? 

Diese und dergleichen Discurse, so er, der V^iconte, ofte zu Wa.r- 
schau gehöret hitttc, stellete er an seinen Ort, wtdlte aber (als ein 
ceritiger Diener Sr. Kün. Maj. in Frankreich, welche ein wol atfeetio- 
uirter Frt^uud des HauBes Brandenburg wäre) aus treuem Herzen rathen, 
E. Ch. D. wolle geruhen, mit dieser Heirutii (wofernetsie dahin zielete) 
nocii nicht xu eilen, sondern so lauge nur diitnil einzuhalten, bis man 
wlic, wie es mit der jetzo vorgennranienen Tractirung der Alliance 
iw-iüchen den beiden Kronen Frankreich ivnd Polen abliefe, welches 
wol balde. nüniiich iif hevorfilelii^ndeui Polnischem Reichstage, sich 
wpiijen würde; dann wann solche Alliance vor sich ginge, ao hätte E. 
rii. D. sich zu vcrseltfu , dass sein König und Herr äu diesem scopo 
iler Heirath E. V\i. D. sehr tordersam und behlilflich hei Polen si^n 
»\Urde; einen Weg aber me ileri tindeni würde E. Ch. I>. niis der ge- 
Jiiehen Alliance' sehr Wel Nutzes und .Sicherheit Ihres Stjtt(> vermittels 
der Afteetion heider Ktinige zu erwarten haben; anjetKo aber und vor 
t>cblieÄgung derselben Alliance + wann gleich E> Ch. U. den Consens 



150 



I. PrauM«h UQd Polüa. 



oder Beliebung des Königs in Tolen und der Reipublicae vor sich i 
alleitie suchen wUrde, um obgemelte inconveniontia zu vermeid^u iiQd j 
die widrige rationes zu diluiren «der auch gute cnnditiones dagegen ' 
vorzuschlagen, an wHrde doch E. Cli. D. hei gegen wartijKer Coniunctur 
schwerlich etwas bei ihnen rU*htcn liud erhalten, weil man E. Ch, l>. 
alleine nicht trauen würde, wie hernach wol geschehen möchte, wann] 
Frankreich sich der yachen vor E. Ch. D. annehmen würde. 

Bergmann lehnt höflich ab. irgend wie i'ibep die Angelegc-nheit TjnlPrr j 
richtet zu sein; Bretry will in MüusCCr mit dcu brtindenhnrjfiächeu Gesandten 
weitere Ruckspracht.' nehmen und hofl't bei t^einer Ruckkehr nach Polen den] 
Kurfürsten in Beräin zu sprechen. 

Die Funktöj über welche der jetäst auch !p Warschau auwefeade Fiin>t| 
Ton DJetriehsteiu im Kamen Spaniens dort zu verhandeln hat, hetrelFen: 

,1) einen Pur^hziig Kait^erlicber Soldatesca geg-enst Raguzai. 
*2) die HeirtUh des Köni^R in Polen^ damit tüo nicht üf das Hansj 

Pfütitz, wie vor diesem vorgewesen, fallen innge. 
3) die neirath E. Ch. D. in Sehweden zu hindt-m.* 



Der Kiirftirst an den geheimen Canzliateu Christoph Melchior, 
Dat* Colin a.d.Öp. 25. Nov. 1644. 

[Der UfiberecbuBB aus 'Setn Ertrng äor Sc üxo! Igel der soll ins geheim dojn KucfSrMen 
(Iberbracht werden mit Umgehung der OberrAtiie.] 

5, Dec, [Der Kiirfür^it hatte ihm e. d. IL Not. Befehl ertheilt, den Martiniter- 

min von ftO,ftOO fl. pol- aus den Zollgeldern zu entriehteti; flies wird nun 
wol geschehen f^ein:] wie Uns dann nicht weniger lieb zu vernehnjo^n go- ^ 
wesen, das» Du noch hierillier un Zidlgeldern so viel bei einander hast^l 
dasp nirht aJtein der rinarnison in der Pillaii inxl Unserer Leibguarde ' 
so viel [>öliming dai'on entrichtet, al» nie bis zu den neuen einkom- 
menden Zollgeldeni von Nötheii hat. sondern Uns auch darheneben noch 
ein gwt Ötliek Tieldes heraus gebracht werden könne. [Dieses Geld 
Koll er Sil hald nU niiiglirh pefsnnlii^h dcni Kiirlurstrn üherhringen] Die- 
weil Wir auch selber, wie Du gar w»l erinnerst, davor Lalien, dass 
Du an solcher Keiec von Unscrn Ober Käthen wegen der Reehnunp , 
gehindert und aufgehalten iverden möchtest- so haben Wir ihnen bei J 
itztger Post solche Deine Reise nolificiret und ihnen zu verstellen ge- " 
geben, dass Wir der lieinigen Person in einigen Mtlnzsacheu alhie 
benilthiget wären und Dich demnach anhero erfordert hätten, woselbst] 
Wir Dich aber nicht lang aufhalten, sondern bald wieder Kurliekächicken 1 
würden, da Du dann Deine Uechnung vor ihnen ablegen Mdltest'). , 



I 



'j ScIireibeD an die OburrllLl]t<, dni. 25- Nüv. H?iL iKfJnigsb. Arob.,> 



Die BccioUtcftKüc luid der KnrfiJrsl. Diu acliwcdisohe Heirat- 151 

(Der König: von Tolen wird Pioh Tür den JoliatiDiKtenuhi wol mit dfn ihm 
?oQ den Obcrrritheti g^-ZAhhvii IJJ^OOn fl. puj. (=» 6000 Rth. ) bcpuü^'en.] 
Uu hast aber mit allem Fleies ilaliUi i» schcti, damit Du ja die aller- 
^riugKt« Zri(, HUth keiue Äljnutt- an KoHst^nuug Deiner Kebc niclil ver- 
^tinicst, sondeni diegi?lbe nach aller Möglichkeit beschleuniffest. Auch 
IfKl Du e» (liiniit: in aller Stille haltpn^ da^s nichts davon kund wer- 
intif^e; »od diunit aiicti die Gelder desto unvermerkter und tli^li- 
chcr Ib rtzubriDgen sein inftgeu, Sü haat Du Dich dahin zu benilihen, 
die Hälfte davon in gute Reicliathaler, die andere liältte aber 
tu vniiwiehtige Ungerisehe GtiJden oder Ducaten versetzen und cin- 
wechtsela mögest. 

Der Kurfürst an König Vlarlislav IV. Dat. Colin a. d. Sp. 

U). Dec, 1644. 
(Conc. vi>n noverheck.) 

[Afitwort in Ui5treff dtr schwi^Hisulicn Helmt tind der iTi.4[ni1en Werbii&gen in Prensaen.^ 

Etsi haud levi Nobig fuerit solatio, quod Öae. Reg. M^» V» in nu- 20. Deo.] 
|j«ri« mds die XXVIJ |8ie| mentjis Octobris') ad Nf>8 datis litteris 
Sm de tot aT^mcntii* eomprobato propensisRimo patenio affecüi suo 
rerlns seeurosque esse iubeat: mm petBsuums tarnen, quin exiude cun- 
oeiittuii pressumque corde promarnus dolarem, cum malevolorum ^ qui 
inter Ueg. Mtem Vam et Nos rtissidium vcdunt eoque fine no^ifi subindc 
Ser»"« Ecgr. Mtt« V»* aiiimum agitant suspicinnibnK, iuiquos cmatus 
Bon omni caniiese successu videanius. Fieri enim iiequit, quin &ac. 
Reg. Mwu" V*'it ah ea^ quam de eoiistanti itlibatoque studio et fiiiali 
NftBtni iiffectu (uunquam poenitendam) hactenus fovit. tiduciÄ: mm ali- 
i|nantum abduxerint, cum oceasionem praebuerunt, nt öerto» Reg. Mta» 
V" (noii «ine aliquo difftdentiae arguincnto), tantopere a NobiH cxposcat, 
nt declarationcm Mlmo PriDcipi Dom. 8uprerao Regni Cancellario datam 
calhegorids iterum iterumqne rcpetanius responsiß. Tantum autom ab- 
e«t, ul de affectu observantiaque fiiiali quicquam remiöcrinnit*. nt pia- 
puhim Nobi« ducamu» litteranira Reg. Mtis Vte vestigia preraendo ad 
«inpUa earundem cont«ita reponere. In medio itaque positie quae 
Reg. Ml*« V« ex aliüruüi potins su^gcstione quam animi eui inseruit 
Rrntentia, fiiiali obseeramus nh^ervantia, persuasisBinium i»ibi habeat 
Ri^g. Mui V«, ealamitüso licet renim Noetranim statu nihil fausti infe- 
fltique Ntdns pontiiigere poö^o, qutid animum de t^^tatu deturbet- i^tat 
enim »ententia, extrema quaeque pidius pati, quam ins niidare vcl quic- 



') Du obige äc)ireib«n vum L7 Cot. 



Id2 



I. Preuiaen imd Polen. 



quam admitterp, qiiod hoDestati publica^ ndversetur. nedum ut nLllus 
rei gratiii a supraraemorata, tanto iiiterprele, data declararione uoquam 
recediirauB, 

Eiuadcni qinique, quar Rupra, sunt ^eneris quae de conccfisis ]>as- 
sim in Ducatu Pruasiae dclectibua bermae Reg. JIn Vio r*^lata sunt. 
Tantum enim abeßt^ ut vel provinciam (quod »ine maxinio rerum So- | 
Btrartmi detrimentn ticri nori puseet) in discrimen conjicere, vel Keg. 
J(ti \ai- ant Ueijtuhlicae copiam cooseribendi in casii necessitatis militis 
praecidere unquam animmii öubicrit Cfjgitatio, ut potiue omues dslectua I 
(haud levi partium in Iniperio belligcrantiiun offeaaa) severe prohibue-l 
rimüß. Tutandi vero corporis Nnsiri graria nimm atque aUeram tur-| 
mam equitnni couscriberc dcmnndaiiamiiB, pefUtum quoquc aliquot eeu- 
turiaa ad pracmdia beorum post longOB tandeni tractatus ex luanibus , 
extraneonim lam in hiwe quam iu ditionihus Cleveuäibus nuper rco6-fl 
ptorura destina\-iinn»; siquideni nullujii praelectonuti . nisi iusHs praesi 
diis niunita famae vitaequc discriunne tiienda Hiisciijere vohiit. Qua 
ratione haud l^viter coramuni Orbie chriHtiam quieti cwnsuluisee Noa 
putamuH; parKculari eniiu huius reetitütionis exeiupln reduceudao paci« | 
iD Imperin lU'fiiiiL'inni prontotiiiu iri ccrti sumus. Ueipnblicae (|uoqne 
Polvuae a|>prinie iutcressc tTedimus^ ul turbuleutisBiuio hac renim 
ODmium statu loca eidem tinitima tiduciarii Principie. potius quam aliomm 
quomuiciinque praesidÜH mumta teiteantur. Cuiu» rei gratia uon est, M 
quod Sac. Reg. Mtas dubitet, No« omni sollicitu praecautiiros studio, 
ne copine in cum Hncm couscriptae iu ullinri belligerautium purtium, 
ncdum üostium Hcipublicae deducantur potePta.tein. — 



4 



Itistiniction iWx Hoverbeck auf den Eciclist^p; zu Warschau.' 
Dat. Colin ii. d. Sp. -[.Jau. Iti45. 

[Veisuhiedene A.i gelegcuheiten. Das OrdinAmubäidiuiii. Dm ÜtinKig«r Tuchniounpol. 

DitJ Em(-ijcriing düs ZollTertrags- Voi-schtay einer Trankstcaer. Argwohn gegen di« 

ECo DJ gilb erger, D«r neue Caiu].J 

1645. 1) Ks irti daraiit zu ävlivu, dass der Waffeiistill.'^taQd zwischeji Schwer 

13. Ju. den und Polen nicht verleut wird; Zulassung de^ Kurfürsten tur 

Mt'diatiun für eiiieri Ltatändigfu Fri&derj. 

2) In Betrt'ft" dc*s Proctsses wider den Starosttu vun der Louise will 
der Kurfürst iu Folge der Intercession des GrosHknnzlerb und de» 
Königs die Sache dem König aiibeimsrellen; d«ch soll Üovt'rbtck 
die RefiOtutioD des Könip*^ darüber erst atl referenduiii tiphnicu, 

8) Vorsic'btsmiissregeld gegtn dnh Durchfüliroii vim ungesundem Vieh 
von Polen her, wut^ in Pi'eut<&en durch An^teekung^ viel Siijhadeii 
ange richte i, 




laetruotion zum Ußichslkg. 



153 



4) MiiTizangelcpenlieit; es wird in Polen wie in Preussen viel Öübiiflen 
geliiau , durch Khiführuiisr ^'cr Riga'scheu Schillinge wie auch der 
Löwenthrtler und Guldeii^tucke*; man mnss sich flarübei* mit der 
Stadt Riga iti Verbindung setzen. 
5) Des hiubsiidii halber ist Rpipublicae vitraufitellen, dass S, Cb. D. 
umerh»l>> kiiracr Zeit cia gar aaschnliches ') entrichtet, welches der 
von Ilaverheck zu bei-ichteii und allen vvülrigeB bewusster Dextcrifät 
nach abiulehnen wwKen wird. Es haben aueh !S. Ch. D. den» HciTen 
Oherrätheu itzo gnUdigst anhetbhien, dahin au t^ehen, dass m Abtra- 
guüfr den liinteL>teIli;i;eii lit-st» so viel Geld als immer nifj^lich und 
gewlieheu kaim, bei- und imfgctriDben und an g^ehörigen Ort. tlljemiacht 
werden möge; dminenhero hei dem Herrn Schatzmeister wird zu uu- 
terhauen sein, dass jemand ku Abholung der Gelder iiia Herzogthtim 
l'rfUjtsen niWge ub;;eierti^t ivt^rflen. 

6) Dir Pan-netzuti^ itcr littfuiischüu GräJizcooimisaion ist zu betreiben. 
7) Wegen Sigillirung der TUeher ist dahin zu arbeiten, das« der 
Danziger ^ifcHIIatioii durch eine im Heichytape gemachte ConslUiition 
gtiizlich aufgehoben werde, wie dann dem von Hoverbeck hiemit Macht 
gpgelwn wird. :^(KH( Hth- st« Erlangung diefies luteuia zu vcrspreelien 
und »ich an gebtihrendeii Orten verbindig zu mathcn, wie dann Ö. Ch. D. 
itii) (leftwei;en evineireii iiud H.eha4lhn< halten und auf erfolgte Cafieation 
die Gelder aua/.ableu hiösen wollen*). 

8) Milrkihche GräuKCüUiDiiiEiou und Zoll auf dtr Warthe. 
y) So ^ie! den neuen Pi'undzisü anreichet, wird der vnn Hovcr- 
Wck sich annoeh wo! guter Massen in Uiiter(hiluigkei1 wi.ssfn 7m er- 
miK'ni. was S. C'h. D. sab datn dei* U/21. April 1U4-H an ihn deshalber 
pihdigwt reseribirt uml ^'ehissen lassen*), dahin Sie sieh nochmals hie- 
mit referirl haben wollen. Dieweil dann die Cotitinnatiou selbiffen Zotls 
hflchnttthig, fcj. Oh, U. aber bie anbero nierklieheu Schaden und 8. Kflu. 
Mjij. dahingegen dabei nicht wenig Vortheil gehabt, so wird soh^hes 
Sr. Kön. Mttj. von dem von Hoverheek gebtihrlit-h zu remnnslrircn und 
(IsBpbst dahin /u arbeiten sein, daei^ fc>. K'6\t. Maj. in die Prorogation 
^iprllhrten uenen Pfund/.<i>IW gruidigst conHcntiren und &ich jährlich mit 
^ier und zwanzig tausend Utb. imit dem ElbiugiHcheu Zoll) ci)ntentiren 
lawM^n möchten. Es sind auch S. Ch. D. wid zufrieden, da&a der vr>n 
Huverheck tu Erhaltung itxterwahnten Iivteut«, jührlich dem Herrn GroHS 



') AaagMtrloben die Aiifjabe, cSas» e» ]*.^0,1KKJ Quid«» «iud, worilbüi- QuilLungea 
»orlwDdcn. Vergl. Orlich lU. p.M. 

') WifHrtJiüh vf'm die Inalniutiun vom 2-*. Ocl. IGiü bei Orlich tif. p- 33. 

*) ft. ob. p. IHK Der Vertrug vom 5. Dec. 1611 war mit Eade 1014 «bgolÄiifBO. 




IM 



I. FreuiBen und Polen. 



CAnzler fllnf faii*>enil polii. fl., ^vie aucli dem Herrn PommpreI!ii>cben" 
Wo^-woden Gvaferj von Diiiihdfl' dr^^i tausend poln. fl., den Spiringen ein 
tausend Gulden, dem Herrn Mai-sclialk Ka^anowaki zwei tausend, dem 
Viiüecanzlei* ein tausend von Sr. Cli. D. wegen versprechen und zusagen 
möge; Hber das*, hat er eine Obligation vor den Herrn Oross Cantzlcr 
und auch den Herrn Pommercllisehen Wnji'woden hiebei zu etuplang'en. 
Nachdem es auch Sr. Ch. D. nicht wenig zuträglich sein wUrde, 
wann die Tranksteuer in dero Merzogthum Preusseu, ein g-ewieseR, 
etwan eechs Groschen poln, van iglicher Tonne Bier zu nehmen, ein- 
geftlhrt werden könnte, 80 hat der von Haverbeck auch »ulches von 
t^r. Kön. Maj. zu vernehmen; dass nänüich Ü. Kön. Maj. »olches an die 
Herren Oberräthc und diese an tj. Ch. D,, welche es dann ferner an 
dero Preuswische Stände in Gnaden zu gelangen, bringen niWchlen; 
ujid wären Ö. Ch. D. wol zufrieden, dass Ör. Kön, Maj. der hallw 
Theil von ohgesetzter Tranksteuer gereiehet und abgefolget würde; es 
niUggten aber dennnch diejenige, öo die Gelder detihaJber einzufordern, 
in ör. Gh. D. Diensten allein sein und verbleiben. 

10) Eß Boll auch der von Hoverbeck auf der Städte Ki^nigsberg 
Abgeordnete ein wachende!? Auge haben, und da dieselbe wegen Ab- 
echaifung ihrer vermeinten gravaniiuum am Hofe etwas Icntircn und 
suchen sollten, hat er dagegen einzuwenden und eowfd Kön. Maj. als 
auch die Herren Senatoren zu informiren, dass Ö. Ch. D. den KönigB- 
bergern in allen Punkten der gesuditeu Rewcliwerde bereit ein Genltgen 
gethan und wegen der wenigen übrigen, darunter S. Ch. D. mil den 
Königsbergeni noch in Traktaten stehen, sind dieselbe erbljtig, in allen 
billigen Sachen als einen gnädigen Landesllirstcn, dem seiner Stadt 
Wolfarth, wie uueb des ganzen Landes WoKstand angelegen, sich zu 
erzeigen, dervvegeu die t^tädte Königsberg an deroselhen Landeäliirsten^ 
zu vErweisen. 

11) W&gpu der iSackLcimL sehen Kirche «oll auf diesem Keich!>tag nicht 
erwähnt werden. 

12) Wegen des neuen Graben», damit die Waaren aus Litlauea 
nicht über Haab mit Geiahr uaeher Königsberg Uberbracht, synderu 
sicher geechiffet werden kfinntcn. wHre dioHcr Vorschlag den J.lttau- 
Bchen ytünden m tlniu, dass sie etzliciie aus ihrem Slitlel eum plena 
potestatc abordnen wollten, welche die Gelegenheit des neuen GrabenjH 
in Augenschein nehmen und wegen der [.nkusteu ndl t>r. Cb. D, einen 
Vergleich treffen, ob die t^^tände hiezn bennihlgte Unkosten selbst ver-i 
iäcbaffen oder es auf einen neuen Zoll ankommen lassen ^vullleü '). 



') EbeiiBo bei Orllch «■ ft. 0. 





IcstrucCiori tnia Eeidistag Der nüne ZotIv«rtrag. 



155 



13) Du« pxercitiuin religiouit^ äoU in ALwcäCuhfit de^ Kurfiirnton Acinfii 
hinicrlftn.t(,''Tipn Dk'ucni in Köüigsherg frei sein. — 



Hovei'beck an Conrad von Bnrgßdnj-f, o. D, 
Vu» Warschau. Notiz vmi Biirjcrsdmf't« Hand: „ann 14. Januarius iu 
Königsberg cinkuuimen".) 

JV^rhaoctlung über die Emeuemng de» ZoIlTortragB. Bchwterigkeit wvg^n Elbirg 
und wogen ites ki'^tiigliclien Actbeils.] 

E, WolwUrdeo boU nächst allpnnlli^'stcr Dienstanerbiptutig icli Auf. Ji 
Hiebt ruivenueldet lassen, diws z\¥ar die Tun E. Wnlw, m'n ge^'f-bene 
[nftirmation. ich sollte im Zollwceen gar kalteinnig gehen und alle 
H»ndlun^ von Sr, Maj. -Seilen an mich kommen laHscn, m* \npl ^f- 
frnfht^'t, dass i>. Köu, MaJ, ntis selbst wegen der Ccintinuatton HU4^hpn. 
ilin^^pn bewlehen Sie uff der Hiimnieü der hundert taut^end Gulden 
M hart, daxis ich fa»t alle Ili>ffnung: einiger Modemrinii verlieren rniiss, 
UcVt drtH «ü wallen !Sie den Elbingscheu Zoll, widcben fcüie doeb ni^ht ' 
böbcr als iiff iHi/HXi fl. schUtKcn. dtirchauR separirt vristjcn; in diesem 
HtUrkcn Sit* die Elbtn^er selbst und erbieten sich, daH.8 sie denselben 
lu ihrer Stadt einnelimen wollen, in Hoffnung, dass es nach der Grod- 
niwh^o Tax Icidlichei' ergehen, und, wnnn ja ein oder die andere 
yrhwiCTipkeit vorfallen möchte, ihnen laviirabler Tractanicnt ab zw 
Königsberg, da sie allemal sehr sehimpflieh, ihrem Vorleben nach, 
hatten goHen empfjui^en sein, widerfahren würde'). 

Iji einem aber ha! niieb der f^piring; damit nicht wenig venvirrt 
genjÄcht, dass er S?r. Kiin. 3Iaj, folgende iieehuung vtirgelegt: ee hätten 
S, Ch. I>. ans dem neuen Znll von der Zeit an, das» derselbe eiuge- 
ftthrt worden, 42H,rKKt Rth. genossen, nämlich: 




Anno UV.y.i . 


. öi^/H-Kt Uth. 


,. 104(1 ■ 


. 70»iMXt ,. 


.. IH41 - 


. 7r),(KHi „ 


.. m42 . 


. Tfi/KX) « 


« uu:^ . 


. 7ö,(HK) „ 


- Ui44 . 


. 7ö,i)t«) .. 



I 



428,0(«"1 Rth. 
Hicgegon beliffe «ich allen, was der Kfini? die ^'■iuiite Zeit Hbcr em- 
pfun^n, iiicbl hrther als utT U):t,;i:i:i Hth. Wann ich nun hiegegen ein- 
wende, dass ee so viel nicht getragen, und hingegen auf die Verwalter 



*) Darcli doli Vojtr«B von l*ü-ll w«r mioh der Hajulvl von Elbing übar du« frinrlie 
HjüI dem Pjllttucj' Zoll mh unUirgcben wurden. All. IV. des Vutr.; oben p b^. 




156 



1. PreUBBcn aud Föleu. 



viel verwemlet werden muB&, thun S. K'6n. Maj. die Vorschlüge, das 
Sie Ör. Cb- D. einen Mensclien scliafleu wollen, wel*"her den neue« 
Zoll arrendircii und Sr. Cli. D. 130,000 fl.> dem Könige aber die 10(WXH 
richtig liefern und vielleicht auch iioeh ein niehres ^eben und in KC 
nigeberg residirend ^un ISr. Ch, I>, allein dependireu und doch aJle und 
jede Unkosten seihst tragen soll. 

Hiegeg-en weiss icb nichts anders, dtmn ratjonee Status wegen de 
Conse<inen*ien aitzuÄielien und halte die Sacli dergeätalt anf. dass wh 
dannoch manifestire, es werden ö. Ch. D. indot*Kew, obgleieh der Ver-J 
trag noch nicht gesehloBseii, mit Einnchnmug des Zolle fi>rti"ahron, wel-] 
ches dfuia nicht sonderlich widersprocheu, auudern gleichsam mit Stilt 
Bchweigen appr(drtret wird. 

Hieg-ogen bedrauen Ö. Kön. Maj., daferue H. Ch. D. eich nich 
würden zu den 100,(MXli fl- verstehen wollen, hätten Hie nichts ander 
zu gew:irten, dann dass S. Kön. Muj. an alle Iienaflibarte wegen Ab-" 
eehiilTuiig desselben I*atcnttj flchlckeu und nff' des Spiring's lid'omiatiun,j 
welchen Sie deswegen auhero erfordert, Ihr alle die VtirthciJehcn, dcrefl 
Öie sich in VerhHhuug des allen Pfund ZoIJb zu hehelfen müchten ij<le^ 
könnten gemeint sein, benehmen. 

leb bestehe darauf, daas S. Ch, D., wann solches geschehen eollt,' 
damit es nicht das Ansehen gewinne, ob hätten Sie den Zoll einzufüh- 
ren sonderliche Lust hiebevor getragen, oder Wiären sonst nicht befugt, 
ohne Ihre Maj, denselben ahznschaften, dergleichen Patent iu Ihrem 
Namen zu publiciren auch nicht untcrlaasen und hiuwicdernn» hei den 
Städten Königeberg und den benachbarten Ihren Schaden wol würden 
zu ersetzen wissen, sollten Sie auch gleich (welches ich gleiehwol uie- 
mals rathen wllrdlj die Pillau den Konigebergern mit gewissen Con- 
diEiouen zu halten tibergeben. Was mir niui solche Rationen und Hand- 
lungen allhier vor Favor geben, können E. Wtdw. seihst lnjehvemllnftig 
ermessen. Die Feiertage allein können Sr. Maj. Oemllth >ielleichl in 
et^vas modcriren, wiewol allen Umständen nach ich wenig ja fast keine 
Appareiiz dazu ersehe. — 



Der Kurfiirst an Hoverbeck, Dat. Königsberg') 14, Älarz 1045. 

|Uiu StubcrBiellung dd» rcfürmirten GottexilieDsier! in Alimi^enlii^ti di^i^ t^cirf. tliife». 

14. MUra, Weil Wir üuuniehr giiuzlich entschlossen sein. Unsere hüchgeehrlc 

Frau Mutter Gn, nebst dem Übrigen Chnr- und flirBll. Frauen Zinuner 




*} Im Januar \6ib war der Kartärsl plöiaüuEi aus tlcr Murk nach Pituoven cu- 





Der nfoi* ZrjIIv«rtrag. Die refonrtirte fletneinde in KSnigslierg'. 



157 



it ITns hinaus unth l'iisi'rer Tlmr- inid Mark BrAmlenburir zu nelmu'ii, 

drill e« Uns lioi dicsru ZeittM» jj;ar zu srliwer fiillt, zweeue illlrätlit'hü 

Htirsitaat zu fuhren, hochjfpd. Unser«» hochfct^f'^irte Frau Mutter (in. sein 

kch, damit utn so viH mehr riiknstrn ersparet werden mögen, gar 
npi^ (luxn; nur nUHii lialt uk- dieses 211111 ullemiHäteii zuriiek und 
mnchi-n sich oUliclienimsftpu Hii fi*?wissen darüber, daes man htnmi'h 
diT hiesigen reforniirteu (■cmciDe bei Abwesenheit Unserer und anderer 
fttnitlichen I'frs'Jifi'ii (Ijik freie excrcitiuui rcfnnnatae rfligiinii« nicht 
' mehr vi-rstatteti wUnJc- Nun ist Euch wissend, welclieri^cestalt Wir 
Uicbcvor xuni Üfterii bei Ihrer KOu. Maj. und der Krön l*t>lcii die»ea 
■Werk auchen uinl d«niit au<;h in Unser und anderer ftlratlichen Perannen 
PAb\ve:*t'nbrit die n.-Junnir1e Ocmeine alhier sieb des freien exereih'i re- 
(iintiHtui- rrHj^it.iiis uii^fhiudert gelirmirlteu niüge, belVirdeni lassen 
1 wwlhm *). Nachdem solches aber bishera utieh immer stecken blieben, 
■■o wollet Ihr Eueh nunmehr mit allem FIfibw und Eifer sorgfältig da- 
rliüi bemühen und nidit iiHein bei Ihrer Kl\n. Maj. , Bundem aueh bei 
dcu vornehmsten Si'^nahireu dt-r Kruii l*nK'n, da. Ihr es der t)acln'n um 

izuti14|^lic1mtcn zu Mein eraehten werdet, aufk beste iu Unsenn Namen 
k>ue1ii'n und bi-fitrdern. daniit der hiesigen ret'unnirten Gemeine auch iti 
Unj«"rvr tider anderer lUrstliclier PtTsuneu Abweeenlieit das freite exer- 
ritiuiii reiVimuxtae relif;i*'ni^ /um wenigsten nur iinf dem ^ewUhntichen 
Saal, da Wir bisbero habi-ti predigen laasen. unbeirret zu treiben nioht 
i^rwohret mieli ^^ehindeil werden niUge. Wir geben Kncb aueh bier^ 
mit frri und lerwilligen krait diuHes, das» Ihr f.u destii lieaserer Kr- 
Ungun^ und Erhaltung ilioMer Unser Intention au dienlieheit uud hier- 
onter verui^i^'enden Orten drei bis viertausend Roichölh. H|iendiren möget, 
und irunn Ihr die Saeho werdet erhalten und z\a ^nter Richtigkeit ge- 
bracbl haben, so verwiüigen Wir Euch hieinit gnlidi^st, dass aueh fhr 
viir Eueru hierunter angewendten FleiBs ein lausend Reithstiialer zum 

Rrcompeijs Jiaben Hellet — 

Ilienächst und vi>rs ander niHgen Wir Euch hieniit uiehl verhalten, 
d^M. &U Wir die vcrgaiiß;ene Woche uaeli Uneer And Tvlsil verix*inet 



rddLgckehrt ; üb«r die Moiire itiuii vergl. üa(«h bei den Aoteu da» Beiclisdepittaiiona- 
tafi Too FnokfDtt «d t/dnnar 1^j4.'). 

') Hierbei eine Sa]»p]ik der gcanmmten reforroirten öeineiiidc, »ilerer Tom Herren* 
und KitlerBlande dJc-srA llrrxogdiuniH, aueh mehrerer Anderer, ijowd] einboiTDiKolieti du 
tmoien Nationen, eR^eliiCli« ^ trAnsäotflcliei MchotniHdio , nieder- und hoohd^ut^cho 
sltii« tu K4nigfb>erg ii&tl ini Lande wobnli^Ilig''* — nin Siobentelloiig des reloriairteo 
{toU«*dieDgtM b*M AJirruiHr des Kurriirsteii aiKl seiner Motttir. Dat. Küai^sberg mm 



158 



I. PreuHiaen und Polen 



DSM 



cr- 



geweHen, Wir luitt^r aiiilrrn ItrfunJen. (hiss clei' Mi'ue fJrabe, w<*ldien 
die liicBigt' [\ Htadtc Küiiigsln'ry iiii'bL'Vnr ^emaclit, in»\ ganz lugeüamlol 
alsu das» in kurzer Zeit dit' J.itteuäcbe Öohifl'Hrtli uf Kfinigsberj^ j^äuz 
lidi iiiebt inclir wrd s^'tricbfii und iurtpeactxr* wurden küiuie«'). ^lln 
ist Eufli gleiciier^üstall und niclit wcnigiT giiugsam wisHcud, wie iliw» 
"Wir uulängHt einen andern iH'qiu'Uiern Urt zu Fertigung eines andern 
und neuen Grabens, dadureli die Littaiiöche Wittinnen gaiiz binnen 
Landes aiiberü g-ebraclit werden kiMiueu und iiieht eiuuial ufdem Churi-' 
scheu Haa-ff (woselbst alle Jalir &o grusstr tfehadeu gescbiehet und wu 
viele Wittinneii unterzugehen [dlcgen) kommen können dürfen, durch 
gewi&se dazu verarduete CnmiuisBarien, unter denen Ihr selbst einer 
niitgcwetiseiii und diese Besichtigung perj*rmlieb verrichtet habet, in Angon- 
«eheiu nehmen und durcli einen LandineäHcr mcHHeu, auch iu einen 
Abrins bringen laseeu. Dieweil aber Uborauw groase Unkosten zu Vcr- 
ft'rtigung und Unterhaltung diesL's neuen Grabens erlordert werden, 
haben Wir bisbern dieses Werk niclit ehe und zuvor anfangen wwlleu,^ 
Ins Wir von den Littausehen Ständen Gewissbrit. haben , dans sif Uns 
rou allem , was »ie durchführen, einen blUigeii Zoll geben und ab- 
statten wollten. Wollet deninaeb ȟt allens Fleiss auch iu dieser ;?ache 
Kuerer Instructiim gemäss anfi» beste uegntüren, und stellen Wir xu 
Euerem untertUUnigsten Gtitnehten, nb Ihr ICuch hierunter an den Lit- 
taugehen Vice Cantzelor Irfapieba oder andere, sn der Littauschcu 
Stände mächtig sein, addressireu w<dlct. 

Es ist üebliesftlieh und drittens von Üie terieb Scbwartzeu eiB 
ander Vorse-Ula^ gethau W4)rdeu. wie Euch aue.h nicht unbekamit ist 
daBH mit wenigen Unkosten ein Grabe an einem andern Ort getiiaehet 
und in ein lebendifc Flierts, wo in dir MUnnnel Hiesset, freführet werden 
ktinnte; der wtlrde aueh wul der beste, aueb den Liltmisehen Stünden 
und andern an der Öchiffarth Interessirtcn mehr zutraglieh nein, wann 
sie mit ihren i^ebiffen dort zur MUinniel anlanden künnten. Unser^^ 
UberriStbe halteuw auch fllrts beste und Uns am zutriigliebslen. Zwa^^ 
möchte von den hiesigen drei Stüdten Kiinigsberg wol repüciret werden, 
dass gie dadurch ^vtlrden graviret und ihnen ihre Nahrung geschwücht 
werden. Aber Unsere Obernithe halten davor, daas Htdcbea ihr Ein- 
wenden von keiner Importaiitz , geetalt wie denn auch einen pcrioduiB 
ei paee publica extrahiren lassen, darein klUrlieh enthalten, das» c« 



I 



') Die Anlegiiag deti Cmiat« zwischeu MäOiel iiiid Pregel, xur VcrtuetdiiDg Aar' 
Sohltfart Biif UcEit Curiaoheii Haft', war lfjl3 sviiachfu «iiier pulubclteu CoDLCuissioo 
uod den ^tttiUeti Kühigaberg vern'itibnrt uei<! in deu fulgend«!! Jittin^n «ui^efiilii 
d». Dpgiet Cod. dipl. Fobn. jV, ^.4680'. Bac»ko [V. p. 371- 



1 




Nene Cannlbaiit>cTi. Pfalc-NeuburgUchc Hetzereien. 



159 



ilo»8 autl nlk'in lei Sr- Kön. MaJ. und Uns bestehet, solche Farth 

lätellii. und kömiteii die Htädto KciiiipfHberp darvvider niclits reiien, 

r^Uet dernweg^eti l.'ns Euere hierüber habende tiedatikeu und Meinung 

[«hoHtu in Viitt'rtbiiiiifrkeit HberBcliroiben und seheü wb- vveit fi* ku brin^tMi 

'and ob c« g^U-icIifalU Ijej dieseni Vorecbla^ des Zollb halber bei deu 

Linau^i'beu Släiideu auf einen billigen Fush gerichtet vverdeu kümite, 

«reil nicht weuigrer der Gmbc des Orts auch ein grosses kosten würde, — 



, Hoverbeck an den Kurfiirsten. Dat. Warschau 10, März 1G45, 

[Die iiciic Heirat dea K'6n\g9,\ 

Ein cbiiiischor Ge^aiiiUer ist hier uud betreibt Hilfleiatung gegen 
Schweden. Dk' Hf.>iriit de» Königs üall morgen im geheimc^n Rutil Väf- 

Etlidie v*in der Riltersehuft haben .Sr. Maj. einen zieniHch grns&eu IR. 
Floh ins Ohr gceetzt, indem sie privatim remonstrirt, dass, waun S. 
Knn. Maj. (da ("Jntt vor sei) kurz iiaeh dem Hciratb abgehen sollten. 
die Franznsen der KHni^lieheti Wittib einen ihnen iinfrenebinen Gemalil 
buld ersehen und dun-li ihre Maeht und (ietd, das^ derselbe zum Knnige 
rrwfihlt, Sr. Maj. Nachkitnmien aber praetcrirt würden, dureh/ii treiben 
äuHteratens werden iingetegen sein la9SM?n '). — 



Hovcrbeck an Jen Kni*t^irsten. Dat. Warsulian 4. Apr. 1045. 

|Ue!xcr«!icn dcA Ffallgrafüii vun Neuljurg g'egeii den KiirriimibD. Oj]cmlitii]i;n 
Hoverbcck's dngegun.l 

E- Ob. U. soll ieh iti Uuferthänig'keit nicht unvermeldct lassen. 4- Aji 
welcher fi<*stalt des Herrn Pfal-ApTraten zu Neuburf!: I'. Dchl. *j diew*' Tag 
iyr. Küii. Maj. Utenitilb, nieht wenig alterirt und mir meine Xegoc-iatian 
um 8ii Tiel schwerer gemacht, indem Sie fast uff ein Mal fünf iin die 
ipuizc Repuhlicjmi lautende i^elireiben. deren drei in dern eigenem nnd 
ilic iuidtTo in der (k'ioahlin Namen gestellt und alle, insoaderbeit aber 
»Ijuh letzte, zu Aggranmng E. Cli. D. gerichtet gewesen, aubero ge- 
Hdii<:kt und durch den alhier noch anwesenden tfeeretariuin Uborlieferti 
Uuötcn. Die erste vier sind alle oftentlieh Ui Beisein der säninitliehen 



*) DI« erste Gsmalin dc^ Küni^» ^ar aiu 24. M&n 1G14 getilürWD. ADfang« 
tMB Tcrniklilce Hieh VlutllHlaT IV. xnui Kwejten Mol, mit 4ii;r l'rinx«»aiD Louise 
ÜMTii Tou G « n Xftgit- Ne Vera; d'w Ueirut kam ilarch Cranzüsische Vermittfliitng 
IQ Stande. 

1 Pr«ltgni/ PUitipj. WilUotm, Sohn den rfaUgrafen Wulfgang Wilhelm, seit 
i&12 venoLblt mit der ächivedtec ilca K.üaigt VUdisluv |V. 



160 



I. FrousHQTi un[! rnleiv 



Heiiatoren und Lainlljotcn, dii* lliiii'tt' ;i1ht ülk-iii im frclK'inif'n Itiit! 
vertpHcii wurden, liili !iul> ini(.!li ItitiliiTu (nUer mir unvermerkt, djimii 
ea nicht luöchte verboten werUi'H) \\m die tVipeicn, eo der Erzbischo 
zu (»niesen alsn ,e:leich zu sicLi ^emumneii, bewürben und (leswej^ea' 
lUesd Kai'liriehf bis daliin hintcrbidteii: und lj;ib ifh vim unterficbiedenen 
vertrauten FTeuudeu detnvei2:eii Verti-riytunj?, auch ^ut mit AuHselzuri» 
gewisser Zeit mid Stelle, wcdiin es soHte von des Erzbiscbfife ReBidentr 
dirliürirt werden, bekoniiiien. Weil es aber itoHi 7.ur Zi'it niclit erfolgren 
thut, I11U88 E. Cb. D. ieli untPrtliüuij^'iJt beriditeu, ibxfts in dein let/.teu 
Überaus liarle Wttrt ;^'eiUlirl ivordeii, als; Imploramtu Virlutem IVjj/rum, 
dtffftdite nos furlibii* cortxiliis contra arma Brarnlelfurifira » qttae in 
t^iPinUaie pt^nifgiae Vobis deesne neqnt'unt, und dcrgleicheü. 

WVf,^eu Uberhäulter uud gsir vcrwurreiier Rijichstflg^s consilioruni,] 
vielk'it'Iit über auch weil man besorgt, e« v,-ltrdeii die Landboteu sie 
dieses fremden Handel» gar uicltt wol tbeilbat)i^ macben, ist die Sac 
ilineii Äur üeliberatiun nicht vurg-etriig-en worden, zu gewbweij^eu, d, 
von denselben einiger Scliluss darüber hätte gennicht werden Hollen. 

Bei denen Vei-trauten und durch sie bei Sr. K5n. Maj. Lab icl 
uff» beweglichste, als mir müglieh j^iewesen, Vorstellung getbau, dass 
dieses prneedere um Freuudsehaft /.u stillen gar nicht dienlicli sei, und 
diT Herr Pfalzgraf dadurch sein hiteiit keiiieswe^es vitlide erreielieu 
kUnnen. sondern mir allein E. Ch. D. zu erkennen geben, das« ihm 
nieht an Willen, «andern nur an Mitteln, dieselbe zu i^efähren, er-M 
mangeln tliue; so wUrden ja aueli H. Kün. Maj., wann »Sie ^ieb Ihres™ 
neuen Schwagers so eifrig annehmen wollten, als wo! clavou geredel 
wird, Ihr selbst den Weg zu der gesuchten Mcdiatiou verlegen '); und 
ki^nnten dieselbe als ein hn<'biTfUlirener Tütenlat leiehl ermessen, dass. 
wann E, (.'li. D. dazu Ueeld und Fug, wie auch gnugsame Mittel vor 
sieb hätten, dieselbe um eines Hidzorus Willen sich der Ueeasii.)n 7^x 
praevaliren nicht nilrden unterlassen. Dann sollte's ja alles m 8r. 
Köu. Maj. Vergnligung gerichtet werden, wollt ich meines wenigen Orts 
als ein minus praejndicittsum rathen, E. V\\. D. gratiUeirten Sr. Köii. 
Maj. vor dero Person oder Haus wonnnen, als das» Sie, um Ihr w 
gefallen und dero Gnad beizubehalten, Ihr soUlen dir- Hände binde 
lojiscn, weil Sie doch von diesem mehr Dank dann van Jeucnt zu gi 
warten haben würden; und wäre es wol uff des Herrn Pfalzgrate 
Seiten gar ein Unbilliges, dass, da Sie selbsl wider des Kflni. Kaisers, 



'') Schon im TorigsD Jiibre liaUe der KOnig^ stob xur Vcrniitlclung Kwischcii Braa^l 
üctibnrg unil Pfuh-Ncubiirg erbol'-ii, was dar KurfJirHt, als nuch nicht an t1«r Zeit, 
dftnunlfl sbgel<?faut hatte (Ktirf. an Hovorb- dat, CßairlTi fi. Oet. ltH4V 






Hetcereien de« PralzgrAfcn. 



1451 



'aU dl»* olirirtteii LelinsiiPireu. Dank uml Willen d'w Lande luiMcu. Sic 
K. eil. D. so ens'P zu JM-scIiUesseji murbrii, djiss di^^welbe um Öutiier 
mit der Kt>u. Maj. Imljender Schwä^emchail Willen Ihr die Hund noliteu 
Mnd^i^n lassen, cUi Sie dvvh wcjfeu dcru Urcltcr Fruu Multi-r uiit dem 
Köm. Mhusc iu uäberi-r VenvaiidlrtuIiaÜ stohoH'.l. als ebcu der Herr 
Ifalxf^al' wegen seinorDoeh zurZoU durch Erbeo uube^stStti^erSchwager- 
«chafl. lieber dies alles kUiint ich aueh tticht prae^uruireu^ dasB albereit 
k'litwHÄ iJiällirheH tf«<lltr vor^arifren sein, sonileni inllsste Ttielmebr ver- 
Duutlieii,. dajis ea dem Uerni Plalv.grafen in diesem StÜL'k ergelic als 
einem, den man aUH Hetuetu anniutliigen Traum zu zeitig aufwecket; 

•$, f. Üchl. werden wieh vielleicht deswcfren nicht wol zufrieden atellcL 
kSnnen. dii#s E, f'h. D. Ilire mit der Kreis Verlassuü^ habende An- 
ichlil^ aligeiiierket, da h-ie ausser Zweifels mit des Kihiigs zu Hiäpauieu 
Volke die von der Frau LaudgräHn zu Hesäeu inhabcnde Oerter zu 
Oberwäitigeii verhoflH und dann Aber vorig verineinles auch ein Jus 
belli darauf zu forniiron bedacht e^eweseni dem nun E. C'h. Ü. iuvor 
ki»iiiiueii und dailun.li Ihre Stmlt in Sicherheit geselat hätten. — 



Hoverbeck an den Kurttirsten. Dat. War8chiiu G.April 1645. 

IDi« Pfaläi-Keuburgiiieh«!! Hetaweien »iud wirkungslos geblieben. Forlgung der 
Vtr!)iii*3]iiii(; Ü'i^r eijiün neuen jColln'rtrug.] 

Nachdem der Keichötag »ich zertjchSaj^^eu, buhen alle Expeditionen «.Apr. 
! HO bAulif: auf eiuauder gefolgt uud ieh mich bo Ubertiäull befunden, 
dajsit» uiirs iinTult^lich j^elhllen in den relatiouibus 7.u einitinuireu. WUrd 
CK al>er E. Ch. L>. ^ulidi^sl gefallen^ dass ich et^va also gleich nach 
den Feiertage» mich zur persünlicben UtfVvartrui*? ntiterlhauipist ein- 
slelletc, kfiimleu Sie in allen Sachen aut<ltlbrliehe Naefiricbt erlaügeu. 
Insgemein soll E. C'li. D. ieh nicht uuvermeldet lassen, das» sich 



'J Albrcoht Aohill Cuimir IV, t Polin. 

I 
Fritttrirb t , Anap<i cli. 8ophi» (f IfilS). 

Ul-isüj; Albre^ht v. Treusai-a, 

I 
Albreoht Friedrich. 
1 
Ktttf Joli- Sigismünd, Annfi 

Kurf. Gvorg Wilüvltn. 

I 
Korf. Frid. Wilhelm. 

V«tfgl. Pnfendurf V. 17, wo die Radiiwirs im J, lG5ä »nf diese jsgelloiiiechB Ab- 

Dnang de« KurfUrsten ein Grbraclit desselben auf das Graaaheito^lham Lituuea 

grfladoa wdllen- 

Utlmr. lur flaich, d, Cjt. Kiirf1ir<tfn. I. , \\ 



162 



L PretiMcn Und Polen, 






pmwttl bn Sr. Krtii. Maj., aT* lioiii Hnmi Kmn r!rost4 Omt/lor, w 
audert'ii Ubpj'eilHf,^ l^atlniliKcllon Sfimtt.ri'n ilor uh ilos Herrn HtTRo^i'U 
am Kt'ubiir*^ Mericlit ffpsclilipfle EiHt guten Tlieils Rchini ^rU'^'t. 

lu dem Puiiot we^eii des neuen Sieeztdls halt ich ilcii ganzen Reich 
IflK flnrcli, in sonilerlicit aÜier nar-h dcH !wick SpirinffV AnkmiTt frrneH<* 
Widei-wllrtii^kcit gehabt, dann S. Kim. MaJ. iiiclit allein den Nachstand 
von dein Johannis Termin, sondern auch die .")<iO(», s» i(*h auKgeseti 
gehabt, und eine höhere Swiiini ins kilnftigre get^nlert. Endlich abe 
haben Si(' sicli dannoch ^nJidi|j:Mt erkhtrt, dajas Sie auf dio v«tri^e t^umni] 
der liKl,tii«t (iiildtri prorugircii, aber ddch die iMirdiTnuir wejcen dci 
nun zu End jfchiffenen Cnutrada Tlir vorbetialtcti haben w^illen. Nat'li 
\iclt>Uti{j:en Iiistantien, darinnen die beide Krim Cnnt/Jer, wie aueh der 
Ili-rr Wdv^Vdde von Ponmiern nnr krUtti^ assisHii, liabrn S. Kön. Maj. 
zu Ablielliing derer von Elbiuic albier ininnM'tui-r Jllbrender lienchner- n 
den, eich soweit aui^^elagRen ^ dagt« iSie den Klbiii^er Zoll in der i^tad^| 
cinntdiniei^ und dji^<'p:*^H K. t'h. D. an der Summ ID.'HWt (iuldcu, jweil" 
ihn S|»iriiig nicht hiduT yt;hMtÄeu w(dlt,^j abkKt^en wollten. Sollte aber 
von K- <'h. h. krmmMi frueislich -i^einaclit, oder uneh versichert wer- 
den, drws derselbe mehr und etwa bei *?0,()IH.) Giddcii getragen, wären 
Sie schmi au S(t,0(M> Gulden in allem, respectu des KünigHber^tHchen 
und MemnjclischcH, verguUg^t. 

Diese Resülutiou macht mich bei der Sachen xieinlieh anstehen, 
weil ich nicht weiss, üb K Ch* D. mit aalcher 8e|mraHuii ntitnbtc ge- 
dient sein, und das* dauuoch die Summ wi-^m ilos Kuni^rsbcr^iseheu 
und MWniuiebeheu Zolle, welche ieh 4l:inniK'h im viirip.'n Cuutract uiii 
dergleichen und anderer fülle ziendieh niedrig gebracht, so hoch gi 
halten werden will. Eines Theils möchte die Separaliuu E. Oh. D. 
dem Stltck äu «Statten kimimcu, dass Sie den alteu Pällatischeu Zidl 
ctwus !*teijjern könnten; andern Tlieils aber rttelit xu bcfturgeu, die 8jii- 
nnj^'c, welchen dieses Zulls Adininisti'xitiun unfehlbar wird u%etTag:en 
werden, dltrlHeu nIV Hnlctieu Kall allen deii Khieh.s auf DaUÄijj; 'zuwen- 
den, wie ich dann vi-rnidnu^ dass es uneh anjetzn uUn f^vheu sidl, Bitte 
dcunnudi uulerthäui^-sl E. ('h. D. geruhen f^nmdiirsl unr mit dem ebi- 
Kten dero gnädigste Wüleuamcinun^ hiertlber zu eriltlucn und dieser 
pm/.LMi Sai'h keiiicm Part /ai ;Lrebeu; daim p^ bi.'r<ehl<<i*8cn, daüs 8, Kön. 
Mflj. den Ik-rrn Landrichter vun der Krauenstadt, den ich selber vor- 
^cHchhif^^eu, /.ti E. eil. 0. ahnrdnen und Ihr dieses Werk, um <ilimjds 
halber wollen aldmudeln ln^;Keti. 

Ihr <l/|iii>ii'tn' (Ii'siuiiJtp, tJt'i' liui^e um iii'hl iitiil MillV- jrett'orbpti linl, wird i 
dell:lUlU-h^t iih^i 'fi-itigl wiTÜeii und der KuuJg üuil liio.linn fl i^mI nthgfli»>u. 



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1 

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Dor naufl Zollvej-trag. Cttiiftirenc EwiflcbQii dom Eönig und Burgsdorf. 163 

Antwort dfis Kuri'ürsteij. Dut. Königsbej'g 12. April 1H46. 
UoTertjtck aull eioli in der Zollsacbc liorcbaus uicht ubereilea und em»l- 
«relloii iiRoh deu Fetertagcu perBÖnlich seuui Kurlursten kommeii. — 



Instruction flir Hoverbeck. Dat. Königsberg 8, Mai 1645. 

Anweisung ühvr liw Emeaerong des ZoUvertraga äu verbnndetu; wenn 8- Mai.] 
il^r Ktiiiig iW'u Klliiiigi-r Xoll wifd^T ^au sich ueLmeu'^ will, so &oIl er ihm 
jährlich öOjOOl» Ö. (joL^ oder, wufeni jener dem Kiirfürtittu verbleibtu üoll, 
jährlich 8(»,0OO fl. pol, von dem neuen Zoll bieten. Darüber goll Hoverbeck 
mit itciii \ViKwni)4'ii vun Pünimorpllcn verhüiidpln; fffnu es so eri'L'kht wer- 
den kann, ^o BoU er Wem Groaskanzler 3000, dflni Woiwoden von Pom- 
mumBlIen :;i)(HJ, liein UiiterbaazIiT 120U und dleo Spiriageu 150Ü Gaideu jähr- 
lich bif-n?n. 

Instruction ftir d. Dberkammerliemi und geheimen Rath Conrad 

vou Burp;6ilori' „bei der von Kön. Maj, zu Polen und Schweden 

an ihn fi;t'80imeTier Conibreiiz". Diit. Königsb. IS. Mai 1645. 

{VerMrhiirdcoc Angd^f^uolioiton. Ucbergriffc di;r RüuigsLarger; dio Sacfae des Schütten 
D^ntu. Der Pro€u»p8 ge^en den Starosten von Lomaji.] 

Nachdem hüohfit£:«d. Ihre Kofi. Maj. geiuclteu lluserti Obercaminer- 18. Mii. 
herm den von Biirckfednrt" nacbr Prnasnitz au sith gnildi^st eriordert'), 
uni au;* eiingfii Illrraik'iiiU'ii Ihn-r Muj. und Uns anpielegrenen . . . Ne- 
gülieu ÜuUTredun^,^ /.n pftegeu: so siud Wir in Gnaden wol Kufritnlen. 

(Ulss er uff K'birstkWiit'ti^<^ii Donnorslag: vom liier aufbrechen und .. 

Wtt» Dir Maj- au ilni zu bnngi.'ü Ihr belieben lassen ^vird, veruehiuen 
kBnne. 

Daneben hat er auf folgende Angelegenheit au iw:ht(?ii. 
1) Und zwar anfänglich, so ist ihm vorhin sehon gnU;^sani be- 
wiiK:4|. iu was tenninis die von ueueoi reasyunrirte llaudliuig wegen 
lieft Öeeztdle auilao stehe und wohin Wir deshalb Unseni g;eheimen 
Itath Eru Johann von Iloverbeek iustruiret. Widle er demnaöh bei 
liiVeKstged. lhn*r Maj. Hidi uII'ü flfiwwj^fsle bf^iirbrilen, diesen Pass zu 

endlicher ^'uteu Uiditigkeit und gewi&wu Seliluy« /.u befördern 

tnüt iloverbeek'is üeirath). 

2) it. toll die G<^»ähruiig der Ireteu Ausübung der reforniirten Reli- 
gion mich iu AbwcBenheit detn Knrlürtfteu hihI meiner Mutter von 
Kööigshprg driiigend befürvfwrten. 



'} 8cIirvibt<D des K&niga ad Burgadorf, dat. Motzko 6. Mfti. — Przuxnic 
rlB Ort, nabo der prQtuiwi«cb«n Gränx«. gcgenUbcr Xfli den barg; die ZuHamui^nkunflt 
•cbefnt über ak-bt durt, »otidern ia don betmcbbarteu Ort Mlawii 6tiiu gtifundea %n 
babeii- i^ uaiuD die AftBcuürAtic>n Job. CAaiuiir's, dat. ü- Oot. 1648. 

11* 



164 



I- Pnaasej] iiml Polen, 



3) H. M")ll *lnjr^ü;('M spreelieii, nl^ oh ilip Suekbtiinf-<-hf Kirche enii 
BfeiiitrÜL-IitiguNg tl4T Kiitholisofaen sei. 

4) Ferner und vore vierte aoll er sieh aueh Unsertwegen Über Un- 
serer Stallte Köuigsberg großse WidersetxUthk^it ui^d Uns in vielen 
iStUckeii bisher przeig:teii Uu^fJHirsaiii uff« bfjdiste lietfliweren; mit dieser 
Anzei^L\ ilass aiv sicit aucii uiiterstuiidfii , üuü in Uiistere Hoheit und 
l^egaJien einzugreifen, der Jurium Fisci (so d»eh Un», als dem Lan- , 
de^lbräten allein competiret, auch in de» Landes Verfassungen und Ke-A 
cessen de auiiw 15(it5 und \ä(\l ausdrUckticheii resi-niref würen) de 
facto anzuniasseu, diejouigen, so mit Uuscreu, ja Ihrer Maj. selljsteige- 
neu Privilegien verseben, pro lubitu xy pfänden und die ihnen abge- , 
nonimenen Waareii gJeichaam zu conlisciren. Das hat er mit dem M 
it7,igen Exenipel des Hansen Deniessen, eines Schlitten, mit mebrerein 
zu exemplifidrcn und dabei Ihr Ki'nu Maj. kUrxlich anzu'/.eigen. dass 
dieser freie Handlung zu treiben vur vielen Jahren »owol von Ihrer 
Ma}., alH auch Uns aumlrUcklieh und staltlieli jirivilegire*; er hätte auch 
bis hierzu und nuniehr gEiiizer aebt Jahr »ieli soldies privile^^i und 
freier Handlung ungehindert gebriuiebet: in Neulic^hkeit aber und kurz 
vor Unser Hereinkuntl bütte mcU ein privat IJUrger propria authoritate 
unterfangen, diesem Mann etliche iStlleke Tnch auf freier Strassen ^e- 
waltsjimer Wei^e uhÄunelimen. Und nbwul daiaiif Unser lli^fgericbt 
dem Kath per decretum die abgenommene Waare angesichts zu resti- ' 
tuiren und sieh biufhro dergleichen Eingriffe mder die Ki^nigl. tind- 
Chuif, privilegia ht^i Straf gesetzlich zu enthalten auferleget, s<h bättt^u 
Hie zwar von 8(tleheni deereto au Ihr Maj. iippelliret, aber diieh bald ^ 
darauf pendente appellatitme und mit g:än/Jich Hintaneetzung der be-B 
fichehenen Inhibitiun g^emeUcm llandcUmauü andenveit einige Waaren 
abennal de facln ahgeiKmiuien, Als Uuh nun solehcii bei Unser An- 
kuntt geklagel wurden, hätten Wir aolehes petuleiite iam ai)pellatiou« 
nirgenonmietiei^ Factum anders nicht al^ pru attentato achten und h&lten 
ki3nnen; derowegen den dreien lUlthen ntfehnnilen unter Unser ei^n 
Subsenptinn 7.11 zweien unterHehietleuen Malen die Kcstiliirion wo nielit 
siniplieiter, doeh gregen Rever» und Cautiun anbefohlen; aht^r auch 
hieraxif hätten sie gar nicht pariret. sondern an Htatt Bchuldiger Pari- 
tinit und Uns. ja vielmehr Ihrer Maj. imd der Kmu selbst zu noch 
mehrereni Despeet und Verachtung dem nhbenu'lien armen Mann zum 

dritten Mal etliche StUeke Tuch eigciithiitig abgenommen: Wir 

wären nicht gemeint, denselbeM (MutlnviJleu) also impuue hinstreichen 
zu laaaeu, bäten aber Ihre Maj. wollten gemhen, aueb au Ihreui hulieu 








E)ic©98t? der KftnigBbergrr. Der neue Zcllvfutrog. 



165 



Ort die f^te llaml Jiierob zu halten, «ud den gemeUcn Dennies bei 
j^nem privilefpo neben Uns mächtig schHtzen. 

Ä) Der Kurfuffft hitti-'t 2«0 Fass 8aljn.'t(:T in Poleu kaufen and xoU- 

frei iiarh Creuf^seu fuHrcu zu rlurfen. 
fi) Bnrprsilnrr »otl gHinehisam uiit ITorerheck gegen tüp niirhtheiligef> 

Spnif'hi- lirr letzti-ii Jiijidiku snIli'.ilLi'fti. 
7) HdiHoBpilich Ist rnserm it]\vr Cjinimerherni aurh die Uns von 
I dein Stamsteii xur Liiniwe augethani^ grosse Gewalt uml Dispert nicht 
unbekannt '1, die iTus dann so tief zu Herzen geht, dase Wir Ja ohne 
Ablirueh und SeJiniälemrifi l^nserer Hnlieit und lieputatinn dieselbe un- 
geaiidet nicht tüsücn können, aliernmst^eu Wir dann nictd umhin ge- 
konnt, deneelhen hei Ihrer Maj. und der Krun criminaliter zn helangen. 
Eh wäre auch «war eiisij^CB Deeretuni in der .Sache alhereits erj^angren, 
aber bis daUt Uns keine gcbUlircnde t>atit>laction, wenig-er die geringste 
re«titiitii> ablatonini erfolget. Hat er demnach Ihr Maj. noatr« nomine- 
ncichinals utfs fieiaKifjwle zu ersuchen, Uns in dieser gerechten Sache 
niehl recht- iineh lililÜus zu lai^sen, sondern eine etdche nachdrlickliehe 
Verfügung,' XU ihun, damit Uli:* dcrmaleins in allen Uiiöern petitie eine 
rcrgnögliclie und billige ir^arisfactinn widerfahren und gemciter 8taroÄte 
Mir gebührenden wol verdienten ?^traf gezop;en werden möge '). ^ 



Der Knrfiirst an Hoverbeck. Dnt Königsberg I.Juni 1645. 

Meue Ill^truction aur ^'erhaluU^ng mit dem firarpu Döuhof in Mfirieo- KJnni. 
bürg über die Enieuerung des ZollverLrags. Vor alk-m ist dariLul' zu drill- 
en, dass man [Milnirtcher Seit*" iiielit auf der Selh«iK'nvftlTn(ig des EHünper 
ZolU bestellt, wundern denselbeü wieder dem Kurfürsten in Pacht gibt; 
.dann denselben Icrtnuen Wir wegen danneiiheru beiiorgeiider grasser Con- 
fiü^jcn. UtitiTschlcift^ iiud vieler Htirleru InRQUvenieiitten nicht fahren lassen**. 
Uüverbeck foll für idl*- Zelle, niif Einsehhiss des Elbin^fseheo, 80, datiu 90, 
im tosserfiten Fall UMJ,OUU fl., wi« In dem früheren Vertrag, bieten, In die- 
sen] Fall aber wurdet) ili«' früher versprochenen Dmmtiven (lastruel. vom 
8. Mai), „weil Wir nfl' dJL'se Weise nk'bta überall g'ewinnen, .sondern nur 



'"1 Vergl fthta p }23 not. l, 

*} Der GegcriÄUnd der VtrhjindlEng des KiJuiga mit Ratg%dvri wm, wjt es «clieint, 
h«Tipt«V'hlic1i di« tiucli immer Vr-ache ForchC T6r der Bch weil) »chen Heir&t; ila- 
Delwa die Aiigfrkgehbieit dt^'S H^mcrgti von Nenbarg; der König crboL tsich an 
dvn iit)!CUiitKltfMid>rn Conferenifn diircli einen dHzii abKm}rdl)ClldaD GeHsndten Theil zi| 
oehmcD ^Hch seiner Rückkehr Acbr«ibt Burgudorf nn 6wd Köai^ [daX. Küdigäbär^ 
31. Mai 1046;, ditAS der KurfArsi dies «eLr gtrh s<-tieii wenic. Surj^adorT bedauert, 
dau er nicht auch ;n der Zollsacbu die gewlinachte Reaalntion von dem König 
olulten habe; da der Künig dic^L- ^acbe dejii WuywDdBii vud PommereJlen auTgutra- 
gvn, M aoU DBchot^D* Borerb't^ck un diesen güHandt werdvu. — 



166 



r. Pteusaen und Pokti. 



3. Juli. 



4. Aiig 



7 Aug. 



Schüdfii iiod Uugelegenhcit davou Laht-n, ?chwprliolt .-n bofli, wie obgemelt 
prlbljren köniieD, soüdeni m etwus p-fiiiimlert. werden miisseL". — Ausser 
dem soll HoTerljcck Ijewirknu, ilass *k-r Kuniir anf dem voijälirigeu Rest 
vom Johanni.sterniirj (aü^iJOü 11, pol.) airht hes-tebL 

Am 3. Juli erklärt der Kurfürst an TIoTtTbeck, dnss er, dem Wuo- 
hclie de* Kfitiigt zu cnl^preflK-ii, «uf die MiteSuaulimp dt\-^ Elbinger Zolls 
nicht weiter dringen wUl; utue dcuyelbeu »oU er nun 60 h\b Uöchstens 
V5,0Ü0 fl. pol. bieten. 

Hoverbeck an Conr. v, Biirgsdorf. Dat. Warschau 4, Aug 1645. 

[Lange Verhandlungen über den varjalirigen Rest von 35,00üfl. mit dem 
VertJftutPn dps Khiiig^s, dem Domherrn Fantoni; Itorerheck besteht darauf, 
dass der Zull im verflus^^enen Jahr wirklich zu wenig eiiigehrwelit liahe, als 
das» der Kurf. die vnlle Snrame zahlen könne.] Ich biili danif vor mieh 
aelbßt 10,ÜUÜ fl. gchoteu, auch tuieh endlißli erkundigt, ob etwa die Ktrittipe 
Summ nicht könnte getbeilt werden, also dass S. Ch. D, nur 17,500 fl. geben 
dörfte, hiib iiher iiiieb iiugeaeht einer guten Oflert vim lOODuenten v& nkht 
weither z.u hriugeu vermocht, als auf 2J,OÜ0 fl. , nud solu-hL-.^ noi-lt mtt dem 
Beding, dafenie dft^ Geld bald köimte boKahll werrlen. Wie es endiJcK 
uieLt weiter za bringen gewesen , hab ich gleiehsaui vcrwiirtiniigpwei^e aii- 
gebracht, S. Köu. Maj. möcJitens ja nicht gnr zu h<'(di spannen, weil son- 
steu S. t'h. D. zu dem im Zolkertrag lieöchriebeneJi Mitti'l greifen nurl cr^ 
uuf dero l'arol nehmen wüidcn, dass der ZuU nach Propurtion 15,000 ^- 
geo 50,000 getragen'). Eä seheint Rbcr, man habe gar zn gute Naehricht 
von allem, darum nmn dann aneb fast lieber auf die t'hurlur^itliehe Tarol 
gehen, alK nff 2.%,il0ü fl. he.-stohen will- Wird rtli-io nöthig sein, d«ferue j 
S. Kon. Maj. soUeji bribehalte» werden, dass hieruttf so tiehleunig »IsmÜg-fl 
liph Rrkläruiig erfolge. Weil p^onsten aller I*roeess:<acheii halber es cui- 
werler zur Kadrichaft gerielitct. odei" doch dergej^talt nnterliAUt worden (wie 
ieh daim wol , uhne üp])igeii K-ubm zu melden, Ew. Wulw. in gi-lnrrsam-l 
willigstem Vertrauen sagen mag, dai^ji es auf mich aljelue ankam), i\m^ ivh\ 
nieht mehr dabei zu tbun weiss, mid meine Liebste, welche ieh ohne Vcr-j 
letzung meines (.iettis.sens in dieser ^'otb niebt verla^sen kann, r^ich ijberau^ 
übel beiludet, werd ich mich imC etUeUe Tt»g in hoch.^ter Eil von. hier er- 
heben nnd zu Hohenstern Sr. Ch. D. gnäd. Befehlichs erwarten, wohin ich [ 
mifh zu wenden habe % 

HieriLui' weist der Kurf. (dat. Köiiig.Hb. 7. AiTg_ 1646) Rorerbeck an,j 
auf die 25,000 fl., binnen 14 Tagen aahlbar einzugehen ; womöglich i>oll aberj 
die im rorigen Kerbet auf den Johanniaterftiiu gezahlte Summe daran ge- ' 
kürzt werden. 



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I 
I 

I 




') Art. "V, den ZöllvertragB s. oben p. 88. 

M Hoverbeck 's VeriiiBlua|i; tnil Anna gopbiA, Tucbtei des KammergertchUnuh*! 
Wolf Diutrich v, Kocliow am 28. Oct. 1ti44, s- bei Küattir HUtor- Schilderung der' 
BeuiHt^MXdtadt Berlin IL p. 37, HoTerl>«ck hatte die AmtehauptoiaiiniioliAft von Nn- 
bcnntcin, asn\ t.vnx nicht erst srit ttiliU, wie in den Prctiss. rroTiniitlbl Attvra , 
Jalirg. 1H&I3 p. '3€6 angcgohch in. 



Ji^ 




Der nooe ZoHrertnig. ^''rtedtmfiiilJliio rwischen Polen nnrf Scbweflen, \ ß^" 

WWt*rliiH »venleu zu lemerer VtThaiidluug übpi- v'nw.n utueii üollTertrag' 
»»II iwliiiscJifr i^fiti- <!t*r Graf Ufrliar'l v. Iltuiluif (ihUt ai^ sein Stdl- 
TMireUT iIlt Vice* Üffuriuuius vou MurifiiUiii'K J uli iia ii TeÄ^lll^'r) uinÜ 
Isaac i^pirinjf zii (VttimissnJi'rTi 4Tniiniit. A(rj Ifi- ücl. Ki4ft wi'ist «Icr iii: Od 
Kurf. »Icn Xnllfiiiiichirifr CSiristdpb lli-lrlilnr nii, dem Koiiiif Jiuf Reeh- 
nuufc d(*^ küiirtitifii Ai'Ctii'ii's ÖUUO Htb. vurnu.'JiiUiilili'n. 



Hoverbeck itn (Vmrad von Biu'gsdoif. o. 1>. [WarscLan]. 

|Die Frl«deit8r«rliandliingvii EWtschen Polen und Sn'bwndeti. Pcilinsche VcrmiÜeJuiLg 

Auf die von K. Wnlw. mir niit^e^'<^beucu Pnriote i*oll derselben iuAuf.A 
^eliorHaiiivvilli^'Htciü Bcnilit ich utitcrdicii&tlii'li liiiUc-rbiiiii^'ea, und zwar 
waif da« , erste :wilanf;ol, ob es Sr. Kön. Maj. sonders lieb und ange- 
nehm nein würde, dasf* iIok Jlrrni norü.oiff'11 /.ii rurbiml 1". Hii. fdUl- 
ßlhreii mit lieJtirdiTiuii; der ewif;iMi Frieden» Lhiiidtiiit^ bei der Krön 
SchwediMi. hat der llt'rr Kmn (»roHR ('Hnt^ler niieli berichtet, dass S. 
KAn. Maj. durch jetzt hoelijjedrtchte S. i'. diu an die Knm Sebwedeii 
(;t*hr«ehT. oh. weil iler Kütiijf in tV^mkiricIt vi'rstuvbeii nnd einen inind*T- 
jähri^en Subn binterl:i!s>ien, Eni^lMiid uber nnf ihm svlUnt sn \ic-l /.n 
timn hat, da«! er auf andre nicht gri»8H gedenken kann, wie er dann 
üPtiiem nahen Ülun, dem Kürit^' in UHneimirk (welelier doch su \\c] 
mS^lich bei ihm j:elliiiul nielit fiecimdiren komit, diesidhe Hieb we^en 
linderer Media tnrnni crkbirfii ^v^lllm; w'w aliri dii* Krim S<dnvi*den 
Star Antwort. j^ege!ten, ftb zwar der Küni^ in Frankreieb gestorbciii und 
eiDcn ininderilihri^eii I::?iihii hinterbisHcn, so ivilr docli die Ktinigin ids 
Rei^eutin da «ml eben die Itiifhe nceh hei I.elieu, welche hiehcvar daa 
M'erk dirif^irt; sn war ew Ja auidi tnit En^^land niiht m* weit kommen, 
dasB derselbe nieht sollte kennen eiiteti Oetiandten hmtruireu und ab- 
Hchicken; hierauf hat S. Kün. MaJ. an .S. 1'. Oii. ku (^nrhtiid be;?ebrt, 
dietu'lho wollten in praeliniinanlMts weiter iortlidiren. und \vegen dero 
Verrichtung Sr. Ktiu, Ähij. I>eric;btT'n. 

Wie eben dickes l'unctes bei Ör. KEln. Miij. icli erwähnen that. fielen 
mir dieselbe in die Ued und «ripten, es wUrde Ihr vielmehr unaufrenelun 
¥^iu. wann 8. f. Uu. es iintediet*sen, lliebi-i wird steh» nicht übel 
reimen, E. AVolw, zu berichten, dasü ich den Punct der Mediatiuji bei 
eltcii diesen Friedeimtraetatoii mit dem KranzimiHchen Vis-Comle de 
Breiy gehandelt und a\d' vorgehende A'ür^tellnny:, dam ee ib'r Krön 
Frankreieli z« t>rliini|»r nnd \*crkleinernng gerciclu'n würde, wsiiin, da 
sie den Anstand, welcher unr eine Vorbereitung zum ewigen Frieden 
»eiü wdl, habe hellfeu tjeldietusen , auch wegen desöclben Unterhaltung 



Ifis 



l. ?reiis«en ood Poko. 



auf 10 Jabr caifirt imd nnter andern die Tradalen des mehrg^nannten 
ewigen Vertrags uff einen gewUsen Tennin, nilmlii'li ehe siwei Jahr 
würden verfliesseii, veraolanset, dieselbe bei tlem Hauptwerk Kolllen 
auspreschloHsen iind ihr Venedig und Florenz ^■(►rge/.of;en werden, von 
derttselhei) die Kesolurion erhalten, dass* er dieses Funtts halber also 
gleich an Mr. de Tuillerie, welcher sich jetxn in Schweden befindet, 
zn sehreihpu und. wann die polni&ehe Ahge&andten die Königin ab- 
zuholen würden aufgebroebeu sein, mit üt. Kon. Maj. darüber handeln j 
uff ßich genommen. Diesem allem «ach und we^en dero eigenen In-I 
teresse haben S. Cli. I). so nel melir Urtmch, dann hiehevor, da* Werk 
zu treiben und durch des Herzogen zu Curland f. Ün, zu befördern, mi 

Anreichend die Beantwortung E. VVolw. Schreibens we^en Zu- ^ 
sammen Schickung der Churf. Rätbe mit denen Pfalz-Neu burgischen hab 
ich bei der Ktinigt. Audientz, als auch aus denen mit de« Herrn Krön J 
firos» Cantzlers f. (in, gepflogenen Discursen so v\e\ abgenommen, dass ^ 
E. Wolw. Information dein damals hier anweisenden Neuburgischen 
öecretarifl vorg^-halten worden und er sich also bald darauf von hinnen ■ 
erhoben und Gegenberidit finz^isebicken versprtiehen^ welches gleich- " 
wol bishero nicht erfolg-l. Ingleiehen hätten I^. Kmu. Maj. t?r. Cb. D. 
durch E. Wolw. Ihr Überreichte ErklHrung Hr. Dcld. communicirt, und 
so bald dieselbe sich darauf wtlrdeti resohirt haben, E. Wolw. zu be- 
anlworten bewlilossen; Sie liätten sich aber gar nicht versehen ge- 
habt, daB8 es damit so lang anstehen \vürde, weil bie sonsteo woelient- 
liebe Po»t von dannen gehabt; nun Sie aber von mir ertlihren» das«! 
solche Zusammenschickung der Rüthc Über deuen ans* dem ProvisionaJ 
Vertrage heiTöhrenden Miswlielligkeiten von de« Herrn Piahgrafcn f. 
Dchl. selbst gesufht worden, hätten £>ic Sr. Cii. D. Erkläniug, ungcaeht 
Sie'a Jederzeit davor gehalten, dae» ör. Dchl. nicht m groö» darum, al» 
um einen ewigen Vertrag zu tbun war, zu Dank aufzunehmen, wollten 
auch sobald Ihr nur wegen der Zeit und ^Stelle Nacbriehl zukam**, Ihrem 
ZK denen Mtlnstcriechen Tractalcn verordnetem Bedienten nfl'tragen, da&s 
er diesem Werk mit beiwohne, und inzwischen E, Wolw. beant\vorten. 

ÜPbnr das ConnquiTiin in Thani; die ijuzii iH'Klimmtfu PcrMniien sind 
jetzt so ziemlich bestimmt - — ,dio tou tir. Ch. l). vcrordiicte Pcrswitu 
njwol gfiutlich- als wt'ltlifhen Stands l&gBCii S. Kon. Maj. Ihr auch gar 
wol gefallen, wie wqI Sie den Jlerru Doetor Myslentu etwas hitzig halten* 



') Die AbieuduDg des Rdn]gBbi3rgi«i;hen Predigers und Profc^nora D. Cttlcitinj 
UiilcntD wu^ll<^ iindimala nnch rilckgUngi^ geiiini^bt ; die nacb l'bürn Hbg«ordpei«u J 
(C'lnlK»bt'rg«r Tlirolngtn warni D Lcviti Pouchenius, l>, Michnt'l Hehm, D- ChriNiiati | 
t>rflf«r rtin refi^rmirtcr t^t^iic D. Jubami Be rgius und Friodrlcfa Keiohel» Profeuor ii; j 



mSSL. 



Colloquinrn ehuitfttirunn. 



169 



Scmet hahcn die CathoHeche eine ^ar höflich und sehr be^heidene 
OonfeHKiun ihrer Rfligion ahf^^efttsst, damit hip die Unsre an aiüh zu 
tcckcn vcrhuffen unid sullen darinnen fiist fi!]e McnBchensatziin^pn, Hher 
welchen sif dncli hislirrn mehr, iils last Ubcr Gottes Wort selbst, ge- 
ballen, ausp'luescu sein. Ich hiib riuMues wcni^eii Ürtß dagegen ein- 
gewuudt, 4ih sie dÄnn damit wUrden zufrieden sein^ w^iin wir dieselbe 
Confeasion derifest-ilt aeceptiHeii, driss wir zugleich alle die vor Ketzer 
nnd verfluclile Leut erkUirteii, welche wider oder Über dieselbe Ct*u- 
tefuiion etwa» anriohntea nnd glatihen oder auch andern einlaltip'en uff- 
drinpen würdeu? Welches ihnen nicht ^ouder& gefallen. — 
Postscriiitura. 

Drr Krjoffros^kaiizItT bat die Direction des Thomtr Religion sgef-prächd 
uit;en<;tnmen uud wird am 21. Ang. von hier audireeben. 

i?it liab it'ti auch nus denen mit Sr. f, Gn. ober den Relig-ion^* 
pauctcii gehaltenen Disputationen so viel abgenommen, dasa die Cath(H 
li«cl)en sich wol in keinem Artikel der Religion mit uns einlassen würden, 
sondern allein so ;j^elui, wie der Cftpuciner Pater ValerianüB Magnus 
geschrieben, oh in Anslegnntr der h. Schrift bcHß- und sicherer «ei, 
tK'ineii) eigenen Verstände, oder der ganxeu Kirehen, ivann sie in eich 
«elbst einig;, xu fallen. Welches dann E. Wolw. denen beider lie- 
lijfionen Theologen zur Niu-hricht ki^iiuen wiaseu lasten, damit bic sich 
in Zeit dagegen gefasHt machen « und die Schriften, m dagegen von 
einem Jenischen Theologo Namerm Major und von Doctor Conrad 
Ber^us ausgaugeu, wol übersehen. ^ 



Andres Arlersbach an Conrad von Bnrgsdoif. Dat. Warschau 

24. Aug. 16^5, 

fDiu Colloiqnium *a Thorn. Ksefaitchteti vniii Hofe. Der vennzUniBChE Geennflte, 
Drnhcnde Bewegungen iler TftUfeu Und MoBcowiten] 

K. Witlw. Oll. hahe ich vor dreinn Tagen unterthäiiig hinlerbracbt. 24 Avg. 
welcher gewtaU der Herr Kronen Gmn;* Canxler ^vegen des vermeiiiten 
^Änderten prooedere, modi und Formalieu bei dem itzt vorgehenden 
Colbiquiii charitntivo sich gege« mir ausdrUeklJcli in Gegenwart des 
Herrn Haithergs crklSret. dass s,oU'hi-'H im geringsten nicht ge^cliehen sei, 
«tndeni es hei der mit Sr. K«in. Maj. genommenen Abrede, welche er 
xwar nicht rceht wÜHste (doeh war es. wie ihm wolle, so bezeugte ers 
«joofa, dasK dergleichen verdächtige Veränderung im geringsten nicht 



Pnwlilurt ». 0. ; auch dcL HcliuBiftrtitir C^lixtu» erechien auf VeramLissung des Kur- 
ffintes vwD Brau den barg. Hering, Neue BeitrAg« ||. p. 16 (F, Hvrtlmooh p. 9(i7. 



170 



I- [^iisi«n ani Palm 



I 



Vorgängen wäre, nocb intcudirt würde, aintemal er ftir seine Pereon 
an Sr Kriii- Maj, Stelle hUies alä ein Wirth und Prae«e«, die Sicher- 
heit, Friede uml guten Vtitiehtneii tti erhallen iiml jedes TlieU zur Bt' 
Hrbeidenlieit zu leiten, auch liiehei alle Feindschaft, Flass. Missvorstam 
oder einzige Widerwärtigkeit bei alloii Tlieilon xii verhüten und ab 
7,uwenden, im geringsten aber sieb in dieses cul|fK|uiujn weder .proj 
voto, noch consUio, vel ullo aiifuio nsodo- nicht ein7.uniif»ehen, noth die 
Deputirte zu hindern i'^*-rtirdnrt wäre, also dass VFcrter t>. Oh. D., ikk-U^ 
auch jemand wegen des Vtfraugs <jder iM-n^mnieiier Huheit einzigesV 
praejiidieium daraus 7M besorgen hätten), noch bi» dato verbliebe, nnd 
heJrenidete et* ihn »ehr, dasß S. Oh. D. man in solchen Missveratand 
gebracht und pert*uadiret hätte, weiche er doch cum utiser^antia jeder- 
zeit venerirte. — — 

Der Herr Kronen Gross Can/Jer iet am niichnt vergangenen Dienstag 
"^ gegen Mittag um II Uhr »dt seiner jtranKen Ibtffslatt /u Wasser ge- 
gangen und uft' Tboru zuji^ereiÄCt. Der Herr Unter U«n/.ler wird heut j 
oder morgen fort, und die beiden Herrn Kronen JlarsehsUke werdenÄ 
aueh in Kurzem »ich von hinnen hegebeUii also dasa der königti^^hc 
Hilf ganz leer, und niemand aln S, hocljft]r8ll. Delil. der Ktiuigl. junge 
l'rin/ netifjt rleni Königl. I'Yuneiiziminer, welche doch auch iiUe bald» 
ausser dem Fräidein Egkenbergk, die als Sr. Hochi\lr8th Dehl. Ober- 
hotnieislerin alhie verbleibet und eben von i^r, Kön, Maj. gleich vo 
di'i'o AbreiKcii einem Ueuswischen Fürgten gar alten hoben und vnr- 
nehinen Hcrkünnneus Cxarti»ri!^ki, der ein hurtiger junger Herr, aber 
seinem Stande nach von geringen Mitteln ist, diR aber ö. Kön. Maj. 
ftdHol an Dignileteu al8 Einkllnften durch viieireude Wwyewudiiehaflen 
und Stfirtisteien zu ersetzen gnädigst veraproehcu, zugesagvt und ver- J 
niüitlet worden (welches aueh bei Wr. MaJ. M'iederkunft aiif* MttauenB 
äu Werk gerichtet und vülleiitKogcu werden soll), nach Danzig eilen 
wolU'u» allda uft" der Kibiigl. Kraut Ankunft tu warten und sieb zu 
unierihSnigstcu Diensten recomuieudiren, alhie verharret und residireU 

Der Venedische Geöandter und Senator Tiepoli, so viel Geld 
nüt «ich gebracht, verbleibet uoeb ihimerinrt albie und wird uflFJSr. M^. 
Verwiiligung Werbungen HiiKtlieilcn. 

Von derTartaren, ho mit grosser Macht und Anzahl bei lfri),iM> 
Mann an den Grunzen sich rtt&ten, h5ret man nun weiter niehtu« weiche» 
nach dem Geschrei, V4in den Tilrkeu vermöge ihrer Ptiichten, dadnreh 
sie, wann ihnen vom Haupt ein Duette jedem /(igesehicket wird, in 
vi'llkommeuer Bereilscbafl jederzeit und aho balil steh /.w 



;eT wiru, m h 
btellen ver-l 



Du Coltoqojnm 



171 



pflichtet sind. aufjrewiepeU und an die Polnißchp OrHnzen mit cmptiin- 
pTner He£aliluii^ vprhottcl Kind, 

In Moscowion, darinnen der CzHr tüdt gesA^ol wird, also daäs 
t'fi AntrcniUiS: deÄwen Snlmp** der FttiNt und f!r:)i' Woldenmr aus Däne- 
mark pxiia Hi»rTiiiin^ zu iMiior plUc-klichen V'tllcntyjehiing semes lanp 
vorgestellten Zwockn und Vorsatzes ftcliönfen soll, weil selbiger ihm ßelir 
xu^etbaii untt afl'ectionirt ist, wird stnrk Vidk gewnrhen; zu was Knde, 
weiit?t ttiAi] htfir*; eg wird aber hcworget, das^^, weil die Poltiinrlien 
LaniiE^tlinde uff iiäelmt Äi'rsicliliijyreiieui KpichstHgc die Mfmcowitiache (iriinx 
Commifirtion verunhillipct und giinK und fi:ar retriK-rirt, es deswegen 
»Bpej^ehi'o und darauf" gexiclet sei» sich durch d«s i^tliwcTt ?iU ver- 
gleichen; wiui nun daraus erfolgt n wird, stebt zu erwarten, Ontt wende 
Allee zum hebten. — 



Peter Bergmann au Conrad vtm Burgsdorf. Dat. Dauxig 

25. Aug. 1645. 

\p»» CoIit<(|iiiiiiii KU Timm. Da- rurlÜDiliscliQ Ucir»1. N kumtu de Brcgy] 

— — ^Vnn Tlinru haben wir Nuchricbt, dum die Lutherischen t;5 Aag 
l'n.-tli^er, ao aus dieser J^Uidt dahin abjrcrertiget «ein, ihrer ticwtdiniieit 
nach sehr gegensl die UcCormirten wUtlieu und toben, an Ölelle, rtit*« 
«ift «ich mit denen wider den gemeinen Feinil cnujungiren f4üllten; 
wollen auch haben, tUiss dlf^ iindere Lutheraner von Thoni nml Klbing 
dergleichen (hun iiud auf den CHU/.eln und »ouslen die Reforniirten 
C(t|}dmnniren sollen ete., welelies sie aber dureliauH uieht tbun wnih'ii 
und dt'nveiKen yoo diesen vur Calviniseh atisgemt'en werden. I>ic, die 
Danzijier, haben mit Schujcrzcn auf ihre Kfinigebergisehe und Cur- 
ÜUidisebc Brüder gewartet, und höre ich, daan dieselbe schon hiu- 
ßD !*ein; ob das autipritale ^r. Cb. D. s;ei*cbehen, und was dio- 

reiidlieh vor Res(diiHf.iu \vegen Ihrer i^ehiekung ^cfaMKet Imhe, vor- 
l^ui^el mich sehr zu erfahreu. Nicht weniger aucb was de loco des 
lUntlichrn lleiiagcrs geschlossen sei ')- 

Dabei ich die^eü nicht vorhalten m]\ci\, dans der fvnn/r>pi?ehe Am- 
bieMidcLir, der \'isicfinle de iire|;v, mir hier /u vof»tohcn geffobeu, dafti^ 
er heraUeh gerne uubckaunter Weise hinüber naher Ktinifc^sberg kommen 
ttßd Sr. du U. privairim nnterthäuii^sl ufwarteu wullle, und zwar am 
liekelcit bei dem Iteilager. wann dasselbe äu KünigT^ber^ geKchelieu 



*) Am 10. Oct, lK4i> orl'ol^to in Königsberg Ale VerntJUnng der illter«n Schwcater 
da KorfBrttcn, t.fnise C'Ij urlotte mU il<;m Hurzug J ai;ub von Curlniid. Hiälur 
diMC Fürstin vcrgl. a,ach unten bei don auf M&rk^^raf Ernei Iczäglichen Aulon. 



172 



I. pKUsBütt un^ Polen. 



BolUe. Solches habe ich ihm nicht dürfen schwer machten, um Offenwio 
zu vermeiden, und weil er sa^te. dass er allerlei Hr. Ch. D. iiUtzlichi 
Sachen gerne mit Ihr abreden und was Sie ihm an seine hohe Pri 
cipalen befehlen möchte, amiehmcn und verrichten wollte, v. p. m 
niateria der Fricdenetractaten im R^ii'he und des yuc^iessi'Mi Works 
des Herrn Markgrafen in Prcusaen. Ich werde ihm, dem Gesandte 
aber nicht mehrdeT Anlage geben oder zu der Iiei*e ptmsairen, chi 
und dann ich von Br, Ch. D. oder E. Wnlw. Ordre davon erlange; ich 

Horge aber, er werde .sclher damit eilen. 

Die polniBclicii reformirte lleiTen zu Thorn schreiheii anheru und 
bitten sehr um retoraiirle F'redij^er liiuzusehiekeu, dann sie Mangel deren 
dort hatten; derwegen wäre sehr gut, dasö D. Bergiue nur hahle lii 
commandiret würde, niehl als vom Herzoge in Frcuöfieu, sondern al 
vom Churtllrsten zu Brandenburg;^ wann gleich sonst niemand geschickt 
würde. — 

Georg Calixtus ') au d, KuHlirsten. Dat. Thorn 21 /äl.Oct. 1 643. 

Ai.Oct. Die Verhatidiungen in Thorn erweisen äich alb ganz unfriiehtbar und 

aü^•s^f■htsh)s ; rr bittet^ sich wieder in seine Heimat begeben zu *iürfoii; In- 
ders btr-tet t.T ilcm KiirfiirBteu neiue Dit'nste für künftig an, „iujiuüdprheit 
wftiiu deroselbi'n belidjeu «ürih*, vcniiittelst Kinrath und Zuthueii lot^iner 
guftd. Kürslen nnd Herrfii, der Herzogen zu Braunscbwcig und Lüneburg 
Bild (indertT friedlieljciidtT benaehbartcr IVteataten der höchatM'hädliehen 
Trennung, welche imi tinscri;r t?iinüe Willen in die Evangelische Kivehcn 
eingeris.^cn und heharrlit'h cunLiiiiiLrct, durch erspriessliche Mittft rfrmittelÄt 
göttlicher barmherziger Verleihung in etwas uder gänzlich abzuhelfen* 



Hl ■ 



Hnverlieek an den Kurfürsten, IMt, Warschau 19. Dec. 1645,^ 

[ZwiachonirBgcreitTi zwiscbon Wararhau und rnria wegCD der Pfalc-Nccburgiitchcn 

A □ ^el egont) eL ton . ] 

T9. Dec. E. Ch. D. soll ich niitcrth, nicht nnvennehlet laHsen, welcher Oe-1 

stält albereit vor ein Tag zehn der Herr Krön Gmm Canzler wegen] 
des Herni Ffalzgrafen zu Neuburg in zweien Puucten mit mir ex-l 
postulirct: 1) wäre ^r. K^m. Maj., und »war Vfm den Ministris in Frank-! 
rcieh Helbiit. hinterbracht worden, dasN, wann deroselben Kespec! nicht 
^urUckgehRllen, E. Ch, l), aut'ilero Anliallen, den Pialzgrafen /.n rtiiniren, J 
die Üand wälr geboten worden. 2) DaB8 Sie die einmal hei »einer des| 
Herrn Groas-Canzlers AndmsHade acceptirte Mediation nicht allein durch 
Veröchleppung eludirten, eoudern auch durch Schreiben an den I 



') Vergl. obeo p. 168 Bot. J. 




Das CoUoqaiuni. rfnlg-Nen.liargia'Ohe Wirren. 



173 



tui Jraduir^ii, als wann dor Horr Pi«lz^raf iladurcli ^vider üie 
VerfasÄuni^ des Roiclis verbnichen, daes er obne S. Kai», Maj. die 
andlnng axif S. Küii, Maj. hätte Kiehen vvoUen. Es kf^nnte beidcB 
nn. Maj. iiirlit als BclimcrKUch vurkuinineii, weil Sie seheu, tlaws Fremde 
r uii'hr Uiöpfct, dann dero l^ehnftlrsl /.utrageu, und daßs dero treu- 
lueiikte Vorschläge so Übel gedeutet und dtro su nahen Anverwandten 
Gefatren gebraucht werden wollen. 
1fh lipaiitwortete dasselbe Mal Ö. f. fJn. dabin: Was aul des Ilerr» 
Pfcilz^rafi'n Hericbtu zu gehen sei, hätten S. i. Oti. nieht allein, sondern 
die ganzi' Hospnhlica mcder dem uUchst vergangenen Reichöta^e er- 
iabrcn, du derselbe ^jlcichsam in publicii Theatro Orbiß, wie vor sich, 
aueli dur*'b die Prinzessin von E. Ch. D, solche Diug ansf^ebraeht. 
deroselben nie in i:>iuu kmnnien; und haben die iius seinem ei^^eiien 
l^nde gethaue Berichte so weit p^efehlet, wie aoll man daiui denen vou 
weit abgeleg-enen Orten als Farie und Wien (rauen können? Es war 
demselben alte T'rnetiq . da.is er wider E. Ch. D. eucht Acheroiita ku 
movireii und »uuKt in alle niögtidie Wege E. Ch. D. zu geföhron und 
dennoch stets queruliren thut. Sollte »einiger der franzö 61 sehen ge- 
heimen Räthe dei'frleiclien nuügebrafht haben, so hält er Ja nur seine 
und seinefi Hols Schande gercdt. und könnt ich. wie wul E, Cb. D- 

^(l^ieb 7.U denen Kcicbösaehen nicht ■JÄeht.n\ wölken, versichern, dass es 
tu milde berielitet worden. An de« HWiniKcheu Kaiser aber wttr mir 
Will wissifud, dass E. Ch. D. m j^cbreiben und berichten Willens ge- 
wesen, wie unbilliiT ^- i". Debl. bei der letzten Zasamnienseliicknn^ der 
Käthe mit E, Ch. 1). verfahren, 4la Sie dann auch mir allerdings hätten 
■Dbefolileu, der{;:leiclien Cfinecpt ancli au tf. Köu. Miy. zu verfertigen, 
8i> ich eben unt<T Hiiuileji hätte. Wie sollten aber E. Cli. D. an den 
Rnmisiebeii Kaiser Iniben sehreibeu können, ob handelte der Herr Ptalz- 
graf wider die UeirlisBiilzungen, indem er auf Ör. Kön. Maj. Mediation 
mit Ihr zu handeln sich erbiete, da öic doch wol mit Vorbewusst des 
Kaifters ehe Xcit in \'ielen wichtigen Puncten auf die Kfjni^e Frank- 
reieh und England eoniprumittirt? Daferne es Sr, t On. vorkäme, daaa 
ieh etwa» zu frei bierunter rede, wollen Sie eich nur desseu erinuero, 

^wa» der [M'alK Ncnlutr^nsehe Cauxler als Abgesandter vor VerBicherung 
gethan wegen abgelreteuer albereit vor viel Jahren der halben Graf- 
Mhatt Ravensburg, du ruber mau doch auch hei der letzten Znäamnien- 
Bcbickiing . . . bei dea Herrn I*fal?,grafen Eüithcü nichts erhalten. 

IUt Orusseaiixler beriift sich eine Ah^chrift des Schreibens au den 
Kaij«r, welche er lioverbeck nächsteus mittlieÜeti wUJ. 



HA 



l. FnmaiwB und Polen. 



1^ 



Hoverbet^k au Cüiir. v. Burgsdorf', üat. W^iirschau 30. Dec 1 64( 

[Schwierigkeit Ten Polen cino UnlertstÜtzmig in Betreff der «.■hwediechen 8»ti»fiiciion»- ' 
^age Z1I ürliallcn. Potaische Nt^bfingodankcn wegen Pommem«.] 

tSO-Doo. — Waa E. Wolw. wegen nöthi^ beftindeoer Vorstellungen iu puncto 

der von tleii Schwedett begehrten Satiafaction im Reidi im Namen St, CIi 
D. mir auftnigeii, trkeiin icli uiifli tmtertJiHnigrst rieliuldi^ zu expodireiiJ 
Wie g'erii ich aber micli daniinou ii>rdeni wollt, (dann ich leiultt er-J 
ine^cu kann, das» periculuni in niura t^ci), i^t ei« d«>cb nicht niti^lieh,] 
bei jetziger Beschaffonbeit iehhva:< VMirK(inehn»cn, sintemal sowol die 
Kravikheit, als der KJjnijtrin Säuniung;. wie dann auch, dass man des 
Klu'^vlds ballier Versicherung^ iordern tbul, S. Köii. Maj. af ganz unge- 
duldig gemacht, daas Öie auch den Öpiritig, weleher Geld ntitbracbt, 
nunmehr In die acht Tage unfreliört liegen lassen. So ist auch de 
Herr Gniss CantV-Ier vum Stein öh hart jre]ilaiE:t, dass er niemand vur* 
«ifb kuninien lässt; iu]d WHun auelj a:U'idi dieseg nicht war, mltasl" ich 
dannoch wegen der angedeuteten Bubutsamkeit Sünden? gelegener Zeit 
abwarten, Ueber das bab ich Bchon vor längst die Stande der Krunfl 
alai) gesinnt befiinden. daas sie entweder ^'ar nicht, oder aber gar zu™ 
viel zu helfen geneigt. S. Kün. Maj, aber nirK'bteii wol nicht ungeruc 
Beben, daes sieh dero Feinde an solchem Ort nistetn, da Sie denselben 
leichter alt* in Schweden liufft Ifeizukmuinen und alles abgeimmnienc 
IliT selbst iure belli zu vindicircn. leb will aber, um dieselbe hievon 
abzubringen iwei) d))eli alles nur aU von luir berkumnien s(dl) meine 
Vennutlmngen Ihr suchen beizubringen, dase der Köm. Kaiser das Ober 
Lebnrccbt au dem Her/ogthuin ihm i*clbst und dem Reich vorbehalten 
und sie, die Schweden, dadurch versicberu werde, dass, wie wul niCj 
der WidgelegenLeit der Landt; sich zu ihrem Vorthcil gebrauchen wUr-- 
den, diceelbe dannodi darinnen nicht werden können gefShrt werden. 
Düs best nmi sicherste drittel meines wenigen Eraebtens war ge^J 
weaeu, wann man sieb in Zeiten in solche ^ostur gesetzt hätte, dailurcb ' 
w> wül bei ^\^*\- als tlbelaffeetiouirteu alle eonsilia, yuchen und Wlder- 
Kpreclion hatten ccuiHiderable gemacht werden kennen. fl 

Aus Itiilion ^vi^d Sr. Kün. Maj. geschrieben, der (^russberzog von" 
Klorunz babe dem Abten de la KirntM'e mit iriO,OiHJ Kronen an den, 
iler/ugen vun Orleans abgefertigt, um durch dieselben Mittel den Car- 
dinal Mazzarini aus dem Sattel zu heben ; »velchea den franzöftiftcheuj 
tilutum »ehr alteriren durfte, — 



• 




P&Icii. und Foamera. 



175 



» 



Inätraction ftlr IIoverLeck zur VerLandlung mit Graf Dönhof 
und Isaac Spiring, Dat. Königsberg 20. Mars; 1G4G, 

iCouc vou H'ivorlK'ck.) 

fl^tste Bedingungen in der Sc<fB!oH frage. Verwahmiig gegen etwa au» der ScparBli^n 
fler Elbingcr Züllc entstehenden Untergcbleife.j 

1} [ii iU'Z\i^ auf rlje Tnj^e uiubr cü durchaus bei den bisherigen Be- 
«tüumiingf'u IjieibeiK 

2 — 4) Es ist mit der Elbiiiger Seezulage anfn höchste 100,000, ohue 164*- 
dij-iiflbr 7U.00Ü fl, ]m>1. zn hleten; doch hat für «3fn FaH, doüs der König SO, Mtt« 
daUri Ll*;ibt. den Klbhijrcr Zoll an ?ich üu üebinfii, der G'-'s«iidtc zu Ije- 
dlnpcii. -ilasti in EHiiii(? der ZuU uicbl geHiiger, altf naeb der Gmdmsfhen 
Tax gfi'iionmif*!! wnrdo, woil sotistf^ii im widrigen Fall S. Clt. D. zu Verhii- 
tnn(f, diuuii di*- Hiiudbiii|f vuii Ihreu Purteu uicliL iimitrwartM hitjg<'zogeii 
•*rde, Nioli liiotjiil vi-rwidirt-u , dasi^., wi.>rerii(; einige durch die Pillaii oder 
tou hier üUft übers Ilaaü' nach Elbiug gebrachte Waaren (um Ör. üb. D. 
Denen R^'pzoII au defrnudiren) ferner zur Si^c wärlö aus oder in Sr. Ch. D. 
0**l)iel finjfpfnhret werden wolltet!, S. Ch. D. v<m denen j^elben in dero Ge- 
bit*Ct*ii niobt wi-niger nehmen wollen, als soiisteu von denen durch die Pillau 
t'iU' oder uu<^geheiiden ^iMiomiaeii wird, und sollen $ic hievuii durch keinerlei 
Atcvütata oder ZoIlquittnu(?cu slvh befreien nibgcn^. 



Per KinfUrst an die geheimen Räthe in Berlin. 
Dat. König.sberg 2, April 1640. 

[Bcruntehtinde Abruiati dea KiiiiÜ raten niiH PiTuasan. Palniitclie Zamalliun^n. 
B«.Bor^ni88e vor dar KricgBlasl dea KfÜnigs.] 

Ihr wenlet jms Unsenii Iptzten Rfscript ersehen hiiheu, daas Wir 9. Apr. 
Unser*.' !kugi.'avV/.U: K(U':krGU*' iioeh acht Tajtfc langer difterireii und bin 
auf de u U. dieses vorechieben inUseeu'). Ob Wir nur wwl gebortet 
und gümlieti g^sintiet ;;eweseu, aladanu vmi hiiiiieii mifzubreeheii, sn 
irt doch dieses inniittelst durzwischen gekuiiniieti, das« die Köii. Maj. 
lu Poleil und iSchwedi^ii dero Obriäteu, don v*n\ Le«sgc\vaiig, diese 
Tage anhero ^u Un» geschickt und Uns andeuten lasseo, welcher üe- 
!*IaIi Sil' gewissf^ Js^ichriHitiiiii^' lüittni, das*? di*" Knni Scliwedi,'i] Kehr 
amdren uikI vnrlmbous sein &nlltc, in i'oleu und dieses Unser Herzug- 
Ihuiu eluzulalleu und eiuea fesieii Fuas (uicwol Wir Uiwers Tbeüs 



') Alt« Schreü^un d^r gcbciiircn Räthv iii dioaer Zeit dräi^gsD ileu tCurfürsten, Beine 
Hwetnkunft in djM Kniet und in die NRhe der wMtphllliHohen Tractaten mögliclist 
ta i>-teliißna\^tn. Uetier diu Mutivc der Zögoraiig, aasstir den prcuBiiscb-poltiiathöii 
Aogvlegcnfaniton, vergl. uolen hei den Actqn de* Rclchsdeputatiübatag» toji Fr&Akftiri 
ni Jinu*r 1&4&. L>ie ALreine erfulgte crei aui 14^ Mai 16lti 



176 



I. PrcQasen Dtid Polen. 



Uns ilfrgldt-lietk Ruptur nicht wol einbiltlen künnen) darinnen zu »Pteft! 
dannenhcru Sie Uns verwarnen lassen. Wir wifllteii auS' l'nsere f5ach 
gute Achtung gebeu und dabin scheu, dass vor rnseriu Aurbnieli vi 
hiimeii nicht allein «ler Strand fldasijS? battiret. und die Fesstnngcn vr^ 
besetzet, Kmidem suieii ein anKelinliL-iies Sttleli. fJeldes alhier im Lan 
aufgebracht wUrdt- und paral wlire, damit niaii im Fall der Nulb o 
gesatzt^m Uebel zu begegnen und u\ wehren darzu greifen kannte. 

Wir haben auch danelist vt-rstandeu, dana mau im Werke begriffe 
eine aalennclle Ambnöeside (dartiuter der Herr Grtisscanüler Ossolim 
wol aelbBt sein ni?iehtej deslialber in kurÄcni anbero zu spedireu. I 
Wir nun gedatditeu Übriston, den v(ju Lessgew anic, gefraget, ah fr nici 
ein Koiilgl. Creditif an Uns lijitte. hat er darauf Nein geiiiitvvnitet. u 
g-esaget, IS. KWn. Maj. liUtte ihm nur K<deliCö mündlich angedeutet 
befohlen» es Uns mUudlich vurKubriiigeu. Diewoil Wir dann ohne Co 
vocirung" und Einwilligung Ua&crer hiesigen Stünde hiebei nichts 
thun verniögen, nu haben Wir y.ii ihn den tibristen gesinnet, er wollt 
ihm lassen gefallen, es bei Ihrer Kön. Alaj. dahin liehen m vermitteln. 
damit Wir mit vurerwilhuter Anibassade verschonet und Ihrer Köd, Maj. 
Begehren nur durch ein blosses Schreiben äo Wir Unseni Land-Ständen 
vnrzuweisen, au Uns gebraeht werden niöelitc; was nun hierauf er- 
fulgen wird, «tehet zu erwarten. 

Wir mUßseu Uns fa&t beaorgen, wann Wir un verrichteter Sache aus 
dem Lande /idicn und zuvur keine Anstalt in einem und dem andern 
machen wUrdeii, desslialbcr dann L'ueere Über: und Land lüithe in- 
ständig bei Uns in Uuterth. anhalten, (angesehen der <Jeneral in 
Pulen Kituuspcdski neulich gestorben, der KOnig in Puleu, 
nU der ohne das gr«as Begierde '/um Krieg hat, auch bei 
dieser Vacanz mehr aU sonnt anfangen werde, das Geuerala 
nicht ao leicht üud bald einem andern conferireu werde) 
mlichte der König in Polen in Unser Abaenz alhier absolu 
regieren und das Volk, welches Sie etwa geivorbeu, vo 
bieaigem Unserni Lande bezahlen laasen wollen'). Üanueii^ 
hero Wir, wiewol ea wider Uuaem Willen geschieht (ininassen 
auch wegen Unser« Leibes Constitution gerne andere Luft schrtpfi 
wollten). Unsere vorgehabte Reise werden Ändern und dersflbigeii so 
lange, bis ohgesatzte Sache ahgethaii, einen Anstund geben mUs&eii. — 



ei 

i 

pfeS| 



Dofl (jeaperrtt! in ChiSem. 




Pulen «od Pommern. 1T5 

Instruction fllr Hoverbeck zur Verhandlung mit Graf Dönhof 

und Isaac Spiring. Dat. Königsberg 20. März 1646. 

(Conc. von Hoverbeck.) 

[Letzte Bedingungen in der Seezollfrnge. Vernahrung gogun etwa aus der Separation 
dur Elbiiiger Zölle ontatoliendo Untersehleife.] 

1) lu Bezug auf die Taxe muss es durchaus bei den bisherigen ße- 1646 
ritimiiiungeu bleiben. ^- Mfti 

2 — 4) Es iiit mit der Elbinger Seezulage aufs höchste 100,000, ohne 
dieselbe Y0,000 fl. pol. zu bieten; doch hat für den P'all, dass der König 
dabei bleibt, den Elbinger Zoll an sich zu nehmen, der Gesandte zu be- 
dingen, _dass in Elbing der Zoll niclit geringer, als nach der Grodnischen 
Tax genommeu werde, weil sonsten im widrigen Fall S. Ch. D. zu Verhü- . 
tung, damit die Handlung von Ihren Porten nicht anderwärts hingezogen 
werde, sich hiemit verwahren, das.-;, woferne einige tiurch die Pillau oder 
von hier ans übers Haaff nach Elbing gebrachte Waaren (um Sr. Ch. D. 
neuen Seezoll zu defraudiren) ferner zur See wiirts aus oder in Sr. Ch. D. 
Gfbiet eiugoführct werden wollten, S. Ch. D. von denen selben in dero Ge- 
bieten nicht weniger nehmen wollen, als .-onstcn von denen durch die Pillau 
ein- oder ausgehenden genommen wird, und sollen sie faicvon durch keinerlei 
Attestata oder Zollquittungen sich befiTieii mögen". 



Der Kurftirst an die geheimen Rätiie in Berlin. 
Dat. Königsberg 2. April 1646. 

[Bevorstehende Abreisu des Kurfürsten aus l'rcussen. Pulnisclie Zumutliangcn. 
Besorgnisse vor der Kiiegslust des Königs.l 

Ihr werdet aus Unserin letzten Uescript ersehen haben, dass Wir 2. Apr. 
L'nsere angesetzte KUckreise noch acht Tage länger differiren und bis 
auf den 11. dieses verschieben nillssen'). Ob Wir nun wol gehoflfet 
und gänzlicl) gesinnet gewesen, alsdann von hinnen aufzubrechen, so 
ist doch dieses iinnittelst darzwischen gekommen, dass die KiJn. Maj. 
zu Polen und Schweden dero Obristen, den von Lessgewang, diese 
Tage anhero zu Uns geschickt und Uns andeuten lassen, welcher Ge- 
stalt Sie gewisse Nachrichtimg hätten, dass die Krön Schweden sehr 
armiren und Vorhabens sein sollte, in Polen und dieses Unser Herzog- 
thum einzufallen und einen festen Fuss (wiewol Wir Unsers Theils 



'■ Alle Schreiben der geheimen Riltho in dieser Zeit drJlngen den Kurfürsten, seine 
Hercinkunft in ilai Reich und in die NHho der west[>hKliHchen Tractaten möglichst 
zu beschleunigen. Uebcr die Motive der Zögerung, ausser den preuBsisch-pohiischen 
Angelegenheiten, vergl. nntcn bei den Acten des Eeichsdeputationatages von Frankfurt 
ad Januar 1645. Die Abreiue erfolgte erst am 14. Mai l64ü. 



j^g I. Freussen und Polen. 

Uns dergleichen Ruptur nicht wol einbilden können) darinnen zu setzen ; 
daunenhero Hie Uns verwarnen lassen, Wir wollten auf Unsere Sachen 
gute Achtung geben und dahin Beben, dass vor Unscrm Aufbruch von 
hinnen nicht allein der Strand fleissig battiret, und die Festungen wol 
besetzet, sondern aucb ein ansehnliches Stttck Geldes 'alhier im Lande 
aufgebracht würde und parat wäre, damit man im Fall der Koth ob- 
gcsatztera Ucbel zu begegnen und zu wehren darzu greifen könnte. 

Wir haben auch danebst verstanden, dass man im Werke begriffen, 
eine solenneile Ambassade (darunter der Herr Grosscanzlcr Ossolinski 
wol selbst sein möchte) deshalber in kurzem anhero zu spedircn. Als 
Wir nun gedachten Obristcn, den von Lessgewang, gefraget, ob er nicht 
ein Königl. Creditif an Uns hätte, hat er darauf Nein geantwortet und 
gesaget, S. Kön. Maj. hätte ihm nur solches niUndlich angedeutet und 
befohlen, es Uns mündlich vorzubringen. Dieweil Wir dann ohne Con- 
vocirung und Einwilligung Unserer hiesigen Stände hiebei nichts zu 
thun vermögen; so haben Wir an ihn, den Obristcn, gesinnet, er wollte 
ihm lassen gefallen, es bei Ihrer Kön. Maj. dabin helfen zu vermitteln, 
damit AVir mit vorerwähnter Ambassade verschonet und Ihrer Kön. Maj. 
Begehren nur durch ein blosses Sehreiben, so Wir Unsern Land-Ständen 
vorzuweisen, an Uns gebracht werden möchte; was nun hierauf er- 
folgen wird, stehet zu erwarten. 

Wir mllssen Uns fast besorgen, wann Wir unverriehteter Sache aus 
dem Lande ziehen und zuvor keine Anstalt in einem und dem andcni 
machen würden, desshalber dann Unsere Ober- und Land-IJäthe in- 
ständig bei Uns in Untcrth. anhalten (angeselien |:dcr General in 
Polen Konospolski neulich gestorben, der König in Polen, als der 
ohne das gross Begierde zum Krieg liat, auch bei dieser Vacanz mehr 
als sonst anfangen werde, das Generalat nicht so Iciclit und bald 
einem andern conferiren werde), es möchte der König in Piden in 
Unser Absenz alliier absolute regieren und das Volk, welches Sie 
etwa geworben, von hiesigem Unserm Lande bezahlen lassen wol- 
len:!. Dannenhero Wir, wiewol es wider Unsern Willen geschiebt 
(inniassen Wir auch wegen Unsera Leibes Constitution gerne andere 
Luft scliöpfeu wollten), Unsere vorgehabte Heise werden ändern und 
derselbigeu so lange, bis ubgesatzte Saciie abgethan, einen Anstand 
geben müssen. — 



Uilllilriitcbii Gcitiätc des Ki^nigs. Diu Ciunimng iter Sec£ula£e. 



177 



Kurftirsiliulies Patent über tlie Aufhebung; der Seezulage, 

l)at. Küiiigüberg 12. Apiil 164fi'). 

iKöuigHb, Arth. ) 

iDis Sevtulug« iu Pill'iM unti Memtil anU vun diesem Jnlir an iiLulil invlii' «rliuWti 

werden-] 

Voxi fJdttos Üiuuit'B, Wir Fridericli Wilhdni Markgraf kii Brnriili'u- 1'^ Äprlj 
hur;* etc, Tiimi kiimi jiMlcnniiimifrlicIi. iiisuiidei-hL-it :iljrr d*'m acrlahren- 
(leti Miuiiit' iumI Jillrn diMKii, eif liiLTäiii gotuj^eii und Kuldies zu wwMeii 
vimufilht'u. WA8iua.>i6eii AlHtibaldcu als die erhOlieie tSeesulage aus da- 
nuds uimiiifcimfrlirlicr Nijthweudigkeit jiü^^esteUct wcrdL'ii mllsseii, das- 
wll«; suwtil Ih'i auftwürti^'fii, die ^itli der Comiuercicu Unserer St'e- 
|>ort€ I'illiiu und Mltuiund ^eltniucben. iUh auch bei inwärtigeu, iiilinlidi 
den I^ittiiustti 1*^11 und dieacB Unsers Herzot^tlniniH Preusseu tiülndeii fllr 
ein öuiidt-TPH utid IiidicH rjriiviiiiion iiiif uffi'ntUcheii Landtsio^en ange- 
lugeo und iKn^h lii»=. iiiilifro gctUlirel worden, Uamit Wir Uns iiud 
dessen tiumal cutb-di^jcn uud ^c^cu Unsere üäniiiitiH'he liebe getreue 
Stünde dicäCä U'nHCi» Hf^rüoigthimia Prcussun den giiädi^hten Laiidra- 
ftirsten und lU-rren ei'zeigeten uud Unsere biTidc*sviiterliri!ie Aftectinii 
diiii'ii »u viel mohr zu sei'tjpUreu gebt»: so liaben Wir auleLeiu lieacbwfr- 
und vicItUlti^cu laitieutiren die billige Statt frudeu und die erbnhete 
S>eexulage mit dieses Jahres Seelarth Anfang Hchwinden und fallen 
lasbCn. MiWBCn Wir nulübes mit diei^eiii Patetd bezeuü:fi] und in ülter 
Sretalin'ndeii Niieliiicbt liieuiit publieln-H lasncii. (U-sflielieu Kiiuitja- 
berg: den /.wüll'len A|irilifj A" iij40- — 



iJer KurftUst un Köii. Vkdialav IV. Dat. Reglom. l:i.Äpr. 1646. 

(Köuigwb. Areh.) 

[AD£ii]gt: voll dt<r (jUSi^iruiig der iiuurn SueKuiige-l 

iSaeram V»ni Ram M"'" ijraeiuissa Hliali» ubservantiae eouiestatione 12, Apf| 
liiijce ut intcrjjellareniuH, id in eausa liiit, quud, pustquain nuper dele- 
gatiö a So \« \U M'^ in puuütu easBandi aucti tlieti.Miei Elbinj^ae tre« 
cviudiliuat-» proiHnii fecei'amus, illi uutcni uullani illarum acceptaÄSent. 
iiiterini veru ,tfeuipestaö uavigaliunibuB cuummda adveniusel , uavesque 



'\ LHeies CA9Qutii>ii»patBUL i^t das viitacslioiil bilde Auleoatück in dvu Verliaiidluu- 
gm über die Frage dL:r ^etrzUtlc b^ EirilcU. )i. 31)- üu bcoierkeu ist, diisii, oljn'ul 
d«r Vertrag vom 5 Ütc, ltj4I mit Ende d«« jHlire« ICtÜ «b^'^laufui und ni<'ljt er- 
Dcoert wondtiii wiir, fQr d^s Jahr llJ46 dmitiucli dvr küniglk-lit' Anth>Q)l vou UKI.tXXt U. 
pol. QDoh betnhlt worden isC , nie darüber uinu AbrecKniung du» BccxoUkiuiaüDYoi- 
wahera CbrUiopti Melchior wm ^ü\ii. 164t' vorliegt. 

HiMr. uir Geaeli. d. Ür. KuTfur«l»ü. l. 13 




178 



Prmi^eii utid Puldn. 



nniiniilluo alio forhinse, si aiictuni tlieuloneum ab ijisis* esigcretiir 
veraume liuo- a]ipulis»cnt, quprfhif auteni et gravamin» |>r<n''iiic-ialiuiu 
et civid iiupriini» urtliiii» tautuiu »bent ut eessari^nt, iit iu (Ik's iiiHgi» 
iu!igis<|uo augoroiUuf tutulfnique ruiuam et liualctii tntorituiu sibi ex hoc 
thc'luiieo iiiijK'rnUTe quiritartMitur, aliter agore ivm iioUionnma— — "^'^"M 
ijuaiu ut thcloiiouin in aiitii)uum statnm et ad cum uindum, quo anteV 
auctioiiciu fuit, redi^eremna itlque habitu ratione NoBtrae ])Ti«niHaioni» 
desupev ordinilmB huius Diicatus nntohac factae, tum et qund pu du-hi 
niiiic, tan([uaiii a sutiirnu i;ravaniiuc, quod onincs Ordinca, quam ina- 
ximi' autciji ci\it:iteB NiisiraH Kc^giimHUitiiinaH promon?t, S» V« H* M""* 
nun semel reqwjsita et molestata esset. Idque H»^ Vti«i Ua« M'i oa quall 
par est olisorvaiitia iitvtitlcaiKlnni duxiinus^ Hperatites omues et HJngulnB 
huiua Üucatus ordines, (jui, qtiod pridcm iiiHUuitissimis üsquf assJdui» 
precilniB a Nobia conttiidcrutit, iniiir almndc et ex vutii iibtimieruiit, j 
eo iioniiup ulterius ho ^nivare iumi velle. Iiiprimis auteni ij-»» Vt^nfl 
Rjim Mt"'" pruniptitudiiK'in Ni>stram, qua tiroviiicialiuiu ut et viciuonim" 
iu biscc pni\iiicii8 nicTcaturam frcqucntantium cfitimnidis, quanturn in 
Nnbis est, cruiöutluni cupiiuns, in Imc negntio per^peduraiu ueque per 
uiiBi-suraui , ut a quoquam siucerae Ituic NoHtrao iiiteuttoui scquiot' fiui^ 
quam iu quem a N^tbirt uniee ctdliruatuni est* sublevEUiieu nniipc g^ra- 
vamiiuB tot prcdbus t-t laineittis apud Now hullicitatnui, aftiutcatur, de 
quo tameu plurihus apud 8^'" V"'" l£""' M'^m a^et, qui auspicahflHJniiH 
Va« Rni' M^i* nuptiii^ Ni>ötr(t iioniiue eougratulatuniö prujiediem aderit'). 



K. App, 



Küiiig Vladislav IV. an d. Obenäthe'). DatVars lO.Apr. J^i-JG. 

(Köuigsb. Arth.) 
|A.lle Öchiffv von mul nucli Klliing rfolltii in I'iHau forinu wirdur nur den ulri-ii 

Crf^Jicrriüiia uioti civitatis Nifstrae Elbiugeusis öupplicatiuuilms e»ii- 
deui, tanquaai iniuicdiate Inq)eri4i N'^slro subjeetam, ab exaclimif Pilla- 
\-iciiöi praeteritiH aimin iiitrndueta cxiiucudam et ad seorsivas raliimes ' 
Nostras referendam ce^e duümus, prouti etiani äjieciali diplawatc de- 
super ematiat« cxeuiiniUÄ exacriiiuemqiie illau» pruventibus Nnstris He- 
giiü laui applicavhuua. Quod ad debitam Scn"' Eleetoris Hrand. in 
l'ru*inia Ducis uotitiam dedueentfei, Syuc. et Fid. Vestris qu«>que itiH- 



'■ ■Idhflliri V. K*Hi)ir»tli. 

*< Iti tluiii riille^imrii der Ob^^irttlbo (». nli. i*. M) »nss ^ neil dur CiuiKli-r Kiilritiii 
T. O1U.U Hin 2J. Jnii. I(»-t[i grHLui Ifi II *a.rf uii iti^Dicr iSlL-lli:: Clii i^tii|ili v. 'I rK^i-likc, 





Befreimig Elhinge von d«m crliühtcn ^olL 



11^ 



nndiim esse iluxinms, mcrio iisttoni nuuulantes, nU ciim praesens :rmii 
tcmiiu» riani nsuipiiitilmä patefrcci'it, sedula procurent , iiiiu uavea, 
i|uiK'i'uiiijut' vi^l Klliiii^ü, ve\ Elbiiigam ptutura PillaN'ieufttiTii trausioriut, 
ab eiactione qua^Hü excopto triutn numniorum de quolibet floreno Imiv 
t&nui* tl<'|MMis<iriiiii jiurforio, liUonif et ininumt'H lUmittaiitur, iin'rjuo (\iw- 
«inain ultra tun !i nicrcaturilHis, quiuu a ti:uirifi i-xigi ;iiit ullum aliqiumi 
ninle»tiani ipHiH on numiiic inferri perniiltnnt. Prn ^ratia N»stra et 
i'ffioiopuiu MiH^riuH «lrl)it(.> tSyiic. et Fklel Ventrai! bchis nnu facturae. 
Quns Ue rolM|iio beut- ralcre cupimus. — 



Andrea Aderßbach au d, Kurftlrsten. Dat. Warsch. l9.Äpr. I64i5. 

|Dln Jiiriilioü. Krjiiililii;fL di^H Künig». rolitiach« NcuigkoiUn hiis Ilaliuii. 
Die Acta ColloquliJ 

E. Ch. 0. fiab«* g'i'liorsamst hiiiterbring-pn wollen, das» die preuRsi- in. Apr. 
«che Juridifii xiviir nligc^vürti^t: werde, aber keiiit' Park* noch zur Zeit 
^ich eing:t'Htc'llet, ulKif dfusü die iutorcfisii'k' Herrn ilof Officiror t^ülohos 
gar Uljel reraterkcn iiijd wsts sonderliflies draus deuten wollen, wuu- 
nenhorii ich bei ihnen in Verdacht komme, als ob ich ihiifii Altjftzo 
heriukoiuiiie« diesimdirt hiltk-; und wulllr Gull, nteiin^ LandBletitf ea 
verslthou iiii'pchteii, dass su sehr nieht nacli ihren Sachen, als üpte-m 
verlanget wUrdc. 

S. Maj. sind ahennal Dach des D. KnUfferi* Abreisen, weither den 
y. d. nacb ElbinjiC iortjcfinffen, in die vnriji:c Krankheit, ahcr jrar «cbwcr, 
eingefallen, alsi> auch, dash iSiv drei Nächte Air den grossen Schmer- 
zen, »ü Sie zu aller Ungeduld wnd widenviirtigen Anachiägon pelrie- 
bt'D, nicht sehlafen köuut'n; aber diese Tage hat es hicIi wiedernni 
nül denmelben frfhef'äert und wollen dieselbe kllnlliye Woehe, die Lut). 
in etwas zu ändern, naeb Ujazduwa, fulj^ends aneh» wruiti Sie nur ein 
wcni^' zu aicb »e]b»t koniuieu, uflf den Muv naeb Pbjzko Hber Wa^tter 
^ben und aMdi» eine Weile iifl' der Jagd meh ergrit/.en- 

Die Küuii^l. Kr^mung ist utT den "^o. Juli und der IJflfbruch daKu 
uflch Kraekau uft* den 20. Juui angeselzet; der Keichstag aber soll uJl 
den Februarinni kUnltigeu Jahres atisgeftch rieben werden. 

Aus Italien vernimmt mau ^rowsc MissverstÜude, so z\vif*eben dem 
tiAt und selbig^en Landest'llrsteu und Ständen ^ welche sieh g^cftanmil 
Ber MaiUnd wider den Baböt in eine feste und zwar offeiisivani und 
defcntiivam ]>i^m mit der Krön Frankreich, so die Barherinoft unter 
ihre Protection genunirnen, eingelaswen und gesehhiHseii. je mehr und 
mehr vurgebeii; dnzu sirh der Grosshi-rzug von Flurenz» wider deu es 

12* 



ISO 



I. Prttuss&n und Fotco. 



I 
I 



aiifiiiij^w äiu'b an^ospht'u fsewcsetn auch crkltircn ^Y^\\, weldier den 
Fi"aitKiisise!ion flpsaiulten Atttoii vnn S. NiculA prüditi^ und frt'UinUu-li 
f'uiptan^ori, auch mit ihm gar bcüoiidere uiid gelii'iiiiatc Tractateii ge- 
9ch^^J?t^CTl. ulsi> (lass pr dniuf eiiieu eoiner Kätlie nach Frankreich al>- 
gpCortiftct, seine Df|KMidtM(z;, IhilJf inul Dipnsk' dem Könijrf niizubie- 
ten. In Frankreich hat der Köuiu;, Kuhald er der Itarheriiier Aiikunll 
uft" die Grenzen veriKimmen, einen seiner Unfjunkpr hingefertiget, sie 
in sHnem Nsimen ku emiifaniiCen» und ulT seiiic Unkosten bis uacli Paria 
bringen KU lassen; wie audi iu^leiehfn die Köni^n einf vtm ihrtMi 
Cauun^rjiiugfrauen abgeoT4luct. des D. Taddaeo Ulttslev TucLiter mit 
gleichen Sidenniteten zu begegnoü. 

Per Kaiser ist sehr altcrirt tlber des Cardiiialä d'Este Alitrlinnig- 
kejt. welcher nebst dem Cardiual Fa.rnese, «n licide zmor fleslerrei- 
fhisclier Faction {gewesen, dns« SjHiiiisi-he Wii[»pen vuii ihren I'uUukI 
abreiaacu und das Franzi iniöcbe daran wcblagen lassen, daberi> sie derfl 
erste die Protection von Frankreich und di-r aiidor v<in l*ui1ugal und 
Catahinien erbalten; anjre^merkt ihn von dfin Hanse Oeslerreich , in- 
sonderheit vum Kaiser, allerlei Gut- und Woltbulen zugewandt worden. 
Und stdlen zu selbiger Faetion auch der Cardinal Ui-siuu und der Her- 
ÄOg- von Gracciano durch Honderiiche grtvsse I'roineesen sein beredet 
worden. — 

Gestern iät des Pfalzgrafen von Neuburg f. Gn, Mar^balk 
a,h Gesandter ankommen, was er aber bringen oder stieben werde, irtt 
noch uubekanrtt'). 

Die Moscuwilische Gesandten, mit denen uoeh gestern ge- 
heime Hesaion gehalten worden, »lud noch nicht al)ge fertiget. 

Die Acta Collocjuii Thurunensie aiud nunmehr im Druck 
fertig, werden aber bei liidier .Strafe, bis sie ytm nllen Theilen der 
dreier Religionen rieiitig übfrüehen und eallatiuuircl und alf^o mit Be- 
williguug. derer Coui'essioneti, ausgegebcu zu werden, approbirct sind, 
an jemand zu verbissen oder verfhun verboten; wanneidiero alle drei 
Praesidee» als der liisehof vtm Sanieyteu, der Herr C'astellan von Chebn 
und der Herr.Stani^te von ^tiiiinn, welcher ychnu iilhie ist, von Sr. Maj. 
bergeforderl sind, solche zu conforiren und äu Übersehen, damit »ic 
autbentice auskommen mögen. — 



'') Ffalxnenburg li&t iibrig(>na eiuüft atete uniresenilctn Retidealen kiu potaiacbia 
Hof, Nunun« LeerHou iAilerübacb ui Burgsdorr id. dat.\ 




Die CuauuDg d&c SeoxulA{;e. 



181 



I>er Kurfirst au Hoverbeck. l*at.. Königrsberg 25. April 1646. 

(Die Cafl"jnj.ng der Sueitiiliig'C. Vürhnndiiuig^ inU Bibing ober da» rortorium 
(ritiiiminalti in PilJau.] 

Wir vcr^ll^ffcn, Ihr werdet nuimielir dc^ Orts wal angcUngct sein ä5.Apr,| 
rniil Eure Sachen dahin ricblen woUeu. thxm Ihr desto ehe ziirUckkiim- 
men timl Eiioh hei \]j\h in rnterthiiiii^teit oiubtellen infigct. Zwar 
knniieii Wir wid errallien, tlaös 8. KMii, Maj. C8 iingtcii-li vermerken 
werde», dass Wir den erhilliteii Zoll ab{i:eschnift und es a\if rlen alten 
allein hitiwiedenini gebraelit und ijesHzt haben. I>teweil aher die von 
llnft vurge&elilagcne und dureh Eiieli anfi^ebraelite drei conditiimes die 
Knnigl. CVininiiösarii nicht haben aeecptiren, wie Euch bewusst, enndem 
Sr. Kftn. MaJ. fernere Erkliimiig; darüber einholen wollen. dieBelhigre ober 
ehe und /uvor JSie eiwas wciler bierunter au Uns bringen laBwen, mit 
Abschaffung des Elbing:ischen Zolls lorlt^cfahren. wie auH beigefti^ten 
abcopirteii beiden Küiiiglicben Sehreihcii, so vorgestern vor dato alhie 
eingereieht wurden^), mit nielireni äu vernehmen, sii sehen Wir nicht, 
welehergestall Jhxa man fiiernnler werde verdenken k*innen. 

W^ir haben den vou der Stadt EJbingen anbero abgefertigten öc- 
crttarium fnife^en laswen, mit wa« fllr Grund man beweisen könne nder 
wolle, dass tiimi Allers her von einem fl. nieht mehr als drei Ptcindfre 
sollten gefordert und eingeuuiumen worden Hein, daraul njan l.'ns wenig 
mit Bestände hat Rede und Aut^vort geben können. Dieweil auch 
Ö. Kfln. Maj. in obgcdachteu dero Schreiben erwähnet, dass -sonsten 
iiicbli* mehr al» 'dpi', eollten exigirct werden, so lassen Wir Uns bc- 
dUnken, dass sich die Elbinger auch van dem Baken-, Tonnen- und 
andern Geldern und was dem mehr, wie Euch hekaimt, iinhän^g. wer- 
den exindren und befreien wollen, welehes ihnen aber, aug-eselien es 
Avider alle Billigkeit i.-iJ, wol nicht ansehen wird. Werdet demnach 
Sr. Köu. Maj. die Nodiduril hierunter der Geblllir nach remonbiriren. 



Äudres Adei-öbach an d. Kurfdrsten. Dat. Warsch. 7. Mai 1646, 

[KÜMluugfli] tlca König«. (jBrtt'.'htiö vi.n uiner ticbcmiiupclnng PiUntis- Erimt Qeorg 
T. J^jparr und *eiuc nj^aiscln: BcHtiiUuiig. FhIiibii v, Duhn» in Paria, | 

— Sonaten, giiüdigster ChurlUrpt und Herr, habe E. Ch. D, bei 7.M*i. 
Abwesenheit Ihrer M^«", «o uff" der Jagd sich erwt roelil erhistigeUj wenig 

»chriftwlirdiires >^eh()rsn.inst v.n binterbrinfren, ausser dass S. Maj. eine 
Anuäe von 3i,',l><iO Manu utTzuriciiteu entschlüesen sein, auch schon an 



*) Du eina der»filbeQ iroL iw mi di« Qberifitlie pag. 17B. 



182 



I. I^OBBOu und Pulen. 



1 



imtersphiedcnc, als iiifionJcrheit den Hcrni Ohnstcn Johati DCiihoff 
Hauptmann über die Könij;!. Traliauleu iiff »n viel iiIb er begehtel oder 
kjiuii iift'briu^cii — — ^ und den j^eweseiien Ca|Htaii»'» Herrn I*Iai t- 
ner. den S. MaJ. zum Obrisleii Ijcutmaiit bcslütijxi't — — putftita 
iuisgi'tht'ilot; zu wl-IcIkt iUt Hltf tHiristo Lieuli-iiaht Kurfl" heut auvU 
eilet, ^■ielll!it!llt auch dergleichen Ccmditiuu nnÄUiiehmeii, uImu diisK. es 
auf einen enmteu Widerstund ^c^Tt) die Schweden an^eselieu ißt, von 
welchen allüc das Ge^j^'lirei 8i> stark ergehet, d;\m säe zwar mit den 
ersten Schiffen tapfer repuusöirt sind, nachmalen aber wie sie mit einer 
^rüHsereu Maclit kommen, des Ports und der FeBtiiii^ Pillau «ich be- 
iiiiiehti^et halten, also ilas«, weil ieh keine Naehrieht von E. Ch. D. 
Eothnicister davon erhalten, ich gnug: äü widersprechen habe. 

Mit Herrn Cicueral FcldzeugmeiÄer t^parr'), welcher E. C'h. D..' 
sieh uuterthänig reenfuniandirct, und mit dcromelbeu ^erne vor dero 
Aufbruch von natlixvendigfsten und iinpiiftatit"^«^" Aflaireu, so derftt^ciben 
und dero Lande Nntx, Avancement u**d Wollarth beträfen, cunferirew 
wollte,, habe ich gestern geredet, und so viel von ihm erlernet, dasi«fl 
er mit den Mosco^vi tischen (Tesaridten, bo schon fnrtirereisel, niid ihm 
uf Hetri Panü Tag das Geld nebj?t den Patenten 7,uzuferti^'Lii nnd -m 
liefern versprochen, öcIkmi capitulirct nnd geschlossen, nändieh dcrgc- 
atalt, dose er gar keiue Soldaten werben und mitbriugeü dllrfc, 8oii-H 
dem bloss und allein enniniendirende OlTieirer und ( »bristen zu den ^ 
S<J,(KHI Alaniu so bloss ut3' tieiue Oegenwart und Comrtiando warteten, 
darüber er also das Capo und General sein sollte, verschallt-n niHcbte, 
dazu er denn seinen 8uhn den Obristeu Sparr, Obrit^teu Krachten und 
andere vornehme Cavallier versehriebeu. 

Der l"ratizösiM.-ho Gt'souJte Aicuiotü de Bl'egy laust mL-Iden, diits Herr! 
V. Dühna glücklifb in Pana angplangj, feifrliüfa eniprangeii wurden ist und 
wabrscheiülich gul*s Contenti-nieöt in Butr^^H' üeuier Sendung erbalteu wird. 



Iloverbeck an den Ivtii-fiii-Hteii. L>at. Marienburg 1 1. Mai 1646. 

ICujitisrcnK mit Graf Llünliul". Empiincl]!ic1il:«iL Avr l'olen filier die CaQHtniti^ der Sco 
mlagCt besondcTM g'^g'i^n Ilnvorbeck. VuraLnlluiigün Duntiur» Oher diu {lolitiaeliv I.Hg« 
dea Kiirriirslcn lind dit: Viirtbeil» dvt FreQDdsehsrt mit Fuläü. Die C&aäiriing dvr 
iS^L'Kiilagc nur eine KorniaUtät, um die ParlicipatiDii ites KüJiig» lu ke»eitigcn< Mitn 
biifiib nicht igt pulniaclmr 8i;itB eiDc; Uiilcrsucbiiiig^commissioii; Au^sitiht biiT wuit«i-e Clli- 
c*neD. Oegonvwfiti^Hnngen HüverbL'ok's.j 

II. Mai. E. Ch. D, ^ädi^stem durch des Herrn Ober Cammerherra Wolw. 

d. d. Hllau am 4'«« diese» an mich libcrsehiekiem Befehl zu unterth. 



I 



'"! Ernat Georg t. Sparr; über ilin e ■», Mttr?i»?r MüLrkiacho Kiivg«ob<.T»i«u j 
|i. llütf, Hn Aiicli 4610 JüuftCi^wiliaciiea blji^a^iQmetit, wulcHeH aich niulit mliiBirtv, 




Die CuBlruag der Srtculnge. 



183 



Fttljjp hnh icli niitli vnr tk^ WurKcIniuschfii Reise aii!icri> i*rhwbi*ii; es 
bat sieb aber mit iiit-iiicr Ni'f;ofi:itiuu no Ubul j;i'fÜ^^I, dasfe, wie icb iU 
finem Thor lioR-in'). iUt llerv Wuywode /unj audfni Liij;iU8gCÄ(ij;oii 
miil t*kb naclii-r .SduHK-ich") n\u danvXht^t ilic Juruiik, welche uuiitiiL'br 
libor ein Jabr angestanden, z« luilten. tSo bald abi:r daiinucb tir. Exe 
niHtie Ankunft dnreb tk'rn keuti' tiulilieirt w(>rden, wehiekteii t^iv einen 
W»ijen zurUek imd HoHHtHi inicb t-i-Mielien, weil Ihre IteiKS keineawej^res 
könnte versebohen werden, weil alu beule niebr dann 4(>1) vom A<ioI 
Ihrer abwarten wUrden, ieb uu'^clileH niir iiiebt amvider nein kiBsen, der- 
iM^lben ali*i> ^'leieli zu ftdj^eu, wie Sie diinii su fidireii wollten. djisK ieii 
t^ie geaufTöam würde eiidndeu können und lieritiicli iiuterwejjeiiH uud 
An der Fehl* bei Dirsdinu meine Werbunt; alde^eu. 

Wie ich ruicb liierinnen t>r. Exe. Willen be(|«emt und au Sie kam, 
i'ut|)itinßen Sic inieb bist sehr ksiUsiuuifi: und be^^^ebilen zu wissen, ob 
Vüü E. C'b. i). ieli eiuige Cununissiuii nii Sie lullt. DuninJ' heriebtct 
ich, daas von E. Ch. D. mir nichtu sunderlieh u^etra^-e», sondern ich 
nur stdbst die Jieisd mir ver;udaK«et liiilte; dann wie meine l'J'erd und 
(JcHiude schon zw Cicehan<ifi" nnd ieh im Aulbrueh von (InuKe, iini imcli 
Unic zu reiseu. begrifien ji^ewesen. wäre mir vom Herrn Seeretario 
Aderspaeh Naehriebt üukommeti, dsiss S, Kou, Maj,, >vie audi der Üerr 
*iroi» Cautzler »ich vtui Warschau erhoben uud allererst js^eja^eu die 
Ftiug>rreiei'tnge hinwieder ziirUckkommeu würden; er awcb, der Herr 
Wovwode. v<<r Heiueui AuJhriielj hioiidcrliche He^ierd mieb zu npreclieii 
herengt und daliei abüonderlicit angedeutet, das» Sic deeseu iiueb von 
Sr. Kon. MnJ. Ib'leld bülten, uml wären E. CIk l>. durch diesen nn-ineii 
unterÜiiiuigsteiL Beriebt bew<*j?eu worden, mir jj;u:idi}j;Ht HÜ'iiitrjigeii. ieli 
mdlle die lleiat* nacher Warscliau aiil' eine Zeit lau^ ein.Htelleii und iu- 
iwischeu Sr. Exe. uffwartea, um Sr. Ktm. Maj. Uelehl von derselben 
zu vernebmoti uud von allem schriftlichen Bericht untertbäni^ist ein- 
/aiichieken, 

Ka war nicht ohn (antwortet der Uerr Woywode), dsws er meiuer 
eine Zeit lang abgewartet und von Sr. Kön. Mnj. Ordre ;^ehalit mit 
mir zu eonimunidreii; weil siber Alles uff die Handtuii^' weijcu C'on- 
tiuuuliou der Sce/ulage i^eriebtet i^xwetjcii, und er allerernt in Marien- 
barg von Elhing au« die Nachricht erlangt, welcher (Jestalt unverunith- 
utid unverwarntcr Weitüe der Zidl wäre casuirt wordeu, hält er wegen 
8r. Küü* Maj. udt mir aiebts mehr zu redeu. 



') In llanonl>urg. 

* HchAnQiik tu l'iii*iiuii'iflK''ii , Siiit ile« 8c1iluHM^i*iii.<laüH Ana pu[tiiiiBrt]tli»ub«B 

[ Woi wollen, 



IN4 



I. Pren*Mn «ml Po|fn, 



SnlclipriErPstalt (replicirt ich) hol) ich eine verUnnc Reifls pethan 
und lifitte den Weg wol sparnn ktinucn. 

U'li nindilr' niirs nicht leid sein Iai*s4"n (wiptni S. Kxc); dnnii \v]\ 
wllrde nocii wol Äeitif? gim^ zu Wider wärtif^kpvte» k*>mntcn; djxtin 
8. Kön. Maj. wäre uffs Jiöchsle gegen niicli ^tflfeiulirt und ich wllrde 
wol sehr unaugrcnclini s^'m. Dann S. Kün. Maj. imputirteu mir. dass 
ioh das Werk eo lan^ uiTj^f hatten und an aJh-in dein, vfSM hei der 
CüssaHoii Ihr zum A'crdm^f« und Befjchiiii|>t\infi: vorgangen, ein Ursacher 
war, und mich vielleieht dessen hätte zu rächen g-esueht, dass Sie mich 
bei meiner letzten Anwesenheit der Audienz ludber und »(»nsteii wa* 
hart und ungcwöhnHch tractirt. 

Irh replieirte dranif. dase die ^an^e Zeit über nhne Bchriftliche 
Ordre leb nichts vorg:enoniinen und gleich wie, da E. Ch. D. aul der» 
Ober- und fleheimon Käthe Eiurathen auJ die Abnlitiim gesefd*is»eD, 
tu wirierBprcehen mir nicht {^rebllhren wollen, also hatt ich ^■urher aneh 
keine Ursach fjehabt, das Werk xn hinteilrcibou : am allerwenigsten 
aber wäre mir Jenuds einige Räch in den Sinn klimmen; ich hielte 
dieselbe ^egen nieinei* gleichen iinebristlieh und gejiren lUe fiesulhten 
iiottc» unbesonnen, wäre auch in dem StUok •ä;ar cahinisch, dass ich 
glaulite, Uott habe der hohen Potentaten Herren derj^'eslädt in seiner 
Hand, das» er sie oft dahin lenke, wo sie nicht liiugedeuken; meiner 
votorum und Bedenken ratifmes wUr icli keinem andi'rn als Cott nnd 
K, Ch. D. zu geben echuldig; hiltte £>. Kün. Maj, einige Ungnade uff 
micl» g:ew«rfen, »o mWt e« mir leid sein, daeg E. Ch* Ü. Verrielituugesi 
dadnreh, das« ieh odios gfemaehl worden, sollten stutzig werden; son-. 
dem ich wnllle vielmehr selbst vorsehlagen und sinhalten , E. Ch. D. 
Hessen Ihr gnädigt^l gefallen, zu dero eigenem Besten einen andi.-rn an 
meine Stell zu verordnen. 

Dieeem nach protc^tirtc der Herr Wupvode in fast weitlüufYigem 
Dipcnr*i. weil in diesen Landen nächst Oott die Keligion keinen bessern 
JSuhutx hätt, als eben hei E. Cli. I),, hätte er jederzeit »ihn einig In- 
teresse nicht weniger, als je einer vim der« beeidigten Dienerti, an 
Ihren Nut/, und Hestes gesehen und vicH'^iltig nachgedacht, wodurch 
Hieb E. f'li. D. auch ratione der Pommrißcheu l-andc könnU>n cnUHitlc-, 
rahel machen, mch mich nicht hallen kennen, da^d er» ungct'ragl Jiie 
bevor durch den von Wullenrodt uufl neulich durch den Herrn Ber| 
ninnn nichl h9ll hinterbringen hissen solien. l'raefiup]nisito, dnss auf die* 
f>chwedif*cl]e iicirath nicht mehr zu gedejjken wei, könnten E. Cb. l>. 
Ihr Werk nicht bcRwer t'aftsen ab durch dici Mitlei: \) durch die Heirath 
mit des Prinzen von tjrangien Tochter (deren Vl^^theiIe ohn OH'cus 



i 

1 



I 



^ 



Die CaaBining der SeesiiUge. 



185 



etai^r Ton «Ion Rtreilciuleii Partheicu or mit KiuHlerhareiti Affeet dc- 
«tiirirte) 2) (iuroli ein« Alliance mit Frankreich und 3) durch gute uitd 
Hpenaiie OirrcHpamleuz mit ^r. Küii. UlaJ. zu IVileii. Bei Hulcher Wr- 
pfu^ung^ w-ttnkn die Sfhvvctleii E. Ch. l). wül unangetuclitcu lasst.'u 
mttaeeu. Dagegen Hber könnt er nicht bc^rcifen^ wie es ilooh k»niiuc!ii 
m&clit. cIahb, da alle, aiieh die mächtig- und ^lüekliehHte Puteutatcn der 
rhrieteiihoit , aU Frarikreieli, SjifiTiicu und viel andre mehr Wr. Kün. 
Maj* Kreuiidschaft und Attectitm zu gewinnen suchten ; dann wie man 
mit Frunkreich etllnde, war ja bekannt, und würde es immer benser 
I werdf'n, weil man nichts damit zu theden hätt, und wer weisB, üb isich 
nicht bald Gelegenheil ereignen würde, dadurch man auch mit denen 
Sianten der vcreiniß;ten Niederland*' jiUher zusammen koniiiien würde: 
hei sdlciier Besehaffeuiieit wäre E. C\\. D. allein derjenige, welclier 
dce Kunige Freundtw-hati und Atreetinn ii,'ering&cliUtaig achtete; da ^^ie 
doch nicht wUssten» wie Sie mit dein Kaiser stünden^ und da Ihre t^acli 
mit den Schweden so gar in brtsen terndui^ sieh befinde; und da alle 
;>taatiierfahme £. Ch. D. zu rathen hHtten, dast^ Sie alle Mittel und 
Wege, den Krmig zu gewinnen und beizubehalten, ergreifen und uiclit 
allein die Frcundsehaft nicht ausschlagen , sondern auch wol diesüHie 
M erkaufen Ihr angelegen lasäen. Zwar müHftt er wol gestehen, das* 
er hiebevor gegen mich erwähnt, wUrdeu E. Cb. D. sieb nicht näher 
£uni Ziel lenkru, mi» würden S. Kfiii. MaJ. gewiss« Liuiversal \vegcu 
Abftchafl'ung aller erhüheten ZiUle publicireu laÄseu ; hingegen aber 
hftltc ich auch angedeutet, da«s uff solchen Fall £. Ch. D. in Ihrem 
Gebiet die Ihnge zu alTigiren zu lasBen auch wnl gewiss nicht würden 
säumig crinudcu werden. Dieses aber war in niodd procedendi ver- 
ntuHi^n, datit* E. Cb. Ü. nicJit vurher an den KüiUg geöchrlebcn, da- 
femc iS. Kün. Maj. sieh nicht in etwas mehr würden accuininndiren, 
wollten Sie den ü<ill ganz abj^ehaffen. Nun niuchtem* aber auch nueb 
wol S. Kiiii. Maj. leiden, wann E. L'h. IX sehrieben, iSie liätten den 
neuen Zoll abgesehafli, weil es Ihr also gefallen und in Ihren Mächten 
Kt'ÄtiiDdcn , nicht aber dash es vu« Ihr, als einem gelnirsauien Wohn. 
dem Könige 7.u gefallen geschehen; dann soleliea liiitte der König nidil 
anders als vor eine Verhöhnung aufnehmen kfiuneu und wäre wol ein 
Kllt» hoch von der Erden autgesimingen; hätt er damaln das l'tMbigra 
nicht mehr gehabt, so wtird ers wol dadurch bekonnncn, hätt crs aber 
gehabt, sn wlJnle er wni gewiss durch eine so hetlige Alteration ge- 
sund werden. Aul" die Königl. iSehreiben könnte man sich nicht be- 
rufen, weil dieselbe den Klbingsclieii Zoll nicht eassiren, eoudeni dessen 
Einnalime 8r. Maj. allein vorbehalten. 




unter aiideru ln'i dciiöclbeu dieses iiit-lil. ila 
ElbiiigBche Zoll sulltc acparirt werden. 

Mail Imbe, «u^'tc dor Ilori' Wnywfidi?, dus f^niv/.v Werk ilurcli die 
]mbiieirk! Abscliaflung aber eiiieu lliiufcn zu weri'eu vernieiiit, alter 
dosuem unbeachtet wäre aiau doch versilbert, dasa es sowi»! iii Elbinff* 
als iuic!i in Ciirlfiüd bleiben werde, und bencbteii die Ellniij^er, daÄH 
die I'rtixif* deu l'atuhti'n zu^vider sei und eben der alte /^>ll f;eiii»niiueu 
^vcnle; die ]*ateiite auelt wareti niclit eben ku dem Ende ])ulilit'irel. 
dasa dadtircli ilinea oder den Litt^ueii Lindnuije: sidltc gvscIiatFt» snu- 
dern nur allein der KiMiij;; ausjj^eseldiisöeu werden '). Dieses lltHte dem 
K/iiii^ sehr wehe, und wUrile er wol deswegen iiieht eben eiueu Krie^ 
anlaiijfeii, danu dazu würde kein eliilieiier Patriot ratben; es wtinleii 
Mich aber Mittel fjenUji; ündeii, durch Cencht uud Recht bcizukomme»; 
wie \vul, wann die Ke.sinildiea in die Waffen luiunnen »olU, er nicht 
wliysle, i»b K. Ch. 0. die (»ffeus dee Knui^s nicht würde allerhand 
Naettdeiikeii miicheii niliöBcu; nun veruehnie er aber, dasa oc<iai4it>ue 
der Tatareu uud Moukitwiter arniirt werde; so sei aiieh schon der 
HpiriujK: naeli llitfe und würde nffk wenigste iler KJInig es dahin suchen 
zu riehteii: nicht mir, uieht dir. 

Ällhicr gab ich so viel mehr ÄnlaHS zu roden, um heraus zu loekeu. 
was etwa die AnsehlHg:^ sein ni(>diteu, wie es danu auch heraus kam; 
er bosorfirte sehr (wicwul orn siu'hte abzuwenden, rntlie aueh treulich, 
K. CU. D. wollten da« lhrig:t Euieb dabei thuu), uuiu werde eiue Cöüi- 
uiistsiou Kchicken, welche diesen Zoll unterHueheu uud sich bei den 
ytUiiden erkundi^eu, üb sie aueh einige Beschwer hätten, welche sie 
^eruK abyesehjitJ't wiBWn wollten. 

Üass siiwol veniiöfe'e ilcn alten PactiB» als letzten Craekau sehen 
Ilespousi ') dergleichen ConimiHHionen E, Ch. D. nicht wäre Hebnldi{; 
anzunclnneu, bewies leb, weü mir die Zeit sehr kurz fiel, mit gar 
wenigem. Darauf danu so viel mehr heran« kam, num würde E. Ch. 
D, Erklilruufe', tlasa Sie alles iu alten Stand gerichtet wiswen wollen, 
vor bekannt annehnicu uud die Eiiniehmer fassen, darum sie solches 
llberBdireiten. Damit diiuu aueh diese Materie bescblosHen wurde» da- 




') Vcr^l. Biiilrliiinig ji, :i| luvt. T'if. 

) w^*i>i"iDiAHJ4i'il tum II im! ä(l nL-Ci-Hf<'iriH)>i l'ii<^li nlii-uiiii«. qiioH fuL rognitinnciH 
Ili-Iüiiini pepiinpnt. inquiftirioncm fxercümiiirn in Uuu«l«m niitiriiliir, et 4iuiiU'iii Biiniphi 
)ni[rijlrantijs. ILlofiini vi>ro inquJH[Lio[iti iiumctB cuitH» tpua- princJ]ia]iji aiI rurutn sc- 
tuiiduüi jjacU coiiijjL'tfUrt runiirii di-tu-ljiit.* tCtM^ji. CrRCOV. von Hj3i3 lici Baus ho V. 
p. 272. 8, ob. p. 48. not. 1. 



t 



DtoLuug mit einer C<jmroi»iiiODf 



187 



bei er daODOch die Vonvarimüp gab, daferne E, Ch, Ü, aus dem Lande 
lirbcu onil oidit etwa jtjmand Ihr*?r VcrtiiUilcsten iiiäclitif^on wilrtlcu, 
mit «loin Könige von Heciiiu'iU:iti<iiis Mitteln an li:iiidt'ln, wilrdo dcu 
Herrn UrjciineiilH itiittion so viel z« Htliiill'fii f^euiiidil werden, dtiöB wie 
mcfat würden wisseu, wl> auH uder ein; und würden E. €h. D. \\v\ 
iitlimi müssen, dass ttuvr viel Jctzu au sieli Indien, welelie idsdüua 
rid li»&brcebeu und sieti ^videnvürlij; j^euup: erzei^'eu werden, leli wullle 
üi «4'hT nicht eilen, d?um ieli kJinve 5!*,'it j,^iing, wauu ich nur di'u Mit!- 
mich oder DDunersüig nach den Feiertagen da wUr, weil ieh flneli 
ftrher nicht leicht ct^ivas werde huffen könjucn; iiidcnscn idn-r wllrdo 
LE. Ch- D. udr wul vert2;<iiinen, dass icli in meinem Aiihriugfn diencB 
laaslaMeu &oUl, dass E. Ch. D. den ZuU dem KJiiuge zn gciallcn ab- 
l^'seluilft uud dä.»^ alles auf ttdnc Ke^ponsa und Enuneriin^en ^e- 
*eholirn; djinn wo ein Ding; in der Welt, so würde gewiss dksei* den 
K^ini^ hocSi (dleudiren. 

lUt?durch bekam ich imn Gelegenheit, uicbt nur meiner jetKigen 
Iiutniction Inhalt, ^nndern auch dau>!elbe aitzuhiing-en uud berielilen, 
Kwiscbeu mir und denen Königl. Subdck'girfeu in El hing vt^r- 
?eii, verraiitelHt oiacr Gegenprutestaticm , das«, wiewtd mir nielit 
fiHMi wisÄcnd, das« Sr. Exe. Bedenken E, Cb. I». wäre biuteriirjicbt 
worden, ich dannoeh wul versichert Mär, E. Cli. D. hätte Sr, Käu. MaJ. 
Niiad und Atfcctioti nie geiiügHcbUtzig g-eaehtet. sandcru näebst tTott 
Ihrer Lande Wolfarlli darauf gleichsam gegründet uud alle Mittel und 
Wege, Sie beizubelialten» gesucht; ich wU^Bt aber niebt, wie eben au 
beiden Theileu das linghlek ho gewollt, dasa eine gi-ranme Zeit iiero 
aar eitel widerwärtige Ding in Ue:spun:^iy. lte:^cripäf*, Judiciiü und auoh 
ItecbnungA Coniniissioneu von 8r. Kön, Maj, Ildfe kommen, äu ge^ 
schweigen, daas des HerKogen zu Neuburg Kiemlieb parteiisches patro- 
^uni aucli nicht sehr gnl ßlut ge»ct7,t. Aber dcKsen allen uu^eaditet 
Ell E. Cb. D. danoüch mich mit »olchen Vurachlä^en abj,'efertigt, 
(allhier enüihU ich dieselbe nach einander und kuunt aus allen Um- 
standen wol merken, daäs sie nicht wären au^lUhrlich hiiiterbraehl 
wt^rden), dase ^ie'e vor eine UnnuigJielikeit geneidet, daws S. Koti. 
Slaj. alle eben stdite ausficblagen küunen. Da aber über allen V'cr- 
bufl«! keiner angenommen werden wollen, und der Herr Öpiring 
wegen der Tax noch viel g:eg:rUbelt, da nun liäugegeu ilie Klhiigsbergor 
Nccasionc der KouigL reseriptorum und Uospou&eu auf Absebalfnng 
ihrer graramiuum und in gpecie de^ Zull& gedrungen; aut; der Tillau 
auch Naehrieht einkommen, es w&ven schon Königh Patent wegen Ab- 
fojig des Zolle vorbanden: hätten E. Ch. D. Ihr gar uicht ein- 



188 



I, Preuflaeo und Polen. 



gebildet, das8 jemand die Ah«chafliing dabin eben vrörde deut«ii kf^nnen^ 
wohin aic der Herr Woywode gleichaatii auf eiue Beßchintpfung (\eg 
Königs zic-ben wollt. Dann es wäre ja der Coatract aJbereit zu Ende 
peweeen, und habe es in demselben Gefiillen g^et^tandei] , densflhen 
zu prorngireii nder niobt; ja es würden K. Cb. D. vnn deiieü Elbingera 
K&nigl. Schreiben eingegeben, dadurcb S. Kiin. Maj. den ElbingscH 
neuen Zoll selbst ^anz cassircu. 

Dass E. Ch. D. , antwoirteti?- der Herr Woycwnde zicmlicli erliitzt, 
Macht hiSttcn, den Z*il! abzuschaffen, daran wUrde pir nicht gezweiffit; 
PH ficbte aucb niemand dieses Dir Recht |an|; das nflendire aber den 
Kflnig, dass ee eben noch in stehenden Tractaten geschehen. 

Obigem ailem nach, gnädigster Chnrfllrst und Herr, weiss ich 
nicht, was ich ia&t viirneliuien soll; dann eines Tbeils hab ich genies^ 
sencn Befeld, nieiiiP Reis» fortzustcllen, andern Tbeils aber sehe ich 
wol ab, dass mein Anbringen und in&onderlieit da,s von IJIschnitz I'ru' 
positinn last einen contniriimi efFeetuni wirken dUrfte, weil der Ktinig 
dasselbe am übelsten uebmeu will, damit wir ihn zufrieden za sprechen 
vermeinten. Es dürft mich aber wol vielleicht, ehe ich noch auf War- 
schau koniDi, oflcr doch vor der Propositiou E- Cb. D. andenveitiger 
gnädigeter Befehl einholen. — 



König VlndisUv IV, an d. KiuitU*sten. Dat. Var&, 14. Mai 1646. 

(Königab. Arch.) 

[Dar Künig foi'dürt deo Kiirfürat«u iiui', Beina Nmciuiigcn im Zu1]tvcsq]i uitizutflcLlva; 
■kvidrigtn Faltfi tvit-il mit vinär üiilärtfUiCiLuiigECQtnmi»»!«!!] godrolit.) 

ri4. Hui. [Antwort auf ein Schroiboii d^a KurfiirsWn, dat. Regiom. 30, April-l') 

Illud vero intelligerc non potuinm^, quid de (beloneo in cum statum, 
riuo ante hclhmi lucrat, reducendo dequc negütiatione ^ublevamla i?eri** 
Vb innucre voluerit. cum nihil quiequani.talium remtn inter No* huo 
ut^que jigitiitnni, mnlln niinuK nlijpiid de iis «(►tiHeatuni Kobis esse seia- 
niU9» iniu wro non pusscmuö non valde niiniri, si, quod recent-i ad Nos 
fauia perlatuni est et ex literis Ser^i* V" nonuibil colligere licet, ex- 
actionem de nnitn« consens« inntitutam Öerii« V* irreqiiisitis Nobis stan- 
tihusque adhnc irnctniiliUH sola anctoritate !^ua fiufferrc et casisare prae- 
puuipaitiüet. Quibu;* quident inconveiiientÜE* mature ohviare videntes 
Sert^ni V»"» patenie nionendaui benigneqne requirendarn esse diiximui$; 
ut ab omni tani Kegiomontanae quam Menielenuis exactioni« mulatiitnc 
»uperKcdeat, nlliil quicquam sine ctniseusu Nostro cuntra eontraetum 

'} Fehlt. 




Die Ojiflsinmg dpr BAesuUge- 

IntcT N08 initutn usque ad cxiium ultmoris traciutionis Buscipiat, mulln 
minos irrequisitis Nobts circa exactioneni pracdictatn aliquid aut ipsa 
iiinc»^! Hill ab silüs nirmrari pcrniitTat;. hauii difticuller conicctiira, m, 
HUod filialis Eins obseirftotia ipaiusqm? negotii ratio Nor s|ferare noii 
siait, Ser«»» V« conlrariae upiuiuiii firuiitti- iuliacrcre constituisset, Nüs 
^raTitate rei adtluutoa aliler facere non posse, quam ut cotnniiasanim 
X"stroB [r|Ho(t iuiii cuncliiKiiims) quam prirniini lie^niiiniitunn wd Serifwi 
V»"' mitUuius, «pL'dHea iustruetiotie iisdom cutnmiHBiiri, qiiatcuuö in 
caaMUioneni ciusmo<li i3cdulf> inqiiirant. niodum et rationcs ciufl repn- 
•cuiit» niiniisve prursus vel particiila quacdam csactionum Fillavieiismm 
sablata sit, percuülcntur, in iura siiuul, pacta et receasus, quoniin prae- 
tcxlti StT"-*-" V» Eiu«que lUm" antecestiitres per tAiitiim teuiporis spacium 
irreiiuisitis Nobia öe.r»niaqnB praedectfisoribiia Ntmtrin Kejfibus varia et 
multiplicia exactionum g^eiiera institueriut, auxerint et inde usque coii- 
Üiiuaveriiit, iutrngpiciant, omiiia dl quao eiiutra anliqua Pacta et Jura 
terrarum Ntfetraniin iiitroduda sint, cassaudi abniciidi et piiblicandi 
{ilcnariatii pr»t<?staleiij habejuU, querelis hiöuper cuiuscuitque Status per- 
jonarum patiilam aurem praebtaiit, de iis cognoscaut ac pro rei exi- 
penda et kgalilate «ua puKliiiuduiii ad Nos rcl>raut. Quae omtiia ml 
i^T^B \mv notitiam niature deducoiilcs aii Eadein aiiimi sui »ententiain 
per latcirem baruni absque »miii iimra expedieudiim priiiio tempore 
pnwstolainur. — 

Küiiig Vlaclislav IV. an die Oberräthe. Dat. Vars. 1 5. Mai 1646, 

(Königflb. Arch.) 

(Sühiiirfrr Tntiel Aber ilirt- Bethoiligung na isn letzlrn ViirgÄngon.] 
[In detn iiämhVbeii Sbuic wie das Schrciljeii an den KurfürsU'h.j Nun I'i.MaiJ 
|H'i<9untiL» aatcui nun uidt^ue fetre, tijTic et Fid. V^« non sulum as- 
sensuni »uum in re tauti momenti tarn praecipitaiitcr praebuisse, aed 
et nihil quicquaui Nobis ante nntifieasse, quam nmtatiiMicm eaiti iani 
tarn priaiuni rumore (iparsuiii, pustea Sync. et Fid. Vamm literis con- 
latnm eeset. Quapropter Eabdei» serio requirimus, ut sese vohiiitati 
Xostrae in litcria ad Serifn" Prineipeui expressae accninmodeiit ueqae 
(|ui(ytuam insnifi Nobis drca exnctiouiä juaedictae iiegutium stantibus 
adhuc traetatibus mutari et innovari penuittant, declarationemque ^uam 
desuper Hobln per latoreui harum quantuc^Tjä taciant*). 



' Dat. KCnigsbprg *i2. Mut scliicku" d'n^ ObfrrlltUp di*8e beiden Schreilien aii 
dcH Karfurjteii, der nni 14. Mfti nach der M&rk uufgebroqiieii ifl. 



190 



I, PrcDBBßfi und Pol&a. 



AihIiüä Adei'Eibadi an d. KuH'iirst:?n. Dat. Wiiraiili. :^l.Miii ]fi4fi. 

lÜiT Ki'iiiig bttrcibt ilio UfJuIttiig nutu Tüikvukiic^ trotz iltr SttLndo, üiitLurriBcienlivit 

fiiiLT tliiK jiriiiiftKiacliii lliti^liici'itsj^iiKrlivuk. IJiaL'i;t)ii; am poliiixchcii IJofi.' Über diu rmcliv 

AWüini; iIiiK Kur('t1i-ii!rn nti» rroiiitsen.] 

'Jl Mjii. — 8oD8ten was E, Cli, D. ich untertbäm^st we^eu der Werbung 

dor MI),(H*i> Mniiii nidit allein ^t'wiys, soiidorn das» es audi ein g^nrns 

Niichdciiki'n alliic caiisirt ^csclirii-hei], wird imnmehr kuhi starken Efl'cil 

geriditel, wif wid ihrer viel dawidiT aitid und sieli wf den consoiisum 

Keipublicae beriilbu, die über Ö. Maj. »,'-Hr sthimpf- und nnglimptHch 

vcnviescn. Und gehen gar g:eIahHiche consilia vor, welche der Herr 

Grttsu Canzler, sii solche Impresa wider die Türken nicht allein mit 

Fllrwenduiig, dasw selhigo, iuu?lideiu sie vermöge gcmaelilen Fricdens- 

Hchlnsä die Tartarn vou den Eüitallen und iitragionibuH tiicht ^cheninict 

und :ibi;chalteii. audi soustcn ^Lui:sani zum Fricdeusbrneh Ursach uud 

AnJasH j^gebeiv biili^et, si-mdero auch mit schimen und ^nt scheineu-i 

di'n raliimiliuö bcbaniik-t, und der Vi-iiedisdift GeaandtorTiepidi, der! 

mit aller iMaebl «ucljett die Tllrkcn vuii ihrou (irrenzen ku divertireüj 

und nfT diese Krou zu wäkcn, auch alle Geldcämittel dazu, so langJ 

ai>kliier Krieg währt, zu verBcbafifen eieh anerbeut, bluHS treiben Molleu,] 

ihnvid'^r aber die andern Stfinde sieh mächtig setzen und durrbaua 

stdehfc- \\'i-rliuugt']i \'ür {^ewohlosscneni Keitlintag nicht ^utheiKstni iHidt ge- i 

statten widleu; masäcii der Biiscliof' nm Ermelaud, datselbHt der Muetcr-B 

pUUz und die Vcrsanmiluug gebalten werden önll, auadrlicklich seinen 

Unterthanen verbieten und andeuten lassen, dass &ie durchaus weder 

ficlbife'e einquartieren, noch verpntviantiren und versehen sollten. Auch 

öind andere Herren iiiul Öenatüreiv mehr, wie auch die anwesende re-B 

sidentew yenalürcK^ als Wniewuda MaHuwieeky« 4iic beiden Herrn Ca!*tel'~ 

lanen von CJuieseu und Wieluii, auch insonderheit der Herr Catitelhiu 

vnn Craekau Sotiioäky und der llcvr Woyewode vou Posen O^Halinsky, 

welche alle Ör, Maj* davon abzuratheu sich bemtlben^ aber vergeblieb, 

weil splbijj:e mit dem Herrn Orunö Canzler und dem Vcnedistbcu Ge- 

sandteu das Werk Hcbun bcHehlosöcn haben; und werden aJle Patouta 

unter dem Camniersiegel ausg^egeben, daraus man auch des Herral 

Gnisscuu/ders praxin erlernet, damit er nieht Itir dcu autorem und con^eiuni 

derselben Inipresc gehalten und künftig dt-rrntwegen vou der Kepubliea 

uft' dem Ueielkätage angekla^'et \ver(U'n un'jjje, weigeil er das Keiebx 

tiiegel. 

Es Ubhci\ sieb Äonsten die Littauseben Stünde expreuRO verlaute 
dass, wo !S. Miij. keinen Keiebslaj? alsohald anasehreibeu wollten laKseii, 
8ie selber aiihertt kuunrn']i und, j^olllc r« auch in dero Abwe^^enheit 



I 

h« I 




d. Künigs. D, pren^B. HuoliiteiUgcjiL'ljviilc. Die AbreiBQ d. KurfUrHtcn. ]9] 



||;eKhehcn, unter »ch »fblieason aud ljcBt^hlu>8gen wollten, watioenli^'m 
Iwc^-n eints und des andern gn>ßSO AltcratitJö besorget wird. Und 
wL-rdui 8, Maj. sicli idliii' uiclit lauf!; uHialteu, sundcnk fort uacli Knikau 
ütr die Krrmiui^ uud von dfunu'u fort ufl' die Grenzen in ihiä Lii^'er 
eilen, um nllea in Ordnung' xu slelk'u. Man äugt vor gewiss, d;iss ein 
tärkiacher Goiiicc koinnicn, aiicli schon niitcrwogeus »ei, die Pacta nnd 
Idpii Frieden uftV ni-iif bestätigen zu lasHeu: was selbiger nun verrieliton 
•und erbalten wird, wtelil aller Verlangen mit UcrttUrzuug drftHl' »u warten. 
[Aufragt.-, ob it dein Hofe fülgeu soll und Üittf, iliii tu dii'seiu Füll mit „satt- 
er Nadidurft" au vor^cUtn]. — ■ 

Elicfrcstoi'n, g:n!UliK8lcr Cliiirt\lrst und Herr, redete nneh der Herr 
^ej-etarina Major liegni nud Ihrer Maj. Cnnzier Gembicky nn und be- 
deutete mieh. ^vie Ihre Kiiu. SU'ri mfiobtig altcriret wären, dnss die 
>»täi]de mit denen ^K^,(KK^ H., so das Land Preussen /.um Priwent uf 

tderu Kiiui^'L Beila^er zusainiueni^etra^en, unin"Hlii^e und lialbwertlie 
KIcinudien von t^etimeiason, der \'iel dranl" gewandt nnd an einen und 
andere »pendirel haben sollte, damit fiir solche Gelde von ihiu Kleinodioii, 
so die iliillle mir wertli wILreii, erkauft würden, p;enotuuien und denen- 
«elbcn oflVriren wollen', ^\aunenlioru Ihre M'^" durch ihn ausdrücklich 
geg:eu mieh erklären und deuten lassen, da«» sie durchaus solche 
Kleinodien uieht annehuicn, sondern die spccifidrte Gelder in spccie 
und baftr haben wollteti, und injichten wie mit nelbi^'en nur nicht kouimeti, 
dauiit sie nicbl {i;cschinij)lt wUrden, stimdern obujedachte ti^umnia riclitij!^ 
t auberu bringen und Übergeben. 

H Der Ptalzj;;räfisehc Neubnrgieche Abgesandte Herr Wii^chpfennig 
W jM'liicitirl uoch alhie die Sachen zwischen E. (_!h. D. und seinen Herrn 
wegen der Jlllielmchen Läuder beizuJegen, 

£s werden auch athie von K. Ch. D. und dero ^esamiuten Hofes 
Uffbrucb unterschiedene Discurs an dicBcni Hofe gepflogen, dans dio 
selbige alles Ihrige weggeHehet und ihr beste stattlichste Sachen zu 
WHH«er und Land nach der Mark bringen lassen, auch nicht ohne Ursach 
dwo hochgeehrte und ttachgcliebtc Frau Mutter und Hchwenter Ihre Chur- 
iiitd flirhtl. Dehb-ii mit sich genuinmen hätten, dnH3 Sic also njein Vater- 
^ Jxnd übergeben und »ich dcro Itegierung nicht mehr anuehmen wollten, 

■ weil ^, Maj. an dieselbe ausdrlleklieh , in währendem Unwesen und 

■ bcftorgonder Gefahr alhie im Lande kh verbleiben, ertiuchet und E. Ch. 
H. dfMinocb ungeachtet desseu davnm gezogen wHre. Welclie lalftche 
l'fflage ich behiebe und mit harten Widerlegungen vi»u mir werfe, mit 
diesen Urflachen, dass dieöclbe genOttget worden, nach Deutschland au 

I eilen, weil man ku Mllnster, ungeachtet dero Herrn AbgcBandteu prae- 



192 



I. Preusnen and Poleu. 



BT^Jun'. 



tPii!4i-tn imd Interesse an dem Herzni^'tliMrii P<niimem 7Ami FriodeiiBchluM^ 
eilen und bie Ihres Kechteii» bc faubi'u wolle. Weil es aber albie ao : 
gar gemeiü und gebrauehltcb, das» tiiaii auwu] vum Kimig: als E. Tb, D., 
und also von einem uud andern durch eiiiaüder gemiscbt Bcbwatzet,] 
habe teb wolcb Geplauder auch fast niobt mehr aebteu uiUt^ii^eii; denn' 
eH ihre liceutiosa ininiunt liiiertas ntitbriitgct und verursaclict. 

Der Fraiiiijaisehe Herr ÄiigeHamlter hat eben, wie E, Cli. D. weg- 
gereiset, mich gefraget, ob dicHellic niich tiiebt weg wUr» deuu er 
nr»tig iKieb Konig^ber^ reifieu und mit derueelbcu wegeu iiotbwendiger 
GescbälJle, nn diewelbe merklich augiiife'eu, xii ctMitfertrcH halle, erwartet 
demuacb mit Verlangen uff dero Atitwort uff sein vorige» iktbreibeii. — 

Der K urlü rst un *\[*.- ObL^Pi'jitho, dat. ^■ii^trin :i7. Mai lii4H. Aders* 
ImcU siill mit ilpin Köiii^ ntidi Krakiiu und au die üranzi' nich Ijt^^ebtii; 
die Uberräthe Bülleu ihm dii- iiöthigiMi Zehruugsg*?ldt'r über^^uhicken. — 



11 

I 



Der Kui-ilürBt an die tJberräthe. üat Gross-Zabiiieii 27» Mai 

St. 11. 1646. 
(Königöb. Arcb.) 

JÜegtü L-int etwaige ]ii>]iiiF*dif UnlcrauchuPijftCotDiiiiBsiori iat r'ioU^iit eüi'iuWgin- VVurauf' 

die DifTcn'iii^ mit Klliing beruhl, AiisfilhHitsho UtrU'gung tif.r Nirblbi:re4.^hliguug äva 

KiiuLgH EU üiiitir jctu abKiiscbickunJen Crtiriniidsion.] 

27. Mhi. Die Üh<>rruthe biittcii dou üritf den Köülgfi [obeu dat. 14. MuiJ, den ^i€ 

Uücrhrouhcn iibi-rßthickt, gb-lcb erbrechen mid deuEutwurf einer licautwor 
tuiig iiiitsuhiektMi tiulk'u. WälirtMiJ dtr Abwesi'uhi'it des Kurrür.-teu sulU-u t>iol 
nun iuKwischL'ü iti ihrt-iu NuMieu an difti Küiiig schreibt-u uud ihu mit AulüL-1 
rung der eiusc-hlogi-nden Mutive auf mildere Gedaakesi zu bringen t-ucheu. 

ötdJte aber librr all Tuser Vemiwthen bei wUhrender Unserer 30I 
buch stnöti gen Abwesenheit und Unser ungcbört dauiutebda unt [mit dtrj 
abzuficbickfiideu CummissEuiiJ vertahreu oder Wir aonstcn contra pactAj 
et eonventionea de facto besehsveret werden wullen, so habt Ihr nacli 
Anleitnii|t? der Eueh bintertassenen Tnstnictioii uud Un8ei*s gcmeöseuen^ 
Befebl« in rnsenn Kamen dawider !*«]eniiisBinK' xu pmlestiren, l'u8_ 
dabei UiiBerc jum alleufhalbeu salva et intacta bestennassen za reeer 
vircn, aueh Sr. Maj,, dass solch ^'e^^ahre^i donselbigcu uclmurgleichj 
zuwider laufen würde, uts bewegliehste zn reprUseutireu. 

Wu*i znvördtTiit die Streitigkeit mit Klbing l>ttrifft. wegen des ^trinniu- 
tualifi portorü'*', so ist dies eiidaeh eine ,])articular Ju^tizif^n Sache*, welch« ■ 
ihren y-ustebendfU Kcchtswe^^ nehtatMi wird. Uebrigcus weisen die Zoll- ^ 
lU'gitftratureu uus, wird auch von dem Elbingcr Untli selbst ziigei*tftiidou, 
,daaK die Stadt EIbiuj<i'iL vur Ut, 20, jii 3U .luhri-n, (ind nlsu laiige V'»r ilfiu 
ßc'hwedischeu Krieg »iLiereit vier l'Ct'Uüige vun huudcn und /.war uaeh Hltt-ui 



'im I 
iehl 




Wm 



Wffilij Pütrichtx'E. uini gegeben'*. Das Recht rifs Kuriursten ist also un- 
nrpifrlliafl, nnd überdies würde eiiie Voriiudemug hierin d[rect gegen den 
kUtrii sohwudifich-paliiischeii WaffenftilleUi'ni sein, kraft dofis-eti in dem Zoll- 
veseii Alk'^J yo htdiis^ii \sti-doiL soll, w'w *_'s vor dem Kriegn war. 

Und solche Bewaiidniss hat os auch mit denen oudcrn von Ör. Küu. 
Maj. zu ßfb:iuptiini; Ihrer aiigodmhteii Comu)i;?flitni nlleg^irten ratioui- 
btLS. Dann obgleiiih die neue Si-ozida^r mutuu Kegis et Kostro con- 
sensu bewilliget, so ist doch solche» uDderer (äestalt nicht, danu cum 
«ertifl resorvaÜB pt cüiiditiiiiiibus, itisünderheil ad certum tempus ge- 
(■livii, und \\n\ diese Zeit vor Jabrei^fTist albereit exfipiriret, ho ihI 
ich diidiirc]] diesi'fi ad ccrtuni tcmiius reiitringirtes Augnjeiituni »ii wich 
R'lbHt erhjschcu. Und biilte es also einer beüundeni Ab&cbaffiing üicbt 
bcdorft, cum limitatii cauwa liniitatiini eiiniii urodnciit elTeetuni et ad 
tempus cnncesKa tempore elapso censeaiitiir proliibilii. Hat aisu in Un- 
»nii fri'iivilli^'on arbitria gestanden, diene« Aiii^ineiitum ferner zu erm- 
tiniiiren oder nicht; und haben doninacb Ihre Maj. Über dessen Abschaf- 
fung sich s« hticb zu beschweren gat nicht Urf^adi, zumal du Wir, wie 
Eiurb genufrsaui bewusst, zu dieser Resulutiou theils durch Unserer ge- 
(reuen preuäsisehen Stünde unautliörlidies lamt-utiren, tbeiJs durch der 
Stände im OrnssfUrmtenthum Littauen fast bei allen und jeden Reicbs- 
tägcn wider diese Scezuhige ^efllhrlc Bcychwer. tbeily durch der KiUu 
Maj. selbst eigene wegen Heujedirung aller gravaniinuni, darunter ja 
gewisftlich der neue Zoll das grii&sente geweseu und am heftigateu ur- 
girot worden, an Uu» ergangene vielijlltige und ernste umnituria, tlieilö 
Äuch durch der Sjiiriiigc gan?, unbillige und in lauterer In]|HissibiHtet 
he»tebendi* postulata und hierunter zu nierklieber yehwfidi- und Ver- 
ringerung Unser» S5<dl-Iiegals geführte maebinatinnes^ theils aueh dureh 
die vuu Hr. JHaj. äotbsl stantibu» adhue trac*utibus eoraminirtc, aueh 
bereits gedruckte dipbnuata casaatoria '1 uud darauf ferner beecbehene 
wirkltehe i^cparatiun uud Uassirutig des Elbiugischeu Zolls, glcicbsani 
wider ünsern Willen nece^sitiret wurden. Da&s nun bei finthanem der 
yacben Zustande Wir diesen neuen Zoll aueb Regia Majentate aniplius 
n«JU rcquisita abzuschatfcii, «»der vielmehr fallen /,u lassen, unini iure 
n-oi beuiäehtigct gewesen, das bedarf keines weitem Ausf^ibrcnü, ist 
auch, ^vie Euch bewusst, in pleno also rcsolvirt und vou Eueh aellist 
gutgcfundeu wc^rden. 

Da»s aber Ihre Kön. Maj. Iicfugt zu sein vermeinen, per com- 
ndssarios in niodum et rationes der bescbeheneu Casöation, me aueh 



') Ahsclirift. eitles äolction polniscljen raRaalionHdecrot», wetchea aticr nicht 7.-ar 
Auflferti^ii^ kAm^ ündet aicli scliuD bei den Actea ilea Jabra 1&45. 
lliifr. tut Giini\u <1. Cr. Kurnirslcij. I. %S 



194 



Preuast^b and Pulon, 



lemS 



in die iura Unsers Zoll RejErals tnnuirircn zu lassen, ja daes Sie den 
PUliiwifichen und iure utiliö doniimi Niom:\ndcii als allein Uns zustehen-i 
den Pull so sclileehtcrdingH Iliren und der Krone Port utnnien, Un 
aucli alle potestaten), darin iciitwas zu dispuniren, gk'iphsam absclmeide« 
wollen, gük^lios kiitnnit Tuw uifht ludiilli^ ftist fremd und uiiviTniuth- 
licli fUi'; Ifovoiah, da Sr. Mnj., ja der ganzen Kmu und »^oustiMi jeder- 
uuinnif;-liclien die Uns dieaes ZoUb wcgt,'« conipetirunde stattliche iu 
und dass Wir denselben li^ijre pnctoruiu et jiacis jierjjchiae codem 
itirCf wie denselben di*r(^rdLMi gehabt und rorniül« vcin den Köniiechea 
Kaieneru erlanget, haben, auch bisher^ gi-ndiij^ besessen und gennösen, 
auch vuii der Kön. Maj. damit per expressniu investiret und beleimet,' 
idelit unbekannt sein künue. L'nd ist uofh nienialen erhöret, dass einige 
König vou Polen entweder dem Orden oder auch heniaehmals Unseri 
hochgeehrten Vereitern und V'orfaliren den gcrin|;sten Eintrag dari 
gethan, oder dergleichen verklcincrliclic hocbpracjudieirliche scnitinii 
angeötellt hätte. Denvegen Wir dann zu Ihrer MaJ, das g:ute und uu-j 
gezweifelte A'erti-xinen haben, yie werden auch Ihres hohen Orts Uu 
bei Unsereu so bekannten Heehteu unbeirrct lassen uad mit solche 
praejuilieirlieheu Ctuiiiniissioiien s^nnml in ITuserer AbweseDbcit Uns ganz 
lieh versielmnen. In feinerer Anmerkung-, dtiss noeh zur Zeit von Nie- 
manden wider liicwc Utifjerc goniacbto Ueduetiun die gerini^ete Be- 
schwerung nicht gcJllhrt, auch ndt Bestand nicht gdllhrt werden kann, 
indem ja von Uns der Zoll in den f^tjuul, wie er vor dem au^iiieula 
pewefien und von Unsent hochl, Vorfahren sine eontradietionc erhoben, 
hinwiedennn gesetzet und uicbtö dabei innoviret worden. Es wäre 
dann, dasH w'egeu der gemeinen und zu Erhaltung des Port» auch Be- 
iorderung der Sehitfarth nöthi^eu Unkosten einige geringe Erhöhung 
geschehen; weh'lie abei- iii keine heaondere Conpideration kommen kanu, 
weil sie nicht allein an aich selbst ganz gering und unempfindlich, 
sondern auch den Scbifl'leuten selbst zum Besten gereichet, auch Uber- 
deni bei allen Zollsilütlen in gpanz Europa gehalten und idjserviret wird. 
Wir wollen gesielnvcigen , dass Uns, vigore iuilueiiiruni et pruestitac 
eautiouis, den Port zu erholten und wider mUnniglichen zu defendiren, 
praeeise oblieget; eollcn und mtlasen Wir nun solch schweres onus er- 
tragen» so i\ird man Uns ja vcrb offen tl ich dieses bo gar geringe und 
7.U der Krön weihst Nutzen und Besleui streckende cominodum, nicht 
mißsgönnen oder deshalb einige Diflicultct %n machen und Uns gleiefa- fl 
sam alle zu Erhaltung des Ports sowol als der 8ehiflarth nöthige Mittel 
vorsUtzlich zu eutzielien begehren, zumal d(i deshalb keine Beschwer 



I 
I 




Pie CntnmiseiioTi. 



195 



uns gprtlbri't niul das oftioiuiu Kcgitiiii von Niemanden iui- 
irel wir*l. 

Ej* gtHlt'iik<Mi r,war viidlicli S. Krm. Maj. uiidi llimerer Stjlnile i^a- 

liivum und InclK-vur *?eiUbi-tci- Qucrcleu und pclH'ii dabei zu ver- 

>n. daÄ» ilic (.'innmissarii audi liicrlllK-r KrkuiuHjiriiii^^ eiiiv-icheii, die 

lenilininde Stänilo liörou uutl darin ni>^no8(;in'n sollten. Aber auch 

Inthall» wird «•« der (!omriiiwHiuii vur diesmal pir nitht bedürieii, shite- 

\\\'}T rijs keun-r wuiidevfciclu'r tcntviiuiiiium, Kih Uiiscro yUhide, nach- 

m nunniflir der m^ue ZuW abj;e schafft, /.ii illliivn liätteii, 7.u erinnom. 

w vfird aucli rnHcrs WiKSonn In-i .Sr. iMaj. deslialh iUo niclitä gekla^et, 

WtUiii^tr derw id'Ui'iiun inipluriiTf. 

l'nBfre dri-i Stildto Küiii^sberig;, welche hieUcvor die Abtbuung ihrer 

graTaminuni Jini meisten ur^irt. werden sieb nunmehr aueh wal zur 

Bnlie l>ejß:eben, iiindHlom nicht allein ihr fe^rösgtea gravanien, des Zolls 

weo:en. pSnzlieb eesairet, himdcrn Wir Uns auch sonstcn nnd in denen 

nuch ÜbrijCL-n BeNcliwcrwitijca gregen sie dergestalt {jnädigT^t erklirrt, 

dsM »ie verhoffentlicb damit in rnteiiliänif^keit wol content werden 

«in können. Diinn ob wol «oelt zur Zeit kein vrdliger Sehluss in der 

Sach gemadil. HutuIiTn es in etziicben Pimcten, intsiniderbeit aber wegen 

ruwrs N'hUiKk- Mild And-IÜers (dniin was von derer von Adel iiu4l der 

kleinen Städte Bi^ren in den l^jindtajfsnbselieidcn de an, 1(318. 1620. 

]i>3r» und anderen residntiimibu8 enthnUen, dabei verbleibt es aller- 

mid iv'ird danseüje niclit itiihillig i-xi-ejitirt-tj und der Freibeden 

Fnserer BurgtVeilidt ntt' der Kiudleuto und M*dzen-Bräner ErkJHrnnf; 

incoeh Ijewieltet: so hut jedocb dns Uebrige alles »eine Riehtigkeit und 

kann der endMche Sebbifts. sn bald der olibproelten Zllufte Erkliirun^' 

einkfSmmt, leicht erfüllen; die Übrige OewiTkc bnlien auch keine Ile- 

Kchwcr mehr zu filliron, weil Wir dieselbe bei ihren Kidleu in sclititzeu 

öod die Ansgebun^ inelirer rrcibriefe einztiuteüen g-uJidi^ßt erbötig Bein. 

Kml ist UiiHerri Wissen« kein Streif ttielir Kwisi-hen den (Jcwerken übrig. 

aU welclter Kwisiehen den StiUUiwhen und rnsuni tVeilteitiseheu Sebufitern 

snaoeli crimit: gegen dieselbe aljcr hjiben Wir Uns aueli vor wenig 

Tagen also und der5:estal( nllicreit erklürt, dasfi verboffentüdi aueb 

dieftci* gravaiuen nuiimebr wrd eessireii nnd d;diiu fallen wird. 

Und weil dann nun diesem allem hIhu, su knnnen Wir l'ns nimmer 
versehen, das» S. Kiki. Maj. Uns mit einiger so praejudieirliehei* Coni- 
miHiinn und zwar itzo bei Unserer Abwesenheit graviren und dadurch 
Un»ern Stünden gleiebsani selbst wider Uns zu klagen llrsaeh oder 
Anlaiii^ geben werde, es n-iirc d;inn, iliiss ntan hIWi (wclelies Wir ntinnier 
toffcn wollen, aucli Sr. Maj. nicht KUtrauen können) ohu alle Ursach 

13* 



196 



J. Prouaien and PoUn- 



zu Uns ntitige oder soimten zu gefäliren Ooc-asioii ?.u snclien wollte- 
Weltjlies ulier scliletJit Vortraueu und Aflection geben, am;h ivul allerg 
Imnd MiawcrHtattd und andere inconvenientia causiren würde. f 

Nochmalige Anweisung gegvn jtdt'y VorfchreiCeii ile facto feiorlifh «o ' 
p rote stiren. Der Knrfürft hat bei^its an den Grafen Düuhof wegen seine 
Vermittoluug iu dieser Sache gesdirieben. Die Oberräthi; sollen es gleich^ 
falls tLun. 



1r" 



Die ObeiTäthe an den Kurftirsten. Dat. Königsb, 6. Juni 1646. 

|Uie ObcrräiiiQ beginnen wegen dor Caüslntiig cler Seexulagfc bedenklicli £u weiden. 

(i. Juni. RecaiHliilation der Gmnde, wodurch der KurRirst zui' Aufhebung d 

Seezulftgo bcreehttgt war. 

Au8 welcbein fundanieuto und audi-rn ratinnibus mehr, die E. C 
D. Uiicbverständig crinuei'ii tbuu. Wir deroaelben unvorgroiflieh ein 
rälhig gewesen, den erli^iheten öeozoll oder die Seezulage eiuzusteUeu- 
Da uns über wissend gewesen wliie, dass andere E. C'li. D. Rfithe Über 
weiterer Prumgation cnviilmtcn Contovcts* 'm tractiren angef^^ngeu uo' 
auf Sr. Kiin. MaJ. au dieselbe genommenen Conditiouen bestand 
hätte, wie es you derselben angezogen, wUrden wir ohne EnvartuU] 
soU'liev KJhiiglicheu RcHolutinn billig Redrnkon gctrageu haben, den 
Faden abzu^ebneiden, und ob ea gleich xu Ablielfnug der FTeussischen 
titUnde gravÄniinum gereieheiid und Ihr Ktin. Maj. giuUligsten Inteutioufl 
in genere gemHss» ein anderes in specie der Seezulage halber zurnthen. 
Wie wir dann auch birt annoL-h nicht liolinden kotmeu, da&f* E. Ch. Ü., 
lütradeu udcr dev iH-ambnanu geregter aligeyehafften iSeexuUige in effeetu; 
IUI geringsten etwas gebessert sei, sondern einig und nllein der Kilnig; 
bergisehe Kaufmann dessen Friieht empfinden mag. Uiul auf »olelieii 
Fall, auch öü gostalter i^achon. E. Oh. D. mich wol Mittel haben möch- 
ten, entweder durch den Zoll oder in andere Wege Ö- Kön. Maj. bei; 
beBHerm Vernehmen zu erhalten. Künsten wir nicht ermessen könnenj 
was fllr Ursachen ö. Kün. Maj. bei sich betiuden muohleu , auf den 
Pillausehen ZcjII, wie derselbe van Alter» und annoch eingenouiiuöm 
wttrde, inquiriren zu lassen, wcUn an demselben niehlea mehr als vunfl 
Alters nud biaber zum wenigsten cum eonsensu eorum quonmi interest^ 
als der r.ittanschen Stande und des sceialirenden Mannes, eingenommen 
ist, und nun über das die pacta indufiaruniT bei so neuer Beschaffen- 
heit und erwachsenen oneris des Baus der VftSte Pillan und Munition, 
der UnterVialtung der (»uanüsuncu und Leistung bestilndigcr Sicher- 
heit beider Kronen Pulen und SHiwedeu zu Folge verbundener schwerer 
CautioD erfordern und unumgäuglith haben wollen. Welelicit wir auch 



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I 



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J 



Die CMiining der Sceiulngf. Rfletungcn Biim TGrkeulrieg. 



197 



»kfa«r geslalt eu beanUv orten und die gedräute Comraiseion abziüehnen 
fcbaldJg sein. 



Andres Ädersbach an d. OLeiTüthe. Dnt* AVanscb. 8. Juni 1646. 

I Der König drÜDßt troti aJler Alimahnuflgen doch ^um Tilrkcnkneg. Hof nach richten.] 

Herr von Kof]>oth ist am 4. Juni '), Hovoi-bcck am 31. Mai in "VVaröfhau 
ingi'kumiuen ; Adi^rshafli schickt Abschrift tLrer Relatiuu aü den KurfürBten 
rill und lienift sich luif ilie«c. 

Dann ich bei der Eile der Zeit nichts diihei zu erinnern wüsste, 8. Juni. 
iHifiser dasw S. Maj, nach beharrlich bei dero vorgesetzter Imprcse Cün- 
tinttirt,-! , auch pich Iteincr Dissuasion davon will a?) neb recken Jä&8eii, 
dawider docli die Herren ycnutareu sieh setzen und durehans nicht 
ilrrin eonsentireu wollen, niassen aucb nuch nculidi ein Schreiben vom 
Herrn Cntckausehen WojTvodeu an dieselbe kommen, dessen Cdpey 
K. Gent!-. Tlerrl ieli biebei Übersende'). Snutjten redet man alhie nichts 
als vom Kriegi; wider die Türken und WeTbungcn. Dabei mgt man 
aller. dnsB ein Tllrkiseher [Chiaue] oder vielmehr noch ein grosser Ge- 
(sandter unterwefrens sei; waü er bringe, vnrd mit Verlangten erwartet. 
K» soll aber dys Gerücht von dieser Iinprese uaeh CougJantinopel ge- 
dielten sein, datiero alles in voller CVuntiiotion ist, und soll es daselbst 
proRse Alteration erwecken; scheinet daher, dass die Polen, nolentes 
volentes Kuni otfeutüeheu Kriege genothdrin^et werden, weil die Co^ 
i<Bcken selion Ilbcr die (^Vrenzen j^esehritten und mächtigen ychadeu ge- 
tlmn, welches ganz. Coiistaiitinupel nffgewiegclt Was nun aus diesem 
Spiel werden wolle, lehret die Zeit. 

Der Unterfeldherr, so auch nnterwegene bieher ist, snll an ^. Maj. 

Bericht crtheilet haben, dass die Venetianer die Dardauelli mit Gewalt 

erobert wnd mit Galeazzen beleget haben, also dass der IHlrkieche 

Seenurs aus Constantinopel nicht in den Arehijielaguni kommen und 

Caneauis Hülfe bieten knnne; welches den KiSn\}s um so \iel mehr 

airet; aber hergegen bnngcu die Zeitungen aus Moskau, dass die 

[Moscowitisehe an einem Tht.*il von den Tarlarcn im ei>itcn Ansatz soll- 

[len Bchoo geschlagen sein. — 

Diesen vergangenen öonnlag haben Ihr Kön. Majtt-ii eine Danioiselle 
laus dem Künigl. Krauenzimmer» llpacka von Geschlecht, mit einem 
Nofitkowsken vermählen lassen und sind alle drei Tage insonderbcit 



') V. Kifiipoth und T. d, O^lschnite sind alq udSHcrurj^'ntlicfae Gtw^ndte nb- 
geordnei, um der Krönung ^" Königin in Krakaii heUiiwoImön. 
') FeblL 



193 



1. Proufiaen und Folcn, 



aber uff die Ileimtlihruüg, eo zwo Äleileu vou liie, daßelb&t Sie rü« 
jungen Ehtleul Lin1)eglei(et , nebst rtencn Herrn GcBandtcu auch so] 
lustig gewesen, daes S. iMiij. Brautivcla iu Oläseni uff Gcsundboit ge 
trunkeu vmd luRchti^ einander begüsseu haben. — - 



AiuIjcs Adersbach au d. Kurfiirsteii. Uut. Wai'äcli. 8. Juni 1 C40j 

[Vorbpreitufl^^vn iutn TiirkOiiikrieg.] 

8. Juni. E, Ch. D. hatte zwar meiner iinicrthänigsten Pfliuhte nach gehi>r-j 

saiust UinterbriugfOii sullen, was alhie bei der Verriiihtuug dero Ab 
getircliicteii, aly des Herrn Cosputs, Voi^^tcn von Fiscluiiisen, so den 4.' 
dieses uud der Herrn von llucverbeck und von der OelHehtiitz, &m deu 
31. passatü auf^^elaut^et , vorg-au^^eu. Aber weil E. Cb. D. selbige e» 
alles in derer Uelatiun gehiirsamat und üach Gnllge hniterbrurht. wollte 
nicht gerne deroselbeu mit meiner verdrüsHliehen ^\'ic'ilcrlioliing molest 
ßeiu; Sündern es geruheu dieselbe hiebei allerguädigt>t 211 wissen, das« 
de» Küuigö Dessein den ötändcn je mehr und raehr vrrdjiehtig werdeoÄ 
wie dann beigetllj^te Copey desHerri] W(tywi>den von Ornckaw Hchrfibonn, 
60 er an S. Maj. ergehen lagseii, es j^nugsaui ausweiset; also dass 
alhie grosse Mutationes betsorget werden wollen, y. M^. bleiben nueh 
immer fest bei dero vurgemetztcr Iniprese und ]ass<?n sit^h chireh keineiH 
DiesuaHiou davon abHehreek*>ii. 

Ftträt RadzicwUl, Jjittnuscher UnterfehlhL'rr , so vor ilreien Tagen 
ankommen, ißt geateru auch mit auüderlicher Instruetimi zu dem Hüs- 
podareu ans der Walhu-hei, meinem t?eJiwiegervater, verreiset. fl 

Ohrister Przj-ieiiisky iöt durdi Hülfe des Friiu/fisiseheu Oesaiidten^ 
vou Sr. Maj. Ii>s|^ehiöi*eu, uud sind ^eine /.ii Kul^liH gi*\^'(u'beue V(ilk«.T 
in dreien Kähnen hinunter gebriielit w<ii-deu, aleo dasK er nunmehr 
fortgeben wird. M 

t>ie PreuBsJML^lie Juridii-a ist um vergangenen Mittwoch limitirct" 
worden, aUt» daas nunmehr die Appellation in der Uclisen ^adic wird 
deserta sein. — 

Ein tllrkischer fhiaus, oder gar, wie etzliche vor gCiviss sageuj^ 
dass es ein grosser (Jesruidter sei, ist sebon unterwegeun; wius er Iiringe, 
weiss mau tiieht eigentlieii, man wartet aber »einer mit V<"i']aijgen- 

Die Stücke albic werden mit ehisteni alle von hie geliraelit nn 
naeb Leniberg an die Grenz, gefllbrel werden '). 



') Xacfa einem ipUlsrn Uricf vun Adersbnch, dat. WjltbcIimu 31. Ost. ICM« 
»oliitfbt diel erat in diefter ÜGelt: «31 ^tfidLcu^ 6 AltSriell n. bO Wagen mit Munition" 



Rftfltnngen saut TQriieDkrlfs- 



w 



S. Mnj. bat dir Köiiigl. Krönung uff den 8. Jiilii und den Uffbnich 
von hinnen uff den äO. dieses au^iTCsetzeL — 

Im Uebrigen erwarte K CIi. Ü. gnädigste Di8|>o!J,itivjn über die 
ftrUenlliehe An&telluü^ der Pusten Ms Cnickaw und förderst biß Lem- 
berp. — 

König Vladislav IV. an d. Obenlithe. Dat. Vars. 14. Juui 1646. 

(Königsb. Arck.) 

Di^r Kiiuig fordert die OinTriitbc nuf, die Werbnugcn, mit denen At^hu- U-Juivl 
uns V. Creitzcn iiud FabiHiu v. Köni^st^uk beftuftrngt sänil — 5 Compugiiicii 
Dragoner nud 200 Ktitfr — tnögliflist zu lielordern. 



Kospoth und Hoverbeek an den Kurftirsten. Dat. Wuraehau 

17, Juni 1646. 

[Djo AlirviM des KurfitralCD aiis Trcussen. Kriegsgefahr ron SulinutLcn. Freie Bauern 
and Leibeigne. Die DitTt^rc^iz wegen doH lldclixcitsgäAchcnkeA. VeihaltiingHmaeärcgcln 
Ar nbntlclic KAlio; wie man cioe etwa abKU^chkkcndc Comnrission behandeln mtlssu.j 

VerhainJluitg mit d<rm Krön Grosekauzler. Der erste l'unkt ihrer In- 17 Junlj 
vtinctio» belriflt die EntKehiildtguii|r wegen der scliiielbMi, idf^Tzlieheii Ab- 
rriöf des Knrrürsttn auy l'rL-usseu. Sie wird eut&chuldigl mit der Lftgo 
der WesitpIiidiEtclieu JrVkdeni^Vfrlmridluiigreii — ivond dass die Kaiserliche 
Uiuifitn mit E, Ch. D. Abgef^andt^-ii ^o gar unvertraulifli und übel aiiiiffii- 
gvii, daKi, da Ät verf|irot'tif ri ^ehühl, des Herzogthums t'üiujiitTii In <.[er 
Dnplica iiieht lu g'edenken, sie es zwar um dieselbe sicher zu miiehen in 
ders'elbeo aasgelnstJOii. fiber in einem Neben Reecss au5<t'ührlich gemneht 
habeu> — 

Der niiderf' Punkt, <leji sie vorgehrncht, Ist ,die J^egt-n der Schweden 
lif«nr^e«deu Kiufal! gemachte LiuidesverriLssiuig*. So gern tuiin dies von 
]iolui*t'ber Seite sieht, so glnnbt mau doeli , dasa, ^o lan^ die Schwedeu 
im Ucic'h KU kriejreu haben, wie mit Pulen nidit uiibinden werden; der 
Oherst fcaiiowr^ki hat unt^ Torstenyon^ Munde wörtlich gekört: ^inaa follte 
die JA ui4'ht vor so grosse Narren hiilten, din^f» i-ic den rnter^^elded zwi- 
schen dem Könige iu Darieniiirk und dieser Krön nicht wiesen sollten; dann 
dorti'n hiitren sie durch llrsiTrzinijr der Mittellarth die ganze däntKrhe Macht 
gh'icb wie eine .Stadt bioequirm knnneij, da es iiUn'rr viel eiue anrlerc Üe- 
schafleuheit haben würde." — JJanu wt-nien vi-rythiLrUeue Beschwerdeu bc- 
i röhrt. — 

Wef^en des salvi eonductiifä aber so de^ llemi HnnptmHnns zu 
Ubt'ia '} Tiitcrtbancn gegeben worden, tührten wir b»hc liesehwerd. 



') Ueinrich Ehren rtich vun Halle, Amisbauplrnftiin zu Rliein; mohrercn 
Bftttcrn DU» seinem Amt wnr ela küniglicbor Fraihrief Brilicilt wurden, Uiu eitie KUge 
g«g«n rfi^n HnupiPiiniin ein7.iil»ringrr. Vcrjjl. dn» Sclnuihcn riftü Knrf. «n ^riprsliweh 
btii Orlicli MI p: 33, lind iint^n ». A. '^H. Juni IGIO. 



200 



PreiiBseii unä Polen. 



8. f. Gn. aber beecbwcrten sich hinwiedenin». daes E. Ch. D. deswegen ■ 
an S. Ki'n. Maj. abgelassenes !!5chreibeii Über GewobnheU scharf wärfl 
Hiid eriiiuertcn, nuin mächte sich darinnen müBgigen luuf bei dem her- ~ 
gebrachten Styio Meibeü, Es hätten y. Kön. MaJ., weil E. Cb, D. Ihr 
das ius salvos eoiiductus conccdetidi in Zweifel ziehen nnd disputirlieli , 
luaehcD wollen, die Reichs Rcferendariura und Inötijjatorem drUber ver-fl 
noiuiueu und jiuk deru Infuriuation su viel erhalten, da^ig Ihr bevor- 
hltlnde a vi et ptitetitia alle weg ufl' i; Monat salvoö eonduetue auHZU- 
g^ebeu. Wir gestanden dieses Ör. Maj. ijar gerne, nur allein baten wil- 
den Uiitei*Bcheid in Acht zu nehmen, dasB bolche salvi eonduetus freien; 
Cuimiselieu Leuten, uicbt aber Erb Untertliaiicu, qui ceßseutu 
sine eapite, ansi,'Cfc'ebeu .werden inJJgen. 

Darauf begehrte S. f. Gu. von uns zu wissen, üb dann die vom 
Ade! im Herzogtliuiii so weit privilef^lrt würen, dass tleni Unterthancn 
keinen loeunt staudi in iudicio wider tsie liabcn künntcii, üauu ft()lebes 
Keeht wäre iu der Krön n<jeh vor 200 Jabreü nur bei ihrem, derer 
von TcDCz^Ti Hause and Geschlecht, j^ewesen, wie wol es hernach alleufl 
und jeden von Adel iu der ganzen Krön comuiuuioirl worden. Wie 
Avir aber berichtet, dasa solehes in dem Herzo^^thuni wu undenklichen 
Jahren aleo hergebracht, und dass wenig von Adel gefunden wUrden, i 
denen nicht Ober- und Unterg^erieht. versehrieben, JH dass auch hieberorfl 
schon dergleichen salvi conductus durch Klini|fl. Patente caeeirel worden, 
begclirl er, wir nnjchteu dieses Patents halber zu Sr. Kfiu. Maj. und 
des Herrn lEefereudarii, der auch sein Kegcus Cancellariae zugleich ist« 
Wiedcrkuuft in Jiuhe öteben." — 

Insnnderheit aber und vov allen Dingen exaggerirteu wir, .... dass 
die Herron Ucgiments liathe und in ihrer Person E. Ch. D. selbst uud 
die siiinnillichc Stünde so gar indigne wären traetirt worden, uud dai 
man wegen des Hoclizeitpraescßts, welches zu willigen sie ohne Vcr 
brcelien hätten kouncu bleiben lassen, mit der Execution in dero Gtltorn 
bcdrtdit; welches vermöge der Itcichssatzuugcu auch in crimine per- 
<biolliüms dem Könige nicht freistünde. In welchem allem dann 
f. Gu. uns ß(.iweit Rciiall gaben, dass Sie Ilireu Zustand selbst bc-| 
klagten, besorgend es dllrl^e künftig ufdero Verantwortung ankommen, 
was y. KJin. 5Iaj. auH gar zu grosser GUtigkcit und Faeilitet aus 
geben; ja Sie durften wol diese Wort dabei ftlhren, dass sieder demj 
IctÄtcn ausgeylandenen L;iger Ihre Facilitet so hot-h yjigenommcn, dasa' 
Sie sieh wol unterstehen wollten, S. Kou. Maj. die Uehergah Ihrer 
Krön und GcmahÜn unterschreiben zu lassen, wie wol man iu Discnrseu 
keine Alteration spllreu ktinne. sondern den gewÜhnJicheu vigorem bei 



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D*ucn) und Leibeigene. Dna Hoch zritcgcBL' henk. Pie CornrniBpUn. *20] 

Ihr vermerke. Kb würden aber die Herren Regimentsrätiic in rter- 
gleichen Fällen nicht besser thun können, dann dass aie dergleidieii 
n>ti der piuMnnitii unerfahrenen aiisgc fertigte und uater dem Csimnier- 
rie^jel auB^efc'cbcne Sache» Sr. Kön, iMaj, Hand halber niit Kespeet 
ftnuehmen, 8ich aber dabei entschuldigen, dass sie dau äiegol nicht 
ketrnen; wollte man was an Sie bringen, so hätte man sieh um ein 
iider Sieo;el zu bewerben und alsdann allererst würden 8ie sich auf 
IS Anbringen auslassen. 
Kbenao eollen aie sich in li^treff eiw» »ugerunthctff Eiiiquanirungpu 
üiilterj ; auch darüber ist uiehts anders itls uiutr dem C'aimiicrsip^el aiifige- 
gThrii wordt'ii- In üetreif di-r von dt-u ypiriu^eri aufs Tmih-i gebrachteii, 
nach Pretis^eu KU schickeudcii L'ommiaaiou ist der Vurechlag dtr Gesmidt^u: 
,E. Ch. D. hielten aa t^ich, t'iuigL' Erklärung dcswegeu denen Herren Re- 
giments Rätben zu gehen, damit, wann es ja über aläes Vcrhüffcn uml uh- 
fcru inöürlicben Fk'li-ö iiic-ht abzu\veiidcn stündet sit, die Coramiu^wüirie», durch 
den UiiiteriUfr an E. Ch. D. nnii die in währcudcr Zeit au!< ihrem eigeui-n 
Beqtol geführte Spesen mtido machen und andere von dergleichen Coruraij^- 
jen ftii&i'breckeii mögen. Es rniisKtc aber wi.ij zu der Herren Regiments 
ie Sicherheit nnd VeramwaitHtig iiu di« Herren Regiments Käthe Befehl 
c^eheu, das» sie keine dergleichen Coramis?iuneii Terjiflegtn/ 



Der Kurfürst an König VladisLiv IV. Dat. Coloji. ad Spr. 

lü. Juni I64G'). 

[Ulf liiffort'ns mit Klbing. L>{ih ct>iiijieiciito U(i;riclit diiRir ilas htrswigl- Horgcpuhf.] 

Antwort auf da^ SchreiJjcn lies Königs vom 14. Mid, Wcäentlich de» 20. Jan 
tulialt^ wie die luHtrwrtioii für die Oberräthe, dat. 27. Mai. Der HauJel 
habe -jcli hercH», in Folge dei* i^eeKubige, sehr von den prenssii^chen ITäfeii 
hinweg und besotideis rmeb Riga g'-nindet.— lu Bezug uuf die -Be.*chwer- 
1 iieji der Elbiiiger beKttdit, wie dort, der Kurfürnit darauf, dass ihnen nicht 
mehr geschehe aU biUig, und ids früher iildich gewesen. — 

— Si tiimeu putatit iustam conquerendi de aliqua re causam sihi 
Buppetere eoque noudne iure experiri rolueriut, liabent iudiciura Noatrmn 
noHcuni tanf|uam forma Nostrum ordinarium*). Ilbid enim, ut sub 

^^^^ CoDcxtpt, weicht» die Ob<3frJliho ciiigracbickt haben {s. d. Ü. Juni), 
^^^B •) In dam Schreiben flcr Obt'rrfltlre an düti Kurl'üniteLi Ut die» iifther «rlnuluit : 
^^^^B Elbin^vr Ziil[ belludtia wit 'Ivn pAcÜa nicht Kuwider, „sundeni daua iltQ Etbingor 
ihr bniwr TornicimliAbcDdes Hecht ex peiitDrio für K. Ch. D. niedergeftGtxten VosaJlia, 
welcb« numeUr ortUnariam s^sniunein im Hofj^ericlhit bnlten und Hof^di-iclit Uätho 
i:<nvnrel werden. andKufiÜiren weriltn schuldig sein sollen. Dfton djit iudiciuni pn- 
riitm ein Ander» int und niif dfln cusuTn gehet» wann unter d^n hohen fflrBtIichcn P<?r- 
•••ncu. itftmlich Aem dirtcto und aiipreiuo an ciiKUi und Afiu utili Dumino atidaiii 
Thcils eine Irrony Torgingc, wvh'hvrgvstalt di««dhe tu aompianiren oder zu ouUchel^ 



302 



I. PreuBvcn und Polen. 



BomiDC vasalloruni Noetroruni a Nobis atl iudicium obligalomtn pro 
ratirme moderaonim temporuni intelligciidmn esse eensearau», id facit, 
fjuutl iu Piicc per|)etua inter D. Öigisraundum l Folomae Ueffem et 
AlhtrtiiiLi priniuni rnissiae Ducem cuiistituta* iibi de hoc iudiciu sasal- 
loruni hfilMMiir, mox subiiiiigitur: „si qim antent occfnione huiusmotli 
iaäiciontm eic, sibi imutiaw faclam aat se gracatum cxUlimaret esse, 
pnUrit (fd ComUianns (qnos Hctfia M'o' et Dnx in Pnnatia (jnofauuis 
Atd Fextnrn S'*' Fraifctsci, cum id itfCt'SxUus exetfet'it^ Mariaeburijuia 
Hiitterc tiebfbuHf) priwocttre etc.*''- Qiiod Jiu S« V" It* M'«« iutrotluctuin, 
un vcrt) ut nppcUatio in ümnem eventuin rectfl iid Ö»« V»" R*" M'em 
Kinydrmque iiididiim relatioimni a iiidicio nulico more uunc observato 
dcvülvatur, cunöcn.'iUum malit, wx est ambiguuuu — 



I 



Cliriötoph Mok'hiur an den geheimen Ratli Erasmus Seidel. 
Dat* Königsberg 21. Juni 1646. 

(Dnr KJSnig Aülvcinl iti Btzug auf (Ue ZulUacli« gBltndcjre Sahen aeirKUzüebea und sieb 
mit einem kleinnrcu Antheil liugnügcn KU wollen; man mu» doa bcnuTK^n.] 

t.Jutil. S^'iiiol Ut iji Köui(^sberg gewesen und j>Ut iiacli U^rliu Kurückg'iTeisU ! 

— Dil' Hepublik widtrsftzt sich liarlaüebig den von dtm Köutg b^ab^icb- 
tr^teii ^VcrTiiiiiji^eri, nbcr huT in Prcns^en sollen sit- vur sich gehen, ourj 
fHi^a dfr Konig kviu iU'ld hat. 

rtouateii werden E. Herrl. Jiua Ihrer Kön. Miij. Schreiben, so 4>io] 
IUI Ö, Ch. Ü. wegen da« /'»llwosoti abgelassen'), minmchr wol ertwjhei 
babcii, waß Ihre Kön. Mnj, bi-^ebren (him, uud wie mir «UhJer he-1 
richtet worden, sulleii Sie nur ein wenige» bejjeUren, und hiDgegeHl 
i^. Ch- D. mit dem Zoll zu thun lassen, die Tnxa /.ti maebon, sieh 
f\\\pH behoben und deronelbcn frei steilen wollen. Wann dieses sieh 
alsii verluL-lte und S. Ch. D. Ihre Kiiii. Maj, mit gar ein ^eritigt-H oder 
etalicheii 20,rHB fl. pol. abweisen ki)nntcn, und Mngreßren Daitzker und ■ 
Lfuid/.IilU' aiüzubrinjü^ni freistehen nii>cbte, ho «ehe ieh nicht, wie sid- 
clu's Sr. Ch. D. /ai wJderratheii wäre. Sie uUlsjiten :d)er in Bulcher 
hoeimncbtigen HandeUtn^ g:etrenc' Leute dariu ^ebraucbcn, so nicht 
ihren eigenen Nutzen mitsiiehcu nnd dadurch IS. Ch. I>. iiiebt allein I 
(Uli i\m Zoll, sundrni wid pir inu Ibre Hegabni ^eliraeht wi-rdcn niöehte, 
und <latern .Sr. Ch, U- es ^uädif^wt helielien nn'iehle, elirr keinen Con- 
traet ku »ehlicsBcn, bis Sie uns geringe Diener, uJk H. Kleinn und mir, 



ilcn wKrc, wU: Mbiklicn der loxtiia in IVe« pcrputiin de a. l'i'Jb fol. 3ä kl&rllch tua- 
wulw;t uiilI E. Ch. L>. «udi bWUi^ ilmbci ku vcrbleibeu bubcu." — 
'' Eifi ipHtvraii, iU du oliigo vom M. Mai, welclios aber fülilt. 





auch unsere i'itiJnlti^c iMemiin^ wie es mit dem Zoll eigentlich geben 
kjian. dnrUher vernommen liiilte. — 

Die Oberräthe au d. KurfUrsteii. Dat. Königsb. 27. Juui IC46. 

Scbickeii liie Reiatiun von Hoverbpek um! Kospoüi aus Warselian vom ^7. Jimi, 
17. Juni eba; die Saclie steht darauf, dtim etitwedei* wirklich eine C'i*mmis?ioii 
»lllge^cllk■ke werfifu soll, dfn'n MitgUedtT bereit-^ i-rmmrit t*iud {fiii'uf Dönbol* 
Woiwoil':' Ton Ponimerellcn, Kobiersicky CiistoUan von Klbtiig, Frohi^t Firlt-y 
tiiul cm ISyudiens toü Elbiug), oder da^s t-me CoiifertsiiÄ m Murienburg j^ü- 
Imlttn wird. Sie ratht*n dazu, lieber dns Letztere iiiizuriedmeu. 



Der Kui-fiirst an die Oberrätlie. Dat. Cöllti Jlift' UA6. 

Sie solleu uoiaögllL-h diw finö wie da.it ömierc ab^nweiideu suchen; 10. Je 
whliminsfeH Fall!> .-ioll HoTeilieck zu der Couferenz iubgeordnet wenleu. — 



Kogpoth und Hoverbeck an den KuT-fiirsteiu Dat. Warsclmu 

26, Juni 1640. 

|Autlicnii beim Küuig. Eine C'ainmisiciüTi n&cli ProiiBsca zu schicken actiuint 

i>ie hüben mit vieler Jliihe etidlieli Audienz bei di-m Xöiiig CFhuigt iiin! 'i^lJw 
legen ihre rrr)im>;itioii ah. 

Die Aütworf jiber war, wie wo! nicht soaderö uDg^iädig, jeduch 
sehr kurz. d;iss mau dar^tb wnl jilnichmen kihinen, wie S. Kfin. Miij. 
Iliren j^etimsteu Widenvilleii Huchten zu diöBimuliren niid bestund die- 
selbe fast iu diesen fuljrendcii Worten: dass E. Ch, D. Ihre Reiss ina 
Ueieh so hesclileuniget. deeson wElrdeu wol^ wie Öie selbst enweßsen 
ki^nnten. erhebliehe rrsache« ^^ewetiei» öeiii, Wo /Aveifelten Sie iuu'h nicht, 
E. Ch. D. ivilrdeu vur dero AIiku!,' »olelie VeriiiBMunfe' ginnrieht und dem 
hinterUäi^enen Reg^meiils fiätheii ao gute Ordre gestellt haben, dsiss 
man deb^vcgen jiuaser GelMlir iiud Fiireht lelieii kJimde. Dieses aber 
wlir Ihr wo j?ar uuventnithlieb gekommen, dass J?ie sieh iiieht darin zu 
finden wni>Kteji, dusi^ E. Cli. D. den iienrn Seezoll ho jrur uiivens'arntev 
Weise ab j^^e schafft und deru f^ehreibcn didiin dewten wuUen, "b hiitteu 
Bp'h selbst von K. Ch. D. bej!;e]irt, da di»eh dero Sehreibi-u nur dahin 
Rng:en, dass Sie Ilir Aidheil vom Elhin<rf!then Zoll in Ihren eit,'enen 
<!ebieteu einnehmen uml die lllKTuiaelite, niiphristlitdn^ Exaeliuiien, dar- 
über die Elhinger so lange Zeit gi'khigt. eingestelit wissen woUeti. Hie 
liäUtni über nibereit eine (.!otiimis«ion deswef^eti verordnet, wek'hc uneli 
iu Ihrem Ahwesen würde zu Werk ^^crichtet werde». 

Kiitgf'pnuni? dtT beiden UesrtiidkM) mit den hekainiten GriindiMi. 

Ilieniüt wurden t>. Kö«, Maj. in sit weit Kufrieden g:e8tent, das^ 



304 



I. TreuHBun avd l'ulun. 



Sic der Commbswn nicht mehr gedaclil, sondern wub dieses Puncts 
hnlbcr aa den Herrn Woywodeu zu Puiiimercllen. von welchem wir 
it mehreni dero GemUtlie Jleinung wllrdcu vernehmeD, gänzlich ver- 
wieseu. 

Ho verbeck nn den Kiu-flirsten. Dat. Warschau 28. Juni 1G45. 

(Die Hüstiirigen werden weger Geldmaiigela angeMich einguatellt. \'erg't;t liebe Matt' 

ninigciii auf Geld «u» Prensaen. Versuchte AulciUe de» KurHiraren tcl der Königin 

Louiic Mdriü. Pie ATigpleffdnln?it de« Haiipimannal von Rhein. Di'e Pfuls-N^-ubur- 

gJBcli« Abgele^e&ht^it. PMü^dsi^chä Aiid«iiiungcn in Bclrrff einer Heirat de« 

Kurfüratflii,] 

.jani Bei der letzten Poßt Imb E. Ch. D. ich durch des Uerna Ober 

Cammerherrn Wolw. »nterlh:inig:st hinterbracht, welcher (Jestalt uflf An- 
halten und Angaben dcH HeiTit (irneralu in Gros^polen und damit 
die hier anwesende Seniitijreu abgewiesen würden, ??. Köu. Jlaj. l*a- 
tenta ausfertigen lassen und unterschrieben, durch welche alle Wer- 
bungen gKuzlich abgeschafft werden. Und hat wich fai^t tticniand reclit 
drein /u finden gewusst, dang nach derselben Ausfertigung dannoch 
unferschie<lene BcstaUung^en auHgegebcn worden. Ich komm aber in 
Erfahrung anjetzo, daea gedachte Patenta ungcsiegelt in der Cantzlei 
gehalten werden und man mich erst Hchen wolle, wie es mit dem in 
Krackau angcäcl/.teii Cuusiliu ablaufen werde; wiewol von sehr ver- 
Irauter gewisiier Hand ich die Nachricht habe, das» in geheim ge- 
schlossen, die Werbung einzustellen; damit aber y. Mjy, keiner Leicht- 
sinnigkeit kttimten beschutdigt werden, wuchte manss mit diesem CMn^ilio 
zu iH'schöucn und dem Herrn \Vüj('W((den zu Crackau die Ehre zu 
gönnen, als wann S. Kön. Maj. dessen Kath und Erinnerung t>lalt ge- 
geben. Die vornehmste Itation aber iat der Geldmangel; dann ich 
meines wenigen Orts uicbt absehen kann, wie es möglich gewesen wHr, 
den König abzuführen, wann er die 'Miüal hätt so haben kilunen, wie 
er seinen ersten Uebergehlag gemacht. 

Eä ist aber damit aller Üerter fast 00 ergangen, als wie bei E. Ch. 
D., von da man veniicinte, 'äu diesen Werbungen i'{H> und etliche 
sechzig tausend Gulden zu haben, aU nämlich lUMXKjfl. von Hoehzcit- 
praeaent Geldern, 1U0,*X)0 ans dem crhtihcten Zoll (die der Spiring 
jetxo hatte vorschiessen üioUcn), 40,0(X^ rcsidui der bon"r«rinnim') und 
das übrige von den Zollrcsten. Da hingegen alles ufi" einmal gefallen. 
Indem der Künigin au Statt des Geldes Kleinodien praesentiret, der 
Zoll abgcechaffet, vun den Resten die l(i,000fl. des fc?ackcn inncbehallen 



I 



I 



') V»rgl. V. Orli«h Jll. p. 34. 



OeMmADgcJ in Polen. AiigtM. Einatcllung d. RSatun^Qn. Diu Cfdrlerd- Königin. 205 



uiwl dio Zaiiluiig- ilcö remdui hoiiorariunmi bis iu deu Herbst vcr- 
gcbribeii wttnlfii. Weil auolj der \>nctiaiiigc-hc Abgesandte der liqiiiblik 
Asseourariim in d^r Fniin, wie es begehrt worden, nicbt eingeliefert, 
auch eiuxulieJcm wenig Holifiniiip: uiat-ben kaniu Siiodern vielmehr siob 
IteÄrbeiteti tbut, seine privat rHilig-arii>n von der Königfiii ausÄubrin^-eii, 
vi\[\ diesefbe audi ,Uber die ^>0,(HH") Utbl., öo albcrcit gCKablct wordpii, 
nichtt« mehr ahfolgcu lassen. 

Anreielieml die Imiidert. (Auseiul GuUleii, &<i Tlire Mhj, die Kiinigin 
E. Ch. l), zu leihen aEigebuten '), Itab ich dicj^elbe uud aUe llire Leut 
^r geneigt dazu lieiiiiidei] ; allein der K^inig hat e« widersprocUea und 
(lareb genisae Leut Ihr damit die SmvIi xuwidergoniaebt . das» er an- 
deuten lasscu, Sie würde's scliwerliuli uluie IVocess wieder bckoninieiu 
Der Herr Woyewode /u IVnumt'rollen hätte hierunter, >vie in allen 
andern Dingen, E. Ch. D. nnd xujErkieli Ihrer Maj, der Köüigiii gerne 
gedient; dann er g^ar zu wol erkeuut, diisti eie das Geld nehwerlicli 
werde behalten können, dafeme sioH nicht bald au siduho Ort aus- 
thut, da der König desselben nielit könne mächtig sein'); allein wie 
viel er auch sunston in andre M'eg vermag, hat er hieriunou nichts 
schaffen können. 

ÖiMisteu künneu E. Ch. D. wol gewiss sein, dass dero zw Marion- 
werder gethanes Praesent Überaus wol angewandt worden; dann wann 
er« nicht ausgp-baUen , wUrden E, Ch. D. die ConnniHHion albereit im 
Mnde grbaht halK'ii, Wie luu'htheilig sie »her E. Ch. D, hiitte lallen 
eullen, wcrdt'ii Sie ob der diiiey, so ich mir noch anszuhringen ge- 
traue, mit mehreni almelimen. 

In des Herrn Hauptmanns zu Rhein Ü^aphc') find leh llboraus j^rosiie 
Ditlieulteten; dann eines Thfils otleudireii »ich »H. Kfin, Maj. zum 
hllchblon daher, das» E. Ch. D. sollten get^cliriebeu haben, Öie widllen 
deu salvum eonduetum mit Rcsped annehmen und doch den Bringer 
in den Thumi werten tiiid eriminaliler anklagen lassen, Sohdies i^ver- 
meinten der Herr Gruya Cantzler und Iteiehri Kelerendurius) wäre beaser 
und glimpflicher m thnn ala zu schreiben. Meine einige Hoffnung ist 
noch iiit'se allein, da»s ich utiter dem Titel einer Dcciaration dea salvi 
exuiductuH gänzliebea Cassanient auswirke nnd hab idi sächon ein Con- 
cept gemacht, welches mit solchen claueulie erfüllet, darinueu der Herr 



'] Ueber dicea Bezinlinn^ zwiscben dein KurFür^lun und der KÜoigin üjidet B\6b. 
kein weil^crer NHehirtisi jedenfalls ist auB d^r Anleihe nicht» geworden. 

'] Vergl. nnUn a. d. B Oct. 1G4G, wo die ProphesflÜning bareits in Erfüllung 
pgngcn ifli. 

S. oben s d 17. Juni 1640. 



20li 



|. PreusHPn Mtid Polen. 



Hauptmann Hein Intciit «ml SicliPrheit wirrt Hnden kßnnen, wann ioB? 
nur Hnk'lK'rgvstall werde :iii8/,ül)riii^'fii vcrüiöffon. 

DtT Herr Netilmr^isclic Aljgföanilte Marst'lialk Wascliiifcnningk 
hat mich flfissi^ neheitsi ilein Ifi'sidcnten Lsitrs viKitiii m)d ß;ar weit- 
läutig zu tk'dücircn ijraucht, wie ujif^Utip; bei iler lt.-tzton CwHlV'i'outz mit 
«fint'iit llerni verthlireii; imcli einen ^^etlniekton üxlract Pi'«»rLoecilli 
nduiiiiuüeirt, davuu E. Ch. D. meines untevthilnigsten KraditeiiH albereit 
worden Xaehrteht IjiilieiK I<h tiiid iliii soiiHt sehr glhiipflidi; allein or 
hat plii» i'i rceesau f|u:iiii iVtinte prnniittit und xveisa seinen Sacbeu 
äavii trf^fl'lk'lieii ^eüciu vM g:el)eii. Da siJiist S. Kün. Maj. wegen Oeis 
FnivitdiiMnl \\Ttrag:s r'ontinuatinu zu handeln Ilir fast ku veriU'Iillieh 
IQ sein grt'hiilfen, »** sclieints, dass sein Herr nnjetzü, da ihm die dni- 
jonrtur fast zuwider, vou Haujitiiaiidlung-cn nipht litircii, sondern «ich 
aUeiu li?»t a» don rrmisional Vertrag halten wolle. Zwar gibt er wol 
TOT, die Ijmde wUrcn dem jtinj,ani Prinnt-n oedirt, und derselbe wollte 
riueu t'wii'on Veitnt;; mit E. Cli. D. ruaeheu und Zeit wälirenden Pro- 
Tfeiitiiuii Verlra:;» Äicli tun clie halbe Oratseliaft U-nvensperg vergleichen, 
£» dllrl^e alter nur nuf eine Zwiekinlllile. um Zeit zu gewinnen, ati- 
yiwhen sein. So v^nrd man aueh Wül aus dem ProWeiünal Vertrag 
R CV D. weiren der nicht ewtriehteten Pcasionen eine solche Itechnun^ 
HMV^n. d*s* Sie we^fü der T<treiit]i alteneu halben Orntstihart wenig 
«McUen «u ttvrtleni liabon. Es hfit darauf ^catanden, dass S. Maj. mit 
ite, Herru Wasehplciminjc den Herrn Witnukj welcher letzt bei E. Ch. 
IV Mt Kii«ip»lHT|; als .Mdeyatns fc'ewciien, zu E. Cli. D. nacher Berliu 
w4er w\» Sie mik'hliMi an/.ntrctl'cn sein, ahsehieken siolleu ; weil er sieh 
^t9 tn »ucheM g«"marht, wird in wenig 'rag:en der Herr Cammerhcrr 

IM Herr Frmi»r»sisehe Abgtsamlle hat mir neulieh etliche Sdireiben 

%v4ii tV«t»e de llri*'mie km lesen jjefreben, darinnen er versichert wird. 

^v K» rlt- !*■ I*lt*'rr»j*t* wumlerlieh nullen heitbaehtet, nnd da etwiis 

^gg^ 1^ Irwetiivn xeiti, kein anderer als er dazu irelnanrlit wt'rden. 

tok «»W »^*>' ^^*''* ***'^ '^*' auf eine Ueirath zielen, und hat er wcil- 

h^^M 9X^ •**" *'"^**'" •^*^**"^* **"* Loiiguenlle vorstehende Vortheil 

ilglNiH^ W*4rfHNk ttut^i. wie ich «U9 dem Schreiben abnolinicn können, 

s'UivWl«^«*» (lettWkCtt. St^nsten vonvunderl nieli gciuelter Cuiute 

^(^M/Uff* *k**» ^' *'*' '^' *'*'' *'*'^ \h'^f» Uurß:p:rafen zu Dohna .Ab- 

-.Ak^V^M Hwh* ****^ iVwiplimonteii und wie Sie wol tractiret werden. 

il tlnixUu^t«. MiMwl vei^'u Ptimmern, darinnen mau Hie doch 

^v*» lkv**riKin'H wllnlo, lieölanden. — 



I 




Pfah-Neaburg, AIk'qIiIuss de« Zollgenclitt/l«. 



207 



nruf (Fcilini"!:! v. Dünhof au Joli» v, Iloverbeck. Dut, Liwowo 

IL Aug. 164G. 

r>cr Könige ist entsubloaseii » die ßu^edruhto Conimissinii noch tor dorn n.Au|| 
■■^•r.^tfhfniien Uuielistjjg- iu?; \S>rk zn sHxpu, der deti 25. Oft. in Wiir- 
•^*aii grhnlti'ti werden soll; Äumal da i.\fv Kiirfiirst bis jetzt keinen Sfliritt 
-idiaii Imt. Lim ilr^cri Könige irgend wie Üiühf^Hinu zu gebun. I<^r bittet 
IJtfViTbH'k, um dies abzuleiten, den KurfÜJ'r^tL'ii ihdiiii tlJypi>jii)Tn /a* lndt'en, 
■<iM,<s ilins Z^dlwc•^<'ll in Torijri-n iStntid niügL- rednciret iiiiil gflirm^ht werik-ii 
und ."ub-ht:^ je ehe ond lieber, ja noch vor dein KeicU&tagc*. — 



Die (.)])en-slthe au den Kiu"ftii-sten. Dat. Künigsl). 19. Sept, 1640. 

UtlitTsidiickL'n Absclirift diest'?! Hchreilieufi uud ratlien gleielitiills zu l\\. Si- 
ikiiscjbeij vfi-!^ölinliclifn SHiritt g^egpu den Knni^; ^jinmu! wir üiinoch in 
Wahrijpit i^apen köjineii, das» ftb- niebt wissen, dass einigfr Men>^di ^dwoI 
iu ÄtiKlten als atif dein Lande, ca niötliteu denn etliche wenig* Kanfleut^t 
Kmmer uuJ WoHisehenken sein, dos abgesetzten Zolles üii geringsten ge- 
nitwi-*. 

Der Kurfürst an d. Oberrätlie. D;it. Gjlla a. d. Sp. 23. Sept. 1 64G. 

Er linde es i\ou\i bedenklich, den Zoll wiedtr m den vorigen Stand xn 3- Uci. 
>t>tseD; eheuHO ma.<s aber die ComniiBnio» vormi*?dtn werden. ,Ütid Ktjhen 
Wir vurfi beste au, rbe Wir mit Ör, Kim, Ms»j, in einige OfTens grrntbei] 
««titelt, Uns mit dei'selbijijren in gütli'jlie Ti'tH'tiUt'n iv«.-^en eiriiged honurarii 
sfin*l pru üeiujter za geben, nicht zwar, dass dasselbtf^e wejreu des Zolls, 
«Jrni aus auderm 8ehein herrübrtpj einztilasiteu/ lientobt man doeL anl" 
(.ruiuniiiüeiiuii, 8u sulleii wie, wie früliei- befühlen, su!emi protestlrea. — 



lieber diesen Vorj:elilrtg einer stTiiel pro semper (ileldaliöudnng des* 
KonifT» wird im Jnbr H>47 mul 1(J48 weiter verliandelt. Der Kiirfür.^^t 
läxst für den Fall, dawH man 'suif dem Reieh^taji einen Tarsnr^ in die 
Kt'iebatajfseons.titutioii über Abschafluuj; des Zolls anfnehmeii ii.il!, ein \>r- 
wahrnng-smanire»;! aurtiet^en; die letzten anerkannten Pordcningen werden 
abbezahlt; weiterhin fulji'eii ]ß4S und 1G4U (Kieli eiut^'e Ansprüche auf an- 
gfbb'eh re^lirende .Suujmen, die iudest; braudenbiirgiriclier Seits iiielit «ner- 
icaunt werden. Das Geschäft wird in eiaeni Reskript der Oberrütb'p vom 
30. März Hi4ft ah vöMig aljgeftiekelt bezeiehnet^ und hat man polnischer 
Seits kotiifn Pfennig mehr ku verlangen. Ein neuer Vertrag ist nicht ge- 
I «chloKiteii worden. 

Hovei'beck an den Kurfürsten. Dat. Eichmedien 2. Sept. 1G46. 

[IntrigotcTi (1*^* PfalzgrJi/cn von Neuhurg; AI« PrAservativ dagegen filr kiLnfiig wircl 
einpfofa]{?i) 6iB „iais sulfrAgii in eloc^iDne' aufrecbt zu erballun. Vr'ichtigkcit de^sdbvii.] 

E. CU. D, puädig8te9 Rcscript vom I4*en Julü, betrefteiid die vom 2 Stjit 
Künigl. PolüiBchen (Jeüandteu HieronvniM Wicrzbowskj' sowol vor den 



208 



I. rrenMea und Pol««. 



Kniiigr selljst, als E. Cli. D. fast nachdcnklichor Weis bochgcmhitUe 
Qualiteten 4lfs Homi Hnl/^rafen zu X^'uhur^ bah ich uiit Bchuldigster 
Revcreiitx nupriiit^'eii. Ül) ich inin wol mir ^ar nicht eioliUden kaniL 
dasB solches von Sr. Kt^n. Maj. iu^lbst dem Gosandtr-n soUto sein tuit- 
f?fgel>pii wurden, »ondom da-ss es allein von deiu Herrn Clross CantzJer. 
welcher diesen Herrn jeder Zeit tn he]>en gesucht, ohne dern Vor- 
bewusat in die lustnicfion mit eingerückt, und durch de» Mar^ehalk)« 
AVoschpfcnnfngs Autrieb« welcher in diesem Werk alle die ßulzen ge- 
fledert, E. f'h. D. damit ku w;hi-eekcn und zu dem ^esuehten Aecom- 
UK^dameut iu bewegen, aiis/^ebraeht worden, tni i[*t cö doch ikUthig^ 
dass E. Ch. D. Ihr diese« zur Wamang dienen lassen und um so viel 
desto mehr des TIerm unumsehränkten Ehr^ix vorbeugen; dann es 
einmal gewiss, das» kein Diu^' so hoch und schwer sein kann, da« ^^^ 
ilini zii erhalten oder verwalten nicht getrauen si>llt '). Und llberdieseaV 
macht er ihm wegen der hiebevor gegen die PHn^essin. seine Ge^ 
mahlin, bei denen PoltiiBchen Ständen verspürten trefflichen Affeetioii 
(welche gleiehwol ^uten Theils nun mehr erkaltet) m viel gemäßere 
Hoffnung. Dafern aber E, Cb, D. auf solchen Fall mit Zuziehung derer 
Evangelischer Stünde Ihr Interesse mit in Acht nehmen werden, hall 
ich mich leut vereiehert, dass seine Jesuitische Anschläge au« der Fern 
^cgcn E. CU. D, Ansehen, Vertrauen und nahe ang'elegene Macht niehts 
verfangen werden; welches alles dann so viel mehr Kachdruck haben 
würde, wann E. Ch. D.» wie ieb hiebevor dieser .Sacheu halber unter-« 
IhJInigMt uuvurgreiflich erinnert, sich mit etwas mehrem Eifer^ als wt 
von (lero Vorfahren geschehen, um das ius suffragii in elecrione bc 
Vilrben oder doch dasselbe etwas stärker sede vacantc zu behauple« 
riir angelegen sein licsseu. Eg liaben zwar ihrer iiel also urlheilen 
wolh-n, nh würde öolche gesucht- oder gebrauchte Chur E. Ch. U., 
welche »clbHl siebende ein Haupt der Christenheit vorsetzen können, 
wegen Cuncurreutz vieler tausend vom Adel nn dcro Hoheit fast ver 
kleinerlich sein. Dicsi-lbe al>op werden lielleidit nicht gnungsani der 
Sachen inforuürt sein, dasa das pohiisdie ius suflVagii einem IVivat] 
wenig Nutzen, hingegen aber einem niUchtigen Potentaten, es sei vor! 
Keine I*eri*ou oder ivegen seiner Freunde, in ricl Wege zu Slatleuj 
kommcti kcJniic; sintemal alhiero, wie im Ri'miiKchcD Reich, die mainra] 
nicht gelten und also ketuer überstimmt werden kann oder den vor] 



ken 

vtAm 

bej 

tcnl 



*) DIp DüTcTcna zwisclien dem KurPtirBtcn und PfalK-Neitbiirg w« gerade in 
diMwr Kalt aliie sehr kbh«fte geworden und iühtie biUil üacliLer telbst eu affaeu 
J^r|RdM)|l|[kel[i9it. B. iiotCD die hierauf bexüglicbeii Actea, bengndcrj you Öct. 




Der tliiwille Hes KQaigit aad diu OWiräüie, 



309 



I 



'winca Oborliorm erkciiucn dart", wefdii'ui or nicht aelltat die Stimm 
gegeben, weil der allein und alsdauu erst vor eioen reditmäö-sigcu 
König gcaelilet wird, ivelelien alle und jede duicli eiu&timmi^e Wald 
ffkoreii; daliiuyt'i^oii »vi-gi-ii der iiiiftubtsaüicr Weis vcrabüüuiuteii AVabI 
der Wahn biüJicro geluütcii wordeu, K. Cli. 1>. nU Herzog iu Preussen 
vftreu deu Hchuldig vor Ihren Leluiherreu tu erkennen, welchen Ihi* 
Idie Pohiisehe Wald j^iebt. 

Indfjisen iihvr, ebe noch K C'h. D. mir dero guädigsle liesfduliüu 
7.ukomuj^'U liisHL'u, wcrd k'h iiidit uiiterhi^-i^eii, nceusitme diuHee des Ge- 
saiidtcn Anbrhigens Sr. Kön, Maj, meine hicbevar schon durch den 
Herrn Woypwctdi'n DÜulmÖ' UititerÜTHchte \'crwHniun^, das» Sie uäniUch 
tuit grosser ^urplalt eint* iicljbiuge, die Ihrem llaus den geführlicbHteu 
Stieh sueht hi;iKU bringen, in Ilirew eigenen ßusen erwärmeüT zu wieder- 
bolea and eiii/ubihlen. — 

Der Karfürst »ii Hovcrheck. Dat. Cüllu a. d. Sp. 2T. Sept. i64ö, 7 OcT 
In Betreff ilc^ Jus MilTragü ia elt'C-tiotte soll Euvt-rbpck ^auf lügHche Mittel, 
dftdarch dasstlbigo bcizubohalteii, bedacht sein**. 



Die ObeiTäthe an den Kuifürsten. Dat. Königsb. 3. Oct. 1646. 

(JiüutblrKglJclic Aangmu «I^t OfcorrHihe wejfpji der Erbitteratig den KOnigi Qbor die 
CsMiroDg d?r Sceinlai^'c, r^iu rfttheu cijimleakcn. BölÖaÜgung des Landes damh di« 
p(tlniaclii!u ftüstungeu. ~ Der Kurfürst billl die Cnsaäruog aufrecht.) 

Wegou der lloverbt'ck für licn bevor stehen den poluischen Reicbßtag au 
gebetid<:ü ln^tnlütiollt■^l; rmuifiitfich iuush derscllje bedacht sein, die «uge- 
drohte C'oiuiiii>,siou nJ»/.u\vt*ii(|ftj. — 

Wir an unöerm gering:eu Orte kömieu nicht uuterlaaseu, abermal 3. Oct 
p-horsainst ?.ii friniirm, wie weder wir, noch »unsit jemand aiifui Lande 
Je» abgeseliaftetcii ZuIIk uns /n erfreuen, alldieweil alles und jedes iu 
einem Wprth bleibet, der Landniiiiiu das Seine um ein geringes weg- 
geben, hergegeu alle« auls tbeuerste einkaufen inurta, die Kaufleute, 
Weiubäiidler und andere dessieii aber alleju geniesseu, und uiun.K:l] ^je- 
horKaniät zu billt'ii , nb ei* niohl IbuulU'b sei und E, Ch* D. iu bwheu 
Gnaden ^lieben mftehte, den vtm Hucverbeck zujjleicli zu connniltiren, 
Ihr Kün. Maj. wegeu de» gofusateu Diä^ui^tu zu placireu und ehs'a 2U 
einer ueut-ii Beliandlmifr äu veranlassen; da dann uuöers unteithilnig- 
Kten Kraehtcni^ ertritglicher seiu wUrde, llir M«j. dasjenige, was Iiie- 
bevor rerglicbcn (doch den Elbijiffsehen Zoll, aU welchen S. Maj. nun 
M?lb8l einnelnnen UlssrtJl, abgezogen) zn geben, aU iu »tlltidlicbcu Sorgen 
zu stehen, *Uiä!* bei dieser Zeit, da Ihr Küu. Maj. einen exereituin auf 
den Beinen, auch den nervuni reruui gerendaruni alö H*)(i,()(_H> fl. vou 
der Köni^n in Handeu (»ekommeu, et^va ein oder ander fricdliUssiger 

Maler. IUI l«<'«cti il. 1^1- KiiiHtr'Un. I. ^^ 



I 



Mensch unter einem Rnlelieiii Praetest des Krtnigl. Mäi*»vernehmen» tnit 
E. eil. D, WmtL'rqmirlier Uier iiu Lande aut-lite »der andere Öcliadeii 
zulllgtc, der denn über E. CIj. D. tliitcrtlianen gc)ien und dieselbe in 
die Suseerste Ruin ^pBetzt werden müchten. 

Weewcgca denn auuü in Sonderheit dem von Huercrbeek zu c^m- 
luittiren wäve, daas er Fleiss thiite, damit die DurebzUge derer, so »icü , 
deswegen anzugeben beginneTi, abgewendet werdeu möchten; wobei fl 
zwar Ilir Kön. Maj., wie E. Ch. D. das titile dominium daiiureli enl- ~ 
zogen svUrde, auch auf den Fall solcher Uurchzitge, Ein*|uailienmg. 
Statiun und anderei' l'Iackercien das resiUuum des hunorarü fllr Ihr 
Maj., ja auch das amiuum fUr den Schatz nicht eingebracht werden ■ 
köujile, wt'il auch dsiH Land schon vorhin durch die ueuliehe Werbungen 
und Durchzuge viel erlitten und tüglich erleidet, zu remunstrireu seiu 
würde; würde aber, ab wir be&orgeii, alles niclit so viel verschlagen, 
als wenn E. Ch. D. hiuMieder sich in ein gutes Vernehmen mit Hir 
KWn. Maj., wenn dem Zidlwesen unscrui uiiterthUnigstcn vorigen Be- 
richt nach remediret wäre, geaetzet. — 

Resolution dea Kurfürsten. Dat. Wolfenbtittel 12/22. Oct. 1646. 

S'J.Oei. -^ Ann-iehetid hioruächät deu von Uns ubgeüchnfftün neuen Zoll, haben ' 

Wir vor diesem albortit äff Eare vorige unt*rthauigstf reladones das Werk !■ 
alsofurt und noch vor ünscrni Ufflu-iich von ITiiserd geeainmlcii Räthrn \u 
rt'ife Dt'hhei'fttion ziehen und flciBj^ig iiherlegeii la^i^en. Wii' Iniijen nber 
nebgt i]tni?]j aaa. allerhand wtehtigeu ratiouibus imd MntlreUf die Euch selber H 
lischt uuhekttnntj uicht absoUeii noch befitideu können, wie uhue ünsei'u und ™ 
Uuserer Suece^Horeii sonderbfii'^n Pvaojuditz. Schaden uud Uagelegeiiheii 
hemelter Zoll witder auf dt'ii vorigen I'u^s an bringen ^i'iti werde. Dahero 
Wir Uns dami auch zu wieder Einführung desselben nicht vcrjstehen können, 
öllerniössen Wir Eueh in votiger Unserer gnüdigster Resolutioui die Euch 
vor EinlQuguiig dieses uuniehr wol xngckouimt'ii sein wird.j mit mthrem zh 
veruehineii gegeben; dabei Wir es darni aUejithiilben bewenden Iftsseu, tiud 
Unsere vorige Euch in diesem Stijck ertheilte rejiüiutiones falcmit nocbuialn . 
wiederholet haben wollen. — 



I 



Die Obeiräthe an den Kuifüisten* Dat. Königsb. 3. Oct 1646. 

[Wie tii bei etwaigvin TOrkcakrieg mit der jircQesischo» Lelmshilfe. «a Itilten «e|.] 

3. Oct. E. eil. D. i«t nicht uubewuaHt, was in der Krön Pnlen vurlUurt 

wege» eines Tllrkenkriegs, darüber zwar Ihr Kön. Miij. mit den Ständen 
nicht einer Meinuug sein, wann aber der Handel auf bevorstehendem 
Itcichstnge vorpenoinmeu wird werden und, wie Nieniuiid wissen kann, 
wie etwa nieuächliehe Sachen auHHchlagcn, ca vielleichl duhin krimuien 
kouulo, daHä Ihr Kon. Maj. mit den ytUiiden sich verglirlK-ii mid ?*olcher 





Dio hundert Lehnapfenlc. JantkoWikreolio FftlMjliuug. 



211 



Krteg fortgGHOlzt wUrde, oder uIkt die TUrkcu dergestalt sieh albereit 
uffeiidiret betinden niöelit^eu, dass die UibUche Kroü Polen sich in iiotli- 
wendij^r Defentiion setzen luUflstR, und auf solclieii Fall, und wann 
Dir Kön. Maj. auHzioliet, E. Tli. D. veriniigc der Pucteii moli verbiüd- 
lirli gemacliet, zu solcheuj Zufjc litindert] lieuler z« bestellen '): als 
bubfÄi bei E. Ch. D. wir die iintertliäuigste Ausueüimg tliuu Bollen, 
die*elbe gfcnilien in Gnaden sic^li ku resulnreo, wie vnr uns auf solchen 
Kall XU verhalten^ damit E. Oli. Ü. Iiierunter uichl etwas widrif,'e8 zu- 
gezogeu werden niücbte. 

Resolution des Kurt'Ursteiu Dat. Wolfenb. 12/22. Oot. 1646, 

Dur Kurfürst erkeunt die gouflauit*^ Verpflichtuug für den Fall eines De- 22.0cl] 
feDsiouMknirge» an; ludese sei die Sache noeh mVht so weit, dass es etoer 
^|»eEit;Ueii Kutücheiduii^ darüber bedürfe. 



Hoverbeck lui den Kurfürsten. Dat Höllenstein 5. Nov. 1646. 

IPolutiditi PrätcciiDneu auf liinterpoEnUieracbä LanilscLaftos; Verbitidung mit potn- 

inerecben Ständen,] 

Er will di'Ui Auftrag des Kurfüratco iiÄchkommeo nud ^WL'f^eii des bei 6- NW 
Uttrou IViedL'Ws Tractiitpri grthaneii Kct:^entiments** mit dt-iii KoiuKe spreeheil. 

Allein ieb kimn auch — ~ nicht Umgang uchmeii, E. Ch. D. ge- 
liorsaiuöt zu berichteu, diiHH nun ni^leu Unisländen ieb wol sti viel ab- 
Qcbiue, dass üiau nictit nur wegen E. Cli. D., wundern \iel mebr we^eu 
der neu erregten Praeteuaiyuen uff Stolp und RUgcuwalde*), und 
vrci! luujiä davor bült, dass den Schweden auch we^en des Erbreehta 
leichter iu P«pniniern als in ihrem Reieb bL'izuk<)iiinieii . auyg'e bracht. 
U«^ber «Ulli »u linden »leb auK denen bintei'puuintrisehen Laud^tiiuden 
nicht wenige welche auf den Kall, da E. Ch. i*. dieselbe <ieu tJcbweden 



") ,8i BuLem contlngcTGt, q^ood Reg, M'*''^ aat Keguum Pulouiae ... ab ioMclitju« 
et aIUj nrgerctur et lieg. M'** Pi^loniac itl pruprla peisona cum omuifans euitt jiub- 
dilis io casiTS proficUcoretur , tunc Dux in FmMiK cum suv^ccafloHbus suis obligotus 
C6fl« dcbet, Heg. M'""' fUii) c«ntuin instructia equis usquc Ad termtnos Ter»''^ 
aam PnuBJa« insequi " Vax perjietuu fon 1&25, Wi D^gi«! ccd- dipl- Fol- IV. 
p. Sä& ß. uad an verschiedenen Orten. 

') Dias« polnUcbe PrUtoD^ign »uT die UinterpommcrBcbfin Luidflchnften Stolpe, 
BOgcnwalde nnd ^cblnwo ivui'tic im NoTcmbcr divsei JaU»» daroU d«o polniscbeu 
OcMsdlen Mftttbiae t. Crockuw aucli bei don GencralfriedenBCtactateti in Müiistcr 
TWgeWiicht Meiüfn Acia Pftt. Westpli III. p. 7TC1; Ure GraiidlHjüigkejt BlcIIta sieb 
iniicBK batd 1icr»UiS; die Cik^itidic, worauf man sich beriül', war uidq von deoett, ivelclie 
UaniAbi der bu^clttigtL' (IrliundcnfUUcher Jiinikun'flki in Polen in Ujnljiuf gesetfti 
hatte, nnd von scbr bandgrcltlicher UntLcbibeli. (Vgl. Pufendurr Frid. Wilb. 1|. 4.'i- 
Lengoieh VI p. *.'3B.) 




2t3 



I. Prcu^aen ani Polen. 



KU lassen willigen wollten, dem Könige nicht geringe Hoffnung dazu J 
muchen. Eb winl vom Kl'mige geglanlit, ilaas die Püiinnf^ru eiu Vi^r-Ä 
bUiidniss unter einander gcDiacht, dass die Wolgnstisube Regienmg Bit*!» 
an üanciuark, die Stettiiiindie aber an Polen i^r^ebeu wolle. Werde 
also E. eil. D. öicU alleraeita wo] vürzuseheu liiiben- — 



Hoverbeck an die Obenäthe. Dat. Warscliau 18. Nov. 1646*j 

[Hcliwierige ReicliatflgBgescliKfte. Der Procesa mit dyiii Starosten von Lomzu- Gcohbb^ 
Ez-btUcniiig des Kijnigs wcgco der Sl-czoIIadcIio. Entscliuldigniig Hovctbeck^^; KlngaJ 
Über die SpiriDg'B. Gofribrliche AbsichtoTi des PfrtlKgrafea Ton Neuburg »af di« ab- 
BudAokendcn pglniBcben Truppen; Besorgnisaa fitr Preussen odor die Mark. Zweifel,^ 
ob itit! Abdankung der TL'up[x-u Vüui Uüui^ tinmtUch geuK'lut-] 

'18- Kot. — Zu meiner Ankunft hab ich den Reichstag ') noch nii'bt süuderal 
volkreich und fast kt'ine Materie aligebandcU funden. Zwar hat Ihre 
KÖü, Maj. schon fä^evnlliget gehabt, da^s das ucugewurbeue Volk ab- 
ge<iauket und denen Trubctz'schcu Erben wegen derer dem Moecowiter 
Übergebeuen Gitter billiger Abtrag gethan werden sollte ; Über denen 
luudiä aber bat nmn sieh biß diese Stunde nicht einigen können, und 
hdft'i'l man, weil es albereit ho weit kumiuen, e^ werde die besorgende 
innerliehe Unruhe andi wol gestillet werden» weil der KHnig lieber ihm 
^selber mit der Abdankung wehe thun, als den Reichstag KenieblageaJ 
la&öf-n und die Königin länger unbcleibgedingt Hchen werde. 

Sr. Uli. D. Staat anlangende flude ich drei fck;ln\1erigkeitcn vor 
mir, welchen za remediren sein wird: 

1) das!4 der SluniHte von der Lumse in der Verwirrung, da 8. Kön." 
Maj. wegen UnpÜsalielikeit in einem aelir engen Zimmer uff'ni Bettj 
richten, den Herrn Hauptmann von Johannaburg in t'ontuniaciaiuj 
condemniren lassen '). 

2) S. Kön- Maj. aus uinnäysigGin Uumuth und Unwillen die Lit-l 
tftuiHehen Laudb(deü ungetutirtei, sie wuUeu durch eine Cuubtitu-j 
tion den Pillauisdien Zoll in den alten Stand des ewigen Vertrag^l 
redueiren, und das verpönen, dass sich keb Einnehmer uuter-l 
stehe, etwas ilawider zu handeln, damit dann etliche albereitj 
ausbret'heu wollen. 

;3) der Herzog von Neuburg seine vorigen Klagen wiederholet und^ 
sehr exaggcriret, auch gar inständig darum anhalte, damit ihm 
zur Versicherung seiner Lande dan ncuge^v■orbene Volk tlber-j 
lassen werde. 



') Ilov0rhtck\ luiiirurtion für dinnen Kcichslng s, bei t. Urlich lU- p, ;iy. 
') S. oben pag. 133 om, I, 



Der Relchntag. ErbiiteruD^ Atft E&ojge. 



213 



Pas erete hoff ich durch den Herr« Krön Griisft Canzlera Authoritäl, 

{welcher S. Ch. D. von dem Proceas all imd zur Sllhne zu hringen ihui 

Im li«i'li hat angelegen Hein hissen, tm redreKKiren, mit rruteMlirun^, 

rdat»» S. C'h. D. von keine« Auswtihuungsmittelu werden lifireu woUea, 

IjU CT, J^tftroRfci von der Loniyt-n, der obgtMkchton coiitumaei^e werde 

rcniiiicirct und die iSaclie m vorigrcu ytaml wieder jcesetzct halieii. 

Das ander iiTircii'herul hat der Herr WiHwudf zu Pomniern also 
plcicli hf'i der ersten Au&prfieli mit mir mm böohsteu expoatuliret uinl 
St. Kön. Maj. desperaU consilia. dase Sie lieber durch cinft ConstitutitJii 
Ihr gelbst den We^ ^ar verleben, a\s sich eludiret zu werden, länger 
zuscfaeu ^vidlteii, eröffnet, Daranf ich dann bat. er niftclite Ihrer Kön. 
Maj, vorstellen, was Ihr sellicr <larinil" ßtlhide, und wie viel t^öse Coq- 
aequentien diese» vttrhabeude procedere nach sieb ziehen wilrde; .was 
einmal »njcher pentiilt den lr?tinidcn in die Hiinde pe&piclet würde, künnte 
nicht leicht, wimalen hei jetziger Besthaffcnheit , nicht nur nieder zn- 
,rtIckg:fÄ<igi^u, sntiderit auch niclit einst in ?!tand gebracht werde»; %vie 
; eolchce an dem Jltlnzivcscn zu ersehen, deaecn Direction Sr. Kön. Maj. 
Herr \'atcr aus rn^erluld und Ucberdruss der vielfdltifren Klagert luid 
AVidcTSprediens ganz Ubcrgeben. Eb gringe ohne das kern lieichstat;; 
vorbei, dasa nicht etwas von den Juribus Mniewtatis enfzogeu wUrdc; 
IS. Kön. Mäj. dürften nur nicht voreätzlieh sieb selber binden lassen. 
Die AbscbaiTuiig: des Znjls wHre Sr. Cli. D. gar niclit eutgepeti; dass 
Sie aber dieses Ihr Jus und folgig andere mehr der l^lUnde Uiiiuli- 
Cfttion untenvcrfen sullten, dasselbe wilre so bedenklich, dass Sie da- 
bei iiillif? anzustehen hätten* wann Sie gleich einet* gewührigen .\iis- 
»chlflgs verttiehert wären, Uüd Über dies alles, so sähe icb auch nicht, 
dan» die Hach so gar verzweifelt w*ire. da&a S. Kön. Maj. dcrgeHtalt 
zu gehen ITrsacb hätten; es wilrde S. Cli. D. sieh nicht ungeneiget zu 
einem billigen Abtrage seniel pro semper tindep lassen, wann Sie Ör. 
Kfin. Maj. Affpcticui wirklich würden zu geiiiesaen haben. 

Diesem gab der Herr Woj-ewoda so weit lieifall, dass ers den 
andern Tag darauf ^r. K?>». Maj, vorstellte, bei w^ekber es aber nicht 
alUf'gleieb hafh^u wdlcn, weil »Sie es dahin anfnahmen. dasfi man Sie 
nur den Keichstag durch aufzuhalten und hernach zu eludiren suchte; 
I gcHtaJi niirs danu der Herr Woyewoda in der Anlicarueru also gleicb 
berichtet. Wie aber gleichwol Sr. Maj. Versicherung gegeben \vurdt, 
dass raan mit Ihr uffiiehtig umgehen würde unil zugleich zu bedenken 
bat, nbs nicht besser wäre, eine geringe Zeit iu (iednld zu sieben, als 
au& Umnuth seine Jura in Compromiss zu setzen, zumal da die jetzige 
vermeinte Occasion des Reicbstags also bewaudt. daes i>ie allewcg 



214 



l Prenasen aud Poles. 



wiederum recusiren wUrde, wenn man ja S. KiJn. Maj. (deeeen Sic sich! 
dennüßh gar nicht zu befahren hatten) ehtdircn iiinl verführen wollte»! 
nahmen Sie es znni weitern Nachdenken. 

Gestern that mii' der Herr Krön Groes CanKler eitif Venvarnung.T 
daee S. Köii. iMaj. zum hik-hsten t^e^en S. Ch. D. ihtVeudirct wären, 
dafls Sie noch bei wälirenden Tractaten den Zoll abge^chalfet und Sie 
darlureli geecliinipfet haften, und wollten S. f. Dchl. deswegen uiil. mir' 
expostuliren und die&es procedere unfug gross maehen. Es wurdt aber 
beides damit abgewandt, da^a ich die \'omi halben Jalir deswegen ge- ^ 
Ihane Oegeninfurmatitui wiederholte und dahin »chloss, Ihre Kitn. M^^f 
hätten dieses Ihr selber zuzuschreiben, weil Sie die Nefjoeiation ihme.T 
Herrn Gross Canzler, aus Händen genommen und den t^piring aufge- 
tragen, welche nicht recht begreifen können, dass das ^^;hwedisch^H 
Commando in Prcussen anfgehörct, und mehr zu verhetzen, al^i Fried" 
und Einigkeit zu stiften wissen. Und iverd ich nneh iveiter nieinrR 
wenigen Orts nichts ermangeln lassen, damit auwol die CcmiiniasioD 
als CoDstitutiou verhütet werde. — fl 

Wegen des TIer/.ogcn -m Neubnrg Suchen, dafern nur seine Leute^ 
Geld aufbiingen, etwas zu schaifen wird schwer lallen, weil die ijlände 
nichts liehers wünschen, dann düBS aie der nengeworbenen Völker ni 
guter Manier mögen Iob werden, und es dafllr halten, dass keine Vebe: 
lassung niil weaiger Offens und Gefahr vor die Rempuhlicam zugehen 
machte, als cbeu diese. 

Torstellangen Hoverbeck's dagegen; e? würde auch dieser Plnn für den 
Hrrzog vou Neiibtii'g selbst gnuz utiprakrl^^ch «ein; ,es wäre dann, da 
(wie etzliche rorgfbtMi) er damit S. Ch. D. in Preusscn uder in der 
BrandeDbnrg anzugreifeii Willens wäre,"* 

Sonsten muss ich auch meinen unteilhänigsten Pflichten nach nicht 
uQvermcldet lasi^en, dass sowol der IClinig alö die 6l)^nde uö' den Kall» 
da sie mit dem Vulkc ihrem Vorhaben gemäss nicht werden fortzu- 
kommen vermögeUt ein Auge auf ör. Ch. D. llerzogthuni richten un 
ihnen unter dem I^raetext der hinderetelligen subsidiorum Winterquar 
tiere darinnen anzuweisen nicht nngeueigt Betu. 

Postgcript. 

Der König hat bereits nlle Abclanknugspatentc viuo]\ dem TV'aiisch der 
Stände verabfassen lajiiäeri und au die Truppen gt"sr.-liickt ^mh der Erkl* 
ruug, ddöß, wofeni sie sich denen Couimit-tarieii Jiicht i^iilniiittiren und ab 
danken lassen wollten j, sie für herrenloB Geiäiudt erkliü'ct !iud vogelfrei g' 
maebt werden aollteu". 

Diese Sr. Köu, M^. 30 gruaee Facilitet ist nun den Ständen » 
gar verdächtig, dasts gie sich nicht andera einbilden ^ daim es habei 



I 





Pfulü-Nenbarg nnd die Btittnesonen Trappen. Polniiche Wlrthschaft. 2^5 

S. Kttn. MaJ. durch privat Schreiben denen Officirern eingegebou. sie 

eollten sich au dergleichen nur nicht kchroii. Ich kann aber gleichwol 
laus allen irmefÜDdeu, wie ich auch die participes eonailiorum zu son- 
Idirru gesucht, uichte ämdera iibnelimcii, iliimi dass S. Kim. Maj. flieh 

endlich «iub Impatientz, da man in die Tierle Woche unablnsBlich aur 

Zeit nnd tar Unzeit angrehalten, dahin resolviret. — 



Hoverbeck an den Kitrfitreten. o. D. [AVarschau Nov. 1646.| 

fZmUftd in FoUu in Folge der Diffecoiiz zwischen Kfioig und Ständen dbcr die 

günorbenen Trujipeii.] 

üehcT die AuflöMung der voi\ dem König pnvorbenen Armee, welche ..Not^ 
dieser trotz aller öffentlichen Zusagen hiP gehelui ku hintertreiben pchfiut. 
Cm E. Ch. D. mit wenigem den Staat zu rcpracaentiren, &o mag- 
icb wol sagen, dass Ao ltil8 in Böhmen und hei dem Anfiing: den 
en§rlisflien Parlaments so \ie\ aemina disBit^ioriim nicht gewesen, als 
sfifh wol iiQJefzo alhier hetinden. I'nd mochten helde Theile weisen 
gar zu grossen getichöpl^en Mis&lrauens ^egcn einander zum Brechen 
"nicht ungeneigt sein, wann nur uff der einen Heiten Geld und uff der 
andern ein Haupt war. — 



Hoverbeck an den Kui-ftlisten. Dat. Warschau 4. Dec. 1646. 

[Die EDtiMSdDg der köDig^licben Truppen; dla kOniglicha Leibgarda Colloqulum 
NundorBm cum Senatu. PJathBchreL des Pfalzgraf^n und d<?r Pi'rtlzgrHün Ton Neuburg,] 

üeritiLt rum Verlauf desi RdehstngK. Am 29. Nov. ^'orhaiidlungeti der 
Lauiibuien, beftouder)^ über die Kntlaesinig der geworbeneu Truppen, welche 
die Stüiidt; vcrhmgen. 

Hernach In-acht der Herr Krön Gross Canzler des Königs Erklärung 4, Dw. 
obn/^elabi* mit folgenden Worten aus; fc>. Kön. Maj. hätten diesem Land« 
darin yie gexengrt nnd geboren, zu gut, aus väterlicher Liebe nicht 
ein derü Leib und Ijebcu vielfältig gewagt, eondern auch unter- 
bi<?deue dem Siege und Kronen übergeben ; diesen Tag aber Übergäben 
Öie die höeliste der Uebcnvindung Ihrer selbst, indeme Öle dero ^te 
Intentionen und den Ke&t Ilircp Königlichen ydialzeö den standen ganz 
nntenvericn, und nm des willen kHuntc Ihr nieht danii huchwchtnerz- 
lich vifrkomnien nnd tief m Herzen gehen, dass der Herr Marwchalk ') 
in »einer lle<l das Wort „realiter'"*) gehraucht, dabei es dann das Au- 
H 

') Der Majachäll iler LäEtdbot^n. 

*) 3^(8" die Stünde, duss es aucli rc&Utor gesabchen mdgu" (nftmlich die Gnt- 
' kfliiutg bAoh den (kuagegtibencD EnilaasungspatOJituu). 



216 



I. Prtnusen und Pol«]. 



sehen gehabt, als oh man S. Krtn. Maj. emiger Irrealitct beschuldigen - 
wollen, ria Sie doch me anders ^ als realiter, mit dero treuen Unter- ■ 
thaueu iim^anpen. — " 

Weiter hatten die Stände \erlangt; n'i'^d ^^''^'1 '^'*' .Stande dcs#c» finc 
Nothdiirft 2U ecin erseheTi^ dftgs sie unter pinniiderj iiilijdM'h Ijaiidhoten nud 
Senatürei] ein Collfuininra anatcllfn, bäten ,*ie S. Kon. Mftj. wollun daRHelUe 
in dfro Attwfff uJicit griJidi^st verstatren.** 

Anlangend das CoUftquium NuDdomtn cum li^natu, woUtcii fc>. Kön, 
Mäj, den HtüJit der Reipuhlicae so, wie Sie denselben gefunden» Ihren 
Nnchkommen Überlassen, und hütten de8is''egen !:^eiie« vor dergleichen 
Neuerungen. Zwar wäre derselben nicht unheliaiint, das^ dergleichen 
Exenipcl bei dero Vorfahren rorhanden, Sie wUssten sich auch wol 
zu erinnern, das?« es allerdings hei dem Herrn Vatem Kegieruing vor- 
gang'en; e^ wiire aber alle AVege geBdicbeu in solchen !:^aehen. die des 
Königs Person und Staat allein, nieht aber zugleich die RcnipuhlicW 
angangen. Wo nun dergleichen etwas vorhanden, mOchtens die Land-j 
boten vor erklären: wllrde dann S. Kön. Maj. es also beiirhatlien za} 
sein befinden , dai^s ein Ci)llof]uium in dero Abwesenheit drrtber er 
fordert würde, wollten Sie der Keipublicae zum Besten an Ihr nichtflj 
erwinden lasfiCn- — 

Die gesuchte Keduciruiig denselben Leibguardy anreicbcnd. be- 
zeugten und betlieueHcn S. Kön. Maj., dass Sie den» Leibguard^v nie 
zu Ihres (dann Sie zu dem Ende aueh nicht einen einigen Soldaten 
zu halten begehrten) Ivcibps Versicherung, wie dann Hire vielfältige 
Zllge und Jagden solches ausneisen, dass Sie nicht weniger Verlraucu 
zu Ihren treuen Unterthanen haben, als dero Urfilter Herr Vater, de 
sich ehe Zeit rllhnien können, dass er iu eines jeden Unterthanen &^cho 
sicher schlafen krtunte, Condom einig und allein zu Versiehernup de 
Reipnblicae selbst hei dt^n Jetzigen gefährlichen Lautren , und hat di 
selbe alle Weg, nachdem e& der Keipublicae Notlidarft erfordert, vei 
mehrt und gcniimlert. 

Der Konig gibt in Bctrcfl' dcf- Colloquium Ab«eMt.i' rrincipt" zwi.'^chci 
TjAndt>"teu un«! Seimt rMidlieL nach; d«f^selhe wird nui 1. Dec. gehalten; pi 
führt aber zu keinem UesuHiit 

Den 2 (Dee.) Sonntags wurden zuerst der Herzogin äu Nen-I 
bürg und dann auch des llerzogru an die wiinmtliche Stände ge-J 
richtete Schreiben verlesen, beide dahin gerichtet, damit diese Kcst 
publica gegen E, Ch. D. in die Waftcu gebracht werden nitichte'j. Die' 
Herzogin referirt «ich uft' dero Geumbls Bericht und bmuchte lujter. 



') Vö-gl. oben p. 208- 



Tom polnischen ReJchftng 



217 



andern diese harte Würt|: dass des ChurfilrBten wi Brandenburg machi- 
nationos Ihr liebee Vaterland uiil angingen, könnte der StUude Weisheit 
niclit verhornen 6cia. Er rtber, der Herzog, ging: m weit ad particulam: 
E. L'h. L). forderten \»>n doii ydiwedcn an Statt des ihnen ahgeirctenen 
AntljeiU in Poiumcrn t^o i-iel wiederum in Olilich und eollndirten aJen 
mit des Vaterlands Feäuden; er hätte aber rteine Hnffnung uff der 
hiesigen Stünde Tuf^eiid und Tapferkeit geeetzt und wollte mit dieeeni 
guten online scblieasen. — 



Hoverbeck an den Kurfiirsteii. Dat, Warsclmii 6. Dec. 1646. 

(Königeb. Arch.) 
[Vqr»idiiBni«89regeln in PrenBBtrn gfgen di& Plftiie dos Netiburgcra,] 

— lödeflsen werden E. Ch. D. (welches ich dann uuterth. unvor- 6 Dbc.1 
g^iflich erinnern ninne) denen IFerreii TJeginientsräthen erm^tlieh ein- 
binden, das» sie des Vaterlandes Orenzen riicherbeit ihnen laa&en an- 
gelegen ecin ; dann wie wol diese ganze neulich periehtete Armee nicht 
so bewandt, dass E. Ch. D. Ihres Wtaata halber durch dieselbe in Ge- 
fahr gesetzt werden kiWmte, sfi würden dneh. wann dem Herzogen von 
Keuburg sein AiiacUlag auf;;ing:c, K- Ch. D. Uuterthanen in büchsten 
Verderb und Sie selbfit in Schinnipf geeetÄt werden ; zn geeehweigen^ 
dass, wann sie einmal dergleichen Quartier Uberkonimon, sie sich täg- 
lieb durch au sich Ziehung allerband Geeindleine etiltken könnten'). — 



Hovei'lieck an den Kurfürsten. Dat. Warschau 8. Dec. 1R46. 

[EchluKs des Reichstags. Kleine BccJunken.] 

E. Cb. D. sull ich untertbänigst .. . melden, dase, nacbdoni die 8. Dec] 
Seaeion von geatein mn 11 l^hr bis heute um 4 gewährt, der jetzige 
Keichatag einhelliglich gepchlos&eu worden und dabei nichts in die Con- 
stitution kotnmeu, bo E. Cb. I>. oder rtero Landen zu Nachtbeil gerei- 
ehen könnt; aushenummen, da«w in der ersten Constitution den] Erz- 
bincbofeu ') der Titel Primi rrineipis per expressuni gegeben, und 
da der Klinigk Leibguardi Ol»risten Meldung geßehieht, nur Polen, Lit- 
latier und LiefliSnder, nicht aber zugleich Preu*sen derselben Charge 



', In der Thal LaMen die OberrAtlic durch lien Lniidobri&teti t- Walluurütit di« 
Grilnicen gi^gf^n dio abgcdaukt^ti polnischen Triippcii in Vertheiiligang^zuatiuid setcon 
(E«I*t. M den Karr, dat Köni^^b. 18. Dcc ltiit^^. 

■) Von OnCBen. Der YerstOHe, woiaurHovorheck zielt, geht nuP den Artikel der 
P»x perp&tnn voa 1535: t>Iicm quod PrinCfpa de PrUBain primum et pcüximnin 
lO'Onm in CoDBilii» Tcrrarum, CoRijüis et [lubticis CoaventiLae apud Regiam Mnie- 
sUteiO babcre dcbcAl.'* Dngiel L cit. [V. p. 2\iH. 



218 



I. PniuMa und Polen. 



fähig zu seiu fleclarirt wurden; in der andern aber sich ö. KOn. Miij. 
verbiindeti^ dass Sic keine Cumniisftion in (irHiizsacben ohne Xuziehnnp 
der dritten Ordiiuti^, näinlieli der Rittergcliaft. ausgeben widlcn. 

Ueber dem orsten. zumal da E. C'h. I). nkdit in eigener l'ersr*n er- 
sciieinen, \'iel Disfputats zu iii:ielieu, nüH-hte niehl sonders angewamU 
sein; dua andere aber wird noch \vo\ hei der Correetur zu remediren 
BPin, dfliss enhveder auch Preus^en tfpeciHcirt^ tider aber alle i^pcciti- 
catiim iu ciue Oeiieralillit eines hidi^euae der ftoiiuiblica*' f^bracht 
werde. Wauu auoli der Staroytc vou dei' Ltuuse bei seiner prueten- 
rtirten OrÜua (■oniniission tiiit der Masaw mch des Drillen behelfen 
W'ullte, wird ihui damit zu begres'uen sein, daas die 5I»scowitisebe eine 
gauÄ neue ÜegriinKung gewesen, die \\\t aber mit der Masaw suchen, 
nur eine Exectition ht derer alten von allen Ständen zu viel Malen 
appr'ibirten Vertilge; und das» die Stände eich xwar und ibren König 
naeli Bvlicbon Itinden. den Pactm aber obne Beliebung des andern 
Theils nichl (»raejudieireu kiiuuen. — 






Hoverbeck au den Kurflireten. Dat Warschau 9. Dec. 1646. 

[Utu aWmironäcn Nciibui^Ucho» Briefe. Zu beaorgcncio i'lllnu de« Neuburgors 

9, De^?. Dureh ÄlUlie und Kosten bab ich endlieb unvermerkter Weis go- 

wol des Herzogen, alti Herzogin zu Neuburg Kehreiben an dit.- hiesige; 
StKnde »n extcusa cupi» aufgebracht, und ül)cri*ende dieselbe allhier 
i)eigefllgt E. Ch. D. zur Kaetiricbt. Dabei dann auis unterlbäiügster 



1 



PHicbiscIuddigkeit ich uieht unverwanit lassen »oll, daas ith nicht mebfS 
aus Vcrmuihuug, wie hiehovor, sondern von ganz guten Orten grilnd-" 
liclie Nachrieht erlange, das« ob v\'ül die 8tUude sci]i Suctben ganz ia^ 
keine Consideraliou gezogen, er es daunocb soweit gerichtet, dasB c«f 
numehr darauf' stehet, dass das ueugeworbene Vtdk, naelideni e» sieb 
in Littauen lu elwan wieder werde rclrajehirt haben, in K. f'li. l>. Her- 
zoglliuui Huter geiiicltes Jicrztigen Nauicu \Viiitcri]uarliere suche» null, 
um djuhircb E. Ch. D. iltm beliebige Cmiditiones abzupressen. Vü 
wird uIhi» die Nothdurft oifordcrn, daiia E. Ch. D. sielj dagegen gefassi 
niachcu und den» Oriiuzen in guter Aebt haben. Dabei Ihr cliinu dieses 
sondert! ü.iun Vurtheil kiuiuni'u kann, diiHs verniiige der er^tm C'onsti- 
tution, deren Inhalt E. Ch. D. ich elu-uuiäesig beigertigt Übersende 
thue, diist^clbe Volk innerhalb vierzehen Tagen iu die Acht erkhirt und' 
vor Feinde des \'atcrlaud*; au*genilen wiril. dasü also ilie Oegenver- 
fasgungeu nicht uureelit und unbillig gehulteu werden kütmcn. Zwar 
such ich alle mögliche Mittel uud AVcge, durch E. Ch. U, AÖecIionirta! 



es 




Wb SeubnrglflohFn AJiirni schreiben. 



219 



dieses Werk ahziiwendeii : en kommt auch ivol diese» zu stAtten. rtasf* 
theils der OroBftftlrsI der Muscuw, tlieils aut-li der FUrst m 8ieT)catim*gen 
ttiit ftliclieii Ohrislen liaiiflt'ln; aber darauf liiibeii H.)ch E. Ch. D, niclit 
ui verlasw-n, sundeni werden tun siclK'rsteii thun, dass Sie'« idleft mm 
'AT^ti.lcn fl<MUen und dem Feinde alle Wege iimle^'eri. — 

jn*Tl>ei elJe Ah^clirifteu der beldeu Briefe des l'falzgrafeu und UerPfalz- 
(rrltfin Ton Nfnlmrg. 

Pfalzp-af Philipp Wilhelm von Neuburg au die polnischen 
RciohsstUude. Dat. Neoburgi ad Istnnu 28, Sept. 1646. 

(Der Kiirftlrst. nilt akh für Foniniern in JUIIoh entacliadigcu;: er Ist in gdheiniG^in 

EiDVcrsUlQcImjA mit Bchwedea. üitto um Unter« tUtKung] 

Piilkmliii jvro Ve<*tra erga mc meiiinquf clilcetiKptmnm coiijupt-m hfima- 28- Seji 
ntiitsiiUi^ ftirpctii istif ine etiuui Comitii:^ appareiTf iis rjuitlcin ex cauHJ«, qua.« 
alia-v III'"" vi riev^'"" Duiniiiötiuniljus V"^"^ espusiii, b«;d aff-pssioric tinvariirn 
•-Uümtinuuin, tiuai« EIctWr Uraiidebiirgieu-H inopet. Is per sulMjrUiiiftto.s bot* 
}tv mltii dippfflis nuctoribus iviniciatur, ut de Pomcrania, quam Sucoif- cedere 
'eogitur. ip^i e^ ditioiiibtii- Juliat-'iif^ilms, lt. e, ex Nustro pairüiioiiio t-atidfiat. 
Quam untern nm-ipites hat? siiit rimeliiune, ipmuto {'11111 perindo stalns Nostri 
nmiiuiictiu», ultro pro Soa snpierjlin videut IIl'""* et Uev"""' Dom"''« V"*, »t 
Ucenui agi cliiim dt huuure nuthorttfitoque Ser'"' »c Potent'"' Kegis, cnJ et 
aütehac Kleetnr lJrani.k-Iiiir(rt*'Us tilia otiuita promisit et nun«' iMtfe com Öueeiti 
nroaniri foederilius lorige aliu 4itte?itare videtur. *Spc8 eni primuni in ftivüla 
pcriculuni cTadere iiosse, si Ser"*'' Itegi ^'obisque, (Jfenero^■]^■siali Ordtue*), 
plueeat, Vestris ad Mouasterietv-sem Coaveutiini 1-egalit. imputiere, ut perl- 
tolottis coiiati'jMs ttiatUTL- obsii-taiit, cDtijiiiicta()ue cum aliorani Kflgiim h^- 
{fatifi üpern» quoF in hac ctuisa rn^ii rlefuturos ftpern, pro rrii hiiiua et cansäe 
»quilHt^!? C"llatioreut. Ita Brandebiirgtco neeeüsitatem imponeut, ot aut «e- 
teni ant aetfiiiora Vubisqiie iara diu probata coasilia resiumat, aqt sattem 
i(U<> auinio Hit crga uii- , tum et erga Potent'"»"' ri>]üui»e t'ornuam sese pe- 
lUliuB apt-rlat at-rino declaret- Cualiilu etiim ?<! quid imm-iduratiiifi et Üs, qua*- 
h«ctcnus jaetiint, coriiuiietionibus digtium tentaret, eoruudeni me iiivicti." for- 
tlft)<ltniKf]iie praesidüü defeudchdum, ipioriuii aiiituus affeernffqui.' taui prolixoß 
liactecu» expertns suiii. Iti qim tniiiiic finlfj etc. — 

PfulzgiUtin Anna (Jatharina Constanlia an tlie poliiiHchen 

EeichsstUnde. Dat. Neohurgi 27. Sept. 1646. 

De publicis rH'«'t'8?itat!lms dcque Klecturis Brandebnrpit'i infejitfii erpa 27. Sept. 
Kos t:oafiUiä dileetissimu.- euijjijx meus pro sim erjiTa Ucv'""' vi lll"--'» DD. VV. 
rntiriilenria ita perseripsit, ut ego caruui txjxtatissiaio etg^a lue affe^ttui iiiiw- 
riiuu fawjtnra viduar, »1 plurib«» de e« argumemto loqui veliui, praeyertiiu 
cniii etttt maelilriattoues arcaniim aliquid insnper in se advcrsiiH flileeti^simam 
patriam Xo-ttram rinifineunt» quod V+'", III"" Oflincs. sapicntiam lalore fix 
pt►tt'^t. l Folgt dauu die Bitte um Kutrichtaug Uu-er Kbesteuer.J 



E 



220 



r. rreü&Jeti und Polen. 



Andrea Adersbach an Conntd von Bur^dorf. Dat. Warschaul 

10. Dec, 1646. 

iArgniilin rier Stünde gegen die Anfricbligkelt dcji K^utg» in EntJassiing dri Trappen. 
Haas ge^on die Fremden. Diu 7ii!uliurgisch>en HetKHi^ivnJ 

Der Rpzcibstag ist L-begestcru gcüchloBsen worden, ^abt-r kii S. MbJ. wf- 
nigCBi ConteimMiient". 

Üud kaim nienuind fr^rüudeii, wh» Sr. Maj. eigeiitlicbe Int^ütinti 
sei; denn so ein corpus formirot und mit solchen Unkosten zusammen- ■ 
g^ebracht 711 lial)eri, dafts er seinen Helint/. gnn*/ erscIiMpi'ot . uud c*o|eliO!^ 
mäclitige Impresüe, so er tust allen FUrsteu des lieieliti kiiud gethan, mit 
einem Mal stecken zu lassen, will es die Stände zu keinem recUteil 
Glanbeii bringen; wannenhero mc darauf gar iiielit batieiK sondern au3 
tiefgegrlhuletetii Argfwohn nff alle riero Desscin lauern und Aebl Iiaben. 
damit sie das Mvsterium erforschen, sintemal sie Sr. Maj,, die^ wie ei 
gewisse Kundöchiift dessen erholet, durch den Graf Magno, welelie 
hie vor allen andern freniclcii abtrcBcliaft^ wissen wollen'), (uffwelehen 
sie sü erbittert sind, dasö auch ein Landbüt, t*o vun vornehmen Ge- 
Bchlechl und ein Staroste ist, ^edräuet ufFentlicb in der Laiidhoteu Stu- 
ben, daferne Ö. Maj. solchen uff ihre Instanz nicht we^chat!eii wUrde, 
er ihn wnl räumen wörde. und skullte er aueh yein llaH|it daftir auf 
dem Platze laesen), alle Kcich&Atrsteu zu dero hnpreee inntiret, gar 
nicht trauen, sondern wollen, daferne dieselbe geworbene ÖoldateecaB 
nicht vermöge der CouBtitulion iu angesetzter Zeit abgeschaftct wird, 
mit alle Gewalt heben und wegräumen, also dass sie dadurch, dulerne 
ihnen nicht hierin tSatisfaction gesdiiehet, neue Materie uf dann künf- 
tigen , den 2. Mai angesetzten Reichstag, sitdi zu beschweren haben 
werden. 

Indessen gebt das Geschrei uftcntlich. dafis S. Jlaj. dasselbe Volk 
in unser Herzogtbuni stllrüen wolle, dadurch dem IfalÄgrafeu von Neu- 
burg zur HlUfe^ welcher ein ülsterhatles Schreiben an den Künig und 
die Stände, diesellic wider tS. Ch. D. uffzumuntei'n (welche es aber gar 
nicht achten, sondern verlachen, aueli nicht ku be^ult^v^t^ten wUrdig gc- 
BchStKet). darinnen er i^r. Ch. Ih ninchinatioMes Wider die Krou, indera 
dieselbe mit den Schweden eolludireii und ftlr seine FlirsleutbUmer 
GUlieh und C'leve, m» dieselbe mit derer Hülfe oecupiren wollte, Tom- 



I 
I 



') EluD CoDSlinuino ilii:),scs Keidintngä vcrUngt dio £ntlaapuug der Auelilndrr 
AHB dein DieEiHt des Küiii^<ij [mhvn Contu Magno werden botondera Biboni nnd 
RoBfi&ldo goiiJiD»!; JetKlorcr wol durüf^llie Runcaliu, der aln Üeihandluf dea Ki^nig« 
in Mdnstcr wnr IPufendnif l-'rid. Wilh. II, 4f)) und von da nach Pari« g;ing- Bibonii 
ist Qüsaudtcr ia tipHDicu. 




UlMtj-«a<in d- StAnd« geg. i. KSnig. Scbwabken Qb. d EntlnBsnng i. Trappen. 221 



mcni hloßft zu der Knm Polen Desa van tage, damit sie dieselbe daraus 
allezeit inlestireu kUmiteii, abtreten, entdecken njüsiite, S, Ch. 0. zu di- 
virtircu und die&elbe zn deuen vou dem Pfalügraltn talibus quAlibua 



civurtitiiüiiibus zu zwiugen. 



I 
I 



Hoverbeck an den KiiriUrsten. Dat. Warschau 14. Dec. 1646. 

(Ftfrtflaacnid«s 8chwiuiketi dM König» ober die Enllaasnng der Truppen ; Winkelttlge 
uud V(.irä!ögeru»g«n. Preuasen in Btcter Gefalir.] 

Au« meinen Überacliiektwi uiitertli. BeriehteD werden E, Ch. D. U. 
leiiJjt haben bereifen k^mnen, wie vielfältig von allerliaud Fasöüuieii 
Sr. Ki'in. Ä[aj, (reiulUli ilieseti Reichstag durch musa sein ag-itiret worden. 
Xacbücm uun das ein oder die andre Überhand geuunimen, ^iud die 
Uesolutioiien auch jLrefalleu, welebe alle Welt in V'erwirrung gesetzt. 
Naebdein die Constitution von Abdankung des neugeworbencn Volkes 
Am ö^"" dieses durch eiubelUgren aller J^täiide Consene bestStigt wur- 
den, haben i^. Kön. Mnj.. wiew«»! niiiii den 7'^«, 8»^" und '.lt*;n gru&se 
Reu wegen Sclimäleruiig Ihrer RoputatioD bei deu Beuachbarteu und 
Sehwächung des Credit* bei den Soldaten bei Ihr vermerken künneii, 
nieht üonderlieh aiirt^ebrocben, weil isie sieb vor deii Vurnelinisten, si> 
noch xugegeii Haren, geaebeul uud vielleicht in denen vorji;ieliieiideo 
geheiDieu Couailii» es uft' andere Weg /u richten Hotfnuiig gehabt. 
Deu lOiöo venuasHen Sic sich sein- buch, dass Sie nicht einen Mann 
gedUehten abzudanken, den Uten, da auch die Obristen Dönhoff, Osinski 
uad LefiKgewaug f*t»wol vor wicli selbst, als durch vorueliiue Öcnatoreu 
um ifarcn Abßcheid auhielten, suchten Sie die Constitution dahiii /.u 
deuten. iiU wann das Vtdk bis 14 Tage vor dem nilchst künftigen 
KeJeb&tag^ könnte gejnilleii werden» uud das« Alles nicht uff die ver- 
gangene, snn4lem kUiiltige AVerbuug zu zlelieu wür; verboten auch. 
einigen Menschen zu eHassen. bei hüchster Ungnad, Wie aber etliche 
rtm den Hiscbüfen die CiHmritiitlim von A-i IfiOO de nun praestanda 
•ibedienlia vorgehalten, sind Sie etivas nioderater worden und haben 
«ich ilahin erklärt, dass ^jie's bei der einmal benannten Zahl der \2W 
lasset] und dem t>bri«teii Oäinnki das Ober Commaudo uud iKK), denen 
Andern beiden aber, als DnidnilTund LesHgewaiig, Je4leui 150 Mann über- 
leben vv4illlen. Bald dfaid' aber wurd Urnen anbeiViliieu, sie niOehteu 
xwar etwas von dem V<dke abdanken, die besten aber an sich behalten, 
und aelbst in Dieuötcn verbleiben; und dnj^ßelbe aus dem Fundament» 
dass Sie Ihr festiglieh einbilden, eis wUrde der Ttlrk. wann er ver- 
nehme, diisH da« Volk uoeh beisammen bliebe und die ArtoUerie von 
UeUHch-Leuiburg nicht wieder Äurlick^-braebi wllrde. nicht l'uigang 




222 



I. FfcasaeiL naä Polen, 



nehmen können, euhvcdpr vor sicli sfilbsl ndcr uffs wenigste durch die, 
Tati'rn dio Krun ku heknejLfen; utT welvliou FhII iIhuh dio I?5täude der' 
Cyuatitutiou veri>eat*eii und (lelbsl \vHrdini zti Fu»3 fallen, duss man 
iliueu mit dem Volke zur Rettiiiif,' käiiie. 

Den fe'estrigeü und iientiji^'en Täij,^ wiLMluniiu hat es drauf gestanden, 
üass die andern zivar abg-wlankl , der Übriste Lefsgewang nber mit 
sdiieii Leuten ins Herzogtlium soUte gewieBon (werden), um die 17,1)011 fl., 
mi ihm vom Konig:e i^nfrc^vicsen, einzufnrdcrn, Dieyeo letzten Versuch 
und äussLTöten Anwurf abzuwenden spar ich kein Mittel, so jjar aueh^ 
da-sH es draui' liesteht, da?» ieh tnioh aU Selbütacliuldner verschreibe j 
darinueu leb dauuocJi hofic, dass E. Ch, D. ala eiü hochlöblicUer Po- 
lentat, ivcil et* KU dertp Besten an^eseiien, niieh nii-ht würden .«^teckea 
oder Schaden leiden lassen. In diesem HtUtk muss leb deui Herr: 
Ueiehb Kelereudario das Zengniss geben, da»fl er die Obrislen mit Vor- 
ötelluug der Gefahr, so ihneu drauf stellt, uiir hat helfen willig umeheu, 
flueb s+^lh«t mit /u uutersdireiben versprochen. Und wird es nun dar-; 
auf vumehiulifh aukumuieu, dass E. Ch. D. denen Herren Kegimeu 
Käthen Mittel und Wege zeigeu lassen, wudureh dieBcni sa weit au: 
sehenden Praetest auch abgeholfen werden mag. 

Oh man \v*il des Ilerzuj^eu zu Neuburg uiuht su grot*s meh 
gedenken tiiut, können doeli E. Ch, D. sieh nicht vcraiehert halteu, 
bis Sie vernehmen, dass alles Volk bis auf die 12(X) der tiuurdy gani 
abg;edankt worden; *lavi>n ich danu auch uichts ge^iHseH achreibe; 
kann. — 



4 
• 

i 



Hoverbeck au ihn Kuiflirsteii. Dat. War«chau 16. Dec. 1646. 

[Die Einqujirtierijng Jci- polnischen Truppen in PieUHstii. lluvcrlwck durcli ileo 

Can£t«r bcKciiwicliii^t.] 

16 Dec. Oleich wie ich dieses vor das vornehmete tiftlck meiner Verrichtung 

uff diesem Reichftstai^e gehalten, wann ich abwenden könnt, dass dieser 
ueugeworbencn Volker keine E. Ch. D. l^nnde berlllirten, ala hab it'h; 
wa8 mir immer möglich geweiien, zu ersinnen dahin angewandt; und 
unter aridem mich dieses Mittels g:ebraucht, dass, da ich aus unge- 
zweifelteu Gründen den Anschbig mit dem Herzog äu Neuburg (davon 
bei uKchster Post ich unterth. lienchi ciageyehiekt) gewiss zu sein er-^ 
lahren, ich „pour ercntcr In mhif*'^ wie man zu reden ptlegt. solehc 
aller Oerter laut gemacht und deueu guten Patri^deu, was der HeipuH 
blicae drauf Htünde uml nie ^iet e» nach sich ziehen kUnnt, uftn hc 
wcgIichHte vorgeyteltt; dadurch dann üü \ir\ erhaben witrden, dnss man' 
uiehl alk^iii etliche Cuuditiuiiien und ClaUHuln iu die Coustitutiou ein- 




DcsorgniaAe tat Preuae«». 



223 



gerückt, welehe dagegen versichern kiitnieu, besondcru aucb mit 
dem K(inige expostiilirct und Gegeiizuyiig tiusgebracbt, dass es uach- 
bleiben boIIc, 

Nun iitork icb wol, djiss dieses mein ]>i'tjcedcre, ao zu E. Cli. D. 
Dienst und tloü Landes Bestem an^esjelieii gewesen, mir llbel {ge- 
deutet werden will; dann mir der Herr Cantzler heute hat zuentbietcu 
lanM-ii. icli sdllte nur niclit den Teufel an die Wand malen irnd solcher 
Dinge envähiien, wflirbe Sr. Kilii. M;ij. nie in den Sinn kinnmen; dauu 
sonäteti rEiöehliHi S. Kün. Maj. wol auf die Gedanke» kommen. So 
wUnlen doeli auch wol die Herrn Re^^imentHräthc wiaaeu, dass sie keine 
Bauern sein, denen man Volk nH' di*n Ihils schicken künnt; gescliühe 
o». SU würden sie» wul lieraiisi?elikigen. Darauf bab ich aljer n'idieiret, 
tlai« auch einen zw Hctilagen eine Mühe sei ; dann wann man den andern 
jagt, uiUsse man selber mitlaufen, und ich wollte lielJer in dergieidieu 
Fällen, die nii:ht wid zu reijarireu seiiu der tfaclien ehe /.u viel als 
zu wenig tbun; es war auch besser daaa die Herrn Regiuient^rlitbe 
ftich lieber etliche Wticlien zu zeitig in Verfaseuug stellen , al& eine 
Stunde zu spät kitmmen. Von Br. Maj. dem Könige kHnnt ich der- 
glei(:lien niclits ]U'aeÄunnivu. von dem Hej-zo^ /n Neuburg aber könnt 
ich nit-ht^ inw^lieUi's; unL!;l:uibi^ halten, weil beiue Sehreiben suhr uaeh- 
theilige Maebinati(Mn.Mi wider E. Clu D. im Munde führen und ea mit 
ihm wol lieisüt: ^Flectvre si /it^qtieam Sitpi'ros. Acherouta utoci'fwr — 



Joachim CLriatoph Benkeiidorf ') an Conrad von Burgsrlort". 

Dut. Diiiizig Sl.Dec. 164G. 

(«Citi> eitu cjtissdme.") 

IDifl EnUAHsnng der Tmppen iat noch immer iltusoriecl». Ntuturgiaelie Fllloe.] 

— Oer Keich.stag hat sich am 8. Decemher des Margens um 5 Uhr 21. De 
geendiget. — Uen 1 1. «nll Ihre Maj. vl^n Warsehnu aiif^ybroehen sein. — 
Die Herreu, mu dem Reichtitage heigewuliuet, S4)[leu imch niiMsitentheila 
zu Warsehan wider die vor diesem geübte Gewohnheit verharren. Ob 
und wie die Reichstaga Ci>n**tituti4)n in Abdankung des neugeworbenen 
Vwtks ihren rfftetum habe, wird die Zeil geben. Wie wol der ge setzte 
temiiuuK, da sit' 8irh auf Keichsbuden nielit mehr ftuUten linden laawen, 
fast exspiriret ißt, veruinnnt n»an dock nicht das geringste von der AU- 
ilanknng; ja ea «t;hreibet ein vornehmer Oßieirer Von den neugL-W"»»'- 
beneii Vrdkfrn :ui mich, der Herr Gross Cinitzler Oüsinlinki hätte ihnen 



'< D 1-11 kcndiirTj nette» PüLcr UiTi;rnniiii 1>riiiidenl>urgi»ehrr Rath in Duos^ig. 



234 



I. PrenHuen und Polen. 



die Univeraalcü Äiir Abdankung zui^eseliieket, aher der K^nigr »elbet 
habe sie per expressmn iMiiitrnumi'nliret. ^\'aa endlich daraus werde 
wird, erwartet man mit grossem Veriaiig:cu. 

Der Pfal'Ai^ral' vujj Neuburg bearbeitet sich noch (me idi vor 
diesem gemcUIet:) das neugeworbenc Volk Kön. Maj. in Püleu in seine 
DieDBte und Bestallung zu bringen. Ein vomelimer Cavalier (von dem 
ich auch in meinem vorigen Schreiben erwähnet ') advertiret mir oeu- 
liclis^t mit diesem f<irm:LH^ welflien leh aus seinem Briefe hiemit traua-^ 
purtire: „J'o« betcussler Surften icHl ich Hepurt thiin, so bald ich in. 
Quartier komme; Ursache, ich bdbe es also hiitterlassvn beim h'aisvrfirhi' 
und Nt'uenburgiscltett Hesideideu, dasa ile mir alte Umstände durch viei- 
WH hiiiferiasserteii Officirer, so ich sh Warscfmit ifvUisaat. berichten 
icfrdcu ; stv ivoifen mir strax Geld :,ahkn hisse it , auch ivann ich mein 
Begimeitt auf 2000 Mann könnte bringen^ auch mehr, so tiet lieber « 
iAnpiJ wäre; der junge Uenog ioU General sein. lu tneitig Tagen so 
tBitl ich meinem Herrn roti altes Bericht (Ahm.'- Wann hieraus dann el- 
nvas werden s(.ill(i% wllrde wul Alles aul' Preuf^tjen angeselien aein eine 
Diversion zu machen; welches ich E. Hochw. imd beiiebetisl meinem 
guädigsteu ChurOlrsten uud Herren selbst . . . nicht habe bergen sulle; 



i 



Peter Bergmann an Conrad von Eurgadoif. Dat. Dauzig 
4. Jan. St. 11. 1647. 

(l>i© wirklicbo Endftaaung der Truppen; deren weherer Verbleib.] 
I647. [Gnitulatioii zu der ihm «ugezpigteu Vermählung des Churfuftäten.J 

4.J.'in. \^'\^, ^.y ahnläugät ZU Warschau mit dem Reichstage abgelaufen, davon 
wird E. Wolw, Zweifels ohne selmn sattsanien Beriebt haben, und ich* 
habe davon so viel als ich ^cwusöt E. Wohv- am 4, 14- Dec. zuge-j 
schrieben. Deiijieder hat mau uieht andei's erfahren, als dass daa ge-fl 
worlienc Kriegsvolk uf Anhalten der OlHcirer selbst, Kumal die Ein- 
KÜglinge sein, uud vor der harten in der neuen Coustitutiim enthaltenen 
Sträflich billig gefUrditet, abgedaidiet uud ohne Geld aueli imd meisteu- 
theilä ^'lln einander gexugeu sein< Dasä sie von einem oder auder^f 
Potentaten sollten wieder angenommen worden sein, davon hWret mat3 
jetzo nichts. Aber an Käu'bern uud MiUdern uf den J^trHsstru wird e»i 
verumtliüch nicht mangeln, P tklz Xeubnrg hat 4iAH> iMauu davon haben 
Wüllea, in Meinung, wie man saget» dam sie im Her/ogthum Preuaaen 
Quartier wllrden haben könueu; aber wegen Maugel des Geldes hu 



') Fehlt. 



Dir cnttjuiiefivn polniMeben Trupp«». 



235 



1 



t-r iiiclilH l)L*k»tmuieii. I iitl oben alsu ist os uucli dem Fürsten in Sieben- 
bUrgon j<og:anpeii, iIüüü er wfgeii Mangel Gelder nichts davon bekoni- 
«len. ti^ie hi.-srelicn sieJi meist in St'liicBieu binein und ivcrden wnl 
meist di'ii .Schwrdni /.iikunniit^ii. 

WaK der Sfliwcijisclie EiivuyiS, welcher jetzn wieder hier ist, bfi 
Sr. Kftu. Maj. verriclilet, llat iriau niclit wol erfahren künuen'), ausficr- 
balh w!is_ in diMi nriftcii l)eiderseitR ^est^indcii, niindich duas die Kö- 
ui^n fidst'liuldippt. diiss <ler fieiierul TiiröteuHcju Sr. KJjil Maj. in Pole» 
yf dcni tlurdi lU'ii Lernte Magim gethanen Begehren sein Vidk wider 
deu 'rurken hat llherjErelasaen » weil dessen die K«iii^u zu dem Ihr 
iifni Halwe liegenden Kriej^'e nichts hätte eiithehreu köiiueii; verheiaeliet 
alier. wann dir Fricdi.- in Tuutschhind würde ^eselilosseii sein, «r. MaJ. 
daniil m dienen u!vd zu helfen. Wovor der Kcmig der Könlgiu sehrilt- 
Hcli wiederum ilunket. — 



Hovevbeck üu den Ivurtursten. Dat. Warscliau 11. Jan. 1647. 

(Diu Aiiflilpuiig iltir Arni«e; achlfK'hte Auaaichu^n für den Ffitlzgnifeii roa Neuburg.] 

Wie w<d S, Krm. Maj. des neugewurbeuen Volks AlKlankuu^ halber II. J*^ 
den Standen vielfülti^e Versicherung geofeben, auch im die Obristeii 
Hclbst dt'rthalbi-n Belir scliart'e Piiteut ausfertigen lassen, ihrer etlielie 
auch liiiÄii t'ini^n zieudiiih seliaWen Anfang g;emaeliJ^ so hah ich duch 
bitihero pegeii des Hfmi Herzogen zu Ncuhurg f. Dcbl. von mir liie- 
bevor nntertliiiui^-yt gemelte AntidilHge keine Vertilehermtg: »huii wollen, 
weil doch in solchen FSillen, da wej;:en l'nbeatilndigkcit den Hofs io 
L*iiii-ni iiiuss vei'iseheu werden, viel besser ist der dachen zu inel als 
Kit weni^ zu Ihun; nuimielir aber, wie wol S. Kön. Maj. Ta^ und Nacht 
drauf gesiwnen, wii^ Sie« dannoch zu dem TUrkeukriege bringen inö^eu *). 
hoff ich. C9 werden E. C\\. Ü. deshalbcii ausser aller Furcht leheu 
können: tlioils haben wirklieli abt^L'daukt, Iheils seind auch von dem 
Fürsten zw JSiebeubUrgen in l>ieu»t genommen worden, wie wol sie 
iwhwrrlii'li werden durchkinuiiiL-n künnen, weil ihnen der Herr W^ye- 
wode 7M L'raekau wegen dvti niil dem Fürsten habenden Gränzstreites 
alte We^;^ Mt» vor sich aU durcli »eine Freund dergentidt uufpaisst, dass 
davaii albereit unterschiedene Compagnien ruinirt worden. Denen 



') Theal. Eiirop. V. p. 9»4; or heisut Wey denheimb; ,wm aber d*»Mii Ao- 

-] Auf ilimHü li'iiit nimU üurcLnUtr »khc gaul nufgpgbbeiicij l'Uklic de» K&nigs iiijLg 
«ich wol flucb die Sendung vuli Ern»t ÜQorg Sparr UAch Bchffeden und nn den 
EtirfOrAteu ^»esiuben, deren v. MÜrner Märkiscbe KriegBoberaleii p. 112f. gedonkl, 
Haivr *ur linai^L. ti Hr. Kiiilimiin. I. 15 



^26 '- l*nii**^" *n)d Pptn- 

Schwedischen lo^bten von denen an den GroflSfwIiusdieii GrilMBcn sieh 
befiDtl enden gemeinen Kiiecbtt*» eüielif zuziehen. Vi>r VeoetUp. Krank- 
reich, Spanien und Moscaw ist nicbtä »eworben worden, wie wol ihm 
der Kyn\\^ Hoffnung gemacht, seine aiuigelegte Werbegelder vun ihucn^ 
wieder zu bekommeu. H 

Nflphricht üher rcrschiedene Ezce^se^ die rnn den Abjred&ii]rt«n Trup- 
peu gcfrfrn ihr*' «-igcHen OhtrateD hegangeu wurden ^iiid; rioige Ton iliiieäi 
ftirid gL-Eiidtet, aiidt-re aui« geplündert worden. 

Ob welchem allem woi so ricl abzuuehiuen, daas noct uuabge- 
diiiikte «ieh nicht gros» gäamen und andre sich in dergleichen Dienst 
iiii'lil an leicht wiedenim einla^iten werden; zumal da man auch nach 
crfitlgter Abdankung mit Criruinsil Infamien Proces», wie albereit dem 
PIcutncr und Minur widerfahren, diesell^e bedräuen thut; tind wird also 
wfll der Herr Pfalzgraf, der nebenst seiner Gemahlin albereit zu Wien 
s*4tll angelandet sein und herllber bimmoii, um s«i wol fiekl aU VulL 
gegen E. Ch. D. zu »ollicitiren, «einer ungegründeten Practiquen schJech- 
len SuccesÄ sehen; dann nachdem E, CHi. D. mit den Holländern näher 
zusammengetreten, gehen die P(v!en in s(f weit zurück, dn^:* sip kein 
Geld zatdcn wollen, er bähe sich dann mit E. Ch. D. verglichen, ttder 
der Gtllicljöchon Stände Versjrhcmng auf die Ehestcuer erhalten. — 



Andres Atlersbach a. d. Kurfürsten. Dat. Warsch. 14. Apr. 1 647. 

[Dur beforBtülicnde ReichsUg. Dio ActeUfrMOiioneii.] 
H.Apr. l'nHere prcuHsiscbe Juridica vernalis hat sich nuumehr geendigrt 

und ist die autumnalis wiederum nff den 3 Kovemb. angedeutet wnrden. 
Der Reichstag nahet »leb, und sind die particular Landtage deii 
11 dicrtcs gehditen wurden, was nbcr utt" deut^ellicn gCHchlosäCU, »iA\ 
Hill mir, Bohald ich desBCii fähig werde, unterthiiiiigst hiuterbracht wer- 
den. Es sollen aber die Stände über Sr. Maj. au ihre Öeymiteii uder 
l^rticular Landtage gethancr Instruction oder Propositiiui nicht wol «u- 
frieden sein, weil S. Maj. darinnen bei Juütificirung deiM Im]>rese alle 
die, so ftich deräelbcn widersetzet und uflf nächst verschieueucni Reichs- 
tage sie anders gedeutet und ausgeleget^ t^r freventliche widerset-dielie 
calutiHii unten geselMilton, welches sie sehr schmerzen soll. Man ver- 
umthet u[id besorget aber einen \vidcrw«ärtigen und unsichcrn Reichs- 
tag, weil die beide todtfeind selige AViderpart und Sehwäger, so des 
Herrn Zamu;y'Hken leibliche zwo Schwestern haben, als der Woyewod 
aurt HensHbuid, 'Flh'st vi*n WissniMviez und der Krön Ober Fenurich 
Koniccpniski, des vcr-storbeucu Peldhcrreu Sohn gegen eimmder vor 
dem Kllniglie-bcn Keichstiiglirlien fiericht wegen den Fllrsten gewalt- 



I 

I 

I 
I 




I 



Der RcichsUig, 



227 



I 



sanier Ütniccupiitiuii z.*veiL'r vunieümer Starasteicn an den Greuzea, 
tierer eine nüiiiticlt HaydaCÄ (iO,O0ö und die andere Horndull 40,l>X) fl. 
jährlich trnget, nlhir crstLeineii uml mit grosBcr Maclit uud Assistentz 
aiikomuipii , insiiiid^Tlint iJ^-r Fllrst , welcbcr wcgfii der eontuniuHHe 
in rHusionem duimiiinun uÖ" HkmX«) l^uc*aten condcmniret ist und dazu 
uffs neue proptcr coiitraveutionem rcgiuruni decretomm, die *iF vieler 
erruruw IjcsHitiMiget, riiie iofaMiiani ut" sich hat'). Kann man also 
nicht abheilen. wi<' suU-lier Ueidmla^ ablaufeu M.erde. — 

llicT und i'ii s(.']iii-it fulgGudc'U ll^ncbtfiii tjcbickt AJersliJich vou Tag zu 
Tag laufoiuli' Diarietj eiit. 

Ans den Diarien Andres AdersbacL's. 

4. Ajiril. Der Herr Wuyt'wodß auti ReusKlnudj Piirst toh Wiaüiiwiez 4. Apr. ' 
«ill dem .Sf-ymik vi*r dit's nia! iiktit fieiwolmeu, aondern gehet gerad uf 
War^chiin hiTzu^ duiuit er vnr dt-m Ileiehstnge sich dt^ Kouigea uud der 
SUudt* Afft'etiutj und Heirttll eoncilifre, und wird geschricbeu, dass or mit 
;m grossen Coiuitnt und Bei^ittLod kgituiic, welches dami una um so viel 
Tprgewiffsert, weil no tipI ITöfc, als der Woywoditi aas Pommern 
fif a. ui.] .... fiir ih» fjttuiethf-t oiid zubereitet sind. — 

14. Aijril. Xufh der Mahlzeit stud Öchreibea ous Paris kommeiij 14. Aprj 
wuleh« bt'riehtp't, de^e^a Für^t Boguttlans Rad^iiewil wcgien eiuer DilTeretiz 
mit eiiictn Fraiizivsi.'^cheti Ftirsl^Tj und AusfürdeniJig in die Bastille gefaug- 
iw'h fingezugi'ji wui-deii, 

'il. April. Iht uiK'h Zeitung »us Pfiiis komiueii, das« der Fürst vou 21- Apr 
Aiitniiti >iidi lies FÜi'Meü KudKicwüleii so (eöt angenouiiuea und geeifert, 
dtt.-i» er tiucL nicht ini* Feld ziehen wullen, bi.s er aus der BastiUe fi-eige- 
la^eti. 

29. Aju'ii Ist der Fürst von Winriow]ec, Woyewod au« [U'u&slarid, mit 2^.Aii» 
rofgciideui CuiuiLiit unkoiunien; erstlich siitd vnr ihm her die Fti^^sku echte 
300 (.tark, ancli etzliehc Reuterei und hei 20O nntor^jchtedlidie Kulesseit; 
vr sielbf^t kiim um 3 Uhr NiiHuntttajjr uii iiiul WttPi'ii über 29 Kittwageu, su 
T»r seiner Kart-tfi fritjgen, aueli TO Keiiter auf Ki>siit!kisL'h gekleidet; hinter 
ihm nurdeu lU t^üuev prächtigwtia IIand|jfei"dt' geleitfi, ufs letzte folgett-u 
3<M) Dragoner und iät er in der Frau Dauieluwicziu des Soel. Kronen Ober 
\'or:<chneidprs Wittiben UotV- eingekt'hrct. 

2. Mai dpr Reieiic;tiig ungegnngen. [AusfÜhrlichcj? Keferat über die 2. Mm. 
toa dvm Uüri>redigef Wyzga gebikltene Predigt. Dann Wahl dew Starosten 
^***" (Jrabüwiec, Ilnrn Sarbiew^kf zum dionmaligL'n Lnndbotenmnr;*;ehaIl.] 

4. Mai. [Königliche P^l»[^usitio1J mi den Reichstag, Duraul' bringt der 4, Mai. , 
Bischof von i'ujavieii die JJJtte der JStäude vurj, dasss 8. Mn.j- alle fremde 
tuBOiid^rheit den Cuute Magnu, aud i^eiueu Uruder Padre Valeriiuiu^ 
wie auch den SecrelariHui Fhii^jui und den ßenidenten biq spaniseheu Hofe 
Bibutii von dero Hol' und Diensten abschaffen und abfertigen wolle, wei) 



*i Theat, Earop, V. p. 048- 



iD* 



228 ^^^^" I' Pimuien und PoUn. 

&ie der Krön mehr [*ehädlieli ult; nützücli wären'); und gälieo S. Maj. ja^ 
tlsmit genug All ver-kitlii^u, dsss Sie der Krön Unterjiassifii für Vcrrätlier , 
acbteteii, weil Si<.' oiL'lir ijt'ij frerodf'ii, ah ibiieu traueteu uud rllcäcllx' ai^| 
dero Seiteil nüd zu dero Dieni'tru zogen. Damaeli Ijot er aueb^ diuuit die" 
fremde Abgesandtou obne Versug roii den Herreu Canztern abgcfcrügei 
uuU eipediret würden, iiT das.s dff seihe iitiuöthig ,sic!i nicht hie acinialteu 
dürfti-ri. Wegen der KJ■ieg^anlich)Äge erwähnte er, daas man wol nierkd; 
dfuti timn aich üb^e^r derer Wegthwung uud Abschaffung gefreaet liätte, übe: 
tuit viTgebüeUeiu TruMt, siuteuul sie noch nieht giinz ufgeliüret hätten. 

NiLt'h dtL'^em voio siundoii S. Maj- vliII Uumiith? und Verdrusses ai 
und giugen damit aille von einander. 

Hiebci ist u(ieh zu merken f das? Ihre Maj. die Küiiigin, so oben 
depi Uange mit dero I'Vauenzimnier und Stallmeistern Flerrn Plettenbergk 
solehcw nlleH angehöret, wie der Üisehof vuii t'ujrtw vnn Absehafl'img de 
freinillen geihiehu', den Herrn Plettenbergk gefragpt, was dns wäre, das e, 
HftgeU: und vuD demselben Tcrstaudiget ward, dAss S. Maj. die fremden ab 
neliaff'en dollten, Sie draaf gei^aget: *hf mruUu! und ist. auch damit we| 
gutjgcin. 

6. Mai. 6. Mtti i.st Herr v. HoTerbeek «nkotumen. 

9 Mai. fl. Mai- Kiu Pb-baü von .Swia<.d".';e ') bringt eine Klage gegen de«' 

Llttauiüchen l'nterfeldherrn Fiircit RaJziwill vur, weil er ein Cruclfis ^kü uf 
seiiinii Grund inid [Soden awur aber über hundert Jahr hero öehou gp.stftD- 
den, uiureisüt-nj idedortaueu und in Sttieke ZfHuitK-n la.ssL'ri"'. — Xaineutlif 
der Wildisehe Woywode eifert sehr drüber: ,l?ir Ht^rren, icenfi ich euch b 
füHegtn »ntlte ilir zffKlmktf aiut zprlutumitt Geheiua uttd Jnrnr itriJN'i'R ErtiiaKi 
und Sfiiigmtulmr» . mir jiimuwdlch sie ^«yerhfildf, ihi« Itci'z leinv/v euch (ü 
XVrUtHiWith hluiv.n* . — Ueber die .Saehe winl dann fiocb die gauze lolgprid 
Wuehe ierhuiidelt, uhliu dap» es inüess zu einem Proüef-s gegen Uadziui 
kommt. — 

Hoverbeck au den Kui-ftirstcii. Dat. Warschau 17. Mai 1647.| 

\Ojo»%tiT f^turm gegen di« Disaidenteo suf dein Reicbtag. Dio Sache de» Fflritcn 

BHdiiwitL] 

Um alles, was bishern iiff diesem Keichatage v(^r^an^en. kurz xu- 

aamineua^utjise»eu und uft' oitinml gehursanist vür/.ustelk-n diesea tteich»-^ 

tags und der ganzen Reipublieae jetiigeu .Stnat, luuss E. Ch. D. 'vtt\g^ 

unlerthiliiigst t>rinneni, dass aus dea vorigen Actis dcroselbeii mich 

wird imentiallen öciik «'olchcr Gestalt die EvangeUache uud andere 

dissidirc'ude Stände ufl' gedaelikTn nächst venviebenen Reiehstage ilnieii i 

vorbehalten und fest bedun^i^n dasa sie zu keinen Consultalioneu wer-fl 

den schteäteu ^vollen notdi snllci», bis man ihnen zuvor Über alle und 

jede Beschwerden iSatisfaetitm gegeben. 

*) Vergl. oben pag, 220 not. 

*\ ifwislocx, Heokcii In iTer IHlnulocbeii WoiwiMlsoliAft Minak. 




Der Ksichatag. Sturm gegen äi& Dis6id&nt«n. 



229 



Diese» zu biiilertreibeii und die Evangelische, ja sämmtliche Diesi- 
dir«nde in den i:5raQd zu »ctKen, dum »le ichtwa» zu suchen ver^CHsen 
und rWitt danken sollten, wann man sie iin^esdilaf^'en nur davon xiehen 
Hesse, haben aie nicht allein die Bt.^sehvcrdeu gehäuft, besondern auch 
mit Verleumdimg und Verklagen die g-auKe Zeit bis hioher zugebracht, 
nifteecn K. Ch. D. aus dem reicbstügn^en diario imterthänigst wirü V4tr- 
(Telrafreii werden. Und nelimeu die WeiJausBehendrn die !rfach und ihr 
pniccdere nut'h viel anders, das» nie hiedurch und durch die vurhahende 
«•ffenbare Verfolgung dassielbe, was durch die neulichc Werbung ku 
WiM'k nieht hat gcriehtet werden künnen, zu erhallen, nnd wann *ie 
das lieieh in Unruhe geeetat, iu trlibeni Wasiser zu tischen hoffen und 
tniehten. S. Kon. Maj. bezeugen hierüber privatim ein souderl>arC8 
Miftwfallen und tragen Mitleiden mit denen Verfolgeten; wann aber die 
Geisitliehe mit Eifer und UngestUm an Sie s.et?,en, gebcu Sic Ihrer 
angeborenen Gütigkeit nach ihnen die Zügel in die Hunde, Die armen 
BedrSngtc aber behalten alle Weg den Kespeet gegen ^. K^in. Maj. vidi- 
kömmlich und begehren «eh anders nicht zu salvircu, als salvo statu 
nirtderuif Kci|iübliefte; bei welchen mmleratia consilüa sie dann vnrm'hiu- 
iich ihr Absehen auf Eh Ch. D. richten und dert» An(horitet &nwol bei 
Sr. Ki)n. Maj., ak denen Ständen zu implüriren, auch deswegen Je- 
manden abzuordnen, öder doch uffö wenigste ^u ychrelbcn Vorhabens sind. 
Zwar was des Bis.cIiofB von der Wilde gegen des Littauseben Feld- 
herm f. Ou. Sacli anlauget'), sind Sr. i'. iin. m Aecommodimng der- 
lielhen drei conditioues vorgeschlagen worden: 1) au Statt de» nieder- 
gelassenen Crucitixen ein neue^ aid'zubaucn. •>) die Evangelische Kirche 
aus dem Süidtchen, da das Cmoifix gcstauden. an andre Ort zu ver- 
legen und H) /« Keydaueu') zu vcrstiitten. das» pie am Frobulcich- 
namstage nietit nur uff einer Seil des Flusses, der die Stadt theilct, 
sondern aticb auf der andern Seit in der Proeesftiou die Hostie hemm 
tragen niügeu — deren keine der Fllrst ohne Verletzung seinen Gc- 
wisÄCU» einzugehen weiss. E» besorgen eich aber auch noch über daH 
die Äiulere Evangelisehe, dass dnreh eoleheu Vertrag denen Oatludiaclien 
I'faffcn zu gleichen Calunntien Aulass gegeben werden dMrfte, da&s nie 
iiäiulieh selb)?! dergleiehesi Kreuze umhauen lieüt<eu, wie dann der Füret 
gegen mich in Vertrauen (weil er golcbes zu iiem vtirhabeuden Proces» 
ihme vio'bebalt) betlu-ucrt, dass der Tfarrer das Kreuz selbst habe um- 
werten lasfccu, damit er nur Jlateric ku calumnircn haben mischte. — 



') Vergl. <laa von Ätiersbacli gefülnio KeitlieiagB. Diarium, Uat. % Mai. 
*) KoydßDow, Flecken in der litlauiBchea Wt-iwodBcbaft Minsk. 



790 



t. PreDSBen und Polen- 



««-] 




HoTerbeck an den KiirftirBten. Dat. Warsohau 26. Mai 1647, 

[PoInttcb^iH RfichftUgstreiben. Rcftiges AuftteEen i]cr Ki,thciliactii'n gegen i]ic Dissi- 
tfeaten. Diu CAa^iniDg Aon Daazigcr TuchmOiiDpols; neue Annuivhi'Cn Füi c1<*n KGnigA- 
Wgger HandlrL Die Littaner gegen die kiirfilrsÜichen ZßUe in Pillaii; Oegenfiftera,- 

in CondnuattoD meinem nächst Ubcrschicktea uutei'}bÜni^Kti?n Bprichut^ 
Qod um dicees ganzen Keifh^tags Pracpdiiren nff r-inninl vorzustrllen., '' 
«oll E. Ch. D. ich nicht unvermeldet lassen, (Inss m vonlerst in allen 
Dingen von Anfang bis zn Ende allefi ho widcnvärtig: und vprvviirren 
daher gangen, daysj, wann ich die Verwirrniig aller der vt»rigen, dabe 
icb nunmehr PcehsKchen Jahr in E, Ch. D. Diensten unwürdig iifg 
wartet, znsaturaeiitapse, dieselbe alle dem jetzigen so kurzen Heichstajc 
nicht gleich kommen könnten. 

Daes in der I^andbotenstiibe die gans^e Zeit durch niehtst ändert* als 
Religion 9 Streitigkeiten wegen der vermeinten Verunehning der Krentze 
und des liiesigen privat csercitii mit grosser Verbitterung imitierzu 
gewährt, als^o gar, dnae man auch nicht ein einig Constitutione CVincef^H 
ahfasaeii, noch verlesen, viel weniger moderiren können, ist minnthig 
ZM wiederliolen, nach dem vom Herrn Öccretarin Adersbachen eiug&j 
Bchickten diarin. 

Hiezu hatte nun aueb wol zwar Ör. Kbn, Miy. unversebene Unpti 
liebkeit, welehe dieselbe vnm Ulf*" dieseB in der Nacht bis nff Jetzige' 
ijtund in gar schwerem Lager und \<fn allen luditiis ahgehalte». gute 
TheiU gehalfeu und so viel verursachet, daes man nicht in der i: 
wohnlichen Audienz Stuben, sondern in der engen Anticaraera, da mau 
sieh fast nicht regen, mich vor der Hitz dauern kf^iuien, ziiHiinmu'n 
kommen mlleöe«. Ob nun wol, wie S. K;.1n. Maj. selbst, also aut-li di<» 
vornehmste Reichs- and des Gro&sfUrHtentbums Littauen Offinrer, iit^B 
»onderheit aber die Feldherrn inständigst vorstellten, die yt^ndf wollli-n 
die Puncta, sm einigen Aufschub leiden könnten und nicht eben die 
Wnifarth der ganzen Kepubliciue angingen, bi^ zu klinlligoni Ketcbstage_ 
durdi einen deswegen uft'gerieliteten ReccsB verlegen und aUogleicE 
die, welche die Oränzverfassung und Bt'f'riedigiiug der Snldatescji, eon^ 
cerniretcn, voi'nehnieu, hat doch solelies alle* nichts verfangen wollem 
Hondern nie sind zu viel Malen, auch wol die Caiitzicr seihst, wie ai^ 
wegen ör. Maj. das Worl getUhrt, mit unbescheidenen Wurteii und uiiij 
ablässliebem Schreien, dabei auch zuweilen Hr. Kön. Maj. IN^spectt* vhi*-" 
IpWSen ward, angciidu-en und jihgebalteu worden. Endlich aber dau-, 
noch wurdt wider aller Vennuthung, wie dann auch y, KWn. Maj. »ehni 
(w desperatione einigen richUisses) zu der Publication der Infaniirten 



iuge^ 

31 




Starm gegflD die Di8Bide.ntpn. 



231 



* 



welchem der letzte Actii& zu Kein pflegt, den Insti^atoreoi p^hreiten 
tiesscn. um 11 LHir in der Nacht der Reich&tag uff zwei Tage prc»- 

Den 24t™ proponirti- der Herr Castellan äu Chelm Goraysky der 
Evangelischen Gravaraina, Wie dieeellte bei nächster Poet E, Ch. 
Ü. zii^Prhiekt ivurdeu, aber weit kürzer gefasst, weil sie ohne das 

landkllnditf. Darauf gosson min KLivorderi*t die ficiKtlieheii nach 
laiider, dann aiicli die voriiebiiislr WVItliehe ihren tollen Eifer ge^^en 
«e üo hftdtig aus, als jemals* hiebcvor ^eiwhehcii uud hiluften mir je 
mehr und mehr die Beschwerden. Der ganze luhalt {i^iug dahin, das» 
»ie in denen e«mcertationihnf mit dem Herrn Castellan und dem .Siib- 
judie«* Cracoviensi Chrzijstmvsky alle Jurjt und Benelicia derselben den 
IJnnem ahtacJuiitteu, ja, daae alle Religionen aut^^er der kathivli sehen 
nur ex counivcntia oder tolerantia precario Kelittcii wurden, da man 
wo! vermöge des Deereti Ja^ellunici von vVmio i-i'2A '), wie aueh deö 
Masauschen, so alUiier beigetligel, gegen sie verfahren könnte, zu be- 
haupten sich unterölehen durften. Der Bischof zu Posen, ali^ hiesiger 
Loei Ordinarius ging so weit, das« er auch rati<me des hiesigen privat 
exerriKi die Evangpltsche /.ii Itecbt zu belarigeTi und aueh allerdings 
ex ufficio pastorali wider die uiiniätrog de fact« zu verfahren durch 
öffentliche Protestationcii ihnie vorbehalten und dabei bis uffä Blut 'in 
hatten andrüupii thät. Darinnen ilime dann der Littaueche Gross C'nnz- 
ler Fürst Kfidziwill uiehts nachgab. Des Herrn Krön Gross Canzlers 
f. Gn. ging ^iel moderater dann die audern alle und eÜ'erten fast hoch 
drtlber, dass etlicher Catlndischen nnbesonnener Eifer auch wider die 
todten Köi^per der Evangelischen, welche mau doch nicht absolute, zu- 
mal wann sie nur aus Sehivachheit in ihrem Leben geirrt und andre 
nicht verfolgt hatten, verdammen könnte, sich 80 weit erstreckte, das» 
ftie dieselbe uff den E::?trassen geschleppt und an die Galgen gehangen, 
wollte aber ihnen dannoch ander» nichts /.iierkennen, nie nur paceni 
let securitaleni, keines Weges aber einiges Jus, will ku gesehwcigen 
quo ad religionem. In statu zwar, nagt er, mdsst man die 
Ew&i|relisehe denen Catludischen oh confoederationeni gleich aehten, 
wie «e !«ich »lann auch iu diesem iStUek nicht zu beschweren hUttcn+ 
weil roan sie ob proprias et maioruni virtutes et nicrita 7M allen, auch 
den höchsten Digmtäten und Aemtcm beförderte; solches geschehe aber 



I ') Dacret des Kbnigs VlndialiiT Jagetln, iIrL in V^Llnn Dominica Judica me 

üeufl, A.^ D, 14'i4 Ea bcziä}it sicK Auf dio b&hrataohQP Hnesitcn, gegen derfD Ba* 
gfintligung satiArfe Striü'eu anigoBprochon Werden. PrilUftil Statuta Rcgni Pclöü. 

1 loi. lew. 



232 



T. PrevBBMi und Polen. 



uicht der Religi&u, sondprn nur SlAiid» halben; rtfliin res-pecta der Re- 
ligion wäre keine Confoederatiinii mit denBelben v*irgan^en, wie »ie 
dann auch iiiclit hätte vfir^ehen kiniiieii. Und IijUIpii sie diesem niM'h 
sich bei weitem nicht ai> weit zu heschweren, als e!ieii die CHlholiticbe, 
welche von denen einp;ebettelten und zur Miethe nur eiuRemtinnieaieii 
Religionen ho Übel in dem Horaogthum Preuseen eowol uff dem Lande, 
als in Städten tracrirt wären, dass man »ie zu keinen KlinMiäTuteni imd 
Stellen kommen Hesse; Ja es wäre mit der Cathfdisfln'» Rrdrlirkung 
8« weit kommen, dase mun «ueb in der StadI DanÄip: (wie Rfilcbes den 
Herr Bisehof von fujawien bei seiner Reniden'/. erfidircn) denen zum 
Tode venirtbcilten PersoBen, oh sie gleich eatholiBcK, lutherische Priesterj 
mit fiewall uffdriugre, welches dann gewiss von dnnpu. weh'he hene 
fioio der Begnadi^ing in Ruhe und Frieden sitxen, keinet; Weges m| 
leiden stllndej zu gescliwcigen , d^ss man so ncl Kirelicii und gchx-. 
liebe Gitter in der vorbeuannten t?tadt und andern vorenthielte, in Thor 
aber auch Chrisin selbst am Frohnleiebnahmstag^e den Wep verlegl^ 
und dadurch der CathoHüehen Excreitium störete '), AVie nun diesem 
nllem, was die Evangelische mit Grund oder Sehein ibnou zur Be-j 
Hchwerd ziehen könnien. ohne Verletzung der CathuÜHeheii Gewissen« 
zu remediren sein möchte, wUsst er kein besser und gewisser Mitle 
vorzuBch lagen, als dauR nie sieh an die (irdentliclie tiertchte hnlten und 
nicht selbst de facto verlahren. Tud das ist eben die grösKte Besrh^verd 
der bedräng^ten Evangelischen, duss sie in allen sulwelliis suli prae- 
textu iuris et iuetitiae granrt, Ja unterdrllekt werden. fl 

Naeh diesem und einem langwierigen unordenllichen Urliat brachte 
er, Herr Gross Canzler, im Namen Sr. KÖn. Jlaj. ans, die Evan^rrlischeu 
rafichten sidi an ihren alten hergebrachten iuribus vergnlIf,'eM hiHsrn, 
bei welchen sie y. Kön. MaJ. schlitzen «ollteii; und da die Reichs Tri-i 
buuale zu weit gehen und solche dcereta ausgehen würden, welche 
vim legis sapiunt, das Part, so dieselbe erhalten, ufl" dcti Ueichsla 
citiren lassen. Wie wol die Evangelist he hiedurcii in ilireiu tiuclieu 
ganz nicht befriedigt waren, so wurde doch ans htdier BestUr7,ung ilber 
diesem sft seltsamen und ung:e wohnlichen procedere. dn nmn der .Se-j 
naloren Concertationen pro vidis und de?* Königs Vor&rhiügc vor De^ 
cisionen Husgeben, nielits mehr dawider geredt und li.nld tlrauf dei; 
UDOuirten Grieelien Be Schwerpunkte vorg^noninien. — 



*) Anapieliing «affin Eroignias vom Jahre 1(J30, wo dci MagUtmt. Ti^n Tliur 
einer katholischem FruCossioa den Weg über dp» Markt unlemagl hulLu, Lengnirl 
VI. p. lf>3. Der Streit cwi&chtin Stndi und Biüchof wai- iFcreita Iü43 >iurcli uirioq 
Vcrgieich bccntiigt worden, ibid. p. 200. 



Cmnirnng der „Danziger TächcMiBgielnTig'' 



233 



Nach dieser und vielen privat Constitutioiieii wiirdt durch <^otJefi 
Cluatl iiüd t^c^en die ÜaitzigrtT Tllclicrak|ü;luii^ ') und das drau^ eilt- 
Ktandnii' Mnniipnlium diT Eiif^liselii-ii [laiidlmiK i'ft vor^chendtMi lati^- 
wierigeii ^Streit derer, welclie die Uanzij^cr ihtiie]i /u l'atroucu erkauft, 
tnit diewr litdliclieu Manier uffi^rohobcii, da»» man alten Öeestädteu dor- 
pleichen »Siosol nacU^eben und i^h (;leioh geschätzt, ob ein Tuch mit 
dfiii IX'ni/ip'i', Ki'HiiKsIiertrer uder Klhin^er *nid Menimtler Öiejirel würde 
^»edruckt pefiiüdfii wc'i'drii; und werden doumach E. Ch. D, Ilir ^^nji- 
dJgHt gefallen lassen, veriailge dero mir ^tiKdigMt erlheilten Menioriale 
Holelic Verttfdnunjr /u nuu'Ii€-ii. daiss mir die zu Beförderung der öatlicn 
igeordnetp 2{f()ii iCth. ad oliberandam tideiii inteqioKitan] zugeschickt 
werden mi^geü. E. Ch. D. werden diew yimini jälirlieh zehnfälrig 
wieder einbringen können, watiu ??ie mtn nicbr, da die EngÜBchcn frei 
und ntigebiindcn sein, mit Eiigliind traetiren lassen, dase sie die Wfiarr'n 
lieber utT dero l'urTc inler huHi unr Elbing. als naeli Danzig bringen 'j. 

Bei die»>er m guten und längi^t erwlluscliteu ^aeh fand sieh also 
gleieh ein hohes l'raciudieiuni, das» die Littauer |>er Constitutidneni 
R«-i|iuldieae K. Ch. L>. Zoll als libcrniacht und denen Taetis znwidor- 
Iftutlcnd erkliirt uinl dem Insli^atnri deswegen uft' kilnttig-en iieieligtag 
wider E. Ch. Ü» ku agircn ntlgetragcu. Wie ich nun in diesem Stliek 
»o lang als keine ersinuliclie Mitgliehkeit wur, düas dergleiehen Hing 
ufl* diesem Itciebstag ^etractirt wenh'n kJinnte, damit ich dasi nialnni 
benti puüituin niclit rege inaetieiL riiüelit, anijsi'r des Flirsleu Uad7,iwilh'ii, 
C'aHtellaneu /u Chelni (lorßjsky und dem Keichs lieferpndario Zaleßky, 
zu denen ieh sonderbares Vertrauen trug, nicht unterbauen dlirfeu, al«i> 
k»m es nur wo viel fn-nirlcr visr, da ieb des ('r»nee]Jts gewahr wurde, 
wekdu'H dann duri-h smidt rbareK (Jlltck gc:?t'hah. Weil nun nicht allein 
die Saeb an sieb Belh&t, snuderu auch der nntdna prin.'cde»di, daas der 
Zoll dureli eine iitl'ontlidio C-mstitution abgcw-halft werdon t*ollt. Ja aller- 
dings die fiiniialia wegen der Cilntiou dnreh ilcn Keielis InMigatifrcn 
llherau» naehlheilig und besebwerlir.!h waren: alsu tiel mire in i])Ho nm- 
rtteiito, du die Such Vürgcuunimen werden sidlt, fiist unuiöglieb vor, 
diesellte -zu hintertreiben; dann eines Tbeils haben E. Ch. D. Bediente 
keine voeeni in ctuisetisn publieo, zum andern ktuiut ich auch nicht 

') Vergl. olttiii i)ag'.4l not. und Lungntcli V|. p. tf56- 

■j Die engtiBrlfpreussiftcbu HMidelBBCsellBvhufl liAtie ihri;u Silz früher in Elliiiig 
girbsbt; naulidciti Diinzig hcit 1628 claii Mouo<pol der vTigSis^che» Tilcher crlniigi hatlfi 
liittiun »icH dJc Cnglitnd^t ii.-ieh luti^et] vcTgebHchcti rTilerlifflniHuTigi-ü Lcngnioh V- 
p 243. VI. p. 42) i'iidliclli ink ihrer Niederlage Tun Elbäng wog und mich Uftiuig govrerntet. 
Vergl. die ADiHndfniig „vao dtm Ursprung rlcr briUiüchLMi HaiL{lli]ngagcst.''llau1iaL't in 
Elbtng' iuCrii:Litun L'rkuudi:u U. UeiLrJigc kiuj FroUaS. Gc-dcb- (Künigli. 1784) p. 85 ff- 



234 



Prcnucn nnd Polen. 



einet privatim mich vormerken laesen, das» mir »oU-hes zuwider war; 
dnon »onsteii hätten die promotores dieser CVijiBtitiition, welche aller j 
Appareuz nach tlurcli die Küiiigsberger uffgewiegelt wonleu, nicht allein 
mich, der idi nur inkognito darinnen gelitten ward, sondern zu ewig<'n 
Zeiten durch mein Exeniix^l alle K Cii- D. Bediente aus dergleichen 
Ziisammenktlutleu geschluBsen; muast ich dies+em nach nur tiuvermerkt, 
llicils durch Zettt'l. (heilft auch der Herren Diener selbst hei ilenen 
Krun- und Grosi^nirsteutliunis Littaueu Canzleru untcrhaiien, dninit die 
Constitiitiim al» iiachtheilig nicht Itelicbt, sondern auch ala whimpflieli 
nicht cinHt gelesen werden njöchte. DieHCH letzte war hei dieser Hite 
der Littauscheu Stände keines Weges m erhalten, in dem ersten aber 
halfen mir wolgcmelto Ilerni. insonderheit der l,iltausche Gros? Mar- 
schalk KndKi will, mit. dem ich, weil er eben vor Verlesung dieser Con-I 
stitutiou ]ierau8 ging, zu reden und durch ihn den Littauschcn rrrOBa] 
Canzler, seinen Herrn Bruder, zu inl'i>nnircn Gelegenheit lihfrkam, ho ' 
treu und wol, dj\?a die letzten Wort wegen des lustigniorib Äctiou vor i 
der Verlesung ausgelhan und hernach an deren Statt uff des Herrn ■ 
Krön Gross Canzlcrs und Ueferendarii ELrinuerung diese gesetzt wurden 
[damit vielleicht S. Kön. Maj. K. CU. O. äu einem Abtrage zu bewegeu 
vermeinen), das& ij. Köii. Maj. E. V\i. U. wegen Abschaftung desaenJ 
was den Facti» zuwider erholtet worden, gebtlhrend belangen wollten.] 
Kach ufi'gehdbener f^ession bedankt ich mich gegen die Herrn, welche 
' E. Oh. D. Jura vertreten, zum fleisaigstcn 'j etc. — 



nifrbtt die Oravaii/iiitt E vrtngel ic um m. — Vuij Iluvt-rbrek eu- 
saintneiigegtellt. Viele stoi'ke ßeii^piele ron Verfolgung" gegen einzeiiK' Evan- 
gcliisebe — man hat dn« nUt Jageihniisehe Dccret, das i>fit 'liH) Jahren 
nit'Jit in AUfjübung gekomuifu , wifitii-r vnrgeRiichr, und «eheiiit es wirklich 
ttusJuhreii zu wollen — aanicutlieh inlert iu«u aueh gegen dfts^ Private xer« , 
eitiitm des evangelischen GottesfLieustes während des Rcich^tägf^; der Woi-I 
wode vuu PmtimercJicn, GrafDönhuf. und d^rC»k<telIflti zu Chelm Gi>ravsky| 
hAheri in den üsterleiertageii in ihren (^uürttereti predigen tas^Beii; aautfitt-j 
lieh die Mawowisehen Landhoten'J f'iud darüber ergrimmt und wulleri «sj 
womfiplieh durt-li ehie besundtre t'oustirution uutersagea lasmeri; fie wollen' 
t^ieh z\i deiu Ende an den Bisehur vun Pu^en al^ dea DrdiiiariuA run Ma^ 
sowien wenden, und wenn er ea nicht KU Wege briuift, ilim den Gehorsam i 



') Mao hui faior den LDnereii ZaBnmmenbang dessen, wovtin LengnJQh I.e.] 
p. 2riT nur doli &Ut<»crcn Vorgang bcriclitct. 

') Her Sitz dffl JtcichstagB, Warachou. gchJJrt za Masowien. |ntere8ii»n(« Bf- 1 
merkungcn libor die Stellung iler MüH^iwiKctien Lundboten auf den piulninclven Keicha- 
tagen {ilicrlinti|il,r bei I/elewel B«lrAcljtuiigeu Ubvi' dea pülK. ZasUtnd des ehemiüi- 
gcn l'üiieas p. 201 ff. 



Die Reich BtftgBCDDBiitutionen. 235 

in ^piritualibas aufjjageiit «weil er itbcr deuen iQribnp seiner Untergebenen 
ood (Ut gaiiO'U Car-holisifhfji Kirühc nirht gimgsnm eifern tliät". — Ja 
mall will wnl, wie es heinst, die htideii Uenanni^u vor das Reiclistribunrtl 
fonleni ^tniifjuiun InfrrK'tore>= Pacis jnjblicai? et luriuiu ripeeialiHni Diicntiis 
Masonue*. 



Extrakt nuÄ rlen ReichstagHüoiistitutiüiieu de ii. IG47, 

Theloneiini rinavienKo. Alldieweil des Grcsj^fiirndenthumg Littauen 
LandlMJtea Uns hiiiterbratht habeu, Uaas die Zolleicnebmer des Hersjogpu in 
Pmisscn über flar* ^r. Clu D. per paetn verliehenes Reclit mit ßetichwcrd 
des Orijss'für&tentliuin.^ Eitisasseu iiene Zolle in der Pillau einnehmen: pru- 
wiirriimis Ime in parte iiiter|ionfPi' tuirliuritaieiu Nostrani He^iam i>i'i dc^m 
Herxügo in rrcnssen, dass S. LJ. dicKelljeu verbieten wulUen, suwol der 
Krön, als dej* PiirstenthujOfi Littaueu Stände mit dergleichen exftctionibnp, 
welrhe derüsellen vun Iteclits wegen nicht zasteheu, zw bei^chweren. 



Hoverbeük an tlcTi KurfliTsten. UnL Warschau 29, Mai (1647) 
nm 4 Uhr nach Mitternacht. 

|(5ck1iij«ij 6i:s H<.'ichstiigs. Wie rlic Ruichi-ligscoustHutionoti xu StAnile kumjnen. Uie 
ficn Kiirföraten siigohiindt-n Punkie derselben 

E C'li. Ü. soll aus luäterthänigster PHichtscliuldig:keil ich nicht im- 2^- 
p:*meldet lassen, dun« sieh dieRo 8Umde gk'iHi der Rcieli^itn^ über allev 
Leute Vcniuithcu in grosser Conl'nmon, welche aiif^plangen in der J^and- 
Uutenstube und hernach vor Ör. Kön. Maj. von der Zeit an, wie man 
die ConBlitittirmen complanircn sollen, mächtig' zufc^eunmmen, geendigt. 
Dann, zu g'eschweigen vieler andern, hat cUe&c deuen »Ständen selbst 
llherau» praejiidicirliche Procednr iuinier /iifrewahrt, das« zw ietzt ge- 
dachter roinplanirung nicht nur die in dor LandbidenstuUe beliebte, 
wie es Hechtens und Herkommens, simdern aiicli viel. Ja die meisten 
vnni Landbotenmarnieliinlk selbfüf nicht eiust fiberlesene f'<mcepte, wie 
ihm dieselbe einer «der ander (mit der IVotcstnliiku, daas, woferne er 
sie nicht verlesen würde, auch nichts vor richtig g:eschh>8sen gehalten 
werden sollte) ufldranij, uflentlich verlosen, und deren >iel, tlieils wegen 
nicht so sehlemii^en Bednnens, was dief^es uder jcncf;. nach öieh ziehen 
wUrde, Jilhnala auch in Abwosen derer Interesnenten placitirct: dass 
aleo auch von denen, die mit dirigiret, sieh ihroi* niolit wenig künftig 
deswegen hinlers Ohr kratzen werden; da doch »'erraöge der legum 
fiindamentattnii) auch nicht ein einig Wort in die Confttitution gerückt 
werden ßollte, das nicht unanimi nronium Ordinum eon&cnsu nemine 
cODtradicente vel contra proteelautc bestätigt worden. 



236 



r. FreujBBn und Polen. 



VfiTi ronstihitionen. nu E. CIi. D. mit «fliciren, weiw ich mich an- 
yito in Eil nur der folg;e]ideü zu besinnen: 

k I) dir wo^'on AbschafFtiiip: des eriiühoton Pillauscheu Zolls, darinnen 
Seh hoff, die in meincKi nflrlisteu Berielit cnvülmti' Wnrt ^elindfd ?m 
tM-koiimieii, 

2) Abscliaffanf; der Duiiziger 'Hlfher tiicgclun^ , oder eii,'entlicher 
zu r^d^^ii r'triKiiimioil'Uiig des Tllelior 8ipf:els süien nn der St^o j^tdege- 
non Slüdton, (Indurcli dann der ÜanKi^cr 'rueldulndlrr .Mim4)])nlium iiff- 
^(■h(*hcn wird, 

3) Münz CNnnniiB8inii , dniinnen zwar E. Ch. D- und derrr niidcm 
perinifpni, tsn dii'sci? Mlin'i Kogiil von dor ReiHi1di(.'a zu f^i'hoii Iragcn, 
nicht grdncht worden; es soll aber, wie mir der Hcit Krnn Grose ranz- 
Icr im Ilcrauflgchcn veraproehen, gebührend gcBcheheo, wdor auch wol 
diese Cunetitution , weil sie ihrer >ielen zuwider, ganz ausgelnseen 
werden. 

4} S'niötcn iBt auch eine Cfmetitutioii verlesen imd bestätigt wor- 
den, darinnen der Staroste von der Loiuee dem Starosten zu Ostridcnk 
Diic/vniiiiski und frdgends E, Ch. D. Fm^torn, dera Werd ..... von 
Üan/.ifT |>er indireetntn die Flyssuni; der Hid/.waarcn zu liiiideni trach- 
tet, indem er diefie ['«rnuvlifi uiil einjceflickt, dties von keinen GtUem 
Holzwanren g:efltlsst werden sollen , als die deswegen verniögre der 
liifitratiitnnni die Quartani der ReipuMieae zahlen. Ich werd mir alior 
angelegen sein lassen, solehe clau^utnä dagegen hincinKubrinfrtu. daas 
dieselbe auf E, Ch. D. . als welche denen Reichs Conntitutionen nicht 
unterworfen, aueli nirgreuds anders mit, als Ihren Paelis strinicirt wer- 
den kijuneu, nicht werden zu ziehen sein. 

'■)) In der Constitution, da die lie^j^uldiea E. Ch. D. ordinär ISuli- 
tiidinra (ao man alhier last alle Weg „Canonem" nennen thnt) zum 
ordinär Unterhalt der flräuz- oder Quart*Armee leget, wird nach Er- 
zühlun^ derer andern EinkUnile besehriehen, ■wni? alle und jede, sjo 
einige von denen apeciticirten hiutcrhalten würden, zu richten und 
strafen sein; ninsj* also auch hierbei darauf g:eftchtet werden* damit 
die«('K letzte t^.ht^ ^tylisiret werde, dass ninnK siiif E. Ch. D- nicht ziehen 
ktinnc zur Verunruhigung E. Ch, D. KUtho und Diener, 

üj Haben die Mio^uren dnreh Aiitrieli dew Herrn Ölaroritcn von der 
I^omse atif derg-leiehen Grenz Cnnmiitusion , als sie vtir etlichen Jahren 
alUereil in die Ccinsitilutionen mit ein^erltekt, da nüudieh Jedes Theil 
die Hoini^e nennet, mit solcher l:uti;estltni zur L'nzeit gedriing^en, dass 
nnm ihnen ein 'l'heil derselben ablesen lassen; wie sie aber kaum auf 
dii- Hiiltle kommen, wurde der Landmarsehalk ijedrungen um gnä- 




RciolistagsconetUutioncn. Wirkung d. ProTiflionalv«rglekl)6 mit PrAlz-Nciibarg. !S37 

diäten Aliscbeid aii'ÄuUalten; dessen iuisw»i:lit djirC üii-'U der StArusle 
vun der Lumsf vermej^rteii, dass er bei der Correctur der Constitutionen 
danüt durchzudringen traul. — 



Hoverheck au d. Kui'fUraten, Dat. Höllenstein 3/13. Juni 1647, 

[Bntnctalion A«a Ffati^griirun von Neuburg'; der ProTisiaualvergleich- }l'OV«rbeok un^ 
lcr£(Qt«l den NrtilitirgiHi-'ben GesandliMi b«i aoLncr Werbung a» den Reivtislag.) 

Des Herm IYal/.grafen /,u K^nibiirfr f. Dclil. Sclireibous an S. Kfin, i^" 
Maj,. fiv niir durch den Hemi Olfcrkammcrhcmi Widw. zu^eHt-liiokt 
wimle« '), hab ich mich den Reichstag durch so wol hei ör. Kfin. Maj. 
als denen Herren Senatoren, zuiiml denen geistiicheii und «leni Künigl. 
Hause BoiiderH atif|:etlKuieii, zu Bey.eu|2:üii^ E. Ch, D. Hobnlicheu Kew|>0(^ta 
und AtTei'tiun jiraevaÜret, und dai>ei die Unihtände der Zeit und gegen- 
wärtiger t'oujuncturen zu «MiUHidoriren viirgeatellt: das» nämlich E. Ch. 
D. iiUH ;dloii Partien, so Ihr rurgcHtanden , (He Allinnre zuvlirderst er- 
wählen wollen, welche rationibuR stutus mit der RcpublieEi s» gensu 
verbunden, diu*s eiu Tlieil üline das andere keines Weges in Wolsiaiule 
nein kann; und dn Öie hiedurch sich in vortheilliaftc Postur gestellt 
und }iingegcn der Herr Pfalzgrjif vmi Valk. (leid und Alliirten, die 
etwas seinetwegen anjct/ji zu ibuu vermuehten, ganz entbh'jßt gewesen, 
'St. Küii. Maj. zu Wolgefallen mehr bei ör. f. Dchl. getban, als dcro Herr 
Vater iniiuer .... von E. Oh. D. hegehrt. 

Daunt uueli der Herr Knui (lictss Cau/ier E. Ch. D. äu Dteuf;! so 
liel mehr devineirt würde, hab ich in Sr. f. Uu. ri*'gpnwart die Audieiit/, 
\k\ 8r. Maj. gesucht und dabei iteroselben dn« Zeugniss und den Dank 
gegeben, dase Sie durch Hire auuderbarc Dexteritüt viel bei der Saclien 
getlian und E. Cli. U- dero Persim und ofHeia zugleich nicht in geringer 
Consiideratiün gehabt. .S. Kön. Maj, haben dicHCtj ullea zugestanden und 
mit nicht geringer Bezeugung deru Freuden und Daukn gegen den 
Herrn Ober Kununerherrn, idti welchem aueh der Herr Ptahgraf iiieht 
wenig zuschreiben tliut, auCgenununen und mit au&ftihrlieheu Gegcner' 
iiietungen heantworteL Auf das iSelireibeu aber seiht+t ist noch ?.ur 
Zeil nichts ertVdgt, meincK weidgeu Eraelitens tbeils wegen Uberhäiilh'r 
anderer fJeschilfte, ihcilü auch weil 4ler Xeidmrgisebe IJesideiit aul' die 
AIjschritll des Vertrags- *) vertröstet und y. KOn- Maj- denselben vorher(^ 



') )a F«]gHi der dnrrl] UurgJtdcrr» Sendung tiapfi DUs9o)dorf (9. unt.) öiiigolre(<?(ien 
«eicn Beeiühuugi^n hiiU« >dcr Pfulegraf L'bjlipp Witbelm ein Sclirciben an den KÜnig 
dcbt»t, ffelch^s Qtn& Retr&ctfttitru des oh- p. 219 gvgvbennti Yoiii 2fi- Hept. lü^ti war, 
*) Ded neuen am 8- April 1^47 zh Dfisi^uldorr ^vüchlo^seneo Provhionulvergleiclu 
Ober die Jüncb-CTcTtBcbPD LntuTt. 



238 



Plg — en uj Pokn. 



Mbes wollen. leb zwetf«! aher oicht, EL Ch. D. «crdea lUriBsea iiaHi 
Br. K9tt. lUj. Mediation Imacirable Meldung tbaa basem. 

Die«««! uacb lul> ivb nan deo iremelten il<rTni BiPiMfH«, wie er 
nur dum 6emcn rerhoürntlicfa Zpo^üss geben wird, 
Orti in iesnen Xegociatiunen , zunial we^gm dtf 
swl iKe» «o we^ev cuteteheudcT flt-^nvemcfaetinigAiitflcklr gttndtA^ 
mit BK^rem Nachdnirk als er selbM. weil idi derinlbeD ror anpartemdi 
gehalteu ward, widerleg '). Alier. vne dem aOen, halbem S. C Dchl. 
diMea Bcteb«tag keinö wirklit^iiv Satiidartiiiu eriugea kDaBCA, wie w»l 
dsmufcli tiie e* damit weiter, als weder der K(^u^ seÜMl, Bodi der 
KriiBC CaAmir in ilireni Suchen ^1>racfat. 



jMt. 



Hoverbeck a» die OherrätLe. Dat. Hoh^uätein 18. Juni 1647. 

DwXjf Tneiiaioaopül» uud di<; Scuordirnn^ im cagliaabai TmU^AI». Pnvile- 
(Um «atf Coaflnnaiio. Siumjge Zahlung ilcr roa tlonrlMck Tcr^fMbcat« l>it— liiiii J 

£. Gu. und llcrri. wdl ich dienKtlicK Diebi rorvnliuülefi . dius, ds 

ich mMfl) geendi^en Feiertagen und einigen wcuigra AMorduagem . 

djeaer ukeiner m gattt vcr^ej^seueu Hauelialtung mich ron Usmeii 

^tnttmhAea USWvtun^ bei £. (pu. und HerrL erboben tind T<>n allem 

Vertanf de» itüehst verwicbeneu Reiehstags uufthtliebea ßencbi ibun 

Wollfilz mir duroh ciikmi Ki'nii fliehen expr^^"^ aJbpeilerti^m Ürai^oaer 

riu Kiiiii^l. t^hroiUen, wie *Ue beigelegte Cnpev «luweül'u ein^lirfert 

werden. Wie ich mieli iinn in dieser Materie anlcfara Eiferk^ bei Sr. 

KAiiu Maj. niehl venehen, ttinlemal, da ich bei »eiBer Äwfienx tun 

liiUliun Mm zu fr. Vh. IX Ankunft ins I^and in$IIadig«t aabiek, S. Kr»n. 

H*y mir keine Aversion tiexeugten. sondern alletn mit bellendem Htuid 

Uu Sdierz iwgteu: Obaczem^ tif o wti'u [Ctöeses et ein Mna i tta ch ui 

tfpridiwon, »o iu AntWfkrt pflegt gtfhraucht zu werden, wann Jemuid 

mifi'' ^a* **>J^ *^r "1^ thun, ieh will ihnj au;^ dem Wege gcfaett, er 

m4t mir nicht lieikommen, und verstehen dadurdi lUr ZoeuniacB- 

fcltwfte. da man ihnen ihr depatat .Salz pfleget aiMznprbea; dsss aUu 

4im fCfinijpi Meinung datiiii f^augen; wie wot Ihr Emrk mAü rtr/ s«- 



tßiM ,rhwr1*iiiT halt« SOO.OUO d. pol- •>• MUgift «ertpvw&ca^ H»im. ywUii 
^ tf .iuHkl«, wird u jcui fttlcrb9<^ai Mf 150.000 i. p*t k nmww, m Aam LIUMwn 

', ritfiritim 4w Kft«((» m ttt^rcrbeck, d«L WarinU» 1& JmI 1«I7: «r 

Ah Jjr/^itfTiV «i*« farfiklM Bickfigkeil m maeboi*. Hot « hec k B«fc Mk iifcra Ma 




Der Köirig ilrüng^t auf eJncii neticn Zolkerlrag. 



239 



irttut. Bo ktntintpti mir dorh auch trnl Occasumen jswr ffawd] ') — nrid 
ich irrinx irol , flasx Ihr indeasat nicht anfhören irerdet Euere Vor- 
tkeit 5M »nchen; und aber desfalls ieli re]iHeirte, S. Ch. D. hätten 
in Alldem und zwar \ic'l hnliiTTi GeachUfteu li*."ber überaus vortlieil- 
hHße. Oi'OJisinuon huö Hand*ni ^elicii, als b5r. Ki'm. Maj. Anthnritül bei 
Ihr iiidit Statt tinden laescn, <dme weitere Envähnung dieser Sachen 
mir ganz ^'nädi^isten Aböchcid ortlieilten: aU weiss ich hierinuen ket- 
uem andern, dann dem Herrn Spirin^ alleine die .Schuld bei/^u- 
lucHuei), rtelcbt'r uff der Jagd Sr. Kün. MaJ. uffgewartet, und weil er 
mit dem Staütischeii Keaideuten l'eltÄ einen Procesa t\lhrt und deuwefe^en 
um die mir vom Sr. Kün, MaJ. augesetzte Zeit einen terniiimui hat, 
:oe privat Händel uiit dicseiu praetextu publici* zu beaebönigen und 
»Lcli hei dem Könige vordienl /.u machen Zweifels ohu traclden tbut. 
Dann wa» de« Herrn Wayewodeu x« Ponunern Excell. und des Herrn 
Ktvni flrijfis Canzh'rs f. Gn., mit welchen beiden diese Materie aUeiiie 
comniMiiicirL'f wird, |aidjiuj;t)'}, lial) ich deren keinen mit derg:leielii:H 
Wahn ZM belegen; diinn jener hat ihm noch in Htehendeni Reielmta^e 
Jiese Dilation jcar nieht niiesfallen lassen; dieser aber auch bei meinem 
Äbftebeide in «(.niderbarer Kreuiidlichkcit^ da ieh erwUlmt. das?* sticli 
büfle Leute tinden, welelie Sr. Ch, D. dilationem pro elusionibu« deuten, 
sich Äum UllrgCD in eontrarium anerboten, weil ihm ö. Ch. D. sowol 
we^-n der Sebwedisebeii Heirath, als des Verlrag^s^ mit PfaV/. Nenhur^^ 
halben so richtig dem jciiiidi^st ClmrfUrstlichea Wort, daran er dann 
nie grezweifelt liätte, fjrrlialleü*). Öo hatte mir aueb der Herr Praelat 
Fanloni *), dessen, aU Hr. KOu. MaJ. vertrautesten Dieners, ich mieb, um 
der Spinnte nndindna xu hintertreiben, beUelfeu tlme, gar gute Hofl- 
nung gemacht. — 

Bei der [ConstitutionJ'j wegen der TU ob er Öieg;elung haben s(JW4d 
die Herren Elbingischeu Abgeordnete, als auch Herr Peter Michel, so 
Niicb 'iM Ende de« Ueicbstags bei Hole gefunden, wenija; unterbauen f)der 
negodircn wollen. Di-uin ist in derKcllten , wa» neg-en dos Dajizijjer 
niouupolii. alä auch der Häunmn^ des Nogat» zu Aul'ang» ^e»etzt ge* 
Wesen, aiHgelasseu worden: dahei'o diinn /.n besuvgeu, die Danxker 
möchlen ufJe neue durch Hiiudlung verniitieLst vfirtlieilbalK'ri'ondittonen 



') [ — ] »m Ranulc. 

■) Fehlt in äer HAs. 

■) Vurg!. Lf^iigiiicb V). p. 2&7. 

*) An diKNen tiu iUlitlDi^i'liva SL^Iu't^ibcii lluVerliiick^s, dat. Huhuiidtein tilli 14 di 
Qtugno lti47, wuria er ihn bittet, Aufschub für cttc weitr« Vcrbandluag lu betvirken, 
hu der iCiir^ilrat nacL PrciiaHrii aiiriickki'inint. 



240 



t. PreuMBR und Polen, 






ilk' Eiif^tischen bhcIiüh an sii^b zu zielicn. dafeni S. Cli. l>. uder die 
Stallt EllHrif? [hiieii uit'ht /.uvnrkoiDmpji- Iclt hätte fcerut' pfr oxiirosüimi 
liinPiui^eHloket Ufkomnicii, dass !^. Cb. D,, wer Ihr Wlieheii wUrde, cafl 
»ei m der 8taüt KHnigsbfi'^- oder dcv Pittau, uiil dieiiegn nunmehr cinn- 
niuiiicirtcn Sigillntions bcuetieii» liegiiailigen luöohleii, weil ^leichwrd 
jedes HtUük 10 gr. in Üaiizi^ gegebeu und das iJair/e bei lli.OKI tl. 
j^elra^eii; ea Ut aber solches keines Weges äu erhalten geweseu; idi 
hiib iiiieh niebt i»> 2;iir hurtt* dürauf diiiif^en dllrfen, damit am H^lcber 
AondiTUiig vviileti deü UaiiÄkeni iiic-ht Gelegenheit ^^eg:eben wlii-dL-, das 
icauzo Work wieder umzustusaen. — 

Ueb*^ däb so hab icli auch den Thorneru ait die Hand gegeben 
daüs sie audi um ein Prhilppuni i^ipllatiniiin mit mihalteii luiiehteu, 
darduR'h dann, \vaiin die Herrn König'fjbergi'r ihr bei den U^tztoi» Ari- 
Htatidä Tractateu uugcräumter W^iö praeteudirtes iua purtuw dureh dies 
Cimstitwtit)« ihnen wieder auKuniHiiii^cn «ieli unterstehen wulUen, Wi 
die Ucspublica gemeint und wie sie*» wfdlc verstaudeii haben, »o viel 
klärer konnte erwieHcu werden. So werden auch wid E. Uii. und 
Herrl. bei Conei]}iruiig; des ihnen von Ör. Ch. D. ertbeilten privilegli J 
(diiini Hdk'beK hab icli per exiirep'suiii aushedunK^^n, howüI bei t?r. Maj. '' 
als denen Herreu <_'auzleni) iiliiie meine unnötliit:;e Erinneruiiy beteblon 
in Aelit za ueiimeii, dass diese Cmieession ihnen nicht ^igore iuris portUH 
ant ad purtum^ sed ex mera gratia prineipis gescheheii, Und idsiUim 
könnten S. K(Jn. Maj. als direetuw dnmiuus soh^hes eunttrmiren; datiu 
um dieses Willen hab ich w» instHiidig: »m das Wurt „Cuntirinatiuncij" 
anj;:ebaltfii, damit die Cunstitution disitinctive uder rewpccHve konnte, 
verfitwnden werdeil, das» uUiulich S. Kön. Maj. denen Ihr imiiiediato 
Untertlianeii .. Privile^ia", den KiinigHbcrgcrn und Mennuelern aber 
,. Conti rmiitiinies"" ertheileii wollten. Und hätte ich iiiehl Ver- 
tHistuuf^ getban, das« es auch weß:en der Conti ruiatio neu nicbt oliii 
Fnieht vor die Cauzleieu abf^ehcu wUrde. mischt es vielleicht laeL 
Schwieri^^'keit haben ab}ceii?ebeo. — 

Indessen aber niiiehten E. Gn. und Herrl. ilini*n huchgllnKti^ ge- 
falleu lasften, den Küiiigsbergcrn per expreesimi äu lerbicteii. da«» sie-] 
^\v\\ den Kitstel nicht treiben lasgcn, S. Cli. D. vorbei und zum KTkni^c 
pro Privilejiriu ku geben, sondern nelim-hr jetÄO g:leicli bei Ör. Cb. U. 
um daB PriWlegium /.u feuppliciren. 

Dringt weiter auf Eiiis<.'Uieknug dt-r von ihm liieUci veraproehencii imd] 
zum j£iiti*ii Thcil liercitw ausgdugtcn 'J.UW) Üih. — t>1''''^*'P3 riiiijis k-h so viel ' 
t^orglültig-er cTJtiiifrri, uJ.s mich die viai^e K.\fui|i(^l rurclUäiutiiT und ütThauei 
uinrhpn Unit <*s ja in alle Wejf uiiliillig war, iliis:* mir iin-iii oniriuiii 




I 

I 



Kurfürst an die Oberrathu, Dat. Cleve 29. Juui lti47. 



AiiWPifntig, Hoverbeck die 2000 Rtli. zu schicken, und da Kütiig&berg 29.Juni^ 
und Mcmel von der Sache den meipten Gewinn liahen, so mögen sie die 
Bezahlung dieser Summe überu^bm^Ji, — 



Hoverbeck an Conr. v. Burgadorf. Dat. AVarschau 30. Juni 1C47. 

(KiiLiif^b. Arch.) 

[FortdautiriLde Erbitteruüg des KiJ'nigs wegen des Ausgangs der Zolljacbe. Wie ei 

jeut mit der VerpOinduDg preoasiaclieE Doomiuen eichl. Die ElMngec DiS^nuz. 

Gatli »ich mit änta König abKiifindcD.] 

Aus mtinfn jWiig:steü etc. Bericliten ist zu eraeUen gewesen, wie äO.JnnL. 
eiferig^ es S. KUn. Maj- mit den Zoll Tractaten meinen und was Ö. Cli. 
D. vor praciudida zu besorg^^n, daftrae Sie es in Zeiten nicht uutL^r- 
nchmen, Zwnr liub \vh bishent noch (hircli Gotles Gnad . . . alle be- 
sorgende uraeiudicia tlicils abgewand* , llicils zurückgehalten ; . . . t>b 
icli aber in die Länge werde Widerstand zu tbuu genugsam vermögend 
»ein. das stehet bei dem AUcrbüehsten; 7Ainial da Ö. Köii, Maj, in dem 
Wahn stecken, dass alle Dilationen düliin gerichtet sein, damit man .Sie 
f^nz leer auHgehen laBj^e, und derent^vegen niclit soweit darauf ge- 
denken, wie die Sacb ufl' Iteiderseits anneUmlich- und Ihr fruchtbare 
Weg gericlitet werde, dtum dam We aus Desperatiun a\h^ stutzig 
machen und rfr. Ch. D. hingegen wehe thim» sich aber selbst durch 
solche liach ergötzen xiiögen. Darinnen Sie dann durch des l^pirings 
uuablasHiges Eingeben und der Elbinger immerzu wiederholtes Klagen 
ge&lärkt werden. 

Gestern bin ich das erste Mal vorgestattet worden, da ich dann 
meine Negociation dahin vornehmlich zu richten gesucht, dass die von 
St. Ch. D. begehrte Dilation bis zu dero Ankunft ins Hcrzogthum . . . 
ohne ^''crdm8s vergi^junet und indessen sowol dem Elbingisehen Procesfl. 
ab denen Zoll Tractaten ein An&tand gegeben werden möchte. Ich 
fand, aber S. Kön. Maj. nicht allein hart und durch die Gegeninfornia- 
tion ganz eingenommen, aonderu auch mit der Antwort ganz fertig, dass 
in diesem Jahr im Zollweaen keine Aenderung gemacht und ör. Cli. D. 
Ankuni^ ins Herzogthum gar nieht vermuthet werde. Man cunsiderire 
defo Staat hu wul durtcn, als in den hiesigen Landen; dann in jenem 
fielen von Tag zu Tag neue Behindemugen luid Hände! vor, alhier aber 
vcr|)fände man allewcg mehr und mehr, dass Sie at.;hwerHcli den Uuter- 
hult haben kOmileu. 

llM«r. lur Cobch, ti. Cr, KurlTiriiei». I. 10 



242 



I. Prcqceon unri pnien. 



Wie icli aber g^leicliwol darauf replicirt und in specie alle die ab- 
gehaudelt- uud nccommotliTte Öaclien (hirchganfr**". ""»1 zugleich vcr- 
fticliert, dass meines Wissciia sieder Sr. Cli- D, Abreisen alhier zu Lände 
nichts verpfändet worden, aueh uiclit unenviihiit ^'ch-vsson, class Ö, Cli, 
D. eft vio] anders, uls wul liiebevur gescheiten, nmnrhr zn suebcn 
wissen, geötalt dann daß einige Amt Riesenburg wol »eclis m«l so bodi I 
neulich war anjLresehla^'Cii worden, als [maus vnr der an den Herrn 
General in (Jrosspoleii geschehenen Venirdiiduu'? verreuhuet habe: aeind 
uff diesen geriiig-fllfrii^eii Gegenberidit y. Küii. Miij. vmi deru An- 
uiuthun^cn, dasi* ieh uff die vorig^e Vollmachten zur Handlung selireite» j 
sollt, in etwas ab^-i' wichen ; Sie wnllon aber durcliaus hüben, dass lelii 
des Sjudici von Elbin^ Deduktionen anhüreii und dieselbe hintcrhringTri 
soir)^ — 

Sollt es aber mit Sr. Cb. D. Hcreinkunft Bieli etwas venvuileu.j 
kennen E. M'olw. ans ohigeni und was sunsten vnr diesem bcriebtet 
worden, bocbvernUnftifc erme,saeu» ul>s nielil werde iiulli Bein, dass S. 
Ch. D. KU einiger Handlung schreiteu und deswegen sieb gegen die 
Herrn Uepimenti» Riithe etwas mehr auslassen, und dass gideites ge-J 
schehe, m lang es noch das Ansehen einer Frei\niligkeit hat und da- ™ 
bin nielit gedeutet werd<?n kaiin^ als ob es dureb die augedriUite Mittel 
war abgedrungeu worden. Meines wenigen Orts hätt ichs Tor cinJ 
sonderbares Olüek uud Gnad \on Gott zu achten, wann ich in dieser] 
Materie, die mir so \iel Reiscns und Kosten verursadiet und bei beideiij 
Potentaten in Diltidouz'), bei den Ständen aber in Feinds^cliaft gesetzet,] 
gDud. versdiont und tibersehen werden nitiebte. — 



Hoverbeck an die Obcniithe. Dat. Warscliau 5, Juli 1647. 

(Königsb. Arclu) 
[Di« Elbin^fir uai dia englische UaDd^lsconipHguie. .Seltsame rrKleiision von Dausig.) i 

|i. JuU. Andauerudc Schwierigkeiten luit den Rlijiugeru über den Zell in PUluu. 

Der ia Warschau anwesende Syiidicuü von Elbing hat diu Spiiing's hin- 
ter sich. 

Es war auch wol äu bedeiikcn, ob, uff den Fall, da, die Elbinger ] 
bei der gUtllchen Handlung m gar ufl" dem abgedachten Extremo be- 1 



'} Der in Wsncbva imwesendei Brndkas ron Elbing bestebt JunnF, du» Elbing 
in PlUau nur einen K<j]J von sn-ni ITunTiig Jtaf die preaH»lscbe Mark %\i Kahlen sl-IhiI- 
dfg Int.; wfthrend bräii(lenbtii'giat:)ier Seite drei PTenntge (ponorium trinamninlei &ls 
daM, jetzt QberdLes zu urb^ibt-ndi?» MfitiiDuni verlangt werdun. 

V Eine weitere Atidcutung^ inwiefern au<!h der Kurfdr^tt mit Huv^^rbcck*« Tliällg* I 
keit in der ZoUjiiigcle'gcDbeiL nicbt inTricdet) g^w«sen^ tinrlet nich nicht. 




Die Efbingcr Differenz. 



243 



leben wollten, ö, Cli. D, nicht mit dcu Eugläudem hätte tractiren zu'l 
lH6crn, uui ihnen den Pmetext ku benehmen, desseti sie sich bei Sr-j 
1vf>u. Maj. sn stfirk |n-;ievalireTi. dass hhisti um diesi'i* llhomi ächtigen 
^ii»>ll8 dir Ki)f;I;iiuU*r in Uuii/Js mit ihr<.T Nifdeilage hli-ibou , da aie 
^kch eousten crklHrt und schrifllicli rerubligirt hUtten^ uff deu Fall, da 
I rtip DauÄig^er Sic^^fUmg und imonopoliuiu »Ij^escbiflFct und der Zoll in 
I diT Pillau uft" 2 Fl', vnii der Marii n-dui'in't wUrdi-, sich wioderuin lu 
^Elhing ZM setzen. 

^b Nun will ich wo] glanbcn, daBS die Engländer wegen Redneirung ^ 
^HesZolie' etwa« nü^goii sedarlit haben, dana. sie aher so unbillige Leut 
^^iSrt-n, die Sr. Ch. D. und dos rillauseheu I'ortM InU-resse so ^ar /u- 
vrider sein und was, wie die Elhiuger sselbHt aussagen, alberdl llhcr 
41) Jälir gewährt, ül>er finen Haufen sollten werfen wollen, kann ich 
mir nicht einbilden; sintemal bei denen Anstandw Traetaten &ie, der 
Küui^'K Ali^psaodte und der Compa^^niie Acltcstcr, dueb nur darauf 
^^an^en, daBs der Zoll in den Stand, wie er vor dem Kriege gewesen," 
^be^etxt und Oleichbeit mit Dauzig gehalten werden mOchte. 
1^^ Hiebei ma^ ich auch nicht unvernieldet lassen, wjowo] cb mir gar 
l^läeberltrh vurkummt, aber dannui'b, weil l's in iiactn bcetehet, ohne 
^Bik'uehfru^ nicht kann wideräproehen werden, das» obmehr^cd. Syudicual 
zu BehäU]>tung der practendirten H^duetion nfl' die 2 Pfennige von der 
Mark und dastt i>, Ch. O. au die UUIftc der DauKifrer Tax so gar ver- 
_lmndeii-, sich mder aiuleru auch dienes bebeifcn will, dass an** dem 
Jerzi>^tlmm die Tax von der Ktadt Danzig jilbrlicb abgefordert und 
gleichsam in rccngnitioncui ein Ducaten eingeschickt worden, welche j 
jDueateu die Lianzigcr noch bis nfl' den beutigen Ta^ an einem Fadenj 
iffgezngcn in dcrn ('ainnicr halten sollen* Nun bab icli zwar mehr| 
Exenipel vor nur, da^js die Danifiiger nicht ungewohnt sei, alles zu' 
'ihrem Vortheil zu deuten, daijs sie aber so weil sollten gangen sein, 
und so gar vergesneu liaben, das» ihnen die Parti cipatit)n am Pfund- 
all von Ör Ob. ]>. V'ortabren aus Gnaden ge^Hunt worden, und ihnen 
liu Ju6 und Praeeuünen?^ Über üa^ lierzo^thum in diei^em StUek a.n^j 
nassen, will mir gar nicht ein, Es wordens aber E. Gn. u. HerrLJ 
Jurch Herrn Bergmami leicht erfahren kiJruien. — 



Hoverbeck an den Kurflirsteu. Dat. Königsberg 27. Aug. Z647J 

jDie K&ni^abergpr terg)ver9ir(.'n mit der Aussahluug der von Hovvrbeck xuge&agten 
Donativen an polnische Rotchsstilndej 

Gnädigster Churfllrst und Herr. Wie geiUhrlich es sei» uff fremde 27. 
)iÄcrctiiiü etwas vitrzusehiesseu. sulches erlalire icli aujetzo mit meinem 



I. Pfetwaen unfl Polon. 



1 



nicht ^prino:en Schaden und Vcrsäumniss; dann ob wol den nächst 
verwicheucu Kcich&tag es der DauKijürer Tllchcrsiogelung Imlber nicht 
nur auf die von denen Städten Kiinif^sberg erwUnschle Weg ^erichl, 
d&m dat* Monupfdium uffpfehoben wordi^ti, Hoiidoni iiuch dazu vou den 
Herren Regiment» Rlithcn ihnen das bpiieficiHni angebuti?!! wird, dasa 
sie alle so ausländisch- als einheimiacbe TUfhur hesichtig-en und «tem- 
pfhu uueli über das von jedem Stück etwa 10 gr. pohiiach einnehmen 
miiyrn, iiiaehen sie sieh docli dea versprnehencn Zusehubs halber sehr 
zu suchen und disputüeu allererst, wie viel ihnen dieae H.) gr. vuni ' 
8tllckj[lhrlich tragen könnten, und uh (sic in drei oder vier Jahren dasfl 
geforderte fteld wieder herauHbringciä werden, Indese rauss ich nicht 
mit schleeliten Unkui^teu allhier liegen und von denen uff Credit in 
Warschau Hufgenommencu Geldern die Intres» auflaufen hieseu. So 
weit möchte mich noch ja meines Abwarten« allhier nicht gereuen, das» 
ich verhütet, dass die Leut E. Ch. D. nieht jiraelerirt und von dem 
Künige, wie hic dann alle Weg snuders dazu geneigt gewesen, mit 
Vorbeigelrnuy E- Ch. D, das Privilegium geöucht Imben. ^- 



Peter Bergmann* an Conrad vnn Burgsdoi-f. Dat. Danzig 

17, Jan. 1648* 

1648. B^rgitiann macht auf den wahrbcheiiilich bald be?or stehenden Tod des] 

1 17. Jan. Köuig's TIadisIttT aufmerksam und ermahot, sehou jetzt auf die dann erfor- 
ilcrliehen Schi-itte xu rlriikeni er selbst koutie nicht zu dein Kiirfürnten nufh 
Ctfve kouiiueiij utrile aber seine Gedanken dtm Kurf. Ruth lienkeudorf 
tuittheileu, der siv dt-ra Kurfürsten überbringen soll. 



Peter Bergmann an den Kurfürsten. Dat. Danzig ^1; {i*^f; 1648. 

[Ein vem ebnen mit Dfttiiig für den Fall des Todes des KtJnvgB.] 

*G. Mfirz. E. Ch. D. gtiüdigrstes Rescript vom 30. Januar (darin E. Ch. D. 
mir eine wichtige Verrichtung j:die CorreRp^mdenx mit Danzig :| be- 
treffenjle gnädigst nftraget ') habe ich mit schuldigster untcrtliUnigsteu 
Revcreutz wol empfangen. Und wie ich derselben Sachen meiner We-H 
nigkeit nach fleissig nachgedacht, so befinde ich sie ÄWar wegeti aller- 
hand Considerationen des gegenwärtigen Zustünde» |:der Stadt :| und 
aueh ]:der Krone Polen ;| nicht gar leicht zu practisiren, aber dennoch 
iiicht uuniüglich, viel weniger unbillig. Und weil E. Ch. D. gleich wol 



'} Der Ettrfilrst wünsoht, ilufla Dantig alcb mii Itim in VenielimeB 3«ixcu inCge 
Ubtr ihr ^cmeinaame« Verlmltcii bei Aar vorAu^^iisebenden Th roner ledigunj; in Pe]m 



I 



iDteiregDUin. 



245 



viel Nut/es daraus entsteheu kann, da ea uf guten Wep gcbraclit 
würde, HO halte iebs vor würdig und ratheani xn vcr»uchen, doch der- 
gestalt, das» es nicht das Auselien gewinne, als riibrete die erste Be- 
wegung der Sachen vi>n E- Ch. D, her. 

Will demnach E. Ch. D. gimdi^stcni Befehlig ku gchorgatu&ter 
Fulge dasselbe Werk mit aller niüglicbHteu Behutsamkeit und fleissiper 
Treue also vorrtebmeii, damit es scheinen möge, al» tlüUe ich aus pri- 
vat Affeetimi f^egPUf^t |:die i^tadt;] solchen Voröehlag, daas |:i^ie:i es hei 
l:Braii(leuhurg:| »uchen mdlte ihres Interesse balher; und solches mil 
erster unvermerkter Occaeion, die ich dazu bekommen werde, Wnvnn 
ich heniacher E. Ch. D. fleißsi^e unterthänig'Äte Relation einschicken 
will und dabei mich der Ziffern, die ich mit E. Cb. D. gelieimeju Katlic 
ijtiiastiaii Wtrippen habe, gebrauchen, wie ich auch hier oben gcthaii, 
fii) lange hl» von E. Ch. I>. wegen mir andere zugescbieket werden; 
dann des Benkendorfa seine isind zu gebrauebeu gar zu unbequem, 
watm zumal viel zu schreiben ist. — 



Die Oberräthe an den KurtUraten. Dat, Köuigsb. 25. Mai 1648* 

Anzeige von dem am 20. Mai erfolgten Tod des Königs TladLslav; sk 95- AI« 
bitten dt'ti KurfQr^ten^ nun, womof^jieh Imld^ iu das HerAOgthutu Freusbeu 
zurüekzckommeti. 

Der KuHürst an die Oberrätbe. Dat. Cleve 12. Juni 1648. 

Dio Oberrätbe sollen bei solchen VerhaltnlHsen fleinsig vigilircn, „in- 12. 
jvonderhcit es daliin verfügen» da.&s Unsere Gränzen, a^*; zu Johaniisbnrg, 
Ortelshurg, iflod bei der Weissei mit gmigsnni Ijaudvolk mögen bc^etal 
nnd bewachet werden > gentalt Wir dann nueh gesinnt, iimerhath weniger 
Zelt vier Compagnieu zu Ftiss zu Verstärkung UustT beiden Qnanjison4'n in 
ilen Festungen l'iliau nnd Memel von hinnen abzuschieken*. Ueber wettere 
Ma^i^regeln »^ulleu äie üieh mit Bergmann nud Hovcrbeek in Verbindung 
Beizt n. 



Die Oberrätlie au *L Kurfürsten. Dat Königsb. 3, Juni 1648. 

|VorBicbt»ina»Brege1n b(?! der SediBTaejinz in Pokti. Eingriff (1er ObenHEbe in die 
licrzo^liclit-n Kaa^L'H; dio Ucüandci-n £iim C'oiiTucattuualag:.] 

Die nötigen Vorsiehlümtt^s^egeäu sind getroffen; der Landobrist ist an- S.Juni. 
gewie[*en, daey ^der 8eestnind der Nothdurft nach battirt" und die GränKCtt- 
aa allen Punkten gesii-hert werden. 

Zuvorderst haben wir die beiden Vcstungen PUku und MUnmtel, 
m viel ans mensch- und möglich gewesen, auf eine Zeitlang mit Pro- 



346 



I. Preiusfteo und Polen, 



rianl vcrsnrgef, haheng aber niclU anders nmehcn können, ohgloicH 
dtr Contraheut und Verwfllter des Holzgarten^, Keinl^old Klem, sich] 
kcinei« Weges* dazu veralcJicn woUeu, mit dem Einwi^iiden, c« wider 
»eine Contract und IiisirupHtin laufen und ere kciiios Wpf;cH bei K, Cli, 
D. wUrde %n veraiitworteu haben, als dass wir die Brennliidz^elder 
angreifen niHss^n und Kur DaTsrreckung derselben ilm. Kleinen, dureb 
BeiBonBtrirmi',- di?r ^^lefjibr . . . gezwungen hjilicn, der nnterth. uu-fl 
gMweifclten Zuversiebt, E. Ch. D. ilii) hierunter ^^niidigat entschubli^l ™ 
nehmen, auch uns /,u Gnaden batten werden, dasy wir in (liesiom Falj 
der ÄUKsersten Notb ee nicht zu andern gewnsst, eondcrn aTis der Nolh] 
eine Tugend, deni .Sprichwort nach, mtlesen inacben. 

Der Handel iasst sich in diesem Jahr Ärhlechl fti», und ct! wird vtraj 
Zollf'innahme'n wenig zuia IJiiterhaU von Pillati abfallen. -— Zur ÄbFen-j 
diit)|jr auf den bevorstebeadeu i)i)[ni.-;L'ben ^ünvocfltioü^tng 'J .icblftpeii die 
Obcrrathe Jühnm voullüverbcek und Carl Friedrich von üe I sch- 
' uitz vor. 

Der ^anze nen'ue aber rei ^erendae wird auf dem Clelde odec^ 
den Spesen stehen. Dariu koiu^Mi wir keine Mitre! finden . nticb er- 
sehen, ausserdem, das« E. Ch. D. gnädigst möcliten geacheben lassen,! 
dasH aus der Öcatidl ■ GeUlern snlche Posten ftlrgcsebosseu und aual 
den andern dieses E. €h. D. Hercngdiunis Einkünften, wann der ver-j 
hoffentlich ewige Friede zwischen beiden Königreichen Polen und S?cbwe-| 
den geschlosaen, durch Einziehung der Guamisonen ersetzet werde.l 
Und wltrdc hierzu nicht ein undienlicb Mittel sein, wann E. Ob. D.] 
Factor Heinbold Nauwork, welcher in seines ^>tieftalcrs Contract ge- 
treten und wi ein groes Yortbeil dureb seinen Contracr gewonnen, das« 
er wid ultra tripluiu desse]l)en höher geniesst, nU er E. Ch. D. iyt!A4 
tutleiu wann die Waaren bereit allbie zur t^telle ohne seine Gofabr ihm' 
abgeliefert sein, abgeben darf, angehalten würde, siilch einen Viirsehuh, 
zu thun, in uiehrer Anmerkung, daj*s er den Titel eines Cburf. l\ 
tnrift rtlhret. 



Der Kurfiirst am die Oberräthe, Dat* Cleve 4. Juli 1648. 

fFrotfiBt gßgän die EitigrilTc dur Obbrrfith«.J 
4.Jq1[. [Billigung der getroffetien VorsichtAaiaAeregFlu.] Dans fbr aber dnti-l 

noch einige Gelder aus Unser ^catul zu solchem Ende gchnben und utl 



*) Comitin iMitivocationis b confouaiidD nomeii haben t , quia uninos Ordi-j 
nea L-ouvooantur, et licot ex hac cauflA omniii comitiii LHHivoL-4.tioEÜd i>uMmt dicj,[ 
minet tarnen hAec. a^jp^llnLki illin ciioilIiJs, qiiRu mortcni Rv^ia w (!i[|iiuaiqr, nri»« 
priB- i-cngnU-h lua jiulil. Rtgiii TihJun. I. p. B^< 



tDierregDom. 



247 



riero Darsfrcckuiip UnHorn Verwalter des HolzgartCDe, Reiahold Klein, 
g«zwiingeiu snlches bähen Wir Bit-ht anders, als mit Bouilerbarcui Miss- 
falk'ii kfiiinen vernehmen, und liiittt uuiii billig hei Zeiten, da TTnaere 
l'ntorlliaiien noch etwas Gctrciili^ in ihren Scheuern gehabt, aid' noth- 
dörftit'P rroviHiitiruii^ heilihrtei' Unser beiden Vestiingen sollen bedacht 
»eiii; dieweil Wir auch obgcfietzle Uiiaere Öeatiil-Gelder albereits andern 
AssitruiiiTt nnil sie darauf vertrOslet, diibet Unyer Credit dieses Orts 
nicht wenig vei*siret» su wollet Ihr dahin sehe«, dutis berührter Vor- 

' MÜ1U&8 erstattet und beBa^tcm Unycm Vei'walter mit dem li^rder liebsten 
zu Unser ÖeatuI wiederum eing:elierert werden möge. 

tft Kclreff der AbBcntImig zum i'ynvueiitionsta^ g:eniig-t l's, wenn zur 

' Veruifidung fcrösserer Uiikfisten HoviTbeuk alldii dsuiit Ln-anftragt wird, 
_Tnriii4iftilirh da aueh der vi>n Oflsthnitz noch nicht in ünsern Diensten 
und EidspOichteu Ut*. 



I Hoverbeck au deu Kurfiirsten. Dsit. Königsberg 4. Juni 1648. 

[Bcinc! tiAcli KOnigH)iei-g ku den Oberrnthcn. Erfoirdurnissu bei dem Inli^rrvgnum; vor- 
xunch munde B«H):irecl]aiigeTi mit poliiisi-hcii UuicbBatAiidetj; Fürst Radziwill. GUiiBtige 
rtCeLlQng vou freiisBcn imVergLeicb mit dem Torigen Interjoguum; nentralQ« Verlinllen 
de» Kurfiitftlen oder Biugreifeö in die VVflhUuyelegeiibeit^ laögljcbo Aoseichten dee 
KiirrtirKlcn fielbiU -^ Dür KurfiJnil will i'ür JohanA Cnj-imir vtirktsri.] 

Ats auf eint'ekoninicnc Naebricht von 8r. Kün. Maj., wie wol längst 4. Juni.! 
bettirfrten , aber docb zu dieser Zeit gan*/ unverinuthend eingcfalleneu 
Todet*ru!l ilie Herrn llegiments lüithe mich anlicro erfurderten, betand 
ich nticb ebeu zu Marienwerder wegen der von wolgemelten Herrn 
K. II. zwischen dem Herrn Starosten zu Neuburg und Hauptmann da- 
setbftt nur uft'g;etra^'enen llntcrhaiidlungs ConimisBion; nielits desto we- 
niger bah ieii mich in dem Herreisen so fordern ^vollen, dass ich am 
30tcn defi nächstvervt'ichencn Monats alliier angehuiget; wie wol, waun 
ieh mir selber hätte ibigeu wollen und der IJerru Uegimentö liätlie gar 
hitxig einge&telltcs Schreiben mieli davon nicht abgehalten, ich lieber 
_yorhcro die Preussisehe ypuatoreu und etliche von den hüben Reichs 
Beircrri ersucht hätte, um unter dem Praetcxt der Nacldrage wegen 
Versieherung dieKes Land» Grunzen zu penetriren, was sie im lieli- 
giont* Wessen uud wegen des Candidati im öehilde führen, und mit 
fertigen KnndHeballen, darauf obgemeltc Herrn Uegimenta Riithe der<t 
Anordnungen and Redenken liiitten zu grUnden gehabt, anhero zu 
kiimraen. Ich miicbt niieh ^vol anoli gern vorhero mit dem Littauschen 
Unterfeldherrn liadziwill unterreden, um zu erfahren, was die Evan- 
gelische vor Nachdruek oder Hinterhalt zu habeu vermeinen utf den 
Fall, da die Catholisehe in die Co nfoede ratio n gegen die in anuis 1424 



248 



I. Prensaan unü Folea. 



und 1438 m Vertilgiuig; aller derer der Cathtflisehen Lehr oder Phbst- 
licheni Stuhl zuwder lebenden anfgerichtc Verbindmss niclit emwiUigen 
wollten; icli merk aber juieh wnl, diisB wilclie ReiHs mid Conferentz 
tticlit ohne Verdacht CalWni&cher Practiqueu ahgelieii nürde. Hidjiild 
ich aher m\r vcrnclmieu werd, das» S. f. Gn. dem ji.'tziKt> Tribunal 
Marsdialks Function abgelegt, und sieh diesen Landen etwas worden fl 
^rnäbert haben, will ich vf<r;;eb^n, dasö ich von llir erfordert sei {v,\e ■ 
CS dann auch wol iiieht ausbleiben uiödit) und mich zu derselben er- 
heben, von der gehaltenen Conferents aber E. Ch. D. Ausftlhrlieh 
uiiterthliniirsteu liericht einsehiciken. — 

Es wUrde aber wol der ^aehen ein gross Meht geben, wann E. 
Ch. l>. Ihr mit dem ehiöten die bei vonj^em hiterregiio ro zur Cnnvo- 
eation, als Election gefertigte anidUhrJiehe Instmetiones xnschieken lies- 
sen. Bei dem aber mnss ieh wol in otwaH ansteheu, ob E. Ch. D, 
fiich des Werka anjetza so weit und eifrig, als wie damals ^eseliab '), 
mit offentliehen t^ollicitationen , kostbaren und beeehwerliehen Aub- 
vüstun^cn anzunehmen iiätten. Dann der damals regierenden Chf. 
Delil. Staat war datnals \-ie] ;:er;Hirlidier, ak E. V\\. F). durch Gottes 
Gnad sieh aujctzo befinden; beide Ptirte waren aus Ihren Händen; so 
wusßtcn öle auch im RÖni. Reich nicht, vn^ Öle mit einer oder der 
andern Partei stunden; über das so waren die he&ehweriichen Bezüch- 
ti^un^en we^en Uebergab der Veste Pillau unil die drauf ang^e^tellte 
Inquiöitinnen durch die Amnistiam und Uidou Belehnung noch nicht 
ganz getödtet und abgcthan: hei E. Ch. D. aber höret daa altcB, Gott 
Lob, auf, und haben Sie liireii Staat durch Gitttea Gnad besser gefnAst, 
als je derer Vorfaltren einer. Um welcher Cmisiileration willen ich 
aueh noch keinen Ausschlag zu linden weiss, obs E. Ch. D. uidit bes&er 
war, sich reepectu der Candidatoruui neutral, als einiger Partei anhan- 
gend zu erweisen. — {Aurffülirliche Grünth; für die Neutrah'tät.}— 

Wollten aber E. Ch. tX etwas dabei aufsetzen, ao niUsste es auch 
der Rede werth Bcin, dass Siee entweder vor sich selbst oder einem 
andern Evau gel i sehen Potentaten, dessen Treu Sie genugsam versichert 
wären, zu gut fhäleii. Und möchten Sie vielleicht nicht vif 1 mehr Milbe 
und Kosten vor sich selbst, als einem andern und doch Catholischen 
KU gut bedürfen, weil verhoffentlich die Evangelische in und ausser der 
Krön, und insonderheit die Herrn Staaten der vereinigten Niederlande, ■ 
welche vor allen wegen habender freien Hand vom Kriege jct^o am 
conaiderabelsten, wie auch die Preussischc und andre Anseestädte sich 



I 



Nach d«m Toit äi^UmundV UJ. tkm 30. April 1683, 




Dos Tnterregnnm. Tii« ThttmcfmiiSaian. 



249 



uff snlchen Fall E. Ch. D. zu gut nicbt wenig angreifen raöchten. Uff 
welchen Fall dann d(>r Allerhüctiste seme Gnad verleihen wollt, dass 
alle E* Ob. D. AnBchläg und Voniehnien zu dessen Kaniens Ehr, der 
Kirchen Schulz und E, Cli. D. Iiochlüblichsten Hauseö Wulstand aus- 
ftlhren mögen. -— 



I 



Resohitlou des Kurfürsten. Dat. Cleve 4. Juli 1648. 

Die ruii Hovi-rliock angeriilirtcn Gi-ündv ztir Ncufrrtlität ^IftfJj^cn Wir an I.JiiIa 
ihren Oft gcytellt si'iti. Et* lassen sich ikher deimoch die Friedens tractat#n 
im KhjH. Ri'JL'h sehr gefährlich an iiiiil thut t^icli ein novnm finfTgeiit; naeh 
drm aiidrni hertfur, also da^s hei gemeltoii Triiulateu lüichtlicli einige Hup- 
tur, welche diT gütige Gott guadIgUeh ubwendeu woHle^ erlolgcü konnte". 
Da zu vernmthcü lat, ^dfiK« dt-r Kciiiäpl. Prinz Casiminis bei vorseiender 
^Kleclion nichl wo! wtrik prartcrirrt werden,* ^o eoll Hu?trbeck ssitb nur 
die bisherigen Weisnngen in ßetrefl* desselben halten '). — 



Peier Jiergiiiaiiu an den Kui*ftirateii. Dat. Dauzlg 'J Ki 1648. 

[Johann t'«fllmir als Hauptcwididat. i*endung Uctikendorf» an den KurlTIrBlcn- Uve 

ttMitl\ai«chv OvHniiiha Vicomte d'Arpsjou; er hSU wit seinem rnmlidaten noth zurück. 

O/lQiig noL'h imnüiet' aprödc] 

— Die innerliche Dircction consilioniin publiconiin belangende ist 5, Jua 
davon annoeh niclit viel an vermerken. Der Herr Erzbißcliof von Onieeen 
FriniaB llegni ist Alters halben. aU ein beinahe achtzigjähriger, zu Bölcher 
Function nichl tüchtig'- gnug; glcicliwul sind die beiden Kronen Canzler 
eilende zu ihm gefahren und stillen, wie man sagt, die universal Ans- 
selireiben zur Convücation der -Stande bald heraus kommen, derer Tag 
^iclleieliit in die erste Woche des Munats Julii einfallen möchte. 

Auf welchen candidatum die künftige Wahl zum Könige fallen 
werde, ist nach gar schwer zu vemiuthcn. Man bildet sich aber ein, 
ilflßti Prinz C'attiiiiir w<il tlie meiste Vota haben werde, und schei- 
net, dasi* |:Fnmkreioh ihn favoriwrcn:] werde'). E. Ch. D. Rath 
Benkendtirf fähret morgen, wills Gott, zum Herrn Pommcrelli&ciien 
Woiewüdeu naher Marienburg, um von ihm als E. Ch, D. vertrautem 



') Die erste Resolution durÜber, dnr. CIötc 12. Juni, worin läer Knrfflrftt sich ho- 
r«i1i fSr JoliAnn Casimir an^gespruclicn IiaUp. HoTcrbeck eqU dica«ni an die 
ÜMTiä gobcn. ttass er sich um die UntcrstützitDg des Karfitrstcti bewerben mägc. 

^ Ucbrr ili'n Einfluse FrdnbrtifhB auf die Wahl Johntm rftsimir'a a. bcsBJi' 
d«rB Chflnut Meiuitirrs [. 3ÜB. 310 ff. Kocbuwslci Annal. Polon Climucter 1. 71 ff. 
und die aaderen tJolniacttcn Histariker dieser Zeit. Auch vcrgl, Arckonholtl Ue- 
taohva eoncemnat Christine Reine do f^lnbde I. 14t ff. 



250 



|. PreujMn tintt Poleii- 



Freunde allerlei ^'uten Nachricht und Kaths vor E. Ch. D. »ich : 
holen, so in gegremvUrti^cr hckOnmicrlicher OccaHiini ricroÄcUten dienen 
möchte; womit er, Beiikcndorf, haldc heni.ncli zu E. t'li. D. liinnus zufl 
kfimnH'n sich ufn Wc^' hcgobcn wird. Wollte Gott, E. Cli. V. knmile 
selbbt diesen Orteu nalio sein. Unterdcss aber, und weil K. Ch. IX ^ 
ttoch dorteit iBt, so zweil'ele ich nicht, yic werde es vor rfttlisam bfi'fl 
tindeu, zum ^renigHten bei denen richwcdischiMi zu Osnahriiek anwcBcn- 
den Herrn Plcnipi^tentinriis wegen der Tr;it:l:iten eine» ewigeu Friedens 
mit PoJcn flt'issig Erinncriiiife- tliun vm hissen. — 

Ich bin bi» heute noch nicht beim Kön> Frnnzfisischeu Ocäaiidtciifl 
Herrn Visciinte d^Arpajou gewesen eiiiigci' Cun&ideratioji halber; uun~ 
«her (weil icb vermerket, rtaas er weg;en des Ttvdesfallofi ^r. Maf. seel.^ 
Gn, uiclit eben stracks wieder zurlieke ziehen, ßoudern ajidere Ordrefl 
von seinem Herrn erwarten wolle), so hab ich mich vur SchliesHung 
dieses resohirt. ihn mit g^iiler Manier^ no mir :in die Hand gekünuiien^ 
gebührlich auziispreehen und t\i eifuiplementiren als von niir selbst, iu 
Eiinncrun^ der guten AHcctitm E. Ch. D. gegenst die Krone Frank 
reich etc. — 

Canipliinciite. Arpajnu erklärt, zur Einleitung von A'erlmndlungoii über 
eltieu ewigeu Frieden gi-iiiigeude Vulhiiadhi zu hubuii. Von Kruueiindidateu 
ueQUt er Prinz Ca.*imirT Frina Carl, Erzherzog Leo|iold utnl den l'faU 
prslen tuu Ncuburj?; wen er nber LegÜn.'itige« weide, läsi^t er uicht mer- 
ken, sijuderii sagt, „dass er damit bis gar ufs Iftate ^till bleiben müssto*. 

Ich finde sanst in ihme einen gar reiten Verstjiud und gute Ex- 
perientz in Statsaehcu- Er wicderhukte oft, dass sein König und Herr 
kein ander Interesse l)ei der Kruue l'oleu -au suchen hätte, als ein 
gutes VcTUchnteii gleich andern Potentaten, v. g. dem Hause Ocster- 
reich, nicht mehr mich nicht weniger. Fragte sehr tieissig^ wie balde 
wol E- Ch. D. in Picnssen sein künute: wann er vm der Hercimeise 
hüreu würde, so wollte er Ihr mit Fleisis untenvegj^ aurwiirlco. Üo viel 
merkte ich wol au ihm in puncto |:electiouihi:|, das« welchen |:0e6Creicli' 
favüriäiren:] werde, |:detu:| werde [: Frankreich verhindern:! wuUfn. 

Üiescs habe ich also kilrilicli in Eil E, Ch. D. nntcrth. uichl ver- 
halten j»olIeu. Von |:DanKig:| merke ich mich nicht, i\n»ä uie sich um 
|;CoiTe8pondcnz mit Brandenburg:] groaa bemUheii, denvegen echwcigoj 
icb auch stille; die Zeit wird es vielleicht noch geben. -— 



iu- 

I 




I 

.1. 

I 



fZi] dem Titde des Kotii^rs I<'>rnmt t'iit xwcites Uuglui'k lünzii.J laictuogae y-Jani, 
uuHtrar irrliitatia calainUatem iiuxit iiiBUper cladcB iMa(ii n Cusacie et 
TartariH hi peruicieni Keipiihlicae oniiimctis» caefto uostru excrcilu et 
ex iluciluis allem i-nplo, t^aeso jilteni. ('re\it hostiiuu ex victoria aiidacia 
iainquc tiltiTiuy äii vißtiera Iiefcui prtigreriiuntur '). — llittf an dtwi Kur- 
nirsttii: ut ex iis, quas habet paratas militiim cohortes, jilitnuuj nnbiij 
ffubuiittcre vplit sumptn Rcipnblrcae. 



Der Kiiriuiiit ati den Erzb. von Gnesen. Dat. ex arce No^tra 
Clivensi 17. Juli 1648. 

|Ks ;m B*rchl cnlu'itt zur Wi-rbimg von liNKI M. t. F. und SM Keiterii; 4 t'tiiii- 
pagtiicn «u Fmsm xum Sctmt» Prt>u48cn8 ciinl uiArprweps; mehr tiAnn iimn im Uaivh 

nicht entlidircnd 

[Her Kiirfiirst rrkeinicdio iromeinsairif Gef»lir*J drthi>r:J supromm diieatiuß 17. Juli 
Noftiri f'uiisÜitiriia niiiiidaviiiiuti, ut ndlle ducentos pcditft*, ucc nun uc- 
lingeutos eqiiitcs in duiin tuniins sub uuu tmbtrihunü dividcudas sumptu 
RdpuMieae qiiauto«yuB eoiisicribaut; qualuor qiiideni coliortes pedituin 
ad Inendos liniiti's Nostraque fortalitia IMilavieuse et fllernelcnse fir- 
tniore praosidiü cingeuda illuc ire iuasimus"); et unice riptafisemus, ut 
ex miliribns, quos huius loci paratos habemuä, einiul etiam eopiam 
aliquaiii Iteipublicac öubniiuisti-are jiotuissemus; verum cum nondnni 
cinisti'l, ipialitcr et quuiimdi» f^eneralcs paci« tractatus in (teritiania ad 
liiie-ii] pfrdut'anlnr, iiiinuH t'iinsuituni Nobis esHc puta^iniuK iiunH-rmn 
NoBtTnm adeo iliminuerc. Operam tarnen dabimuB, ut jid pliirium col- 
Icctiorieni pro Bupradieto neu aspirare valeamua^ certi vero quid dcsupcr 
promittere iiondum adlmc Nobis licet ^). — 



<] VcTgl. unlcn ad 20. Jani 1&46. 
-1 Vorg]. öbur dleeo vier Compagnicji unU-r dum Obpit«! - Lirutcnsiit Uorndt 
Friedrich von Arnim und ihren Aufenthalt tu PreuHBun v. d. Oolsnits Go8^b< 
lies litlnigl. prfla»ä. Eratcii IiifantcrierugioicDtä p. 71 ff. 

'} Diesef AiitwortscbTeiboR wird von den OberrBthcn, denen es mgcespdt wird, 
Buriii-kgehaltfln und erat auf wiederholten Ucfehl dee KurfUriten nn adn« AdreBsc h©- 
ftlrdert. (Vergl. Uc)iil. der OheTrQtho, dat. II.Alig. uud Ri?aöIC|tion des Katf , il*t. 
5. Sept. IG^y.) 



253 



r PreuAseD und Polen. 



Die Oberräthe an rleTi Kurfürsten. Dat. Köiiigsk 10. Juivi 1 648. 

(Kla^s über MisAwnchs und Thctierang in Frcoflsen; der Kiitl'ÜFftt tuögc, i*cnn er 
komme, Eich spArsam cinrich).Qii.| 

1*10. Juni. Sie haben den Karfürsten gebeten, bei deu jetiig^n Verhältnissen wü-j 

mögltch persönlich nach Prcusbcn zu kommen, und hi»0"eu üarauf: 

Das fJewitter- aber A\e&o» Vorjahrs hat t*ich mW Killte uud Dürre 
d<*rgestaU aug^classen, das» daa neue ^Vachsthuiii der envartenden Feld- 



I 



frllchle Hchr schleeht stehet, wenige Hoffnung machet, stvndem einefl 
grosse Theuruug zu besorgen ist, indem bereit in den besten LilTuus^ihen ^ 



Aenjtern bei den nteisten Unterthanen oder Baureii kein iJrurt zu linden, 
die «ch mit gedorrten Wurzeln erhatten mllssen, etzUche Kinder auch 
bei den Trabern und t^chwcintraueh gefunden fleiu, sich damit zu 
sättigen. 

Als kennen wir nicht vorbeU E. Ch. D, dessen auch uuterthäüigst 
zu verständigen und deroselben bochvcrnllnftigem Cbnrf. Nachdenken 
anbeinizuHtelleu, wie es E. t'li. D. gjiädjgöt belieben wollte, dero tioth- 
weadigten Comilat hiernach zu moderireu^ auf dasB derselbige dennoch 
behörig erhallen werden und keine Klag zu lllhren Uraach gewinnen 
mOchte. — 



I 



Peter Bergmann an den geh. Rath Sebastian Striepe in Berlin.j 
Dat. [Danzig] G/ 16. Juni 1648. 

[Nftohrioht von den Fottachritteii der Koaiiken^ .^tuMliii cosvenio snktoa" ; Hüflu»ig' 
k«it in Polen; iler Kurfürat aoll einen Gtuaiidten nach J;>ctiwedeD sibicken] 

je.Juni. Er will Ton jetzt »ii bei deu achwebcnden gefährlichen Verhältnissen 

zweimal in jeder Woche schreiben. Nftchrichten über den Küsakeu aufstand^ 

Der P'ilrst AViesniewieezky '), einer der allermächtiprateii Herren in 
Keui*Ben hat wegen Rebellion seiner eigenen Unterthanen. iustinctu der 
Kosackeu, alle das ISeinigc in der Krone verlassen und ist mit bei sich 
habenden Edelleuten naeh der Moskau sich zu salviren begeben und 
getloben. Was solehes Exempel bei andern wirken werde, lehret die Zeit. 

Was die Feinde weiter vorgenommen haben mögen, wissen wir 
hier noch nicht. Wir sein hier in Preusecu auch nicht sicher vor sa; 
Bchnclk-in Feinde, der gau/. keinen Widerstand hat und keine Featuüg, 
Bondern allenthalben ein offen Land vor sich findet, und, wie ee scheinet, 
eine totalem convereiunem ötatu» zu machen im t>inne hat; dann die 



I 



') FUrAl Mictiael JeTomiaB Kor/bol Wi c»g icw iecki, dei- wicbcigiitq von 
den plllni4c^he^ Heerrahrcrn der nHchstüii Zeit. H. fjirondski biutoriA belli CVaicco-f 
Tübnici p 191 ff. Paatorius biist. Poloii. plcn. p. W- 2i)'i ff. 




Die KoaBkenDotb- ^^V^ 253 

g-nn^e M^nge nur lauter Bauern und dergleichen Gesindl^iii ist, ho dem 
Adel sehr ibiiid und an selbem «icli rächen will; daliero me alles, was 
Edelleute, Pfüffen oder Juden sein, todt achlagen ohne alle Barmherzi^^- 
keit und die Bfiiiern und BUrger leben lassen und gegenst ihre llerr- 
eehall aüt\vicjcehi. imvU wol nuiuclie \vider ihren Willen zur Revolte 
zwingen mögen. Ueuiediu in der fichreeklichen Eil sind schwer zu 
findeu, da rubur dofeiiHionis weg ist^ andere nicht leicht zudanimcn 
kijinnion kr>nnfu, und da kein Geld im Vorrath und fast uniijü^clieh 
Kuf/ubringen ist. Der Erabi^clud", bu ein alter schwaober Manu lit'i 
$0 Jahren, schreibet sehr bewegliche Sehreiben aus und rufet Mann 
vor Mann zusammen unter Warsehau. Kann man nur äu Ilaufe konuue«, 
so wird man vielleicht nicht lange von der Election disputiren, sondern 
uf der Römer Weise in eastris einen Imperatoren» aufvvcrfen. Gott gebe* 
das» es unr bei einer Election bleibe und dann auch die benachbarte 
gewesene Feinde, jelzo Ungewisse Freunde, Stich halten und sich dieser 
Üccasion nieitt gebnmeliea mögen. 

Bciikeiidorf soll nächstens nach Cleve abr^i^en und ^wird allerlei Er- 
innerungeii nf ailp Fälle mütidlich beibringen* — 

Dann wir uns auf" beide Fälle, pacis et belli, ^vie es Gutt weiter 
in diesem lnterrep;nn schicken wird, praepariren müssen. Einen Weg 
wie den andern dllnkct mir hoch nöthig 7,u sein, dass S. Ch. D. eilends 
eiueu guten Maini absque pompa in Schweden schicke, alda uf alles, 
was vnv 741 erwarten haben, ein fleiesiges Auge zu haben und prae- 
paratifria nur zun Tractaten pads peri}etuac zu machen oder nur zu 
tentireu uud sondiren. 

Der hiesige franKöBische Gesandte d'Arfjöjou hat aoch einen Edehimnn 
uoch Schweden genchtckt, „pour toucher le poula". 



Peter Bergmann an den geh, Kath Sebastian Stnepe in Berlin. 
Dat, [Danzig] 9/19. Juni 1648- 

|OrS.nde für die Reiae de^ Kurfüraten n»flh PrpuiMuj seine Truppfin kSnoen die 
beitcB PieiiAtc thun. Ucnkend'irfB Heise.) 

Die geheimen Räthe in Berlin haben den Kurfürsten gebeten, woijtip- 13. Juni 
lieh bald dahin zu komaten ') — er läyst deshalb ein Schreiben u-n deu Kur- 



') Alle Briefe aas Polen rinii Preuaaon , vou Hoverbcck , Berffimnn , den Regi- 

mnitArKÜitoi sind einig darin, da&s der Kurfürst bald nach Preaeeen komraeu soll; 

[ die iDder« Aniiclit, dun die Augelei^f^tilieUea im Kcicli wlcbtigei- ucd dringender sind, 

and iiM d^r Kurfdrsi im Reich bldVuen omII, vurTritt ein Tom Kanzler Oütxc vcrrasates 

Ouiftohtcu des geheimen KuLtis, dut. CMln a. d. S^a. '2\. Juni 164!:!l. S- UTtt, n.S5Slf. 



254 



r. PrMitsen uoi) rolen. 



fiirsteu ^cii cacbt^t volant*^ über Bei-Iin gohcn, dauiU die geheiiaco Räih 
sich duroo!; iiistruiren können. 

Derer reifem Bedenken ue^cn Sr. Ch. I). Hcrtnukunft in Preussei 
vnW ich nicht vorgreifen, wUneehe JibiT, wo es cum c^^tHrione inai'iril 
mall ^eaclieben kann, dass i?. Cli. D. balUe dies Orts seiu möge 
eanmit der C'leviseheu tSoldatesea; dann wann dieselbe g:eg:ensl Tüller 
und Kojiaeken st^hon nicht mehr iiRtliijj /.u gebranchen sein wiirdeiL, ' 
80 bönuteu sie doch wol sousten nutz sein, wo nicht in Preusseo, doch 
in Polen; ohne Sr. Ch. D. Beistand dfiri alles ("nglüek so balde nielil 
wird abzuwischen sein, wann aueb gleich die Tattern, wie etliche nieiueii, 
wit-der /urilrke geben ftülllen; dnnn die Kusaeken tverden wnl in der 
Krone eine Weile bleiben» da sie schon einen losten Fus» g:esei7.t habea^ 
und vielleicht mit den K'ömg wählen wollen; ander weitauA«t;hendef; 
Gefahr hier und dar zu geschweigeu. 

Der Herr Benckendorf gebet morgen, wills Gott, zu Lande den^ 
näliealen Weg durch PöUimerQ elc. naher Tleve; wird er aber unter- 
wegs erfahren, düss H. Cb> D. von dannen naber der Cbur Mark sicUfl 
be-jebeu, »o wird er sieb balde wenden, dahin auch zn gehen und den 
Herren w<il etwas zu benithsohla^en mitbringen und vorÄule^eu haben;j 
woy.u ich (Jottea Inspiration uünsdie'). - 



1 



^1. Juai 



Hivverbeck an Coiir, v. Burgfidorf. Dat. Koiiigsb* äO. Juni L64& 
UPi^eent. Cleve 1&. Juli-.) 

[\y'w groBffc Nicderlige (I*m i^olniBclien <juartiancr. l>]e i^ituatian lovkt, tun ai« filr 
Hi.li Kiirffir«tcii XU benuizeii; vorersi iiiusö man Truppen bcreinaehiokon.| 

Es wtlrde nicht allein Uberfttlssig, sondern auch verdriessHcb fallen 
wann E. Wulw. ich wiederbolen wollt, was vor Natihriehte von de 
fünzüehen Kiederlaj; der po lang in Dienst der Reiiiuhlieae ffchaltenen'^ 
Oren/*- oder sogeuauuten Quart-Armee*), ilahei dann die Feldherr« 



I 



') Von deünaelben Üatum ein 8ohrcihen an den KurfÖi-stcn, ahiilJchen IbI)«]*»- 
Gnf D&ubof Ijkfiflt den Kurf. bitten, £ii b«wirk«n, „damit itcr Fürst Boguslfel 
Radxiwill ehlst tod dum Orte, du et Ut, &b^czoge» und brvbcr Pulen KU kotnme 
verflolisat werde ^ um sein Vaterland und die Religion dann eu rctleo und »•ine ei' 
geiie Wolf&rtb la beobaebtcn.* — Fümt Badziwill btfand sieb in den Niederlanden. 

') Dies liesielit sieb auf deu erateii am 15. April lB4ä «rfotgten ZaGammeDstos 
ftwi«ebeii den Pulen unter Stcpban Potocki und den Tereinigten KosKckED und Tat 
ren, «ad FUth mquaa* and Tielleicbt. aucb acbon auf die NiederlAge bei Koraun 
Fl. Kofl ia der Ukntiue) am ^. MaL Budawski liiaL- PoIqd- p. 8 tF. (rroudskj 
p. 59. — Quart-Armee odar (juartianer; .cupiae, quüs b ctuart4 redituutii 
priu?fccturi4i Regii*) parte, in siipundiuiu «arunt BepoHitA, Qn&rLsLwnaa foconl* Pantu.- 
fiu» JJ. 7J. Vcrgl. I,eupnich Ins jinbl. regnt I'nl. II. p- 47K, 



_d 



Die KcaftJcennotb. 



255 



gchHcbni , die Zeit lioro cliiktfUjuifii, wt^il sokhos »u wol der Herr 
Berginau]) llbor DaiiKig, als uiu-li die Herrn liegimcnts Eäthe von liier 
au» ein^escliiekt habe». Uruin ftlj:; ich nileine bei, was an meiner 
nudcrn Ileila^e ntr aelit Tairen j;ein:in^oU und stelle zu E. Wulw. 
rt'iiereni Xiiiilnlenkeu, ob die ut" Seiten Ör Cii. I>, Unsere giiUdigateu 
Hen-n betiudende Vurtbeil niclit m> bescUaffen, dasa Sie sicli billig der 

[Sachen etwas iiielir als liiebevur geschehen , anÄuncbmen und diewer 
C»reaftion 7.« Aiitheliim-n den« Httuses zu pracvali]*en liHttt'u'). D:i/.u 
daun mit Herciuyieliiekuii^ dcru auf deu Deinen liabcndeu Volkes und 
was in'cli im Anziigc mit aufzubringen war, der Aufaug niUaste gc- 
inaclit werden; indeuie es Gott also wiuidi»rbarlic]j sehiekt, datjs sulchea 
ohiie Mifisti'auen der jiolniscben und oinie Widersprechen der hiesigen 
Stätidi.' zu Werk gerielitet werden kaini; ja dass aueb die ItCöpublien 

[«elbttt, wie bei Sr. Cli. D., also aucb bei dero Iiiesi(,'e]i Regieruuf^ um 
Secnnrs viui Vnlk anhalten tliut und ^idi xur Ver|>fle;^'iing und l'nter- 
balt anbeut. Zwnr wäre W4d am sieher«len, ivanu vorher^ mit der Ke- 
l^blie ein Ver^leieb, aowul we^en der KcHradcn, als auch der beiden 
jetzlj?ediu'liten Pniiete* der Verpf[eg:unf? und Be7.ablunp, halber getniffeu 

iwtlrdc; lun wnswillen diiuu hoeiiurttig; war, dasö ö. (.'h. D. mit dout 

le)itsteii der Ihrigen j einluden mit voJlkummener In»truf.tion abfei-tigtcn, 
damit noch bei wÄhrender Bestürzung äie entweder ob^cmeltes Intent, 
(»der lioeli uffs wtinijcste desto higheren Dank verdieneJeu, 

Widltf r^iitt, ieh hjitte meine Expeditian längst erhalten, wUrd ieh 
mit den .Stiiudeu ohne rujhindunif Sr, C'h- i)> alleö ahgcrcdt und ver- 
j^lichen haben. Ieh will aber mit soUicitiren anhalten, und bo bald 
ieh nach Hof werde anlani[;:en können, mit denen vornehmsten und ver- 
trautsten zu überleben nieht unterlassen, wie das Werk si<'her um! mit 
Nachdruck anzugreiien war. — 



Hoverbeck an den Kiirfiirsten. Dat Kouigsherg 24. Juni lß48. 

lAinFürdtrrung üic jirLzige t'wnjunt-tnr in Tülea »u NulKtii i1l-j' tivangeli&rlien Partei 
un(l «eines Haust» xn bE-imizcii. Der Kurfürst als Tlirunc^nDdidiit ] 

GnKdigHter Churfllrst und Herr. Das» die P<ilni8ehe Keüpublica sieb 24. Jun 

in Ketiibrlieherenii Zustande, hIä in viel hundert Jahren je geschehen, an- 

, jelzo befinde, soleheö werden E. Ch, D, nunmehr nieht nur aus denen 

I »o Über Warsehau als Danzi^ einkünjmenden Berichten, besondem so 

viel g^rllndlichcr aus des Herrn Er/bipchofs zu Gnie-seu ex Senatus cun- 

tlo gefertigtem St-hroiben verstanden und aus dem unp^ewöhn liehen 




'l* fiehe l^tii dem futgcniäen Scliroibrn eiji (1*n KuffflrBU-n. 



256 



I. Phobhii nod PoIqd, 



rtcmUth- und wchetiiüthigx^n Stylo haben ülizunehmen gchaM. Wann 
nun jeuer Liinile und de» H. Rüni. Reichs Staat E. Ch. Ü. zulassea 
wollten, daa Werk Ihrem von Gott verlielieneu hohen Verstände nach 
mit Ernst zu eiubrassiren und sich jetziger Conjunctur zu des Evan- 
gelischen WeäenK und Ihres hochlcitilich^teii Hausei* Anf'nebuien xii g. 
brauchen, hätt ich nürs vor eine Gnail vun Gott und ein sniiderbairei 
Glück m schätzen, daas nach vielen andern Vornehmen ich auch ein 
unwUrdigee Instrument desselheu werdcu möcltt; wie dann deswegen 
ich mit unterth. Gehorsam und VcHaujren siuf Ordre von E, Cb. D^ 
warte, um damit nclcr bedrängter Evangelischer Stände Her/ zu e: 
freuen. 

Indessen Ubersend E. Ch. D. ich in unterth, Respect was an der 
letzten Beilug nieineö nächsten Berichts erumngGit '), daraus 8ie dann 
ilir untcrthSuiprst künnen vortragen lassen, welch ergest alt Ihre Avan- 
(ageu der andern Candidatomra Vortheile leicht Überwiegen krinolen 
zumal wann E, Ch. 1). Ihr wollten gnUdigst gefallen lassen, die 
uieiuem an den Herrn Ober Camnierherrn gerichteten Schreiben ang 
deuteten Mittel ' i zu ergreifen, welche der hüchste Gott nnd die ganz« 
Respublica E. Ch. D. selbst an die Hand gicbt. 

Der Allerhtichste dirigire E. Ch. D. Herx und Sinn, das« Sie die* 
Mittel ergreifen» welche zu Ausbreitung Seiner Ehr und Beruhigung 
Seiner bedrängten Kirche gereichen könnten. — 

Hierbei: 

Suppleinentum aiireicheiid die Candidatoe, so bei dem jetzige: 

Pcdnischen Wahltage sich anheben oder auch sonsten in Con- 

aideration kommen könnten. 

24.JunJ. Ks wird kurz genannt Erzherzog Leopold von Oestreich, ilv 

die vei'wittwctf Königin heirntbeu könnte. 

Dann austlihrüehe Gründe i'irr und gegeu Prinz Johnun Casimir; 
dabei u. n.: ^vielleiL-ht uiöchtt" auch wüI dfp Jesuiter Orden aus Ehrgein. 
damit sie denselben auf KtinigUcbeui Thron t^itzen »eben, welcher eini 
Zeit lang h\ ihrem CoUegio zu Rom »ich zu denen ultcr geritig&len üff- 
nintuiigeu In-riiieder golas&en, Ücissig mit tooperiren." — 

Dann ebenso für und wider Prinz (.'arl, de.'* Vorigen ßmder, Bi- 
schof za Plotzko. — 



cwM 
in 

1 



') An Burgadorf, dat< 30. Jam. 

'\ In elneiu rürleirgeh enden Suhreiben hatte Iföverbtfck »iiePBt cid «Kurxca 
deulicn Obvr doti CundidnttiL, ao aiL^li boi cliL'iüulii MaLUag oiigtlmii udt^r in Coiivi 
miuu ki^iatueu müchleii'' vingeacliiükt; t. die folg. ii«tt. Als Oruälizaiig datu du« 
ftilgende HupplementDiu ete. 



I 
I 







Uje Tbrona 



Chftiicen des KurfaTsECo. 



257 



Wtirc ein gei-i^LriifT'T l'niii z ü r i .s i' (i p r P ri n ä vurliuutleii , dir dir 

verwittwete Köiiigüi heiratlieii köurite, so wurde dafür wol Fraiiki-eitrb 

wirke»;, da jViif'.-^ fiUrr iiii-hr *\vr Fall i-^t, wifd Kj-nnkroicli moI ntr-htt* 

für diP Königin Ifiun. 

Difses mHcht aln-r wol Ihrer Maj. zu btHttoii kumiücn, djAüs Ji«? 

Släiiüe tlieils wegen viTiiHitlii^tfr l'iiJVuclithai'kdt (daun nii^ uiflit fjeru 

_ da* Kcicli mit i^nzeii ci-nillel selicu), tlieils aiicli um ikr Bestiitij^uug 

P v\n^B neurn Leibgedings beiVeit zu werden, dieselbe ganz gerne au 

ihreu klluIHgeu Köuig werden vt-rheiralliet jjehen mögen; vor sieh 

»ethsl aber kiiou hIl- hieli tiüt ilnviii Gelde oder dcui int Keich Imbeii- 

<le!i Aiihmig wenii? euotJ^iderable tiiaelien ')- 

Dee Herrn Herzugeti isu Neuburg f. Dclil. wlUdeii wol vor 
aüleii andtirn C'anditatis Bchr eontuttteruhle seiu, wanu keine FriiiKeii 
v'orliaiideii wären, iidrr luieh wnini Sw au viel iiiilitansclie Expennifiita 
gelhiiii, ah C^ie wul WiU und Vers!iiud in Staatsaebeii erwieaeu. Su 
httit mail auc!i insgemein Ö, Dcld. vi>r kaij?, öowüI wegen eigener In- 
cUnation. als aiiM Noth, su lang dtru Herr Vater uueh lebt. 

llffÖeitcii t>r. eil. D. zu Brandenburg' finden öieli all<? avantagei*, 
a\a I) veruiögeiuic Leibs- und Ociulllliskrätle, *J) ein taiilerer uud in 
KegierungskUiiHlen wol ^L'übter Siim und Verstand, ^j (.Tlltigkeil, 
4j Liberalität, 5) Unverdrrissenlieit, i\) licspeet und Vermögen bei dem 
H. Kühl, licicli, 7) Alliaiiee imd Vertraulichkeit mit tieu t^taateii der 
vereiiiigleii Xii-derlauJe, wclebc wegen habender Ireier Hand vom Kriege 
aiijet7.<i am eutiöidcrabeislei). K) Angelegenbeit snwot der Märkisob- 
uiid l'iUüiueriaeheu al^t der Pri'ussiseheu Laude, Vi) rouiinum's rafiiuics 
BtatuH mit der Uepublik iu Erhaltung des Friedi.niB im lieicL und livier 
coinmereia uff der Ostsee, 10) und ItiöunderljeU ein lertiger Exorcitu«, 
L welcher mit Iteeniteu leicht versülrkt werden und der Ueipublieae bei 
jetziger hodidrinfe^ender Notb xu Htllf kunmien könnt*). 

Hingegen stehen Sr. Cb. L>. im Wege: 1) des Uauäea Ue»lerreicb 
Jalüume über des Hauses Brandenburg Ani'nehmen, 2) der Jriebweden 
Miaätrauen, 3) etlicher Uuteitbaiien Furcht, 4) der Stadt Dunzig muli- 






') tu d«tn «tCur^en Bediauken" iat über diusen Puokt noch biuzugvfügt: §. 3 
•wie dünn bicibcTQT sclion dergleichen Diseurse geführt irorieii, dasa sie dtim Cxcui- 
pel der K&uigin Atinn, de» KDnig« Slephani Bathürey Gcniahtin, nnt-h eut rcgit^rtiHi' 
den Königin crwBlilt werden uii'J «lat'h liDliBliun einen yon dciic» beiden Prinapti iiuL 
DiBpona dcE Fabele« hcurathtu sollte. " ^- 

'} lUid- 3. 5. «u'Qfdeti die EvaiigcUaL-tK; uod fliitler>e DissidirBude, wie [»i»^ »luih 
svhuji d«hin IQ Di«L-uraei] ausgelassen, bei 8r. V-U. Ü. ku Ut-Andi^nliurg hrhuis suchen, 
iiiid daferne Sie nur zustimmen uallcri. fn'si dem Wubl liniE-licudriiigfln äühiii-rs.tcn« 
bsmdhet sein.* — 

ttnjer. inr Ce^crli. il. \'m\- Kiirlui»!«"!. I. 17 




258. 



1. Preu-fani nut] Fnlni. 



lYiiiui, welche sink «lle \\>^ licsor^ren, S. V\i. l). dlU-ftcii Mittel imt] 
Wege tindrn , wie Sie dir Haiullim^ von ihrer SL-nlt aut" (lem Hafcu 
zielifii. — Aber dieses alles wäre IHclit zh lilierwindon, waiiii luir bc 
ilfiiem Kritlioliseheii tU-r IIass unil MisKtmu4.'u lai J^r. Cli. D. Rclijrfon' 
g:eIiobpii wilr. — 

Dumi der Ilcrzog von Su'benhiirfren, ik-iii u. i\. eutgegeastfb^ 
.sein zu tstrpiige und (wir i-s uol etliche nennen ilUrfteii} tirauni:>rh«^ 
lU'gmienf*. 

Bei dos Herrn ErzlievKogcn Leo]Ki|ili Inn-hlltrstl. I*c'hl. tiiideri 
sieb viel vortreltilfhe QualitiUcn; dieselben alter kflnneii Hrbwerlii*! 
enntraliJiInnpiri'u das tief eingewurzelte Misstrsuien 7ii seinem H.-iii**(?J 
a<t vor liitül ;illeii freien Walilkihii^reielii-ii geliftiteii wird. 

Ks wird auch wal aoiisten von pru&sen Vortlieilen geredet, die 
der MnsC'iwitcr uff den Fall. d;i nmn ihn erwiihlcii wollt, anerlüeten^ 
Ihiit. Aher die gmr zu prwsye Cöntrarictüt dieser beiden Staats Ver-" 
fastimit^eu und die Antjpntlija beider Xalinnen lassen nieht wol zu. davsi_ 
iiian grosse Uetlexioii auf diese» Snhjectuni mache. — 



I 

I 



Gutacliteii der geLeimen ßjlthe in Berlin m Betreff des polui- 
scIk'u InteiTognmii. Dat Cölhi a. d. Sp. 21. Juni 1648'). 

[Die Lngf hl Polen; Tiinn wiinaclil tii:n Kiirrilrftlcn in PrcHSäcn y,u selieu. Di« £"•!».' 
KHttie ratlii-ii vuii ftiT Ito-iAe nli. CiriJ^^cro nt^fuhr im Rt^icli. Auf iniliiäriHcho liilfe 
iiv rolcn »iuli FiitEUlass>(:ii ülicr ilita Miisa dipr Lchti^jitlk'ht bat v'ic] VurDlnglirlie?« 
Bi-fürdcrting di-« ewigen I'flt'd^iis zwiaehi-a Polen tind ScbwuiTon wjilirentl dos Iriicr 
regnoni- VValiriing lU-r priiütnlMclLcn llitfcn. Cqu cessio neu für ilia RFfonitirilcn. Die] 
Klbiiigcr Differerti. Sitheiiltlluiij; gegen polnisclie EiiigrittV* tu dk prüu*»i«chca Uo- 
niainen und lErgatc. Johann l"ii8i(iiir dar präsiimlivB Njicbfolgcr; der pcr«üiiliclic» ' 
IhiMiguny iiilii^winclR'ii. Ii^c^sion uiii! '^'uttiiu iftuigslL'us als KlcIiI iu wubrcn.J 

I. Juli. rier KurfürÄi hat ihüeu, dat. iS.Juui, ihi^ GuLat-hteu abverlangt iifae^ 

ilas Verhalten währtnid das jioliilrtchen Interreguum. 

Anlanjjs befinden wir, dass die Krim I'nleii vor itxti am allor- 
ineislon wegen der Tnrtrtreu Einl'nll, mit denen sieh die revultireiide 
ZajHinnvrtkei' Cnwackeii') eonjinigiret^ in Sorgen geöetzet, vornehiidieh 
da der Feldherr seUist j^ehliebeu *) und nndere vnrnehnie Herren (beils* 



') LfnCfTK. von OÖtsti. Piillitz, Ciird BBrlrmn tuii Pfal, Tluniins V. cl. K lirsebcck J 
Hob, Strispe, — PiiiiL'^ Jus ('utiL"L*|iI, g»iia von duT HmuJ dc^i K,uiiä1lts <iiitzc. — 

'1 Änfti'Togiiche Koaiiken IicinHi-n die Kiitinkrii im OrbjiMr dos. Dnjcpr vool 
iliroiii Mittfl|iiinkl untrrliatb der t'Atarm-rcii ici (lorokn dic^ei Plujbr?. PmtoriMi 
I. K'. (i, lä. Uie (festhichte' dVii-« .StnnmJt-* bii »nr Kni|iöriing von IWH *. bri fl err< 
niAna KuBsiRctir! Ocat-Iilchtr III. p. Bl^L' IT. 

'. Nicht ücr Kn-nf'eldb'Tr Nit-«lnittt Tolocki, suridvni flcin Sulin SlrbltKiiJ 



Dia Politilf de» fn^faeiaiiffii RaLüs, 



259 



V(ni ileii l'iMiickru ^olJinKt'u, lUi- iHirigeu abof in oiiU' huIcIio Fuvclit 
^fwtzt wxirdtii, i\am hic aucli ihren rutevtliaiiL'n uiclit Iruueu mul viol- 
iiiclir auf drrsrll)i;i^oii Disiifininuiy; jredeiikeii. als riass diust-lUiff zu 
iliriT 11)1(1 «Ifs Vatt'rlaiiUi'a Defcii^ioti widcr ilir FfiiHif sulltcu grobrwii- 
i't)*-I wt;rtU'Ti. 

Däniu-iihrri) in K- Cli. 1). nii^^c/.weitt'lt mit vielen Eriiinci'UiiK^-''* 
wirii i^t'-vptÄt't wtTilni, Jiiss iUfKt*llK' in iler I'prsun sirli ehisten in l^rouB- 
wn bcgi'ln-n inul rincii jirijivhnlit'lic'ii ExriTituiii t'iitwctU'r dt'Ujsl mit 
liiueiu Ifririsoii 'Kli'f (1<m'I) /.hui \\<'iiij:stfri vurniiscUickcii wiillku. we\- 
«Hier dem Feinde küunte uppuiiirt werden. 

Uiest.-r leidiji;!' Znntyin*! drr Kiou Polen ist uns pt'wtssläcli von 

Hi?rzeu leid, und fiillt er der Krim bei itzigom interi'egtio, und da sie 

noeh der Zeit kein gewiyst'H Hiiupt liiiiwitMlertiin erwäldet, destn siirg- 

'iclie.r und H4^:bwerer. Vielleieht inriclih-: es aueli wul besser gewesen 

'itin, w:inn die Noblesse in Pulen ibre l'utertbaueu niclit so luirl und 

'^ast unehristlieh wie lnslier>> ^e«ehclion, Irndiret lüitte, hi> könnten sie 

**ieli auf diesflbi.ir<' vor itzn mehr verlasaeu und dUrtkn «ieb au ieidit- 

^ieh keiner Uebelliim befabren. Es kann aber aueb der viel^tttige Gott 

Oiese ni^dus \vA zu eincnj i^iiten Zwcek dirigiren und hit'rdtircb die 

Stände welbsten, tjuuderliL'li die dis^-idoutes in religioue deetu eintuütliiijer 

ÄUBaninien bebalten und die Wabl des neuen Körnffs um so viel ehe 

^md mehr hefördert werden. 

So viel aber E. Ch, U. lliueinroiAe in FreuHsen anreioht, köiuieü 
wir E. (1i. D. bei f*n benchatVcni-n Dinj^en ^'ar nicbl ratbea, d;tsö sied 
dieselbe darinnen zu übereilen. Datiu voritzo nur mit weni^iu zu g-e- 
denken, ao erfordert Ja E. C'li. D. traj;:eiirtes b^hes Cliurtlh':*tlielies Amt, 
ilnss Sie [|ir ileH IieiL Krmi. Ueielie Tranfudlliti^t und Itenddf^nn^ vur- 
Ufhndicli aiif^ele^en «ein lusHen. So ist aucli an diesen rurnhen im 
lii-iK Keiebe kein Chur- oder Fllrst Itlihcr interessiit seiner Lande hal- 
ber, alw eben E. Cb. I), wp^eu Ibrer Lande; und \v'ann dieselbe» was 
Iroit ^lidiglieb vcrliüten wölk', sollten vollend ntiuiret und verderbet 
oder g-ar verli>ren werden, nder aneb (hm Ae<|ui\:ileut \vej;en der Poni- 
lueriöchen L»tide, die E. Ob. D. albureit g-rtisyeni Tlieils von aussen 
ansehen uiUs}<en, niebt y.u meiner IVriertiun ii-ebraebt würde, «n werdeu 
tl. Ch. I). i^cwisw äilbier im Heieb ein wi'it luebrers verlieren, als Sie 
iu dero llerzof^tlium Freuusen werden erbalten köuncüv 

So ist atu'li deiu Her/,ofrtbuui I'rcusHen die Gefahr bei weitem st> 



WAT !a der ersluu St-lilurtil ^ogen ilk' Ki>iiiikuli gcblicWii. Nü'olaüa Patocki ((crietb 
bei kur»iiii iti iliu I ii riin^i>ti4i.-liiit'l. der TutAreit. KuiinwäLi liif^C. I'olion. p. %( H' 

17 * 



260 



I. PrBiisEen nnil Polen. 



iiiilii* iionh nidit, als siv E. flu H. riiurrtlrslentlniin und niidere mij 
Keltrli iK'li'^'enc Laiidi^ betruffcii; vnrity.u lii'isirt nicht ullfiuo g««/. rmu- 
mcrn und Mpckeliilmrf; voller IrsclnvediBchor Völker. sniKlorn es lie^eii 
auch :; Esquadroii derselM^eu Reuter par in dir Uckennark, und iiiUs- 
scn \vir Ulis taerlieh *k's Aul'bruflifi und Durfdimarelir irtaim keine andere"' 
H^tytilitctcii widlcij wir uiis verstehen) vormuthen, welche dieses Cliur- 

filrstouthum von neuein wehr hart bedrücken und Ijeachworeii werden \ 

Im Wi-Ht])liiili8('lK^n Kreise liejrcn die LainbdyHolie Völker, «elelie cdin« 
Zueitbl E. eil. D. und incorporirton Lsuiden uel liärtor und schwerer 
Iklleii würden, wann nicht E. Ch. D. hübe Churf. Praesenz und Ge^cu-J 
wart Hwlche« in et^vivs aufhielte und hinderte. 

Daliinfrej^en isl die (Teihlir von den Tiirtstm dem Her/ji^thum l'reni*-" 
sen bei weitem ai.» nahe noch niclit; und \v:uiu wio deinselljigeu so nahe ' 
weleheö Gott giiäidiglich verhüten wollte «ad wir auch uns uiuimer eiu^fl 
bilden künueu, künmten eotlte, m wäre E. Ch. D. dennoch lüeUt zu 
rathen, der» buhe Persuii !u M>Iehe Oefalir zu begeben, wann Sie auchH 
gU-ieb etliübt^ Ke^imenter bei sieh hätten. IMo Kruit Polen \Nllrde Htrerfl 
}HÜd müde werden und E. Ch. D. den g:anzen Last über den Hala 
lassen, wie sie dann nicht genic zug:cben und verstatten, dass fremd' 
Völker in Polen gelUhrt werden, welehes die letztere Werbunjrew d 
»elig abgeleilden Köu. Maj. gniiicanm erwiesen. Anderen Kronen dürfte' 
auch dieses äu neuen suspicionibuö Ursache geben, naiunit man unter 
dem Praetext der Tartaren die Kran Ptden >vider sie zu stärken vor*, 
habens wäre, welches man i^elbsten in Polen ctlieher Massen apiirehen-' 
diret. Nichts hesser wUrde en aufgenommen werden, wxinn E. Ch. D. 
Ihre Völker der Kn>n zuschicken werden. 

Es Hind aiieh E. C\\. L). der Krön hoher nicht verbunden, als 
100 Pferde in dergleichen Füllen derj^elhiffeu zuzuschicken'), inniasseu 
auoh von E, Cb. D. Herrn Vaters Cb. D., als der Krieg in LicHan 
gcflüirt wurde, dem König in Polen nicht mehr zngescbiekt wowlctti 
Wie libel es auch autifenomnien «'orden, dass hernaclier in Preusben 
dem Könige in Polen mehr Volk ■AUgeseliiekt werden wollen, ist be- 
kannt, und htiten sich ^meiüiglich grosse llcrreu, tlnus sie zn keine 



IM 

•dem 

\ 

aäM 

1 



' Die LckusTerpQirlittiTig tautet auj' »ceatuni rquites mmintl'', weU'lie inclcse Jcr. 
HarBog nur ao lange anf «viau Koiitcit sn noterli Allen hnx, nls «ie nintf« limitea Ter 
TArnTU Prüaiiiai:'* ilidnen; roIiaM xie diesL- QrünzBn filierüChTcSli^ii, LnL tler KiJnig den 
■Sold KU iBJflten, bei jccli-r gR».s3LTen zu attilk'ntltn Aiixubl hat der König äea Sold 
..podt ägreaitnni & diNiiiliU» t'oraui'* stu trageu; abbr fi'ir liia Slelluiig einer eoluhrn 
grülseroij Aozabl licatefal ktrine Ver^tlliclituug. IJngit-t l'ud. dipK fvt l\\ p. Al'-i tt. 



'M 




Die Politik des gälieimcD Kaths. 



261 



hO«<>n Cinisequehz fUiUircli^ wiiiin sie ein mctirers thuii, als wosiu sie 
Terbun^Unu AiiUe» geben, 

Da«i* E. rii. D. (H^rtiis wo] >i(^ft(*rzct uud di(^ OroiiÄCu ho viel niilg- 
lich verwHlirel wi>r(leii, liiuii-ii wir hiidiiii>tiji!;, wollen am-li die vier Oiin- 
|jiaguk-n zu eoldK'iu Ende, bu hald sie nur gekleidet. uubefohleneniiaBsen 
hineiiibelUrdiTii. SolUeu sieh aber, dn (lolt giiädip vor sei» die tiachen 
nisüweil mh andern, (Uiys nirlit iiiolir die Knni Puleii, sunldern E. Ch. 
I>. selljsi wi(icv die Tiirtiini die ^VatteIl würde« ergreifen müijsen. ab- 
dann j!:esU'lien wir gerne, da»s es andere eon^ilia erfordern iverde. 
5m> \a.ngv es aber die äiü^serste Xoth nicht erhciächet^ njüsseu wir untorlfi. 
rathell. K. Ch. D. hätten nidi uielit zu Übereilen, oder äii nelir in diene 
Sache mit zu iniplicircii, ' Es soll z\Mir des Herrn Prinzen zu Uruiiit'ii 
Hoheit erstiehet worden sein, wen» etliche Kepinienter abiudaidipn, 
Bülehe der Krön Poleu /ii Uherlwssen; ob t*icli aber ^Seiiie HoheiJ so 
viel iin(f'rst*'hen. oder mu'h ilie Hoehmügcndc Herren tStaJilcn dariuiicü 
verwilli^en werden, isolehcs öteliet zu cnvarten. 

ÜieniScIist vernehmen wir fast soviel, du ss wegen der itzigeri nin 
lunm niHn mit der Wahl des Köiii^:* wo! Ibrteilcn niüelite und iiho 
nielil Zeit Slbrij: sein ^vird, durantc hoe inlerregno viel zu ne^oliircn. 
Dennoch haben wir anch bieriu unsere unterth. Gedaukt-n E. Ch. I). 
gelioraiunKt crüffnen trollen, 

Ziivöi'diTht i'(.iii(liileii/. b(.'i dt'r Köuigiu Witwe und hei lipr Kcimlilik. 
8odanii die Tractatcu idK.*r t-inen ewigen Frieden zwiat-Uen Pnlen und i^cliwf- 
den. Es Uegt sehr im luteresse des Kurfürsten, das» dei^elbe ku ötande 
kommt. — 

Wir Aweifehi nlier j^'ar sehr, ob die Krön li^eliweden. che der Friede 
im Khni. Keii-ii t^eBi-ldni^bcn, dazu verstehen werde; dann «o viel uu« 
ihr niiidiiB Iraetandi bekannt worden, haben wir befunden, dafis sie am 
liebsten annatn nirinu traetireu, wuxn wir »ich dann der animruiu, die 
sie itzii inj tteich haben, wann der Friede fifPdcldos&en» f,'ebranehen 
werden. NiehU desto weniger hielten wir es unvorgreiflieh davor» e« 
worden E, Ch. D. nirlit lUiel tbim, wann fciie bei Frankreieb und die 
Herrn Staaten deswegen lltre Erinnerun^'cn einwenden liei^scn, welche^^ 
dann itureh E. l'Ii. 1). iSei^andtc bei denen zu MUnster uud UsuabrUtk 
anwesenden fnuizitnit^ehen itnd Staatisehen Gewindten geschehen könnte. 
Uaan diiss Ihre Kön. Maj. in Kiiglnnd, bei dero itÄigetn betrilbtem Zu- 
stande, dieser luti'i']jositiiMi sieh mit unternehmen sollten, jillcrmaöscn 
hei den vori^jen llaiiclliiiij;eu i^csfhfheu, können wir nicht gbmben. 

Vornehndieli aber würde diepes bei denen Interponenten in Ver- 
Iraueu zu iinleibaueu nötig: sein, damit sie verhüten, dass nit E. Ch. 



362 



T. PreniS6Ti Bfid Föten. 



D. Hafen im ^erKOgthiu» PrpiifiPen mit in dicso tmetntuH gpstogen wcr-J 
den, allermiisscii es hei den ItcictustnietHtoTi atfin mit l'nnmtf^rn gphKllen; 
sinteniälii hfkaiiiil, w'w cifcri^^ sitb Mf Kmti Scliwrilrn h4'mUhet, dfis* 
rlninimuin iimnpi Ballici in\ sü'h zu Iniiigvu- t:»i»llton mm die lundp^ 
Preiissisi^he HtUV^i i» ihro Hslndc geratlien, so wUrdon »ie ihre IntentioJ 
gr(\«f-erii Theils errcitht iiabf*», imiüiRscii iliiien altidaiin an der Ost-* 
i*pf nicht vir! mr-lir vnrnchuK* Häfen :uit*st*r Lübeck tmd Diinrijr niHnpoln^ 
wtirdeii. Dass dw IJerri^ii Stjudon lUt^sos gerne wolieu siditen, knniifn 
wir nidit glauben, siiiidern wollen der ^nten Hrdlnun^ sein, dasfl si^f 

E. Ch. ?) sieii hieniiiter initaniielimeu wlirden. Zu iviiiieheu wiire es 
Hiu'h W4il, dass K. Cli, I). duraute hoe interre<fnii dap iiuliliciinf exer- 
citinm reli^nmiiK relimitntju' in lier yelilosskiri-lic /.\i KunijtfT^ber^' n'liidteu 
kannten, woran wir doch nelir /weifchi. Wann e» nur so weit ku hria<^ 
pen, da.ss es entweder in dem Said, d:i es itzt jj^etripbeii wird, peqie- 
tuirt, oder K. ('it. J», uaelijjregclu'n werden ninchle, anl' cU-ni refonnirleu 
Kirciihofl' ixler smnjiten in iler N'nrrtUidt^ einer eine Kireiie iw erbnne 
nifiehic CA wo) giiuff t^ein. Dhtiii es 4'rinnern sieh K. rti. D., das« de: 
niiehhlidi-ri'leihd'ii Kön. Map. CimceNisiiin Über das i*MTi-itiuni reli|?iuui 

^^ Weiler itichl gelier, alu i^o Uuif?e Ilire Kim. Jlaj, lidieu werden. 

FlrichnöHff wilrde es auch ivol sein, das*» diesi* DiflVTen-Ä inil den 
Elhinpern weg:en de» Zidles Itei liiesem interrrgno ilne Uiehtiirkoil 
erlHUfi^en möchte, damit nicht dpr ypirinjr (wetcltor |re\visslich mit nrhr™ 
gefährlieiieii euiisiliis der c^niiiiet-ciurnni halber iuu!^an^'eii) den kltid'tigenfl 
Ki^iiig phenfall« einnehmen und durch seine Instigatnrn die »Sachen 
E. C'h, D. und dero Litnde siehwerer maehen inüclite. 

Ew isT (uieh im Anfanjr K. Cli. D. F'rcMKHisehen iteicieniii|f ilavor] 
gehalten worden, dasf* in iuterregnn es dahin zw brinfjen aein wihiU%| 
damit K. Ch. \). daniemifre, was Sie der Zeit wegen der Erhnhung liea 
Zollen in der Pillaii dein Ktinig;e geheti nuispteu, snk-lies JÜhrÜeh derj 
Kei|»uhlieae j^ff:;eben hätten nnd dailnreh von dtMn imlinario annnn' 
mibi*idii>, wie aneh dem exh-aordinario überiret und hii'rdinreh da* Amt 
Insterbnr^ v»n iliewem so schweren onere hefroiet werden kfiiinte ' 
Nachdem alier ilie Saelii-n mit dem Zi>lle miimiehr in einen anderitj 
Htand gesetzet, «u wird /war liiervou uielit mehr zu rctlcii sein; dennor! 
aber wird nolhwendig dicHp« |)raceft\irf werden niUnapn, damit der 
Kflnig nicht weifers die Hänile in E. Ch. D. l>onijnnen und fiitradcnj 
schlage, wie man »ich bei letxlerer Itepieriinp /,m llinii iinterfauiifen. 



1 "Vergl- obeiJ d«» elvenfnlle von l^Ütlc cyiicipirte t*chr«iK'n di's Knrfur»i«0|j 
ll-aLApn! 1643 p*^. I-Jl- 



Die FoUm de« gebe!m«n Saths. 



263 



fe 



Wir wollen iiiib iiirht verächeii, das» die StäiiHc in Preusaen wegen 
4eB Köuigl. DeiTt?ri, »m K. Chr D. in oecüiiimüciK crhaUen. iuhhvas nnnireu 
wcrdeu; und iinfsolclifii I-Vill, iiR'incii wir uiik-rliu. wilro auch ex parte 
K. eil. D. iiiflilh All rL'^'t'ii; sifllU'ii nhi-v lUe :?^laiido Iiienuiler einige 
besclnver füiireu , .su würde ilcnselbeu notliivondi^ entge^xn gelwiül 
werden uilisseu. 

Wh? die Rollig^WllllJ Ijt'Lriil'l;, i?o wird sif gowii^R auf cijli.'U der bftdeii 
Priux<'u, walii^chclrilicli auf Johaiid Caj^iinir fidleri. 

ÖoiiKten wird K. Ch. D» bei der Wahl beides die tiesbion und da« 
V'iturti von den l'tdiiii^ehen -StiUirien streiti^^ f^'oniaclit werden, Mim^d 
L Cd. I\ vigure pactin-imi beides ccmipetirt und Kuslubel. und »iilelte« 
dalii'r, diewcU es nie ad idKsi'rvaiitiain komiüeu, aiieb lieineni 8enatiH'i 
[KT legrttim Äciiie sessiunem zti helcleiden und f^eiii Votum !iby.ule;;:eii 
ÄUjj'plassi'u. Üb nun wo] e^ p;irtc Iv Vh. D. Iiediat^'celirter ViiHaliren 
uiflit weni^'or allcriiiuid Bedcidioii mit vtir^'-eliiUoii, als das^s es cuntra 
dignilateni «ein wUrde, an di.'in Ort zu öU'/ou, da nicht allezeit der ge- 
ziemende iEespeet in gebührliche Aelit ptle^^et gehalten ku werdeu, dasB. 
<'f^ »ein" viel kosten würde, waini ein reiriereudcv Her/.e^" in PreuK^en 
allezi'il in pcrsoua die cniiLitiu besuL'heu niibste. nud.da.sf*. mau Meli 
aui die (.'(►nstilulioneB Kegiii, die man selbst mit apprcdiiren würde, zu 
Mhr oldigiren würde, da man siniötcu au <liO(^eUii|;e, tauciuaiti re iiiier 
ftlios acta, gar nieht verbunden, und anderer rrj^aehcn, um deren willen 
ntan ^o hart die adniit>Hic>uent ad heh!^i<iiieiii et vntiini nielit ui'g'iret; 
damit aber gleicliwul ujaii aueh nichts vou deuie, was dem HerÄuge 
in Preussen vi^ore paeteriun zustehet, vcrf^eben niöge, li^t es jcdesmnls, 
wie aueh bei der letztrrn Widd dnrcji K. C'li. U. Herrn Vätern clirist- 
mildeKtrn An^cd. Aii^esiiiidle ^esuclii wurden, davuu die Aeta inil 
melirenu Meldiini^ ihun werden '). Dass mich zu dicseoi Male salches 
elienfallH in Acht geuüinnien werden udige, will wol die Nothdurft er- 
fordern. 

In llftr*'!! itui- Pi'rj<i>ii itcs kii Erwühleiidfii hat der Kiirt"iir.'*t sieh zu 
cni^elieiileii, JedvtilUlls \>i diiliiii /.u wirkfu, das^^ ilii< Hubh^nin^ bei driii 
Dciifu Köuig nieht pi-r^üidich gclelj-tet zu wc-rdfii l^rHiieht; das Kp^jiotisuiii 
rrttcnviciisü vnu 1(13;^ (v(ni dein t-in Abdniek beiÜi-gi) hiiit cües auch für dii- 
l'ffijuu di.--' v<»ri).'t/ii König« yewulirt, ulini' (\)iipot|iieiiz imi*'.-isi liji' Uk- Xach- 
fofger. ViflleirLt wiire es gut, iltis guiixy ItcsjjuuÄiim Cnieovii-uj-t' von 1Ö33 
hieb nt'ii hchtaligpii zu luKüen. 



') Vcrgl, Lciignicli I. r. VI- ji. 14. 



264 



I, PreaHsen und Pölän. 



Peter Rerjrmanti an rlen Kui-fürfiten. Dat. Daiizig ']' i.X 164^. 

[Die liehauiihitig 'ks hciioglii-ho" Wublrwhtd io Polaü. MtlitArlscllie Vorlichning«n 
in dem künigliphca PrenHon-] 

"Tiili. Icli lialii' iii'iiliclicr Ta^e nbernial den Palatimiiii äu Marif nbtirg ^p- 

Hprui'hni iiiiil vfrtr;nilicfi nriiie Meinung xu wissen beffchrt. üb E. C'h. 

0. dicfiTnal rtiK'.h sich weg:en Ihre» v<tti in der Walil sebr iiiinchmeii 

»11*1 bemltlii.'n nnllc. OHTauC er greantwortet mit Jii, und ilase es iif 

ficr riiiiv<>u;itinii stark iiiUsBe iir^rct werdeü. Welcher 0[.iiiifm ieb 

iiiiterthilnifröt nulineineiiil beifuUeii itiusa; dann einmal bei der TutrerilPl 

V» nicht KU voraiitworten wäre, (lass man ein bo ötatllicLew Mittel zu 

Krhabuuc; K. Ch. D. iuriiini und llidieil dienend nefrlijpreii pollte. Es 

ivirrdr jum-Ij, im VnW da es i,'e\villi^t uml dinvh vocaturia« Hi-rkstellip 

;;ema('bt würde, niebt eben iiöthij; sein, dass K. C'h. I). in ilem Imheji 

Tersin] uf den Wahltag erncbiene, snudern 4^« >\Urde da» Ausljleibem 

wid enlscliubli;^! und dns Werk diircli (Jcwandten ^'elTiehtct werden 

kttnneti. i>b »hex K. Cb. D. rbe und dann solcbpK Vntuoi i-rlinlten. und 

Sie \hv/M snleäniihT invifirct wird, sich anslnisKon Nullen, welehoni von 

den ubfjeniclten Herrn Ciindidatifi !Sic favorisircn sidlo, ist wiicb bei 

meiner Wernjrkt'it ein fcriwser Zweifel, masHen ieh prn et enntra meine 

prrin^weliäl/iffe raTiinies K. Tb. I). untejlhUiii^'wt vor/,ulra^en drrn Hath 

Heiikendt^rf tmfer andern rtiiiktei» niitgiL'^^'tien biilie. 

Zn Marii^nhnrg nf dem Üencml LnndtAf^c doT Stäifde Kün. TbHU 

ist vor weiiifc Taj,'en eine DefeusiniiM Verfassung ^eniiieht worden, der- 

fresbdt, dfisfi /.W41 tanseiwl Maini sollen geworben und binneiv Ct Waoheii 

^'ennisfert werden, danm l^dit in die Krone zn Hlllfe gewhiekt {an 

ein ^'ar ueiio« den LuHden I'reuBscn ist) ntid ><W im I.aude bclialten 

werden sollen. Ks null ihnen, den Herrn PreuKwn, aber freistellen. 

da sie eijn* Nntli ansth&se. j::enieUes ihr \'idk wieilrr ans Polen zurlleke 

zu fonlern. Daneben die Wvbrituzen fertig gich Imiteii und der ganze ■ 

Adel anfzusflxen bereit f^ein stdl. 



Jiistnirtiou lloverbeck's „zu der gontiralissiiiia ("onvof^ation, 
dif auch Ciiptiir von den l'olen genannt wird". Hat. Clpve 

4. Juli 1648. 

I) ('<>riibijpti?r, 

'2) 7a\ erfiirticheu. wohini >u'\i ilU- JStimiDUnjr iilier die Widil riri|rT. 

3) Das herKojrliche lua se^^sirmis n Milfrngii und diis Keeln, des V'ti- 
ttmn- /.ii wiihrni; itn Kall v^ nirhl zu errpirdien, i-iiif i*i'iiicsru(i(»n <*iriÄU(rfln'n. 

4) He<.jba(:liMtnf der |metfl t'eiidaliu und Reimmstruti'.'iieii gt'j5eii jeden 
Vcr«ueh »ie zit verlelKeii. — 



Das InleiTGgniini 



265 



» 



Em anderes Memorial, auf Hrtyerbeti'k nnd Üelsehiiitz ftii^ge-. t5. Jn!i. 
Hellt. riAt. KrinigKberjjT 15. Juli lli48, sfrheiiit vttii don üiion'/ithcn iilleiu an.s- 
wgehen. Nobcu den anderen ȟrunt vorkummeudt'u Punktiii kaniiiiei! liipv 
binzu; 

71 Werden sie eich mich beiutilipn, die prat-paratoria :in grt^hHhreu- 
ii^*iii Ort XU niachfn, damit UIkt der t'nnfirination <ler I'rivilOiriitniiii 
llnJiimm Duc. Pmssiiac eine dt^utlit'hcrc und nicht auf Schrauben sto- 
heiidc Erklüritii^, darin nicht iillciu die Terrae l'mssiae, sondern auch 
(ttr Diu'atiis f'nuisiae kläi'lich mit benennet uud iUlc dunatitmea. e<»n- 
iTüsiiHies, imraunitiitos, privilc^iti a Diidbu:* l*rus*;iac cüufensa et vtm- 
firmata, [8t>| kraft <les Respansi de Anna 1G1& *tlr gUltij*: erkannt wer- 
Jpn, be^i'ifl'cn, zu gcbulircnder Zeit und Stelle zu erh^dteu sein niftgc. 
X] Und weihi auHt^er Zi.vpiiiel die Elbiuger, ii:ich denie die Tr;tn»- 
acliun xuil ihnen we^^en de»* vim ihnen pmetendirten au^irten See Zülles, 
iingeaehtet ihnen \vährender Tranaaetiun in allem geftl^et, snspendiret 
werden mllssen, «ie sieb nunmehr ihnen Favoriten zu suchen mächten 
RHieob^gren yein lawsen, facHoncH zu msietipn und :illeHei zu m^fhiiiimi 
Hph unterstehen: hu werden die Herrn l)c])utirten sieh aneh ihrer bei- 
iviilnienden gnteu Vernunft, Eri'nhrenhelt und DiaereUiin ang;elegen sein 
laitiirn, welclier^^estalt deus.e]ben in parte et tido au be^'0}j;nen nnd alles 
zu *Sr. eil. \), lutcutiüu, weiypn nnd Bestem zu dirifjircn wriii; zu wel- 
chem Ende die Herrn Deptitirten dieses sonderlich auf allen Fall uiit 
werden einztiwenden haben, daf?y selhi^ej* Zidlnejsrotiuni mit den El- 
hingiTn, wie es auf ^llieher Verg;ieichui]^ bestanden und dabin ver- 
wiesen, also auch noch nicht disrumpiret, sunderu nur in etwas ri»- 
pendiret sei; inraasuen ee jHngsi verwiehener Zeit, als der Syndicin* 
der t^tadt Elhin^ anhero nach Kt^nigsberg: deshalben abgescbieket uud 
zugegen gewet^en, allerdings dabei verblieheu. nnd ist der ganzen 
Sachen eigentliche Bescbaft'enheil JSr. Oh. 1). geheimen liatb, dem von 
Hoverbeck, selbst zum besten bekannt. 

9) Werden sie auch au gehllbrendeni Ort abzuwenden haben, da- 
die Werbungen, so nomine Keijfnblicae aJhier im Herzogthnni an- 
itellct und den l'nlerthanen ^rnss UnjLrefng Gewalt nud Nahm, wie 
beigeftlgtc Klagen ausweisen, 'AUgetligt wird, mtigen einf^oiit eilet und 
das Volk zu £ir. Ch. D., dieeee Landes und der ganzen Kruu Polen 
Sicherheit alhirr im Lande verbleiben und nicht auf allen Nnthfail, in- 
Mtnderheit wann die beiden ^^ee Torte umi Vestnn^'cn, üu deren Cnn- 
servalion auch der Krön seihet viel gelegen, eollten attaquiret werden, 
eutblösset stehen raUgen. '- 



90^ 



t. PmuwQD and PoIiil. 



'^•tl 



Der KiirtiirÄt an Hovcrbeck. Dat. (.leve 10. Juli UJ48. 

'}0*t Knif>r*i «Icht Hilf Abücndung tlo v. OcJcchiviix nnch \V«rs«(inii ungern. Hf>T<T-> 
lirnfc ••ill ilin NraiifpicFiligvn uiii] voa den gflictmcii G«9u)iAf'eii ft-rii Unltva 

Ob Wir Kuch zwnr vor acht 'Fa^en i-fscribirM. &Af» Wir vor un-| 
mithin liir)t<>ii, Kiirh ('ju*l Krii'flridi viui ik-r Oflsrhiiifz» ruscrrpi 
Uhrrrfithi' Vorwlilui^f imth, /.n di*r vTJi-si'ifiidtMi j^encral Cihnvociitioiij 
r»«lii'r Wfimrluiii /üiKuorHiieii, i^Diidrrn es davor jrelialten. (l»s» /u Kr-J 
M|»Hrijiifc Höriger Uiiknstcu iIhm Werk ilnirli Kiu-li allein ivtlrdo woV 
^im^'T'tiiiii IM-Hli'llcf wi'nirn köiinni, allrrniiisscu Wir s<iirhi-s iiiii-ii I'nftiTnJ 
(Hi!ci'r?lllu'H imtiiuiifT '); dK* neil Wir dciituH-li vorm^Iiiueu, ihisK hertthrte 
(*49nv<icHtioi] iiLit' don 10- dicMCK sidl ni)(?(*ftpl7.t sein und daiinenhem 
v^Tiiiiitlii-n. Ihr ivrrdct [^utili ncbM dem von der Oisw'imitz vnr Ein-^ 
Iiiiipiri^ dirwrs wnl iilhcroitrt Hilf den Wejr beerben Imbeii, ko Jiiibeu 
Wir die Uv\ mi-}j:rwrr]ji'n' I'ukI sinliera jxf'ft^liii'ktt* uimI lud" Kuch heidt- 
hniti'iidr in-diliva, :hil,xmoIiii dii'Midbier nicht sft bald in der EU habt^: 
»irip>e]irii'bi'ii und auf Kiii-Ii allein ^ceHi'lilet vverdeu (ki>niH'n|. vi»lln- 
/.o^ni iiiid riii^iTn ( tlH'rriUJKMi itzn wifduniiii /.iirlti'kgicuamU. derer Ih 
Kiicli bi'iilei'scits /,u ffidirMurhrii Iviibcii wcrdrt, 

Jpdtn'h \v<(lk Uir aid" sein, des vnii Oel8i-lmit/.en, 'rimii und actiii- 
iii'M üirnau nnil Heiü-^ij^v At^lituitj; p-ben. daiui» dureli ilni nicht*, \vt*| 
ehes liiserer hitoiUioii wniidtT ndin sn Viis cimgeö pL'aojndiHtiii] 
Uriiij-eii köniitr, vüie;iMHiiiiiiieii u(b'r irCHiicliPl werden uini-hle. W«« 
Wir Kuch auch vermittelst Tnserer vuriafen Urseripti'n ä |»art anbc-: 
loldni imUt ins kilnniste aidtet't-hlen mörbteti , »nlilieii Imbl Ihr allein 
I.U m'p»iiireH iiml ihm itcm von UeUelimlx davim keine Cimimunieatiuni 
ZH (hnii. — 



le 



m jhIi 



Otto V, Schwann an d. Kurftirsit'ii. D«t. Aruhiib') 15. Juli 1048.; 

t^Kijreuhandi^.) 

[Wtf Vcflrp^thfit in Tulrii »h gflu^rige tV^njuttüUr.] 

K. rii. 1 ). sruHdi^tes Ttefehlsrbrt'iben tiehensl Aw, Herrn Krz-; 
UlyehMfVcn eritriicd S^hmlwn hnbe ieb uiiterthäiiip^l \Md erhalten, nnd; 
Wi'W leb dflrAUt« sehe* dahs man aus l'olen v«m F,. Tb. l>. clie KUlfe^' 
lM>:*1in't. Kt* K. t'b. U. v«n ihr seiM «» briu|^*u res*>lvirel. »i» balto 

" Ar«k»lin. iMtVpecia ww «uf d«» W*|«e nack A*sw»4««i, •« ©f untn Hin-j 
WVt* )t<if (Itff t<A|^ fK tVt^H um IVb<tlM>«if y«mh»chw<iter T^fpca vad nm 

dl l^tft !)«• M i<«k««ita ft fc« CTMi<W « efcw ifc» 4m tnbkttkttt •■ «Wo 





r 



Das im siifTrng'ü in cl'eciiione. 267 

ich davor, dasB der All^Thncliste selbst dipst's consiliimi an dif Hand 
gcgeljon und alsti auch Kiiädii; (ifili-ihen und i<ufeii Snfcest* ilnzii ver- 
leihen werde. Ich will keine ]\Iiiiiitc vt'i'K;iiinn-ii. uucli Jlühc mUn- Fleiss 
hparen, alles /.ii K. Ch. IK |^nildie;!^tem Iiitciit zu erhaltcu, Empielile 
£. Ch. D. rtf. — 



Hoverbcck äti den Kiifttir^teii. Dat- Warschau 17. Juli 1648'). 

i[l>ie Fnigo ili-'s borÄOfilkhcii Wulilrctlitc». Ui« Gravitjulau nnH J*ä UcsjiiniBum 

Cracovtenae-] 

Xat'lKU'iii ff _zii rnftrunji .M-Iir gTOs:;eii V'erdruss last m dir lunftr Wnch 17- Jfl 
zu KoTiigf^lKT^f Mufgi'halU'ji worden", ist it er^l heut*; tiach Warfohau jcc- 
laugl'); Oelf^c-lmitz koriimt auch. 

H«tvt'rljeL'k sf<.'lli Tiiisiimiiien, wie dli* Chariceri für dir AiH^rkemnirip: des 
\VflhIr''4-hi:.> des Kiirr!ir>tt;n stehen. Die Pulen sLützeu i*ieh nauifiilUrh aiiC 
oiD dem crriU'U Ut"rzi,>g vvetiigt? JaUre «iieh der UKlehnung gegebv'ties Ke- 
Kpoiisttirn. wiiriii rietn Herzog' allerdings daiJ Wuhlrei-hl Jlbgf^li^ofhen wird ). 
Hnvcriicck lii'iiieikt iUu\i: ^E^ i.'^t ein giMueüier IiTlhnni ^ounl der Pitlnii-*"h- 
aSf mich edleher l'rt'n^sisrhcl' Jiiristf iij chi^if; sit' Itesjujnsn unil quiequid 
rrinripl (ilaenit. ^leieh^'^uui aU wann wir Mih Jtdio «der Augtir^tu imeh lel<- 
teü» |)rü leg? hidteu uuii nicht vielmehr die iiufgeriehteU' Vertragtr uusehen, 
wie dimu am-h HJiliipr Ke^^rhfhcu will, da luau diei-es Kesponsnra nnitra ex- 
p^^'^^■a iura. unKieln.-ti thut." 

Xaruentlieh berufen die l*oleu sicli amch anf die AimJirgie des Vcrhftlt- 
ni^^e^ des Künlg-h von Bnhineu «nin RÖni. lirirli, ih'r -KU keini-n [lu- 
btiei?; fON^ilii-s imeh iiieht einst s:iir Abl'a^MMijr der Konij^l. riit''^'diti<ifi m- 
jspelfts^en werdf'). „Welehen Kxempt'lD naeh E. Cli. D. Kiir A'tTn.cliIun|? 
hieht iinzii/jehen hätreo, was prniikT exwlk'ntiaiu emhieiiiiiuis; grailus i't 
lueiniJi [Hitenliae denepirel wf^rde." ■ — Uoverbeek ntelll hieniaeh dem Kur- 
fürsten urilicii]i, wir er .^ich iii lietnlf dieser Fnigc viTliallcii will. 

In Betrell' der (Jravaiuinii, pibe et' wul iiucdi mancherlei zu erinnere. 

Ich muBs aber in Ftireliten leben, dass iiccasionc dessen auch wol 



') Die Antwort ». unter d. 15. Aug. 

*1 Biid»wRlii hiflt Polen, p. 14 gibt dio am IH. Juli auf dL-ra ConvocatioBÄisg 
gehaltene offciellc Reilü Hovfrhtck'R. 

*> In der Pax perpctUA von 15^5 ist eine Beatimmung {ibcr <las WniümAi^ 
dies UenogB TDTi PrL'usfien diretTt gar nicht enthalten. Daa von den Polin jing<>f(i)ir(« 
JlfiponK'llD Begiuiu (nSnper facultate t:]igendi Ri:'gif>'*) spricht va aU^rdinga dem Il^rzug 
dircct ah, aU einem Reichsstand ftlrstlichcn Rnng£», ebenso wie en dem Oi-densTuetstcr 
und den H'ertbgcn von M&Aovien nicht xuntand (Prilnai Statuta Rvgni t'ülontiie 
fo\- 1S4 1 undatirt; bei Dogiel IV. p. 2bQ mit der JftbreHzabl In^J. Der branileu- 
hurgific:li(< Anspruch {wie er auch 16159 crliuben worden w&.^^ findet aich ctKH Dur 
ant die Keichastniidsnhaft des UerzD^a von L^reuaeon, auf daa ^pTlinuin et proximnm 
ItiCuin in Comtiltifi Tcnnnint, romitti« etc.** der T'iix perpetun («. ob. p. ^17 not- S)- 

') Derselbe Vergleich fcird nuch ectiun In dem Rcspotisuin bei Prilusi toi. 780 
^mocht. 



268 



I. FrcuBdea und Puloa. 



iLiB ÖD Iit'ilsimiP Krakawsflie Itesponfitiui und wa& suns^leii E. Ch. D.l 
von rter in (Um rulitiirttii Kün. Maj. erhdteu. mächtig dörJte inipugnirt^ 
wo nicht jj^ai- durcliUichert wprdfii, wie dai»u ihrer viel auch unter E.J 
Ch. D. nntortliatieii, s<i entweder von ilinmi oder ihrer EIt<?ru Qucridireu 
nidit ganz ablassen köuiieli. i\i\\ Uccin-iuii wnrlcu, daes dergleichen 
Materie imr regp gemacht werde. 

DtT KuiTür-^t kiiMii die.>: dureh de» Üliri«t Les^^gewiing. iJrri Prinz C« 
süiiir UN ihn ülj^chicktMi wird, imbriiigeu la^iivD. 



Der Kui-tfiist uu die Obenäthe, Dat. C'leve 18, Juli 1648.1 

[MilitUririche \\irki'lmiTig<?n in PrcusaeTi. Ccnertilnin.jor t. llnn-fild. Hufiennctintts in; 

WVibiing und t'rliuluing [i*jr TrHjipcn. Hiiwald wird riss üelJ vorachipisen g^^gc 

Verpfkndung von fUol' ÜQrrern.| 

'1h. Jult. Aiifftort nur iIpii Benclit dtT Obi^rräthf, d»t. :;i4. .Iimi. woiiiU Mp df< 

Ilill*fri'.sinrtu' dt's Krzliisclujfs von (jJüef.t'iii eiugt-sehiekt Imbeu. 

— Nun wollten Wir nichts lieber wllnscheu, ale das» L'nBcr Zii- 
htaiul uihI dt;» h. Höiti. Ikcichn al&o bcsthaftVii wäre, da^s Wir von 
l'Uscru uff den Beinen habenden Völkern micli über die 4 riini|mgiii<'n, 
denen Wir in Preiiwsen zu Vormit-lienin^' der (Jränxcn, iuHiuulerheit. 
UiiHor Festungen Mcmcl und Pillan, zu niarehiren Ordre ertheilet, nichF 
entrnihcn mul lünciiipchirkcn knniileii, Dioweiln Uns äilier hei annueh 
hewiuglicheni Zustund de» Uetehe und in Ansehung 4lcr Uuyewisyheit, 
wie es mit de» geueral Friedens Traetaten ablaufen mijehte, uieht /n 
ratlien stehen wil] , dafs Wir Unsere Völker aus diesen und rnsem 
Clinr [iriindeuhnr^isehrn Qujiitircii gar abftiliren -»ultteu, und Wir tleni- 
naeh m Üezeif^un^ Unser guten nnd getreuen Aft'eetiun ^egen die Krön 
?(tlen derselben g^ern Hülfe leisten wollten: als haben Wir Uns re- 
solviret in llnserm Herzogthum Pi'euesen 8 Conip^K'den zu Fuöp, jede 
derer zu 150 Kflpfen, ninic die fifticirer gerechnet, und alan I^iio Miuin 
nnter dem CV)Uimaiidn de?! Oenenil Maior Hubalds'i werben zu hit:f*eH 
(inniaPi^en Mir denieelben solche Wertung schriftlich pmesentiret nnd 



') Christoph von IluTrald^ au» Hachsen ataminctid, hnitc «wOlf Jahr l»ng iD 
soliwedti^chcn Diensten gestaniJcn; 16^ji nahm ei »einen AWL-hlcit und ging sur kur 
s^chsLsdK'n Armee, :»i:LiOn lüdö al>er, &Ja dc^r Wicdt--rau«l>mc!li den pAliiucl)-a<:liw«di- 
«chifii Kriegs diohlo, war er in iJle Diensl« d'^r Ktadt Dansig gelrclcn- (Lcngnich 
Vi p. b8.) IBüti BCj]l er BcliwcdiÄclien Bericlitcn imtih neben Crockow, MitKljifl" u. A.„ 
mit Aon PlAiitiii dcB llaiiii (loorg v. Arriiin in Verl]ia>i1img gestaudin ha'jL'O (l'ufen 
dorf de reb, Öiiec. Xl. l'.t). Nücli im Auhtif; der vierziger Jahro begegnen wir ihm 
in t>Bii»ig; dftnn aber zcrliol er mit di-r >^[iidl iiiid Hüll im Jslir 1G49 d«n Scliw*d«ii 
angeboten hshsTi , diuaulbu durch ?ineti Hnndfttreloli ii) ihre G^waU bu bringet] (I'u-i 
fenrUrf l. «. XXI, 1 l',l , Da» hrftitdt'nbiirgiBi'h'e Weibepatenl ^ d«t. (leve 18. JiUI 
lÜ«, auf :2ÜÜ Mniin. 



I 




Die \y/ir1>iiHgfn in PreusAen. 



269 



ilpshalber hehüriges Werbe Patent zngefertipet Iiübeii) ; dann auch 8 t'niU' 
pn^fnifiii zu Pferdo luiter 7.wpi Ohristlieutenrtut , jede xu IfK) Pferden 
aufzubnnjfen und in zwei SqundnuitMi zu vertlieilcu, dcr<*n einen riiscr 
Obristlimteuaiit .fuaehini vnn der Manvitz, -den andcni der Obriwt- 
HeiiU'iiant von der Üttlon coiuiiuiudireu «iill. 

Es werdeil /war itz^^i-nielle beide Obri«te Lieutenants mit zu- 
brliürigeii OJiH*Mrerii ijirK aldortcn furderiii'hst einstellen imd Hire t'oiii- 
[lag'nii'ii dasi>lli?<t rkOiton; itdt d<;u iindeni gfcbfieii aber katiii iimu in 
I'rtuwBcn sofort luich Emplabung^ dieses verfahren; deridiiilben Ihr ul" 
well« quaUücirte Preussiacbe f'tu'atliers, als die Wir billig' vor »iidpni 
gern befiirdcrt seüeii W4dleu. die von g^uter Keiioiumee und alberrit 
in Krie^asächeii getthüt und erfahren nein. In-dürbt si-iu und t^elbij^i.' 
bestallen wi.dlet, nnt der Cnnditian, dass eie allen nirii;]iobsten Fleiss 
auwenden sollen, dumit ein jeder ßeine Cunipagnie innerhalb -1 oder 
ufs läiigiHte G Wodicn pnrat linben luft^e. 

Dieweilu dann liierzu uiclit allein die Werbe Gelder, BOiidcrn ancb 
y.u lernercr llnterlialtnng dof Volker nothwendiu;e Mittel erfordert wer- 
den. }*i> hKbt Ihr alHüfort auf jede Preuösische Huwe I fl. zu sehUgen 
uiid ausÄiisc-broiben ; inndttelst aber, naclidein os mit Anfbrinj^iHnü: 
i«ulliftui'i' Ituwen^elder l:nijcri;ini hergehen und dadurch diese Werbiiiijr 
vrrhindert werden miicbte, diese Sauhe aber keinen Verzug: leidet, so 
»eiüd Wir gemeint, von dcnj fteneral Muiur lluwald ein Vurleihen von 
:?0,1«X» Pitli. urt' die im Neuhnusiselien ^^ele^em- ITllur Pndjslet Dllrfer zu 
begehren, nieht zweifelnd, er l'ns hierin witllabriff gern an die \U\m\ 
gehen werde, sintemal im- we^en der Interesse ^enu^ veraichert sein 
kann, wie Wir solohe^t >^"ie auch wegen des Uej;inients utf die IJeine 
ÄU bringen, au den <ienei'Hl Maior Hnwald {gleich iV/m öeibst üehrcibcn. 
Von solchen 20,rKKi Kth. nun soll er Huwald zu Werbung deö Fufi«- 
Vnlkfi 7,älK) Jitli. nehmen und für jeden Mann an werben ti Ktb. haben, 
die librifi^e t:i,SlHi Rth. wnllen /n Auilirinf^ung- tler Reuterei angewendet 
werden, und wtillen Wir auf Jeden Ueuter 'J(i Itth. auszahlen bmsen; 
krtnnet IJir aber mit Kitlntei^tern auf ein weniger« aeeordiren, lassen 
Wir c& triiädiyftt geni gesebehen. Weil aber, wami auf jedes PlVrd 
20 Rth. Werhj^eld soll gereicht werden, die yumm hieb auf die 8 €oni- 
jüignien 'M\ Pferde auf U>,<iO(i Ktli. huifen und also zu Ergänzung dieser 
l(i,000 UÜi- noch 3,20(j fc^eböreu würden, ab haben Wir IJusemi ZoU- 
einnelimer Chri^totf Melehior Befehl jirethan, die Gelder vollends nach- 
KUHchiessen, wann nur vnr^edaclite beide Obriste Lieutenants daHelbst 
unlau^eu werden, 

Die Mui^terpjüti'.r* ^irid mi die tiriiuz«ii zu kgen; wegen Uert^vlbt^ii uud 



•i70 



r. IVcusflon und Polen. 



WL'gf't] lies 'rract.euK"iits sulk'ti ilit* OlM«rriillit* >it!b mit. di-ii Oilioieri'ti iq guu- 
Vcrtiphmt'N i'HvAi — -uicht zwfifoliiii^ sie (die Oißciei'v) wcrdt-n m:h nhi. 
ii[i>«'hi<!k*'ri iiikI i'<»iii[nirtir^iii. wU- ts trumii ratriuU'ii gflinlut uud vielmt'Jir 
ull Uf)iiüiitinji uml iliK'.i \"nk-rliiiiiJp> Wulfiirtli. jiIs ^['iissi-äi Pi-ulli nri-I Tnir- 
tameut seheii'^. 

S»l>ultl drnni aiii-li der ufl* d'w lluwc awljreNcdduseiic J'ültdsc!»^ Uul- 
den wird ciugidurdi'rt inid die r;anze biini des Itiddc?^ xiisaniiiioni^i'br.U'lit 
sein wird, kann iiuin pieh deseen ku fernerer l'utorhaltuii^ der A'rdktr 
beiliein.-» '). — 

ITiorbci dac Atitvvort.'^elu'fihiMi des Knrffirstfii uu drii KTzIdsidnd' vn 
Giit'srti, dat.. Cicvf 17. Juli (^. pii^, 251), mii dt-ni Aultmg es Wort iiäi- 
Wiifficliiau eiiiziipchieketi. 



I 



Der Kurtlii'rit hu (iou Genoral-Major v. HuwulJ. Dut. (-'leve| 

IS. Juli 1G48. 

I Ui'KluIliing; AuFti-uj^ kui' Wtiiliiin^' von zw{jlrbiLiiidert Mann z. F. G«ldge«L'liitn ilcci 
Ivurfiiraltjii mit Lliivvtilil- Ab^l^lit noch grüsacru Werbungen t,a versnatahifQ-] 

18. JuIl Xnclidem Wir lu'i it/.ij^eiLi j^efiilirlicliotii Zusitaiid der Krtm Ptde 

ik'ri)s<dht'ii KU Ht'zt*i^un|i; Uiist^rcr f^«*ti-eiien AflV4ition mü|:;liclisle]i Bei 
shiiul zu Insleu entsthlusfiCii seiii, und aber in EnvÜ^iiuij dt-r amuich 
im Kliiii. ItL'iL'h st* liweli enden KriotjslHuti', brvomb da Wir wt'g-cu des 
ciidlichi'ii AudöchlagH dor fj:<.'uer;U Friedens TradatiMi m^vh keine Gc 
wiftsheit liwben. Unserer auf den Beinen habendi.'n Vülkor nielit \uA 
entratlipi], iiöcli Uns gar enlblössen kflnueii. >idewol Wir dennneJ] zu Ver 
sidiermiitr der Frensfti sehen OrÜnzen und iiiwutderlioit Uiiseitr Frstiintrf-n 
Meniel iiikI Pillan 4 Conipaij^nien 'AU Fü^h aus der Cimr Braudeuburg 
durch den ObriakMi Lieutcnaui Arniiub dahin zu gvhvn beurdcrt: als] 
find Wir gemeinet, docIi einige Fussvülker zu worbm, Waun Wir dan 
zu Eurer IVrwnn. ivt'^en der Uns bek;innteu n:utLMi QiialitiUfn und Krii-^r;-] 
erlMiiriMdK-il simdcrhareH ^lildif^ew Vertrauen tr;igcn und dardiireli be- 
wogen wünlen, Ruch ku UnBereti KriejjsdienMteu in Hestailung xii 
nelinien, »o widlen Wir Euch hiermit 1 Heginienf zu Fnss von I:^(X)i 
K'^pi'en unter K UoTnfiafrnien.^ deren jode \oii 150 Mimn «hn die <.>ffieirer 
sein Süll, in Unterm ller/u^tbuiu FreuKHeu innerhalb 4 "der ault* liin^w(e 
(> Wochen zu werben anpraesentirt und aulgetragen und auf jeden Man 
fj Kth. zum Wcrbegreld verwilliget haben, mit die^ieiu gnädigsten G 
sinnen, dann Ihr mdehes yai richten und auf die Beine zm Iirinjü:en in 
beslininiter Zeit EuL-h mügltehrtte:* Fleisses angelegen t*eiu iasseiv vvnUet; 
deßseii Wir IbiB um »u viel mehr zu Eueb verseliL-n, dieweil Wir wo! 

'; Die Antwort t. d. II. Aug. 1648. 







Die Fluwnld'aclit! Wopliuiig. 



271 



wiiwcn, ilasB e« I'^ucli nicht um Eigennützigkeil . sondern um Elir uiul 
Ue|mtati(in zn tliuii iet, die Hir hJerduTch merklicli zu veriiiebreii gnup;- 
wum;ii Anhiss lüiivcn küunPt, 

Die Musti'i'pljitzi- siillrn Ktu^li von rnscrn prcussi scheu Oborrätlu'n 
vermüp^e Un*ors jiii dicisrlheii crganf^enon ^;ll(id, Keseriptö iissigniri'l 
werden, nnil habet Ihr Inerboi das Werbepateiit '/.uöainint einer ^e- 
ilniekteii Ordre. >vie die Viilker mieh g-eliiiltener Musterung itii IFcbri^en 
trartirel werden HnlU*n. zu ein]>faiiw:en; nf den Mui^terplat/ aber halit 
llir Kueli tiiit rnsiTii ( Iberriitlien zu vergleichen, ob die Viillver. niidi- 
Ah\\ sie aukoininen, niit (ield oder Trnttamcnf verpHei^t werden sollen. 

Dicneiln Wir uueh so aii^ Kureiii Sehreiben, als von UnHerni Ober- 

fcuiiiijierlierrii. verstündi^H \vorden, dass Ilir uieht jiUeiu vun dem Obnal 

l.ifuteiijint Roiebarr d;iH im Amt Sehiieke» geleg-eue (int Uinaw zu er- 

tiHiidehi, Sündern iuich auf triisere lUjif l'rubstci Döri'er im Neuhöfiseben 

eine jrewisw Snnitne (lehles aiiHZUxahlrn Willens %vilret, h<» wolittni Wir 

/.war Kneb lieides gern gimneii; es hiit alier mit In'i^ug'temMrut Riniiw 

ȟlche BefiolmITenbeit, dasn Wir defibalber mit t't^'ncitcin Obrist I^ieii- 

tvuant in Ktrcitiijkcit und Procesw schweben, daher Wir Eueh nielil 

rathen können, daw.s Ihr, /.uvor mal eise dntni Wir Tns mit Obnsl 

l.ieutenatit UrielLirlen veri^liehen, uiil denselben einigen Kauf seliliess^et; 

»ullteii Wir über mil ihm liiehti^'keit j;eniaeht und das (iut an Uns 

pel>nielil haben, stuKl Wir nicht unjceueif^t, selbifrcs üueli, jed(feh die 

.landen auKi:i:enofnnien, lltr andern zu liberliassoii. Wanaher die lllnfTroli- 

«(eidürfer hehiuu;ou thut, iii^t hiermit ITn^er ^'uiid. Befiehren :in Kueli. da.sft 

n»r darauf '^JtMKK) iMh. hersehiesseu und darvnu alsdann 73KI lUh. /n 

Kurer Werlinn^' uelinini, die übrigen li?,HrHI Kth. aber Tusern preussi- 

w'he» Oherriithfii ^ejren einen nnr!ü;erielitelen Veffcleieh und liniltaii/.en 

einbiitidii^evi hi.iseu wollet, und iCneli darl,K'i verrii4!b(*rl halten, dasn Ihr 

I viin dt-n nefäilen liesji^er fltuf Dörfer Eure Intercüse gar wol jiihrHeh 

hahrti kiinnet; würden abi-r Über W-iiiuiTeu solebe uieht zureichen, sind 

Wir liierniit erbüti^. Euch au?* andern Gefällen bebüri^es (.-utiteutenient 

wiiierfabreu zu lassen. Wir liabeu aueb au Unsere Oberräthe genicBseuen 

Hefehl ers-dieu lacaen, dass sie tuit Euch einen ^^ewisöon C-ontraet 

KehlieHsen und Kneli alsohabl diireh Un&itM-e (llierforstnieirtter und Haupt- 

manu 7,u Kein uud SanilUndii-eiien Holzlor^ter, Heiurieb Ehreuireieli von 

ilalle uud Johst Friedrich von <.(ppeu m die mehrgeu. fUid' Probstcidürter 

ininittiren lassen öullon. 

Naehrlem \\\r auelt ^Villens sein und Euch hiermit in liilchsteni 
Vertrauen, doidi dass Ihrs iu ^'eheini halten wolbd, erürtiien, üii^n Wir 
noeh nieltrcre Völker -/.u werben !nnd"a«fs weniirste 4fHH> M. /,. K auf- 



272 



I. Prmiafen und F(»Icti. 



y.nhnn^enp"! vorliabeiie sc^in, »<i tliun Wir Eui-h liieiuil £:nKdi£r^ unt 
bpi Uiiötni f'liiirfilrwtlic'lu'ii AVurti-ii voi-sju-eclifii, ilii*j> Wir Kucb als*- 
dium die Cliargf ciiii»s Ueoeral-MaiiTS ttber du« Fussvolk auvertraiu'ti 
und aultru^en wtdlfii. jcdvch dass Ihr dieses alles, wie iibgeiiieldi?t, xh 
keiiu's I^leiiselien T^^iswenHdiaüf iinimrli iikht gelnuäjen lasset. — 



Cxerlianl Uraf v, liöuiiot', Woiwotle von Poin in ereilen, an dei 
Ktirairsten. Dat. Warschau ■23. .Juli 1648. 

|Wrniudii«u fiii- iltri l'rin^t'ii Juliunn ('ftsimir, als den für diu E*aiiyclischen güu^lf; 

geren Thron t^nndtditteD.] 

W. Juli. IWii'btijrki^it ilfT gf^'inrärtigeu König-fwabl-l — Wami aber stdelil 

Walil xou vielen daliiu will diiTigiret und goin'acrii-iret werdeti. das 
dem EvaiigeIJscIn''M Kirehonivesen zuwider eiu Haiijit, Ttvelidies deiii- 
selben ganz nicht atfeetifiniret, betordert und Ibro Kl'm. Maj. zu Scbwe^ 
den, Prinz Jtjlinn Casiinir'), weither der Evangelisehen Religion iiielU 
aisiv zuwider, juirlttilitipr e:emacht und praetcrirt werden nib^^e: als lialie 
E, t1h D. icli atif Unser Eva njJreli «eben t^täuile Gulaeliteu \mi iuitatu 
eandore et xelo pvctatiü negQn die reine Kirelie Christi geborsamst dies 
liiiiterbringen und dieselbe unterdieui^tbclist liitteii wulleu, dass E. *1i 
I)- wej^en der Kirelieii und Ihrer eiijiien Iiitresse mit den» vielg:lUti>reH 
SHrt'vagio uud tliälliclier lüterjjusition vur [Jin* Kiiii. Jiaj. /u ydiwedi- 
deasen Wolgewngeidicit Wir giuig-ham versichert, der sieh auch al^ 
iilterer Prinz um die Krone wniverdieiit geuiaeht, liH siinuiitlieheit Stiiin-" 
den einkoiiniieu und, su viel ini>glieb, alles dahin diriju:ireu helfen wtditei. 
(bisy Ihre Maj. dem Herrn Hrudeni Cantlo Ferdinaudo wie billig vor 
gezogen und damit der Widerwärtigen eunatus hinlertriebeu werden mügej 

KAuff, Aiitwuft des Kurfiifsten, dat, Ck-vo 22. Aiig, lb48, — Der Ktir 

lürst, wird lit dieseai Siuiie tbätig sdii; dügege» ^^oll (jiraf Dönhut aueb üi« 
Wünselie des Kurfiirs'ten in Betreff des lus sessioaU et suilragli fftrder 
hHf&ii. 

Lh'f geheimen Räthe an den Kurfilrj^ten. Dat. Colin a. J. HpJ 

14. Juli 1C48. 

(Conc. von dem Kanzler v. Gütze.) 

[Sie ratheii ab, (ien Polen WerliiiDgen in PreusBui xu gestAtlen.jj 

*i4.Juii. — Don Punkt, dan^ die Krön Puleu in E. Ch. D. Ikr7.<igtbum die 

Werbung begehrt, tiuden wir einer ziendlcliL-ii luiuwrtiuiz /u sciu uuc 

') [— ] Im (.'omiflpt «nagt! strichen. 

'i UiiiiiLiteÜiai' nach dum Tpd<! Vladinlav'a IW hfltMi der &Iterp «ciiier BrüderJ 
Juhutiii Casimir, dcb Titiil „Küulg zu Schwaden" aiigeiioitiuitä , ttls Fortietzang d« 
wu Sigi»inuii(l 111. gtrirrbteu I'r&loaBlon auf diu Krun« dieo«» Lntid«ii. 




Falnisobe Wurljungen in PrßuMoUi 



273 



I 



iiero eich damit nleht ku Uhereileii. Dann ok peben es die Bei- 
la^xi V (Ihss auch fiiie Wbywodschafl der stiidoni die VWrbuag niclit 
veratattct. Nun sind E. Cb. D. der Krön IVdcn mit ^L-wißSfn p;ietia 
verbunden, dabei E, Ch. D. billig zu verbleiben, miiterntil es in dem 
leUtcreu Kricf^e die Erfahrung bc/ouget, dass der KUiiij,^ uutor dem 
Praetfxt der Divertiruiig des Krieg'Cs f^anz PreuBsen in Contrihutitiu 
geÄ<^tz*?t; darüber den pnlniisdion Ol'tieirevn viel U'XiO H. ge-Asiiilt werden 
mtlgäcu und E. C'h. L). Herrn Vatem (.^brint milden Augedenkcuti Chf. 
Dchl. aicb davor vembli^reu niWsÄeii, Wir woileii geschweigeu , ilasfl 
der^bnclieii Wcrljuuf,^ ninniniCT ohne Bescbluss des Landes zugehen, 
»iuiderlirli \v» die W'j-rber niebt von dem Landenfllrstcn, «omlcru vim 
einem hölioru und uiäcbtig-ern depondircn; (rar leichtlieh küimcn luieb. 
wann mit der Werbung der Aidang gcuiacbet, Muster- und Samuiel- 
plÄtze, auch gar wol das Geld und der Unterhalt Tor die jittldatese^i 
grefordert werden, welebcB zumal hei dieser E. Ch. Ü. Abwesenheit 
»eiir |>raejudidrlicli sein wtlrde. 

Diesem naeli mtiasen wir unterthänigst rathent wann dergleichen 
weiters sidhe gesivelit werden, duss man es mit gutem Glimpf deelinire, 
mit dem Vunvaud, wann E. Gh. D, iu Perömi witrden hineiukuninien. 
^u möchten iSie wo! ticlbsten zu werben uwlig befinden, da man tle» 
Volks selbst würde bearttiget sein; uud ob man ilawidcr einwenden 
mochte, es hütten E, C"h. V>. albcroit i^e^vorbeiie Volker auf den Beiium, 
so ■wlire l'naors ErmesiienB darauf zu Hulwurteu, dans der Frieden im 
Keieb uoeb niehi geseblosgen» und wann derselhige gleich geseblußÄeu 
wäre, 8t) wttsHie mau noeh lange nicht, wns E. Gh. D. dieser Orte vor 
Volk bedürfen wtlnlen, und ftJohet es deniniicb /u E. Gh. D. gnildi^stem 
Belieben, wae S>ie vou Ihren geworbcncu N'ölkerii mit steh in Prcuasen, 
wann yie die Reise reeolvircn wcr<len, uelimeu wollen. — 



I 



Die Obenätbe an d. KiiifEirsteiu Dat Knnigsb. 11. Äng. 1648. 

[Die UbcirJilbc £L>g'L*riJ die Wcrbuiig^u zu vcTRitlusaiini üia suKla^^n üiuu ErmksHiguug 
Tor; BedenkiiclikeitcD wegen Hüwaltl's iintl wegen cica aiU'ini1:>rii;gt.-udi'n Utldfs.J 

Wart E. Cb. Ü. aas dcroselbeu Hem4lenii Cleve vom IH abgewichenen 11. Aug. 
Monats Julii an aus uelicti»t Heantwortuiig des Primatis Itejrni und Erx- 
biBclinffs XU Giiiewen wegen Werbuufr acht [sicj Cnutiingiiieii 7,u Kuk« und 
Hclit Coinpagnien zu Pferde gnädigat reecribiret, demselben erkennen 
wir uüK gehnrwunst uaebzcdeheii pfliehtftchuldigjjt. Wciln aber E. Gh. 
D. geheimer Kath von Hoverbeek, wie auch deronellien Secretarius 
Aderäbaeh uns noeh gaivi nichles ge*jchricben, dass die Stände der 
Kroneu eine so grosse Assistenz und Suücura geurgiret haben, Kuderae 



Mftltr. IUI «irirli. il. t'.r. kMrtfktrWn. i. 



l» 



274 



1, rri:ii«aen QtiJ Polen 



uns aucli mclit wissend, wie solches Vulk von der Kronen wUrde 
aecowmiodiret werde«, und dann General Maiar llinvald imeb zur Zeit 
siph auch nicht erkläret, ob die VerHielieniiiir mit deu Hrubstdftrtera 
im Neuliäusiselieii üime iumclimlici] sei; so haben wir iintertbiiiiiü^öt filr 
rathi5iaTn erachtet, uiit InsinuiruujK der IJoaiitwiiTtimi,' an jrenielten Herr: 
Erzbisebof) noch in etwa« an uns %n hajten, bis durch Herrn Hover* 
beckcn oder 8ecretariutn Adersbaeheu wir uus unvermerkt erküüdl^eu 
lassen, mit wie viel Vulk ihnen wul gedient sein möchte, und weleher- 
greatalt sie wUrdeu künnea accourniudiret werden. Hielten aber uumaris- 
g:eblich da(\lr, es ^uugsam sein möcbte, wairn die Wer Ctrtnjjagniei 
8fi unter dem Ojmmendo des Obristen I^ieuteuantä vnn Anieiin bereiu-| 
kommen Bollen, der Kronen zur Assistenz ziiifesdiicki't und au deren 
Statt die tüuarnisonen in den Port Festungen PiJliiu niid Mlhinuel nii 
Landv^ilk. die Wibrauzeu genannt, verstärket wUrden; wltrde auch wo- 
genug: sein, wann uebcust oberwäbuten ■vier Coinpairnien noeh ande 
vier Ci)uipng:nien g:e würben würden; dann ku besnrj^en. dusö e» mit 
luehrer M"erl>ung we^cn ersch^ipfter Mannj^ehaÜ durch die Jalir her 
geschehene vielen und nuu auch diese letzte Polnische WerbungeiiJ 
schwer hergehen werde; aueli General Jlaior Huwald wtd bei sieb an- 
stehen niöehte, wej|j;en uoclimaliger zweilelhafter Annehmlichkeit der 
Vcrsiüljcruti^ solch eine g^rosse t^nnuna Geldes auszuzahlen, dafcru C; 
nicht bereit anderweit bestätiget, nnd dass aueh ihme vielleiclit diei 
General MaJursehuR in ruleu nielit möchte ^^eyüuuet werden, daliert^l 
Bolch Comujenda anznnehinfni üedeukcn tra^^en könnte. Von den Unter- ^ 
thanen die Gelde aulzubring^en , wird wejcen vieler noch ausstehenden 
Contributiuu Resten, daran man sich bereit müde gemahnet, und uücU^ 
niehr hcvürstehenden Cullecten, wi> nicht ganz uuuiöfe'lieh, jedoch sehr] 
schwer gefallen. — 

Ein andres Schreiben der Oberrätho vüii deüiBelbcii Datum betrilUtl 
uameiitlieh diL' Abscudun^ zu dem Wahlcuiivent; die Obcrräth«' lehnen für 
ihre l'ersoiieu es uii£ verpchiedoucii Griiiideii ali; sie neoDen deu Hol'- und 
G^rJchtsrat-h Friedrich v. Qntzeii und duu Land- und Rechuuug'^rathj 
Friedrieb v. Kochen. 

In der Resolution, dat. Cleve 5. Sept., benennt der Kurlürst deu I 
Lftudvogt zo Sebaeketi Wolf v. K reitz, Friedrich v, G ütZL* » und 
Joh. V. liüverbeck — ,uud da»s dieser, der v. Hoverbeck, dabei Üra- 
tor sei*. — 



i 



9. üben p«g. 2f>l. 




lUm tcraogliilic Wnlilrectit iti Polen darf niclit Aufycyiilucn werdoo ; BtrgisInT Eadtiwil. 
I Die Wmhl to]! wnm'JglLclk bia zur Ankunft des KurfTirsten in rrt:U&ä.en Värflcliabt-n 

werden.] 

■ [Antwort auf Hio Relntiou dat. 17. Juli] — So viel sonstea das Uns Ift- Aug>^ 
I vigore imetnrum in jiublicis Regiii cnmilÜM» wie auch bei der Künig- 
~ liehen Waii! c4impetiTcndcö lus scssionis und sutfrag^i betriflft, kilimf^i) 
L Wir Un* des^flben so sclilecliter Dinge uiclit bep:eben, iiodi davi>ii so 
H ^nr abstelK'n; sondtTii betiudcu liolnielir hodinUtig zu aciti, daaa dasselbe 

bei aller Uegebciiheit und an allen dieulicheu Orten nach wie vor uffs 

Öeiftsi^sU- urf^iret, niieli mit j;*"l*nliirendet' t^ur^falt dahin gesehen und 

^ gearbeilet werde, damit liierllber Uns und Lhiseni öueceBSüren xuni 

■ )*raejudiz wtler auch den lefe'ibus und pactis Regd zuwider nichts tHr- 
H l^hcu, noch ataluiret, sondern Wir bei Unsemt habcudeu Recht Überall 
" conserviret werden niü^eii; wohin Ihr dann Euere aetiones zu riehteti 

uud diesen Paaa iu behüriger rteissiger Übacht zu halten nicht unter- 
la«s«ii werdet. 

L Es sind aueh die in dem Uns UberechicJitcn Responao angezogene 

Scboiuffrihido dor Erliebliebkelt nicht, da*« dieselbe wider die so helle, 
klare l'jida (Miii^v Mpn-aiimi habt-n uder dadurch irnseres in denselben 

I »o sfaitiich fundirles Recht im ^eriuf^sten labefactirt werden kirnnte, 
ininasHen in ilziger Eurer Relatiuii mit niebrein ausgd'tihrt und anberu 
7U wiederholen urniJiti{;. Wie denn auch insonderheit daa Exeinpel 
vom KiHiige von Böliujen in beaagleni Rot^jion^o g-ar unzeitig und iui- 

I pertinenter angezugen wird, indem ja reiehsklludig und aus der Gui- 
deneu Bull Curcli Quarti klar nnd offenbar. daMs der Küniff von Böhmen 
nicht nur zu allen jinrticular Cunveuten der Reichs Churtllrslen ak ein 
Eleett>r und Mitchurfllrst Jedesmal gefordert werden inuss, sondern deui- 

I selben auch in der Kaiserlichen Wahl ein votuni und zwar tcrtium in 
i>rdine in alle Wf^e eonipetire und zustehe. 
Im .Hchliinnibtcd Pall soll Hi>Terbt'i,-k du-" Rocht des KurHirsten mit einer 
Proteatation wahren: — allerniasBen Uns dann des Herrn Bagislaff 
Ra d/iwitts Lbd. ') (so gleich itzo sieb bei Uns befinden) snlehes gleich- 
TallB ratliot und gm' nicht, daas Wir solch Unser wolfundirtcs lua da- 
liinteu laösen oder Uns dcfiseu begeben «ollten, j;ut findet; mit fernerer 
I Anzeige, dasH Sie eben dergleidien lus wegcij eines iu Littauen be- 
legenen FltrateulhumB zu praeteudircu hUttcn, atich bei itÄigeni Inteneguo 



') Vpt nichiDiiligL- Siftnlialtvr vi>ii Prcuvscni. üetier ibii »■ v. Orlicb I- 2ül. 

18* 



276 



I. Prvtisaen uuil Pr»1cil. 



18. Aug. 



dasselbe liiitwiederui» ad ubservantiam zu Tiriug^eu sicli äusserst bc- 
ntUlieii werden. 

Die Gravaniitia ^ind uajneutlich bei dem Priiizeu Jühauii Casimir Ki 
bfireibcn, ikiif läni dit' Walil wul fallen wird. Da der Kurfürst t^o liald al 
iiiu^rlich uarli Freu^i-^fii zu kemiimTi litf absichtigt, bo sull RDverbeck jiicli 
bi-tuühcii, ihisf^ die Neuwahl womöglich tiuige Zeit hinaUi<g;escbobpu ivtrd. 



I 



Die ObeiTätlie an d. Kiirfiirsten. Dat. Königsb. 18. Aug. 1648J 

[Neue EinwcnJiutigeri gcyen dk beabsiclitigteii Werbungtjji ; iCu»u.iiil dtr IjerKoglu-bf 
Domuinen; Reiter«! i4t den Poleii nicht niuhig; t'remcie Truppen ins Land eu schick« 

gegen die PriTih'gien,] 

Bedenklicblteiteti wegen der von dem KtirfiirntGii gebotenen neu**; 
AVurbung. 

Daim wann iincii die vim uijs untcrtb, vorgcscbl.ijrtMic xwei Onm- 
pag^nieii, nebest den anderen vier Coinpa^nieii. so unterm (Vunninnd 
des ObristCTi Lieutenimts V4)n Arncinib herein marchiren sollen, neben 
diesen H roiripnffnten, so iioeh zu werben sein, sollten zugleieh ver- 
pfleget werden, so ist ee niebt ujeiiseb- und niöffUelu dasä dieselbcu 
von deui 1 ü. von der Hube werden Jtrmnen tmterbalteu werden, weiln 
nur ?4,nH4 Hüben uninittetbar E. Ch. D, zustHudäg, darauf <?ine extra- 
ordinär t'cnitrilnitiijn zu sehhigen nnd herauszupressen sehr sehwer ^> 
fallen wird, die übrigen 15,S^17 Iltiben sind verpfändet und verareudire' 
und dann j>:^20 liegen wUete '). Wann nun gleieh von joder obcrwHbu- 
ten Hube uiouatlicL 1 H, soll exigiret werden, könnte doch dasselbe »ofl 
viel nicht austragen, was aid" die VlitO Mitnn nionatlidi erfordert wird,™ 
/ugesL'hweigeu wann noch H C'oinpagnicn zu Ross* auch davon ^(dlleu, 
au unterhalten sein. — [Man miige daher wenigste»« die Werlmiig dtri 
Reiter auf den äöösersteü Fall versparvnl, weilu der Krön Polen mit de 
Reiterei, deren sie selbst gnugsam haben, wenig gedient. — Fremdes^ 
Volk uml Kelter hereinKusebieken wltrde dem Hevcrs xuwiderlaufea; 
wollen, damit E, Cb. ü. in <i(jtt ruhender Herr Vater, glurwUrdigatcr] 
tredjichtnisa, EE, Pr. Landschail hiebevor gnädigst versichert. — ■ 



e^ 



Der Kin^ftirst an Hoverbeek. Dat Cleve 21. Äug. 1648. 

ISI. Aug. Juhftnn Cusituir, „der iSehweden, Guthen und Wenden Krbkoiiig, uik-I» 

Königlicher Prinz iq Puit-n'^ hat den Kni-fürsten sowol scbrifdich, ul» auirlj 
durch seinen K&mmeriT Ewitld vuu Sauken niündlii?h ergucbti Uiin ^mit 



') 1u einem spJLtetti Brief werden dicPK Zfthlni aogegtlicn ä&»97ti— 13,011 und 
T7U7. — In «iuem B«ric1it vom H(. .Iiin. T^ll'li geben dio Oberriltliu mi, i\u.ss .ümvoii , 




Die ticrai<gli:<7heH DomAlncn. T)as littenvgmm. 



271 



Ünft^rni voio und suflVagio bei der vorseieinleu KöuigUcheu W'athl kh assi- 
riippM* r[<nr(^rlu'('k crhiili hiolrtci Inetnu'timi, wie rr sicli in itiT AnpcU'gpn- 
heit XU vi-rhultc«. 

INist KoriptTiirj eint. '2'2, Aog'nst. — ^Anth.... mftgen Wir Kuch iu 
gohoiiii nk'lil Vfrluilrcu, thiss Wir jriiiizlii-h p[U(^chl"snt>ii sein, p<'rsonli''h in 
l-Hjicr lliTauyitliuiij rrfusM-n ku kmiimfii, vviiiin ilie Köiiiplit-lu* Wulil W\^ 
tuu'h Aus^raiijr des Xiiveinliri-s ulgi-^chube» wt-rdi-ii könnU'."' HoviTheck boll 
>ii'li für «lit'si'ii Au^oliLili berniihi^fi, ^jjiestiilt Wir deun auf*h stik'btfs mit tiew 
Priuzoii Uo|»inlnff Kftfiewilpi Lbd. (welclie bitnte von hiimeit niitrh Polen rer- 
I Tvhet fi'iti) altgeredet lialeu*. 



Y 



VmwUi, welche der Chui*filrsflicb Brandenbur^isclie Rath iiiifl 
Restiit'nt Herr Jolian von lloverbeck bei itaigeni interregiirf 
zu srichen und in Acht zn iiehmeiu Dat Ckve 22. Aug. 1C48. 

I. llnvcrhrck siill ,nll(Mi mt'ü.seiiiuf>glk'lu'ii Flcisi^ (iiiwi'iidi'ii, ilmail S. '2^. Au(j| 
Ch. II- utiil derü Clmif. H«ii,s hei dein iure hfssioiiiji v\ iJutFrn^ii, h-^u ih'rf>- 
s^lltf^ii vig;ur*' pni-tiiruni inihüfünim in deu Comitüs I?L'j?ui und irit<.HHlerfn'it, 
bt'i der Wiihl eines Königs imstreltijr poinpetlrE, üouÄemrct, iiiifli uff itzo 
lipvorstrlieridrm t'orivctitii ElecdoiiiH dero Gesandte wirklieli Jidmlttiit werden 
mtiflitoii'*. Er hat t^it-h duijei iiftTin^utltrh tler Cwoppnitinii des Prinzen Jiiliariii 
Casimir zu Ijedienen, tiu Fall aljer, daMs c^ zu errt-ielieD uicht p4:lü.u^e, in 
etiler ^^linipflitdieii ProteBtutiori" die Keehtfl des Kurlursten zu wabreu. 

'2. Düs UespouiJUm CrftcorieuKe vom Jahr liJ3S ist aufrecht KU erhnlW'fi 
und alle Verj-ui-lie jref^t-ii dast^elbe nii-derÄiiM.'bla|;fen. 

3, Ebenso (Ins von dem Kurfürütf u ,in Oeeonomtei« crlialtene und dureh 
diu jiiu.ff-'it'' Uc'ieli^ ron?intntii>u betitati^te flipl'irmi'^. 

4. Abwtidhjujr iillev tJriivaniinii, wowol in Bi-xup auf ileii Klbinper Zoll, 
al^ aucb „eireu uppellattones et Juridica«, uec uua iu fiiübus Pruäsiae et, 
Marciuup"'. 

ö. Frei^ebuLg* des esercitii EvungeÜötrlior Religion iti Polen und iti 
rreu.-*.--en; und i^olleu tie.^sen die Evanjreliselieu _uueh Tor Erwählnnj; eirief^ 
Könige durch eiue gnugsnme bestündign 0»pitu!atjüu der (Jehiibr ForHichert 
werden*; uamputücli soll daeselbe ,t7n.4 in Unserer Schlosa Ctipefle zu 
Königsberg sowol in Unserer persönliclien Gegenwart, als auch in L'nsrrtii' 
AbweiJenlieit den Unaerigen verstiittet und zugelassen werden**. 

Ü. Wiedcruiiftittlmie iler traetatus paeis perpetuae aiit iSebweden wiibreiid 
lies InterregiumiK; der Knirfürnt int geneigt die Vertuittelung dabei zu iibpr- 
nelnnen nud ^urdl der von Hoverbeek an allen diehlirben Orten, wtihin die 
Ueinulber itieliniren, mit Flei^<s; sondiren, inid im Fall er die Voriieliniste'Ti 
dabin inrliidn heliiidnt, btt di-n Evan;:eli^ellt.■u und mni*'rn Sr, t'h. D. tVxi- 
fideuU'U V» dabin in gebeitu uni.1 unvermerkt, jedonb nur suü tiomiüe, uuter- 
bau«Qr liöfnit die Krön Melbjct an Ö. Ch. D, t^olehes gesiunen und HU: die 
partes mediaioriti neben Audereti Ubw sieh zunehmen ersucht werden möehte'*. 

7- Hoverbetik sqW dahin wirken, -damit 8. Ch. D. oder deru Xaeli- 



278 



1. Präussati uiii Tolon. 



koHimeu die Investitur in Person zu sucbeu und die BeU'liming- zu «■mph 
peu hiiifüi'ü nitlit coiislriii^iret, sondern xu Ersjtui'uiig gru^hfi* Spesen de 
IjCgati darzu jedetimftä und /-vrar uneutgeltlich admitrirrt und /upfliuscit". 

8. ^Wic [licht; iveniper das hiebcvor hfwilligte aniamm ordinarium mm- 
tütht gänzlich rennttiret, oder aber, dn das nit^ht zu cflndu'n eum r-ulttc, 
Sie aod dero Successoren Titit keinem t'StraordtnBtiü t'erntT hoBfliwert, finnd'TU 
damft gänzlich vers4*h()«et würden.**^ 

H. Erueupmng des den Markgrafen in Franken, zu Culmbnch uu<l An 
spach, zusteheüden lus yimuUiiiieae iuve.'titurftc et futurftc surcessjordi^, nnd 
Mitbelchnung derselben. 

10. Iloverbeck boII auf ein .„ci'klecklieheK subsidiuin^ zur Urjwrhaltuii, 
der Üamison&D von Pillau nnd Memel dring^en. 

11. Die bewTiBste ^OchseLsaehe mit dem Feldherrn Putocky* ). — 



.d 

\ 




Andres Adersbach a; d, Kurfllrsten. Dat-.Warsch, 22. Aug. 1 048. 

[Srand d«r PartfieTi bei ävr KJ^hiebwuIiJ. fJroBsc Fuctioii für rriiii Cwl Fprdinmid; 
Jotiftnti Cns^imir stillst sich aur tU;^ Aii8lnt)d; seine TartcL im Reich, sein« kivi-lde 
tigcii anffoblichen Vcrbiiidmigpn- M:w»rcgt;tn dt-» Prinieen Carl Fcrdintnd.] 

23. Aug. — Mit der Köui^licbeii Wahl ist C8 »chon so weit kommen, da 

»ich di^ Factionen imt Hiren P^rtheien öffentlich verlauleii Utst^en, 
netdicli der lÜscbnf von F^n^on uff einem Tianoiiipt aiisdrili'klieli JirrlTilr' 
gehrocben mit dieii^eu Wurtou: dasa er vun Prinxeu ('asindr niclils hielte^y 
weil er gleich dem vTrstorbciicu Könige eben auch uff Damen uii^| 
andern uuuöthigeii dachen em vieles wenden wUrde, duBs die Krön 
gnug zu schaffen ivltrdo haben, nicht allein ihn 7.u erhalten, sondern 
auch solche unnötigen ypencn helfen aiii4ÄUKahlen ; ln;^^^^«etl er aueh bltin^^ 
zuletzt von Prina Carl solenn Abscheid genommen und ihn pescgnetÄ 
Prinzen Casimir t^. Maj. aber nicht eins zu^'eKprndien ist. Und ist frwt 
die Factiun des Prinzen Carls zu merkeu, sintemal <lie ganze Cleriscj 
fast, von weltlichen auch mus der Krön, wie mau begreifen kami» der 



') Ein Pifjcesflf der bcrpiEa »eil ]CA2 sptcU. Aoi 20. Oct. 1642 fatischwot sicB 
der Wuiwgdo von Broclaw und Krütifeldliierr Nicolnui Pi>tocki in ciücm StUrniy 
ben an die ObcrrBthe, dnaii auf lieriüglichtm Gebiet eine Hcerde tuq 1000 Ochsen, 
die er nach Danzig zum Verkauf geächickt , p]&li:1icb übcrTidlei] und g»nx an<r.in^ 
ander gejagt worden sei. Als Thatrr wi-nlen Georg SlU-hting und Ernst l'olcni 
f^tiTiaDDt. Ilierübor zunäch.^t ein Pracem» heim huri&ngliclicn lit^fgcrieht, Di« Angif 
klagten msciiBn gDttend, dofls die*e« Viob verpPsK^t gewesen blm und innn daher, na 
AoBteckuiig XU Ttrhilten, c« über die GrÄn»p gejagt. Am 30 .Imi. I04f) war de 
SprucH dcA HofgeTichtB tn KOnigebcrg erfolgt, ivodurrh untcl- Annahme, tlng« dt^ 
OcliBCn wirklieb vi;rpc8tel nnd die Augi'klNgleii daher be/ugt waren, di(^ Anstcclmtin 
ibrer Wcidtpllklse m verbäten, diese freigesprochen wurden. PotockJ appetÜrt icn 
dae. Gericht dvi Künig» unil von diesem erfolgt 1647 ein SprucU tri »eiucu üun«i«i 
und Auf KntflehfidigUng. Künig^b- Arcl]-) 




li* WAT»lp«rt«ien. 

Herr ll<ifniarsdiall Kazaiiowsky, aucli Bonderlich tlcr Gros» Morspliall, 
die Kllr-sh"-!! von Wissnowiecz iintl Zfislnw und Ostrop;, beide Wojewodcn 
aus Rouftslanil und Seiidiiniirs. der Krcmni weltlicher lieterendarius, so 
noch andere dazu beredet, Huch ganz Masaw und audere^ so sn jj^ar 
*iffontHi4t meh uncli nicht kiiiid thuii, aus Littnuen der Gross Canzlcr 
nud ll'if Marscliall sich seiner Seilen ^iinzlit^h bekennen; hergeben von 

tSr. Maj. VriüT. Casinitre Seiten, welcher bloss «ff der frcraden Ptttcii- 
taten. iiiBondcrhcit E. Ch, D., der Schweden und Herren General Staaten 
Hflif und BcifiUind sich vertrauet und ulhie, welches die mciaten aurh 
ft*i pur sehr befremdet, bei den Standen »o ^nr wenig- sich darum be- 
muhet, lielleieht weil er nicht weis*, wenie zu trauen sei, i^t ohiigefähr 
[der Herr Krön Gross Can-Äler, der ßrazl arische Woyewode,' dessen 
Vollini zu dieser Zeit l\lr drei bestehet'), der Kronen Gmas Schatz- 
meister uud der General uns Grnpspolen, auch der Woyew«de vim 
Kraekau, aiw Pi^lcu, auK Littauen aber der Unterfeldherr Fllrst Had/-iwill, 
tlcr L'nterkanRler und sonst fast dae ganze Groeötltr-^tenthuiu mit ihnen; 
und wird !.^äialieh daflU' t^t^haltcn, dass er auch ndt den Snponi\ischcn 
Koisaeken eine CorresjKuidcnz und gewisses Vcrucbnicn g-CHohluösen, 
auch uüt deu Scliwcden sein soiiderlichcH Absehen habe. 

In Summa, sobald nur König^l. Wahlzeil angehen wird, wird man 
fiel Dinare mit Wundemng criahren. weil e^ fear zu kuntcrlmnl daher 

Igehel, daas man schier uielit iveis«, was dil^'*^n ^u achtcji sei. — 
F. S. Heule hat Ihre Maj. die KGnig;in pro exlrcmo viatico Ihr das 
h. Saeranient reichen lassen. 
S. Iliichb Dchl. TriuK Carl hat aueb Kwecue Jesuiten Pjitrejs 
t^eliöuhn viuui und Uegcnitium au deu Kaiser abgefertigt, mit 
ihm wegen Hlllfe^ eineß gewissen YerbUndnisse;*, auch etfolgendcr 
[Heirat!! mit desseu Tochter oder SchwUgeiin zu tractiren und zu 
fechliessec. — 

UitTbei ein Schreibea des Prinzen Carl an den Kurfürsten, 



Hoverbeck an die Oberrätlie. Dat. Holieuateiii 22. An^^ iB48, 

|Div lUfl^titung di;» Kurfürati^i) lini dem K «h alten kr tcg. Dji' Hepublik lal scihtin 
wiL^cr »iivcjsiclilliclier- Argwulin gcgori duu Kurlilrstcn ] 

Belait^'ond die von Sr. Cb. D., Unserm jinädigstem Herrn, deriK. Aog 
keipublicae bei jetzigem gefährlichem Zustande zugedachte llUlfieislun^ 
hat! ich wol von Herxen wttnschen mögen, dass Sr. Ch. D. ErklKrung 



*) Der Kronfi-Idberr NiColftnH Fglocki, Woiwodo vgn EraclftW , um Bog, d, h- ID 
der Ofgind dei: jcuigeo KvafrkeQaufjtta^idcs. 



2^ 



I. Frensftet) und Foleti. 



I 



in stehemlcr rniivdfifttitn». wir man sk-h in der grftssten Peri>li'xitÄt 
lÄRt ithnc Ilnffiiiing befttiHl, 4Mnkuiiimen wäre; ilaiiii es gewies nuBterb- 
Ik'lieji Uulyii timl l.>iuik tl^m t'liurlYlrHtl. Hause gebraclit hätte, und würde 
man uifht geriiifje Vorthcil. st» wcf^eii des Volks Vcrpfifpirig;, iiU Sr, 
f li. D. Staat liabi'n aiisdiu^en küiiiien. Anjclzn aber, da dir I{»'f4jiii1ilirn 
vei'iueinf Ihren HUat Kchnn f^cfasgt zu haben, nnd wc^^eu der beidcnfl 
ponfurriiviidpii Brlidor ihrer Electioii Imiher in nicht ^orinj^r'^r .hdinistf; 
unil Dit^deiiÄ. anch iillordiugs gegen Ö. C'h. D, sclhrtl, hr^-rilVen, wird 
e« alles viel schwerer daher ^ehen. Jedoch war es meines wenigen 
Erachten» nicht undicnlieh, dass diese m^ löbliche Ör. Ch. D. Inleution 
der iii'iiniltlieae kund gethau i^ih'de. leli hab xwar liiMnevor, wie E. 
Uen'l. mii" solehes. an die Hand g'flbeii, zuvorderst pe?;cn des Herrn 
Krön GrciftR Caniderij f. On. eines Sticcursee von 3lH> Mann von dem , 
Anieiniiscben t^quadritn Mahlung gofhan; wie ich aber von derfl&elbei™ 
dii' Xm-hriclU und KeKoluriou bekam, dass die Stadt Dnnzi^' mit ihren 
nii^vl» 'teilen li*i!) Kiieehteii mehr Sehimpi' dann Dank t^rlialten'), hiell ich 
nieder deiu daniit ganz ein und bemühte mich Jan] dcswpn Statt dieser 
l'^ntyehiddigung, dass ?». di. I). hei dem grenteinen Wesen würden genug 
gelhaTi liaben, wann Uir Gott die finadc "gebe» das* Sie bei B^dcbem 
Unwesen die t^cite von Treussen gegen den feindlichen Einfall und 
Üiverftion der Polniseheu Macht versichert halten könnten, zu welchem 
Ende Sie dann mit Ihrem groHi&en BcHcliwer und nicht ^erinjEfen Vn- 
koaten einen i^quadron unter dem Herrn Ohr. Lieut. Arneimb in die 
beide Guaniisunen der Purte hereiugesehiekt liätten, welches sich auch 
gewiss höluT belaufen wlirde, als wann Sie lOtH) Mann zu Fusb uff 
der Reipublieae Sold gesrhiekt hatten. l!ud war man bieniit auch fast 
verfjiiUget. nur daas der Herr Krun Tiitcr CauKler bei ineiueiu Ahsclundc 
der schuldigen KX) Ueuter er^vähnleJ deren AusBCubleibcn ich dann 
damit beschönigte, dass, meines Wis&ens, uff den heutigen Tag vnm 
Herrn Erzbiseliof deshalhen keine Erinnerung geschehen wäre. — 



I 



('brist. V. Huwald a. d. Kuifflrsten. Üat.Kötiigsb* 23. Aug. 1648,i 

(-In Eil-") 

[Versuch die aufgcLragene Werbung oiuiiileitun. WeiLoriiDgQu ilor Obun'^th?- 
tliiwftJJ wilt irolittlpiu einen Anfang inaclienl 

, 'iä. Aiig. Kr habe «ich id.^^bald uach Kmpfmtg des Auftrags mich Knmgsberg 

begeben, hin luit deu Oberrathea äu Terhauddn, aa deren ryrsuchteu WetJ 
teriingi'ii er aljur bald merkte, „daes sothane Werbung allerdiogs nicht aa-l 



') LsD^Dicb VII. [1.16. 



i 



Dk Hiiwnid'ache Werbung. Oj«positli*n rtur Otjürräthc 281 

• 
uuhnilicb ^f'm müRfle"^. Die noi<iL'Ittfguiig dci* fiiuf rnibf^tcidfirfer «iid das 
Verzetchtiis» ihrer Kitikünfte haben crgi-beii, ^diwK «elbe <iie Iiitreöse un- 
gefähr mif ein <^itpitftl vm Rth, 12,0fl0 tiustrftgcn kuiim'ii'*; it soi m(l<'ÄS 
lirreii auch ilir ithnp'U HillKt Rrh. ppfrfn ciiif VfH'litiilrffr Rpcu^tülioii vorzii- 
»chiesHeiu Mit den OUcnätJuii lial l'h di'ijri'j«_'li uoch ullrrliiiutl WcltiTiiugun 
gegeben; ^mitl weil ich hei ge!itng<'r und «war letzten Ztisftijiiiieiiknuft \*'v- 
fpurrt, dass an E. Ch. D. ferner Bericht von den Uerru ÜWrräthon ge- 
Imrüankr^t crgflien wtrd<*, der llirr Cftiizk'r iutch f^otVirt isich ahi^eritirct und 
HUf seine Gifter gerei.'^ft und drr Herr Ohir Itiir^irrur die Zeit iiiier uielit 
ziir Stelle peweseiit hab ich au meinem weaipeii Ort nicht absehet! können, 
WA» hii'liei ferner zu rhun, ids dni^s E. Cli. I). hiermit gehorsam-^t berichtet 
und im Uebrigen underwinte gmiti. Ordre, welehe ich liöchstc^ riefiderire, 
erwartet werden mÜPs^te^. 

I'. 8. ^Nftchdt'Ki sülelu' Werbuug im ganzt'Ji Landt' t-TSL-hulIeii, wiivoii 
die Ht'rreu Prenwfien sclbf^t XJrisacb, sieh vielleicht auch äu einer Grande/, 
iinzieheu ninr-htcu, wann solehe Wtrhimia- inhil-iret ndrr gnur. nnchblrihni 
Kullte, habe ku K. t'h. U. RfS]ieL't ernt-btet gut .-sein, das? in iiiiuler Zeit, 
•die und bevi*r au Contitniirnng besagter Werbung ex]irei»He Ordre vnn 
K. i'h. D. einkommeii möclue, bei wenigen eiulffe Üffietrcr nn Hand äu hv- 
küinnii'ii, lim nur einr C(nn|)agute aufxuriehtfn; Ut utn den Kespoct mul 
nicht lim ein \^&9^l• tausend lUh. au th«n ....; jedoch werde ich moderat 
(Tchcn, bi,': dero (fnäd. Ordre folget.'' — 

Der Kui-iliist an den General-Majur v. Huw-hIiI IW. CIcvp 

18. Sjipt 1648^), 

[Pie Wnrlnuig iiHt tmU ObiTrJHln^ii iiiid f^tfiiidcn in» Werk tu selison.] 

Der Kurfiirht dankt lür die Ib-nitwilligkeil lluwiibr^; er ti*dl die Wer- 18. Scj 
huug mit ftUrni Fkd(^ä fortsotapn. ^Würdeu dann Unsere überräthe einige 
Ordre WPgen ^nrcdiintnpr der geworbenen Volker lassen ergehen, oder rlie 
Staude in l'olen di.->liidljnT Ktwa.-* an Kviuh hriiip'u nud begehren, sn Inibt 
Ihr Euch dnraii niclitn zu kfhfcn. strndcni nur allein Unser Ordre, su Wir 
Eucli dftbi^i werden eigenbündlieh ertlifilcit, zu erwarten." Ueber die 
8000 Rth. werden die Oborratht ihm bis zur Ankuoft de» Kurfurbteii iduc 
Vereichcrwng auüsteüen. 

Der Kui-fiirst an die Oliernitlte. Dat. Cleve 18. Sept. 1648. 

[Mchurfe Z*i recht Weisung der Oburräilic wegun Ibr«» \Vidcr?|inidis gogen diu Werbung. 
Sie (tollen dicadbc mii Fiei«« befl^HiTud 

[Antwort ituf die R'dation vom 18. August.] Nun treibt Uns Jüi-cwitts 18-Sep 

keine Lust oder Kitzel xn angeregter Werbung:; \v'nllt,oii liel lieber, 

dawH Wir dersclbi^cu krmuten i,-ellbrifrf;t sdii; ivtiii sehen nur von llrr/.on, 

da«» die (Jefahr, »n ob Häiidi^ti, [angcscben Wir gewisse NachrifliliiHg 



• Adresaej ,gcbu!riMT KrkgKraih und bo^UUcr Goneml Mnior'. 



382 



t. Preaason und Pyleti- 






eini^r 8acben halher, po de? Feder nicht zw trauen, 5ond(?m derett, 
Entdeckung Wir bis 7,u Unserer Ankunft bei Euch niHsBcn sparen» er 
langet) des Orts avcrfirct und abgtnveudet werdon möge. Halten dcnuoch;! 
die t^chleunige Kr» rtset/.ui ig Ijerlilirtor Werbiiiiü: zu Koiss und Tuss noeh- 
male h(^cbnöthip:, dannouliero Ihr Euch dicselhi^e auffi fletssigstt* werdel 
Usi^on an^otfgcn und anbofohlcii sein; dann sollte im Widrigen einfl 
l'nlieil daraus eiits^lphon und Unserm H*^rzoß:lliuni einißre Un^clegenheit 
dadiircii z^gezl^fpll werden^ so wihllten Wir rntschuldii^et sein, und 
würde dcBsen Vcrantwurtring; Euc-li aUoin ohlic^eu. W<dlcii derlutlbeii 
an Enerm Fleiss liierunter niebt Kweifeln und habt Ihr nur sechs Ritl- 
rncisler zu bestellen; was aber die OI)ri8te lieuteuanteu anlanjcet, woHcd 
Wir diet^elbige Reihst mitbringen, oder sie werden eich selbst mit deiUj 
fiirderlichnteu einstellen. 

Die überrÄthe sollrn es bei „UiiEsem ^Vrreddflt-oren «iid j^ämratlith€-iil 
UmerfiAftSon" dahin m richten (^ncheii, ^dtiss inx'h Hwm mehr alf^ ein Gnl«] 
dpn vuii der Iluhc mügi' beuilligi-i utid iUiJ-^L'biiR'bt wurdeii". 



■ 



Im fiiHT weittTfu Rcöutution (Cleve 3. Uct. lö-lS) crkliirt der Kiir- 
fürt^t den Oherrathi-n, da«iö er die vorher aubefohleneu 8 Cumiiagiilett 
7.. R. nuf eine KstpmHh'on von 5 L'inujia^iiien und 500 Ktfiteni rrducirt und 
mit deri'ii Werhiiug di*ii Oherstlieuieiiaiit Alexander Andreas von der 
Osten beauftrag't habe. 

In den Iblgeuden Woclieii geht nun die Werbuuj^ fürt, pehr verzögert 
durch da-f t^ti'te gcht-inie Wideri^trfln'ji der U]icn'is,t[]i'. ,,Und nügli-k-h vuu 
den Herren ÜbtTriitherj die KrkliimnjB: kommt, man j^olle w^m-Iicu, u-oil es 
B. Ch, D, Wille so wäre, kann doelt wnhr fein bezengot werden, das& der- 
jrli'ichen politische Xebeuiiihibitiones vorgehen (niemand aber gcneimct, von 
wem eie herrühren), nieniniid etwas negen rnteihalt /.u willfnhrcn etc.* 
[Howiild an den Kurfürsten, dat. Künigsb, iM.Üet. It548|. Achntieho ^ 
tiesehwerüen laufen von t. d. Osten ein. Im Norember 1B48 «nud Ton^| 
den }Tnwald"(^iehf'n 12 CompJignäen er^t 8 geworben; ühulieh steht es mit ^ 
<leu Oisten'sehen Keittrn. Ui-her den von Huwald äu Icii-tmilen üeldvor- 
sehiisw nnd ilrssen .SJdier>tellung können r^jeb die Ühc^rrätbe mit diesem 
nicht einigen. Bis dahin ist immer uur, die Bede vim der Werbung ^aaf 
Kr. Ch. D. eigene Kü.^ten"*; d. h. von den Doinftinen; im November kommt 
in Ki'nig.sberg der Liindiitg zn^a1nnleu; die Stande werdeJi atifgefnrdert, 
eini' Hfwilligung I'ur ti Monate Unterhalt der Tnippen 2U macbt-ni der An* 
schlag ist 1Ü,74T4 lUh, ohne die Munition mouatlich. Keue Öehwicrijjrkei- 
tcn; endlich gilit der Kurfürü^t nach, da^is die weitere Werbung wruigsteus 
der Hf'ircr riitstweilcu eingestellt werden soll (12. Fthr. lt;>49)^ an v. d. Üs-teti 
erp'-lit ille Weisnng, die bireitti geworbenen wieder xu entUiJWcu und icu 
dem Kurfürsten zurückKukehren (13, März ItMP). — Uebcr die weiteren 
Öchiekt-ale dt-r Huwuld'i'chen W^erbuug t«. pas^sim und uuteu ad 2^. Mai ff. 





Oppnsitiun der OberrKlhc. FUral ÜHgucvt. 



283 



t 



Hüverbcfk an den Kiirtiirsttju. Dat. Warsclittii 2G. Aug. IG48. 

IFllntt RagocBi vun 8ic.benb argen (^ulnUc)iur '('IinnibuiTeiljer. [hhvt^rbuck «tiübt A\o 
Gc*,i»«Iien lUvoii nli^ubiiiiguii,! 

Eb haben tics Herzogen zu Siebenbürgen Abgeordnete mir awci ^6. Au 
Creditiv aliiereit nat-li geendij^rter Ooiivoealton (davon sie keiuc eigent- 
liche Nachriulil geluibt und «ni desmllcn, w'w aiu-li wepeti g:ar zu IWisen 
AVeges %'iel tn spat kimiiut-Hl eingebäudi^t und vermittelet dori*elhen 
aiiv^rtran*. dasB ihr Herr dieser jetzigen Gelegenheit wahrnehmen und 
fiich eiilweHer vor sieh selbst oder vor seineu andern Stfhn Si^'isiuunduni 
um die Krön m bewerben entecbluswt^n wälre: welchr IntenHun iiielit 
aus Ehrgeiz, sondern einig und allein r.n Retordernng der Eiire fnittes 
und der wahren Religion Ausbreitung erwachsen; daxu er sich uin so 
viel desto mehr vcrbimdcn nehten nills&te, als ihn Gott vor andern Pn- 
tentjUen der Christenheit an ^Schätz- und Gütern gc&egnet und siilclic 
Miiu 1 xur Hand gegeben, daas er der Krun Polen iu gar kurzer Zeit 
mit (Jreiösig und mehr tausend Mann zu Hülfe kommen kfinnte; hielte 
sich 4lahei versieliert, E. Ch. D. als ein hiltlicher und gidtehfllrchtigcr 
Herr wllrdon ihm solches nieh! allein ^'Önncn, sundern auch zu Wr-rk 
au richten nach Möglichkeit helfen. 

Wie ich daran nicht zu zweifeln liätt, dass es ihm von E. Ch. D,, 
wann gkieh kein anderö als das Absehen der KeligiiMi wäre, auch um 
des Exempcls Künigs Steidiani, bei dessen Kegierung das Haus Braiuleu- 
burg sich flelir wol befunden, gegönnt wäre: alau nabuj tinchü nicht 
wenig ivHjjder, wie er sieh drauf verlasscu hält, E. Ch. D. wllrrten sich 
vor ihn erkliiren und y.» Hel^irderung seiner Intention dero Macht em- 
phivircu, da er doeh, meines Winsens, dei^linlb :ui E. Ch. 1). niulits ge-i 
bracht, weniger etwas richtig abgeredet hHttc, und snusten ihm uiiett 
leichtlieh einbilden können, es wllrdcn E. Ch. D. »dine erhchlielie Ui-^Fieh 
von 4lem Knnigl, Hause so leicht nicht abKctzcn. Em vevmeinten aber 
die Abgeordnete, des Herrn Herzogen zu Curland f. Gu. hiltten solches 
(wie Sies ÄU sich sollen genommen haben) E. Ch. D. hhiterbraclit und 
iibgehandeit. 

DasH desshalben ichtwas Jemals au E. Ch. l), wäre gebracht wifr- 
den, kam mir gar nicht glaubwürdig vor. sintemal aus allen E. Ch. I). 
Jlcscriptia ich nichts auder.s ersehen können als eine beständige Zu- 
neigung zu dem Köuiglichen Hause und insonderheit deui Könige zu 
Seliwcden, mit welciietn Sie liiebev4)T veitrauliehe Freunducbal't gepflogen. 
Weil auch bei jetziger iler Polnischen Kcipnblicae Vcrfa&flung mehr zu 
wünschen dann zu hoffen sei, Aam einig; Evangeliscliea Wubjectum bei 



284 



T. rruiiftst'n un«l rolcii. 



10. Oel 



der vt>rslcli**mlrii \\nh\ dur(*li(lriiij:oii kuiiiitc, s^o wäre clioM<'ni imch den 
Evanecliöchpii niii dirulit'hsloii, nur daliin zu trachten, wie sie «ich um 
deti klUilUgni Kiinip vcnüeiit machen und ihn die Zeit 8t*iuer lU'pcruiijf , 
faiv.rjibk' hülfen UMi^cii. Diizn hätl^'ii nun S> f. On., xinnal hi'i der 
jetzigen Coiijuiiclnr, we^'e« den» ^'ntsst-ii fluts und si* aiiPciinUrber 
Maeht alle (Jolegenlicit zur Hand, ztinial wann >Sie »ich mit E. Ch. D. | 
vereinigten und t\]Wa dahin richten wullten, das« der künftige KUnig: 
utrii)ne inipriniiß Kegnvim dcbeat. 

Diese» wollte hei den unverzagten und sehr hilzi^'on BuhWn keine j 
Hondcrliche Stalt finden; dcrhalben ennahnten sie mich bei meinem Ge-j 
wisaeu, ich wollte alle andere Consideratinnen aus den Angcn setzen und 
einig und «Hein :uif die RclipiMi aehen und also rntlien, wie sio ihre 
ISjiehe weiter an/.usteJlen hätten. 

WcittTc VurKtcHuiigcu Huverbpck'a» drncu gegenüber rridess die Sic- | 
hrnhiirpeii hri ihrt-rn Willen blfihpii — ,und werden sie nhv wo\ nicht nii- 
iffl.'i>>i'-ii citini \vi itiTii V'<*r.--ii(.li kh tliuiiT W'i> iliut-ji nur ihre Alliirtf, Frankreich 
und tirliwfdt'U, ftui-L nur in dii^cur^u werdea beipflichten wullcü", Bitte um 
Instruction ). 

Refiolutioii des Kniftlisteii. Dat. Cleve 10. Oct. 1648. 

(Hoverljeck soll nur föi Johinii CikKtmir wirken. Ruth dun scliwed lachen KönigHtUcI 

einstweilen ubEulftgfn.) 

|Kii bleibt bfi der früluren Krkliii'nng] — i^rmnen auch noch nie- 
manden jimlcrs lue Knm. nU Ihrer Kiiiiip:l. AVUrden (rriTiK.Inlmnii t'a.siniir). 
— Müssen aber dieses dabei bfiiur^^en , haben aneb von guter Hand 
eigentliehe Nachrichtung, dttüti Sr. Lbd. der anf;enaninLene Königl. Titul 
der Krön Schweden nieht nur bei den vomelinisten Öeüatoreu und 
Sfäiiulen der Krciu Polen, mmderii iiuch fUrnelindieb ttei der Krön Schwe- 
den irrosse .Schwierigkeit und Behinderung eaupiren dilrtlo; wollet des- 
wegen Ür. KRn. Würden mdches in hnhem Vertrauen entdecken, die- 
selbe Unserer beharrlichen uuaussetzlielicn Affeetiou nucbmals ver- 
sichern und dauebst vernehmen: dieweil die Knut Schweden iu!<IHndig 
ljcj;chi1» dasö Wir Uns mm lulerponenten und Mediatoren zwitichcn 
beiden Kronen milchten mit gebraueben lassen oh Ö, KlJn. Wur- 
den nlebt /.u bowegon, sich des KntngUehen UituJs. wann es zu den 
'Oactateu kommen sollte, zu bogeben oder nufs \renignte aut* gewisse 

Uäüti und Uondirioii dfu-solhen ad tei]i|iiis ku sut^pendiren; eB 

wiir^leu H. Kim. AVilrdeu auch sich dabei wol vergewisaeru können, 



') Vgl. Müiniiirc» Ae Cliftiiiit I. p. il40. Der Fürst von Siebünbnrgco Georg 
RagQczl [- siirbt duna iiuch wlibiund de» luicrregDum«. (24- Oct. lÜlSj 



Die leitendflü Pcruüiiliolikeiten. 



2S5 



(Iküs i^ii' uft" iiligesot/.ten Fall auch rtii' Krön Scliwcden auf Ilirc Öeilc 
Uriiipeii utmI rler« kräftigen RecomTncmlatinn au EiTcicliung flires vur- 
gvjäetatcii öCiipi aidi gewiss zu versiclicni liubcu wHrdeu. — 



AimItcb AilpTsbacli a. d. Km-fiiräteil. Dat. Warsch. SO.Äiig. 164s. 

[dt&jid di:r iiiiliULriacbfii Dinge iti Pukn. Entgegengesetzte Fithning dar vinxrlncri 

HAujitvr; WiMnowit-ulfi, Kouiecpolalci , Pbtuc^i. Einö nCtla ScblacUt iii Auftüiclit. 

Furcht Vur Vcrmlh. Die PrtipuaiEiuii MoU'b im Hang.] 

E. C'h. D. gremhett aus uiciuer iiiitcrth, beigeftigtt'ii liclation') in Jo. A>i^ 
Giiailcii 7AX crselion, m welchen tt'miiDis das Wesen oben uff dfii 
fireuzen etehi-, in süiiderlicher gufldigster Beherziguug, djiBg Cliiniel- 
uicky") durch die beiden ImpreBen des Fürsten von Wissnowieez, 
wcU'her zum I.'eUerfluris noch ferner resolWrt ist, cxtrenifl zu tcotircu 
(welche Uesylution an ilir selbst Kwar cavalleriscb ist und so eiueiu 
tiipfcrn Fürsten und IIl-Mcu wol anstehet, alter nicht bedachtsam genuu; 
scheinet, luigcuierkt, ei* es ruissliiiget und er den kUi"zern ziehen sollte. 
ja, wie die alea et lurtuna belli v;irijibili8 ist, ihn selb&t wo in die Gc- 
f«hr setzen würde, die Krön in summa et extrema periculn greratben 
dtlrftc und tiadurch |veriüdimi fatniein ku besorfi^cn hätte, weil an den 
licideii i'rtvalliern, als der Fürst von Wissnowiecz und der Kroncn- 
fühiirieli Herr K(iniee|iolski, des versturbeiieu FcldlKTtii einziger 
Siihn, Hind, welche von Jugend auf mit den Erbfciiiden, als Moaeowitern 
und Tartcni /u schaffen ^ehilbt und Jin ilmen ihr Ouurai^e und Tapfer- 
keit mit Itulini er\vic»eii, fast die M'tdfarth der jrauzen Krun haftet, die 
eben jetzuud zu dieser Imprese sich coujungiret haben, also dass der 
Feind dadurch, wann dieses Wesen uf 'seiner Seiten f;;11jeken 8(tllte, nicht 
nik'iu die Oberhand behalten, und, wie er wlion i^it, noch weiter und meh 
UherinlUhiy; werden, sondern ^;uik nnd gtir dieiie Kruii in das üuästM'ste 
Verderben, daicu er ihr schtm ein js^utes Theil geholfen, indem er seoliB 
Woyewodfteh alten, als Ilenfis]and. Wolhynien, Podolien, Kyjow, Braxlav 
und Zeniielmw, welche dazu faj^t die beste und l'elteate Oorter ^-ewesen, 
darani^ der gri)s«te Keiebthuin erwacliyen. ruiniret nnd verwüstet, s^ilirzeu 
und nicderrcisecn wllrdc) mächtig; irritiret worden, dass er »iniinm 



^) Xcbttu den Kelattoaeti Hovcrbcck's und Adurübacir« ^ü}i«u ia diegtir Zvh itiu 
Ton dem JctaliTcri gurilhrten Diurleu liciv woiin lUsJülulitli Tag; für Tag alJc Vfir- 
gllnge in Wun^cHiin und ilk' Nm'hrirhti'D vnni Krii'g!täi:Uaiiplalx Vt-r^cichni^t WCnU'-Ti. 

'i Bogdnnf'hmialnicki, dns IlflOfit ätr aiifsiSiitlijtchi^n Kosaken. Uobcr ihn s. 
Grutiil»l[i p. 40 C Ucrrmann l. o- HI- p-^MUtT'^ t)ic in dun Diaricit AdiTAliat-li'ii 
tiitd uiidcni AcIeiiHltlckuri dvt Urdnd*; ibiirgie;i?lii-ii f^i-*aii(lu-i! iniTgi''tlit>iht-'ii N'K'JirlchlL>ri 
Qbifr tlit) luuieii ineiül »ehr güiitttig. 



286 



I. I'miBiien und E'^Icn. 



( 



mutatua al> illo worden, was er mit dem Brazla^nschen Woy\s'oiieu 
v<(r|j4Tii:ibgeredc1. wk* milebpr wll>st in seinem Selireiben an diu Kmneii- 
^niBScauzler drttber sich bcklufjet. Und ist sehr zu befahren, dasft ea 
nicht ad extrema Jiiit dieser Nation konniie, weil sie dazu einander 
B" {faiDz und pur zuwider sinußii ujid vorucbnien. Der RrazlavHehe 
\\'nvewi>de bittet um (Lottes Willen, dass die Unsrifie» bei Leibe mit 
ihrem Heer sich nicht rUhren mti^en, damit die Traetateu nicht xer-B 
rlitict und der Feind irgOfidwn htcessircl werde, und der Fllrst von 
Wisbumviez, weither es JUr ungereumt erkeuiict, dass mau still sitzen 
und dem Feinde üuselien »olle, wie er einen Ort nrteh dem uiideni 
ueeuiiiren und verderben lasset, ist durchaus reaohirt und eut^hlusscn 
»eiu Heil an ihnen zu versuchen und die iSeharten der Kritu, \vu niiig- 
lidi, diese oder kUutiige Woche xu wetzen. Wird alsi.» in kurzein groase^ 
Veränderung zu vemehnjcn sein. 

Indesaeii eind sie silUiie iu grosser Gefahr, Sorge und Zweifel, wg- 
wohnen aurli sehr, daes der Iinizla>'i8elie Woyewiide, als der eines 
(itaubena und Üekenntnissea uiit den Kusaekeu ist, nicht mit dem 
Chmieluickeii colludire und das Werk mit den Traetateu, wie es leicht 
geHtheheu kann, weil nur imcl] fllnf Wochen Übrig, bis ufl' die Königl. 
Wahliceit verftchlepiic, damit liernaeli die Kosaeken mit dem. was aie 
iinibiren und iutentioniren, nämlich ihre ötinmien zu Erwälduug eiuc» 
Hauplei* pari et aequali aorte et valorc mitzugeben wollen, liieher siel 
einstellen können, — 

P. S. Jetzt schickt der Herr KrongrosscÄnzler f. {In., und Läset 
mich durch Herrn Haxberg ersuchen» weil er niemaud hätte , der ihm 
da» HullÜndische auslegen künnte, das» ich solche ins lateiniäcbc ver- 
netzeu wollte, uUuilich des Herrn Christian Molleu K. Cli. D. Rath 
und tiesaudten an die Herrn Staaten von der Unirten Provincien Pro- 
[losition , »0 er in dero Namen an dieselbe ivegen des »uhsidii uud 
Ueldvorstreekuni^ gethan, welches gedruckt auhero au ihn geächickt, 
uJid ich nicht uhschlageu mÖg;en '). 



Flirat Bogtißlav lladzivil an den Ktn*ft|fsteii, Dat. Grafenlmilgl 

30. Aug. 1648. 

[Nacliricbttn *u» PoU'u von i!«« rortschriEten der Korken, Bitio um Krii?gamoteii»L| 
und Truppv^ti. Dof Kui-r(lrN.t miign sctiJeuiiig nAnh IV-h^üvti rt'ism.] 

fSü.Aag. — üb Wir zwar »ehr wol wissen, daaa E. Gn. die Be»chaflenlieit| 

de» jctzigeu Zustandft der Krön Pulen vim Wucben zu Wochen um- 



') Christian MuH» ti»bdenbnrgl»olier Resident iiu Haag: •leiiie l'rojJaaitioii J 



Ilügu<(lnv RiidftivU. 



287 



I 



Ätäiwlli<:li UberödirielK'ti wird, ao Uabeu Wir jedotli dieselbe Uiermit 
ZQ berichten nicht umjrlicii küunen, das» die Zeiten und Läullen in 
selbigem Köiiigreidi leider je länger gefUlirliclier fallen, inasscii man 
Uns mit litut aD^»'elaiif!:ten Sehreiben vun Dnnxi^' und Bimsten adviKirtj 
dasiä uielil allein die t'usacken und andere zn iiiuen g-estüsscue M^lIt;t^n- 
WnXen den Heniog von WisniewieÄki mit aeinen ^'^Jlkern aua dem Felde 
gettclilagen und in einem gewisHc« Städtleii], dabin er sieb retirirt, hart 
belagert, snnderii aueh, dass dieselbe iu Unsere angehLirenile Hcrio^- 
tiium üud Lnnde su weit udvamMj-t, daaa sie einen starken Wrsnfli 
.Ulf rnser .Stadt SchluBco, in Meinung derselben sich zu bcmüelitist'". 
getlian. Ob sie nun seUoii dnreh best-lielieue Gegeuwelir l'nsers dar- 
innen liegenden Gouvernour und anderer ibuie von Unaern benauhbar- 
teii zugesehieklen Hülfe, Gutt \a*\\ wieder abgetrieben wurden, s» ist 
c» doeli «ilnie zietnliclie VerderWng der davon depeudirteu Aemtern 
uud Herrseliaftuii nicht iibgangcn, und dieweil Wir auf das eilfertigste 
L'ne dahin zu begeben geilenki'U, daneben aber bei l'nser*'r Ankunft 
an vielen Oilen gar scbleebte Ordnung und Krieges Vursorg befahren: 
aU bitten Wir E, Gn. gana freundlich. Sie wollen Uns zu schnn be- 
ivilligter Aideilixing der bcwussten Cannnen und Mfiusqueten, warfUr 
Wir denmelben nuchmalen hüeblieh danken, eine gewisse und aelb&t 
beliebige Anzahl Pulver neben etwas I^uuden aus Ihren auf der Polni- 
schen Grenze nüebstgelegeuen Zeughäusern folgen lassen uuil deswegen 
an gebürige Oerter uolbweudigen 15efehl ertheilen, damit Wir Uns 
tieften allen y.u des gemeinen Wesen Hestes wo nötig bedienen und 
g«?braueheii atHgen, 

Sudann und jlenuiaeh Wir äusserlicb A'ernehmeu, da&Jü Unser» 
JVenndlicb geliebten Herrn Vettere Lbd, zwar auf der Cinivocation zu 
AVarsdiau nül einer ziemlichen Anzalil Vidks und faat ]m m die lilnJ 
^tausend Mann gewcBen« utn allda voruehinlieh das Interesse religitniis 
naeh Moglielikeit zu beubaeliten und zu befiirdern, «o hllren Wir dueli, 
dass dieselbe bei gcgenwäi-tigon Cuniunetureu und allgemeiner CVni- 
tusion der Saehcn bin daUt nneh niehts fruelitbarliehoö verrieliten kiUi- 
neu; halten derowegen die Uesehleunigung' E. fln. vorhabenden Ueiss 
nacber dem Iler/.ifgtlmm Preusyen aus vielen Ursaelien luncliuotwendig 
und criäuehen 4liesctbe, jedoch ohne Massgebung. freundobeiudieh, solche 
zu luaturiren, Wu es aber so bald aicht geschehen und entzwiBeheu 
das in Piden vur Augen schwebende Unheil weiter einreiftHen sollle, 



[OD die General Biftfttrn voiti 22. Juli H>48, worin fr eine Anleihe unti'r llyiictilitcipuug 
Idw Ftlliuer i^ull» virriHrigt, k. unti^n bei äon }i'wtliir\&ufi\tvi]ivn Artrji. 



28B 



[. Prerissffiii und Polen 



0. Hi^\^ 



alt* wuUeii Wir auf solchen Fall, den der AlliiiiU-bti^c xwar puÄdiir 
vt-rliUtcii wulk', E, Ou. um dpu Favor, L'jis mit :?0(* Ihrer in l'rt^ui^sou 
iicKfndeu Tragitiieni au die Hände zu ^hen bödilivb ijebelen haben, 
urul vefBicluTii dii'selhe, das» Wir vor ilire CVtiigenntiim und Veri»fle- 
{piii^ gleich als vor die UiiBri^e sorpen und gc4k'nken werden. — 
Utitersflir, Xou Oottt'Ä Ünadtii Bog-uslav Kadziril, Oerzüg zu Biree, 

Diiliiiilii, KcLluseo luid Copil, det* h. Rüra, Reichs Fürst t'tc. 

iiud diiiiii iti. ]>r. — E. Gii. dieustergebeuer Obeiui und Dieu«r Bo- 

pusluus Uadzivtl. • — 

Antwort dffi Kurfürsten, dat. Cleve 5. Sept. IMÖ. — liedäiop: 
ihisK sp[iii> GTünzbäusor selbst 8chr knafiii mit Pulrer vcrscbeu sind; Dra- 
(foiior linln" IT dort nicht; übrig'eus wt'rd*.- er tetbwt sobald ah mofrlitih mit 
Ti(i|HK'ii iiiidi Prcussen komineu. 



Iloverbeck m\ deü Kurftirsteii, Dal. Königsberg 5. Sept. 1648 '). 

[Dio ThroncaitdidnU'b. Wi>grn Praln - Nenburga ut nichu xn flln'bies. Gute 

GcaiuDuug Johann Cuimir's-[ 

Tl. Sfpt. Ueber die vcrsehicdeueti Krt-iucarididateu; der Fürtet von Siebpn- 

biirgrn; div t*audidüttir di-s Prinzen Ton Coud^ wird ron dem fran- 
xi'pjschvn tJe>nntli(L'n ahgi-Ieügntt; doch war geficm iu der groit^^n R&i\i»' 
Stube eine Schrift iu Umlauf, die Ihn euipfahl. 

Wegen des Herzogen von Neuburg, als E. Cli. D., wo lücbt 
oSTeubareii FeiDdes, je doch yerdüchligen Freuu^le^ und aeniuli ratioDe 
der Gslisoben )*racten8iunüiu stand ich eine Weil iu nicht g^erinfreu 
SoiigeiL, weil etliche von den StUudeii \\& den Fall, da die KÖniglicheu 
Prinzen einander niclit wllrdcD weichen wollen, ör, Dchl. mit gedachteu. 
Ich hab aber von den VometinigteTk des Prinzen Tandi Factinu die 
Versiebenuig erhalten» daes es deshalben keine Ticfahr habe; der Kfi- 
Big in ikliweden aber hat gegen mich hoch bethcuert, das», waim ihn 
die Wabl v<irbeigehen ßoUte, er die Krön lieber in eines Fremden, ala 
eüiigeu vnn äeiueiu Hause Händen sehen wtdlte, t^dlt e« tinch gar der 
Fürst aus Siebenbürgen, oder dessen Sobue einer ^ein: vor alleu an- 
deru aber wollt er dieselbe E. Ch, D, gerne gönnen- 



I 



IK'Y Kurtürst a« die Oberrätlie, Uat (leve 5,Sept 1648. 

![.ViiorflnuDg«n iu HrtKlf der Haviild'Bcfceo Wt-rboDg aoA ■ier vier AmioiVlini 

•P* lAiitw.m mt die Kt'ltttioii vuia U. Allgn^T.] Waim Wir dann mit 

den \iev ronijiagnien. so Wir nuier Tuseres Ohristeu Lieuteuants dcÄ 

'' ltt>rrirlit<ok l(cAn»1i't tlitti in KAtiifslMiy, ntn mit d«D Obcfrttticii iio4 den StA 




Die Moiracbe VerhaudliiDg im Houg- 



2«9 



► 



von Arnimba Coniniaiidu voraii geschickt, der Krön nicht wilHaliieji 
können, sondern dicaclbigc wi Versicherung Unseres Hcrzogthiuiis au 
die Poluiselie Uriuizo uiininfrkiiglich ^ele^ werileu utU&sen. und Wir 
danuea!u'rii dif F^rtstrlluDg berührter AVi_'rhuii^^ uudinml!^ riütM^ zu 
seiu erachten: »*> Äweilelu Wir nicht, Ibr werdet ucbat FortHeiidung 
l'uaers Uli den Erübisc.hof zu Gniesen ergangenen Beantwortungsschrei- 
Wii, welches hillig viirlängst hUtte insinuiret werden »ullen, damit an- 
befnhleiKT Mas« (uiigt^sehen dergleichen Sachen sollen vorgelicu, daran 
Tnarrni ganzen Herzoglhum viel gelegen, welelie v.u isehreibeu dpr FV'der 
nicht KU trauen steht) mit dein torderlicbßten verfahren ), in Betraeh- 
tMg:, dass im widrigen und eo fern in dessen Entstehuiig Uim oder 
der Krön einige Ungelegenlieil /ugeftigt werden eollte, Wir dcrhalber 
*^<"llea eiitsi'jjiildiget Bein, Ihr aber UafUr ym antworten haben würdet. 
'^anuenUero Ihr Euch darnach gehorsamst werdet wissen zu achten 
t'Hd im Ucbrigen es dahin verf'Ugen, dass die nutlidUrftige Verpflegung 
''*'r besagte rier (."ompagnien au- und beigeschafft werden möge. — 



Andres Adersbacli an d. Kurflirsten, Dat. Warsch. 8. Sept. 1648. 

lllebeler Eiuilrack der Fropovition MoH'a im Hasg. Argwuhü gegen den KarfürAteii 
bei den polulsclicit ätäcidcn.] 

— Sonsten haben sie alhie die Pfoposition de» Herrn Mollen, ho8. Sept. 
in E. Ch. D. Nahm er an die Herrn General Staaten getban ßehr übel 
^edfutet, und verstanden, uh E. Ch. D. die Pillauisehe Festung mit (U-in 
5CoU zu verplanden und zu verhypotbeciren angeboten hätte, bit* «ie. 
Wie E. Ch. D. ich in meinem vorigen iSehreihen unlertb. liiuterbracbt, 
meine uff de« Herrn Kronen Gross Canzlers Begehren lateiniHcbe Trans- 
lioftition und Version reelii durchlesen, ich sie auch eini^s andern, niaw* 
«en ich ult' Eriunening dcR Herrn Woyewodeu von Derpt, welcher mir 
Vieler Senatoren MissverstUndniss darob entdeckt, unters chiedeue Öeiia- 
toren deswegen ersuchet, belehret und tnieb ver^vundert, das» sie ßo 
eioe schlechte Meinung von E. Ch, D. hätten, dass dieselbe gleich an 
Andere dero Ilauptl'estuugen , ja nicht die geiingBte, weniger solche 
vertrauen uder auch verliypothcciren wlirdeii, die Summe auch der Con- 
üideratimi und Importanz nicht war, und wenn sies war, so wllrde E, 
Ch. Ü. doch dieses nicht thun, dass »Sie den Schlüssel von ganz Preus- 
«en jemand unter seine Hand oder znui Unterpfand setzeu wollte, au- 
genierkt dieselbe gnttgigc Herrschaften ohne das hätten, dass Hie nie 
uf dietje gedacht, sondern bloss aus den Einkünften de» Zolle auszahlen 



') VergL. obDn pig. ^1 not. 3. 



19 



ww 



1, J'reusaeo und PqIch. 



sM%i\ Uli i!rftrtc*ii VtTök'licriiii^ Atelien lassen wollten. Bat sio itaimenfaerft, 
%\nM K. Cti. D. füllte fürsllinhf tutcntiun |fiir| iiicbt ah Ulit-l deulca, noch 
tittt milcliiT fiilBclicn Opiiiion ^Taviri'n mOchten. T'nd »iud ilirer viel 
iitiiOi iiff tlieHc Auslegung gediehen, dasB E. Ch. D. mit der Cnnnuisilirni 
v\wr rt(»lchni Mai-ht ambire, die Krtui an micli xu bringen und sie durot 
Krit'g uiit (Jcwalt uft' Ihr Haupt zu seUen. — 



'to 



lloverbeck an den Kuifiirsteu. Dat. Königsberg 9* Sept. 164 

[An»ichten der pdlnUchPii iStHairlc übet die Zulassung des KurfGrstcn mm W«lilroclie 
Hf-«<irgniBBe ror d«?r zu Bsrossrn Msclit deflaelhen. RatliscIilSgi; hefrenndetcr Magnsten. 
Dit; MuinUbg' der Berliner gebclmen RUrhc] 

E. Ch. D. snll ieli untt-rtlüiiiif^st Hioht uiivermeldet lapseii, welolief 

9.8e[»t. Gestalt ich aus alleu Umslüiidoii und Cniiforenzon so viel abnehmen 

kann, dass E. Cb. D. dxirebauH keine prenUrige Rt-öolutina in puncto 

dce zuHtehendon inria auffragii in eleerione zu lioftVn, sintemal dl 

Stünde E. Oh. I). durch Gottes Onad immerzu waehsende Macht in »• 

bohe Consideration nehmen, dass üiie sieli aueh allerdings durch die 

J^ehn an ihrer Freiheit nicht wenig gefährdet achten; will gesehwei^en, 

daea aic E. €h. D. aller congiliomin mit tbeilhafti^ machen und Ihr das 

Rech* znerkeuneu wollten, daH« Sie alle CouL^liisä mit dero Wider- 

aproeben über einen HaufHi M-erfen knnnten. Zivar wend ich ihuoa 

dafsegen ein, da»H »^olcbet^ anch dem seringsten Edelmanne Kustehe 

und diesem nach vermHge denen Ueiclisvei-faÄsniigen E. Cb. D. mit 

keinem Eng versaj:?» werde]) kannte, leb bekomm aber zur Antwart, 

dafts dergfU'icbou Wiilersp redien oder iua intereedendi utf Seiten E. 

('b. D. par von andonn Nachdruck sein würde, als bei einem gcnietneu 

Edelmann; dann jener müsse endlich um de» Kiluigs ßnade und seiner 

Mitbrtldrr FroundHchaft Willen alles nachgeben, dahingegen bei E. Ch. 

D. ilergleichen Cunaideralione!) keine Statt tinden würden. Ja es gehen 

die meiste, wann mit wnlgeg:rUndeteu ratiunibus an sie gesetzt wird, 

wol 80 weit, dass sie ausbrechen durlU'n, man srtllt es 'lieber ad es- 

trema kommen lasüca, als E. Cb. I>. ad ^nffragium in electionc admit- 

tiron, weil Hie doch dadurrb schon wie ganz bcKwungeii und der freien 

Wahl beraubet sein wltrden. Etliche haben mir auch wol diese odiusi 

C"ni|tarati(Mi Kt'i'i'H'l't, der Cosacken Krieg und Bauern liobelüoti wfire 

der Ueipnblieiie su ^eriihrlieh nicht» als die Admissinn E. Ch. ü. Bur 

Wahl; dann dtirten verlieren sie nur etwafi au Land und Leuten; all- ,. 

hier aber wllrdcn sie uff einmal um alle ihre Freiheit gebracht wer- ■ 

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den und in den Stund gerathen, darinnen sich anjetzo die Kr(>nen 
iJllhnit^n und IJnfraru befinden. Der Herr HufTnarsebalk Kaxamiwski, 




KtiihDieiji Sbor ilu tus aiiSrftgÜ in oloatJono. 



291 



tlcr »icli öoiisten dee Hauses Rraiidenburf]; ^zeiclmeten Diener iHMtiiPt 
und ge^oii E. Oi. I>. aller Treu und unierthilöigsten Gelmrsaiiis i^r- 
bicteri Jhiit, giibt vor. wuuii E. C|i. D. dnnial zur Wahl admiJtirt wür- 
den, so Ullrfte e« ins künftige boi ihren Naclikimiiueu keines Wllhlous 
inelir; daiim wann E. Cli. D. nur zu erkennen würden ^ebeu, i\u»h Sie 
bekehren Kftnig 7M sein uod Ibr aucb nur die Evangelische beiü^'lieu. 
wttrde dero Partei so stark Überwiegen, das» keiner auf ein ander 811I1- 
jectum zu gjedenkeii sieb wUrdp uutersteben dürfen. 

Ich renioustrirt'te hierauf, djt&s hei Denegirung des sufFragii der 
Reipublieae ebenno viel, \vu nicbt mehr Gefahr vurstünde, ak me ihnen 
hiebei sncben einzubilden. Dann wann E. Ob- D. es gleich an andern 
votis entiaii^'elii sollt, kfinuten Sie doch von denen Pnlnisehen EdeU 
leuLcn, su sich in deru Heriso^thum gesatat, einen und den andern leicht 
behandeln, daßs er Ihr sein volum gebe; und weil zur reditiuUsaigen 

Wahl unanimis umnium ordinum cohBeneus erfordert wird »o 

könnten Wie bei den wenigsten Stimuten, wann Sie uf dero Macht 
bauen nnd damit (wie besorgt werden \y\l\) durcbzudringeu Ihr zu- 
trauen wollten, eben bo viel Uechteus praetendiren als der die weinte 
erhalten hat; durften alHO E, Cb, D. nur hiei*ttber halten und von den» 
erltaltenen wenigen votiw nicht abbtehen^ 



Weitere Aensseruügeu Anderer in demselbsu Sinnt; der Kronvice- 
knnzler niuclit gt;lt<?ud, doss dt-r Kurfüriit aU Ciiiididat zu betrachtcti nplii 
Viürdc ui»d als solcher j:ich nicht »uff der Wahlstadt* befinden dürfe; „siiti- 
tenia! nin-ii viiu (intoriäc^Iiifdeni'n und insoiidi'rlit'it dem Woy«fti>deri zu Cnh^^s 
und dt'Bseu Anhang die Ntiehricht hat^ dass sie uff E. Cb. D. Mtiniiiieu 
wollea*. 

Daneben dunu unterschiedliche Rathgcbläge bpfreuodeter evangelisiclKT 
Kdell&uLe; dtr CaatelJiui vun Chelni, üorajöki, zweifelt, oh das dt'ia Kur- 
ftirften Austobende hih eou^iln et praerogativa setisioniH wirklicl» auch das 
luB suffragii involvift. — Andere meineu, „weil vn ungezweifelt, dusjs 
E. Cb. D. nicht werden zur Wiihl adiuittirt werdiMi, f^o müehten Kie ans 
kder Noth eine Tug^ctid machen uinl pich Jiicht einst drum bewerlien, ^ou- 
'dftm bezeigeu, das» Sie sich um die Wahl niebt gros» bekünimern'^. 

Andere rathen das J^nffniginm schriftlieb nntor kurfürwtl. Siegel eiuzu- 
sehieken und wenn die AnuuJiiut* verweigert wird, Protfi^tation ehi^ulegL-u, 

Der Woywi>dc zu Ucrjit, (rraf vou der Lissaw, meiut j,E. Ch, D. 
möchten nur Ins Land kummeu uad den Ruf gehen lasaeu, das& Hie aucb 
UBcrfordert »ich Ihres Rechttnö halten und gleich audeni der Krou Sena- 
toren bei der Wahl einstell(;n uud zusehen wollten, wer die^ett Ihr Recht 
in Zweifel z« ziehen uud Ihr niiffrugtum mitzugeben tu wehreu t-icJi nntcr- 
iclvheu wünEe; alsdann wollte er nebeust andern Patrioten rathen man müclite 
E. f'h. D, gutviillig zuerkenne 11, was siiftn Ihr ?,h wehren nicht vermfichle; 

14)* 



292 



1- Preiuften Kbd Palan. 



rhe ainn E. Cb. D. aelljst lien-fn kaicipti. hiclU' er rUp angewandte Mühe^ 
vnd ArWit rcrlürea". 

Aclmlich Jer Littnuische UnU-rreldherr Fiirst HmJziivill; der Xiir- 
ftjDit *oll nur ztiTcrsiehtlieh auf i-ein lischt dringen : ^f}ui duhHanltr f'**, J 
mtgtirf ifocct fei ifi«» «ifri re^ntUam ptirnH.* ^| 

Zuirtzi j-ililäg't Hoverbeck dem Kurfüi'Stijn vor: „üb E. CL. D. eine» oder 
KW«) voll diTv Kalben incügaitu buLd z\i aafaog^ abschickeit luid üiiien doch 
gnugsatue Legn'tiuxjitiones zu einer Oesaadtäehaft miC^ebeTi wollteu, dftss sied 
iif dt'ii Kall, wann die ÄspectPu widrig laufen wollten, üar privati et iü- 
L'u^ititi blieben, da i\Uvt aiicli geni:s»e Hofftiung gen iirigcr ErklÜmng sich 
i^n-ugle , K. CU. D. Xothdurft in pnblico bcibringon mocbtcn , wie solches 
der Kr.üig in FrankreEeh mit seiaem jetzigeu Abgesandten zu Rom also 
jiructieiret hat" '). — 



1 



Diese Relation HoTerbeek's wird von den gehfitneu Kätben in 
I. fiept. Berlin di'in Kiirfiirpfen nebi*t Gntauh teii (ilierschickt, dat. 14, Sept. 1*548: 
^Müssen u'X'bmals der Oedöiikeü sein, da^s für jetzo und souderlitrh bei 
E. Cb. D. Abwegenbeit, da sieb so viele Opponeiiteu Baden und die MoCui 
und Compctt'iitten dazu kommen, wol subH-erlicli etwn!= zu erballt-u und e; 
dcnuLäcb dabin wul kummcu wird, dass es dergestalt auKut^tellen sein werde,' 
wie bei nächster Wahl von E. Cb. D, in Oott ndicndem bocbgeehrtetn Uemj 
Tätern chrisitsel. Angedenkeng gcncbeben, und man *)cb KUgleicb niit uotb- ™ 
wendigen I 'rötest atioiipu verwahre, hernacbmals alier bei Invei'titur, aiieh fl 
andern l'onventen djist W^rfc ciferiff suebe und (reihe, gestalE vom Herrn 
(irii*s Cauzleru auch davor gelullten wordeu. 

(Sign. V. Götze. J, F. t. Loben. Thom. v. d. Kn^Äebeofc. S. tStriepp. 



1 
I 



W.Sept. 



Hovei'beck an ficii [viu'ftir&teu. Dat. Küuigsberg 12. Sept 1648*| 

[t'cbcle Stimmung in TremüHeo wegen der «auslänUischcti^ Truppen; die Kostea 
derselben allein von «lau DomAinen^] 

E. C'li. D. gnädigstes Reseript vom T*»^" paesato uebcnst beigefügtem 
liilialt dcsueu, wa« der Köiiii? iu Öobivcdeu bei E. Cb. I>. durcb den 

Herrn < Pbristen LpftBgewaug werben lassen >vie auch einer Ah- 

Hidirift E, Cb, D. drauf gethaner Erklärung ist mir allererst am ifDt*" 
dei*selhcn iu Hobcuetein zukommen. 

Dmuit ich aber iiieiäies Änbriiigens sn viel gewisseren (iruiid haben 
Itiörlile, ist vor rathsam befmidcu worden, den Herrn General Jlajoi 
Hiiwttit vorhero zu erfordern und wegen der acht tausend Klhlr.» die 
rr i'liiie Hj]i'itbec uff ciu Jahr vorzuscbi essen sich neulich anerboten,' 
|[tWHN'n .Seblii}«H zu tiuu'lie». ^ 

(ndrni ieb niieli jiiiii allliier aullialt» vermerk ieb, das« nicbt nui^ 
•IbMii lliiwaltiBebi' Wi-rhuHg, HondcTn auch allerdlugü die EiuscbiL'kuug 



Antwort 




D!b prenv^fsclien StHsde gegen die «tiilttndiirhen Triippea- 



29B 



> 



6« Ämheimischru Sf|uadrniis vim fielen Hbcl wollen gedeutet werden. 
Denen möeht t-n noch W(>1 zu vprzt?ihcn soiii, die liierinnen E. Ch. D. 
Unterthanen. Bescbwcrd in Confiideratioii ziehen, Vvj] denen aber, die 
«eil an dem Wort ,.auslätndisn,li'* bo fiphr stoßücn, mUsste eia ander Ja- 
didum g:einaclit werden. Dass man aber dieses dabin deuten will, nb 
Hef es jt^fg^en die dem Lniide gegebene Heversnlcn, dasi* kein fremd 
Volk herein gebraeht werden solle, (»bne vorgehenden der ytände Ooii- 
sens, ist meines weuigen Eraehtens viel zu unglHlich g^edeutct; dann 
weil E, Ch, D, diese« Vtdks Unterhalt und Verpflegung über sich \ind 
(lern Dnniainen allein ,^elion lassen. Hiid die k?J51nde der Verpfle^nng 
halber ganz uicJtt belangen, auch beides uff der Keipiiblieae AJisucbHtJg 
und derer Herrn Regiment« lÜithc Erinnernngen von E. Ch. D. ver- 
ordnet worden, sehe ich niebt, wie man dieses vermeinte Gravacnen zu 
bescheioigen babe. — 



I 



Peter Bergmann a. d, Kurtilrsten. Dat. Dauzig 2/12. tSept. 164^, 

[Die beiden puliiJäclirn Brüder aU Rivak*n um des Thron-l 

Uuterrediiiig mji dL-m IrauzösiscHea Gesaudtea Vieotnte d'Arpajoii. i-. 
Der Kt^niglichen Wahl halber (sagte weiter der Herr Vi»eonte} wäre 
aueh griisse Confusion m verumthen ; dann die beide Herren Rrllder 
lind Priüzen blieben noch bei ihrer Coiupetence und Kwar der rriiix 
Carl (oder vielmehr dessen Anhang und lU(hgeber) am meialen und 
eifrigsten (dagegen kein Abralhen belle), seine Partei zu stärken; da 
dann xwar der Prius; Casimir fast ganz Lillauen und aueh erliebe hdhe 
Häupter vnn weltlielieu Herren, sanmil allen Disi^identeu in der Iteligitm 
auf seiner Seiten hätte; hergegen aber der ganze Clerus und die meisten 
vom gemeinen Adel fweleher, wann diu plnraliliia volürnui gelten sulltp, 
die Jindeni überwiegen wUrde)idem Phn/.en Carola anhinge, welcbt-r 
»ich damit Iteipublieae cummendiren will, dass er sich an keinen frem- 
den Potentaten eehlKgt (wiewol gleichwol man eagete, daas er an den 
Kaibier einen vurnelnuen Jesuiten sanimt einem andern geschickt habe), 
detihalben man aber den Prinz Casimir in Verdacht ziehet, — 



8ept. 



Audrea Adersbacii k. d. Kurfürsten. Dat. Warscli. 14. Sept. 1648. 

]Der KFonroferciidar Zalttakl; aelne Erklttningen gegen dua WAliIrccliL d«B KurfUrBten ; 

Besorgnisse vor dtn frcmduii Truppen io PreussiiR. ItcdiDgungen ik-s Qcrxogs vun 

('arlAnd bei StelluTig y^n Truppen.] 

— Sonnten wegen E. Ch. D. Ansnchung und gethaner Proposition i4.,sep(j 
ao die Herrn Genoral Staaten durch dero Ruth Herrn Mollen hat sich 



294 



I. Prettftsen Und pDleti. 



noulidj iler Kronen Referendarius, »o von seineti Erbgütern vct-I 
f^an^eiie Woche wiederkommen, mit mir in eioen Diacourö einjErelaH-j 
scn und gefragel, wo7.u S. Ch, D. so eine (grosse Armee versammle 
und zwar mh praptextii stuhnidii in necepsitalem Keipub]icao huiue, die ^ 
e* doch nie bcg;chrcte. noch benötiget wäre, angemerkt e« auch contra^ 
constitutionom Rcgni publicam wäre, dasa man fremde Nation zu der 
Krun DienHten alhie einAihren wollte und besorgrte er, das» es «fT eine 
andere Intention angesehen Wilre und e» nur bl<iss Hoverbeckitiche An- ' 
Bchläge sein, welcher E. Ch. D. wegen dero Voti und Stelle bei der^ 
König]. Wahl (aber mit der Faetion der beiden Prinzen zur Öaceession 
der Kroo widite er so bloss nicht herausfahren, wiewol er sich nft im 
Herten verselinappte, dae& er besorge, ep wäre uflT ein ßubeidium zu 
Belurdening des Schwediöcbeo König» Prinzen Caainnri g:eric-htet, da- 
für er sich sehr ilirchtet. weil er offentlieh sieb der Ge^^eui^eite wideri 
deiwelhen bekennet (ind vernehmen läs»t, anch g'ar tlbel von ihm redeuj 
soll) etwa^ per!*uadirt hStt nnd es nun durchKulreiben vermeinet, da ejtj 
vnrhero in keines dero Vorfahren sei. Anged. Namen geschehen wÄrj 
lind es dabei bis daher ^eruliet bütte; aber alles dessen ungeaehlet so] 
(.-rklürte er sich au^drUcklieh, dase, daCemc der^leielien Propositiim 
ratione voti et «essionis publice vorgebracht werden sollte, er nicht ^ 
»Hein da» Kegponguni, 80 vormals den vorigen Herzogen in Preussenfl 
^'e;;eben worden, dessen eonteiMa im Prilüsio fnl. 7x4 M verenthallen. " 
öffentlich vorlesen ......* sondern auch wenn nieumml dazu reden würde, j 

IT allein protestando demselben widersprechen wollte, weil er es nie^ 
mit seinem Gewissen gegen die Hepublic verantwin-ten, noch dazu still 
jM'hweiß'en kWnnte, angemerkt die Vota alhie bloss int<?r pures gelten; 
biite alsct, djiKw damit /.uriick^eh alten würde, utT d^iiKs E. (Jb. L>. llolieil 
nieht gescliniiilert wttrdc, wann dero Abgesandte mit solebem echleitnigen"! 
verw ei* lieben Bescheide und Antwort abgefertigt werden sollten, sol 
denenselben. ges^chwcige dennoch K. Ch. D., sehr verkleiiierlich sein 
würde; im Hbngen allen wäre er E. Ch< D. zu allen Diem^ten ge-j 
fliaaen etc. — 

Wufltr ich mich gar sehr bedankte und es gegen E. Th. D. zu' 
rillimen nflerirtc, aber ratione voti et loci, vi'cil ich »eine Pertinacitet 
nicht allein fllritzt, öondcrn auch vorhero sehou bei des Herrn von 
Hoverbeck mit ihm gepflogenen Unterredungen erlernet, mich gar nicht 
wriler cinhi-sscn wollte, nur dass ich hlnga utf Hein erstes Prupo* ant- 
wortete und mich verwunderte, wie E. Ch. D. su gute Intention ui 



•: Jac. I'rilu«ii Kutiita Bpgtil Polfloiie. l'racov, 15&ä. Vgl. ot). |). Sfi7 ROt.tfJ 



Pol Dia 



bä witlwr dei] KurfiirtEl 



Vornor^e ftlr dif Kroo, da 8ie di>cli noch dazu von dem llrrrii Priiic- 
ben Kr/Itiscltotf dämm 8(^ äiistniuliget und schrilllich prKuctict uml 

en worden , so ttbel g:ctleuttt iiiul tiflyetminmeu werdeu sn|!te. — 

Worauf er mich besuitwortek" , das» es nicht nbue witre, das« der 
Herr Erzl)ischl^ff iini Hülle gebeten, aber nicht solehi* nus fremden 
|Q«rtfni. dazu auth nieht in sulcher grossen AiiKuhl, aU E. Oh. D. xii- 
luienjt^ebracht haben soll, wie das GeriU'ht erythalletj nämlich ufl'" 
10,<)0ü Mann, zu holen, sondern bloss ohngefUhr ein oder ein paar 
lÄUsend Mann in Prcussen werben zw lassen. 

Aber ich replicirte ibui darauf, daes es uitdit wohl tliiinlich gewe- 
sen wäre, dass Ö. Ch. D. mit deucn von der Krön abjceor<lneteii tUTK- 

rirem zugleich hätte köunen werben lassen, weil selbige OfBeirer 

düs wenigste würden bcknmiueu biibeii; nun wäre daraus ja destii mehr 
die Proiiensinn E- Ch. l>. gegen die Ue|iublit' zu er^plireii, dass dii;"- 
«olhe gedachten Officircru ihre Werbung frei und ohne jemand^ andern 
Hinderung rerslattet und Jautioeb der Krön siti ^t aua andern Oertcrn 
iiui nielirer und stärkere pub&idia sich beniUhet, und wäre ja in des Herrn 
Mollen Propusition keiner Anzaid gedacht; xu dorne so stUude E. Ch. D. 
als einem tndependirenden Poteulaten, als die auch andere Ihre Herr- 
schaften mit nothdllrftigcm Sclintz xn vcrsieheu und beizuspringeu hätt, 
Ja frei, ohne irrkeine^ Vorsehreihung so viel Volks, als es Ihr beliebte, 
tu werben und in dero Dienste anzuurbmcn, und wiircn da» Illr keine 
fremden Leute ku achten, wenn sie der Krön und E. Ch. D. üait Eides- 
pflicbt veriatndeTi wllrden. — — Zuletzt aber befi-enidete es mich sehr, 
dass, da ich vermeinet, dass Sr. Ch. D. ftlr solche treue Sorge und 
Freundschaftsbezeigung von der Republic gedanket werden sulUcj man 
noch solches alles mit einer verweii*lichen nnvermutheten Kcprocho ver- 
werfen wollte, da mau doch noch keine rechte WiitBenBohall davon 
hfitte, ob E. Ch. D. allew snlche ziii*animengcbrachte Volk der Krim 
llberlaj*wen würde, weil Wie auch dessen zu Ihrer Lande Schutz und 
Nothdurft andenväits benötiget wiirc. 

Er ging aber mit ticincm I^chlusö und Meinung dabin, dass solches 
gur nicht nötig wäre, insuuderbi.'it, wie mau dalltr hält, dass E. Ch. D. 
damit gegen die Königliehe \\'alilzeit (so gar sind ö-ie allüe nnt ihrer 
Faetiou dafllr aorgfällig, da^s ich also noch erwarte, mit was Angenehm- 
heit sie ul' nüchste WeHSiou, darauf dirselbr vorgetragou wenlen sidl, 
Sr. f. (In. dcB Herzogen in (\irland Vursehläge und dabei anncetirte 
e^>nditionei^, ho ich hier mpürt unterthäiiigst beigetllgl, acceptircn wer- 
den) sich diesen Gräuzen nähern werden. 

Welche des Herrn Referendarii Meinung ich Sr. Exe. dem Herrn 



S96 



T. T^enäien unä Fölea. 



Wöj-ewrtden von Derpt, Grafen von Lcssno, mit groseor Bolremdungj 
du» E. Ch. D. genei^esto Intention und t^rj^alt za der Kroii Bestei 
von der Kepnblic em g^ar cum inprato alTectu — iiB*^piii»mTitpn «ml g^r-^ 
deutet worden jädilie, entdeckte, welcher aber »olchu de» Ui-fcreutlrtrii 
ungeechiekte Discourse ^ar öe}iiüipftich auslegte, mit Bezei^ung daslfl 
i-r ijoch nicht Respuhlica wiire etc. .,. er woUte bei gegenwärtiger Ge- 
legenbeü^ da ufi" nächster Session er S. f* Gn. Vorsclilüge VJJrtra^en 
wird, auch aolcher aus des Herrn Mollen gethaner Propneirion E. Ch. D. - 
guter Intention mit gcbltbrendem Uuhm gedenken, und ihm dabei peifl 
anjbages (weil ieli ihn bäte. da*iH er mieh ^anz nicht xu vernehmen '■ 
gäbe, weil ich ihn nicht gerne zu Feinde hätte} in die Nase reiben, 
auch was scharfer, wo er sich daselbst gleichfalls auf solche Weise , 
anslaescn würde, an ihn setzen und ihm solche Impertinaeitet mit VerA 
weis reproehiren, da er denn nieinet, des Herrn Erzbiseluifs und Oross 
Canzler**, 8u R. Ch. D. sehr wol zugethan scheiuet, aueh des Herraj 
Untereanzlerg Beifall darinnen zu concUiiren. — f 

Bi'ilieg^end die Abschrift der Bedingungen, unter denen der H^r««g 

vtm rm'laml rfch vcrpfiichtfn will, 4fKJ0 MRnn K. F. und IMOO ReittT der 
Republik zu EiiHe zu fiiUreu; der Herzog will, das« seine 51)00 31., in Vcr-J 
biuilung uüt. 3000 M. polnischer Trappen, die man ikm hiazufijgcn t>ül 
f'ini'n |M'cnluiris exerdtns bilden, über den er persönlich den Oberbefehf 
fuhrt und d<*r nnr im Fiill seiniir Terhindcnmg dem polnischen Heerführer] 
untergeordnet werden soll. Aüsi^trdem verlangt er Sicherstolluug ncmef 
Kohteii dnrrh rlcn DanBiger FfundzoSl und die Einkünfte lifs knnlgliebPTi 
PreiiJU'i'n. 

AiidrcH Adersbach an d. Oberräthe, Dat. ^VarsGb. Sä.Sept. 1 648. 

[Dk rnitci (lea Prinieu Carl Ferdinsnid in BeßorgniiiB vor tiem Kiirföirsicn, 
SürgloBigkeit der Pulen bei dom Koaakenkrleg.] 

.p*pt. — Kft Hteben die Carolianer in groHsem ^breeken ob der ausge- 

sprengten Zeitung, das S. Ch, D. in Pers^on mit 1l',1KKj Mann auf die 
Knuigl. Wahl crscbeinen ivolle und werde, also daas sie besorgen, dasaj 
ea zur AösiBtenK Ör. Maj. aus Schweden angesehen sei, und tlas« da- 
hero, wann 8. Ch. D. mit ]2,f»0(K der Herzog tu Curjand mit fiOiMi und 
der Fiirtit ltadzi\\il littauiseher L'nterfeldherr, welcher seines Herrn 
Vettern Fürsten BoguslafB Völker mit zusäehen wird, mit 5LMlf> Manu 
Ihr assistiren snlMen, dem Seite mächtig und weit praevaliren wtt 
de. - 

Hie sitzen wir, ob rfir von keinem Kriege oder Feinde ini Lando 
wÜMten, und ergliteen sich die Herrn .Senatoren und Stände auf ihren 
ftlUcrn herum bei diesem schönen recht vfic Sommer Wetter; aber Gott 



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01« W»Hpiri*len, 



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behlüe, wann wo eine streifende Rotte der Rebellisanten nm xin^pfiihr 
Uhercileu fiollte, wir würden mt für ntn-li iiinter une wissen, weil wir 
friir zu sicher alhie sind und keine Mannftclmt't Imben, da dodi Iiillig 
(lieMcr Ort, wo der Könij:]. Körner lieget, die Künigim und die beide 
Königl. Prinzen residiren und dabei die general Versammlung aller 
Kronen Stände ^ei*ebielit, vvol versehen sein sollte. — 



Peter Bergiuanii a. d. KurfUi sten. Dat. Danzig 1 5/25. Sept. 1 648. 

iVonm-hiciiriic» in IlcTri'lT «Ut Künigawalil. Sflilcclitu ZuslHnde im Lugrr gK^jeii tl\e 
Kniakvci, VcrbririieU-s MIüstrAilen gegen dtu Kurfürtitcn wegun ili;r Mtfll'iteiK-u V'cr- 

iiAniilung im Hnag.] 

l)er l'ranzö.-^iuli«' tii'sandte Vieomtc d'Arpaj«:^] hat sich vut diel Ta- Ü5. Scpt, 
yen nach Warj-clmu zimi WahUiig begeben; er hat Auftrag in dein.-ifUK'n 
Sittiie dabei tUatig £U seiu, wie dit ütsimdti'ti des Kurftirüten, natncutlich 
um dcti IVitiQict zwl^icbeu den beiden Brüdern beizulepeii; ?r bedauert, da^s 
Art KnrfÜT^t nicht peri^önlieh in der Nähe ist. 

Und weil er^ Herr Ambassadeur, verliommen, dass des Herrn 
lio^iHlai Radziwils f. (in., nachdem Öle zu Ckve bei E. Ch. Ü. ixeweKeii, 
üich naher Piden gewendet und binnen wenig Tagen in dieser Stadt 
erwartet wurdc^ so hat er fast eine ^Anxe Wnche lang sich Über sein 
Vurnehiueii aufbehält™, in Ilnflnung 8. f. Gn. xu sprechen, .Solisten 
hat er mir auch erntfnet, dass ei' einen »einer Leute in .Schweden 
gehabt und neulich yjirUeke bekommen mit sutehen iSehrcibeu und 
Nachricht» dass nicht balde einige Tractatcn ntit Polen wegen eines 
ewigen Friedens zu hoffen sein (vne dann der Herzog in f'nrland des- 
wegen aut^li schlechten Bescheid empfangen haben .sollj umi das& auch 
wol keine ISotsthal^ von Ihr Maj. der Kfjuigin in Schweden uf den 
Wabltjig in Polen werde geschickt werden, sondern man wUrde still- 
Bohweigend nur zusehen, wie (?8 mit der Electiou sieb wUrde aidasscn« 
dabei aber der Krone J^ehwedeu Augenmerk allein auf da« Kttnigiicho 
Haus und zwar iif den ältesten Prinzen gerichtet wäre, keiueni fremden 
oder andern Candidato würde sie favorisiren '). 

Ehen jetzü schicket Prinz Carl seinen Al)geordneton naher Stock- 
holm, vermeinend vielleicht^ dase aein Herr Bruder auch einen der 
»einigen dar habe *). In eumma, die Tnguen gehen beiderReits »ehr 
stark allenthalben. 

Wie es sonst mit dem Cosackischcn Wesen jetzo stehe, davon wird 



') VüTgl. ArrkenboliB Meraoircs toaeera. CbriMine I. p. Hl. 
•) Vwgl. Pufendorf de ßeb. »ueo. XX. 236. 



3SB 



f. PreasBen uvl Polen. 



E, Ch. D, immertiate auß WarBchavi wol gewiss- und frischeren Xocli- 
richt haben, als ich von hier sehroiben kann. Aus ftllcn Umßtäiideii 
al)rr, so man vernimmt, ist aichta anders zu au^uriren. als das» der 
Accivrd nicht 00 balde, al» man gehoffet, getroffen werden könne und , 
derwegen die Electinn wol uf eine andere Zeit verleget werden dHrfteJ 
aldieweil die Herren und Edclleute. so in der Armee weit von War- 
sehan t^idi aufhalten mU^gen, nicht dahin kommen können und gleich-^ 
Will aueh bei der Wald eines Könige gegenwärtig sein wollen. — fl 

Ell eoncurriren leider allerhand bftse Beschaffenheiten an der 
Kronen Polen i^eiten, znfrtrderst dass kein Haupt und aucli kein er- 
fHhrener und zu snolchem Werk gnugsam fiualiticirtcr Führer oder (ie-j 
neral vorhanden; diejenigen, so pari cum potCHtate der Armee vorg 
aetxf sein, sind nnter ihnen nicht einig» liegen nicht beisammen 
einem Liijcer. meistentheils jun^p um! wehr hitzige l^eute^ Der g:iite" 
Jinnn WüEcwode zu Bratzlaw^ getiaunt Kisielj der den Kriedeii zu 
machen von der Republic an die Koi?acken geschickt ist, ist bei diesen J 
wegen der andern Polnischen Häupter hitzigen Proceduren im Felde 
Bchfni sehr verdächtig bei den Kosaekischen Oemeiu, welche ohne dufl^ 
Kuni Accord keine Luwt haben, and wird von denen fast wie gefangen ^ 
gehalten ; hergegen bei der Republic wird er von etlichen seinen Misn- 
glinsHgcn mit höseni Argwohn der Untren belegt wegen seiner Gric-^ 
ehiwhen Keligiiin, wie aueh allen seineu Glaubensgenossen widerfahret,^ 
welche leicht dadurch zur Desperation gebracht und das üebel ärger 
gemacht werden kann ^). 

Die starke und ufTenbare Aenmlatiiin der beiden Prinjien macht ge-1 
fährliclie factiones und Misstrauen; die welche vor diesem E. Ch. D. ' 
um HHlfe gegenst die Feinde der Krön angerufen, w<dlen Sie nun in 
Verdacht ziehen» dass Sie in Preusaen etwas Volk geachicket und mebrH 
Mcrbeii wollen, po doch der Krone zum bcKten ang^esehen. 8ie haben 
dHs au8 der Propnöitifui, so E. Ch. D. Kctiident im Haag gethan, (die 
heniacb gedruckct und hier wie auch in Polen divulgirct worden ist)] 
gefasst, dass E. f'li. D. die Herren Staaten wegen ihrer Bezahlung vor« 
begehrte Kriegsvidk uf den PinauKchen Zoll weisen w<t]leu, und es 
Kehr «bei gedeutet, als wollte E, Ch. D denen Staaten in Niederlanden ' 
die Feele Fillau einräumen; f^ie suchte auch ein anders unter solcher^ 
Ihrer Werbung, als der Republic Hülfe zu leisten; wollte mehr Freiheit ' 
in dero Herzogthum mit Gewalt Ihr m Wege bringen, und was der^ 
Piandereien mehr 5<ein und ao wul 'zu Warbchau al» zu Marienburg nfj 



'.. Vetgl. Rudawski p. 19. l'aat«riii« p. 38. Vi3 S. 



KchUclit hei HUwi«e. ^^^^V 299 

Hon näohet^n PonveiitihuB sind gchtlret worden '), Daran ich doch 
aditc. d«88 E. Ch. D. sieh wenig zu kehren habe. Hegitttn e^i, cum 
ft^we (n-fris, nraff atidire. Und ist solches dioscK Ortfs niclit »eltäatii. 
Oütt iühvt nur iind t^elcitc E. Ch. D., wutm ea Ihr bequem ist, in diese 
llire r,ande mit Gesundheit und Freuden» e» i^ird efch alles wol 
flchipken. — 



Andres Adersbach a. d. K ui-ftirsten. Dat.Warsch. 29. Sept. 1648, 

fOroAsc Niedcrlftgu der polnis>chei) Arme^ Lei Pilawicc.] 

E. rb, D. habe bei dieser Eil io unterth. Gehorsam -äu hinter- 29. Sapt., 
bringen, dass jetzt eben, da ich diese Poat achliessen wollen, vemehnie, 
<ianfl der pnUiisehe ordinarie Agent, so die Posten aus depi I-ager hie* 
her zti befördern pfleget, in aller Flucht aus demselben ankommen mit 
Bericht, dass unser Krön - Armee ganz von Chniiolni?ken und deu Kn- 
sacken ruimrct und erleget"), die beiden Herrn Ftlrst von WissmiwieK 
um! der KToncnfäiinnch Koniecpolski bis uff den Tod verwundet und 
der Fürst Dorainie *) mit der Flucht nach Zharaz eieh salvirt, also dass, 
nwchdem er aolehes gesehen, er sieh in aller Eil davon gemacltt, und 
hieher getltlehtiget sei. Aus welcher Zeitung die Krmi^in so consler- 
! niret worden, dass sie sich bei den Haaren genös*eLi und g^cwcinet haben 
srjll, mich um dero Gewissheit einen eigenen Courier abgefertigt und 
alle Anstalt gremacht, nach Thorn mii ihrem Hofstaat sich zu sal^iren. - 
Alles ist hie bestürzt und perturbiret, womit ich E. Ch. D, etc. — 



Andres Adersbach an d. Kuiiürsten. Dat. Warach. 1> Oct. 1648. 

(NAherM aber di« verlorene l^chlftcht. Wie die Polen mit dco deui»i:beti Truppen 
linigclieDH M«n Ijittft nun wicilrr licn KurlürBtni nm Hüft; verRnderlc Stiaiinuiig.] 

Aderf^bach wird aueh tou dem Urosskauzler in Betreff der At'^lt^•^e^uü- l.Oci. 
gen des Kronrcferendars Zaleski bcmhigt- — In Betreff der Armee gegen 
, die Kasnktn sind aHerlei alamiirciide Nachrichtt-D eingelöufen, die verhchie- 
den erzählt werdeit. — 

So viel ist gewiss, dass unsere Armee, nachdem sie die Kosacken 
(wi denen sie vorgeben 50,000 Tartcm zngestossen wälren, welchem 



'> Die preascilcH'.pO'lTiischeTi Htände hatten kurz xiivor von ihrem J^andug jli« 
eine Verwalimng gegen dit- Werbuogeu im heixrjglichon rreuBnen und gegen etwuigc 
DDrchmarschci ah dii^ Obc-rrJlilie crlaaaen — d»t. v runvenm generali Marinelitirgcnai 
d. n. r'pjit. 1M8. 

*) ßetlftcht hei Tilawicc Km 'il. Hept. B. ßudawski [>. 'J'd. 

*) VHrit Dooiitiicu« von Ostrüg und KaaInw, Woiwodc rou Stndomic, 
der Oberanfttferer äet patnischen Heeres. 



1^00 



I PreuBSeti aod Polfln. 



aber nipht ge^lauhct wird^ weil mnn verKpüret dass sie ihre Flucht 
Bcbeinigen wollen) in guter Ordnung und voller Batjjillf. auch ent- 
sdilosspiier Kesolution zu fechten, ma.f&cu sie luifli. iitsoridprhfit Jia**ez. 
tapfer an -sie gesetzt, dass sie auch über 20,rKK) derer aber eitel ror-^ 
angestellten Htmerii uud hiuipenen Ge»iüdleins gegen \'erliist d<'nni>eJ 
4I.HT0 der unarigen und mcisteDtheib Deutschen, Dragoner und Fuss 
kiifcble, so nm eitel polnischen OfÜeirern conimandiriM und auj^efttliret' 
worden (deun sie alle deutsche Otticircr cutsetÄt und sie aÜe, enlnedor.^ 
so hohe Chargen beilienet, zu geringsten Oflicirern jremaelit, ander 
aber und die geringe Oiüeircr unter die Knechte zu dienen gezwungen) ' 
niedergemacht, go&ehen und vermerkt, auch die Infanterie und denl- 
»che& Volkj welche sie durch einen engen Pass im Thal zwischen einenij 
Morset und ufl" einen Daintn angedrungen und furtgenötigel, gan?, niiniret 
und uff der iSchlaclitbank verspüret, panico lerrore oeciipati baUl sich' 
uti' die Fersen begeben und retirirct; welchen der Fllrflt Dcmiiiiic als 
der oberste Vice General und Kriegs ConmüasariuH (denn eie sich unter 
einandrr^ uäiultch die hohen Häupter als dieser und der FUr><t voafl 
"Wisfinowiez lang um das Obercimmiaudo gezankt und gez^wistet habet], 
al&o dasfl eiidlidi hernach, wie dieser die Unmöglichkeit der KeyisteuK 
vermerket und djiss sie solcher Macht der Feinde zu upponiren und „ 
entgegenzugehen sich nicht baetant befunden, ja dazu 90 liederlich die^ 
Iidiniterie, so eine öclir»ne Mannschaft deutschen FuH&v(dkö uffgeopfert 
gehabt, dieser dem Fürsten von Wi:s«nowiez die Bullave *) zugesandt,^ 
welcher sie aneli zu der Zeit, da die Brühe verschüttet gewesen^ nicht 
tinnelimen woltenf den Weg gewiesen und zuvor nach Zbai-«?:, so wol 
15, auch 20 Meilen vnn <ler Kosaeken Lager gelegen, sieh salviret,^ 
Fttrst von .Wissnowiez und die andern Herrn aber nach Lemberg, &»] 
wol 30 Meilen davon lieget, in Sicherheit und, \vie sie vorgeben, mil 
einem Vorsatz daselliHt das Keudevoux ihrer Völker zu halten und zu 
delibcrirrn, wie den Feinden der ^AVg weiter in die Krön zu verlcgenj 
luid ahzusuhneideu sei, sich begeben und retirirel; wo abur der UbriHt^ 



'') Andere diurklctf^ri^tist^hc Züge (Ibtir dl« polniscIiQ Anqee 8. Hudawdki p- UäL 
VuD deutschen Trappen werden ibid. p. I^J nufgüi^Lll: ,colioiles Aclopigeroriini Qcr-I 
niBnicae. dccem" unter Urai Sigi&iimrLil DQnliur, untS «de^ultorioruni e<]uiinin, vulgoj 
Di-agonum, lugio Geriunnica" oiiter Oraf Jftcnb Bojdrazewaki. — tsuost berühren dioj 
polniai.:bcn Uisturiker d«s VerhliUnias der dcutschvn Truppen in dicson KHmpf«ii nii-hl. 
BiJd nncUher flihrten der U«etal]an voü Elbitig and der Woiwodü run Maricuburg^r' 
Ludwig und Jacob Wuther. dem Hci^Te lfAH.1 M. deutscbe Triippon aiu PrensacD in, 
Pa&turitiä p. IT7. Vvrg\. aucb die AeuBaeniqg C'bLnülDicki''ii übvT div doutscbes 
Tfuppen unten »q dum .H^;bri;iben Ilnvürbuck's utid ÜL'iachnilit'fi, d>t. 12. Nov, 

' Uulnw«, der CVitniDandofitHb; aucb die Hrtpianakeul« der KoBskon. 



Hinopr&runff der duutiiDlien Söldner. P<iloi9ch*r Hitfcraf 



301 



Owliinsky uiit seinen riissknechten und ßuarde, auch die andcrcu ge- 
iili«ben ist, ist noch tiiehta gewisses berichtet. In auiuiiia, sie haben 
dttj? «Icutßcho Vi'lk si> lit'drrlicli in dli* ^^t'hauze ^esct/trl und {|;leiclisnut 
<len Koiiidoii zur Ergötzuug imd Fndockcu nftgcoptbrt, ihiss sie sq\W\ 
üicht Winsen, wie «ip solch« Flucht bescheinigen mögen. 

Oestcni ist alhie wie aucli ehegcsteru darUbcr geheimer Hatli |*e- 
halteii wi»rden und siMieinet, dass eie nrtcb laiifrer Deliberatiou (da der 
H*rr lieferendarius uff die Fruposilitiu deß Herrn Woyewoden von Der|ft 
und des Herrn Kronengrüsscauzlera f. Gii., das« man K. Ch. D. um 

I das v(>rlieri> angelangete ^ubsidium, wie auch S. i. Gn. den Herzug:en 
tu Curland iu&läudig- ersuchen und ^ullieitireu sidlte, uieht ein einziges 
W'ort ilaraül' sagen thüren [sie], weil er fertige oppositaa ratioiiea ("Ur 
«ich merkte, wie wol ein Oeiatlicber ius Mitlei brachte, dasÄ K. Oh. D. 
Jl$,000 Manu bei einander bütte und mau nicht wUsstc, w&s deru In- 

' tentioii sei — J endlich dsiliin gesehbtsaen und berahn]et. smvul an VZ, 
C*b, l). und die Herrn Ueginienlsriithe in Preusseii, als auch au y. 

[f. Gn. den HcrÄogen in Curland tax »ichreibeu und um alle mügliehe 
Hülfe zw öoUicitireu. 
P. y. dat. 2 Ovt 
Gestern ist mir einji:esebIoäBene» von der Repuhlic ciugehUudi^el 

l Worden, in alier Eil zu fi^rdem') und bin ich wol dreimal gefragt wor- 
den, oh E. C'h. D audi bald in PreuHsen sein wtrde, darnach 

sie jetzt ^ros* Verlangen trafen, &o heftig sie dawider Kuviir j^ercdet, 
und i>*t nicht zu tragen, wie wol sie E, Ch. D, partihuö favorisiren, auch 
etzliche gesaget, dacis Bie dieselbe lieber zum KUnig wllimehen vvultteu, 
weil der l-'lir^t Uügoxxi einen Aiisicldag uH' Kraekau haben soll, dabin 
aucli die Kosackeii, derer Über lijU,l_H.K!) und die. Tartern^ derer Über 
(>0,iXXJ sein sollen, zugeben wollen, a\m das» mau daran« eine Coiulelli- 
genz zwiseben den Kusackeji und dem Fürsten Kakozzi Huspicirt, — 



M. Lubienskij Erzbischof von Gnesen, an die OberrätLe. 

Dat. Varsrtviae i. Üct. 1648. 

^Künigsb. Äreh.) 

[Driugende Bitte um ciligu Hilfe gcj^en lÜe Ko»aken.] 

Cum satiö Nobis constet ricrtnuiH Eleetoreni Brand cburgicum ex- i.Oui. 
peditas habere milituni copiaa, quae ad leieiidaui laboranti pfltiiae 
NoBlraL" (►peiii destinari ßeisidens Öertis Suae atHrnia\it, duxiniuH liaüce 



') Dan Tulgende Scfarcibou däa ErebiaubofB von Gneftcn. 



t. Proudsen uud Poloil. 



alitcr das 11^^« D"'-» Vas din^cnila», quibua gratitudineui auiia4>rum' 
Nfomnn üb tarn iiisignem benevoleutiai« leHttiremur et. iie quae innr« 
uoumliiRn huc imtttudi auxilii rt;lan1et. itlmecrarc^iuu!«. Ht^s euitii Nra> 
ailvorsu iiimi» afHixit furhina, disiii[hiLtii ob iiiiiia'nHiXni bostüiin tnultitii- 
diiiem Exercitu, ijui rci)rimfiid(p C4izacarum Tartaroruinquc iverat im- 
petui, et iniloB ac copiae tsem'i Electoris, w uuquaai, hoc prachertiiu 
tempore oppurüinum rebus an^usti» pracbeaut auxUiutu. Ill""»-*» D"" 
V>i* rog-aiuiin obteHtaiiiuri'e, eo t-onsilia Wresque suas diripcrc^ quibu» 
Halus at iiUt'gritas liuit; Kcipabticae parialuis quae tarn difficili tempore, 
in tnaximlH adiuta aiigUHtiit* »empitcrna memoria et gratitudine Seruti^ 
Eluctitris ft niriairi D"""' VArum colct beiievoIeiitiÄm. Itcrum quam 
nmxiiiiu studio pi-ecauten ut eopiac isUie nuKiliarce VarsaWani versua 
mittautur, uude auppetÜH Nn* poiiiuiictae in hostem dirigi püasint,_ 
pruinpta ofHcia N'*» IUiiIjh» Dj"*»«» Vi« irapeiiine deferimuB. — 
Kill Schreiben dee glichen hihaltä an den Kurfiirsteu id. dat. 'J. 



x^nclres Adevabach an d. Kurfürsten. Dat. Waracli. 9. Oct. 16484 

[Her Streit über flie fltaroat« Putzig. NachricKtan von der Armee nnii der WiJll- 

ang^clegenleiL] 

9. Oct. E. Ch. n. habe ich gehorsamst zu hinterbringen, dass gestern bloß 
wegen der vom Herrn \^'ejheni, Marieuburgiscben Woyewndeii, t)ccu- 
pirten und aua der von der Preussisebeii Landschaft uft'getrageiieti 
Macht usurpirten Starnstei Puxkc ') (welche der König sei. Äitdeukeiif^ 
knn^ vor seinem Tode dem Herrn Krimeii^rosscauzler eouferiret, die" 
i'rcudsischcn Stünde aber solche ihm nicht concedireu woHen. sondern 
vermö^ eiiteni unter sich uff ihrem I^andta^e geaebtoBsenen laudo, mlfl 
Vdrgehen, das« sie ein Port in die Ontsef und Veste iet, darauf sie 
2*iO Mann stets halten und vim dem Einkünften ftnlehe auuzahlen und 
dvn liest davon iift' die andere nothwendige Ausgaben zu dcro guter 
Bewehrung und Maiuteuirung ... anwenden mllgsen, dem wolgemelten 
Herrn Wnyewyden vm ii^urpiren und bis uff künftige Abreelinung und 
Einbringung deru Eiiiküuilc realiter zu besitzen uffgetragen und deferir 
haben, welcbea aber blow* geachiebet, dem Herrn Canxler oh ins in 
digenatUB aui und wegen der Picken und Rancoren, so iswisclieu ihnen 
vorgehen) disceptirt und quaeationirt worden, üb selbiger Herr Woj-e- 
wüde, dem der Kronen y^hatz meist er sclum eine citationeni peremtoriaui 
tauqntun propter vi uccupata et uHurpata bona regalia et exinde viola-j 



"> Vergl. unlta ». ä. 13. Nov. Iß4a 
■) Vorgl. Lei.giiicli Vit. p. a 



Du Intemgnuin. 



30;i 



I 



tuin iuä publicum ae authcvritatcni muneris oius thesAurialiB dimiiiutain 
zugcscbickt , prdultitg sein solle, vor dieses Marse ha IHhcIu* Cuptur-Gc- 
richl''] sieli /u ^enteilen und zu anhvorten, wek-hes aber die Freussi'ii 
tinqurtni oausflin publioam durchaus nicht gestatten wollen und dreber 
lue »wei Ta^e henj sich b« g-ewehret. daas sie ea deinioch iTHtritteii 
und dahin gerichtet, dass nämlich die Sache quaad iua inter exorbilaulins. 
t|a<iad tnctUTU iiher biB tiff den bevoretehenden KWinuiifr- und Iir'Ji'lis- 
tag ÄU (.'rackau verlüget und duBclbst nnrani Kt'gc euruiiatu ad inntautimu 
InafipUoris Kej^iii gerichtet und entsehiedcn werden si>lle. — 

Solisten von deu Grenxen herab ist üichls beaondcre, als d«sB der 
Fllrul vnn Wissnowieez, deine die Armee die Hiilhive absolute über- 
geben null von den aniieni nieht wisaeu wnlleu, die Völker von der 
*chS.ndH(.'ben und unverantw ort Heben Flucht recolligire (luas&en dann 
an ullen Orten publieirt worden und wird, diiss sich alle und Jede 
wieder Äurilck verfligen und uaeh Lemberg: utiter dessen Coniniundt« 
sub poeua iulauiiae vitae et eanfiscationis honorum bestellen wollen) und 
hiehcr gCBchrieben daas er gewisse Nachricht habe, daas 40,<X*0 Tartcrn 
•/.u den Kosaeken ^estoseen und uff I^mb^r^' eine Iraprese zu versuchen 
cnt)*chli>&Beu sind. 

Die beiden l*riuzen sind als Candidaten vermöge der CouNtitulinu. 
der Kiinig nach Nieporcnl und der Bischof Prinz Carl uff sein bisc^hiit- 
liehe» Out zwo Meilen von hie verreiaet. Im UebrijS^cn, i^'nädig-ster Cliur- 
fllrst und Herr, mit der Kfinigliciien Wahl kann ich, meinem ^erinjCf*teu 
ludieio nach, nicht absehen* dass es wol ablaufen werde^ weil die Dit- 
fidcnzen unter den ytüddeu sehr gross sind und die Faetiuüen noch 
uieJit ulfliiircn, also dasw lui» Oott nur ttlr Trennung oder einem Blut- 
,e bewahren wtdle. — 



Der Kurftirat an Hoverbeck. Dat Cleve 10. Oct. Iii48. 

IDhb Wiihlreclit in l'okn darf nicht mifgugebiiii werden. HovDrbepk und Wotfgniig 
T. Kräytx Holk'n es nls Gaaandtu auaübun und für dun FbH der Niclitminnliinc iliri^s 
Votlima fnt das Kocht de» Kurl'iiwtün Verwahrung eing«bi;n. Verach Jeden es in BdrL'ff 

dca Intürri^gniiiiiB-J' 

[AntiB'firt auf dio Relatioaen vom 5. 9. 12. Septcmher.j Wir niHssen lü. Oct 
anfangs diejenige vonneintc ratioues und fuudamenta, so Iheils der Krön 
l^enatoreu ge^eu das Tiis zuntehende ius suffragü anziehen wollen^ dahin 
gestellt sein und uff ihrem scheinbaren Uugrund beruhen lassen; können 



') Judicin üD]! tu ral ia, die GorJcMü, welche wKliiDiiii i!p§ lulcn'e^nuins ihAn^ 
lind; BJDe baauaUer't: Art ilviavlben iRt djia iu Wur^ubAU «tXBUd« Mafaclialligci'JC-ht. 
Ltngnicli Itti publ, Begiti Po). I. 79. PO. 



304 



I. Pfctisdeii und Polen. 



wittT gleichwul nicht aböelieü, mit was Ku^^e Uns daHJeuige, wää ITnfl 
fwrmögc der klaren Reichs Vt'tfaswimgen unstreitig zustehet, aus «Q 
lieJerlidjen , schlechten Conjecturen und bloaaeü uu begründeten Suh 
pieioueii isamiiit würde durch L'uBcr vntuiii und wann Wir KU dorn' 
exiTcitio doBSL'lben verötattel wUrdeu, die Krun luu ilirc Freiheit ge-, 
bracht und alle dero conclasa Übern Haufen gewurten werden» od« 
aaeh Wir Uns »elbeteigener Authorität der Krun bemächtigen) ver-^ 
ga^et und in Zweifel ^cKogen werdeu möpe. Wir haben deriileichenl 
nie gesucht uoeh affectirl, wem^^er Bind Wir die Knui um iitrc LibertetJ 
und freie Wahl zu bringen im gering:Bten genieinet, nundeni ^dehuehi? 
nach Vetuiiigen dabei zu erhalten geneigt. Und winl l'ns, dass Wi( 
Uo8 Unser» '/usteheiulen lieehtens gebrauclien und dasselbe bei Unaerra^ 
Hhusc zu ccjnscn'ireu üueben, kein Verständiger verdenken, wie Wir 
dann auch derieuigen Meinung, daaa Wir Uns denselbpu an gar bc*^ 
geben und alH eine Unserer l/huiflirstl. Kniinenz nichi anständige Saoh" 
nieht achten soUteD, gar nicht beiptliehten können. 

Daftir aber mllHHCn Wir es gänÄlieh und eigentlich halten, dasÄ 
Unsere persnidiclie Gegenwart nicht wenig zur Sache thun, sondern 
Unsere Intention nicht nur in diesem, »nndern Jineh in vielen anderen 
Uns hoch angelegenen Puncten, insonderheit in dem Kall, wann Wir, J 
wie Ihr in Eurem Schreiben an Unsern Ober Cauimerherrn envähnet^xB 
zwischen beiden Prinzen zum mediaturc gebraucht werden sollen, sehr 
merklieh taeilitiren wlirde. Wir sind auch n^tch in denen Gedanken 
begriffen, bentUhen Uns auch deetbalb zum häehgten, daudt Wir noch 
vor Ausgang dieBee itzigen Conventa und also noch vor der Electinn 
in rnserm Herzogthuni Preussen, wo immer möglich, oder jedoch zum 
wenigsten iu der Nnhe und an den Gräuxen, etwa ku Ortela- oder 
JuhauHburg in IVrson xngegen sein mögen, zumal d*.' die Election niK-h i 
in etwas protrahiret werden könnte» dobin Ihr Euch dann.äusBersI ziifl 
beniHlien. Innnitelst aber und damit Ihr dannoeh utl' allen Fall, auch" 
utt" iliese vtin Eneh angezogene, von theilH Senatoren vorgcBehlagene 
nindon ntithdUrtHg instruiret sein könntet, hi> lassen Wir Uns den von 
Euch 'AMUtzi angeJMhrtcu niodum in Gnadeu gefallen und halten l^rsfl 
beste und sicherste zu sein, dass Ihr Euelt neben deui Landvoigt, dem" 
Von Orcutzen in Zei